Monatsarchiv: November 2014

Wümme. Hillibillies. Gleich Wümmbillies.

Der Zeh schaut unter der Decke hervor und prüft die Zimmertemperatur. Weiterschlafen. Die Terrassentür geht auf, ein Kopf lug hervor und schaut auf das Außenthermometer: Null Grad. Raus auf’s Rad.

Der Winter ist eine Entscheidungsqual. Am Wochenende aufstehen oder nicht aufstehen, Radfahren oder nicht Radfahren, zwei oder drei Lagen Textilien auf dem Körper….bis man das alles entschieden hat ist es schon fast wieder dunkel. Und dann muss man auch noch alles anziehen und dies und das mitnehmen. Ich freue mich daher schon auf dem Sommer wenn ich quasi nackt zum Unisee fahren kann. Genau, nackt auf dem Rad nur mit Sonnenbrille und Oberlippenbärtchen.

Als ich endlich draußen war, erheblich verzögert durch den Anspruch meiner Tochter den Unterschied zwischen „cadeau“ und „gateau“ zu verstehen, fing es schon an zu dämmern. Ich wollte nur kurz am Unisee vorbei und dann durch das Blockland zum Wümmedeich und wieder zurück. Am Unisee, so hatte ich letztens entdeckt, gibt es ein Strava Segment, dessen Herr KOM ich werden könnte und das wollte ich ausprobieren, von mir aus auch auf dem lahmen Panasonic. Das hat dann zwar nicht ganz geklappt, war aber trotzdem OK. Im Panasonic Normaltempo ging es dann weiter durch das Blockland. Ich mag die Gegend dort, weil die dort zu feucht und vermoddert ist und mich an Dinge erinnert wie die Erverglades

oder Sümpfe in Louisiana:

oder, um gleich auf den Kern der Sache zu kommen:

Genau, Down by law.

An der Nebenwümme reihen sich die Kleingärten auf und man kann sich leicht vorstellen, dass hier die Wümmbillies ihr zuhause haben.

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Die Nebenwümme, Heimat der Wümmbillies.

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Bike leaning against almost nothing.

Man kann auf der Süd- oder auf der Nordseite der Nebenwümme fahren, das letzte Stück dann nur noch im Süden. Die Südseite ist ohnehin, nach mehreren Versuchen bestätigt, die schönere. Ruckzuck war ich dann an der Wümme und ich hätte jetzt einfach rechts abbiegen und nach Hause fahren können. Wollte ich aber nicht, ich hatte mich gerade an die Kälte gewöhnt und war gut drauf, also überlegte ich mir auf der anderen Wümmeseite nach Hause zu radeln, dem Blockland Roubaix. Aber als ich dort ankam dachte ich mir, na ja, kannst ja auch gleich weiter bis nach Worpswede (Warp! Wede!). Nun war es richtig dunkel und auch richtig feucht. Die Axa Lampe leuchtet zwar ganz prima, aber die Blendung durch entgegenkommende Autos plus jede Menge Wassertropfen auf der Brille dient nicht der Orientierung nach vorne.

Nach Warp! Wede! wollte ich dann ein paar neue Straßen ausprobieren und machte mich von Warp! Hausen! auf nach Frankenburg. Mittlerweile waren meine Füsse Eisklumpen und ich bedauerte meine lustigen und spontanen Ideen. Übrigens, so neben bei als Tip: wenn man neue Straßen erkunden will macht das viel mehr Sinn im Hellen als im Dunkeln. Denn sonst weiß man am Ende genauso viel wie vorher weil man nichts gesehen hat.

Alles in allem bin ich aber recht froh heute wieder auf’s Rad gestiegen zu sein und wenn es nur der Härtung für den Winter gedient haben mag.

 

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Bye, bye bad boy.

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Heute morgen war Ski- und Rennradflohfarkt in den Hallen bei 1860 Bremen. Ich wollte mein Dancelli Rennrad verkaufen (ist noch da) und ein wenig Kleinkram. Ich war überrascht, dass um 9;30 Uhr, als die Türen aufmachten, bereits 20 – 30 Menschen vor den Türen warteten, um die Schnäppchen des Tages zu machen. Bilanz für mich: Ein verkaufter Schraubkranz für 10€, macht genau 5€ pro Stunde – ich wünschte es gäbe einen Mindestlohn.

Dafür gab es ein paar nette Gespräche und Treffen. Andreas war da, Jessica und Harald, Jan und seine Freundin und gegenüber von mir standen Lars und Martina und verkauften ein Zehntel ihrer Rennradschuhsammlung (ca. 20 Paare). Lars, mit dem ich seit drei Tagen „fb-befreundet“ bin hatte mich nicht erkannt, ich ihn nicht ebenfalls nicht, denn ohne Helm und Sonnenbrille hatten wir uns noch nie gesehen. Lustigerweise gab es noch ein paar andere fb-Freunde die mich nicht erkannten. Muss am neuen Bart liegen.

Da es ohnehin nächste Woche nach Mallorca geht hatte ich heute nicht das immense Verlangen in der Kälte zu fahren.

Stattdessen schraubte ich hier und da und brachte mein Cannondale Bad Boy zu seinem neuen Besitzer. Damit ist die Anzahl der Räder in der Garage (Area 51) wieder fast auf Normalpegel. Also ich weiß nicht, was andere Menschen als normal empfinden, aber drei Rennräder (Carbon, Moderner Stahl und alter Stahl), zwei Fixies (eins für die Stadt und eins für das Land) und ein Schlechtwetterrad sind ja wirklich nicht zu viel an Besitz. Ach ja, und dann noch ein Rad zum Pendeln, dass an der Uni steht und ein Bahnrad, dass im Wohnzimmer hängt. Ach ja, und die beiden Rädern, die bei meinen Eltern stehen, hatte ich noch vergessen. Und natürlich die drei Räder von Frau, Tochter und Sohn. Also normal. wenn ich mich hier jetzt nicht noch ein Klapprad gekauft hätte. Und wie gesagt, das Dancelli muss noch weg. Also, eigentlich normal.

Das Bad Boy bin ich in den letzten fünf Jahren vielleicht zehn Mal gefahren, aber trotzdem tut es mir leid, dass es geht. Ich hatte es vor fast  zehn Jahren in Deutschland gekauft und nach Japan mitgenommen. Dort bin ich auch nicht viel damit gefahren, denn meinen Domäne ist doch das Rennrad. Trotzdem gab es einige legendäre Touren mit dem Bad Boy. Einmal habe ich mich damit auf der Abfahrt vom Yabitsu Pass richtig auf die Fresse gelegt. Und ganz legendär ist eine Tour mit Ludwig über Schotterstrassen von Road 76 zur Doshi Michi bei der ich dummerweise auf dem Bad Boy in einen Steinschlag geriet und nur knapp überlebte.

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Das Bad Boy war das älteste Rad in meinem Besitz und das letzte aus Japan. Viel Glück, böser Junge.

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Ich will nicht …. werden

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Herbst. Fixie. See.

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Herbst und Winter ist Fixie Zeit.

Diesen Sommer bin ich kaum Fixie gefahren, für den Weg zur Arbeit hatte ich mein Umberto Dei, für größere Touren gab es eine Anzahl schöner, schneller und passabler Rennräder in der Garage und für das schlechte Wetter habe ich nun ein Panasonic. Wenn der Winter kommt fahren ich dann gerne wieder Fixie. Das ist technisch anspruchsvoller, man kann sich einbilden, dass es ein gutes Training ist und auch kürzere Touren werden anstrengender, man kann also kürzer draußen in der der Kälte bleiben. Bei Schnee macht ein Fixie wahnsinnig viel Spaß, es ist einfach das Hinterrad zu blockieren und durch die Gegend zu schliddern und wenn man hinfällt, nun dann fällt man in den Schnee und nicht auf den dreckigen Asphalt.

Heute, zwischen zwei Termine gerade einmal Zeit um 30 km auf dem Deich zu fahren. Dann zurück an der Blocklanddeponie und zum Unisee.

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Schön. Schön kalt. Ganz ruhig, vielleicht fünf Radfahrer gesehen. Idealer Trip zur Unterbrechung der Arbeit.

 

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Moderne Kunst.

via Milano Fixed, dem besten „Blog“ überhaupt.

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Radschuhe von Frauen

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Der Klassiker. Das kleine Schwarze.

 

 

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Eventuell wäre e einfacher den Sattel etwas runter zu setzen wenn die Beine nicht bis zum Boden reichen sollten.

 

 

 

Schuhe wie aus der Bar von „Müller’s Büro“

 

 

 

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Jona(s) und die Wa(h)l.

Endlich einmal eine vernünftig terminierte Saisonabschlussfahrt. Erstens bei herrlichem Wetter und zweitens um 12:00 Uhr beginnend. Und drittens, wie sich später herausstellte, ersparte man sich dabei die sinnlose Beschäftigung mit dem Nordderby.

Diesmal habe ich genau geschaut: Ganze 25 Minuten dauerte es, von dem Zeitpunkt der Entscheidung sich jetzt auf das Rausfahren vorzubereiten bis zu dem Punkt wo ich auf dem Rad sass und losfuhr. Man braucht im Winter einfach Zeit um sich zu entschieden wie kalt oder warm es draußen ist und was genau man anziehen will. Dann noch Pulsgurt, Uhr, Überschuhe, Laufräder austauschen, Lampen anbauen, Räder aufpumpen, Bremsen neu einstellen, Brille putzen …. nicht zu vergessen der Prozess des Entscheidens welche Musik dazu am besten passt, besser Nada Surf, the Damned  oder Presidents of the USA? OK, 15 Minuten später:  Nada Surf.

Auf dem Weg zum Treffpunkt sehe ich mindestens drei andere Rennradfahrer und denke mir: „Wow, das wird wirkliche ine große Gruppe werden!“. Am Treffpunkt bin ich dann auch nicht enttäuscht, neben Andreas, Jan, Caro, Tobias, Torben, Tanja und Lars kamen dann leicht verspätet auch noch Philipp und  Jonas und ganz viele andere die ich teilweise von anderen Fahrten her kannte und teilweise eben noch nicht. Leicht verspätet ging es los und wir fuhren in gutem Tempo den Deich runter Richtung Weyhe. Aber nicht allzu lange.  Jonas fuhr gleich neben mir, plötzlich wird er langsamer und ich sehe, wie unter seinem linken Fuß der linke Kurbelarm klebt aber leider ohne jegwelche Verbindung zum Rad.  Ich weiß nicht was dann bei andren Menschen im Kopf vorgeht, aber ich denke dann immer zuerst: „Ist das eine neue Trainingsmethode?“ Es gibt so viele ungewöhnliche Dinge, man denke z.B. an die Power Cranks, quasi Kurbeln mit Freilauf die immer „mitgezogen“ werden müssen.

Aber Jonas trainiert nicht mit neuem Spielzeug. Jonas trainiert gerade ganz ernsthaft anzuhalten, auszuklippen und sich dabei nicht auf die Fresse zu legen.

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Irgendwie versuchen wir seine FSA Hollowtec-II Kurbel zu reparieren.

 

Dummerweise fehlt diese Schraube da oben rechts neben dem linken Kurbelarm, die muss irgendwo unterwegs verloren gegangen sein. Und den Kurbelarm nur so zu fixieren ist halt sehr riskioreich. Was tun? Alle waren nett udn Jonas hat sich schon mit seinem Schicksal abgefunden die Tour abzubrechen und nach Hause zu fahren. Ich biete ihm an, eines meiner Räder auszuleihen und die anderen dann in Bruchhausen-Vilsen zu treffen. Das ist eben der Vorteil, wenn man eine Garage mit einer ganzen Reihe von Rädern hat. Und natürlich jede Menge Laufrädern. Und Bremsbeläge, Schläuche und und und, also im Prinzip wenn Gragae und Wohnung aussehen wie ein schlecht sortierter Radladen, dann hat man Stress zuhause aber viel Spaß auf der Strasse. Also, Jonas und ich sprinte zu mir nach Hause während sich die Gruppe Richtung Bruchhausen -Vilsen bewegt.

Eine lustige Situation, welches Rad soll ich nun Jonas in die Hand geben? Jonas ist noch nie Fixie gefahren, also wie wäre es z.B. mit meinem Nagasawa Fixie ohne Bremsen das im Wohnzimmer hängt mit der Beründung, sorry, die andere habe ich alle ausgeliehen?

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Oder das Mountainbike meiner Tochter und der Begründung: „Sorry, das ist das einzige, was ich in Deiner Größe habe!“

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Nein, das alles sind nur theoretische Gedankenspiele und ich drücke Jonas das Moser Leader AX Evolution zwischen die Beine.

Damit machen wir uns nun auf den Weg die anderen einzuholen. Wir haben insgesamt fast 40 Minuten Zeit verloren und treten nun so richtig rein. Jonas muss als Strafe Führungsarbeit leisten, vor allem wenn es gegen den Wind geht und die Hügelchen hoch, also quasi immer. Ruckzuck sind wir in Südweyhe und biegen nach Okel ab. Rechts und links schwirren die kleinen Ortschaften vorbei, wir treten rein bis den Maximalpuls erreicht haben und  sind nur beseelt von einem Gedanken: „Wir wollen unser Stück Kuchen in Bruchhausen-Vilsen.“ Okel…Gödestorf, ab und zu mach ich mich nun auch vorne lang… Wachendorf…Süstedt…Ortsnamen wie Produkte von Busch und Müller…Uenzen… und dann sind wir etwas auspumpt in Bruchhausen-Vilsen.  Die anderen sind schon da und geben lügen ganz höflich, dass sie maximal fünf Minuten vor uns angekommen sind. Nun gibt es auch endlich Kuchen; da wir ein ganzer Haufen Leute sind, essen einige von uns drinnen und andere sitzen draußen auf den Bänken. Unsere Räder stehen vor dem Laden, es sind viele und sie fallen auf.

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Unsere Räder. Also, bis auf den „Steppenwolf“ in der Mitte.

 

Der Steppenwolf gehört nicht zu uns, dass ist ein Pusher. Der Kuchen ist lecker und der Kaffee auch und die Atmosphäre nun entspannt. Philipp behauptet, dass aus dem Wasserhahn in der Herrentoilette Vilsa herauskommt. Das kann ich nicht so richtig glauben und probiere das aus.

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Stimmt überhaupt nicht. Was aber auf jeden Fall stimmt ist, dass bei der Pissoirspülung Vilsa Sportschorle Apfel-Grapefrucht eingesetzt wird. Zumindest schmeckt das ganz genauso.

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Wer mir das nicht glaubt kann das ja einfach bei der nächsten Ausfahrt dorthin nachprüfen.

Irgendwie ist ein wenig Unruhe da wegen dem Nordderby und weil dem Tag auch so früh das Licht ausgeht. In der großen Gruppe dann mit Rückenwind Richtung Bremen zu fahren ist auch deutlich weniger anstregend als alleine mit Jonas unterwegs zu sein.

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Sieht nach Sommer aus, war’s aber nicht.

 

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Und Sprint nach vorne zum fotographieren

 

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Vorne machen die Jungs Tempo und hinten ….

 

Die Rückfahrt ist wirklich angenehm, ich unterhalte mich hier und dort, mache ein paar Fotos und eh man sich versieht sind wir schon wieder auf dem Deich. In der Zwischenzeit ist dichter Nebel aufgezogen, zumindest in meiner Kamera, die ich nur lose in die Rückseite der Windjacke gesteckt hatte.

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Caro verteilt letzte Ferrero Küßchen im dichten Nebel

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Aufstellen zum Gruppenbild. Gar nicht so einfach bei Sichtweite Null.

Als sich der Nebel verzieht, wir uns endlich alle aufgereiht haben und ein Passant überzeugt werden konnte von uns allen ein Foto zu machen, funktioniert das Smartphone nicht so richtig. Wen ich das Problem richtig verstanden habe, war dieses Smartphone von seiner Besitzerin auf automatische Genitalienerkennung eingestellt. Mit anderen Worten, erst wenn alle 20 Genitalien von allen Teilnehmern gleichzeitig lachen oder grinsen wird ein Foto ausgelöst. Wie man sich aber einfach vorstellen kann ist es recht schwierig die Genitalien von 20 Leuten die gerade von einer langen Radtour zurückkommen und ständig auf zu kleinen Rennradsätteln gequetscht wurden, zum grinsen zu bewegen. Erst nach dem die Kamera auf den Modus „Mach jetzt ein Foto ist doch scheißegal wie“ umgestellt wurde, klappte es.

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So, danach verliefen sich die Teilnehmer in alle Richtungen und Caro zeigte mir dann noch eine sehr schicke Abkürzung nach Hause. Guter Tag, der mich aus meiner Herbstlethargie gerissen hat. Danke an alle die dabei waren und hoffentlich bald wieder zur Saisonstartfahrt am nächsten Wochenende.

Ach so, also 25 Minuten Vorbereitung zum fahren geht ja gar nicht. Hannes und ich möchten dem ein Ende machen und laden schon einmal für den 1. Januar 2015  um 08:30 zur Katerausfahrt ein. Bei der Ausfahrt dürfen nur Bibshorts and Sandalen und keine anderen Kleidungsstücke getragen werden. Frauen ist es erlaubt zusätzlich eine Pelzstola ersatzweise eine Federboa zu tragen.

[Danke für die Fotos]

Strecke auf Strava

 

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Saisonabschlußdunkelbeleuchtungstestfahrt.

Letzte Woche hatten Hannes und ich ein Vorderrad mit Nabendynamo für ihn gebastelt. Heute wurde es im Dunkeln getestet.

Eigentlich hatte ich das Versprechen auf einen Test schon lange vergessen und verdrängt bei dem Sauwetter draußen. Ich saß lethargisch in der Bude rum und dachte darüber nach, was ich heute alles auf keinen Fall tun sollte. Ein Sonntag, der ein Samstag war. Dann rief Hannes an und rief mich aus meinem Koma. Innerhalb einer halben Stunden zog ich mich um, machte das Panasonic fertig und kurz nach Sechs stand ich bei ihm vor der Haustür. An meinem Panasonic wird für das Licht durch eine Kombination von einem Shutter Precision SV8 Nabendynamo und einer AXA Luxx 70 Plus Steady Lampe gesorgt. Hannes an den gleichen Nabendynamo in der Kombination mit der AXA Luxx 70 Steady Auto Lampe. Es würde also spannend werden, wer von uns den helleren Lichtkegel besitzt. Ich wollte daher pfuschen und meine B&M Akku Lampe Ixon IQ Speed zusäzlich montieren, stellte aber dann fest, dass der Akku noch im Keller lag.

Wie jeder weiß, sind die meisten Busch und Müller Produkte sehr gut und schneiden bei Tests sehr weit vorne ab. Es wäre aber auch schön, wenn man die Namen dieser Produkte irgendwie aussprechen und behalten könnte. Checkt man z.B. bei Bike24 nach Busch und Müller Lampen, bekommt man 139 (!)= verschiedene Produkte angeboten (wenn das hier in drei Tagen gelesen wird vermutlich schon wieder zehn mehr). Was bitte ist denn der Unterschied zwischen:

Busch + Müller Lumotec IQ2 Eyc N Plus LED Frontleuchte 160RNDI

und

Busch + Müller Lumotec IQ2 Eyc T Senso LED Frontleuchte 160RTSNDI ?

Genau, zwei Buchstaben (TS), die sich ganz am Ende des Namens in einer Abkürzung verstecken. Die Recherche, welche Lampe auf einen passt ist damit wahnsinnig aufwändig – das kommt davon, wenn man keine vernünftige Marketing Abteilung hat und die Produkte nach den Entwicklungsprojektnamen benennt, die Ingenieure Ihnen gegeben haben. Produktnamen wie WLAN Passwörter.

Warum heißen die Lampen nicht Dura Ace, Ultegra, 105 …..? Oder umgekehrt, wenn Busch und Müller Schaltungen herstellen würde, dann hieß ein 10-fach Zahnkranz bei denen vermutlich:

Busch + Müller Schalttec IQ Evo Hyper Plus 11121315171921232528 RNDITSHK2L Senso

Nicht zuletzt aus diesem Grunde habe ich dann irgendwann aufgegeben und mir eine AXA Lampe gekauft.

Trotz Busch und Müller fuhren Hannes und ich dann irgwndwann los. Da uns unsere Frauen für bescheuert erklärt hatten bei dem Wetter und im Dunkeln zu fahren, wollten wir es kurz und wenig knackig halten. Also rauf auf den Deich. Heute war Randgruppenkohlfahrtstag. Zuerst begegneten wir kurz hinter dem Lehster Deich einer Gruppe ausländischer Kohkfahrer, dann anschliessend auf der Rückfahrt einer reinen Frauenkohlfahrt. Als wir von hinten auf gleicher Höhe sie zurollten riefen sie: „Auto, Auto“ was uns mächtig stolz auf unsere Beleuchtung machte. Vermutlich hatte da aber auch der Alkohol seine Hand im Spiel.

Ruckzuck waren wir am Ende des Deichs und machten ein paar schicke Photos von uns.

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Hannes Sohn suchte derzeit verzweifelt zuhause nach seinem Leibchen für das Fußballspiel morgen.

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Hannes Rad mit schicker Campagnolo G3 (vorne) und G2(hinten) Reflektorenspeichung.

 

Auf der Ritterhuder Brücke gelang mir noch ein unglaubliches Kunstphoto. Meine Kunstlehrer und -lehrerinnen, Frau Hesse (abgedreht, hysterisch), Herr L’Hoest (oft betrunken), und Herr Würfel (landete in der Psychiatrie) wären stolz auf mich gewesen.

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Der Kuß des Mondes (Fluxus Version)

 

Und dann ging es zurück über die noch dunklere, andere Wümme Seite. Recht langsam, so dass wir uns gut unterhalten konnten. Aber einmal hatten wir doch richtig Angst, als wir von einem Motorrädchen der „Vespa Hass Gruppe Vahr Süd“ überholt wurden. Sonst alles friedlich (bis auf einen Hund der auf uns losging) und wir beneideten die Menschen, die in der Schleuse und anderen Gaststätten in der Wärme sassen und Bier tranken. Um eine möglichst gute Sicht auf die Strasse zu haben, fuhren wir nebeneinander, Hannes leuchtete den Nahbereich aus und ich in die Ferne. Das was ausreichend.

Deshalb möchte ich auch zum Fazit des Lampenvergleichstest kommen:

Die AXA Luxx 70 Plus Steady Lampe kostet 64€. Ich habe sie gekauft.

Die AXA Luxx 70 Steady Auto Lampe kostet 40€. Hannes hat sie sich gekauft.

Beide sind exakt gleich hell. Es gibt da absolut null Unterschied, es sei denn, ich fahre langsamer als 6 km/hr, dann gibt es bei meiner Lampe eine Nahfeldausleuchtung. Mit anderen Worten, wenn ich das Rad schiebe, dann ist meine Lampe besser.

Fazit: Hannes ist schlauer als ich.

Zu meiner Rettung möchte ich aber noch erwähnen, dass meine Lampe zusätzlich über einen USB Anschluß verfügt, den ich noch nie benutzt habe. Hannes Lampe hat keinen USB Anschlu, aber Hannes hat einen Garmin der so etwas brauchen könnte.

Fazit: Theoretisch bin ich schlauer.

Schöne und schön kalte 40 km heute, Danke an Hannes.

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Ach so und mit dieser Tour dann in diesem Jahr (wobei das Jahr am 24.12.2013 mit der Festive 500 begann:

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Hermann.

Unterwegs auf Dienstreise habe ich gerne ein Rad dabei. Meistens ist es sinnlos.

Ich möchte nicht darüber nachdenken, wie viele Räder ich bereits durch Bahnhöfe, Flughäfen und zum Autoverleih geschleppt habe. Manchmal bin ich gar nicht gefahren, einige Male nur als Alibi. Auch heute war die Strecke eher kurz (35 km) aber es hat sich trotzdem gelohnt. Dabei hätte die Polizei das fast auch noch verhindert.

Bremen an einem Donnerstag im Herbst um kurz vor sieben morgens. Es ist kalt und ich fahre auf dem Canyon nur mit Rücklicht zum Parkplatz des Car-Sharings auf der Emmastraße. Dabei merke ich nicht, dass auf dem letzten Stück ein Polizeiwagen hinter mir her fährt. Und vermutlich errege ich einen Veracht, als ich dann unvermittelt auf einen dunklen Parkplatz fahre. Ich steige ab und fummele an der Transponderstation herum, der Polizeiwagen steht auf der Straße und zwei Polizisten schauen mich aus dem warmen Inneren an und sind unschlüssig ob es Sinn macht in die Kälte zu steigen. Ausschlaggebend sind dann bei mir wohl Anzug und Krawatte; so ein gut angezogener Mensch tut doch nichts böses – sie fahren weiter und ich nach Bielefeld.

Am Abend bin ich in Detmold. Ein schnuckeliges Städtchen mit einem Sehloß mitten in der Stadt, einem Wassergraben und Resten einer Stadtmauer und vielen Fachwerkshäuschen auf einer endlosen Fußgängerzone. In den Filmfestspielen läuft gerade Nick Caves: „1.000.000.000 days on earth“ (rechts) und „Hunger Games“ (links). Es ist alles recht hübsch und ich residiere im Detmolder Hof, der ewigen Konkurrenz zum Lippischen Hof am Platze. Es ist übrigens keine gute Idee mit dem Auto nach Detmold zu kommen – die Parkplatzgeschichten wären noch einen weiteren Beitrag wert. Ein gutes Abendessen mit netten Leuten. Eine Flasche spanischer Rotwein., man kommt ins reden.

Ich erzähle, dass meine Familie ursprünglich aus Detmold kommt. Meine Großväter väterlicherseits sind hier in der Nähe aufgewachsen, bis meine Großeltern dann vor dem Krieg nach Mönchengladbach kamen. Viel weiß ich nicht und ich war in meinem Leben noch nie in Detmold. Es  gibt eine bekannte Familiengeschichte, dass der Vater meiner Großmutter ein Sägewerk und einen Wald auf dem Königshügel in Heiligenkirchen besaß und dass er versprach, er würde diesen Wald der Fürstin von Lippe-Detmold schenken, wenn Sie einmal mit ihm tanzen würde. Die Fürstin, pragmatischer als mein Urgr0ßvater, soll dies dann auch getan haben, wodurch der Wald an die Krone von Lippe-Detmold fiel. Einer der beiden Gesprächspartner wohnt heute auf dem Königshügel.

Am nächsten Morgen komme ich kaum früh aus dem Bett, aber irgendwann klappt es dann doch. Ich baue das Canyon zusammen und mache mich auf den Weg aus der Stadt. In der Neustadt komme ich an der Musikhochschule vorbei und frage mich, wie viele Japanerinnen da wohl studieren. Kein Japaner kommt nach Deutschland um Ingenieur oder Zahnarzt zu werden, aber Musik …. da zieht es einen dann vielleicht auch nach Detmold. Raus aus der Stadt biege ich links ab nach Hiddesen. Die ersten Hügel kommen und ich bin noch nicht einmal richtig warm. Noch einmal links abgebogen geht es hoch zum Hermannsdenkmal, da sind endlich mal wieder 200 Höhenmeter an einem Stück. Ich habe die ganze Strasse für mich und als ich oben bin auch das ganze Denkmal. Das ist anstrengend und ich bin viel zu warm angezogen aber es macht auch wieder Spaß in den Hügel zu sein. Vor dem Denkmal gibt es eine Freitreppe.

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’schuldigung Hermann.

 

Der Bruder meines Großvaters hieß auch Hermann, genauso wie sein Vater. Ein alter Familienwitz besagt, dass er den Hermann auf dem Denkmal fragte: „Hermann, was hast Du an deinen Füßen“. Und Hermann antwortetet „nichts“. Ich weiß, dass ist nicht besonders lustig, aber der Versuch das heute zum ersten Mal meiner japanischen Frau zu erklären war es schon. Diese Art von Humor wird ihr auf Weg verschlossen bleiben und es ist fraglich, ob sie dadurch etwas wesentliches in ihrem Leben verpasst hat.

Die Belohnung für das Klettern folgt auf dem Fuße. eine wunderschöne, leicht kurvige Straße führt mich schön schnell nach Heiligenkirchen.

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Ich klettere wieder mal einen Berg hoch, dieses mal den Königshügel. Hier stehen ein paar nette Paläste. Hätten meine Ahnen den nicht quasi verschenkt, sondern ordentlich zu Geld gemacht, dann könnte ich heute als Privatier in Detmold leben und hätte eine ganze Garage voll Räder. Hm, wenn ich so darüber nachdenke, dann habe ich die ja eh schon.

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Heiligenkirchen, vom Königshügel aus gesehen

 

Es bleibt gerade noch Zeit für einen Ausflug zu den Extersteinen. Da wollte ich schon immer mal hin, seitdem ich vor ein paar Jahren ein Foto davon gesehen hatte. Ich bin nicht enttäuscht, die Dinger sehen einfach großartig aus.

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Interessanterweise gibt es über die Steine keine Beziehungen oder Witzchen zu meiner Familie. Es bleibt kau noch Zeit und so mache ich mich auf den Rückweg nach Detmold. Dusche, Hemd und Krawatte an und ein neuer Arbeitstag kann beginnen. Ich fühle mich frisch und ausgeruht und viel besser, als es nach eienr Flasche Rotwein hätte sein dürfen. Aber der Start, der war hart.

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Lily Yokoi.

Lily Yokoi on Circopedia

 

 

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