Auch zurück in Shuzenji

Bevor ich das erste Mal 1985 nach Japan flog fragte ich eine Bekannte die dort gelebt hatte, wie es dort im Sommer ist. Und sie antwortete: „Es ist irrsinnig heiß und schwül und draußen hatte ich das Gefühl, als wenn ich durch Marmelade gehen würde.“ Zum Glück veranstaltet der JCRC im Sommer keine Rennen, und so ging es erst im September, als die Temperaturen nun knapp unter 30 Grad waren und die Marmelade zerlaufen, weiter mit dem nächsten Rennen, nämlich dem siebten, wieder in Shuzenji.

Ich hatte eine lustige Woche im Büro hinter mir. Meine Entlassung stand unmittelbar bevor, war aber noch nicht verkündet und ich musste nicht mehr allzu viel tun. Ich hatte ja schon geschrieben, dass die erste Zeit im neuen Job die beste ist, weil man nicht weiß was man tut und was man damit anrichtet. Die letzte Zeit im Job ist aber auch ganz OK – bis zu dem Zeitpunkt wo bekannt gegeben wird, dass man das Unternehmen verlässt – dann hört keiner mehr zu oder interessiert sich für einen. Leider ist die Zeit zwischen „erste Zeit“ und „letzte Zeit“ nicht so doll und so habe ich immer versucht diese zu minimieren. In der letzten Zeit versuchte ich dann noch einige lustige Dinge die ich mich bislang nicht getraut hatte.

Zu Beginn des Arbeitstages wurde im Büro immer Morgengymnastik gemacht. Es gibt da so eine Art „nationale Morgengymnastik“, die jedes Kind in Japan kennt da sie Tag ein, Tag aus im Radio läuft. Zur recht langsamen Klavierbegleitung sagt eine männliche Stimme an, welche Übungen zu absolvieren sind, das ganze dauert etwa vier Minuten. Lustigerweise müssen Besuchen der Freibäder in Japan auch jede Stunde das Becken verlassen und dann diese Gymnastik machen; aber ich glaube dass ist nur ein Vorwand um unauffällig nachzuschauen ob irgendwelche Leichen noch im Becken schwimmen die man vorher übersehen hat, weil es mal wieder so irre voll war.

Und alle raus aus dem Becken zur Gymnastik, bitte.

Jedenfalls hatten wir einen Kassettenrekorder (!) im Büro und morgens drückte unser kaufmännischer Leiter dann auf den Kopf und das Büro wurde über das PA System mit dem der Kassettenrekorder verbunden war, beschallt. Mehr oder mehr weniger enthusiastisch mussten dann alle Mitarbeiter an ihren Arbeitsplätzen mitmachen. Ich musste nicht mitmachen, denn ich war ja Ausländer. Eines Morgens nahm ich das Tape aus dem Rekorder und ersetzte es durch eines, das ich am Abend selber vorbereitet hatte. Nur war da nicht die Morgengymnastik, sondern der Titel „UFO“ eines japanischen Mädchenduos aus den Siebzigern namens „Pink Lady“ zu hören. Pink Lady waren damals unglaublich populär und sexy, sagen wir mal so wie Baccara und „Yes Sir I can boogie!“ in Deutschland. Ich weiß nicht genau worum es in UFO geht, aber das ist eine Up-Tempo Nummer mit einer ganz speziellen Choreographie; die beiden Mädels von Pink Lady tanzen eigenartig im Gleichtakt und imitieren irgendwie (japanische) Außerirdische die auf der Erde gelandet sind. Es ist schon sehr seltsam und doch auch unglaublich populär, sagen wir mal so wie „Lady Bump“ von Penny McLean.

Die japanische Antwort auf Baccara und Penny McLean: Pink Lady.

Am nächsten Morgen war ich unglaublich gespannt, was wohl passieren würde, wenn statt der Gymnastikmusik, UFO läuft. Würden alle schneller Gymnastik machen im Tempo von UFO? Oder würden alle UFO tanzen wie Pink Lady? Das Ergebnis war überraschend: Alle machten Gymnastik, so wie immer und im gleichen Tempo, so als wenn die Musik immer noch dieselbe wäre. Jedenfalls machten sie das solange, bis der Kaufmännische Chef die Kassette anhielt, zurückspulte und wieder von vorne laufen ließ. Das machte er drei Mal, dann gab es sich geschlagen und verkündete über Mikrofon, dass aufgrund technischer Probleme die Morgengymnastik ausfallen würde. Ich denke, so ist halt Japan; es ist schwer Veränderung zu akzeptieren, auch wenn auf einmal die Musik anders spielt.

Ich hatte ja schon von dem japanischen Soldaten Onoda geschrieben, der erst 1974, also fast 29 Jahre nach den 6 Jahren des 2. Weltkrieges kapitulierte. Man könnte nun meinen, dass das ja aus einer anderen Zeit ist, aber es gibt auch im modernen Japan einen vergleichbaren Fall: So stand ein japanischer Angestellter der von einer großen japanischen Firma zu Unrecht entlassen wurde vor dem Eingang dieser Firma, spielte auf seiner Gitarre und sang Protestlieder dazu. Soweit nicht ungewöhnlich, nur machte dies dieser Angestellter 24 Jahre lang bis in dieses Jahrhundert hinein.

Ich paar Tage später hatte ich noch eine lustige Idee, und zwar die eine E-Mail von unserem Regionalchef in Hong Kong etwas abzuändern und an alle Manager bei uns zu schicken. Die ursprüngliche Mail enthielt irgendwelche Banalitäten, ich machte daraus einen scharfen Aufruf an alle, in dem es hieß, dass sofort ein Bild unseres Regionalschefs in allen Büroräumen des Unternehmens aufgehängt werden sollte und zwar mindestens im Format 50 x 80 cm. Ich hatte dazu ein Portraitbild von ihm genommen und im Stil von Andy Warhol / Marilyn Monroe etc. einige bunten Farbflächen darüber gelegt, es sah schon ziemlich bescheuert aus. Um das Fass zum überlaufen zu bringen schrieb ich noch dazu, dass es für alle Manager die in einer Firmenwohnung lebten zudem verpflichtend sei das Portrait auch in ihrem Wohnzimmer aufzuhängen.

Die Reaktionen waren recht interessant; einige standen danach lange am Farbkopierer und versuchten die Datei irgendwie auf 50 x 80 zu bekommen, andere hatten die Mail noch vor dem lesen gelöscht oder spätestens danach. Ein ganz gewitzter dachte sich, dass das nicht erst gemeint sein könnte, dachte aber das wäre ein lustiger Streich des Regionalchefs persönlich und gratulierte ihm überschwänglich zu der unerwarteten Prise Humor. So kam dann auch raus, dass ich hinter dem ganze steckte. Aber interessanterweise hörte ich nie was von unserem oberen Chef, dem war ich eben auch mittlerweile egal.

Nicht egal war mir aber mein Ziel japanischer Meister zu werden und so machte ich mich eines morgens ganz ganz früh aber gut erholt von der nicht vorhandenen Arbeit mit dem Auto morgens um vier auf den Weg in das 140 km weit entfernte Shuzenji. Trotzdem waren die Straßen mal wieder voll mit Autos – das Gesetz der hohen Zahlen – und das Navigationssystem schlug auch noch einige verrückte Strecken vor die im wesentlichen auf der Idee basierten, dass die kürzeste Verbindung zwischen Europa und Asien die Seidenstraße, und zwischen zwei Punkten eine langgezogene Steilkurve ist.

Als ich ankam, hatte der Platz nichts von seinem ursprünglichem Schrecken eingebüßt – die Hügel waren immer noch so steil und hoch, die Rampen irrwitzig lang und die Konkurrenz erschreckend dünn und gewichtslos. Für Japaner spielt Gravitation, so mein Eindruck, irgendwie nicht die Rolle wie für mich. Es war als wenn eine Gruppe von Helium Atomen gegen ein Eisenerzkristall beim Wettfliegen antreten würden.

Bei diesem Rennen wurden auf dem 5 km langen Rundkurs, diesmal in umgekehrter Richtung, 5 Runden gefahren; also musste ich hier vier Runden schneller fahren als die anderen fünf; anspruchsvoller war ich nicht. Ich denke, wer bis hierhin gelesen hat, der versteht meine Überlebensstrategie auch recht gut ohne weitere Kommentare. Die schnellen Jungs fuhren auf diesem Kurs locker eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 32 km/h, entsprechend einer Rundenzeit von etwa 9:30. Ich musste also im Durchschnitt mindestens 26 km/h fahren, entsprechend einer Rundenzeit von 11:30, dann würde ich so gerade durchkommen. Das hatte ich mir alles schon vor dem Rennen überlegt. Eigentlich trainierte ich auch gar nicht mehr so richtig radfahren, sondern beschäftigte mich nur noch mit rechnen. Nie im Leben hätte ich eine Chance auch nur annähernd dieses Rennen zu gewinnen. Es sei denn alle andere Fahrer werden gezwungen mit ihren Beinen zu lenken und mit den Armen zu pedalieren. Und dann würde es auch noch helfen, wenn sie Augenbinden tragen würden. Und wenn dann noch eine Gruppe Bären aus dem Wald die Spitzengruppe attackieren und aufessen würde, ja dann hätte ich vielleicht eine Chance gehabt.

Ich war schon um 6 Uhr früh da, der Einlaß war aber erst um 6:30 Uhr, also trainierte ich nur so ein wenig auf dem Parkplatz, um warm zu werden bei über 25 Grad. Der Parkplatz hatte eine sehr charmante Eigenschaft, er war im wesentlichen horizontal.

Dann öffneten sich die Türen des CSC und ich wollte einfach so reingehen. Wenn man bei einem JCRC Rennen teilnimmt bekommt man vorher eine Postkarte zugeschickt, die man dann eigentlich zeigen muss bei der Ausgabe der Startnummern. Die hatte ich aber nicht dabei weil mich ohenhin alle kannten, die war ja auch der einzige Ausländer der immer teilnahm.

Am Eingang wurde ic dann gefragt, ob ich meine Registrierung dabei hätte. Ich fand das eine ziemlich doofe Frage, weil was macht man schon als Mann in den Vierzigern an einem Sonntagmorgen um 6:30 Uhr an diesem Ort, voll eingekleidet und mit dem Rennrad in der Hand wenn man nicht Rennen fahren will? Hallo, ich wollte mich reinschummeln und die Kinderachterbahn ausprobieren, doof dass Sie mich erwischt haben?

Aber als guter, assimilierter Ausländer versuchte ich es erst einmal auf die klassisch höfliche, japanische Art.
„Sie treffen mich in völlig verzweifelter Zerknirschtheit … ich muss doch tatsächlich und unglücklicherweise die Postkarte zu Hause vergessen haben … welch grauenhaftes Vollversagen … ist da wirklich nichts was getan werden kann in diesem unglücklichem Fall?“ Dazu das übliche ansaugen großer Mengen Luft und ziehen am Ohrläppchen um dem unglaublichen Grad der Verzweiflung mehr Ausdruck zu verleihen.

„Es ist absolut nicht erlaubt ohne Registrierung einzutreten!“ hallte es mir entgegen. Und kurz danach:

„Ha ha ha, das war nur ein Witz, kommen Sie rein!“

Ich war komplett darauf reingefallen, weil diese Art von Humor in Japan eben nicht üblich ist. Solche Ereignisse, nämlich das Japaner auf dem Weg waren die komplexe und subtile Art und Weise deutschen Humors zu erlernen, gab mir immer wieder Hoffnung, das langfristig Japan eben doch auch internationaler und offener werden würde. Aber immer wenn man Hoffnung schöpfte tauchte ein Onoda aus dem Busch auf und zerstörte sie mit seiner 29 Jahre alten, verrosteten Flinte.

Meine Frau, die mich vermutlich besser kennt als meine Eltern oder meine Schwester, versteht auch nach fast dreißig Jahren Ehe nicht meine subtilen ironischen Bemerkungen. Ich meine, sie weiß schon, dass ich ab und ab etwas mit sehr viel Ironie sage, aber sie weiß nicht wann das der Fall ist. So kann ich zum Beispiel als Beifahrer im Auto zu ihr an der Ampel sagen: „Fahr los, es ist grün. Ach so, für Dich blau.“ Und zwar deswegen weil die Japaner sagen „Die Ampel wird blau.“, auch wenn die tatsächliche Farbe wie bei uns grün ist. Ja ich weiß, ich kann das auch nicht erklären. Aber wenn ich zum Beispiel meine Frau am Tisch bitte mir Salz zu geben und ich das mit dem einzigen Gedanke tue eben Salz zu bekommen, dann lächelt sie mich müde an und meint: „Ha ha. Verarschen kann ich mich selber.“ So als wenn sie meine Ironie verstanden hätte die nun gar nicht da war.

Kann ich mal das Salz haben? Hahahaha.

Ich fuhr dann doch sogar zwei Trainingsrunden auf dem Kurs, einfach weil ich morgens um 6:30 Uhr nichts besseres zu tun hatte. Das Rennen fand diesmal auf dem Kurs im Uhrzeigersinn, was mir an sich besser passte. Nach dem Start ging es zunächst leicht berghoch und dann etwas steiler berghoch, aber von dort an erst einmal in eine lange Abfahrt mit einigen schnellen und technischen Kurven in denen man locker schneller als 60 km/h fahren konnte. Oder sogar noch schneller, wenn man es schaffte von der Straße zu fliegen, was für Weicheier wie mich immer eine reale Gefahr war. Danach begann der sehr, sehr lange Anstieg, bevor es noch einmal richtig abwärts ging mit 70 Sachen und dann ein supersteiler Anstieg auf die Zielgrade. Ich war noch nie länger als drei Runden in Shuzenji gefahren und heute sollten es fünf werden.

Um halb Acht ging ich zum Start und traf zufällig Goro-San der in der C Klasse 2 Minuten vor mir starten würde. Und ich traf Ishii-San, einen japanischen Fahrer vom Team „Space“ der mit mir in der D-Klasse fuhr. Er erzählte mir, dass er zwei Rennen vorher in Hitachi-Naka in dem Sturz in der letzten Runde verwickelt war. Er versuchte noch zu entkommen, in dem er zum Bunny-hop über einen gestürzten Fahrer anhob, aber es nutzte nichts: Gabel gebrochen, Laufräder kaputt, Rahmen unbrauchbar, mittlerweile hatte er sich neu mit Material eingedeckt.

Die Pistole knallte und dann ging das Rennen für die C Klasse los. danach schoben wir uns in der D Klasse an den Start und 2 Minuten später traten wir in die Pedale. Es hatte den ganzen Morgen leicht geregent, aber in dem Moment wo wie losfuhren, hörte der Regen auf. Zwei Minuten nach uns startete dann die E Klasse. Ich konnte nach dem Start dem Feld gut folgen und dachte „Hey Michael, Du bist ja echt super in Form!“ Aber dann in der Kurve fiel mir auf, dass ja noch das Motorrad der Rennleitung vor uns fuhr und das Feld neutralisiert führte. Als es dann in die Abfahrt ging verschwand das Motorrad nach vorne und das Rennen ging ernsthaft los. Ich konnte mich auf der Abfahrt gut im Feld halten und sogar ein paar Plätze gut machen, auch aus der Abfahrt raus hatte ich mit meiner größeren Körpermasse einfach mehr Schwung bergauf, aber sobald der Schwung weg war fiel ich wieder Position um Position zurück bis ich mich wieder auf dem gewohnten letzten Platz befand. Kurz danach hörte ich auch schon wieder das Geräusch des Motorrads, das das Feld nach hinten absichert. Der Fahrer dachte auch bestimmt: „Ach der schon wieder.“

Aber immerhin schaffe ich es nach dem Anstieg über die Ziellinie, bevor mich das E-Klassenfeld eingeholt hat, das ist schon einmal ein gutes Zeichen. Aber natürlich kommt dann im Anstieg der 2. Runde genau dieser Moment: Das komplette E-Klassenfeld überholt mich und ich falle hinten raus.

Die den Bergrennen in Shuzenji und Gunma fand ich immer die erste beiden Runden die schlimmsten. Man hat noch so viel vor sich und der Körper fühlt noch den Schmerz, da werden einfach noch nicht genug Endomorphine durch die Arterien gejagt. Ich ging dann erst einmal in den „Nur irgendwie Überleben Modus“ und versuchte wenigstens schneller als 15 km/h in den Anstiegen zu fahren.

Das funktioniert auch ganz gut und tatsächlich überhole ich am nächsten Anstieg einige D Klassenfahrer die sich überanstrengt hatten und aus dem Feld vor mir herausgefallen waren. Das hat zu Folge, dass ich zum ersten Mal in einem bergigen Rennen nicht mehr ein Motorrad unmittelbar hinter mir höre. Das motiviert. Ich fahre jetzt Rundenzeiten von etwa 11 Minuten, das ist deutlich schneller als beim ersten Rennen in Shuzenji und ich sollte bei diesem Tempo nicht vom D Feld eingeholt werden.

Bei der nächsten Abfahrt sah ich, dass sich im Feld vor mir ein Massensturz ereignet hatte. Ein Fahrer liegt noch im Gras am Straßenrand und hält sich den Kopf der im schnellen vorbeifahren irgendwie schief aussieht. Ich habe keine Zeit zu helfen und mache mich in den nächsten Anstieg. Dort überhole ich einen weiteren Fahrer aus dem D Feld vom Team „Nalshima“. Das ist der angesehenste Rennradladen in Tokyo mit einem sehr großen Team und vielen Fahrern, aber diese hier hat ein wenig Motivation verloren. Im Vorbeifahren rufe ich ihm zu „Gambatte“ und lächele, so als wenn mich der Anstieg nicht die letzte Kraft kosten würde; das ist der typische japanische Sportlergruß und bedeutet etwa so viel wie „Durchhalten!“.

Ich mache das nicht aus Nächstenliebe, ich will einfach nicht dass er aufgibt oder überrundet wird und ich wieder auf dem letzten Platz lande. Kurz danach überholt mich das Feld der C Klasse – das macht mir nun schon sorgen, denn gleich 2 Minuten dahinter war mein Feld gestartet. Ich hänge mich an das C Feld ran und versuche auf den letzten Metern des Anstieges alles zu gegeben. Dann bleibe ich mit dem Feld in der schnellen Abfahrt und sprinte hoch auf die Zielgerade. Ich bin so gut drauf, dass ich sogar einige C Fahrer überhole, die nicht verstehen warum ich mir so viel Mühe gebe, wo doch noch eine Runden zu fahren ist. Geschafft, ich kann nicht mehr überrundet werden und mache mich gemütlich daran die letzte Runde zu Ende zu fahren. Am Ende bin ich dann sogar noch relativ frisch und sprinte über die Ziellinie.

Kein Motorrad direkt hinter mir – ich bin also nicht auf dem letzten Platz gelandet. Ich freue mich schon auf die Unterhaltung mit meinem Sohn am Abend, die etwas anderes als sonst ist:
„Ich war heute in Shuzenji beim Rennen.“
„Wievielter bist Du geworden?“
„Siebenundvierzigster.“
„Ist das der letzte Platz gewesen?“
„Nein, eigentlich nicht.“

Also, ich wurde 47. von 48 Fahrern die ins Ziel kamen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 26,2 km/h, das waren fast 3 km/h schneller als im ersten Rennen über nur drei Runden. Und drei Fahrer aus meinem Feld wurden überrundet und aus dem Rennen genommen. Das ständige Rennenfahren zahlte sich also aus – nicht dass ich Gefahr stand ein Rennen zu gewinnen, aber über die Monate war ich schon ein wenig schneller geworden. Ishii-San kam als 40. ins Ziel, immerhin noch vier Minuten vor mir.

Goro-San war im Rennen der C Klasse Dritter geworden und stand mal wieder auf dem Podium, ich freute mich für ihn.

Aber: Obwohl ich in bislang acht Rennen drei Mal letzter und zwei Mal vorletzter geworden war – und auch nur deswegen weil ich Stephen überredete mit auf die Vulkaninsel zu kommen- führte ich nun die Jahreswertung in der D Klasse an. Überall auf der Welt hätte man sich über meine Leistung totgelacht, aber aufgrund der besonderen Punktewertung in Japan war ich nun ganz heißer Scheiß. Nur noch vier Rennen. Vier Rennen.

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