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Ausfahrten und Trainings in Bremen

German Folding Bike Open 2019.

Zusammen mit den OBKM Rennen bei Mercedes und einem Drittel des City Triathlons, ist die German Bike Folding Open das letzte Radrennen, das noch in Bremen stattfindet. War da dieses Jahr was für mich drin?

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Nein.

Denn wie oben im Foto zu sehen ist, nahmen außer mir noch andere Fahrer teil, unter anderem Leo und da hätte ich gleich zuhause bleiben können. Aber alles der Reihe nach, denn ein wenig länger kann dieser Post schon sein.

Zur Vorbereitung auf das bremische Leitrennen, hatten wir am Abend auf der Dachterasse des Ladens eine Party organisiert. Dort gab es nicht nur viel zu Essen und Alkohol zu trinken, sondern auch ein buntes Begleitprogramm mit vielen Preisen (gleichzeitig wurde dieses Programm auch genutzt, um etwas, was man im Business-English „slow moving stock“ nennt, drastisch zu reduzieren) und der Möglichkeit die neuen E-Scooter auf der Terasse auszuprobieren und mit viel Schwung und Alkohol unelegant und kopfüber über die Brüstung zu kippen.

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Mit freundlicher Unterstützung von Woom hatten wir einen Parcour aufgebaut an dem jeder seine Fahrtkünste auf einem Woom 3 zeigen konnte. Es wurde auch richtig spannend, Ronny und Attila kamen tatsächlich auf genau die gleiche Zeit und mussten ins Stechen. Dort setzt sich schließlich Ronny mit 1/100 Sekunde Vorsprung durch und bekam dafür eines unserer neuen Cyclyng Jerseys im Größe M. Wenn ihr auch eins haben wollt – Größe M entspricht normaler Konfektsgröße XXS. Bitte immer drei Nummern größer nehmen.

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Kurz, ich kam spät nach Hause und noch später aus dem Bett am nächsten Morgen. Und das Moulton musste auch noch in Schuss gebracht werden. Kurz und gut, ich tat mein möglichstes um hinterher genügend Gründe finden zu können, warum ich auch dieses Mal wieder völlig versagt habe. Das Schicksal meinte es jedoch gut mit mir, doch dazu später.

Was mir am besten an den GFBO gefällt ist, dass die Anfahrt von zuhause etwa 12 Minuten beträgt. Ich fuhr kurz vor 10 am Steintor lang zum Sielwall und wunderte mich wie viele Menschen da noch auf sind von der Nacht zuvor. Ach ja, gerade ist ja auch wieder La Strada in Bremen. Das Kulturprogramm in Bremen ist wirklich nicht das schlechteste – gerade das La Strada und die Breminale, zwei fast kostenlose Veranstaltungen sind Dinge die wir als Bremer irgendwie so als selbstverständlich hinnehmen weil wir die Jahr um Jahr bekommen. Sie sind es nicht.

Am Wall war die Hölle los. Es war nicht gerade so, dass Harms mal wieder brannte, aber es gab eine Menge Leute, die Geschäfte hatten offen und laute britische Musik erklang: „Help“ von den Beatles zum Beispiel und später auch die Titelmelodie von Miss Marple und Dampfhits wie „Highway to hell“ (britische ex-Sträflinge) „Paradise City“ (britische Kontrevolutionäre) und „Seven Nation Army“ (britische Autoverkäufer aus Detroit). Kurz – ich fühlte ich wie in Bradford 1980.

Ich war gerade mit der Rennvorbereitung fertig (eine Mentholzigarette), als Leo kam – das hatte ich ja schon Gerüchteweise gehört. Nachdem meine Chancen hier etwas gewinnen zu können nun quasi Null waren hätte ich auch gleich wieder nach Hause fahren können. Zumal ich ja eh keine Lust hatte. Aber wir machten uns dann auf die Einführungsrunde und dann auch an den Start.

Am Start wartete ich höflich, bis alle Bromptons vor mir ausgeklappt und startbereit waren, bevor ich mich auf den Weg machte. Das führte dazu, dass ich nicht ganz nach vorne kam, denn dort hatten sich bereits ein paar von den rot-weiß gestreiften Kölnern nach vorne abgesetzt. Aber immerhin bewegte ich mich so unter den ersten Zehn im Feld, wenn auch alleine. Leo, als Nachmelder mit der Nummer 102 ganz hinten gestartet war, überholte mich nach etwa einem Kilometer. Mit Kevin (oder Matthias?), dem Gewinner vom letzten Jahr im Schlepptau waren die beiden auch extrem schnell unterwegs so dass ich gar nicht darüber nachdachte mich daran zu hängen.

Ich muss sagen, ich war schon verdammt mies in Form und nach einer Runde hatte ich schon so gar keine Lust mehr. Aber dann konnte ich ein paar von den schnelleren Fahrern überholen und hing mich an einen der Kölner dran. Ich war zwar gefühlt etwas schneller, aber hinter dem konnte ich jede Menge Kraft für das Finale sparen. Prima, jetzt fühlte ich mich gut.

Das Rennen ist nämlich so organisiert, dass zunächst geschaut wird, wer innerhalb von 44 Minuten die meisten Runden fahren kann. Eine Runde ist etwa 2 km lang und da der Kurs ein wenig verwinkelt ist, sind 4 Minuten pro Runde nicht einfach. Die Fahrer mit den meisten Runden kommen in das Finale; da das dieses Jahr nur zwei waren, also Leo, Kevin und Matthias, mit 11 Runden, wurden auch die Fahrer mit 10 Runden und, bin nicht sicher, auch mit 9 Runden zugelassen.

Im Finale wird dann nur eine Runde gefahren, der Sieger ist dann….äh..der Sieger. Toll.

Also, ich dachte mir, jetzt schaue ich mal, dass ich hinter Köln bleibe und dann komme ich gut ausgeruht ins Finale. Wenn Köln zu langsam werden sollte, kann ich ja immer noch durchstarten. Jetzt fühlte ich mich auch wieder richtig gut und aggressiv. Schon in der dritten Runde überrundeten wir die ersten Fahrer. Im Rennen ist das Mist, weil das auf den Schotterwegen nicht ganz ungefährlich ist, aber der Veranstaltung tut so etwas natürlich sehr gut, wenn da Gorillas und Frauen in schwarz-weiß gepunkteten Seidenkleidern auf eigentlich unfahrbaren Rädern durch den Park kurven. Das hätte jetzt noch acht Runden mehr so gehen können und sollen, aber nein.

Genau, das bin ich hinter Köln und dann bin ich das wie ich rechts ranfahre. Zuerst dachte ich nur, dass sich meine Kette im Schaltwerk verklemmt hätte – doof aber nicht wirklich schlimm. Nach genauerer Untersuchung stellt sich dann heraus, dass das Schaltwerk keine Spannung mehr hat – die Schaltröllchen hängen in den Ritzeln, ein Weiterfahren ist fast nicht mehr möglich. Ach ja, Campagnolo, eine ewige Hass-Liebe. Nachdem ich letztes Jahr durch 2 platte Reifen ausgeschieden bin nun das. Langsam fahre ich zum Start zurück und treffe Lena.

Zusammen schauen wir uns nun das Rennen in Höhe des Ziels an. Viele lustige Gestalten sind dabei, nicht nur Gorillas und schwarz-gepunktete Rentnerinnen. Viele von denen sind sogenannte „Erlebnisfahrer“ – im Gegensatz zu „Ergebnisfahrern“ aber manche von den Erlebnissen sehen fertiger aus als die Ergebnisse. Vorne liefern sich Leo, Kevin und Matthias im Duett ein Duell um die Spitze. Mal ist Leo vorne, mal Kevin und Matthias. Auch nach 40 Minuten, als sie bereits zum gesamte Feld mindestens einmal überrundet haben, kämpfen sie noch und geben alles, als wenn es kein Finale geben würde.

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Leo auf seinem Klapprad. Sein Rennrad ist etwa aus der gleichen Epoche (Mesoproterozoikum).

Was übrigens genau das ist was Leo dachte, nämlich, dass er als erster hier nach 44 Minuten über den Strich fahren müsste um zu gewinnen. Hätte ich ihm auch vorher sagen können, dass das nicht so aus, mir wäre aber nie in den Sinn gekommen, dass Leo das nicht gewusst hätte. Jedenfalls sieht er am Ende ziemlich fertig aus – Kevin und Matthias allerdings auch.

Es dauert nicht lange, dann stellen sich die 11, 10 und 9 Runden Fahrer zum Finale auf, insgesamt sind es so etwa 10. Lena und ich fiebern am Straßenrand mit. Ich bin etwas größer als sie, so dass ich etwa 2/10 Sekunden früher mitbekommen, wie Leo führend auf die Zielgerade fährt. Der Rest ist geschlagen und kommt mehr oder minder in einem Block an. Gut gemacht – als Preis winken Karten für das GOP und eine Nacht im Steigenberger Hotel. Ach nicht schlecht.

Eigentlich will ich noch länger bleiben. Eigentlich will ich nie wieder nach Hause zurück. Denn zuhause wartet meine Tochter darauf, dass ich ihr Physik beibringe – Himmelskörpermechanik. Ich setzte mich in den kleinen Park bei mir um die Ecke und gebe mir ein Brit-pop Gegengift.

So. das läuft dann vermutlich gerade jetzt auch in Portugal im Radio.
Eine schöne Veranstaltung – auch weil da mal wieder etwas Publikum da war,  eine Menge Leute die ich konnte und der ein oder andere, den ich da kennengelernt habe.

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RTF Barrien. 2019. Warten auf Bumsfidel. Nein – Robert. Nicht.

Ich würde ja gerne etwas wahnsinnig geistreiches und lustiges über die RTF Barrien schreiben – habe ich aber schon. Mehrfach. Wer das lesen möchte kann gerne die Posts von 2014, 2015, 2016, 2017 und 2018 nachsehen denn Barrien fahre ich jedes Jahr. Deshalb volle Konzentration auf die Höhepunkte 2019.

Barrien an sich

Über Barrien wird auf Wikipedia viel Wissenswertes berichtet. So wusste ich z.B. noch nicht, dass der Bahnhof Barrien 2010 seit 1972 nur noch ein Haltepunkt ist. Es geht also bergab dort, das sieht man auch sehr deutlich an den Fotos auf Wikepedia, die die Wahrzeichen der Stadt zeigen.

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Die Konditorei Hasselmann kennt jeder ambitionierte Rennradfahrer, da sie sich an der Ampel zu Beginn des Stravasegments am Krusenberg befindet. Dort geht es bergauf, und zwar ziemlich. Urnen werden hier nicht hergestellt, im Gegensatz zu Giesen.

Vorher

Ich hatte auf fb gelesen, dass sich einige Bremer um 7 an der Weserbank treffen wollten, dort wo wir viele Jahre auf Bumsfidel gewartet haben, um gemeinsam nach Barrien zu fahren. Ich bin also hin, war zu spät, doch erstaunlicherweise waren da noch vier.
„Barrien?“ fragte ich in meinem charmanten und angemessenen“Leben des Brians Römerslang

„Klar“ 
„Dann mal los“

Wir fuhren also so vor uns hin und waren ca. eine Viertelstunde unterwegs, als ich fragte. „Ich dachte ihr wolltet um 7 Uhr los, da hatte ich ja noch Glück, dass ihr da wart.“

„Nein, wir wollten um 7:15 Uhr los.“

Es stellte sich dann heraus, dass das gar nicht die fb Truppe war, sondern ein paar Leute von den Triapanthern Duisburg (Name wurde geändert um Unschuldige zu schützen). Die wollten sich zu viert treffen und als ich dann kam, dachten sie, ich wäre halt der Vierte. Kurz danach kam dann auch ein Anruf von Robert, dem vierten: „Seit ihr schon los?“ Ähm, ja, Ups.

Mittendrin

Diesmal fehlte es an Kondition und vielleicht war ich auch erkältet. Jedenfalls bin ich mit der schnellen Truppe raus und dann ein paar Mal aus Gruppen gefallen. Zwischendurch, als so gar nicht viel lief bin ich eine Weile mit Kai gefahren, das war sehr angenehm. Kai erkenne ich immer, denn jedesmal wenn ich mit ihm fahre hat er das gleiche Outfit an, auf dem relativ prominent der Name „Marcel Wüst“ steht. Marcel Wüst – das war Unterhaltung pur auf der letzten Bremen Challenge 2014.

Ich hatte die Videokamera montiert und diesmal machte der Wahoo echt Zicken. Ich war ja sehr lange ein Verfechter von Wahoo im ewigen Konkurrenzkampf gegen Garmin, aber der neue Roam ist nicht wirklich neu und der Elmnt nervt gerade – übrigens auch die Android App seit dem letzten Update. Also, Barrien in Bilder:

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Raus mit der ersten Gruppe. Irgendwie lief das prima und ich dachte: „Hey, ist das lahm dieses Jahr.“ Dieses Jahr hielt das Gefühl ca. 12 km an, dann kegelte es mich hinten raus. Wie jedes Jahr – ich sei denn ich verpenne den Start.

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Alleine, bzw. zu dritt wurden wir dann von einer weiteren Gruppe eingeholt. Prima – dachte ich, aber leider fuhren die fast alle beim ersten Kontrollpunkt schon raus. Danach ging es erst einmal wieder alleine weiter.

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Dann kam eine gute Truppe, die auch gute Tempo machte und an der ich mich wieder rankrallte. In der Ebene war das schon anspruchsvoll daran zu bleiben, beim klettern in Berxen und sonstwo fahre ich vorne raus.

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Berxen – der Höllenanstieg auf den Butterkuchenberg. Sticky Bottle.

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Am Bahnhof (oder Haltepunkt) in Bassum fehlte ein Schild, das uns den richtigen Weg weisen sollte. Kai und ich irren durch das schöne Bassum – dessen unbetreitbarer Höhepunkt die Palettenfabrik Bassum GmbH ist. OK, auch gesehen, Haken dran.

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War es dieses Jahr irgendwie länger? Am Ende hatte ich mehr als 123 km auf dem Tacho – ach ja, da war ja noch die Besichtigung der Palettenfabrik. 33er Schnitt war jetzt doch noch besser, als ich gedacht hatte, dafür dass ich das Ding an einem Stück gefahren bin und noch nicht in Form bin.

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Am Ende chillen auf dem Rasen. Ich bin jedesmal wieder beeindruckt, was so ein kleiner Dorfverein wie Barrien auf die Beine stellen kann. Ich mag dieses Foto von Markus (aka Enno), weil die Drift Ghost Videokamera seinen Körperbau so vorteilhaft ..äh…verzerrt?..darstellt?…ablichtet?

Auf Strava:

Nachher

Die 20 km nach Hause mit Rückenwind fahren sich recht entspannt. Ich habe die Kopfhörer auf und höre Dido solo und in Combo mit Youssou N’Dour.

Die bekannten Studioaufnahmen haben mir nicht genug Druck, aber mit dem betonten Bass bei White Flag und dem sehr guten Drummer bei 7 Seconds (und ohne Geigen) geht das richtig gut ab.

Schreibt der weltgrößte Sade Fan des Geteviertels.

Am nächsten Tag Kopfschmerzen und dicke, harte Waden. Ich wache mies gelaunt auf, da ich geträumt hatte, dass mir ausgerechnet Jörg Sudmann ins Hinterrad fuhr. Noch ein wenig Training und dann geht es weiter nächste Woche am Sonntag bei der German Folding Bike Open.

Danke an den TSV Barrien.

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OBKM 1. 2019. Mercedes Teststrecke Bremen.

Historisches geschah am 18. Mai in Bremen: Zum ersten Mal konnte ein Radrennen auf der Mercedes Teststrecke am Werk in Bremer Süden ausgerichtet werden. Wir waren sowohl als Laden, und auch als Teilnehmer präsent.

Daimler AG - Mercedes-Benz Kundencenter Bremen

Fairerweise will ich gleich zu Beginn erwähnen, dass bereits in den Neunziger Jahren der RSC Rot-Gold Bremen auf der gleichen Strecke mehrfach seine Vereinsmeisterschaften ausrichtete. Ob es sich um die 1990er oder die 1890er handelte weiß ich leider nicht. Und auch Solidarität Arsten wurde da bereits öfters auf dem Parkplatz gesichtet.

Ich liebe die von Bremer Vereinen ausgerichtete OBKM Rennserie alleine schon deswegen, weil alle Buchstaben der Abkürzung OBKM auch in meinem Namen vorkommen; schaufelt man das M nach vorne, sogar in der richtigen Reihenfolge. Außerdem habe ich da mal vor zwei Jahren zwei Rennen in meiner Altersklasse gewonnen und in der Jahresabrechnung den 3. Platz geholt – soviel Erfolg hatte ich noch nie sonstwo. Im Radsport, denn beim Schach machte ich mal den 2. Platz beim Schülertunier 1976. Gewonnen hatte damals Heiner Otten, das verzeihe ich dem bis heute nicht, weil der 1) auch noch älter war, 2) ein tolles Kleinkraftrad besaß und 3) aus aus eben diesen Gründen auch eine hübsche Freundin.

Egal, also das OBKM wird von den Bremern Vereinen RCB, RRG und RSC Vegesack ausgerichtet. Wen die Abkürzungen verwirren und wer sich fragt, warum Bremen mit seinen 27 Rennradfahrern ca. 41 Vereinen hat, der schaue für eine logische Erklärung kurz hier nach. Genauso gut kann man sich allerdings auch die Ergebnisse der bremischen Bürgschaftswahl von letztens ansehen.

Normalerweise sagt man ja am Ende eines Blogs immer Danke für dies und das, aber ich möchte das gerne mal am Anfang machen, weil ohne dass hier ein paar Menschen aktiv geworden wären, hätte es das alles nichts gegeben. Also Danke insbesondere an Uwe Burmester, der das fast alles alleine auf die Beine gestellt hat und immer schön realistisch nach vorne getrieben hat.

Nachher sagen dann immer einige wenige Danke, die Mehrzahl schweigt und einige wenige monieren dann dies und das: Das erste Rennen startete zu spät, der Puderzucker über dem Schokokuchen war nicht gleichmäßig verteilt und einer der Mercedes Mitarbeiter schaute immer so grimmig. Man sollte solche Dinge nicht organisieren, wenn man erwartet, dass andere Menschen dann dankbar sind – das passiert nämlich nicht. Man sollte diese Dinge organisieren, wenn man weiß, dass man das richtige tut, scheißegal was die anderen denken. Und meckern darf man nur, wenn man als Ehrpartner oder Kind zu dem Rennen geschleppt wird und eigentlich viel lieber Schuhe kaufen, Bier saufen mit den Kumpels oder Eiscreme schlecken würde. Die Erfahrung zeigt, bevor jemand Danke sagt, sagen fast alle: „Oh wie schade, warum machst Du das nicht mehr?“ wenn du mal mit den Sachen aufhörst.

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Oh Gott – schau Dir mal die Streusel-Normalverteilung an!

Ich dachte ich leiste auch meinen Beitrag zu dem Tag und bot an Reparaturen und Service am Streckenrand anzubieten. Da ich das das erste Mal machte dachte ich, nimm mal lieber einen Mechaniker mit, bevor da jemand mit einen Rad ankommt das ich technisch nicht reparieren kann, weil es nach 1998 gebaut wurde. Aber hey – ich kann supertoll und superschnell Mafac Mittelzugbremsen von 1976 ausrichten.

Außerdem zerbrach ich mir den Kopf, welches Werkzeug und welche Ersatzteile ich wohl mitnehmen sollte. Am Ende hatte ich quasi den ganzen Laden dabei – ich hätte glaube ich, auch eine mechanische Ultegra Schaltung an Ort und Stelle durch eine elektronische austauschen können. Und was passiert? Genau, nichts. Ich musste so ca. vier Mal Luft aufpumpen, eine Mavic Hinterradbremse ausrichten und das war es auch schon. Tatsächlich hat sich so gut wie niemand an unseren Stand getraut. Deshalb würde ich hier noch einmal gerne versichern, dass wir eigentlich ganz nette Menschen sind und vor allem größtenteils harmlos.

Es gab an diesem Tag drei Rennen, zunächst startete die Jugend. Sebastian meinte recht treffend, dass ein Jugendrennen eine recht sinnlose Veranstaltung ist, wenn alle Teilnehmer aus dem gleichen Verein kommen. Die kennen sich gut und wissen bereits am Start, wer das Rennen gewinnen wird. So war es dann auch – fast. Aber ein Jugendrennen sorgt natürlich auch für mehr Zuschauern in Form von Müttern und Geschwistern, was einer solchen Veranstaltung gut tut.

Anschließend startete das Jedermann Rennen. In den letzten Jahren war das Jedermannrennen das Rennen für Frauen jegwelchen Alters über 16 (?) und Menschen über 50, also das Rennen für alle die nicht schnell fahren können oder wollen. Also für mich. Diesmal gab es da keine Beschränkung, jeder konnte mitfahren, der keine Lust hatte sich im anschließenden Eliterennen voll zu verausgaben. Also ich.

Der Kurs ist ja zum Glück recht einfach gestrickt, so dass die Gefahr von Stürzen sehr gering ist. Das Rennen selbst ging über 20 Runden, jede vierte Runde wurde am Punkte gesprintet.

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Nach dem Start ging es in die wenigstens ein wenig technische Kurve, dann eine lange Gerade gegen den Wind, gefolgt von einer Steilkurve, die problemlos am unteren Rand mit voller Geschwindigkeit gefahren werden kann. Dann ging es auf die sehr lange Zielgerade bis man nach ca. 1,3 km einmal rum war. Kurz gesagt, eine reine Powerstrecke, die aber den Vorteil hat, dass man nicht abgelenkt von der eigenen Unfähigkeit Kurven fahren zu können, sich voll auf die Positionierung im Sprint konzentrieren kann.

Das Jedermannrennen startete mit 19 Teilnehmern, was vermutlich OBKM Rekord ist. Allerdings waren die Leistungen der Fahrer sehr unterschiedlich, so dass relativ schnell vier bis fünf aus dem Hauptfeld gefallen sind. Vorne drehte Christoph Kuske unbeeindruckt seine Runden, da er deutlich besser war als alle anderen zusammen auf der Strecke.

Ich hatte an meinem Rad eine Videokamera montiert um das Rennen aufzunehmen. Der Plan war, parallel Daten mit dem Wahoo zu sammeln, also Leistung, Herzfrequenz, Trittfrequenz, Geschwindigkeit, Nervlevel etc. um diese dann in das Video zu schneiden – aber so weit bin ich technisch noch nicht. Und der Wahoo war es auch nicht, da ich vergesse hatte ihn zu laden. Jasper V macht das alles auf Youtube sehr professionell und lehrreich, da lohnt es sich reinzuschauen. Hier mal ein Beispiel:

Für das Video benutze ich eine Ghost X Drift, auch ein Tip von Jasper. Mir ist völlig unverständlich, warum sich Menschen für viel Geld ein aerodynamisches Rennrad mit 80 mm Hochprofilfelgen kaufen, um wirklich das letzte Quentchen Leistung hemmungslos auf den Asphalt bringen so können:

Bildergebnis für trek madone red

Und dann eine Minute später diesen unförmigen, teuren Kasten namens GoPro an eben diesem Rad zu montieren:

Bildergebnis für go pro road racing bike

Das kostet mich doch locker 3,7 Watt bei 45 km/h! Die Ghost Drift X ist dagegen schön klein, aero, mit €180 auch vergleichsweise günstig und macht auch ausreichend gute Video.

Bildergebnis für ghost x drift bike

Im ersten Video können wir den Start des Rennens sehen. Ich stehe ziemlich weit hinten im Feld, da ich zu spät zum Start gekommen bin. Und hier kann man gleich sehen, wie Rennen gewonnen werden, und zwar durch schnelles Einklippen in das Pedal, Position in der Innenseite der Kurve  und beherzten Antritt. Also, nicht das ich gewonnen hätte, aber in der der ersten Kurve bin ich immerhin bereits in vierter Position.

Ich fahre fast immer Shimano SPD System an meinem Rennrad – zur Erinnerung, das ist das MTB System von Shimano – das Rennradsystem heißt SPD-SL. In MTB Pedale kann man beidseitig einklicken, in Rennradpedale (Shimano, Look, Time) nur einseitig. Dauert einfach zu lange. Außerdem ist es auch nicht-Pinguinen möglich nicht wie ein Pinguin mit MTB Schuhen zu laufen, während man mit Rennradschuhen immer so rumläuft, als wenn man gerade einen Schlaganfall hatte, den Gleichgewichtssinn verlor und droht nach vorne überzukippen. Und zu guterletzt, halten die stählernen MTB Cleats unter den Schuhen ewig. Die schraubt man einmal runter und eher gehen die Schuhe kaputt als die Dinger. Ein Radhändler der Austauschcleats dafür im Laden hat ist naiv. Die Plastikteile von Shimano SPD-SL und Look muss man aber dummerweise zwei Mal im Jahr tauschen, wegen Abnutzung und weil man wieder besseren Wissens mit denen rumgelaufen ist. Und wenn man mit einem abgenutzten Cleat fährt ist das wirklich gefährlich, wie ich leider auch einmal selber erfahren musste.

Es wird nun behauptet, dass man mit dem MTB System keinen guten Stand auf dem Pedal hat, dass man damit nicht genug Druck auf die Kurbel bekommt und, das ist das schönste, dass man damit die Kurbel nicht gut hochziehen kann. Das mag ja alles bei Profis richtig sein, aber für den Durchschnittsfahrer der schon ein paar Watt Leistung verliert, wenn es nur auf sein Rad steigt, spielt das alles keine Rolle.

Gerade das „Ziehen am Pedal“, also Druck beim runtertreten des Pedals und Ziehen beim Hochheben, gehört sowieso zu den ewigen Lügen im Radsport. Sowas machen nur Menschen (gut und lange) die bereits als Kind im Verein trainiert haben und richtig gute Rennrad fahren können. Das sind aber mit Abstand die wenigsten Menschen die ich kenne. Die meisten haben spät mit dem Rennradfahren angefangen und die Ziehen nicht. Ich mache das nie. Es se denn ich konzentriere mich unheimlich und schaffe 10 Umdrehungen Drücken und Ziehen und dann verliere ich wieder die Konzentration oder die Lust und Drücke nur noch.

Wo wir gerade dabei sind, die anderen ewigen Lügen des Radsports sind:

  • Aus der neu entwickelten Oberfläche der Carbonfelgen von (beliebige Marke hier einsetzen) ist die Bremsleistung im Trockenen und im Nassen nun endlich genauso wie bei Alufelgen.
  • Diese Regenjacke ist nicht nur absolut wasserdicht, sondern sie ist auch so atmungsaktiv, dass man nicht in ihr schwitzt.

Aber zurück zum Rennen. Ich hatte mir für den ersten Sprint direkt nach dem Start eine gute Position erkämpft.

Im nächsten Video kann man den ersten Sprint nach der 4. Runde sehen. Christoph liegt ohnehin weit vorne und es geht nun um die Plätze 2 bis 4.

Der blaue Fahrer fängt viel zu früh an in den Wind zu gehen und den Sprint anzuziehen. Mit mir hängen sich dann gleich vier Fahrer an ihn ran und es gelingt ihm nicht von uns weg zu kommen. Nach etwa 20 Sekunden geht einem der Verfolger die Luft aus und er gibt auf. Ein paar Sekunden später hat auch der blaue keine Luft mehr und ich kann an ihm vorbeiziehen, jetzt sind noch drei Fahrer vor mir und dummerweise hat der grüne auch eine Lücke aufreißen können.
Der Grüne sieht nun, dass der schwarze vor ihm den 2. Platz machen wird und gibt den Sprint auf. Wenn ich jetzt noch mehr Geschwindigkeit gehabt hätte UND direkt rechts vorbeigegangen wäre (man kann im Video gut das kurze Zucken nach links verfolgen) UND das Ziel noch mal 10 Meter weiter weg gewesen wäre, dann hätte ich ihn noch überholt. Da das aber viel zu viele UND und wäre sind, hat es nicht geklappt. Aber gut, als 4. habe ich schon einmal einen Punkt im Sack.

Ich würde jetzt gerne noch Videos von den weiteren Sprints posten. Aber beim nächsten hatte ich einfach noch nicht genug Luft und ging den gar nichts an. Nach der 12. Runde habe ich es noch einmal versucht, aber da war einfach die Kondition nicht da. Da dämmerte es mir auch, dass da nicht mehr viel zu holen sein wird und ich fuhr nach 12 von 20 Runden raus. Hätte an sich auch schon nach 4 Runden rausfahren können.

Alles in allem eine sehr gute Veranstaltung, die mit großer Wahrscheinlichkeit Ende September wiederholt werden wird – ich freue mich schon darauf.

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German Folding Bike Open 2018. Bremen.

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In Bremen finden jedes Jahr drei für Radfahrer interessante Wettkämpfe statt: Der Velotörn, ein Rennradrennen, der Citytriathlon, bei dem man in der Staffel das Rad fahren kann und die German Folding Bike Open. Letzteres verspricht am meisten Spaß.

Nachdem es einige Gerüchte gab, dass der Velotörn dieses Jahr nicht stattfinden wird, scheint nun alles in trockenen Trikots zu sein und die neue Strecke kann sich auch sehen lassen – sie beinhaltet wie die frühere Bremen Challenge einen Abschnitt über die Hochstrasse und den Remberti-Ring. Ich habe mir mal die Mühe gemacht die Strecke auf Strava zu einer Route zu basteln, da die Beschreibung auf der Velotörn Website eben nur eine schriftliche Beschreibung ist. Prima, gut dass das Rennen wieder stattfindet.

Der Citytriathlon hat sich als feste Veranstaltung etabliert. Seit 2011 bin ich in verschiedenen Staffelteams dort gefahren und auch mehr oder minder erfolgreich. Auf dem Blog hier gibt es dazu jede Menge Berichte.

Bei der GFBO bin ich allerdings noch nie gestartet. Es gab sie zunächst als Brompton National Championship (2014,15) und nun zum dritten Mal offen für alle Klappradfahrer. Ich habe zwar ein sehr schickes Faltrad, ein selbst gebautes Moulton TSR9 mit einem riesigen 61er Kettenblatt vorne (War übrigens auch ein riesiges Geldgrab), aber den Termin habe ich immer verpasst. Als ich am Mittwoch so vor lauter Langeweile im Internet blätterte wurde ich darauf aufmerksam, dass schon vier Tage später der Wettkampf ist. Da ich ohnehin dachte, dass die Veranstaltung längst ausverkauft ist melde ich mich Spaßeshalber an … und bekam gleich am nächsten Tag die Zusage. So ein Mist, damit hatte ich nicht gerechnet.

Also musste ich erst einmal das Moulton klar machen, wozu ich nun so gar keine Lust hatte. Also ließ ich alles so wie es war. Auch die sehr anfälligen, sehr dünnen Schwalbe Ultremo Reifen da ich keine Lust hatte die dickeren Kojaks zu montieren. Und die Schaltung stellte ich dann 15 Minuten vor dem Start auf einer Parkbank ein.

Tja, und dann musste ich ja auch noch trainieren. Als ich mich das erste Mal nach langer Zeit auf das Moulton setzte knallte ich fast den Bordstein runter und hätte mich um ein Haar hingelegt. Aber mit der Zeit (also am Donnerstag, Freitag und Samstag) klappte es immer besser auf den Ausfahrten in der Umgebung.

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Nein. Das ist nicht der Schattenmann.

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Da das ja mein erster Ausflug in die Klappradszene war, stellten sich mir drei entscheidende Fragen:

  • Darf ich ohne Bart überhaupt starten?
  • Wie ehrgeizig soll ich die Sache angehen – oder falle ich da negativ auf als Spassbremse wenn ich zu ehrgeizig bin? Und davon abhängig:
  • Was ziehe ich bloß an?

Ich ging auf Nummer sicher: Vollbart und schickes Haiwaiihemd auf der einen, aber eine gute Radhose und Klickpedale auf der anderen Seite. So machte ich mich auf den Weg zum Wall.

Dort war es schon recht voll und eine lustige Meute versammelt. Insgesamt war die Stimmung deutlich besser als bei einem klassischen Rennradrennen, oder einer nordeutschen RTF – im Ehrgeiz der Teilnehmer gibt es ja da keinen Unterschied und jeder Mitfahrer den man nicht persönlich seit 10 Jahren kennt wird als unfairer Konkurrent eingeschätzt. Also unfair heißt: Könnte unfairerweise schneller sein.

Ich wurde gleich angesprochen und viele Zuschauer und Fahrer bewunderten das Moulton – von denen nicht zu viele da waren. Die meisten Teilnehmer fuhren Bromptons, einige Dahon, Tern oder Riese und Müller. Und sehr sehr viele aufgemotzte alte Klappräder, teilweise mit Carbonfelgen, Dura Ace Kurbeln und Zeitfahrlenkern. Einige fuhren auch Klappräder mit 26 Zollrädern, was eigentlich unfair finde (könnten schneller sein als ich).

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3 Moultonfahrer und vier Moultons: Dreimal TSR und ein altes, weißes aus den Siebzigern

Es waren eine Menge Leute da die ich kannte, Axel und Karsten aus der Klappradszene, aber auch Lena, Harald, Didi + Fräulein Didi, Niels, Mikele und andere die ich mehr mit „Rennrädern“ in Verbindung bringe. Die Teilnehmer ließen sich in drei Gruppen aufteilen, lustigerweise sehr ähnlich zu der Situation an einer Hochschule:

  • Eine unfaire Gruppe von ca. 10 bis 20 Fahrern mit dicken Waden, schnellen Kisten und jahrelanger Klappraderfahrung, die das Rennen unter sich ausmachen würden.
  • Eine faire Gruppe schick herausgeputzter Herrschaften, überwiegend auf Bromptons die nur für den Spaß gekommen waren.
  • Ich.
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Einige der unfairen Teilnehmer

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Die Kölner mit Anhang fand ich am geilsten.

Ich stand am Start und wurde so langsam nervös. Zum Glück gab es eine Kennenlernrunde, bei der wir alle gemeinsam gefahren sind. Der Kurs beginnt am Wall, etwa auf der Höhe von Harms und wird im Uhrzeigersinn gefahren. Herdentor und Contrascarpe sind noch asphaltiert, aber dann geht es in die Parkanlagen auf Erdwegen bis zum Theater, beim Wagenfeld vorbei und in einer Rechtskurve wieder auf den Wall, insgesamt etwa 2,1 km. Ich machte mir echt Sorgen, dass ich mich auf dem Schotter hinlegen würde.

Insgesamt gab es 44 Minuten Zeit, wer innerhalb dieser Zeit die meisten Runden gefahren war kam in das „Play Off“, bei dem nur noch eine Runde gefahren wurde, um den Sieger zu ermitteln. Ich dachte, dass ich 10 Runden schaffen könnte. Wichtig war ja einfach nur sich nicht überrunden zu lassen.

Wie gesagt, ich stand nervös am Start und dann fällt es mir schwer mit anderen Menschen zu sprechen. Ich will einfach nur mit meiner Aufregung alleine gelassen werden. Leider gab es unsägliche Musik (We will rock you; Black Betty….) und dazu unsägliche Ansprachen und Race Infos. Es war genauso schlimm wie bei der Bremen Challenge 2014, als wir über eine Stunde im Startblock standen und mit Anekdoten aus dem Leben von Marcel Wüst unterhalten wurden. Boh, danach wusste ich echt alles über den Typ. Lustigerweise war damals und heute der Veranstalter derselbe.

Dann ging es los. Ich hatte einen Platz relativ weit vorne und kam schnell weg. Aber wer gedacht hätte, dass hier Ehrgeiz und Leistung keine Rolle spielt lag falsch. Vom Start weg setzte sich gleich eine gute Gruppe mit vier Fahrern ab, ich dahinter und hinter mir nix. Die vier arbeiteten gut zusammen, so dass ich alleine die Lücke nicht schließen konnte. Erste Runde in 4:04 min – das passte aber. Die zweite Runde bin ich wieder ganz alleine gefahren und das kostete wirklich Körner – aber immerhin auch in 4:11 min. In der dritten Runde kamen von hinten zwei schnelle Fahrer – der blaue Reiter hatte sich aus der schnellen Gruppe herausfallen lassen und führte nun den Herrn im Smoking heran. Dieser Gruppe schloss ich mich an. Aber leider nur für kurze Zeit, denn dann merkte ich, das mein Vorderrad platt war.
Raus aus dem Feld, Pause an der Parkbank. Schlauch und CO2 Kartusche dabei, aber keine Reifenheber, so ein Mist. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich wieder einsatzbereit war. Für die Runde brauchte in dann über 12 Minuten und das Playoff konnte ich mir abschminken.  Ich wollte aber trotzdem eine gute Leistung zeigen und hämmerte wieder rein. Eigentlich fühlte ich mich auch ganz zufrieden, dass ich als Rennradfahrer nicht die Klappradhierarchie störe.

Die nächste Runde war ich dann wieder alleine unterwegs in 4:35 min. Das Tempo konnte ich dann alleine auch in den folgenden Runden halten, die ich in 4:18 min und 4:25 min (Runde 6) absolvierte. Mittlerweile waren 33:35 min verstricken, also etwas mehr als 10 Minuten Rennzeit vorhanden. Da waren also noch maximal zwei Runden drin, was mich auf 8 Runden gesamt gebracht hätte – definitiv zu wenig für die Playoffs.

Die Entscheidung alles oder nichts zu geben wurde mir dann aber auch in der siebten Runden abgenommen, als diesmal der Hinterreifen platt wurde. Ich hätte mal doch die Reifen wechseln sollen, das hätte mir eine Menge Frust gespart.

Also rollte ich auf der platten Felge ins Ziel und gab auf. Da das aber mein erstes Rennen war und mich an sich gut geschlagen hatte, Spaß hatte und eine Menge netter Menschen um mich herum waren, hatte ich nicht das Gefühl einer Niederlage.

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Spaß mit Bart in hellblauen Socken.

Ne, ich fühlte mich ziemlich prima und schaute mir dann das Playoff an, für das sich neun Teilnehmer qualifiziert hatten unter anderem Axel, Karsten, der Herr in dem Smoking, der blaue Reiter, der Herr mit dem Brusttoupet, einer der Kölnern, einer der so aussah wie direkt aus Clockwork Orange (na ja es ging ja auch um britische Kultur hier) und der superschnelle der dann auch gewann.

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Der Superschnelle. Der Gewinner kurz vor dem Ziel, meilenweit vor dem Rest der Fahrer.

Prima. Ein sehr schönes Ereignis, da könnte ich mir vorstellen auch nächstes Jahr wieder zu fahren. Mit besseren Reifen, weniger Ehrgeiz und mehr Bart.

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RTF Barrien 2018. It never rains in Northern Niedersachsen.

Erstens: Man schaue auf den Screenshot der Wettervorhersage unten. 
Zweitens: Man errate, zu welchem Zeitpunkt die RTF Barrien stattfand.

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Genau. Start um Sonntag um 8 Uhr. Das erlaubt einem trocken dorthin zu kommen, um dann im Regen zu starten, im Regen die RTF zu fahren und dann im Regen nach Hause zu kommen.

Aber alles der Reihe nach. Die Wetterprognosen am Vortag ließen bereits nichts gutes erahnen. Immerhin fand ich eine, die eine Regenwahrscheinlichkeit von 51% voraussagte. Das heißt die Chancen, das es regnet standen nicht 50:50, bzw. 40:40, wie Lothar Matthäus das ganze einmal dramatischer formulierte, sondern etwas schlechter. Also Funktionsunterhemd an (als wenn ein normales Unterhemd keinerlei Funktion hätte, aber bitte), Windjacke in die Jerseytaschen gesteckt, zwei Trinkflaschen voll und ab morgens um 6:30 Uhr zum Treffpunkt an der Erdbeerbrücke. Auf dem Weg dorthin ging ich im Kopf kurz die Popgeschichte zum Thema Regen durch.

und natürlich

OK, ich gebe zu, dass einen Teil dieser Aufgabe nun Google für mich erledigt hat.

An der Brücke warteten bereits überwiegend optimistische Mantas. Der Grad des Optimismus zeigte sich an der Wahl der Kleidung (Einteiler oder Zweiteiler), bzw. an dem Vorhandensein einer Regenjacke (niemand). In etwas mehr als einer Dreiviertelstunde und 20 km waren wir dann am Start in Barrien, gerade noch rechtzeitig um nicht nass zu werden. Am Start war eine Bombenstimmung. Nicht.

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Bombenstimmung vor dem Start

Es waren deutlich weniger Fahrer da als in den Jahren zuvor, die deutlich mehr unter dem Vordach hingen und unschlüssig vor sich hin starten: Fahren, oder nicht fahren? Das ist sehr schade für den ausrichtenden Verein; gerade in Barrien wird sich immer besonders viel Mühe gegeben eine gute Veranstaltung zu organisieren und massenweise Kuchen heranzuschaffen.

Da waren bestimmt eine Menge zuhause geblieben und es fehlten viele bekannte Gesichter. Während einige Fahrer sich vernünftigerweise wieder in ihr Auto setzten und nach Hause rollten, hatten wir diese Alternative ja nicht, denn wir hätten ja auch durch den Regen fahren müssen. Also kann man auch gleich die RTF fahren, zumal es am Horizont so aussah, als wenn es gleich aufklaren würde (man musste allerdings sehr genau hinsehen). Und irgendwie passt das schon und überhaupt, jetzt war man schon mal da usw. Es ist jedes Mal exakt dasselbe.

Ich schätze einmal, dass um 8 Uhr am Start so etwa 100 bis 120 Fahrer standen als es los ging. Wie bei RTFs in Norddeutschland üblich wurden die Blocks A bis H alle gleichzeitig gestartet und es ging gleich im Sprinttempo los.  Vorne fuhren Achim und Mantas gleich von dannen; während ich ein wenig Mühe hatte an Schröder und Tanja in der zweiten Gruppe dranzubleiben. So bildete sich dann nach kurzer Zeit eine Gruppe von 16 Fahrern die überwiegend die ganze Zeit zusammenblieb. Vorne zog Maschine Schröder, dahinter Tanja, dahinter ich und in der zweiten Reihe links davon gab es vorne tatsächlich auch ein paar Wechsel.

Die ersten 40 km der RTF sind relativ bekanntes Gebiet bis nach Bruchhausen-Vilsen. Es gibt ein paar schöne Anstiege, ein paar schnelle Abfahrten und sonst das übliche was Niedersachsen zu bieten hat: Grüne Wiesen und grauer Himmel. In Berxen ging ich am Anstieg nach vorne, weil ich meine Bergqualitäten unter Beweis stellen wollte. Ich gab alles, nur am oben festzustellen, dass ich alleine war und wartete dann auch die anderen. So einen Blödsinn machte ich dann auch nicht wieder.
Die erste Verpflegungsstation hatten wir übersprungen, an der zweiten machten wir Halt, weil sich hier auch die Strecke teilte in die 75 und 112 km Varianten. Kurz vor der Station hatte es noch einmal richtig geregnet und ich konnte fast nichts mehr durch die Brille sehen.
Jemand rief: „Wer fährt die 75 km?“ Das ist außergewöhnlich mutig, etwa so, als wenn man auf eine Party geht und ein T-Shirt trägt:

„Ich bin ein pädophiler Scientologe.
Ach ja, und ich finde Atomkraft toll.“

Trotzdem rief ich „Ich“, denn sonst stehen da alle lange rum, bevor sie sich als 75 km Weicheier outen. Und mit Schröder und Tanja bekamen wir dann eine ganz ordentliche 8er Truppe zusammen mit der wir das Ding zu Ende fuhren. Am Ende im Regen sah ich fast nichts mehr, einige der Abfahrten waren wirklich grenzwertig. Aber immerhin war in 2:16 hr alles vorbei mit einem passablen 33er Schnitt ohne sich zu sehr zu verausgeben. Ja, ich weiß, 33 km pro Stunde. Das reicht noch nicht einmal für eine der schnelleren Gruppen beim RCB bzw. Nicht-RCB Montagstreff. So etwas fährt Maik über 330 km am Vortag bei den „Burning Roads“, um dann heute noch einmal 200km plus nachzulegen. Das ist auf der nach oben offenen Maik-Scala maximal eine 0,5.

Zurück am Start war immer noch nichts los. Normalerweise tummelt sich da die Dorfjugend und ehemalige Dorfjugend am Bierzelt, aber wir waren froh uns schnell wieder auf den Heimweg zu machen. Ich hatte immer noch meine beiden vollen Wasserflaschen dabei – nicht einmal was getrunken. Hätte ich mir genausogut direkt am Start in die Bekleidung kippen können – gleiche Effekt.

Zuhause angekommen, meinte meine Frau (die beste von allen) nur zu mir, ich sollte plus aufpassen, dass kein Wasser auf den Boden tropft. In meiner liebevoll ironischen Art antwortete ich, dass das ungefähr so sinnlos ist wie der Besatzung der Enola Gay von Hiroshima aus zuzurufen: „Hey. Macht hier bloss nicht so viel kaputt.“ Leider ist Ironie im allgemeinen und meine Art des Humors im besonderen nichts, was Japaner auch nur annähernd verstehen können. Glaubt mir, da habe ich 25 Jahre (verheiratet) bzw. 14 Jahre (Leben in Tokyo) Erfahrung mit.

Aber ich kann’s einfach nicht lassen. Genau wie diese bescheuerten RTFs im Regen zu fahren.

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Six Days Bremen.

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Großartiger Abend mit Hannes, Thomas und Attila (und Haake-Beck) am letzten Tag der Sixdays in Bremen.

Die Stimmung war gut, viele freundliche Gesichter getroffen (Didi, Jessica, Harald, Jendrik, Bo, Silke, Andi, Holger, Alexander, Christopher…) und das Rennen blieb für die Zuschauer spannend bis fast zur letzten Runde.

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Top Fahrrad-Blog 2017.

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Ist Cyclyng nicht geworden, allerdings sprang insgesamt ein dritter Platz heraus und in der Kategorie „Allrounder“ sogar der erste. Wow, ich fühle mich wie erschlagen vor Glück.

Top Fahrrad-Blog dritter Platz

Die Ergebnisse sind nun bei Fahrrad.de raus. Ich will ja jetzt nicht übermütig und arrogant werden, zumal das ohnehin in diesem Fall nicht angebracht ist. „Blogger“ verhält sich zu „You Tuber“ in etwa wie „Kreuzritter“ zu „Kampfdrohne“ – Die Idee mag edel und gut sein, aber eine wirklich erfolgreiche ist das nicht. Kaum vorstellbar, dass heute ein Blog ähnlich hohen Zuspruch wie zum Beispiel Freekickerz, oder Bibis Beauty Palace auf Youtube haben kann. Das liegt an zwei Dingen: Erstens ist Radfahren im Vergleich zu Fußball und Schminken eine Randsportart und zweitens, hat niemand mehr Zeit zum lesen und möchte stattdessen Videos schauen. Am besten in Häppchen von zwei bis drei Minuten. Da kann jetzt drüber lamentiert werden, das wird aber nichts ändern und am besten freundet man sich mit dem Gedanken an. Alternativ kann man natürlich auch einen Beschwerdebrief mit Feder und Kiel auf handgeschöpftem Büttenpapier auf Latein schreiben und per Fax an die Reichsbürgerregierung senden.

Das ist ein guter Zeitpunkt darüber nachzudenken, wie es mit Cyclyng weiter gehen wird. Denn Cyclyng ist nun nicht mehr nur der Name eines Blogs, sondern auch der Name unseres neuen Radsport Laden und Cafes in der Überseestadt, den Matthias und ich im Januar eröffnen werden.

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Cyclyng Bike & Cafe wird atmosphärisch anders sein als „There is no I in Cyclyng“, denn Matthias und ich schmeißen unsere besten Ideen die wir im Kopf haben zusammen und daraus wird etwas ganz eigenes und neues entstehen. Und das wird einiges von Matthias haben, der technische, schnelle Räder mag, und mir, der schöne, ungewöhnliche Räder viel abgewinnen kann.

Bei Cyclyng müsst ihr nicht ein Rad kaufen. Ihr könnt auch einfach vorbei kommen, um eine Tasse guten Kaffee zu trinken, andere Rennradler zu treffen und zu chillen. Oder ihr fahrt gleich bei uns los zum Training auf der Velotörnstrecke im Überseehafen.

Seit gespannt, wir halten euch auf dem Laufenden.

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The Rider. By Hannes Krabbé

Eins der schönsten Geschenke zu meinem Geburtstag war das von Hannes: Das Buch „The Rider“ von Tim Krabbe. Erstens, weil das ein gutes Buch ist, zweitens weil das ein wichtiges Buch ist, was man als Radrennfahrer einfach gelesen haben muss und drittens, na ja, weil es auch so ziemlich das einzige Geschenk war, was ich überhaupt bekommen habe. Geburststag im Alter sind halt nicht mehr so aufregend wie der Zwölfte zum Beispiel.

Außerdem ist Tim Krabbe auch der „nom du guerre“ von Hannes, mit dem er zum Beispiel bei Strava registriert ist.Was ihm dann ab und an freundliche Anfragen von wildfremden Menschen einbringt die sich fragen, warum der berühmte holländische Autor nun im Exil in Bremen lebt.

Die Handlung von The Rider ist sehr simpel: Ein Radrennen, die Tour de Mont Aigoual im Südfrankreich der Siebziger, bei dem der Autor letztendlich Zweiter wird. Wichtiger als die Handlung sind die Gedanken und die Atmosphäre während des Rennens, weil man die auch mehr als vierzig Jahre später sehr ähnlich empfindet und nachvollziehen kann. Kurz gesagt, was man heute so denkt beim fahren hat Krabbe vor 40 Jahren mehr oder minder auf den Punkt gebracht.

Heute waren Hannes und ich unterwegs im Süden und wir fassten so halbherzig den Plan, 2018 einmal die Strecke des Rennens von Krabbe nachzufahren. Es gibt dazu einen Track auf Gpsies.

Bildergebnis für tour de mont aigoual

Etwa 140 km mit 2.700 Höhenmeter, also durchaus schaffbar. Die Idee ist nicht neu, 2007 hat das z.B. Rapha schon einmal gemacht.  Die Siegerzeit im Roman ist 4:30 hrs, ich denke wir werden eher so um die sechs bis sieben Stunden brauchen. Die Gegend sieht auch extrem verlassen aus, da brauchen wir jede Menge Wasser und Riegel in der Jacke. Jedenfalls ist das schon einmal ein schönes Ziel oder ein schöner Traum für 2018 und heute auf der Strecke im Süden fühlten wir uns gleich wie in Südfrankreich.
Lustigerweise hat Bicycling Magazing gerade einen Beitrag über Tim Krabbe publiziert, der heute in Amsterdam lebt, 74 Jahre alt ist und den Reporter auf einer gemeinsamen Ausfahrt einiges abverlangt.

Think You Understand ‘The Rider’? Think Again.

According to its enigmatic Dutch author, Tim Krabbé, it’s often misunderstood. Our writer heads to Amsterdam to uncover the real meaning behind the cult classic.

OCTOBER 10, 2017
Tim Krabbe The Rider

 

They are, almost certainly, the most famous words ever written in any book about cycling:

Tim Krabbe The Rider
They are, of course, the opening words in Tim Krabbé’s The Rider, the cycling memoir masquerading as novel, originally published in the Netherlands in 1978. They perfectly set the tone for the book itself: laconic, filled with diary-like, banal observations, but then subtly exploding into terse kernels of truth, pathos, and caustic humor.

The Rider, which did not appear in English until 2002, has become a touchstone in cycling, passed like samizdat among a clandestine tribe. It wasn’t long after I set about trying to ride a bike seriously that I began to hear what sounded like a secret knock: “Have you read The Rider?”

For the uninitiated—and oh, what pleasures await!—The Rider, all 148 pages of it, as lean and purposeful as a time-trial bike in a wind tunnel, is a kilometer-by-kilometer account of an amateur bike race in a sleepy corner of the south of France in the summer of 1977.

The “rider” the book follows is one “Tim Krabbé” as, over the course of five hours, he engages in a protracted struggle, mental as much as physical, in the Tour de Mont Aigoual. The race, now lost to history, once wound its way through the cols and valleys of the Cévennes. His antagonists are a group of breakaway riders: his rival Barthélemy; the friendly Despuech, whose “specialty was the sprint for sixth place; in that he was truly invincible”; the “wheel-sucker” Reilhan; and the mysterious future pro in the “Cycles Goff” jersey.

What makes The Rider so great—beyond the immediate dramatic arc of its sporting narrative—is the way it captures, at such short length, the entirety of the cycling experience. There are the little Zen koans of wisdom about race tactics: “Always attack as late as you can, but before the others do.” There are the litanies about what goes on (or does not) in a rider’s mind: “On a bike your consciousness is small. The harder you work, the smaller it gets.” There are the quirky rituals riders go through, like new bar tape “for morale,” or how Jacques Anquetil was said to move his bidon to his jersey pocket on climbs so his bike would weigh less. Suffering is celebrated (“I’m the only rider in the world whose pain I’ve ever felt”), but secrets are also confessed—like silently wishing for a puncture so you could just end the suffering with dignity. There are the brief asides that perfectly illuminate the oft-perverse dynamics of the sport; e.g., the 1976 Tour of Flanders, when Freddy Maertens and Roger de Vlaeminck let a group of escapees go because neither wanted to help his rival win—hence they both lost. And, lastly, the Nietzschean fulminations about the soft underbelly of modern life. “People have become woolly mice,” Krabbé writes. “They still have bodies that can walk for five days and four nights through a desert of snow, without food, but they accept praise for having taken a one-hour bicycle ride.”

The book more than gets under your skin, it gets into your blood. The journalist Max Leonard, author of Lanterne Rouge and Higher Calling, tells me that he read The Rider “pretty early on,” and then, years later, when he reread it, “got really annoyed and disappointed” to find that much of what he considered to be his own original thoughts about cycling were “things I had just assimilated from the book.”

Rereading it myself recently, I found myself nodding in agreement at any number of things I had forgotten from the book, but often experienced in real life. Like how a fellow racer in the Tour de Mont Aigoual tells our rider at the start line how little time he has had to train. “All riders say that, always,” writes Krabbé. “As if they’re afraid to be judged by that part of their ability they can actually take credit for.”

Tim Krabbe The Rider
Krabbé at home in Amsterdam.
Almost from the start, “The Rider” became something more than a book. It became a rite of passage.

The book has had a wide and profound influence. Laurens ten Dam, the Dutch pro rider with Team Sunweb, recounts via telephone from his team bus at the Tour of the Basque Country this past spring, that when he was growing up, as a fan of racing but not yet a racer, information about cycling, in those pre-internet days, was a bit thin on the ground. He haunted the library. “There was nothing but books about cycling,” he says, “and everything you could get in your hands was like gold.” One of those books was The Rider, which he says he has “reread like 10 times.” While his younger, non-Dutch teammates may be less aware of it, ten Dam says, “every Dutch guy who’s a little into cycling knows the first five sentences of the book.”

The book’s cult began to spread more widely when, after more than two decades, it was finally translated into English (wonderfully, by Sam Garrett). That only happened once Krabbé—already well known in the Netherlands as not only a novelist, but also a chess master—had become relatively famous, following the successful film adaptation of his book The Vanishing, the disturbing tale of a woman’s kidnapping in the south of France at a highway rest stop (in the film, on which he has a writing credit, the couple has bikes on the roof, and the Tour de France plays on the radio in the background).

One of the people who discovered The Rider when it finally appeared in English was Simon Mottram, the founder and CEO of Rapha. The translation was published just as Mottram was putting together ideas for his new company. “I read it cover to cover in two hours and thought, thank God, somebody has totally articulated—totally nailed—the fundamental appeal of road cycling and road racing,” he says. The book was mainlined right into the company’s DNA. For its first photo shoot—the first of the soon-to-be-iconic paeans to beautifully lit, grainy suffering—it sent two riders and a crew to the very site of Krabbé’s race. All new Rapha employees are given two books: Built to Last, a business book, and The Rider. “All of bike racing is in that book,” he says. In Rapha’s early days, the company even sold it on its website, where Mottram says it sold more briskly than on Amazon. “To say we are fans,” he says, “would be an understatement.”

Mottram has always thought the book would make the “perfect” film. “The film would be interesting to people who weren’t cyclists,” he says, “because it’s actually about suffering, and application, and struggling against yourself.” Film rights actually have been purchased by a film composer named Michael Rohatyn. As I discover when I call him, he lives on my very Brooklyn block. While not a fanatical rider himself, he sees in The Rider “the potential for a great sports movie, like Downhill Racer.” It could have been about tennis, he says, about anything. “This is really about mental breakdown and self-punishment and that feeling of frustration of being who you are.” Krabbé writes in The Rider, as he is eclipsed by the pack in a flashback to a race before the one in France: “I’d given up a few thousand hours of my life to prove that I belonged with them, and now it turned out that this was not the case.” (As for the film, Rohatyn says, “It’s moving along.”)

Simply talking about the book, says Rapha’s Mottram, “makes me think I need to go out and ride it again.” He means read it, of course, but the slip, Freudian perhaps, is entirely understandable. For nothing else you will read feels as much like riding.

On a crisp spring morning, I am on a bike waiting at an intersection in Zeeburg, a neighborhood on Amsterdam’s east side, watching the city’s teeming two-wheeled morning commute. “Tom?” I hear, as Tim Krabbé rolls up on an Eddy Merckx road bike, tanned, thin, with no sunglasses, his bushy, grey-flecked eyebrows and twinkling eyes peeking out from his helmet.

He looks both ways, then rolls through the red light, motioning me forward. “I’m known,” he says, as we settle in, two abreast, “for not waiting for red lights.”

With the 40th anniversary of The Rider approaching, I had come to Amsterdam to catch up with this writer/racer/chess master, who has always been something of an enigma in the US. Could he still be riding? What does he make of the book’s curious four-decade journey? Which of the characters in the book were real, and which were ghosts of Krabbé’s imagination?

Tim Krabbe The Rider
“With every novel, you’re not a domestique of reality,” Krabbé says. “You’re the boss of the story.”

We’re heading to the meeting spot of the Tuesday ride with his cycling club, the Windjammers, a wide-ranging group of locals (Dutch nationals and expats). Krabbé tells me that, as of last December, he has “retired” from the Windjammers’ “A” squad, as he terms it, which does a harder, faster ride on Thursdays. In my honor, however, in addition to the fact that he will be turning 74 this Thursday, he has agreed to do both.

The ride is a 45-mile loop around the “waterlands” north of the city. It’s all narrow roads, flat green polders, some archetypal tulips, tidy houses on canals, cows, minor ascents of earthen dikes, and wind—the legendary “Dutch mountains” and “Dutch descents.” The first thing I notice about Krabbé is how strong he is, unafraid to take lengthy pulls up front, even to take on a sprint or two. As the ride continues, I never seem to find him alongside me so I watch from a distance as he banters and jokes with the peloton, mostly in Dutch, a combination of slightly cantankerous (and essentially deaf in one ear) elder statesman and merry prankster.

Paul Santen, a former Dutch Basketball League player and now a sports marketer who helped found the group a few years back (the name, he says, is a mashup of Holland’s seafaring past, the fact that many of its riders seemed to be tall—like the ships—and the idea that “that’s what we do, we literally jam the wind”), tells me, as we stop at a member’s farmhouse midride for coffee and cake, that he met Krabbé one day six years ago by chance at a red light. “One of the few that he stopped for,” he jokes. Santen, well aware of who he was, invited him to join the group. “He was still racing,” he says, “and he said he’d be happy to join.” On the first ride, Krabbé crashed and badly bruised his ribs. “I thought, oh no, not him,” says Santen. “He’ll never ride with us again.” After finally quitting racing in 2012, Krabbé kept riding with the Windjammers—and kept crashing (five times last year). “He’s a man of steel,” Santen says, in a tone of sober awe. At Krabbé’s “retirement” dinner, a Windjammers member (a musician) penned a Dylan knockoff, “Jamming in the Wind,” as a tribute (sample lyric, in honor of his erratic wayfinding: “How many roads did he try in the North, before he knew his way around?”)

In Amsterdam, everyone seemed to have heard of Tim Krabbé—for different reasons. The manager at the Rapha store tells me she used to ride with the Windjammers. “Oh, yes, Tim!” When I told a professor at a local polytechnic I was meeting Krabbé, he said: “The chess player?” A friend I had dinner with smiled in recognition and said “Het Gouden Ei!” (or, The Golden Egg, the original title of The Vanishing). Someone else pointed out that Krabbé had written the Boekenweekgeschenk—the “book gift” that is given away with every bookstore purchase during an annual literary festival in the Netherlands. One night, at De Kring, a members-only literary club to which I had wrangled an invitation (Krabbé himself is a member), an older man in a tweed suit, after he had asked why I was in town, said “ah, De Renner”—as The Rider is known in the Netherlands.

After the ride, Krabbé—this man of many guises—and I return to his apartment, on a high floor of a large, modern black high-rise on KNSM Island, in the city’s far eastern reaches, one of a series of infill projects constructed on islands originally built to deflect waves. His living room is dominated by a sweeping view of the IJ River and the flat waterlands beyond. “This is the widest part of the water,” he says, gesturing below. “Where cruise ships turn around. It takes them three-quarters of an hour.” When he was married (“luckily,” he notes, “my ex-wife is one of my most important friends”), he lived in a narrow canal house on the Leidsegracht, in the city’s center. “It was very nice, but in some ways it was like a cage—on the brightest summer day, you needed artificial light.”

I get the sense that he likes being in this watery aerie, far from the town center (but close to the best cycling), where he can work on his next book (“800 pages,” he jokes), play internet chess, and slip out for Windjammers rides. On the wall is a painting of a boy, which Krabbé tells me is of his son, Esra, painted by Tim’s father. When he was in his teens, Esra (until then a “completely non-academic guy,” Krabbé says), developed an obsession with Japanese games and martial arts. It was no passing fancy: He began to learn the language and then moved to Tokyo to attend high school. He still lives in Japan, speaks Japanese better than Dutch, and, carrying his father’s athletic genes, has done competitive karate and kickboxing. Last August, Esra and his wife had twins, adding another facet to Krabbé’s profile: grandfather.

Tim Krabbe The Rider
“You don’t have to like whaling to like Moby Dick,” Krabbé says. “And you don’t have to like cycling to like my book. Of course, it helps.”

Krabbé was born in Amsterdam to an artistic family. His father was a noted painter, his mother a translator. His brother, Jeroen, is a well-known actor (among other roles, the archetypal Bond villain in The Living Daylights). Krabbé had two early passions, writing and chess. His first novel was published, to some success, when he was 23, even as he was on the competitive chess circuit, playing in the finals of the Dutch championships. Sensing that he wasn’t quite good enough to make it at the very top levels, he gradually began to withdraw from competitive chess.

And besides, something else was beginning to occupy his time, and his mind: cycling. He had always been interested, as a spectator, in racing, but he began, in the early 1970s, to test himself with solo time trials, trying to top a friend’s time on a route. Of course, in the era before GPS and Strava, even figuring out the exact length of a route was a challenge. In a passage in The Rider (which, like most of it, he says, is true), he describes riding with a bag of matchsticks. Every 100 pedal strokes, he would drop a match. At the end, he counted the leftover matches, multiplied by one hundred, multiplied all that by 5.39—a figure taken from the gearing ratio and the wheel circumference—and had his exact length. “I’ve always been a numbers guy,” he says, shrugging (small wonder, then, to find him on Strava, with some 39,000 lifetime miles.

He broke his friend’s record on a hybrid bike, wearing tennis shoes, in the early 1970s. “I noticed that I wasn’t that bad.” The training got more serious. A new, not fully elite-level racing category for amateurs was unveiled in the Netherlands. “I think with real top-level amateurs I would have been dropped too many times to start to like it,” he says. The education came quick. “I didn’t even know what type of race I’d be racing.” He was dreaming, he says, of the Tour de France, climbing Mont Ventoux. Instead, he got brutal Dutch criteriums, 100 laps, 400 corners—“every corner was a sprint!”

But results began to come, 12th or 13th out of fields of 80. “I got in breakaways, I got in decisive breakaways. It was great!” After a few years, he moved to France, with the idea of combining writing and riding. The latter seemed to take over. In 1977, he had the “essential writer’s thought: I experienced something strange and interesting—so let’s write about it!” That something was cycling.

He wrote The Rider in the winter of 1977–78. “The race in the book was my 309th race,” he says (he keeps a diary of all his rides). “I knew I could not win the race, of course,” Krabbé says. “That would have been a disgusting book. But I knew I had to play some important part.” The race in The Rider is, he says, “90 to 95 percent real. If I had to change reality for the sake of a good story, I did,” he says. “With every novel, you’re not a domestique of reality. You’re the boss of the story.”

He sent it to a publishing friend interested in literary sports books. But upon its release, he says, he insisted he did not want to be interviewed in the sports pages of newspapers. He wanted it to be thought of, simply, as a novel. “I did not write it for cyclists,” he says. “You don’t have to like whaling to like Moby Dick, and you don’t have to like cycling to like my book,” he says. “Of course, it helps!”

The book landed in the Dutch Top 10. He was invited to write newspaper columns on cycling, offer commentary on the big races. But in 1980, he called it quits on racing. “I stopped, rather suddenly, because,” he says, fidgeting with a small pile of toothpicks, that he long ago broke into pieces, on the table before him, “I was aware there were other forms of life.”

Almost from the startThe Rider became something more than a book. It became a rite of passage. Krabbé began to receive postcards from Dutch cyclists who had done the route of The Rider. Over time, these pilgrimages became more regular, more popular, and more official. When I talked to Max Leonard, he was on the verge of taking some journalists down, on behalf of Rapha, to ride the route (not for the first time). Leonard describes the area as “rustic,” a bit “spooky,” and doesn’t think “you could really ask for more from a 137-kilometer ride—fantastic scenery, no cars whatsoever, flats with beautiful meadows.” As described in the book, the topography messes with your head. “You do all of your flat riding at the top,” says Leonard, “then go down into deep valleys, and up again.” As Krabbé writes: “The cols here are made of air and lie upside-down in the landscape.”

In 2003, on the 25th anniversary of The Rider, fans of the book organized a Tour de Tim Krabbé, which became an annual event in the 2000s. As part of the festivities, Krabbé, then 60, and a self-described “fat, old guy,” was riding the route—in a car. “I started to get really jealous of these guys,” he says. “They were riding my roads.” He idly began talking to someone about training. “He said, if you’re really prepared to work for it, then you can do it.” And so his “second riding life” began. He started running to lose weight (“it’s more efficient”), then began entering master’s races. This culminated in a second-place finish in the World Championships in Austria. “I could have been world champion!” he says, laughing. “It would have been a little ridiculous, age 65 plus—but there were guys from all over the world.”

His strength on the bike is evident on the harder Thursday Windjammers ride. After a long winter on the indoor trainer, I find it unnerving to be barreling down narrow Dutch lanes, my sight obscured, the warnings called out in Dutch, the group packed tight as canned mackerel, half-wheeling and all, fighting the savage headwind blowing in from the North Sea. As Krabbé writes in The Rider, “if there’s one thing Dutchmen know how to do, it’s form a paceline.” At some point, we turn onto another broad, flat road, this time attacked by a merciless scything crosswind. The group slips instantly, silently into an echelon formation; unprepared for the shift, I find myself isolated, and then spit out the back, dropped by this cagey grandfather and his mates.

Back at his apartment, I challenge the master to a few games of chess. Again I fall to a strategic blunder. “The queen can also go backwards,” he says, sighing, as he captures a key piece. There is a well-worn saying in chess, “the winner of the game is the person who makes the next-to-last-mistake.” I tell him it sounds like something from bike racing—like someone attacking too early on a big climb. Does he see a comparison? He wrinkles his face and makes a guttural “bah” noise that signals an oncoming blast of invective. “Once you start explaining things you degrade them. They’re only what they are in themselves.” Chess, he thunders, is “absolutely not a sign of intelligence!” It is not a metaphor. What makes it interesting are the discrete moves that can hardly be explained to people who do not play.

Similarly, the Krabbé of The Rider is always lamenting the inability of the outsider to comprehend the tactics, or motivations, of riders. Why risk a mass sprint for seventh place, he wonders—“how long before I run into someone who knows how good that was?” When a man watching the race shouts “Faster!” Krabbé responds with pity: “Probably thinks bicycle racing is about going fast.” A girl who shouts “Allez!” triggers a rant about how racing has become just another cliché. “Never will I be able to make it clear to her that I don’t race because I wanted to lose weight, because turning 30 horrified me, because I was dissatisfied with café life, because I wanted to write this book, or because of anything else at all,” he wrote. Why, then, does he do it? “Purely and simply because it’s road racing.”

That same fierce purity animates The Rider. “That’s what makes it a good book,” he says, pounding the table, “if I’m allowed to say that. It’s not an excuse for something else, it does not have a social background, it does not try to say anything about humanity. It’s just about a race.” The way Moby Dick was just about a whale.

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RCB. Montags.Kante.

Diese Woche Montag war das vermutlich letzte RCB Montagstraining in diesem Jahr. Ich wollte unbedingt hin, um fit für den Münsterland Giro am Tag der deutschen Einheit zu sein, konnte aber nicht pünktlich um sechs da sein, da ich länger arbeiten musste.

Also um halb sieben auf’s Rad und dann gegen die Richtung der Trainingsrunde gefahren, um irgendwo eine Gruppe zu finden und dann mit der weiter zu fahren. Über Timmensloh und Grasdorf Richtung Wilstedt. Niemand kam mir entgegen.

Keiner. Die ganze Runde zu Ende gefahren, auch als anfing zu nieseln und es dunkel wurde. Zuhause nach prima Cross Kante vom vielen nassen Dreck auf der Straße.

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RTF Lauenau. 2017.

Gemeinsam mit 2014 und 2016 war 2017 die RFT Lauenau nicht nur die beste RTF in Lauenau, sondern auch die beste RFT 2017 überhaupt. Ein Loblied auf Lauenau, nach eigenen Angaben, „Heimat der Sitzmöbel.“

In Lauenau sitzt das Unternehmen Casala. Nie gehört? Aber vielleicht gefühlt, denn auf Produkten von Casala durften viele von uns vier Jahre lang sitzen.

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Hier sass einmal Thorsten Legat – auf „Kasalla“ Schulmöbeln.

Morgens um halb Neun ist von Kasalla in Lauenau noch wenig zu spüren. Träge dümpelt das Mineralwasser im Mineralwasserbad vor sich und wartet auch die ersten Besucher. Genau drei kamen am Sonntag, wie uns einer der Organisatoren später verriet, deutlich mehr um an der RTF von Victoria Lauenau teilzunehmen.

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Es ist kalt und wir sind mit einer ganzen Gruppe von Bremern da. Also nicht die, die ich gefragt hatte, mit Ausnahme von Hannes und Stefan, sondern die, die wir im Laufe des Tages kennenlernten: Ein RTFler, der mich von der Butterkuchenfahrt kannte und drei weitere die, nach eigenen Angaben, entweder auf dem Wümmedeich, oder in den Alpen fahren. Doch das wissen wir alles erst nachher. Jetzt müssen wir drei erst einmal bei 7 Grad losfahren; es ist kalt und wir haben noch 150 km und 2.000 Höhenmeter vor uns.

Obwohl wir mit die letzten sind, die an den Start gehen, überholen wir schnell auf der Landstraße raus ein paar andere Fahrer die noch kurz vor uns gestartet sind. Keiner ist schnell genug, oder hat Lust mit uns zu fahren, bis auf Racer X aus Wedemark. Wir wissen bis heute noch nicht, wie Racer X im richtigen Leben heißt, aber bei uns ist es mittlerweile eine alte Tradition alle unbekannten Mitglieder in einer Radgruppe als Racer X zu bezeichnen.  Ein Name, der übrigens von Tom Hanks ( ab 0:57 min) erdacht wurde.

Jedenfalls blieb Racer X an uns kleben und so wurde aus einer Dreier-, eine Vierergruppe mit der wir uns in den ersten Hügeln richtig gut warm fahren konnten. Direkt am zweiten Hügel, ich war eigentlich vorne und wollte das Tempo angeben, ging mir so richtig die Luft aus. Ich brachte einfach keine Kraft auf die Pedale und fuhr langsam und dann auch noch am Limit. Alle überholten mich und ich fiel einige zehn Meter hinter unsere Gruppe zurück. Das war ungewohnt und bitter – woran lag es bloß? Nicht genug zum Frühstück gegessen? Eine Erkältung im Anmarsch? Ein Fluch der auf diesem Hügel liegt und alle trifft, die mehr als zehn Jahre in Japan lebten? Wir werden es niemals wissen, aber es kratzte deutlich an meinem Selbstbewusstsein. Und so machten wir zum ersten Mal überhaupt bei dieser RTF am ersten Kontrollpunkt in Hemeringen Pause und tankten leckere Schmalzstullen.

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Hemeringener Schmalzstullen

Dann ging es schon besser. Nach 57 km kamen wir zu dem nächsten Verpflegungspunkt in Friederichshöhe, an dem wir prompt vorbei fuhren. Eigentlich hatten wir uns abgesprochen, dass wir dort nicht halten wollten. Und 50 Meter vor uns fuhren die rot-weißen, die wir nun zum zweiten Mal einholen wollten. Tatsache ist aber leider auch, dass die Strecke dort nicht einfach geradeaus weiter geht, sondern man am Kontrollpunkt links abbiegen muss. Da wir aber weiter geradeaus fuhren, hatten wir uns nun auf die sehr seltene, aber auch schöne 155 km Runde begeben. Ebenso wie die Rot-weißen. Also zurück zum Kontrollpunkt und weitere Schmalzstullen.

Dort klagten uns die Organisatoren ihr Leid: Immer weniger Helfer sind bereit eine RTF zu organisieren, einige RTFs sind bereits komplett eingestellt worden oder finden nur noch im zweijährigen Rhythmus statt, die Adlerrunde im Harz soll 2018 komplett ausfallen. Und nachher am Ziel erzählte man uns, dass weniger als 300 Teilnehmer 2018 dabei waren, „wir hatten schon einmal über 450„.

Das kann eigentlich nicht wirklich verwundern, wenn man einmal schaut wer und was bei einer RTF mitfährt: Da ist fast niemand dabei, der unter 40 Jahren alt ist, und vielleicht liegt es auch daran, dass ich dieses Jahr so viele neue Räder geschaut habe, da fahren ja fast nur Alu Räder die zehn Jahre plus auf dem Buckel haben! Und genauso sieht es natürlich auch bei den Helfern aus, bloß, dass die noch einmal 20 Jahre älter sind. Nicht als die Räder, sondern als die Teilnehmer.

Das ist alles schade und beklagenswert, oder man macht etwas dagegen. So wie der RCB, dem es 2017 ja gelungen ist, seine eigene RFT in Bremen erstmalig erfolgreich durchzuführen.

Zurück zur Strecke: Nun kamen wieder ein paar fiese Anstiege, zum Glück war ich nun auch deutlich besser drauf. Gerade rechtzeitig, um die schönsten Passagen dieser RTF zu geniessen.

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Lieblich geschwungene Hügel so weit das Auge blicken kann.

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Hannes bei der Abfahrt

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Hannes, nach dem Anstieg.

Ich mag diesen Teil besonders gerne, weil sich kurze Anstiege auf wenig befahrenen Straßen mit schnellen Abfahrten und schönem Blick auf die hügelige Landschaft abwechseln. Wie gerne würde ich in so einer Gegend leben und fahren, allerdings sollte so etwas wie Bremen doch auch gleich um die Ecke sein.

Stefan meinte zu recht, dass die Gegend doch sehr abgelegen ist und man sich fragen muss, wer da in zehn, zwanzig Jahren überhaupt noch wohnen wird. Sehr deutlich wurde das in Thevenhausen, am nächsten Kontrollpunkt. Hier ist ein Foto der örtlichen Metzgerei, aufgenommen im letzten Jahr bei der RTF.

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Metzgerei Goksch in Thevenhausen, 2016

Und hier Goksch noch einmal 2017:

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Metzgerei Goksch, Thevenhausen 2017

Will sagen: Wirklich viel passiert da in Thevenhausen nicht. In Japan, wo ich lange gelebt habe, ist dieses Problem noch deutlich ausgeprägter, da die Bevölkerung im Vergleich zu Deutschland dort früher angefangen hat schneller zu altern. In einigen Regionen gibt es Dörfer die komplett aufgegeben wurden, Dörfer in denen die Schulen seit Jahren verrammelt sind und nur noch Menschen über 60 Jahre wohnen und Kleinstädte in denen die Hälfte der Geschäfte verrammelt ist.

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Kabira, Ishigaki. Aufgegebene Schule.

Gegenüber der Metzgerei Goksch in Thevenhausen ist der Kontrolpunkt der RTF. Da steht ein Haus. Hm, dachte ich immer, also so ein normales Haus, da wohnt irgend jemand drin, der mit der RTF irgendwie zu tun hat. Nö, auch hier wohnt niemand mehr, aber die Toilette funktioniert noch. Hier riecht es nach Moder im Teppich und Schimmel auf Tapete. An den Wänden hängen Relikte der Vergangenheit.

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Wir machten uns dann auf die zweite Runde um das Kalletal, die die zusätzlichen 30 km der 150er Runde im Vergleich zur 120er bringt. Wieder durch diese tolle Landschaft.

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Nach dem zweiten Stop in Thevenhausen folgt eine „Transferpassage“ über Varenhold, Möllenbeck und Exten nach Großwieden zur Fähre über die Weser. Diesen Teil finde ich nicht so prickelnd. Es geht durch so ein Gewerbegebiet, wo ich schon einmal den Abzweig nach links verpasst hatte. Aber er war aber aus psychologischer Sicht recht interessant, da zum ersten Mal vor uns eine rote Ampel auftauchte. Fährt man in einer Gruppe mit Fahrern zum ersten Mal, sind ja die Regeln, was das anhalten bzw. überfahren von roten Ampeln angeht, noch nicht etabliert. An sich müsste man ja anhalten, aber Tatsache ist ja auch, dass man auch gerne mal drüber fährt. Aber wie werden die Anderen darauf reagieren? Gibt es dann gleich einen Rüffel, wird man aus der Gruppe ausgeschlossen, oder handelt man sich, wie letztes beim Silbersee Triathlon, eine „disziplinarische Maßnahme“ ein wegen „Verdacht auf Missachtung einer roten Ampel“.

Racer X war vorne und schaut sich mit schlechtem Gewissen um. „Los, weiter!“ schallt es von hinten.

Die Weserfähre in Großwieden ist ein weiterer Höhepunkt dieser RTF. Zum Glück liegt der Kontrollpunkt nun seit einigen Jahren auf der Seite, auf der man auf die Fähre warten muss, so dass sich warten, essen und trinken miteinander kombinieren lassen. Die Kontrollstation ist in eine „Schutzhütte“ integriert. Die brauchten wir auch, denn es fing nun heftig an zu regnen.

Als Bauingenieur muss ich hier mal sagen, dass diese „Schutzhütte“ echt mies ist. Sie besteht aus drei Wänden, die aus Garben (also Drahtkörbe mit Steinen gefüllt) gefertigt sind und einer offenen Seite nach vorne. Darüber spannen sich Stahlträger, die ein Glasdach halten. Das ist alles sehr aufwändig und teuer und 50% der überdachten Fläche besteht aus diesen dicken Wänden, die ja, im Gegensatz zu den Menschen dort, keine Überdachung brauchen. Wir waren zu viert, plus drei Personen am Kontrollpunkt und ein Hund und wir passten so gerade unter das Dach. Mein Prof hätte die Hände über den Kopf zusammengeschlagen und mal wieder etwas schlechtes über Architekten gemurmelt.

Im strömenden Regen setzten wir dann über die Weser, die Überdachung der Fähre bot einen vergleichsweisen guten Schutz.

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Weserfähre bei Großwieden

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Stefan, Racer X, Hannes und ich (v.r.n.l)

Zehn Minuten später waren wir bis auf die Socken nass. Zum Glück ging es jetzt auch auf die Schaumburg, so dass wir wenigstens warm blieben. Ich fuhr vorne weg, das Selbstbewusstsein war immer noch nicht ganz wiederhergestellt und die anderen hinterher. Hier ging gar nichts mehr im Wiegetritt, denn die Straße war nass und glitschig und verlangte einiges an Konzentration. Und ist man dann endlich an der Schaumburg, geht es noch ein ganzes Stück weiter, das hatte ich komplett vergessen.

Auf der anderen Seite geht es dann schnell runter. Dieses Jahr nicht ganz so schnell, weil die Straßen nasse waren, aber erstaunlicherweise hörte der Regen auch wieder auf und der Asphalt wurde trocken. Es war so, als wenn die Wolken an der Schaumburg hängen geblieben wären. Alles war gut, wir waren nass, aber jetzt konnten wir schnell ins Ziel fahren.

Dachte ich. Denn dann fing es wieder an richtig zu regnen. Heftig. Racer X fuhr neben mir und ich sagte zu ihm „Jetzt fehlt nur noch ein wenig Hagel.“ Und prompt fing es ein paar Minuten später an zu hageln. In so einem Wetter bin ich auch noch nicht gefahren. Ich ersparte mir einen Kommentar a la „Wenn es jetzt noch zu blitzen und zu donnern anfangen würde…“ denn ich wollte lebend nach Hause.

Und so kamen wir endlich am Ziel, dem Mineralbad wieder an. Racer X zog es gleich nach Hause, Hannes und ich duschten erst einmal und dann bestellten wir erst einmal Würstchen und quatschten was. Am Kuchenbuffet war das Blech mit Mohnkuchen schon komplett weg, Zetschgen ebenfalls, nur noch Apfel/Rosinen und „Streusel Melba“ war noch da, was etwas über die Beliebtheit der verschiedenen Kuchensorten aussagte. Ich bin ja auch der totale Mohnkuchen Typ, machmal stehe ich sogar nachts auf und hole mir den, genau wie Ulricke Jockiel sich die Yogurette holte.

Danke an Hannes, Stefan, Racer X und den Viktoria Lauenau für diese denkwürdige RTF.

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