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Seit vierzig Jahren fahre ich Rad, seit neunzehn Jahren richtig, und seit sieben Jahren bastele ich richtig an richtigen Rädern. Seitdem habe ich eine Menge Geld für Campagnolo Teile und Vittoria Schlachreifen ausgegeben. Den Rest habe ich sinnlos verschleudert.

City Triathlon Bremen. Familienstaffel: 2. Platz.

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Team Schädlich Unchained: Peggy-Marie; Michael Max-Taro und Ronni Francois (v.l.n.r.)

„It’s cold as hell out these mornings, and you know what the man said, the coldest winter I ever spent was the summer I spent in San Francisco.“

Dieses Zitat wird gewöhnlich Mark Twain zugeschrieben und kommt so in dem Film 48 hours von 1982 mit Eddie Murphy und Nick Nolte vor. Mein kältester Winter, abgesehen von dem Winter 1994/95 in einem ungeheizten Gästehaus bei dem auch noch für eine Woche der Strom ausgefallen war auf dem Land, gottvergessen irgendwo in China (genau hier) , ist definitiv der Sommer 2017 in Bremen. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals in den letzten sieben Jahren beim City Triathlon so gefroren hätte, wie heute.

Zunächst war es ja wenigstens noch trocken, als ich um halb zehn in der Überseestadt ankam und begann unser Team zu organisieren. Nachdem wir in den letzten sechs Jahren immer den ersten (vier Mal) oder zumindest den zweiten Platz in der Mixed Staffel mit einem Team der Hochschule gewonnen hatten, waren unsere Ambitionen dieses Jahr deutlich niedriger. Mit dem Hochschulteam war das auch so eine Sache: Als Schwimmerin hatten wir fast immer eine Söldnerin rekrutiert, Philipp, erfolgreicher Studienabbrecher an einer anderen Hochschule (aka Blitzrad, Lulle, Lühmann) übernahm den Radteil und lediglich Janek war wirklich Student, bis er dann graduierte und trotzdem weiter lief.

Die Organisation taten uns dann aber einen Gefallen und eröffneten einen neuen Staffelwettbewerb dieses Jahr und zwar die sogenannte Familienstaffel. Ich bin nicht ganz sicher wie in diesem Zusammenhang „Familie“ interpretiert werden muss, denn in der offiziellen Ausschreibung gab es keine Regelung dazu, aber unserer Meinung nach musste jedes Mitglied der Staffel eine Familie haben und das war definitiv der Fall. Falls wir gefragt würden einigten wir uns zunächst auf die offizielle Sprachregelung, dass ich der erste Mann von Peggy-Marie (Namen wurden leicht geändert um Unschuldige zu schützen) sei und Ronni der zweite.

Peggy-Maria, die das Schwimmen übernahm war mächtig nervös. Ich wollte ihr einen Neoprenanzug organisieren, den mir dann Schnippo netterweise lieh. Zunächst war ich überrascht, dass der Anzug nicht tätowiert war, im Gegensatz zu Schnippo und dann kannte mein Erstaunen keine Grenzen mehr als ich feststellte, dass Peggy so viel mehr Volumen aufweist wie Schnippo. Sie passte zwar in den Anzug, aber das Ding war so gespannt, das jede Bewegung unmöglich wurde. Wäre sie damit in die Weser gesprungen, sie wäre schnurstracks auf den Grund gesunken und hätte dort ausharren müssen, bis sie wieder jemand an die Oberfläche zieht. Zum Glück fand sich dann noch ein Ärmelloser Neoprenanzug für sie.

Ronni-Francois war, wie es typisch für einen Franzosen ist, natürlich wieder die Ruhe selbst. Seit Juli bin ich ja sozusagen unter Vertrag im Werksteam von Wiegetritt; weshalb ich nun erstens umsonst Teamkleidung bekommen habe, und zweitens erstaunlich oft gegrüsst, oder aber ignoriert werde. Ich mag die alten Trikots von Wiegetritt im blau-roten Design sehr gerne, weil man die wirklich auf einen Kilometer Entfernung erkennen kann. Das gibt anderen Menschen genügend Vorwarnzeit mich entweder zu grüßen oder aber zu ignorieren.

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Werksfahrer Wiegtritt (c) Andi Arbeit

Selbstverständlich war heute wieder die gesamte Elite des Rad- und Triathlonsports in Bremen entweder am Start oder wenigstens anwesend. Silvia, Silke und Ina waren wieder als Frauenstaffel dabei, Thomas, Björn und Andres starteten in der Männerstaffel, Tobi und Matthias waren mit ihren Firma unterwegs und daneben sah ich auch noch Jessica, Harald, Marc, Maren, Tim, Schnippo, Bernd, Hans-Peter, Andi, Fr. Holzberger, Elena und dieses kleine Mädchen, dessen Name mir jetzt partout nicht einfallen will. Nicht dabei war diese Frau von Urania Delmenhorst, die letztens bei der Ankunft in der Wechselzone beim Silberseetriathlon erschöpft zusammenbrach und so etwas wie spontane Wehen oder einen sehr überraschenden Orgasmus entwickelte. Während ich so überrascht war, dass ich das fotographieren vergaß, stellte ich heute fest, dass es ja doch ein Foto von ihr in den Untiefen des Netzes gibt:

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Die Wechselzone des Staffeltriathlons war heute mal wieder entlang der Kaimauer rechts des Hafenbeckens angeordnet. So ist der Weg für den Schwimmer vom Ausstieg aus dem Wasser zum Wechselplatz relativ kurz, der Radfahrer muss aber sehr lange entlang der Promenade laufen, bevor er sich endlich auf sein Rad schwingen und losfahren darf. Mit normalen Rennradschuhen geht das gar nicht gut; so das ich bereits am MTB Schuhe umgerüstet hatte mit denen man besser rennen kann. 2015 war das noch extremer, da war ich nach dem Laufen bereits so fertig, dass ich gar nicht mehr Radfahren wollte.

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In der Wechselzone mit Thomas.

Dann ging es auch schon los. Peggy-Maria war bereits im Wasser und Ronni Francois und ich warteten auf sie in der Wechselzone. Der erste Schwimmer kam bereits nach weniger als acht Minuten aus dem Wasser und so langsam füllte sich die Wechselzone. Es gab das übliche Chaos und Geschreie denn der eine oder andere steht ja da immer irgendwie im Weg um. Wir hatten uns ganz am Ende der Zone platziert, etwa drei Meter von dem eigentlich Radplatz entfernt. Peggy kam an, schaute auf den Platz und sah uns nicht, obwohl wie wie blöd „Peggy – hier!“ schrien. Der Ausdruck auf ihrem Gesicht, diese Mischung aus Erschöpfung und Verzweiflung war schon etwas ganz besonderes. Ich denke in diesem Moment war sie kurz davor sich irgendein Rad zu schnappen und alleine weiter zu fahren, wenn sie bereits alle Männer im Stich gelassen hatten.

Dann ging es für mich los und mittlerweile hatte es erst angefangen zu nieseln und dann zu regnen. Ich lief mit dem Rad die Kaimauer überholte den ersten Fahrer, der mit Rennradschuhen vor mir los gelaufen war. Dabei schaute ich auf meinen Tacho: 16 km/hr – hm, das würde dann auf Strava den Schnitt ordentlich drücken. Der Sprung auf das Rad klappte auch gut und noch vor der Einbiegung auf die Nordstrasse überholte ich die nächsten beiden Fahrer und legte los gegen den Wind und gegen den Regen. Es war ziemlich anstrengend so etwa 36 km/h zu fahren und das über 3,5 km bis zum Wendepunkt zu halten. Auf der Gegengerade kamen wir bereits die Spitzenfahrer entgegen, die den Wendepunkt umrundet hatten. Etwa einen Kilometer vor dem Wendepunkt sah ich Silke auf der Gegengerade, die also etwa 2 km Vorsprung hatte, das würde ich also schwerlich aufholen können. Auch Thomas und Tobi waren vor mir.

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Silke beisst. (c) Andi Arbeit

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Tobi beisst nicht. Bei dem sieht das irgendwie immer nach Spaß aus. So sad.

In die andere Richtung lief es mit etwas Rückenwind dann deutlich schneller mit 40 km/h. Trotz des Regens und der nassen Fahrbahn war ich deutlich zuversichtlicher in den Kurven als viele andere, da kommt einem die Erfahrung aus den Bergen und den OBKMs dieser Welt zugute. In der zweiten Runde wurde ich dann deutlich langsamer auf der Nordstrasse und teilweise ging die Geschwindigkeit trotz Griff in den Unterlenker und Blick auf den Boden auf 33 km/h zurück. Tobi und Thomas sah ich immer noch auf der Gegengerade, d.h. ich hatte nicht so viel Zeit auf die beiden verloren. Und Silke hatte ich auch einen Kilometer abgenommen und dabei noch sechs andere Fahrer überholt. Ich wurde einmal von einem sehr pro-ausgerüsteteten Fahrer stehengelassen, aber  war es dann auch. Beim zweiten Mal am Wendepunkt kam der vor mir fahrende zum Sturz. Nasse Fahrbahn und vorne zu stark bremsen ist immer ganz schlecht. Ich fragte ob alles OK wäre, und als es das war fuhr ich weiter. Vor mir überholte ich noch einen weiteren Fahrer aber dann war die Lücke bis zu den nächsten so groß, dass ich nur noch versuchte möglichst viel Power zu geben, um eine gute Zeit zu erreichen.

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Full Power. Am Rahmen kann man noch prima die Gülle von der letzten Tour mit Hannes sehen. (c) Andi Arbeit

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Thomas liegt auf der AGA Skala (Angestrengter Gesichtsausdrucks Skala) so etwa zwischen Tobi und mir in der Mitte (c) Andi Arbeit

Mein Gefühl sagte mir, dass ich ganz gut gefahren war, aber auch nicht gerad überragend schnell, wozu das Wetter auch etwas beigetragen hatte. Ich ging in die Streckenteilung, bog nach rechts ob, dann wieder nach links um auf der Rampe runter in die Wechselzone zu fahren und da passierte es.

Ich machte etwas was man neuerdings in Bremen als einen „Leichten Balitzky“ bezeichnet. Das heißt ich fuhr über eine Haufen willkürlich angeordneter, gelber Speedbumper die ich nicht gesehen hatte und bei dieser Gelegenheit riss es mir den Lenker aus der Hand. Das Rad neigte sich nach links, ich knallte mit dem Oberschenkel auf den Boden und schilderte ein paar Meter vorwärts, zum Glück Richtung Ziel.

In diesem Momenten ist na ja so mit selbstproduzierten Drogen vollgepumpt, dass man nur noch denkt: „Hoffentlich läuft das Rad noch“ und dann drauf springt und weiter fährt. Ich hatte vielleicht so 30 Sekunden Zeit verloren, aber immerhin konnte ich noch treten,das Rad rollte noch und ich kam endlich in der Wechselzone.

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Zum Glück war dem Rad nichts passiert.

Ronni lief los und ich betrachtete erst einmal meine Verletzungen: Knie, Ellbogen und Oberschenkel waren lädiert, der Schnitt im Knie war relativ tief, so dass ich mich entschied erst einmal zum Verbandsplatz zu gehen.

Die Leute dort waren sehr nett, aber der Verband den sie da angelegt hatten …. überall tropfte das Blut raus und lief am Bein runter, ich sah aus wie eine Mischung aus Boris Karloff und einer Mumie – also etwa wie Boris Becker.

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Nach dem Rennen.

Ich war komplett nass, fror und blutete. In Momenten wie diesen bin ich ganz froh, dass meine Familie da war und sich ein wenig um mich kümmerte. Also zog ich mich schnell um und ging dann zum Ziel um Ronni einlaufen zu sehen. Das tat er dann auch recht zackig, insgesamt waren wir etwa 1:14 h unterwegs gewesen und das sollte zum zweiten Platz in der Familienstaffel reichen.

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Team Schädlich unchained: Jetzt neu mit Profi-Verband

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Siegerehrung Familienstaffel

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Silke, Silvia und Ina auf dem 3. Platz in der Frauenstaffel (c) Andi Arbeit

Ein gutes Team und ein gutes Ergebnis – Danke an Peggy-Maria und Ronni Francois, das ihr mitgemacht habt.

Ergebnisse

Strava

Bis zum Sommer 2017.

2 Kommentare

Eingeordnet unter 2017, Björn, Bremen, Mob, Rennen, Silke, Silvia, Triathlon

Aufräumen.

Unglaublich, wie viel Papier, Müll und Mist sich innerhalb von wenigen Wochen im Laden ansammelt, gelagert werden und abtransportiert werden muss.

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Heute auf Tour im Überseehafen bei Paletten Kalle.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter 2017, Bike Buisness, Bremen, Mob

Noch mehr Räder schauen. Diesmal bei Härtje.

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Wolken, wie von Jan Vermeer über Delft gemalt, hingen auch über Bremen während ich etwas weniger poetisch auf dem Rad vor einem großen Einkaufszentren sitzend, meine Optionen auf ein Mittagessen einschätzte.

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Morgen sollte es zu Härtje gehen.

Härtje, kennste nicht? Das ist ein Großhändler für Räder und vor allem Komponenten, bei dem so ziemlich jeder Radladen in Nord- und Ostdeutschland einkauft. Der Hauptsitz des Unternehmens ist in Hoya, also gerade einmal 50 km von Bremen entfernt. Neben den „nicht-so-sexy-Rad-Eigenmarken“ wie Conway, Victoria, Excelsior und Contoura ist Härtje als Großhändler von Shimano, Campagnolo, Fulcrm, Fizik, 3T, KMC, Kool Stop, Fulcrum, Camel Bak, Tacx  und und und …. Komponenten extrem wichtig und erfolgreich. Mit denen darf man es sich also nicht verderben.

Also, was gab es neues bei Hartje zu sehen? Bei den Rädern gab es ein hübsches TERN Klapprad in rot, auf das ich schon einmal meine Augen für einen Freund geworfen hatte.

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Nicht, das ich so etwas brauchen würde, denn ich habe ja ein Moulton Klapprad. Das ich allerdings nicht klappen kann, sondern nur teilen. Also sollte ich vielleicht doch einmal.

Farblich hatte Excelsior ein schönes Retrorad in einem strahlenden Blau zu bieten.

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Das Problem bei diesen Rädern, wir hatten ja auch schon etwas ähnliches bei Diamant bewundert ist, dass die Komponenten teilweise etwas lieblos, ja geradezu überraschend ausgesucht wurden und kein stimmiges Gesamtbild abgeben. und preislich sind die Dinger auch nicht unbedingt günstiger, als wenn man sich einen alten Rahmen und Laufräder kauft und alles selber dran macht.

Bei Hartje sah ich auch zum ersten Mal die Shimano Metrea Gruppe an einem Countoura Rad montiert. Das Konzept ist etwas ungewöhnlich, weil die Schaltgriffe nur an Bullhorn Lenker passen. Etwas, was man bei der beabsichtigten Zielgruppe von Treking- und Cityfahrern wohl eher selten sieht. Passt eher an einen Lowrider mit 28er Hinter- und 26er Vorderrad. Die Kurbel ist aber das hübscheste was Shimano in den letzten zehn Jahren auf den Markt gebracht hat.

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Von Fizik gab es ein Paar nette Rennradschuhe für den Winter mit integriertem Überschuh. Angeblich wasserdicht. Ich fand das Konzept gut, weil man mit den Dinger ja auch laufen kann, ohne die Überschuhe zu zerstören. Wenn man die teilweise über die Sohle spannt gehen die an sich immer schnell kaputt.

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Absolutes Highlight der Hartje Show war der Beitrag der Hartje Eigenmarke Con-tec zum Thema „Sind Scheibenbremsen sicher für Rennradfahrer?“

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Ich denke, mit diesem Design ist nun auch der letzte Konsument überzeugt worden, sich die Dinger gedankenlos an seinem Rennrad zu montieren und beim Sprintwettkampf in der montäglichen Vereinsrunde den Ben Hur zu machen.

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2018er Räder schauen. Diesmal: Focus. Cervelo. Kalkhoff.

Nach Cannondale und Trek vor ein paar Wochen ging es am Mittwoch zu Derby Cycle nach Cloppenburg, um die Räder für die neue Saison zu sichten.

Für die die es nicht wissen: Derby Cycle gehört zur holländischen PON Gruppe, die sich gerade mit der Accel Gruppe und Giant um die Fahhradweltherrschaft streitet. Derby Cycles wiederum ist aus Kalkhoff entstanden und hat somit etwas wie eine norddeutsche Tradition. Außer Kalkhoff werden Räder der Marken Focus, Raleigh, Univega, Rixe von Derby Cycle gebaut und vertrieben. Durch die Verbindung zu PON konnten wir uns auch Räder von Cervelo ansehen.

Man kommt nach Cloppenburg über die Autobahn rein und landet in einem Industriegebiet. Über der Derby Cycle Fabrik strahlt der orange Mond von Pfanni. Das ist kein Witz:

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That’s not pfanni, that’s Derby Cycle.

Das Austellungsgelände ist riesig, so dass drei Eingänge nebeneinander vonnöten sind, einer ist der Marke Kalkhoff, einer der Marke Focus und einer der Marke Cervelo gewidmet. Natürlich bin ich aus Prinzip nur durch den Cervelo Eingang gegangen und deshalb würde ich auch gerne mit den Cervelo Rädern anfangen.

Cervelo

Cervelo liegt mir am Herzen, dann ich hatte mir vor langer Zeit ein Soloist (später S1) aus Alu gekauft und bin damit viel und gerne gefahren. Erst später, als ich dann mein erstes Carbonrad gefahren bin, habe ich bemerkt wie bretthart das Soloist war. An Cervelo gefiel mit das massive Unterrohr, die Aerostütze aus Carbon, die damals auch nicht jedes Rad hatte, die Tatsache das es relativ exklusiv war und die YouTube Serie „Beyond the Peloton“ die von dem damaligen Cervelo TestTeam um Carlos Sastre handelte.

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Das Cervelo in der Werkstatt bei seinem letzten Ausflug in Japan mit Ludwig (2.v.l.) 2010.

Die beiden Gründer von Cervelo, Gerard Vroomen und Phil White haben die Marke 2011 an Pon verkauft; Vroomen ist nun Mitbesitzer der italienischen Marke 3T, die nun neben Komponenten auch begonnen hat Rahmen zu verkaufen, daneben gehört ihm auch OPEN.

Von Cervelo gab es zunächst die S (Aero) und die R (Leicht) Serie, heute gibt es dazu noch C (Endurance), P (Triathlon) und T (Track), bei letzterer gibt es sogar einen buchstäblichen Zusammenhang. Leider durfte man von den Cervelo Rädern so gar keine Photos machen. Ausnahme, die neuen Zeiträder, wie z.B. das P5X.

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Ja, mit Scheibenbremse. Und mehr Gepäckfächern, als ein Deuter Alpin Rucksack. Es ist klar, dass Menschen die mit klassischen Rennrädern aufgewachsen sind, solchen Rädern erst einmal skeptisch gegenüber stehen, aber immerhin gibt es hier bei Cervelo jede Menge Entwicklung. Ob die Richtung richtig ist wird sich zeigen. Ich frage mich eher, ob sich denn der ganze Aufwand lohnt, denn dieses Radsegment ist winzig. Andererseits hatte Cervelo beim Ironman 2016 einen Marktanteil von 26% und war damit die Nummer Eins.

Zur Abrundung hier noch ein P5. Kostet etwa €8.000 im Laden, das P5X ist etwa doppelt so teuer.

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Was in die Entwicklung der P Serie an Geld gesteckt wird fehlt leider bei den klassischen S, R und P Rädern. Das Photo oben ist so wichtig, nicht weil es das P5 von hinten zeigt, sondern weil wir im Hintergrund ein Rad der S Serie sehen können. Bei der S Serie ist nichts passiert in den letzten Jahren, außer dass die klare, kantige Sprache des Rahmens im Laufe der Zeit geschmolzen wurde wie ein Stück Käse auf der Ananas eines Toasts Hawaii. Damit ist sehr viel Individualität verloren gegangen. Und diese neuen, gekrümmten Kettenstreben sehen auch nicht wirklich gut aus an einem Rennrad. Das gleiche gilt auch für die Räder der R Serie. Das waren einmal für ihr Zeit richtig scharfe Rahmen mit kantigen, viereckigem Rohr und exzessiv dünnen Kettenstreben. David hatte eins. Jetzt ist das alles in Richtung Einheit runtergeschmolzen.

Das ist nun einmal was passiert, wenn eine innovative, kleine Firma, die vom Schwung zweier Gründer getragen wird, von einem Konzern aufgekauft wird. Man sollte aber nicht traurig darüber sein, denn es entstehen ja immer noch jede Menge anderer Unternehmen neu am Markt. Das was mal gut war und schlecht geworden ist wird auch wieder verschwinden, bei Cervelo bin ich mir da ziemlich sicher.

Focus

Focus ist ja so gar nicht meine Marke. Die kannte ich bis vor einigen Jahren nur aus dem Radverleih auf Mallorca, wo ich sie nach Möglichkeit gemieden habe (ebenso wie Centurion, Cube und Haibike).  Vorurteile sind ja nun einmal dazu da revidiert zu werden und dies bei der Gelegenheit allen Menschen zu erzählen, damit man dann mit Toleranz und Flexibilität punkten kann.

Zunächst einmal strahlte am Eingang ein aufgebautes Project Y Rad. Was aussieht wie ein schlecht proportioniertes Rennrad ist in Wahrheit ein schlecht proportioniertes e-Rennrad. Das wiegt etwa 12 kg, hat Akku und Motor im Rahmen versteckt und unterstützt bis max. 25 km/h wie vom Gesetzt vorgeschrieben.

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Ich bin im Anschluss an den Besuch der Ausstellung einige e-bikes Probe gefahren; das war abgesehen von dem jap. Shopping e-bike meiner Frau meine erste Erfahrung mit hochwertigen Geräten. Ich denke, für den normalen Benutzer, der unterhalb 25 km/h bleibt ist das eine prima Sache. Aber sobald man schneller unterwegs ist, ist die plötzliche und ja nach System brutale Abschaltung der Unterstützung recht fies. Sind die Motoren zudem mit weniger Torque ausgestattet ist das noch einmal unangenehmer. Von daher finde ich die Kombination eines Rennrads mit der Beschränkung auf 25 km/h eher unglücklich. Mit einer Begrenzung von 40 km/h würde das alles schon Sinn machen.

Oder man benutzt dieses Rad einfach nicht als Rennrad, sondern fährt damit und viel Gepäck um die Welt, dann macht das auch wieder Sinn.

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Ähnlich wie das P5X ist das alles aber eher ein Showprojekt von Focus, um zu zeigen was möglich sein könnte, nicht um es unbedingt zu verkaufen. Das sind also die Maybachs und Phaetons dieses Welt.

Bei Focus schauten wir uns zunächst einmal die Crosser an, denn was Trek diese Saison an den Start schickt ist nicht überzeugend – übrigens im Gegensatz zu Cannondale.

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Das hier oben ist das Top Mares CX Modell von Focus. Technisch ist das sowieso gut, aber das sieht auch nicht richtig interessant farblich gestaltet aus. Man muss es allerdings auch mögen, diesen Comic-artigen Look.

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Diese farbigen Bänder sind die neue Corporate Identity von Focus, das sieht man jetzt immer mehr an den Top Modellen, wie hier an einem Izalo Max.

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Diese Idee ist definitiv geklaut und ich überlege schon seit Tagen woher ich das kenne. Kenzo? Mayersche? Nah dran, aber das ist es noch nicht ganz. Prinzipiell finde ich aber, dass Focus an seinen Rädern eine sehr vernünftige, klassische Farbgebung vornimmt, wie man an den nächsten drei Photos gut sehen kann.

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Interessanterweise passierte nun folgendes: Bei Cannondale und Trek hatte ich einen Hafen Räder mit integrierten Komponenten gesehen, wie z.B. Lenker/Vorbau Einheiten, verkleidete Bremsen etc. und mich darüber ausgelassen wir schwierig das für mich ist sowas vom Design her gut zu finden.

Also ich nun zu Focus kam und mir deren Rennräder ansah stellte ich sofort fest, dass die das alle nicht haben. Da sind dann gute Standardkomponenten von Easton, 3T etc. verbaut. Und als ich das sah, dachte ich mir: „Boh, wie altmodisch, warum ist denn hier nichts integriert?“. So schnell kann das also mit dem eigenen Geschmack gehen. Irgendwann finde ich auch noch eine neuere Shimano Kurbel sexy.

Also, die Rennräder von Focus haben mich nicht umgehauen, aber hübsch anzusehen waren sie durchaus. Und technisch gut dürften Sie auch sein.

Dann ging es noch ein wenig probefahren auf dem Gelände, einem Road, und einem Off-Road Kurs. Auf dem Roadkurs habe ich mich in erster Linie mit e-bikes von Kalkhoff ausgetobt. Es gibt da ein neues, sportliches namens Berleen oder Durban Berleen, das mich allerdings so gar nicht überzeugt hat. Die normalen E-bikes sind für normale Kunden OK, wobei ich wiederum die Kalkhoff eigenen Impulse Motoren besser als die Bosch Systeme fand (wobei die Impulse wiederum einen schlechten Ruf in der Zuverlässigkeit haben). Aber das reicht alles völlig.

Richtig Spaß hat dann das Fahren eines e-MTB, in diesem Fall êines Jam 2 auf dem Off-Road Kurs gemacht. Zunächst hatte ich nur wenig Unterstützung vom Motor, aber dann habe ich mich Stufe um Stufe hochgearbeitet und am Ende wäre ich fast aus der Kurve geflogen, hätte Lisa mich nicht vorgewarnt. So um Gelände mit richtig dicken REifen zu fahren macht doch mehr Spaß als gedacht – ich denke ich brauche aber noch viel mehr Armmuskulatur um das auch bewältigen zu können, denn nach vier, fünf Runden mit diesen Lenkern wie Fahnenmasten, taten mir die Arme echt weh.

Prima, das es hier Potential für die Zukunft gibt.

Dann hieß es Abschied sagen zum orangen Mond von Pfanni und wieder nach Hause fahren. Es stehen noch drei, vier Herstelleraustellungen dieses Jahr an und natürlich Ende des Monats auch die Eurobike in Friederichshafen von der ich berichten werde.

 

 

 

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Silbersee Triathlon. Mixed Staffel. 2. Platz.

„Es war um die Mittagszeit eines sehr heißen Junitags, als der »Dogfish«, einer der größten Passagier- und Güterdampfer des Arkansas, mit seinen mächtigen Schaufelrädern die Fluten des Stromes peitschte. Er hatte am frühen Morgen Little Rock verlassen und sollte nun bald Lewisburg erreichen, um dort anzulegen, falls neue Passagiere oder Güter aufzunehmen seien.“

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Das sind die ersten Zeilen des Romans „Der Schatz im Silbersee“ von Karl May, den ich nie ganz gelesen habe. Ich besaß aber eine gleichnamige LP auf dem legendären Europa Label, die ich mir gerne mit meinem Freund Christoph anhörte, bevor wir draußen im Garten die wichtigsten Passagen mit unseren Schwestern nachspielten. Der Roman wurde 1891 geschrieben, die Kindheit ist lange vorbei und so klingelte an einem Sonntag Morgen 2017 um kurz vor sieben der Wecker und ich fuhr, ohnehin zu spät zum Silbersee in Stuhr wo ich mich, ohne lange nachzudenken angemeldet hatte, als Ina mich fragte ob ich denn wollte.

Nachdenken ist nicht schlecht. Denn erstens hatte ich die frühe Startzeit nicht mitbekommen und zweitens war mir auch nicht klar, dass von mir ein 40 km langes Zeitfahren verlangt wurde. Bislang war ich immer 20 km gefahren. Andererseits war das alles auch OK, weil in unserer Klasse ohnehin nur sechs Teams angemeldet waren und irgendwie geht es ja immer. Und ich hatte ja auch prima vorher mit Hannes trainiert.

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Ja, von Bremen sind wir bis nach Berlin gefahren.

Ich kam viel zu spät am Silbersee an, den ich zunächst nicht erkannte, weil er keineswegs silber ist, sondern diese organische Färbung hat mit der man nicht gerne in Berührung kommt. Ich schummelte mich irgendwie mit meinem rheinischen Charme in die Wechselzone und wartete auf Ina, die alles organisiert hatte und schwimmen wollte und Axel, der unsere Staffel als Läufer komplementierte.

Wie bist Du in die Wechselzone gekommen? Das geht doch gar nicht ohne Papiere?“ Mit dieser Frage wurde ich als erstes von meinem Team konfrontiert. Das ging an sich ganz einfach, ich ließ meinen rheinischen Charme spielen und mogelte mich durch. Dabei half mir meine Auslandserfahrung, denn in Japan geht an sich alles, wenn man sich nur doof genug stellt und Ausländer ist. In Deutschland, so finde ich, sehen wir diese Dinge zu eng, vieles ist so einfach möglich, man muss es nur einfach machen und darf nicht so lange darüber nachdenken.

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In der Wechselzone

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Das Cyclyng Team: Axel, Ina und ich.

Wir starten in der Mixed Staffel, insgesamt waren dort sechs Team gemeldet, so dass unsere Chancen auf’s Treppchen zu kommen rein mathematisch 50:50, oder wie Reiner Calmund einmal sagte, 60:60 standen. Also schauten wir uns zunächst einmal an, welche Räder unsere Konkurrenz fuhr und ob wir irgendwelche von denen identifizieren konnten. Interessanterweise fuhren bei zwei Teams die Frauen Rad, während die Männer schwammen und liefen; eine von den Frauen sah auch ganz fit aus und stellte eine echte Gefahr dar. Das war die blonde hier unten im Photo.

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Meine direkte Konkurrentin vom Team aus OHZ. Sollte sich als die stärkste im Feld herausstellen.

Dann gab es noch eine weitere fitte Frau aus Clausthal-Zellerfeld und ein paar schicke Räder mit Zeitfahraufsatz, aber in meinem rheinischen Übermut statuierte ich erst einmal „Die hau ich alle weg.“

Ina startete als Schwimmerin und kam dann auch gleich als zweite überhaupt von allen Staffelschwimmerin in die Wechselzone. Ich schnappte mir den Transponder, hetzte über die Wiese zum Rad und machte mich auf den Weg raus in die Geest. Bereits auf dem kleinen Weg raus überholte ich die ersten Einzelstarter, vor allem deswegen, weil ich mit meinen Shimano SPD MTB Cleats viel schneller laufen und einclicken kann, als Fahrer mit normalen Rennradpedalsystemen. Aber jetzt ging es erst einmal voll gegen den Wind und ich machte mir Sorgen, dass ich die angestrebten 1:10 hr für die 40 km schaffen würde, denn ich kroch teilweise mit 32 km/h durch die Landschaft. Das war irre anstrengend und ich hatte noch mehr als 30 km vor mir.

Zumal so ein Triathlon ja total unentspannt ist, sowohl von den Teilnehmern her, als auch von den Kampfrichtern die überall herumlaufen und Disziplinarische Maßnahmen verteilen.

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Alles Verbrecher in Verdacht des Windschattenfahrens

Ich schaute also sehr, dass wenn ich andere überholte, dass ich schön Abstand hielt und auch erst lange nach dem überholen wieder rechts einscherte, was mir dann wiederum einen Anschiss von den Kampfrichtern einbrachte, ich solle doch nicht so lange links fahren. Puh, die meinten es ja wirklich ernst hier.

Zwischen Ristedt und Gessel gab es einen langgezogenen Anstieg und ich verlor noch einmal Fahrt. Einerseits. Andererseits war das auch ein Problem für viele Triathleten die eher brettflache Strecken gewöhnt sind und noch deutlich langsamer waren als ich. Ehrlich gesagt finde ich ja, dass viele von denen keine besonders gute Technik auf dem Rad haben. Letztens in Österreich wurden mir ja meine Grenzen aufgezeigt, als ich auf einem 8.000€ Cannondale Super Six Hi Mod Evo Rad hinter einem MTB Fahrer auf einem Rennrad fuhr – der nahme locker driftend eine Kurve mit Schotter, während ich mich ebenso locker in die Büsche verabschiedete. Aber hier war im Vergleich richtig gut, ich fuhr die Anstiege hoch so schnell wie es ging, bei den Abfahrten konnte ich richtig Speed machen und in den Kurven konnte ich mit einer guten Linie und schnellem Beschleunigen in der Kurve immer richtig Zeit aufholen. Allerdings war ich in Gessel dann auch richtig kaputt. Für die ersten 10 km hatte ich 17:27 min gebraucht; für die zweiten bis zum Wendepunkt 17:22 min, aber jetzt sollte noch der lange Anstieg zurück kommen und ich war wirklich kaputt.

Zum Wendepunkt führt eine lange gerade Straße die man auch wieder zurückfährt. Ca. 1 km nach dem Wendepunkt sah ich die erste Frau einer Mixedstaffel in Richtung Wendepunkt fahren. Ich wusste also dass ich 2 km Vorsprung also mehr als 3 min hatte und das musste ich jetzt unbedingt bis zum Ziel verteidigen. Dummerweise ging es jetzt einen langen Anstieg hoch nach Leerßen und teilweise fuhr ich da mit 20 bis 25 km/h hoch, das würde also vermutlich weder war mit einer guten Zeit noch mit einer Führung werden.

Als ich oben war, ging es aber nun sehr flott weiter, denn nun hatte ich den Wind im Rücken und konnte quasi kontinuierlich mit 40 km/h fahren, so dass ich für die nächsten 10 km nur 17:09 min brauchte. Das könnte also doch etwas werden. Da das Ziel ja nun recht nahe war mobilisierte ich die letzten Kräfte und viel schneller als ich gedacht hätte kam ich wieder am Silbersee an. Für die nächsten 9 km brauchte ich dann auch nur 14:42 min und dann ging mir die Strecke aus.

In der Wechselzone knallte neben mir eine Triathletin vom Rad bei dem Versuch abzusteigen. Zu diesem Zeitpunkt merkt man aber vor lauter Adrenalin nichts mehr und würde auch noch mit dem eigenen separierten Bein unterm Arm zum Wechselpunkt laufen. Dort kam ich als erster Fahrer einer Mixedstaffel an, Axel lief los und ich knallte auf den Boden. Die starke Fahrerin kam drei Minuten später an und die nächste dann noch einmal zwei Minuten danach. Die Art und Weise wie die Frauen zusammenbrachen war schon spektakulär.

Das war aber noch gar nichts gegen das was kommen sollte: Kurz danach kam eine Fahrerin mit Trikot von Urania Delmenhorst ins Ziel, schmiss sich keuchend und zuckend auf den Boden und erlebt etwas, was aussah wie ein phänomenaler Orgasmus, oder aber eine sehr, sehr schwierige Geburt. Ich hätte gerne davon Photos gemacht, muss aber gestehen, dass ich sie in diesem Moment nur fassungslos angestarrt habe.

Dann kam ein Mädel von einer Frauenstaffel rein und schrie extrem laut „Scheisse ich hab’s verkackt!“ Was war geschehen? Ein Kampfrichter hatte ihr 2 Minuten verpasst, wegen „Verdacht auf Windschattenfahren“. Boh, war die sauer, was ja gar nicht angebracht ist, denn in diesem Wettbewerb waren ohnehin nur zwei Staffeln angetreten, so dass ein Platz auf dem Podium garantiert war. Aber die konnte sich gar nicht zurückhalten oder einkriegen.

Bei der Fahrerin der Mixed Staffel die als dritte ins Ziel kam, stellte ich die Frage, ob die einen guten Läufer haben, der uns noch einholen könnte und die meinte nur: „Keine Ahnung, ich kenn‘ den Typen nicht.“ Und dann gab es noch obendrauf: „Dich hätte ich auch noch eingeholt, wenn der Honk mich nicht falsch eingewiesen hätte.“ Was war denn hier passiert? Irgendwie falsch abgebogen und musste dann wieder zurück.

Tatsächlich ist es auch so, dass ich der langsamste von den drei starken Teams war, allerdings liegen zwischen dem ersten Team und mir auch nur 16 Sekunden. Und die kam fast 5 Minuten nach mir ins Ziel, nie im Leben hätte die das geschafft. Aber wie gesagt, das war hier auch alles andere als entspannt.

Ina und ich gingen also erst einmal zur Laufstrecke und schauten Axel zu. Die Strecke über 10 km musste in drei Runden zurückgelegt werden, bereits nach der ersten hatte der Läufer des guten Teams Axel eingeholt, so dass nun klar war, dass wir auf den zweiten Platz landen würden. Axel war untröstlich: „Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! “ schrie er noch stundenlang auf dem Gelände am Silbersee herum.

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Nein, das tat er nicht, weil Axel nämlich ein sehr entspannter Typ ist. Er hat dann glaube ich auch noch „The Getz“ eingeholt, ein bekannter amerikanischer Profi-Wrestler.

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Axel bei der Jagd auf „The Getz“

Und als ich so an der Laufstrecke stand und darauf wartete, dass Axel seine nächste Runde absolvierte, fiel mir auf einmal auf, dass neben mir das perfekte, entspannte Mädchen stand.

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Nur falls sich das wirklich jemand fragen sollte: Rechts natürlich.

Für einen Moment vergaß ich Axel.

Menschen, die kurz vor dem Tod stehen, aber dann durch wundersame Weise wieder zurückkehren, berichten ja schon mal darüber, dass in einem einzigen Augenblick ihr ganzes Leben an ihnen vorbeizieht. Als ich das perfekte Mädchen sah, zog hingegen meine Zukunft in einem einigen Augenblick an mir vorbei: Das perfekte Mädchen mit „Na, so alleine hier? Ich auch“ ansprechen, schnelle Scheidung, die zickigen Kinder ins Heim stecken, gemeinsam nach Neuseeland abhauen (Hallo Holger!) und am Abend am Strand gemeinsam: „Somewhere over the rainbow“ singen.

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Leider dauerte meine Zukunft auch eben nur einen Augenblick und dann war ich wieder zurück in diesem Leben. Zweiter Platz, in jeglicher Hinsicht.

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Danke an Axel und Ina aus unserem Cyclyng Team für Organisation, entspannte Stimmung und gute Leistung. Wir sehen uns wieder auf dem City Triathlon in Bremen nächste Woche.

Ergebnisse Gesamt

Ergebnis Mixed Staffel

Strava

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Campagnolo Delta Bremsen. Wirklich alles über.

Eine umfassende Darstellung über alles, was ich über Campagnolo Delta Bremsen in den letzten fünf Jahren herausgefunden habe. Natürlich wird trotzdem etwas falsch oder nicht vollständig sein, deshalb helfe bitte mit, diesen Post noch besser zu machen. Danke.

1. 1984: Geschichte im Campagnolo Katalog

Im Katalog No. 18 von 1984 zeigt Campagnolo die Hierachie seiner Rennradgruppen auf: Ganz oben steht die Super Record (Bremse 4061/1) Gruppe, gefolgt von der (Nuovo) Record (Bremse 2040/1)Record und der Gran Sport (Bremse 117).

Aus heutiger Sicht ist das Design der Bremsen durch alle Gruppen sehr ähnlich und bestand aus einer Mittelachse mit Seitenzug (Single Pivot, Side Pull), sonst unterschieden sich nur in Details. Zwar war Campagnolo noch erste Wahl bei den Radprofis der Dekade, aber die technische Führerschaft war verloren gegange: Ehemalige japanischen Massenhersteller wie Shimano (600EXDura Ace) und Suntour (Superbe ProCyclone)  hatten zwischenzeitlich  innovativere, und qualitativ hochwertigere Gruppen erfolgreich auf den Markt gebracht.

Shimano hatte 1980 mit der 600AX (später auch Dura Ace AX und Adamas AX höher-wertige bzw. niederwertige Komponente nach dem gleichen Konzept) sogenannte „aerodynamische“ Mittelzug (Roller Cam)Bremsen vorgestellt – allerdings mit sehr bescheidenem Erfolg.

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Als Antwort darauf stellte Campagnolo auf einer Messe 1984 erste Prototypen der C-Record Delta Bremsen vor. Angeblich gibt es von diesen Prototypen nur drei Stück, eine im Besitz von Campagnolo, eine von Richard Sachs und eine andere irgendwo. Leider tauchen auf Ebay immer wieder sogenannte Prototypen auf, so dass diese Geschichte keineswegs gesichert ist (siehe Beitrag im Tour Forum).

2. 1986: Markteinführung. Rückruf.

1986 kamen die Delta Bremsen in den Verkauf, in der ersten Generation; insgesamt wurden fünf Generationen aufgelegt und verkauft. Diese erste Generation wird oft mit den Prototypen gleich gesetzt, aber wenn ich hier von der ersten Generation spreche, dann meine ich die erste Generation, die in den Verkauf gegangen ist und nicht die Prototypen, die kein Mensch kennt. Werden sogenannte „Prototypen“ irgendwo zum Verkauf angeboten sind das IMMER Deltas der ersten Generation. Oder etwas komplett anderes und somit auch komplett falsches.

 

Oben die katastrophale Entspannung

Es scheint, als wenn sehr schnell nach dem Verkaufsstart Probleme mit der Zuverlässigkeit der Bremsen auftauchten, so daß Campagnolo sich entschied diese zurückzurufen. Anscheinend war es so, dass der Entspannungsmechanismus an der Bremse abriss (zu diesem Zeitpunkt war Campagnolo noch nicht auf das Prinzip über gegangen, die Entspannung der Bremsen durch den Bremshebel auszulösen), so dass die Bremse extrem entspannt wurde und, wie wir alle wissen, eine total entspannte Bremse bremst nicht.

Der Rückruf von Campagnolo hat dazu geführt, daß heute Bremsen der 1. Generation sehr rar sind und sich auf Ebay in der Preisklasse von 1.000 bis 4.000 US$ pro Paar bewegen.

Die zeitliche Lücke bis zur Einführung der 2. Generation C-Record Delta Bremsen wurde   mit der Einführung der sogenannten „Cobalto“ Bremsenüberbrückt. Im wesentlich waren das Super Record (4061/1) Bremsen mit einem blauen Stein auf der Mittelachse. Technisch brachte das gar keinen Fortschritt und sah irgendwie sehr „girly“ aus, was dazu führte, dass heute auch Cobalto Bremsen sehr teuer sind, da sie auch nur für einen kurzen Zeitraum verkauft wurden. Eine Colbalto Bremse kann man sich recht einfach aus einer Super Record plus entsprechenden blauen Glassteinchen basteln. Nicht, dass ich das schon einmal gemacht hätte.

Die Campagnolo – Swarowski Kooperation

3. Markteinführung der 2. Generation 1987

Die Probleme der 1. Generation (bremsten nicht immer) wurden mit der 2. Generation ausgeräumt. Allerdings hatten die Delta Bremsen das (Image)problem, dass die Bremskraft geringer als bei Konkurrenzprodukten war, und sie sich auch schlecht modulieren lassen. Dazu kommt, dass sie sich konstruktionsbedingt ebenfalls schwer einbauen und einstellen lassen. Und das ist definitiv nicht nur ein Imageproblem und fängt damit an, dass man sich zunächst einmal einen 3,5 mm Imbusschlüssel zulegen muss, um auch nur den Bremszug klemmen zu können.

Ich würde zusätzlich vermuten, dass sie im Vergleich zu anderen Bremsen auch sehr teuer und aufwändig in der Herstellung waren, so dass sie entweder preislich zu teuer, oder mit Verlusten verkauft wurden.

Einige andere Hersteller brachten ähnliche Produkte auf dem Markt. Zu nennen sind hier Modolo Kronos (1983) und Weinmann Delta und Delta Pro. Keine von diesen Bremsen war erfolgreich im Markt.

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4. Das Ende 1994

Anfang der Neunziger war das Bremsenprogramm von Campagnolo veraltet. Shimano brachte 1991 die Dura Ace 7403 Bremse auf den Markt, das erste System mit sogenannten „dual pivot“ was man vielleicht als „zweiachsig“ übersetzen könnte. Suntour hatte sich zwischenzeitlich vom Markt verabschiedet, ebenso die klassischen französischen Hersteller Huret und Simplex.

Campagnolo brachte zu diesem Zeitpunkt neue Gruppen auf den Markt: Chorus, Athena, Xenon in absteigender Reihenfolge. Erst 1995 wurden mit der Record die ersten Dual Pivot Bremsen vorgestellt.

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5. Die verschiedenen Generationen der Delta Bremsen

Hier geht es im wesentlichen um die verschiedenen Merkmale und Variationen, anhand derer sich Delta Bremsen von Generation zu Generation unterscheiden. Wie üblich bei Campagnolo gibt es auch innerhalb der Generationen einige Variationen, so dass es manchmal recht schwierig ist eine Bremse genau einzuordnen.

Wenn hier von Delta Bremsen geschrieben wird, dann inkludiert dies auch die Delta Bremsen der Croce d’Aune Gruppe, die unterhalb der Super Record/Record Gruppen liegt. Diese wurde von 1987 bis 1991 verkauft.

Die Bremsen unterscheidet sich von allen anderen Delta Bremsen dadurch, daß die Rückhaltefedern der Bremsarme außerhalb des Gehäuses auf der Rückseite angeordnet sind. Zudem ist der obere Teil des Bremshüllenhalters anderes gestaltet. Croce d’Aune Bremsen werden hier nicht weiter betrachtet, da sie einfach zu identifizieren sind.

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Rückseite einer Croce d’Aune Bremse mit außenliegenden Federn. Auch die Führung oben ist anders gestaltet.

Die wesentlichen Merkmale, in denen sich die Delta-Bremsen Generationen unterscheiden sind:

Quick Release Mechanismus

Die erste Generation hatte an der Zugführung oben, wo sich die Bremshülle gegen den Bremskörper abstützt einen Mechanismus, mit dem der Bremszug entspannt werden konnte. Bei Entspannung bewegen sich die Bremsschuhe von der Felge weg das Laufrad konnte einfacher aus der Gabel genommen werden.

Von der Konstruktion her war der Quick Release allerdings sehr schwach ausgelegt, so daß die Möglichkeit bestand, dass es beim Bremsen versagte. Aus diesem Grund und weil in späteren Generationen  der Quick Release im Bremshebel eingebaut wurde (wie auch noch heute bei Campa Ergopower Hebel), gibt es diesen nicht mehr ab und inklusive der 2. Generation . Der QR Mechanismus ist daher ein eindeutiges Erkennungsmerkmal der 1. Generation.

Bremshüllenhalter

Der Bremshüllenhalter ist das Teil, das auf dem höchsten Punkt der Bremse zwischen dem Dreieckigen Hauptgehäuse und der Bremszugshülle sitzt (BR DE11 bis 14). Durch den Halter wird der Bremszug zu der Befestigung an dem inneren Hebelmechanismus geführt.

In der ersten Generation, beinhaltete der Bremszughalter den Quick Release Mechanismus. Er wurde mit einer Rädelschraube auf das Hauptgehäuse aufgeschraubt. Hier gibt es auch keinen Plastikbalg (weiß oder Schwarz), die den oberen Teil gegen Verschmutzung schützt.

In der zweiten Generation ist die Rädelschraube zur Feinjustierung der Bremszugslänge gang nach oben gewandert. Die Rädelschraube ist weiterhin in Achsenrichtung schraffiert, wie bei der ersten Generation, sie ist allerdings weniger lang. Unterhalb dieser Schraube befindet sich eine weißer Plastikbalg mit 5 Faltungen. Die untere Metallschraube läßt sich gegen die Federkraft hochschieben, so dass die Abdeckung des Hauptgehäuses unter diese Schraube geklemmt werden kann.

Bei der dritten Generation sind wird nun zum ersten Mal eine nicht gerädelte Schraube oben verwendet. Sie ist konisch (d.h. der Durchmesser wird zur Spitze hin geringer) und hat in der Mitte eine Rille in der ein schwarzer, abnehmbarer O-Ring sitzt. Der Plastikbalg unterhalb der Schraube ist weiterhin weiß und hat fünf Faltungen. Die Schraube darunter hat nun auch eine Rille in der Mitte mit einem schwarzen O-Ring. Von der Funktion her hat sich der Aufbau nicht geändert.

Zwischen der dritten und der vierten Generation gibt es keine Änderungen. Der Plastikbalg ist nach wie vor weiß.

Bei der fünften Generation gibt es ebenfalls keine Änderungen, bis auf die Tatsache, daß der Plastikbalg nun schwarz ist. Dies ist im Einklang mit den Farbwechsel von Weiß auf Schwarz bei Bremsschuhführungen und (Lenker)Bremshebelgummis zu sehen.

Gehäuseabdeckung

Die Gehäuseabdeckung wir bei der 1. Generation mittels eines Außenliegenden Clips auf dem Gehäuse befestigt. Diesen Clip gibt es nur bei der ersten Generation, bei keiner der folgenden.

Das Campagnolo Logo auf der Außenseite ist eingestanzt, also nicht graviert (mit scharfen Werkzeugen in die Oberfläche „eingeritzt“ und natürlich auch nicht mit einem Laser bearbeitet). Das Logo selber ist nicht mit Farbe ausgelegt.

Angeblich ist auch das Oerflächenfinish bei der ersten Generation„satiniert“ , also es wurde eine andere Oberflächenbeschichtung oder -bearbeitung vorgenommen, als in späteren Generationen.

Bei der zweiten Generation wird die Abdeckung unten eingeklippt und mit der Verlängerung unter den Bremzuggegenhalter gesichert, (Nase bei BR DE 02). Diese Art der Klippung bleibt bis zur 5. Generation identisch. Das Logo ist nun nicht mehr eingestanzt, sondern gedruckt.

Bei der dritten, vierten und fünften Generation ist da Logo in schwarzer Farbe auf der Abdeckung gedruckt. Es gibt eine ganze Anzahl von Anfertigungen der Abdeckung für Räder italienischer Hersteller (Colnago, Chesini, Pinarello etc.) bei denen die Abdeckung nachträglich bearbeitet wurde, um das Logo des Herstellers aufzunehmen.

 

 

Die grundsätzliche Befestigung des Gehäuses am Bremskörper ist zwischen der 2. und der 5. Generation  identisch.

Ganz wichtig und auch selten ist eine weitere Variante, und zwar das „Grafite Finish“ was bei  der Croce D’Aune Bremse 1991 angeboten wurde, bei anderen Delta-gruppen habe ich das bislang noch nicht gesehen. Dabei handelt es sich lediglich um eine andere Farbe und Behandlung der Oberfläche, technisch hat sich sonst nichts verändert.

Bei den anderen Delta Bremsen gab es die hingegen die Variante Century Finish.

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Hier im Vergleich, normale Deltas im Silbrigen Finish mit den wesentlich dunkleren Century Finish Deltas.

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Aufgrund der weiteren Merkmale würde ich diese der fünften und letzten Generation zuordnen.

Gelenkmechanismus

Der innere Gelenkmechanismus ist wohl das signifikanteste Merkmal und die Änderung mit dem größten Einfluß auf die Funktionalität in der Geschichte der Campagnolo Delta Bremsen. Von der Konstruktion her haben die ersten drei Generationen einen Mechanismus mit drei Gelenken (und einem Fixpunkt) sowie vier Hebeln. Die Explosionszeichnung weiter oben zeigt eine Dreigelenksversion.  Die vierte und fünfte Generation hingegen besitzen fünf Gelenke (und einen Fixpunkt) mit vier Hebeln. Diese Modifikation sollte dazu führen die Bremskraft und Modulation der Bremse durch ein verbessertes Hebelverhältnis zu optimieren.

… und hier eine Fünfgelenk Generation-

Zwischen der 1. und der 2. Generation gibt es weitere Verbesserung in der Konstruktion, die sich aus dem Versagen und Rückruf der 1. Generationsbremsen ergaben. So wurde das die Feststellschraube für den Bremszug verstärkt und  das Innenleben der Bremse aus rostfreiem Stahl gefertigt.

Farbe und Größe der Bremsschuhe und Halter

Bei den Bremsschuhen und -haltern gab es ebenfalls Veränderungen über die Generationen. Die Bremsgummis der ersten Generation sind noch in weißer Farbe und deutlich kleiner als die späterer Generationen.

Die Bremsgummis wurde in Fahrtrichtung in die hinten offenen Bremsschuhe „gesteckt“ und sind nicht durch Schrauben gesichert. Die Bremsführungen sind mit weißen Plastikhüllen verkleidet.

Ab der zweiten Generation werden größere, schwarze Bremsgummis verwendet. Diese werden mittels zweier Madenschrauben gegen ein Herausrutschen gesichert. Bis zur vierten Generation bleiben die Plastikhüllen der Führungen weiß, danach wurden diese gleichermaßen wie andere Einzelteile in der fünften Generation schwarz.

Das alles lässt sich nun in dieser Fototabelle zusammenfassen: In den Spalten sind von links nach rechts die fünf Generationen der Deltabremsen angeordnet und in den vier Zeilen finden sich die wichtigsten Merkmale der Unterscheidung zwischen den Typen. Das Gleichheitszeichen bedeutet, dass ich zwischen den Generationen nichts verändert hat.

Die vier Merkmale, mit deren Hilfe man jede Bremse eindeutig zuordnen kann sind von oben nach unten:

  • Quick Release Mechanismus
  • Bremshüllenhalter
  • Gehäuseabdeckung und
  • Gelenkmechanismus.

Daneben gibt es auch noch weitere, kleinere Merkmale wie z.B. Art und Farbe der Bremsschuhe, die aber eben auch einfacher geändert werden können, so dass Manipulationen nicht auszuschließen sind. Diese werden irgendwann einmal, wenn ich viel Zeit habe, also vielleicht in der Rente, mal hier zugefügt werden.

 

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Gustave Flaubert (1821 – 1880)

a) Gustave Flaubert war ein bekannter französischer Bahnradfahren aus Rouen, der das erste Radrennen der Welt am 31. Mai 1868 im Parc de Saint-Cloud, von Paris gewann.

b) Gustave Flaubert ist ein französischer Schriftsteller, mit dessen Roman „Madame Bovary“ Schüler im Frz. LK gequält werden. Später an der Uni liest man dann „Die Erziehung der Gefühle“ oder „Ein schlichtes Herz“ an der Uni.

c) Ist die Titelfigur des Romans „Flaubert’s Papagei“ von Julian Barnes.

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„Soyez réglé dans votre vie et ordinaire comme un bourgeois, afin d’être violent et original dans vos œuvres.“

„Sei ordentlich und gewöhnlich in deinem Leben, um wild und orginell in deinem Werk zu sein.“

(1876)

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„Dumm, egoistisch und gesund zu sein sind die Grundvoraussetzungen des Glücks. Obwohl, wenn die Dummheit fehlt ist alles verloren.“

(1846)

Alles richtig, bis auf a). Flaubert eignet sich in hervorragenderweise zum zitieren.

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It’s a Trek’s Trek’s World. Ulm.

Nach Cannondale in Österreich ging es am letzten Wochenende zu Trek’s World nach Ulm um die neuen Räder für 2018 zu sehen und zu fahren. 

Trek hatte ganz schön aufgefahren, um seine Produkte zu präsentieren und seine Händler und Kunden in Ekstase zu versetzen: Eine große Halle mit vielen Rädern, Testräder en masse, Essen Mittags, Abends und Nachts ohne Ende; Alkohol floss in Strömen und ich kam mit einem T-Shirt, einem 8 GB USB Stick und sogar einer Kaffeetasse nach Hause. Die haben jetzt wirklich meine Seele gekauft. Rock’n’Roll Baby. Zunächst einmal aber die Musik zum Event:

Sowohl Trek als auch Cannondale haben sowohl ein großes Rennrad, als auch ein großes MTB Programm. Die anwesenden Händler kann man daher auch recht einfach in zwei Gruppen teilen: Ältere, schlanke Menchen und jüngere Typen mit Bart und riesigen Schirmmützen. Die ersteren verkaufen Rennräder, die letzteren Mountainbikes. So, nun zu den Rädern, wobei ich mich auf die konzentrieren möchte von denen ich vorgebe Ahnung zu haben: Rennräder und ein paar Exoten. Wobei man zunächst einmal, wie Niklas Luhmann, auch Trek verstehen muss:

Trek verstehen

Was bei Shimano Dura Ace, Ultegra und 105 heisst, ist bei Rennrädern und Trek Madone, Emonda und Domane, Na ja, nicht ganz. Das Madone ist das top-of-the-line Rennrad, und geht in Richtung Aero-Rennrad. Das Emonda ist eher das klassische Rennrad; während das Domane (sprich Domani) die Komfortrennradreihe ist, aus denen auch Gravelbikes gebaut werden, ähnlich wie das Synapse bei Cannondale von der Idee her.

Madone

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Später mehr zum Madone, da ich die Möglichkeit hatte dieses Rad probezufahren. Nicht nur das, ich durfte es sogar mit auf mein Hotelzimmer nehmen und konnte es beim einschlafen anstarren. Das Madone muss man vom Design her mögen, auf mich wirkt es sehr massiv mit einem Unterrohr, das ist etwa  so groß wie der Tank eines Vespa Ciao Mofas. Die Dinger standen ja in den Siebzigern zuhauf auf den Schulhöfen Deutschlands.

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Trek Madone V1.0

Dazu kommt dieser extrem massive Lenker, auf den man eine Kaffeetasse mit Untersetzer absetzen kann. Genoppt wäre das Ding perfekt, dann würde der Kaffee auch im Wiegetritt darauf stehen bleiben. Statt einem Kaffee tut es übrigens auch eine Triathlontrinksystem für Einjährige von Nuki.

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Madone Nuki One.

Trotzdem, und da gibt es kein Vertun, ist das natürlich kein schlechtes Rad; mir geht es hier nur um das Design, nicht wie das Ding fährt. Grundsätzlich ist ein Madone, ähnlich wie eine Dura Ace Grupp unvernünftig teuer, aber 2018 wird es mit dem Madone 9.0 eine relativ preisgünstige Version für € 4.000 geben, die mit der neuen Ultegra ausgestattet sein wird. Gut finde ich, das Trek dieses Madone in vier verschiedenen Farbvarianten anbieten wird.

Emonda

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Das Angebot beim Emonda ist sehr groß: Carbonrahmen, noch besserer Carbonrahmen, Alurahmen, Felegenbremse, Scheibenbremse, Frauenspezifisch….teuer, nicht so teuer; ich denke, dass Trek mit dem Emonda versucht, den Rennradmarkt möglichst breit abzudecken. Da sollte für jeden etwas dabei sein. Ein Emonda kann ebenso teuer wie ein Madone werden und ist nie ganz billig.

Domane

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Beim Domane verhält es sich ähnlich, Trek offeriert ein sehr breites Angebot von Carbon und Alurahmen etc. Es gibt verschiedene Varianten als Gravel- und als Einsteigerrennrad bis zu dem Niveau Sora und sogar Claris.

Ein technisch wichtiger Punkt beim Domane ist die Aufhängung der Sattelstütze im Rahmen. Im Foto kann man das sehr gut sehen, die Sattelstütze kann sehr stark flexen und bietet somit viel Komfort. Ein ähnliches System gibt es auch im Steuerrohr bei den hochpreisigen Varianten. Bei den ganz teuren Rahmen kann man sogar individuell den Flex der Stütze anpassen.

Das ist alles sehr nett gemacht und mit vielen schönen Details; im gesamten fehlt mir aber sowohl beim Emondo, als auch beim Domane die Individualität oder das Außergewöhnliche, was das Madone mit Sicherheit hat.

Exoten

Wie gesagt, es gab ja alle möglichen Räder in allen möglichen Formen, nicht nur von Trek, sondern auch von den Nebenmarken Diamant und Electra. Ein Rad von Trek hat mir allerdings noch sehr gut gefallen, und zwar das Zektor 3. Ich finde das ist ein richtiges Vernunftsrad für alles andere als schnell mit dem Rennrad zu fahren:

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Vernunft

Auffällige Lackierung; Sora Gruppe mit hydraulischen Scheibenbremsen, alles sehr filigran gehalten, insbesondere die Gabel vorne und dazu jede Menge Ösen für Schutzbleche und Gepäckträger und 32er Reifen – das könnte ich mir gut als Winterschlampe vorstellen. Oder eher als Winterprinzession und mit € 850 ist das ganze auch nicht viel teurer, als wenn man sich aus einem alten Rennrad etwas ähnliches selber baut.

Trek gibt sich im Gegensatz zu anderen Herstellern, sehr viel Mühe eine ordentliche und originelle Lackierung an seine Rahmen zu bringen. Manchmal ist das allerdings auch zu viel des guten:

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Wenn Lackierer heimlich bei der Arbeit eine Tüte raucht.

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Erinnerte mich an einen Tequila Sunrise Cocktail aus diesem Film.

1706 Trek Paint

Komplett lila glitzerndes MTB für Mädels

 

Na ja, das kann man ja für mehr Geld mit der Trek Project One Serie selber vielleicht auch besser machen.

Am Nachmittag konnte ich mich auf ein Madone mit Ultegra Di2 schwingen und die Donau lang fahren.

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An der blauen Donau

Unterwegs kam ich an dem Freimarkt vorbei, der bereits in vollem Schwung war. Das Madone passt sehr gut zu dem Polypen dort.

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Dann ging es weiter an der Donau und schliesslich mal so richtig den Berg hoch. Und dann ganz schnell wieder runter. Das Madone hat das alles ordentlich mitgemacht, schnell beschleunigt, es lag stabil in den Kurven und bettelte nach mehr Watt, die ich nicht habe. Nachteilig fand ich die Bremswirkung der Felgenbremse auf den Carbonflanken.

Das ist kein Trek-spezifisches Problem, denn ich bin noch nie Carbonräder gefahren, die sich beim bremsen gut modulieren lassen. Das zieht bereits im trockenen ungleichmässig und im Nassen: Schwamm drüber und noch nässer machen, da bremsen die Dinger zunächst gar nicht und dann extrem brutal. Kurz, im Regen würde ich mit Carbonfelge und Felgenbremse ungern schnell in einer Gruppe mit unbekannten Menschen fahren – vor allem dann, wenn einige von denen Scheibenbremsen haben und bereits stehen, wenn ich hinter ihnen anfange zu bremsen. Immer wieder liest man, das der eine oder andere Hersteller dieses Problem nun in den Griff bekommen hat, aber das stimmt nur insofern, als dass die Bremsleistung 0,7% besser ist als vorher.

Carbon-Hochprofilfelgen mit Scheibenbremsen hingegen würde ich richtig gut finden.

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Neonfarben gab es auch schon früher.

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In Ulm am Münster. Mit Erschrecken musste ich feststellen, dass der Turm keinen Barriere-freien Zugang hat. Unverschämtheit.

Fazit: Das Madone ist ein Rad zum ballern; vor allem dann wenn wie in Bremen, bremsen nicht wirklich notwendig ist.

Ich möchte noch mal kurz hier schreiben, dass ich hier kein Geld von Trek bekommen und auch keine Werbung für die machen möchte. Na gut, ich habe ein T-Shirt, einen Daten USB Stick und eine Kaffeetasse bekommen. Aber dafür gibt es auch keine netten Worte. Wäre mir auch unverständlich wenn mir jemand vorwerfen würde hier für Trek Werbung zu machen, wo ich gerade noch schrieb, dass deren Räder so aussehen wie eine Vespa Ciao.

In der nächsten Zeit stehen noch die Herstellermessen bei Giant und Derby (u.a. Focus) auf dem Plan und Ende August geht es dann runter für zwei Tage auf die Eurobike in Friedrichhafen. Da sollten noch ein paar Kaffeetassen drin sein.

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OBKM Rennen Vier. Platz Eins.

Während irgendwo in Frankreich sich die Profis die Lunge aus dem Leib fahren und deutsche Hoffnungen eben diese gerade begraben, fand in Bremen der 4. Lauf der Offenen Bremer Kriteriumsmeisterschaft teil, bei dem sich junge Talente auf die Tor vorbereiten können.

Mit der deutschen Hoffnung meine ich Emanuel Buchmann, der aus unerfindlichen Gründen bei der ARD als Tour-Favorit gehandelt wird und vermutlich selber am meisten erstaunt ist, dass er regelmäßig nach dem Rennen interviewt wird.

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Yeah – und auf zum Sachsenring!

Mit jungen Talenten meine ich die vier Fahrer, die sich gestern auf dem legendären Sachsenring in Heilshorn einfanden, um wie jeden Monat im Sommer unter sich den besten und härtesten Seniorenfahrer (bzw. die härteste Frau) im fairen Kampf herauszufinden. Doch alles in der Reihe nach.

Ich fahre ja echt gerne Rad – aber nie die ersten zehn Kilometer. Bis ich mich umgezogen habe, auf die Kiste geschwungen und dann vor mich hin eiere, das kostet jedesmal so viel Willen und Durchhaltevermögen – vor allem nach einem langen Tag an der Hochschule, wo man so ziemlich das Gegenteil von Radfahren macht. Und zwar versucht Studis Spaß und Abenteuer am Hedging von Fremdwährungsrisiken beizubringen. „Im Gegensatz zum Surrealismus der Grundmetapher. Bäh, der Tod ist noch zu gut für sie.“

Ich war spät dran und von Westen zogen zudem auch noch Unwetter Richtung Bremen. Letztens, am 22. Juni gab es ja die selbe Situation als ich gerade Frau und Tochter zum Flughafen nach Hamburg fuhr, damit sie die Sommerferien in Japan verbringen konnten. Meine Frau hörte die Nachrichten im Auto und meinte „Fahr schneller, da ist bereits ein Hurricane in Scheeßel„. Ja, ja, und da im Norden brennen bereits die Deiche.

Am Haus am Walde traf ist Thomas V2 auf dem falschen Rad, aber ich musste mich beeilen, um noch rechtzeitig zu kommen. Und ich kam wirklich auf den letzten Drücker. Tim und Caro hatten sich heute heimlich zu einem Date in Zivil verabredet; zuerst habe ich die beiden nicht erkannt da sie sich extra auffällig in neon-gelb und rot verkleidet hatten. Aber dann sah ich das Canondäl Mars Hi Mod Schrott Evo Six Rad von Caro, auch kurz „Schrotti“ genannt.

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A girl and her machine – Schrotti.

Ein Rad das immer noch bei weitem nicht so alt ist, wie die Teilnehmer die heute im Rennen fuhren. Leider sollte das auch das einzige Bild bleiben, was ich an diesem Tag machte, ich muss mich also aus dem reichhaltigen Fundus des www bedienen, um die Eindrücke einigermaßen korrekt wiederzugeben.

Am Start waren heute die üblichen Verdächtigen die immer fahren: Wolfgang, der im Regelfall gewinnt; Kai, mit dem ich immer um Platz vier kämpfe; Marc, der … äh … mitfährt und ich.

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Start: Kai, Wolfgang, Marc und ich (v.l.n.r.)

Wegen des bevorstehenden Regens wurde das Rennen von 25 auf 20 Runden verkürzt. Aber es gab die gleiche Anzahl von Punktwertungen, nämlich fünf, also alle vier Runden.

Da vorne im Wind nicht mehr so oft gewechselt wird war klar, dass das Tempo heute ein wenig langsamer werden würde, zumal das Wetter auch recht drückend war. Wolfgang versuchte es bei der ersten Sprintwertung erfolgreich mit einem Ausreißversuch auf der Gegengerade. Ich versuchte hinterher zu powern, kam aber nicht mehr in seinen Windschatten. Kai jedoch kam in meinem und überholte mich kurz vor dem Ziel, also nur ein dritter Platz. Marc habe ich seitdem nicht mehr gesehen – bis zum Ende des Rennens, also ging es zu dritt weiter, was noch einmal anstrengender werden sollte.

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Der erste Print (also so in etwa)

Die Erholungsphasen sind ja dann auch kürzer, da wir ja nur vier Runden zwischen den Sprints hatten und ja auch noch dazu oft Führungsarbeit machen mussten. So kamen wir relativ langsam auf die Gegengerade in der letzten Runde und ich befand mich vorne, was immer eine ungünstige Position ist, da man von dort nicht sehen kann, ob einer der Hintermänner den Sprint anzieht. Ich entschloss mich relativ früh den Sprint selber zu beginnen, um nicht überrascht zu werden. Das klappte auch gut, ich kam als erster durch die Kurve auf die Zielgerade und konnte meinen Vorsprung bis zur Linie halten.

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2. Sprint, gefühlt etwa so.

Im sechsten Punkterennen, an denen ich bislang teilgenommen habe, war das das erste Mal, dass ich einen Sprint gewonnen hatte. Es war auch da erste Mal in 22 Sprints, dass ich Wolfgang schlagen konnte. Das lief also heute ganz gut.

Natürlich klappt da nicht immer. Beim dritten Sprint war ich auf der Gegengerade relativ lange vorne und machte innen auf. In der Kurve zogen Kai und Wolfgang an mir vorbei und ich war zu langsam, um an ihnen dranzubleiben. Zwar machte ich auf der Zielgeraden noch jede Menge Meter gut und am Ende war es knapp, aber es blieb wieder nur der dritte Platz.

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Der dritte Sprint: Knapp für alle.

So langsam wurde es eng. Es blieben jetzt noch zwei Sprints, der vorletzte in der Runde 16 und der letzte, der doppelt gewertet wird, in der 20. und letzten Runde. Zumindest hatte ich jetzt jede Menge Selbstvertrauen, da ich wusste, dass ich jeden schlagen konnte.

Ich habe keine Erinnerung mehr, was da genau passiert ist, aber es gelang mir den vierten Sprint wieder zu gewinnen. Das sah jetzt sehr gut aus, wenn ich den letzten Sprint auch noch für mich entscheiden könnte, dann hätte ich auch das Rennen gewonnen.

Mittlerweile fuhren wir echt langsam. Während das Durchschnittstempo sonst so zwischen 38 und 40 km/h liegt, waren wir jetzt bei 35 oder so. In der letzten Runde zog Wolfgang ähnlich wie in der ersten Runde den Sprint sehr früh auf der Gegengerade an, vielleicht 350 Meter vor dem Ziel. Ich war aber vorne, konnte relativ schnell reagieren und mir gelang es mich an ihn zu hängen, während Kai hinter mir erst einmal abreißen lassen musste. Durch die letzte Kurve kam ich auch sehr gut und konnte früh anfangen wieder zu treten so dass ich nicht viel Geschwindigkeit verlor und auf den letzten Meter dann Wolfgang überholen konnte. Wieder Erster. Nicht schlecht. Gesamt Erster. Noch besser.

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Zielfoto des Rennens – letzter Sprint mit Händen und Füssen

Irgendwie auch ungewöhnlich, denn in der letzten Zeit bin ich eher weniger Rad gefahren und fühlte mich nicht besonders fit. Aber um das mal hirstorisch richtig einzuordnen: Das war das erste Mal überhaupt in meiner Rennsportkarriere, dass ich ein Rennen gewonnen hatte. OK, da waren auch nur vier Teilnehmer, einerseits. Aber andererseits hat das auch fast 12 Jahre gedauert. Das erste Radrennen an dem ich jemals teilnahm war der Bike-Navi Grand Prix in Ashigara, Japan im November 2005.  Wie man auf dem nächsten Foto erkennen kann, war ich schon damals der Profi, der ich all die Jahre geblieben bin.

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Meine unglaubliche Leistungsstärke brachte die zuschauenden Frauen am Streckenrand fast um ihren Verstand.

Ich hatte nicht so viel Ahnung von Rennen und ich hatte auch gar keine Ahnung, dass das keine gute Idee ist ohne Peloton alleine in der Gegend rumzueiern. Letzter bin ich da zwar nicht geworden, aber großartig war es sicher auch nicht. Ich kaufte mir dann ein neues Rad (das macht man immer so, wenn es nicht klappt) und drei Jahre später war ich japanischer Meister in der D Klasse des JCRC (Japan Racing Cycling Club Association).

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Das klingt toll, aber ich glaube meine beste Platzierung in einem Rennen war da vielleicht ein 10. Platz. Die Meisterschaft schafft man vor allem durch viele Rennteilnahmen, nicht unbedingt nur durch gute Platzierungen.

Und in Deutschland kann man ja bei den Jedermannrennen nichts gewinnen. Beim Velothon in Berlin wurde ich einmal 21. in meiner Altersklasse (das war dieser Velothon der total verregnet war vor drei, vier Jahren) und das fand ich super. Dieses Jahr war ich 51. Gähn. Erster werden ist halt doch besser.

Nach uns starteten dann direkt die „Jedermänner“. Dieses Renn ist auch wegen der großen Teilnehmerzahl und deren Leistungsstärke deutlich schneller als unser Seniorending. Wie gesagt, es drohten Unwetter und ich machte mich auf den Weg, um schnell nach Hause zu kommen. Dort erzählte ich dann jedem in meiner Familie von meinem ersten Platz. So Opamässig – am Ende waren alle etwas genervt, aber ich war irgendwie … glücklich.

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31 Stunden Bahn. 50 km Radfahren.

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Ende letzten Monats habe ich meinen Job als „Professor“ an einer privaten Hochschule in Bremen aufgegeben und arbeite seitdem, für ein paar Monate, als …hm… „Junior Mechaniker“  im Radladen Wiegetritt in Lilienthal. Am Wochenende konnte ich mit Matthias, dem Besitzer, nach Österreich fahren um die neuen Cannondale Räder für 2018 zu testen.

Cannondale organisierte in Brand, südlich des Bodensees, ein Summer Camp für ihre Händler. Neben einer Ausstellung mit dem gesamten Angebot für 2018 gab es Produktschulungen und die Möglichkeit etwa 60 verschiedene Räder auf der Straße oder im Bikepark zu testen. Doch zunächst muss man da erst einmal hin.

Darf ich mal wieder das hohe Lied auf die Deutsche Bahn singen? Wenn alles gut gelaufen wäre, hätte ich in zehn Stunden in Österreich sein können. Tja, allerdings hatte mein Zug nach Stuttgart Verspätung, so dass ich nicht mehr den Anschluss nach Lindau bekam. Und von dort aus den letzten Zug nach Bludenz verpasste. Konsequenz: Ungeplante teure Übernachtung in Friedrichshafen und weiter am nächsten Morgen. Insgesamt 21 Stunden unterwegs für 830 km. Ein Sparangebot der Deutschen Bahn. Man spart wirklich alles: Spaß, Freizeit, Abenteuer, Gelassenheit, nur kein Geld.

Im Brandner Tal regnete es, das Wetter erinnerte mich an Bremen: Kalt, Nieselregen, windig und graue Wolken in den Bergen in Österreich. Kalt, Nieselregen, windig und graue Wolken in Bremen. Also erst einmal in die Ausstellung und Räder anschauen.

Das ist hier ja keine Werbeseite für Cannondale und soll auch nicht den vollen Umfang von deren Programm darstellen, das ja sehr, sehr breit ist. Stattdessen möchte ich lieber einige Räder zeigen, die meiner Ansicht nach gut aussehen und/oder technisch interessant waren.

Die Crosser

SuperX Force 1 SE. Carbon Rahmen mit einfacher, 11 Speed Force Gruppe. Sah farblich sehr gut aus. Schaut man beim fahren runter Richtung Tretlager, sieht das Oberrohr mächtig breit aus.

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SuperX Force 1.

Sehr ähnlich, andere Lackierung.

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Die Vernunft

Synapse Disc 105 SE

Alurahmen mit 105er Ausstattung und hyd. Scheibenbremsen. Soweit, so normal. Aber auch Aufnahmen für Schutzbleche hinten und vorne sowie einen Gepäckträger. Das Rad für das tägliche schlechte Wetter und den Weg zur Arbeit, wenn….

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….es doch nur diese Farbe hätte.

SYNAPSE CARBON DISC APEX 1 SE

Erinnerte mich in der Farbgebung stark an Canyon. Ein sehr guter Rahmen (siehe Fahrbericht weiter unten), wie gemacht für eine Campa Chorus mit Scheibenbremse.

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Am Nachmittag regnete es immer noch, aber egal, Lisa und ich machten uns auf , um Rad zu fahren. Wir bekamen ein Synapse H-Mod Disc Red eTap. Das Synapse ist das „Komfort Rad“ von Cannondale; die Hi Mod Version verwendet leichtere Carbonfaser und ist an dem Loch über dem Tretlager erkennbar.

Wir fuhren am Bike Park erst einmal um die Hügel, bevor wir uns auf die Abfahrt nach Bürs wagten. Ich war sehr angetan von der Leistung der hyd. Scheibenbremsen im Regen die im Regenwetter und im Gegensatz zu Felgenbremsen, direkt anfangen zu bremsen. Außerdem lassen sie sich auch besser modulieren als Felgenbremsen; ich war nur sehr unsicher wann die blockieren würden. Und deshalb fuhr ich da sehr langsam und vorsichtig den Berg runter.

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Hinter Bürs fuhren wir die alte Poststrasse auf der anderen Seite des Tales zurück nach Brand. Das Synapse fuhr sich sehr leicht, vor allem in Kombination mit der Kompaktkurbel vorne und der 11/32 Kassette hinten. Die eTap finde ich vorne super: Es ist viel einfacher und zuverlässiger vorne das Kettenblatt zu wechseln. Am Schaltwerk fehlt mir die Rückmeldung der Campa Schaltung. Ich möchte den Wechsel irgendwie mehr spüren, bei Campa gibt es da einen Ruck und richtig Krach.

Aber natürlich ist das ein sehr schönes Rad, keine Frage.

Strava

Am zweiten Tag morgens hatte ich noch Zeit ein Super Six Evo Hi Mod (ohne Loch) mit Ultegra Di2 zu fahren. Ich wollte wissen, wie sich die Rahmen vom Fahrgefühl her unterscheiden, also ein Komfortrahmen, wie der Synapse, im Vergleich zu einem Rennrahmen wie dem Super Six Evo. IMG_1058

Zusammen mit Tobi aus Singen bin ich dann, diesmal bei trockener Strasse, die Abfahrt nach Bürs und wieder die alte Poststrasse nach Brand gefahren. Ich fand das deutlich schwieriger als mit dem Synapse. Das liegt aber vermutlich nicht am Rahmen, sondern an der Kombination von 52/36 vorne und 11/28 hinten. Komfortabel ist das Super Six Evo aus, ich sehe da nicht viel Unterschied um Synapse, auch von der Sitzposition her.

Strava

Fazit: Scheibenbremse super, elektrische Schaltung eher nicht, aber wenn dann die eTap, die mir vor allem von der Bedienung deutlich besser gefallen hat als die Ultegra Di2. Synapse und Super Six Evo, sehr stabile Rahmen, die ich gerne noch etwas länger ausgetestet hätte. Kaum Unterschiede im Fahr- und Sitzverhalten.

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Dann, gleich im Anschluss wieder mit der deutschen Bahn zurück nach Bremen. Noch einmal zehn Stunden Fahrt, bei denen es zum Glück auch bleibt. In Hannover bietet die Deutsche Bahn ein umfangreiches Sportprogramm an: Ein ICE aus Berlin wird dort geteilt, die eine Hälfte geht nach Köln, die andere nach Hamburg. Nur leider ist der Zug nach HH nicht vorne, sondern ausnahmsweise mal hinten und der nach Köln nun vorne statt hinten. Massen von Menschen sprinten von vorne nach hinten, in der Mitte kommen ihnen die anderen Reisenden im Sprint entgegen, die von hinten nach vorne wollen. Kinderwagen kollidieren mit Koffern, Kinder schreien und Männer motzen. Medaillen werden heute nicht verliehen.

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