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Ausfahrten und Trainings in Bremen

German Folding Bike Open 2018. Bremen.

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In Bremen finden jedes Jahr drei für Radfahrer interessante Wettkämpfe statt: Der Velotörn, ein Rennradrennen, der Citytriathlon, bei dem man in der Staffel das Rad fahren kann und die German Folding Bike Open. Letzteres verspricht am meisten Spaß.

Nachdem es einige Gerüchte gab, dass der Velotörn dieses Jahr nicht stattfinden wird, scheint nun alles in trockenen Trikots zu sein und die neue Strecke kann sich auch sehen lassen – sie beinhaltet wie die frühere Bremen Challenge einen Abschnitt über die Hochstrasse und den Remberti-Ring. Ich habe mir mal die Mühe gemacht die Strecke auf Strava zu einer Route zu basteln, da die Beschreibung auf der Velotörn Website eben nur eine schriftliche Beschreibung ist. Prima, gut dass das Rennen wieder stattfindet.

Der Citytriathlon hat sich als feste Veranstaltung etabliert. Seit 2011 bin ich in verschiedenen Staffelteams dort gefahren und auch mehr oder minder erfolgreich. Auf dem Blog hier gibt es dazu jede Menge Berichte.

Bei der GFBO bin ich allerdings noch nie gestartet. Es gab sie zunächst als Brompton National Championship (2014,15) und nun zum dritten Mal offen für alle Klappradfahrer. Ich habe zwar ein sehr schickes Faltrad, ein selbst gebautes Moulton TSR9 mit einem riesigen 61er Kettenblatt vorne (War übrigens auch ein riesiges Geldgrab), aber den Termin habe ich immer verpasst. Als ich am Mittwoch so vor lauter Langeweile im Internet blätterte wurde ich darauf aufmerksam, dass schon vier Tage später der Wettkampf ist. Da ich ohnehin dachte, dass die Veranstaltung längst ausverkauft ist melde ich mich Spaßeshalber an … und bekam gleich am nächsten Tag die Zusage. So ein Mist, damit hatte ich nicht gerechnet.

Also musste ich erst einmal das Moulton klar machen, wozu ich nun so gar keine Lust hatte. Also ließ ich alles so wie es war. Auch die sehr anfälligen, sehr dünnen Schwalbe Ultremo Reifen da ich keine Lust hatte die dickeren Kojaks zu montieren. Und die Schaltung stellte ich dann 15 Minuten vor dem Start auf einer Parkbank ein.

Tja, und dann musste ich ja auch noch trainieren. Als ich mich das erste Mal nach langer Zeit auf das Moulton setzte knallte ich fast den Bordstein runter und hätte mich um ein Haar hingelegt. Aber mit der Zeit (also am Donnerstag, Freitag und Samstag) klappte es immer besser auf den Ausfahrten in der Umgebung.

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Nein. Das ist nicht der Schattenmann.

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Da das ja mein erster Ausflug in die Klappradszene war, stellten sich mir drei entscheidende Fragen:

  • Darf ich ohne Bart überhaupt starten?
  • Wie ehrgeizig soll ich die Sache angehen – oder falle ich da negativ auf als Spassbremse wenn ich zu ehrgeizig bin? Und davon abhängig:
  • Was ziehe ich bloß an?

Ich ging auf Nummer sicher: Vollbart und schickes Haiwaiihemd auf der einen, aber eine gute Radhose und Klickpedale auf der anderen Seite. So machte ich mich auf den Weg zum Wall.

Dort war es schon recht voll und eine lustige Meute versammelt. Insgesamt war die Stimmung deutlich besser als bei einem klassischen Rennradrennen, oder einer nordeutschen RTF – im Ehrgeiz der Teilnehmer gibt es ja da keinen Unterschied und jeder Mitfahrer den man nicht persönlich seit 10 Jahren kennt wird als unfairer Konkurrent eingeschätzt. Also unfair heißt: Könnte unfairerweise schneller sein.

Ich wurde gleich angesprochen und viele Zuschauer und Fahrer bewunderten das Moulton – von denen nicht zu viele da waren. Die meisten Teilnehmer fuhren Bromptons, einige Dahon, Tern oder Riese und Müller. Und sehr sehr viele aufgemotzte alte Klappräder, teilweise mit Carbonfelgen, Dura Ace Kurbeln und Zeitfahrlenkern. Einige fuhren auch Klappräder mit 26 Zollrädern, was eigentlich unfair finde (könnten schneller sein als ich).

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3 Moultonfahrer und vier Moultons: Dreimal TSR und ein altes, weißes aus den Siebzigern

Es waren eine Menge Leute da die ich kannte, Axel und Karsten aus der Klappradszene, aber auch Lena, Harald, Didi + Fräulein Didi, Niels, Mikele und andere die ich mehr mit „Rennrädern“ in Verbindung bringe. Die Teilnehmer ließen sich in drei Gruppen aufteilen, lustigerweise sehr ähnlich zu der Situation an einer Hochschule:

  • Eine unfaire Gruppe von ca. 10 bis 20 Fahrern mit dicken Waden, schnellen Kisten und jahrelanger Klappraderfahrung, die das Rennen unter sich ausmachen würden.
  • Eine faire Gruppe schick herausgeputzter Herrschaften, überwiegend auf Bromptons die nur für den Spaß gekommen waren.
  • Ich.
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Einige der unfairen Teilnehmer

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Die Kölner mit Anhang fand ich am geilsten.

Ich stand am Start und wurde so langsam nervös. Zum Glück gab es eine Kennenlernrunde, bei der wir alle gemeinsam gefahren sind. Der Kurs beginnt am Wall, etwa auf der Höhe von Harms und wird im Uhrzeigersinn gefahren. Herdentor und Contrascarpe sind noch asphaltiert, aber dann geht es in die Parkanlagen auf Erdwegen bis zum Theater, beim Wagenfeld vorbei und in einer Rechtskurve wieder auf den Wall, insgesamt etwa 2,1 km. Ich machte mir echt Sorgen, dass ich mich auf dem Schotter hinlegen würde.

Insgesamt gab es 44 Minuten Zeit, wer innerhalb dieser Zeit die meisten Runden gefahren war kam in das „Play Off“, bei dem nur noch eine Runde gefahren wurde, um den Sieger zu ermitteln. Ich dachte, dass ich 10 Runden schaffen könnte. Wichtig war ja einfach nur sich nicht überrunden zu lassen.

Wie gesagt, ich stand nervös am Start und dann fällt es mir schwer mit anderen Menschen zu sprechen. Ich will einfach nur mit meiner Aufregung alleine gelassen werden. Leider gab es unsägliche Musik (We will rock you; Black Betty….) und dazu unsägliche Ansprachen und Race Infos. Es war genauso schlimm wie bei der Bremen Challenge 2014, als wir über eine Stunde im Startblock standen und mit Anekdoten aus dem Leben von Marcel Wüst unterhalten wurden. Boh, danach wusste ich echt alles über den Typ. Lustigerweise war damals und heute der Veranstalter derselbe.

Dann ging es los. Ich hatte einen Platz relativ weit vorne und kam schnell weg. Aber wer gedacht hätte, dass hier Ehrgeiz und Leistung keine Rolle spielt lag falsch. Vom Start weg setzte sich gleich eine gute Gruppe mit vier Fahrern ab, ich dahinter und hinter mir nix. Die vier arbeiteten gut zusammen, so dass ich alleine die Lücke nicht schließen konnte. Erste Runde in 4:04 min – das passte aber. Die zweite Runde bin ich wieder ganz alleine gefahren und das kostete wirklich Körner – aber immerhin auch in 4:11 min. In der dritten Runde kamen von hinten zwei schnelle Fahrer – der blaue Reiter hatte sich aus der schnellen Gruppe herausfallen lassen und führte nun den Herrn im Smoking heran. Dieser Gruppe schloss ich mich an. Aber leider nur für kurze Zeit, denn dann merkte ich, das mein Vorderrad platt war.
Raus aus dem Feld, Pause an der Parkbank. Schlauch und CO2 Kartusche dabei, aber keine Reifenheber, so ein Mist. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich wieder einsatzbereit war. Für die Runde brauchte in dann über 12 Minuten und das Playoff konnte ich mir abschminken.  Ich wollte aber trotzdem eine gute Leistung zeigen und hämmerte wieder rein. Eigentlich fühlte ich mich auch ganz zufrieden, dass ich als Rennradfahrer nicht die Klappradhierarchie störe.

Die nächste Runde war ich dann wieder alleine unterwegs in 4:35 min. Das Tempo konnte ich dann alleine auch in den folgenden Runden halten, die ich in 4:18 min und 4:25 min (Runde 6) absolvierte. Mittlerweile waren 33:35 min verstricken, also etwas mehr als 10 Minuten Rennzeit vorhanden. Da waren also noch maximal zwei Runden drin, was mich auf 8 Runden gesamt gebracht hätte – definitiv zu wenig für die Playoffs.

Die Entscheidung alles oder nichts zu geben wurde mir dann aber auch in der siebten Runden abgenommen, als diesmal der Hinterreifen platt wurde. Ich hätte mal doch die Reifen wechseln sollen, das hätte mir eine Menge Frust gespart.

Also rollte ich auf der platten Felge ins Ziel und gab auf. Da das aber mein erstes Rennen war und mich an sich gut geschlagen hatte, Spaß hatte und eine Menge netter Menschen um mich herum waren, hatte ich nicht das Gefühl einer Niederlage.

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Spaß mit Bart in hellblauen Socken.

Ne, ich fühlte mich ziemlich prima und schaute mir dann das Playoff an, für das sich neun Teilnehmer qualifiziert hatten unter anderem Axel, Karsten, der Herr in dem Smoking, der blaue Reiter, der Herr mit dem Brusttoupet, einer der Kölnern, einer der so aussah wie direkt aus Clockwork Orange (na ja es ging ja auch um britische Kultur hier) und der superschnelle der dann auch gewann.

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Der Superschnelle. Der Gewinner kurz vor dem Ziel, meilenweit vor dem Rest der Fahrer.

Prima. Ein sehr schönes Ereignis, da könnte ich mir vorstellen auch nächstes Jahr wieder zu fahren. Mit besseren Reifen, weniger Ehrgeiz und mehr Bart.

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RTF Barrien 2018. It never rains in Northern Niedersachsen.

Erstens: Man schaue auf den Screenshot der Wettervorhersage unten. 
Zweitens: Man errate, zu welchem Zeitpunkt die RTF Barrien stattfand.

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Genau. Start um Sonntag um 8 Uhr. Das erlaubt einem trocken dorthin zu kommen, um dann im Regen zu starten, im Regen die RTF zu fahren und dann im Regen nach Hause zu kommen.

Aber alles der Reihe nach. Die Wetterprognosen am Vortag ließen bereits nichts gutes erahnen. Immerhin fand ich eine, die eine Regenwahrscheinlichkeit von 51% voraussagte. Das heißt die Chancen, das es regnet standen nicht 50:50, bzw. 40:40, wie Lothar Matthäus das ganze einmal dramatischer formulierte, sondern etwas schlechter. Also Funktionsunterhemd an (als wenn ein normales Unterhemd keinerlei Funktion hätte, aber bitte), Windjacke in die Jerseytaschen gesteckt, zwei Trinkflaschen voll und ab morgens um 6:30 Uhr zum Treffpunkt an der Erdbeerbrücke. Auf dem Weg dorthin ging ich im Kopf kurz die Popgeschichte zum Thema Regen durch.

und natürlich

OK, ich gebe zu, dass einen Teil dieser Aufgabe nun Google für mich erledigt hat.

An der Brücke warteten bereits überwiegend optimistische Mantas. Der Grad des Optimismus zeigte sich an der Wahl der Kleidung (Einteiler oder Zweiteiler), bzw. an dem Vorhandensein einer Regenjacke (niemand). In etwas mehr als einer Dreiviertelstunde und 20 km waren wir dann am Start in Barrien, gerade noch rechtzeitig um nicht nass zu werden. Am Start war eine Bombenstimmung. Nicht.

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Bombenstimmung vor dem Start

Es waren deutlich weniger Fahrer da als in den Jahren zuvor, die deutlich mehr unter dem Vordach hingen und unschlüssig vor sich hin starten: Fahren, oder nicht fahren? Das ist sehr schade für den ausrichtenden Verein; gerade in Barrien wird sich immer besonders viel Mühe gegeben eine gute Veranstaltung zu organisieren und massenweise Kuchen heranzuschaffen.

Da waren bestimmt eine Menge zuhause geblieben und es fehlten viele bekannte Gesichter. Während einige Fahrer sich vernünftigerweise wieder in ihr Auto setzten und nach Hause rollten, hatten wir diese Alternative ja nicht, denn wir hätten ja auch durch den Regen fahren müssen. Also kann man auch gleich die RTF fahren, zumal es am Horizont so aussah, als wenn es gleich aufklaren würde (man musste allerdings sehr genau hinsehen). Und irgendwie passt das schon und überhaupt, jetzt war man schon mal da usw. Es ist jedes Mal exakt dasselbe.

Ich schätze einmal, dass um 8 Uhr am Start so etwa 100 bis 120 Fahrer standen als es los ging. Wie bei RTFs in Norddeutschland üblich wurden die Blocks A bis H alle gleichzeitig gestartet und es ging gleich im Sprinttempo los.  Vorne fuhren Achim und Mantas gleich von dannen; während ich ein wenig Mühe hatte an Schröder und Tanja in der zweiten Gruppe dranzubleiben. So bildete sich dann nach kurzer Zeit eine Gruppe von 16 Fahrern die überwiegend die ganze Zeit zusammenblieb. Vorne zog Maschine Schröder, dahinter Tanja, dahinter ich und in der zweiten Reihe links davon gab es vorne tatsächlich auch ein paar Wechsel.

Die ersten 40 km der RTF sind relativ bekanntes Gebiet bis nach Bruchhausen-Vilsen. Es gibt ein paar schöne Anstiege, ein paar schnelle Abfahrten und sonst das übliche was Niedersachsen zu bieten hat: Grüne Wiesen und grauer Himmel. In Berxen ging ich am Anstieg nach vorne, weil ich meine Bergqualitäten unter Beweis stellen wollte. Ich gab alles, nur am oben festzustellen, dass ich alleine war und wartete dann auch die anderen. So einen Blödsinn machte ich dann auch nicht wieder.
Die erste Verpflegungsstation hatten wir übersprungen, an der zweiten machten wir Halt, weil sich hier auch die Strecke teilte in die 75 und 112 km Varianten. Kurz vor der Station hatte es noch einmal richtig geregnet und ich konnte fast nichts mehr durch die Brille sehen.
Jemand rief: „Wer fährt die 75 km?“ Das ist außergewöhnlich mutig, etwa so, als wenn man auf eine Party geht und ein T-Shirt trägt:

„Ich bin ein pädophiler Scientologe.
Ach ja, und ich finde Atomkraft toll.“

Trotzdem rief ich „Ich“, denn sonst stehen da alle lange rum, bevor sie sich als 75 km Weicheier outen. Und mit Schröder und Tanja bekamen wir dann eine ganz ordentliche 8er Truppe zusammen mit der wir das Ding zu Ende fuhren. Am Ende im Regen sah ich fast nichts mehr, einige der Abfahrten waren wirklich grenzwertig. Aber immerhin war in 2:16 hr alles vorbei mit einem passablen 33er Schnitt ohne sich zu sehr zu verausgeben. Ja, ich weiß, 33 km pro Stunde. Das reicht noch nicht einmal für eine der schnelleren Gruppen beim RCB bzw. Nicht-RCB Montagstreff. So etwas fährt Maik über 330 km am Vortag bei den „Burning Roads“, um dann heute noch einmal 200km plus nachzulegen. Das ist auf der nach oben offenen Maik-Scala maximal eine 0,5.

Zurück am Start war immer noch nichts los. Normalerweise tummelt sich da die Dorfjugend und ehemalige Dorfjugend am Bierzelt, aber wir waren froh uns schnell wieder auf den Heimweg zu machen. Ich hatte immer noch meine beiden vollen Wasserflaschen dabei – nicht einmal was getrunken. Hätte ich mir genausogut direkt am Start in die Bekleidung kippen können – gleiche Effekt.

Zuhause angekommen, meinte meine Frau (die beste von allen) nur zu mir, ich sollte plus aufpassen, dass kein Wasser auf den Boden tropft. In meiner liebevoll ironischen Art antwortete ich, dass das ungefähr so sinnlos ist wie der Besatzung der Enola Gay von Hiroshima aus zuzurufen: „Hey. Macht hier bloss nicht so viel kaputt.“ Leider ist Ironie im allgemeinen und meine Art des Humors im besonderen nichts, was Japaner auch nur annähernd verstehen können. Glaubt mir, da habe ich 25 Jahre (verheiratet) bzw. 14 Jahre (Leben in Tokyo) Erfahrung mit.

Aber ich kann’s einfach nicht lassen. Genau wie diese bescheuerten RTFs im Regen zu fahren.

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Six Days Bremen.

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Großartiger Abend mit Hannes, Thomas und Attila (und Haake-Beck) am letzten Tag der Sixdays in Bremen.

Die Stimmung war gut, viele freundliche Gesichter getroffen (Didi, Jessica, Harald, Jendrik, Bo, Silke, Andi, Holger, Alexander, Christopher…) und das Rennen blieb für die Zuschauer spannend bis fast zur letzten Runde.

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Top Fahrrad-Blog 2017.

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Ist Cyclyng nicht geworden, allerdings sprang insgesamt ein dritter Platz heraus und in der Kategorie „Allrounder“ sogar der erste. Wow, ich fühle mich wie erschlagen vor Glück.

Top Fahrrad-Blog dritter Platz

Die Ergebnisse sind nun bei Fahrrad.de raus. Ich will ja jetzt nicht übermütig und arrogant werden, zumal das ohnehin in diesem Fall nicht angebracht ist. „Blogger“ verhält sich zu „You Tuber“ in etwa wie „Kreuzritter“ zu „Kampfdrohne“ – Die Idee mag edel und gut sein, aber eine wirklich erfolgreiche ist das nicht. Kaum vorstellbar, dass heute ein Blog ähnlich hohen Zuspruch wie zum Beispiel Freekickerz, oder Bibis Beauty Palace auf Youtube haben kann. Das liegt an zwei Dingen: Erstens ist Radfahren im Vergleich zu Fußball und Schminken eine Randsportart und zweitens, hat niemand mehr Zeit zum lesen und möchte stattdessen Videos schauen. Am besten in Häppchen von zwei bis drei Minuten. Da kann jetzt drüber lamentiert werden, das wird aber nichts ändern und am besten freundet man sich mit dem Gedanken an. Alternativ kann man natürlich auch einen Beschwerdebrief mit Feder und Kiel auf handgeschöpftem Büttenpapier auf Latein schreiben und per Fax an die Reichsbürgerregierung senden.

Das ist ein guter Zeitpunkt darüber nachzudenken, wie es mit Cyclyng weiter gehen wird. Denn Cyclyng ist nun nicht mehr nur der Name eines Blogs, sondern auch der Name unseres neuen Radsport Laden und Cafes in der Überseestadt, den Matthias und ich im Januar eröffnen werden.

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Cyclyng Bike & Cafe wird atmosphärisch anders sein als „There is no I in Cyclyng“, denn Matthias und ich schmeißen unsere besten Ideen die wir im Kopf haben zusammen und daraus wird etwas ganz eigenes und neues entstehen. Und das wird einiges von Matthias haben, der technische, schnelle Räder mag, und mir, der schöne, ungewöhnliche Räder viel abgewinnen kann.

Bei Cyclyng müsst ihr nicht ein Rad kaufen. Ihr könnt auch einfach vorbei kommen, um eine Tasse guten Kaffee zu trinken, andere Rennradler zu treffen und zu chillen. Oder ihr fahrt gleich bei uns los zum Training auf der Velotörnstrecke im Überseehafen.

Seit gespannt, wir halten euch auf dem Laufenden.

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The Rider. By Hannes Krabbé

Eins der schönsten Geschenke zu meinem Geburtstag war das von Hannes: Das Buch „The Rider“ von Tim Krabbe. Erstens, weil das ein gutes Buch ist, zweitens weil das ein wichtiges Buch ist, was man als Radrennfahrer einfach gelesen haben muss und drittens, na ja, weil es auch so ziemlich das einzige Geschenk war, was ich überhaupt bekommen habe. Geburststag im Alter sind halt nicht mehr so aufregend wie der Zwölfte zum Beispiel.

Außerdem ist Tim Krabbe auch der „nom du guerre“ von Hannes, mit dem er zum Beispiel bei Strava registriert ist.Was ihm dann ab und an freundliche Anfragen von wildfremden Menschen einbringt die sich fragen, warum der berühmte holländische Autor nun im Exil in Bremen lebt.

Die Handlung von The Rider ist sehr simpel: Ein Radrennen, die Tour de Mont Aigoual im Südfrankreich der Siebziger, bei dem der Autor letztendlich Zweiter wird. Wichtiger als die Handlung sind die Gedanken und die Atmosphäre während des Rennens, weil man die auch mehr als vierzig Jahre später sehr ähnlich empfindet und nachvollziehen kann. Kurz gesagt, was man heute so denkt beim fahren hat Krabbe vor 40 Jahren mehr oder minder auf den Punkt gebracht.

Heute waren Hannes und ich unterwegs im Süden und wir fassten so halbherzig den Plan, 2018 einmal die Strecke des Rennens von Krabbe nachzufahren. Es gibt dazu einen Track auf Gpsies.

Bildergebnis für tour de mont aigoual

Etwa 140 km mit 2.700 Höhenmeter, also durchaus schaffbar. Die Idee ist nicht neu, 2007 hat das z.B. Rapha schon einmal gemacht.  Die Siegerzeit im Roman ist 4:30 hrs, ich denke wir werden eher so um die sechs bis sieben Stunden brauchen. Die Gegend sieht auch extrem verlassen aus, da brauchen wir jede Menge Wasser und Riegel in der Jacke. Jedenfalls ist das schon einmal ein schönes Ziel oder ein schöner Traum für 2018 und heute auf der Strecke im Süden fühlten wir uns gleich wie in Südfrankreich.
Lustigerweise hat Bicycling Magazing gerade einen Beitrag über Tim Krabbe publiziert, der heute in Amsterdam lebt, 74 Jahre alt ist und den Reporter auf einer gemeinsamen Ausfahrt einiges abverlangt.

Think You Understand ‘The Rider’? Think Again.

According to its enigmatic Dutch author, Tim Krabbé, it’s often misunderstood. Our writer heads to Amsterdam to uncover the real meaning behind the cult classic.

OCTOBER 10, 2017
Tim Krabbe The Rider

 

They are, almost certainly, the most famous words ever written in any book about cycling:

Tim Krabbe The Rider
They are, of course, the opening words in Tim Krabbé’s The Rider, the cycling memoir masquerading as novel, originally published in the Netherlands in 1978. They perfectly set the tone for the book itself: laconic, filled with diary-like, banal observations, but then subtly exploding into terse kernels of truth, pathos, and caustic humor.

The Rider, which did not appear in English until 2002, has become a touchstone in cycling, passed like samizdat among a clandestine tribe. It wasn’t long after I set about trying to ride a bike seriously that I began to hear what sounded like a secret knock: “Have you read The Rider?”

For the uninitiated—and oh, what pleasures await!—The Rider, all 148 pages of it, as lean and purposeful as a time-trial bike in a wind tunnel, is a kilometer-by-kilometer account of an amateur bike race in a sleepy corner of the south of France in the summer of 1977.

The “rider” the book follows is one “Tim Krabbé” as, over the course of five hours, he engages in a protracted struggle, mental as much as physical, in the Tour de Mont Aigoual. The race, now lost to history, once wound its way through the cols and valleys of the Cévennes. His antagonists are a group of breakaway riders: his rival Barthélemy; the friendly Despuech, whose “specialty was the sprint for sixth place; in that he was truly invincible”; the “wheel-sucker” Reilhan; and the mysterious future pro in the “Cycles Goff” jersey.

What makes The Rider so great—beyond the immediate dramatic arc of its sporting narrative—is the way it captures, at such short length, the entirety of the cycling experience. There are the little Zen koans of wisdom about race tactics: “Always attack as late as you can, but before the others do.” There are the litanies about what goes on (or does not) in a rider’s mind: “On a bike your consciousness is small. The harder you work, the smaller it gets.” There are the quirky rituals riders go through, like new bar tape “for morale,” or how Jacques Anquetil was said to move his bidon to his jersey pocket on climbs so his bike would weigh less. Suffering is celebrated (“I’m the only rider in the world whose pain I’ve ever felt”), but secrets are also confessed—like silently wishing for a puncture so you could just end the suffering with dignity. There are the brief asides that perfectly illuminate the oft-perverse dynamics of the sport; e.g., the 1976 Tour of Flanders, when Freddy Maertens and Roger de Vlaeminck let a group of escapees go because neither wanted to help his rival win—hence they both lost. And, lastly, the Nietzschean fulminations about the soft underbelly of modern life. “People have become woolly mice,” Krabbé writes. “They still have bodies that can walk for five days and four nights through a desert of snow, without food, but they accept praise for having taken a one-hour bicycle ride.”

The book more than gets under your skin, it gets into your blood. The journalist Max Leonard, author of Lanterne Rouge and Higher Calling, tells me that he read The Rider “pretty early on,” and then, years later, when he reread it, “got really annoyed and disappointed” to find that much of what he considered to be his own original thoughts about cycling were “things I had just assimilated from the book.”

Rereading it myself recently, I found myself nodding in agreement at any number of things I had forgotten from the book, but often experienced in real life. Like how a fellow racer in the Tour de Mont Aigoual tells our rider at the start line how little time he has had to train. “All riders say that, always,” writes Krabbé. “As if they’re afraid to be judged by that part of their ability they can actually take credit for.”

Tim Krabbe The Rider
Krabbé at home in Amsterdam.
Almost from the start, “The Rider” became something more than a book. It became a rite of passage.

The book has had a wide and profound influence. Laurens ten Dam, the Dutch pro rider with Team Sunweb, recounts via telephone from his team bus at the Tour of the Basque Country this past spring, that when he was growing up, as a fan of racing but not yet a racer, information about cycling, in those pre-internet days, was a bit thin on the ground. He haunted the library. “There was nothing but books about cycling,” he says, “and everything you could get in your hands was like gold.” One of those books was The Rider, which he says he has “reread like 10 times.” While his younger, non-Dutch teammates may be less aware of it, ten Dam says, “every Dutch guy who’s a little into cycling knows the first five sentences of the book.”

The book’s cult began to spread more widely when, after more than two decades, it was finally translated into English (wonderfully, by Sam Garrett). That only happened once Krabbé—already well known in the Netherlands as not only a novelist, but also a chess master—had become relatively famous, following the successful film adaptation of his book The Vanishing, the disturbing tale of a woman’s kidnapping in the south of France at a highway rest stop (in the film, on which he has a writing credit, the couple has bikes on the roof, and the Tour de France plays on the radio in the background).

One of the people who discovered The Rider when it finally appeared in English was Simon Mottram, the founder and CEO of Rapha. The translation was published just as Mottram was putting together ideas for his new company. “I read it cover to cover in two hours and thought, thank God, somebody has totally articulated—totally nailed—the fundamental appeal of road cycling and road racing,” he says. The book was mainlined right into the company’s DNA. For its first photo shoot—the first of the soon-to-be-iconic paeans to beautifully lit, grainy suffering—it sent two riders and a crew to the very site of Krabbé’s race. All new Rapha employees are given two books: Built to Last, a business book, and The Rider. “All of bike racing is in that book,” he says. In Rapha’s early days, the company even sold it on its website, where Mottram says it sold more briskly than on Amazon. “To say we are fans,” he says, “would be an understatement.”

Mottram has always thought the book would make the “perfect” film. “The film would be interesting to people who weren’t cyclists,” he says, “because it’s actually about suffering, and application, and struggling against yourself.” Film rights actually have been purchased by a film composer named Michael Rohatyn. As I discover when I call him, he lives on my very Brooklyn block. While not a fanatical rider himself, he sees in The Rider “the potential for a great sports movie, like Downhill Racer.” It could have been about tennis, he says, about anything. “This is really about mental breakdown and self-punishment and that feeling of frustration of being who you are.” Krabbé writes in The Rider, as he is eclipsed by the pack in a flashback to a race before the one in France: “I’d given up a few thousand hours of my life to prove that I belonged with them, and now it turned out that this was not the case.” (As for the film, Rohatyn says, “It’s moving along.”)

Simply talking about the book, says Rapha’s Mottram, “makes me think I need to go out and ride it again.” He means read it, of course, but the slip, Freudian perhaps, is entirely understandable. For nothing else you will read feels as much like riding.

On a crisp spring morning, I am on a bike waiting at an intersection in Zeeburg, a neighborhood on Amsterdam’s east side, watching the city’s teeming two-wheeled morning commute. “Tom?” I hear, as Tim Krabbé rolls up on an Eddy Merckx road bike, tanned, thin, with no sunglasses, his bushy, grey-flecked eyebrows and twinkling eyes peeking out from his helmet.

He looks both ways, then rolls through the red light, motioning me forward. “I’m known,” he says, as we settle in, two abreast, “for not waiting for red lights.”

With the 40th anniversary of The Rider approaching, I had come to Amsterdam to catch up with this writer/racer/chess master, who has always been something of an enigma in the US. Could he still be riding? What does he make of the book’s curious four-decade journey? Which of the characters in the book were real, and which were ghosts of Krabbé’s imagination?

Tim Krabbe The Rider
“With every novel, you’re not a domestique of reality,” Krabbé says. “You’re the boss of the story.”

We’re heading to the meeting spot of the Tuesday ride with his cycling club, the Windjammers, a wide-ranging group of locals (Dutch nationals and expats). Krabbé tells me that, as of last December, he has “retired” from the Windjammers’ “A” squad, as he terms it, which does a harder, faster ride on Thursdays. In my honor, however, in addition to the fact that he will be turning 74 this Thursday, he has agreed to do both.

The ride is a 45-mile loop around the “waterlands” north of the city. It’s all narrow roads, flat green polders, some archetypal tulips, tidy houses on canals, cows, minor ascents of earthen dikes, and wind—the legendary “Dutch mountains” and “Dutch descents.” The first thing I notice about Krabbé is how strong he is, unafraid to take lengthy pulls up front, even to take on a sprint or two. As the ride continues, I never seem to find him alongside me so I watch from a distance as he banters and jokes with the peloton, mostly in Dutch, a combination of slightly cantankerous (and essentially deaf in one ear) elder statesman and merry prankster.

Paul Santen, a former Dutch Basketball League player and now a sports marketer who helped found the group a few years back (the name, he says, is a mashup of Holland’s seafaring past, the fact that many of its riders seemed to be tall—like the ships—and the idea that “that’s what we do, we literally jam the wind”), tells me, as we stop at a member’s farmhouse midride for coffee and cake, that he met Krabbé one day six years ago by chance at a red light. “One of the few that he stopped for,” he jokes. Santen, well aware of who he was, invited him to join the group. “He was still racing,” he says, “and he said he’d be happy to join.” On the first ride, Krabbé crashed and badly bruised his ribs. “I thought, oh no, not him,” says Santen. “He’ll never ride with us again.” After finally quitting racing in 2012, Krabbé kept riding with the Windjammers—and kept crashing (five times last year). “He’s a man of steel,” Santen says, in a tone of sober awe. At Krabbé’s “retirement” dinner, a Windjammers member (a musician) penned a Dylan knockoff, “Jamming in the Wind,” as a tribute (sample lyric, in honor of his erratic wayfinding: “How many roads did he try in the North, before he knew his way around?”)

In Amsterdam, everyone seemed to have heard of Tim Krabbé—for different reasons. The manager at the Rapha store tells me she used to ride with the Windjammers. “Oh, yes, Tim!” When I told a professor at a local polytechnic I was meeting Krabbé, he said: “The chess player?” A friend I had dinner with smiled in recognition and said “Het Gouden Ei!” (or, The Golden Egg, the original title of The Vanishing). Someone else pointed out that Krabbé had written the Boekenweekgeschenk—the “book gift” that is given away with every bookstore purchase during an annual literary festival in the Netherlands. One night, at De Kring, a members-only literary club to which I had wrangled an invitation (Krabbé himself is a member), an older man in a tweed suit, after he had asked why I was in town, said “ah, De Renner”—as The Rider is known in the Netherlands.

After the ride, Krabbé—this man of many guises—and I return to his apartment, on a high floor of a large, modern black high-rise on KNSM Island, in the city’s far eastern reaches, one of a series of infill projects constructed on islands originally built to deflect waves. His living room is dominated by a sweeping view of the IJ River and the flat waterlands beyond. “This is the widest part of the water,” he says, gesturing below. “Where cruise ships turn around. It takes them three-quarters of an hour.” When he was married (“luckily,” he notes, “my ex-wife is one of my most important friends”), he lived in a narrow canal house on the Leidsegracht, in the city’s center. “It was very nice, but in some ways it was like a cage—on the brightest summer day, you needed artificial light.”

I get the sense that he likes being in this watery aerie, far from the town center (but close to the best cycling), where he can work on his next book (“800 pages,” he jokes), play internet chess, and slip out for Windjammers rides. On the wall is a painting of a boy, which Krabbé tells me is of his son, Esra, painted by Tim’s father. When he was in his teens, Esra (until then a “completely non-academic guy,” Krabbé says), developed an obsession with Japanese games and martial arts. It was no passing fancy: He began to learn the language and then moved to Tokyo to attend high school. He still lives in Japan, speaks Japanese better than Dutch, and, carrying his father’s athletic genes, has done competitive karate and kickboxing. Last August, Esra and his wife had twins, adding another facet to Krabbé’s profile: grandfather.

Tim Krabbe The Rider
“You don’t have to like whaling to like Moby Dick,” Krabbé says. “And you don’t have to like cycling to like my book. Of course, it helps.”

Krabbé was born in Amsterdam to an artistic family. His father was a noted painter, his mother a translator. His brother, Jeroen, is a well-known actor (among other roles, the archetypal Bond villain in The Living Daylights). Krabbé had two early passions, writing and chess. His first novel was published, to some success, when he was 23, even as he was on the competitive chess circuit, playing in the finals of the Dutch championships. Sensing that he wasn’t quite good enough to make it at the very top levels, he gradually began to withdraw from competitive chess.

And besides, something else was beginning to occupy his time, and his mind: cycling. He had always been interested, as a spectator, in racing, but he began, in the early 1970s, to test himself with solo time trials, trying to top a friend’s time on a route. Of course, in the era before GPS and Strava, even figuring out the exact length of a route was a challenge. In a passage in The Rider (which, like most of it, he says, is true), he describes riding with a bag of matchsticks. Every 100 pedal strokes, he would drop a match. At the end, he counted the leftover matches, multiplied by one hundred, multiplied all that by 5.39—a figure taken from the gearing ratio and the wheel circumference—and had his exact length. “I’ve always been a numbers guy,” he says, shrugging (small wonder, then, to find him on Strava, with some 39,000 lifetime miles.

He broke his friend’s record on a hybrid bike, wearing tennis shoes, in the early 1970s. “I noticed that I wasn’t that bad.” The training got more serious. A new, not fully elite-level racing category for amateurs was unveiled in the Netherlands. “I think with real top-level amateurs I would have been dropped too many times to start to like it,” he says. The education came quick. “I didn’t even know what type of race I’d be racing.” He was dreaming, he says, of the Tour de France, climbing Mont Ventoux. Instead, he got brutal Dutch criteriums, 100 laps, 400 corners—“every corner was a sprint!”

But results began to come, 12th or 13th out of fields of 80. “I got in breakaways, I got in decisive breakaways. It was great!” After a few years, he moved to France, with the idea of combining writing and riding. The latter seemed to take over. In 1977, he had the “essential writer’s thought: I experienced something strange and interesting—so let’s write about it!” That something was cycling.

He wrote The Rider in the winter of 1977–78. “The race in the book was my 309th race,” he says (he keeps a diary of all his rides). “I knew I could not win the race, of course,” Krabbé says. “That would have been a disgusting book. But I knew I had to play some important part.” The race in The Rider is, he says, “90 to 95 percent real. If I had to change reality for the sake of a good story, I did,” he says. “With every novel, you’re not a domestique of reality. You’re the boss of the story.”

He sent it to a publishing friend interested in literary sports books. But upon its release, he says, he insisted he did not want to be interviewed in the sports pages of newspapers. He wanted it to be thought of, simply, as a novel. “I did not write it for cyclists,” he says. “You don’t have to like whaling to like Moby Dick, and you don’t have to like cycling to like my book,” he says. “Of course, it helps!”

The book landed in the Dutch Top 10. He was invited to write newspaper columns on cycling, offer commentary on the big races. But in 1980, he called it quits on racing. “I stopped, rather suddenly, because,” he says, fidgeting with a small pile of toothpicks, that he long ago broke into pieces, on the table before him, “I was aware there were other forms of life.”

Almost from the startThe Rider became something more than a book. It became a rite of passage. Krabbé began to receive postcards from Dutch cyclists who had done the route of The Rider. Over time, these pilgrimages became more regular, more popular, and more official. When I talked to Max Leonard, he was on the verge of taking some journalists down, on behalf of Rapha, to ride the route (not for the first time). Leonard describes the area as “rustic,” a bit “spooky,” and doesn’t think “you could really ask for more from a 137-kilometer ride—fantastic scenery, no cars whatsoever, flats with beautiful meadows.” As described in the book, the topography messes with your head. “You do all of your flat riding at the top,” says Leonard, “then go down into deep valleys, and up again.” As Krabbé writes: “The cols here are made of air and lie upside-down in the landscape.”

In 2003, on the 25th anniversary of The Rider, fans of the book organized a Tour de Tim Krabbé, which became an annual event in the 2000s. As part of the festivities, Krabbé, then 60, and a self-described “fat, old guy,” was riding the route—in a car. “I started to get really jealous of these guys,” he says. “They were riding my roads.” He idly began talking to someone about training. “He said, if you’re really prepared to work for it, then you can do it.” And so his “second riding life” began. He started running to lose weight (“it’s more efficient”), then began entering master’s races. This culminated in a second-place finish in the World Championships in Austria. “I could have been world champion!” he says, laughing. “It would have been a little ridiculous, age 65 plus—but there were guys from all over the world.”

His strength on the bike is evident on the harder Thursday Windjammers ride. After a long winter on the indoor trainer, I find it unnerving to be barreling down narrow Dutch lanes, my sight obscured, the warnings called out in Dutch, the group packed tight as canned mackerel, half-wheeling and all, fighting the savage headwind blowing in from the North Sea. As Krabbé writes in The Rider, “if there’s one thing Dutchmen know how to do, it’s form a paceline.” At some point, we turn onto another broad, flat road, this time attacked by a merciless scything crosswind. The group slips instantly, silently into an echelon formation; unprepared for the shift, I find myself isolated, and then spit out the back, dropped by this cagey grandfather and his mates.

Back at his apartment, I challenge the master to a few games of chess. Again I fall to a strategic blunder. “The queen can also go backwards,” he says, sighing, as he captures a key piece. There is a well-worn saying in chess, “the winner of the game is the person who makes the next-to-last-mistake.” I tell him it sounds like something from bike racing—like someone attacking too early on a big climb. Does he see a comparison? He wrinkles his face and makes a guttural “bah” noise that signals an oncoming blast of invective. “Once you start explaining things you degrade them. They’re only what they are in themselves.” Chess, he thunders, is “absolutely not a sign of intelligence!” It is not a metaphor. What makes it interesting are the discrete moves that can hardly be explained to people who do not play.

Similarly, the Krabbé of The Rider is always lamenting the inability of the outsider to comprehend the tactics, or motivations, of riders. Why risk a mass sprint for seventh place, he wonders—“how long before I run into someone who knows how good that was?” When a man watching the race shouts “Faster!” Krabbé responds with pity: “Probably thinks bicycle racing is about going fast.” A girl who shouts “Allez!” triggers a rant about how racing has become just another cliché. “Never will I be able to make it clear to her that I don’t race because I wanted to lose weight, because turning 30 horrified me, because I was dissatisfied with café life, because I wanted to write this book, or because of anything else at all,” he wrote. Why, then, does he do it? “Purely and simply because it’s road racing.”

That same fierce purity animates The Rider. “That’s what makes it a good book,” he says, pounding the table, “if I’m allowed to say that. It’s not an excuse for something else, it does not have a social background, it does not try to say anything about humanity. It’s just about a race.” The way Moby Dick was just about a whale.

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RCB. Montags.Kante.

Diese Woche Montag war das vermutlich letzte RCB Montagstraining in diesem Jahr. Ich wollte unbedingt hin, um fit für den Münsterland Giro am Tag der deutschen Einheit zu sein, konnte aber nicht pünktlich um sechs da sein, da ich länger arbeiten musste.

Also um halb sieben auf’s Rad und dann gegen die Richtung der Trainingsrunde gefahren, um irgendwo eine Gruppe zu finden und dann mit der weiter zu fahren. Über Timmensloh und Grasdorf Richtung Wilstedt. Niemand kam mir entgegen.

Keiner. Die ganze Runde zu Ende gefahren, auch als anfing zu nieseln und es dunkel wurde. Zuhause nach prima Cross Kante vom vielen nassen Dreck auf der Straße.

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RTF Lauenau. 2017.

Gemeinsam mit 2014 und 2016 war 2017 die RFT Lauenau nicht nur die beste RTF in Lauenau, sondern auch die beste RFT 2017 überhaupt. Ein Loblied auf Lauenau, nach eigenen Angaben, „Heimat der Sitzmöbel.“

In Lauenau sitzt das Unternehmen Casala. Nie gehört? Aber vielleicht gefühlt, denn auf Produkten von Casala durften viele von uns vier Jahre lang sitzen.

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Hier sass einmal Thorsten Legat – auf „Kasalla“ Schulmöbeln.

Morgens um halb Neun ist von Kasalla in Lauenau noch wenig zu spüren. Träge dümpelt das Mineralwasser im Mineralwasserbad vor sich und wartet auch die ersten Besucher. Genau drei kamen am Sonntag, wie uns einer der Organisatoren später verriet, deutlich mehr um an der RTF von Victoria Lauenau teilzunehmen.

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Es ist kalt und wir sind mit einer ganzen Gruppe von Bremern da. Also nicht die, die ich gefragt hatte, mit Ausnahme von Hannes und Stefan, sondern die, die wir im Laufe des Tages kennenlernten: Ein RTFler, der mich von der Butterkuchenfahrt kannte und drei weitere die, nach eigenen Angaben, entweder auf dem Wümmedeich, oder in den Alpen fahren. Doch das wissen wir alles erst nachher. Jetzt müssen wir drei erst einmal bei 7 Grad losfahren; es ist kalt und wir haben noch 150 km und 2.000 Höhenmeter vor uns.

Obwohl wir mit die letzten sind, die an den Start gehen, überholen wir schnell auf der Landstraße raus ein paar andere Fahrer die noch kurz vor uns gestartet sind. Keiner ist schnell genug, oder hat Lust mit uns zu fahren, bis auf Racer X aus Wedemark. Wir wissen bis heute noch nicht, wie Racer X im richtigen Leben heißt, aber bei uns ist es mittlerweile eine alte Tradition alle unbekannten Mitglieder in einer Radgruppe als Racer X zu bezeichnen.  Ein Name, der übrigens von Tom Hanks ( ab 0:57 min) erdacht wurde.

Jedenfalls blieb Racer X an uns kleben und so wurde aus einer Dreier-, eine Vierergruppe mit der wir uns in den ersten Hügeln richtig gut warm fahren konnten. Direkt am zweiten Hügel, ich war eigentlich vorne und wollte das Tempo angeben, ging mir so richtig die Luft aus. Ich brachte einfach keine Kraft auf die Pedale und fuhr langsam und dann auch noch am Limit. Alle überholten mich und ich fiel einige zehn Meter hinter unsere Gruppe zurück. Das war ungewohnt und bitter – woran lag es bloß? Nicht genug zum Frühstück gegessen? Eine Erkältung im Anmarsch? Ein Fluch der auf diesem Hügel liegt und alle trifft, die mehr als zehn Jahre in Japan lebten? Wir werden es niemals wissen, aber es kratzte deutlich an meinem Selbstbewusstsein. Und so machten wir zum ersten Mal überhaupt bei dieser RTF am ersten Kontrollpunkt in Hemeringen Pause und tankten leckere Schmalzstullen.

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Hemeringener Schmalzstullen

Dann ging es schon besser. Nach 57 km kamen wir zu dem nächsten Verpflegungspunkt in Friederichshöhe, an dem wir prompt vorbei fuhren. Eigentlich hatten wir uns abgesprochen, dass wir dort nicht halten wollten. Und 50 Meter vor uns fuhren die rot-weißen, die wir nun zum zweiten Mal einholen wollten. Tatsache ist aber leider auch, dass die Strecke dort nicht einfach geradeaus weiter geht, sondern man am Kontrollpunkt links abbiegen muss. Da wir aber weiter geradeaus fuhren, hatten wir uns nun auf die sehr seltene, aber auch schöne 155 km Runde begeben. Ebenso wie die Rot-weißen. Also zurück zum Kontrollpunkt und weitere Schmalzstullen.

Dort klagten uns die Organisatoren ihr Leid: Immer weniger Helfer sind bereit eine RTF zu organisieren, einige RTFs sind bereits komplett eingestellt worden oder finden nur noch im zweijährigen Rhythmus statt, die Adlerrunde im Harz soll 2018 komplett ausfallen. Und nachher am Ziel erzählte man uns, dass weniger als 300 Teilnehmer 2018 dabei waren, „wir hatten schon einmal über 450„.

Das kann eigentlich nicht wirklich verwundern, wenn man einmal schaut wer und was bei einer RTF mitfährt: Da ist fast niemand dabei, der unter 40 Jahren alt ist, und vielleicht liegt es auch daran, dass ich dieses Jahr so viele neue Räder geschaut habe, da fahren ja fast nur Alu Räder die zehn Jahre plus auf dem Buckel haben! Und genauso sieht es natürlich auch bei den Helfern aus, bloß, dass die noch einmal 20 Jahre älter sind. Nicht als die Räder, sondern als die Teilnehmer.

Das ist alles schade und beklagenswert, oder man macht etwas dagegen. So wie der RCB, dem es 2017 ja gelungen ist, seine eigene RFT in Bremen erstmalig erfolgreich durchzuführen.

Zurück zur Strecke: Nun kamen wieder ein paar fiese Anstiege, zum Glück war ich nun auch deutlich besser drauf. Gerade rechtzeitig, um die schönsten Passagen dieser RTF zu geniessen.

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Lieblich geschwungene Hügel so weit das Auge blicken kann.

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Hannes bei der Abfahrt

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Hannes, nach dem Anstieg.

Ich mag diesen Teil besonders gerne, weil sich kurze Anstiege auf wenig befahrenen Straßen mit schnellen Abfahrten und schönem Blick auf die hügelige Landschaft abwechseln. Wie gerne würde ich in so einer Gegend leben und fahren, allerdings sollte so etwas wie Bremen doch auch gleich um die Ecke sein.

Stefan meinte zu recht, dass die Gegend doch sehr abgelegen ist und man sich fragen muss, wer da in zehn, zwanzig Jahren überhaupt noch wohnen wird. Sehr deutlich wurde das in Thevenhausen, am nächsten Kontrollpunkt. Hier ist ein Foto der örtlichen Metzgerei, aufgenommen im letzten Jahr bei der RTF.

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Metzgerei Goksch in Thevenhausen, 2016

Und hier Goksch noch einmal 2017:

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Metzgerei Goksch, Thevenhausen 2017

Will sagen: Wirklich viel passiert da in Thevenhausen nicht. In Japan, wo ich lange gelebt habe, ist dieses Problem noch deutlich ausgeprägter, da die Bevölkerung im Vergleich zu Deutschland dort früher angefangen hat schneller zu altern. In einigen Regionen gibt es Dörfer die komplett aufgegeben wurden, Dörfer in denen die Schulen seit Jahren verrammelt sind und nur noch Menschen über 60 Jahre wohnen und Kleinstädte in denen die Hälfte der Geschäfte verrammelt ist.

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Kabira, Ishigaki. Aufgegebene Schule.

Gegenüber der Metzgerei Goksch in Thevenhausen ist der Kontrolpunkt der RTF. Da steht ein Haus. Hm, dachte ich immer, also so ein normales Haus, da wohnt irgend jemand drin, der mit der RTF irgendwie zu tun hat. Nö, auch hier wohnt niemand mehr, aber die Toilette funktioniert noch. Hier riecht es nach Moder im Teppich und Schimmel auf Tapete. An den Wänden hängen Relikte der Vergangenheit.

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Wir machten uns dann auf die zweite Runde um das Kalletal, die die zusätzlichen 30 km der 150er Runde im Vergleich zur 120er bringt. Wieder durch diese tolle Landschaft.

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Nach dem zweiten Stop in Thevenhausen folgt eine „Transferpassage“ über Varenhold, Möllenbeck und Exten nach Großwieden zur Fähre über die Weser. Diesen Teil finde ich nicht so prickelnd. Es geht durch so ein Gewerbegebiet, wo ich schon einmal den Abzweig nach links verpasst hatte. Aber er war aber aus psychologischer Sicht recht interessant, da zum ersten Mal vor uns eine rote Ampel auftauchte. Fährt man in einer Gruppe mit Fahrern zum ersten Mal, sind ja die Regeln, was das anhalten bzw. überfahren von roten Ampeln angeht, noch nicht etabliert. An sich müsste man ja anhalten, aber Tatsache ist ja auch, dass man auch gerne mal drüber fährt. Aber wie werden die Anderen darauf reagieren? Gibt es dann gleich einen Rüffel, wird man aus der Gruppe ausgeschlossen, oder handelt man sich, wie letztes beim Silbersee Triathlon, eine „disziplinarische Maßnahme“ ein wegen „Verdacht auf Missachtung einer roten Ampel“.

Racer X war vorne und schaut sich mit schlechtem Gewissen um. „Los, weiter!“ schallt es von hinten.

Die Weserfähre in Großwieden ist ein weiterer Höhepunkt dieser RTF. Zum Glück liegt der Kontrollpunkt nun seit einigen Jahren auf der Seite, auf der man auf die Fähre warten muss, so dass sich warten, essen und trinken miteinander kombinieren lassen. Die Kontrollstation ist in eine „Schutzhütte“ integriert. Die brauchten wir auch, denn es fing nun heftig an zu regnen.

Als Bauingenieur muss ich hier mal sagen, dass diese „Schutzhütte“ echt mies ist. Sie besteht aus drei Wänden, die aus Garben (also Drahtkörbe mit Steinen gefüllt) gefertigt sind und einer offenen Seite nach vorne. Darüber spannen sich Stahlträger, die ein Glasdach halten. Das ist alles sehr aufwändig und teuer und 50% der überdachten Fläche besteht aus diesen dicken Wänden, die ja, im Gegensatz zu den Menschen dort, keine Überdachung brauchen. Wir waren zu viert, plus drei Personen am Kontrollpunkt und ein Hund und wir passten so gerade unter das Dach. Mein Prof hätte die Hände über den Kopf zusammengeschlagen und mal wieder etwas schlechtes über Architekten gemurmelt.

Im strömenden Regen setzten wir dann über die Weser, die Überdachung der Fähre bot einen vergleichsweisen guten Schutz.

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Weserfähre bei Großwieden

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Stefan, Racer X, Hannes und ich (v.r.n.l)

Zehn Minuten später waren wir bis auf die Socken nass. Zum Glück ging es jetzt auch auf die Schaumburg, so dass wir wenigstens warm blieben. Ich fuhr vorne weg, das Selbstbewusstsein war immer noch nicht ganz wiederhergestellt und die anderen hinterher. Hier ging gar nichts mehr im Wiegetritt, denn die Straße war nass und glitschig und verlangte einiges an Konzentration. Und ist man dann endlich an der Schaumburg, geht es noch ein ganzes Stück weiter, das hatte ich komplett vergessen.

Auf der anderen Seite geht es dann schnell runter. Dieses Jahr nicht ganz so schnell, weil die Straßen nasse waren, aber erstaunlicherweise hörte der Regen auch wieder auf und der Asphalt wurde trocken. Es war so, als wenn die Wolken an der Schaumburg hängen geblieben wären. Alles war gut, wir waren nass, aber jetzt konnten wir schnell ins Ziel fahren.

Dachte ich. Denn dann fing es wieder an richtig zu regnen. Heftig. Racer X fuhr neben mir und ich sagte zu ihm „Jetzt fehlt nur noch ein wenig Hagel.“ Und prompt fing es ein paar Minuten später an zu hageln. In so einem Wetter bin ich auch noch nicht gefahren. Ich ersparte mir einen Kommentar a la „Wenn es jetzt noch zu blitzen und zu donnern anfangen würde…“ denn ich wollte lebend nach Hause.

Und so kamen wir endlich am Ziel, dem Mineralbad wieder an. Racer X zog es gleich nach Hause, Hannes und ich duschten erst einmal und dann bestellten wir erst einmal Würstchen und quatschten was. Am Kuchenbuffet war das Blech mit Mohnkuchen schon komplett weg, Zetschgen ebenfalls, nur noch Apfel/Rosinen und „Streusel Melba“ war noch da, was etwas über die Beliebtheit der verschiedenen Kuchensorten aussagte. Ich bin ja auch der totale Mohnkuchen Typ, machmal stehe ich sogar nachts auf und hole mir den, genau wie Ulricke Jockiel sich die Yogurette holte.

Danke an Hannes, Stefan, Racer X und den Viktoria Lauenau für diese denkwürdige RTF.

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OBKM. Erster. Dritter. Zehntausend.

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Auch dieses Jahr veranstaltete die Schicksalsgemeinschaft Bremer Radsportvereine wieder die offenen Bremer Kriteriumsmeisterschaften (OBKM), eine Serie von 6 Rennen im Sommer, ausgetragen auf dem Sachsenring in Heilshorn. Am Mittwoch fand der letzte Lauf statt.

Sachsenring – das klingt nach Benzingeruch und Motorschmiere und so gar nicht nach der Produktion von Faun Müllfahrzeugen. Tatsächlich ist der Sachsenring lediglich eine Strasse in Form eines Rechtecks um ein Gewerbegebiet jenseits der A27, irgendwo 25 km von zuhause. Durch diverse völlig übertriebene Blogposts, ergänzt durch begeisternde Erzählungen konnte ich Hannes überzeugen, mich zum letzten OBKM der Saison zu begleiten. Es gab auch etwas zu feiern: Der dritte Gesamtplatz in diesem Jahr war mir eigentlich sicher, ich musste nur noch teilnehmen und ankommen. Trotzdem war ich so nervös wie lange nicht mehr.

Meine Nervösität kühlte langsam auf dem Weg zum Rennen ab. Das lag an dem Regengebiet in das wir geraten waren und das uns innerhalb kürzester Zeit bis auf die Socken nass machte. Prima, dachte ich, so richtig Lust hast Du ja eh nicht und auf nasser Strasse werden sie uns ja wohl nicht fahren lassen, das wird vermutlich gleich abgesagt. Wie mit einer Heckenschere geschnitten hörte der Regen exakt am Sachsenring auf. Die Strasse dort war komplett trocken geblieben und alle die mit dem Auto gekommen waren (alle außer uns, de facto) standen gutgelaunt an der Strecke und warteten darauf, dass es los geht. Fast schon schade.

Zunächst einmal fuhren die Bratzen unter sechszehn Jahren. Uns wurde dabei zwischenzeitlich in durchnässter Kleidung richtig kalt; dann kamen wir endlich dran, die Männer über 50 und die Frauen über 16 in einem Rennen. Diesmal ging es nur über 16 Runden wegen der nahenden Dunkelheit. In Runde 12, 8 und 4 wurde jeweils um Punkte gesprintet, die Punkte beim Schlußsprint zählen dann noch doppelt hinzu. Ich stand am Start, zusammen mit den anderen fünf Teilnehmern denn leider fehlten ein paar bekannte Gesichter wie Linda, Wolfgang, und Rainer. Also, ich stand am Start und hatte gerade begonnen einen Riegel zu essen. Ich dachte, es gäbe nun wie immer eine langatmige Erklärung der Rennleitung, aber weil alle etwas nervös waren – die Dunkelheit nahte – ging es, zack, gleich los.

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Hier nach kauend. Links schon die Attacke.

Einer der Fahrer (in blau) versuchte sich bereits nach den ersten hundert Metern abzusetzen, so dass ich all meine Kraft aus der Kaumuskulatur in die Beine fliessen liess, um die Lücke zuzufahren. Das doofe Resultat davon war, dass ich nun einen rund gelutschten Klumpen Riegel im Mund hatte, der mich daran hinderte richtig zu atmen. Bis fast zum Ende von Runde zwei dauerte es, bis ich das Ding endlich kleingelutscht hatte – das kostete richtig Körner. Und jetzt begann ja auch schon der Sprint um die Punkte.

Keiner wollte den Sprint anziehen, also machte ich das dann selber von der Innenseite aus, etwa 40 Meter vor der letzten Kurve. Das ist der ideale Punkt bei dem es meine Ausdauer gerade noch erlaubt volle Power bis zum Zielstrich zu geben. Ich legte los und kam als Erster ins Ziel. Eine Glocke wurde geläutet.

Das ist die Glocke die läutet, wenn man in die letzte Runde vor dem Sprint geht.

Also musste ich jetzt meinen Sprint als „Ausreissversuch“ tarnen, damit ich nicht völlig blöd dastand – ich machte weiter hohes Tempo und mir gelang es auch die Gruppe auseinander zu reisen, aber die starken drei Fahrer waren nach wie vor dabei.

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Die Ausreisser

Als die dann den Sprint anzogen konnte ich nur noch reagieren – aber die Lücke hatte sich bereits aufgetan und ich wusste, dass ich maximal Dritter werden würde. Genau bis zu dem Moment als Andrzej in der letzten Kurve stürtze, dabei zentrifugal nach außen schliderte und Kai praktischerweise bremsen und stürzen musste. So kam ich unverdient als Erster ins Ziel.

Marc schloss danach zu mir auf und die folgenden Runden fuhren wir in mässigem Tempo gemeinsam. Wir überundeten Laura, die sich uns anschloss und später Lena, die dies nicht tat.

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Nach einer Weile und kurz vor Schluss hatten sich auch Andrzej und Kai von ihrem Sturz erholt. Schlimmes war zum Glück nicht passiert. Zu fünft fuhren wir so in die letzte Runde, die Kai locker vor mir und Marc gewann. Und damit war das letzte Rennen vorbei; ich hatte mal wieder gewonnen! Na ja, es war das zweite Mal hier und diesmal auch wirklich nicht fair. Das war allerdings auch völlig egal, denn an den Gesamtplatzierungen änderte dies nichts.

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Zieleinlauf. Kai vor mir und Marc.

Wegen der nahenden Dunkelheit kam es dann gleich zur Siegerehrung auf dem ehrwürdigen Podest des Bremer Radsportverbandes, das praktischerweise mitten in riesigen Verdauungsabfallprodukten größerer Tiere stand. Darauf standen schon die ganz großen der Radwelt. Also wie z.B….öh…ist ja auch egal. Ich war übrigens erst einmal alleine dort, Kai hatte sich irgendwohin verdrückt, um seine Wunden zu versorgen und Wolfgang, der die Serie schon nach dem 5. Lauf gewonnen hatte, fuhr mit den schnellen Jungs im letzten Rennen das zeitgleich stattfand.

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Es gab eine „Bronze“ Medaille und zwei Gels. Wahre Arbeit, wahrer Lohn.

 

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Zufällig sah ich Kai kurz danach und auf meine Intervention hin, wurde die Ehrung dann fortgesetzt. Auch Wolfgang, der gerade mit dem feld vorbeifuhr, wurde zugerufen er möge doch mal Pause machen und kommen, um sich auf das Treppchen zu stellen.

Kai bekam nun seine Silbermedaille und eine mir unbekannte Anzahl von Gels.

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Wir waren gerade fertig, als Wolfgang anhielt und nun auch auf das Treppchen wollte. Doch wie gesagt, da war ja schon alles vorbei, also schickten wir ihn wieder zurück ins Rennen, wo er nun dem Feld hinterherfahren konnte.

Die OBKM dieses Jahr war wirklich eine sehr gute Veranstaltung, immer bei guten Wetter und ich konnte viel über Positionierung und das richtige Sprinten mitnehmen. Ich kann die Teilnahme nur jedem empfehlen. Vorausgesetzt man ist über 50 oder weiblich, denn sonst muss man bei der schnellen Truppe im 30er Feld fahren, wo man nichts lernen kann, außer wie bitter es ist hinten aus dem Feld zu fallen, oder sich auf die Fresse zu legen. Na ja, unter Schmerzen lernt es sich ja auch am besten.

Ich denke für Hannes war es auch interessant, mit welcher Präzision die Rennleitung so ein Rennen duchführt und die Ergebnisse nachhält.

„Wie viel Runden sind jetzt schon um? Kommt jetzt der Sprint?“

„Ich seh nichts, ich hab die falsche Brille auf?“

„Hast Du Dir die Reihenfolge gemerkt im Ziel ?“ „Ich? Ich dachte Du machst das?“

Aber an sich ist das auch egal, denn mit Wolfgang hat der stärkste Fahrer gewonnen. Kai und ich sind etwa gleich stark, aber Kai hat eben an allen sechs Läufen teilgenommen  und ich nur an fünf. Alle anderen sechs Teilnehmer waren halt mal nur maximal vier Mal dabei.

Für 2018 wäre zu wünschen, dass es etwas mehr Variation der Strecken gibt, sechs mal in Heilshorn ist schon ein wenig langweilig und vor allem zu weit weg. Es gab ja bereits für dieses Jahr die Idee, in der Nähe der Uni zu fahren, nur waren die Auflagen der Stadt nicht erfüllbar und zudem hat der Kurs direkt hinter dem Start auch eine sehr ungünstige Kurve. Vielleicht hat hier jemand eine Idee für einen guten, ca 1 km langen Rundkurs?

Zwei Tage später machte ich die 10.000 km auf meinem Rad dieses Jahr voll. Ich war mir nicht sicher, ob ich das dieses Jahr wieder im September schaffen würde, denn außer an Lüttich-Bastogne-Lüttich hatte ich an keinem großen Ereignis teilgenommen. Vielleicht war das auch gut so, denn nachdem so etwas vorbei ist, bricht dann regelmässig die Leistung ein und man fragt sich, ob es überhaupt nach Sinn macht Rad zu fahren.

So ist es aber nun einfach die letzten 2.000 km bis Weihnachten zu fahren und somit, wie in den letzten Jahren auf 12.000 km im Jahr zu kommen. Das Velotörn Rennen fahre ich noch, die wunderschöne RTF Lauenau am Wochenende danach und zum Saisonabschluss den Münsterland Giro.

Und dann nur noch zum Spass.

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Velotörn Bremen 2017. 151. Platz

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Am Himmel öffnete sich kurz vor neun ein blaues Fenster, das erste seit Tagen, und erlaubte eine trockene und relativ windfreie Durchführung der 2. Auflage des Velotörn Rennens in Bremen. Ansonsten ging aber viel schief.

Als Mitglied des Wiegetritt Werkteams; wenn auch in der schwächeren Gruppe mit Olaf, Thorsten, Micha und Steen, konnte ich kostenlos an dem 55 km Rennen am Morgen teilnehmen und was nichts kostet ist ja bekannerweise auch nichts. Ich merkte das schon auf der Hinfahrt, wo ich mich abmühen musste noch rechtzeitig zur Akkreditierung zu kommen, aber irgendwie auch ein wenig lustlos und unmotiviert war. Kaum hat man mal was richtig gutes geschafft (Dritter in der Jahreswertung der offenen bremischen Kriteriumsmeisterschaften, später einmal mehr), lehnt man sich sofort auf den geernteten mickrigen Lorbeeren aus.

In den Tagen vor dem Rennen gab es im Laden ein paar Diskussionen, wie wir denn da taktisch fahren sollten. Unter anderem wurde gesagt, dass wir gejagt werden würden, da wir ja in der Teamwertung die Titelverteidiger wären. Ich denke mal, das dürfte so ziemlich jeder bis auf uns vergessen haben; aber wir halten natürlich noch die weiterhin mickrigen Lorbeeren über unseren Köpfe und rufen: „Seht her, schaut uns an, wie großartig wird sind.“ Dann wurde die Taktik bekanntgegeben: Am Start schnell losfahren, in die schnelle Gruppe ganz nach vorne kommen und dort bleiben, und dann im Sprint am Ende schnell an allen anderen vorbei.

Das ist eine sehr gute Taktik, die aber dummerweise drei Mal das Wort „schnell“ beinhaltet und die meisten von uns, mich eingeschlossen, können das nur ein oder maximal zwei Mal. Zum Glück waren im 2. Werksteam mit Leo, Jan und Lisa drei gute Fahrer die das schon für uns reisen würden. Eine pragmatischere Taktik ist einfach nur auf dem Rad zu bleiben und ins Ziel zu kommen. Die Planänderung von visionär auf pragmatisch erfolgt dann meistens während der ersten 500 Meter des Rennens.

Sehr gut gelang es uns dann aber im Startbereich ganz vorne zu positionieren, bei etwa 225 Teilnehmern. Das ist extrem wichtig, denn so ein Jedermann Rennen wird quasi am Start entschieden. Aus dem Mittelfeld kommt man nie nach vorne, irgendwann und sehr schnell reisst eine Lücke und das war es dann.

 

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Am Start war die Stimmung gut, neben uns standen die Jungs vom RCB und vor uns konnten aufgrund der Präsenz von Bernd Rennies noch ein paar Sixdays Mädels rein die ich dann im weiteren Verlauf nicht mehr gesehen habe.

Man steht dann immer so am Start eine halbe Stunde und wird kalt, während der Ansager versucht die Zeit zu überbrücken. Bei der letzten Bremen Challenge, 2014 war das ganz besonders schlimm, als wir fast zwei Stunden im Block sassen und Marcel Wüst Geschichten aus seinem Leben zum Besten gab. Diesmal war nicht Marcel Wüst, sondern C. Zeyfang, Leiterin des Sportamtes Bremen der Ehrengast und wurde vom Ansager zu allerlei Nichtigkeiten interviewt. Der Ansager stellte eine Frage, hielt das Mikro zu Frau Zeyfang und knipste es vermutlich auch in diesem Moment aus. Jedenfalls habe ich nichts gehört, immer nur den Ansager. Ich glaube, der hörte sich einfach nur gerne selber reden und konnte es nicht ertragen wenn andere Menschen etwas sagten. Ich bezweifle auch, dass das irgendjemandem außer mir auch nur aufgefallen ist, denn am Start sind alle nervös und haben kein Ohr für Frau Zeyfang.

Runterzählen bis zehn und los ging. Ich fuhr heute auf meinem „De Rosa“, da mein Canyon Positivo erste Zerfallserscheinungen nach sechs Jahren zeigt. Das De Rosa ist ein kleines Sensibelchen, vor allem die Schaltung. Und so wunderte es mich gar nicht, dass direkt beim Start auch schon die fürchterlichsten Geräusche von Kurbel und Schaltwerk kamen. Und ich so gar keine Power auf die Strasse brachte. Dann waren die Geräusche auf einmal weg – prima. Leider war auch meine Kette nicht mehr am Rad.

Also, abgestiegen, zurück, Kette gefunden auf der Strasse. Da hatte es sauber einen Nietstift rausgezogen. Schrott nun. Zurück zum Start bei Stadler am Zelt: Ein netter Mechaniker baute mir schnell eine neue Kette an das Rad, fluchte über die Schaltung und brachte mich wieder in Schwung. Das alles für lau.

Jetzt war ich wieder auf der Strecke und hatte die ganz für mich. Ich war mit Sicherheit auch Letzter, mindstens zehn Minuten hinter dem Vorletzten. Äh, wie war noch mal die Taktik? Ah ja, in die schnelle Gruppe rein und da drin bleiben.

Prima, denn als ich auf der Nordstrasse so lustlos vor mich hinfuhr kam schon die schnelle Gruppe in der 2. Runde von hinten an. Ich nahm Tempo auf und hing mich an die ran. Alles richtig gemacht. In der schnellen Gruppe waren auch Leo und Jan mit etwa 15 weiteren Fahrern, der Rest der Wiegetrittfahrer hatte erwartungsgemäß nicht den Sprung nach vorne geschafft. Die schnelle Truppe war verdammt schnell und ich hatte Mühe dort dranzu bleiben. Sie brachte mich aber über die volle erste Runde (die 2. Runde an sich) und dann auch noch weiter bis zum Ende der Nordstrasse. Ich hätte ja noch ein wenig länger drin bleiben können, aber weitere drei Runden häte ich auch auf keinen Fall durchgehalten und so liess ich mich rausfallen und fuhr wieder alleine weiter. Von hinten kam erst einmal nichts.

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Die Streckenführung war dieses Mal doch sehr unklar. So unklar, dass die Spitzengruppe in der ersten Runde sogar von den Führungsfahrzeugen falsch geführt wurde udn wenn man alleine fährt hat man teilweise so gar keine Ahnung wo es lang gehen könnte und fährt entsprechend vorsichtig. Es war quasi wie eine schlechte ausgeschilderte RTF.

Irgendwann einmal kam die zweite Gruppe von hinten, angeführt von Christian vom RCB. In dieser Gruppe waren von Wiegetritt auch Lisa, Steen und Thorsten und vom RCB neben Christian auch Matthias sowie ca 40 weitere Fahrer. Diese Gruppe war deutlich langsamer und ich fuhr die nächsten Runden mit denen durch. Dabei überundeten wir auch die erste Fahrer, so dass ich mich langsam aber sicher vom letzten Platz löste. Prima.

Schnell war die nicht, da konnte ich gut drinnebleiben und nochd ie Kräfte schonen für das große Finale. Ach ja, und für die Extrarunde die ich ja wohl hauptsächlich alleine fahren würde. Immer wenn es mit denm Wind ging fuhr ich weiter in der Gruppe nach vorne und bei gegenwind versteckte ich mich schön im Feld. Ich fühlte mich jetzt richtig gut und fuhr zu Christian in der Spitze  auf und sagte: „Hey. ich fahr Dich auf der Zielgeraden an!“ Undf dann ging ich in die Führung, damit Christian da mal endlich raus konnte, denn der fuhr fast nur vorne im Feld.  Christian sagte noch:“OK, fahr dann links raus, so dass ich rechts an Dir vorbei komme.“ Gebongt. So etwa 2 km vor dem Ziel fing ich an mich links unter den ersten zehn zu positionieren, um den Sprint gut anfahren zu können. Auf dem letzten Stück, wo es eine leichte Steigung gibt vor der Zielgeraden war ich fast ganz vorne, als die erste sinnfreieAttacke kam. Ich musste dann nach vorne, um das Loch für das Feld wieder zuzufahren. Dann kam die zweite Attacke von einem sehr starken Fahrer der RG Uni Hamburg die ich auch noch einigermassen kontern konnte, aber dann war die Luft raus. Ich fuhr weit links in die Gerade, spurte so halbherzig ins Ziel und machte mich, im Gegensatz zu allen anderen, auf eine weitere Runde.

Zumindest kannte ich jetzt den Kurs und würde mich nicht mehr verfahren. Ich überholte noch ein paar Gruppen, insgesamt 73 Fahrer und landete am Ende auf dem 151. Platz. 29,8 km/h ist auch keine schlechte Zeit, da die ja auch einen komplette Kettenwechsel und viel zeit alleine auf der Strecke inkludiert. Also nichts lief nach Plan aber am Ende war ich doch ganz zufrieden.

In der Teamwertung holte Wiegetritt den 1. und 3. und der RCB den 2. Platz. Es gibt dann noch eine PaveTeamwertung, bei der mein Team den ersten Platz holte, aber ich habe keine Ahnung worum es dabei geht.

Am Ende standen wir so rum und wollten uns unterhalten. Das ging aber leider fast gar nicht, weil eine Gruppe von Exilbrasilianern aus Wildeshausen Ihr Sambafeuerwerk abbrannte. Ich weiß nicht wer die engagiert hat, aber da war fast noch schlimmer als der einsame Saxophonspieler, der in der Regel bei Kunstaustellung tutend improvisierend durch die Räume spaziert.

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Samba do Wildos Hauso

Wir warteten auf die Siegerehrung, denn an sich waren wir ziemlich sicher, dass wir weit vorne landen würden. Der Ansager war unglaublich peinlich. Ein Mädel war dritte geworden und er fragte sie, was ihr an dem Rennen besonders gefallen hätte. Erwartungsgemäß sagte sie „das Kopfsteinpflaster“. (Diemsal konnte man sogar eine Antwort hören). Weil ja ein unheimlicher Hype um dieses Pflaster gemacht wird, was mich im Prinzip ja nur daran hindert schnell zu fahren. Und dann sagte er: „Du magst es also hart und dreckig, hehehhehe.“ Oh Mann, ich dachte ich schaue gerade eine Folge von Jerks.

Dann kam die Teamwertung. Wir mussten also nun auf das Podest. Taten wir aber nicht. Stattdessen standen da so total unsportliche Typen auf dem Podest die wir im Rennen nie gesehen hatten. Da hatte aber jemand einen dicken Fehler gemacht. Risen Aufregung bei uns, doch zum Glück hatten wir mit Olaf einen Anwalt dabei. „Los Olaf, mach was!“ Einstweilige Verfügung – oder wenigstens Wiederholungs des Rennens.“

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Olaf war ganz bei uns. Wenn es sei gemusst hätte, er hätte auch eine Wiederholung des 2. Weltkrieges erwirkt (Stalin war gedopt und Rosevelt hätte nicht ausgewechselt werden dürfen!). Und dann bekamen wir noch unsere Siegerehrung während bereits das 100 km Rennen lief und einer der großen und umstrittenen des Radsportes ein sehr versöhnliches letztes Rennen fuhr.

Was ich mir dann nicht mehr angesehen habe denn ich hatte nun Lust auf Pommes, Currywurst und zuhause. So jetzt noch die RTF Lauenau am nächsten Wochenende (sehr empfehlenswert), Anfang Oktober der Münsterland Giro mit 120 km und dann noch ein paar Tage Mallorca oder so und dann ist die Saison 2017 wieder vorbei.

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Noch ein paar Worte zum Velotörn:

Ich bin wirklich dankbar, dass jemand es in die Hand nimmt ein größeres Rennen in Bremen zu organisieren. Es gibt da noch jede Menge Verbesserunsgpotential:
Erstens war die Streckenführung nicht wirklich gut. Ich meine ist ja schön, das Bremen so arm ist und kein Geld hat seine Infrastruktur zu erhalten, aber Kopfsteinpflaster finde ich nicht unbedingt wichtig. Das ist kein Merkmal einer guten Strecke. Die Bremen Challenge hatte eine gute Strecke in den letzten Ausgaben über den Flyover am Hauptbahnhof und mit Schmackes durch den Rembertikreisel. Der Velotörn nutzt im Prinzip eine sehr ähnliche Strecke wie der City Triathlon und die bin ich nun so oft gefahren, dass ich in der Mitte ein Ortsschild mit „Wilstedt“ erwarte. Von den Strecken in Hamburg oder Berlin im Vergleich will ich gar nicht reden.

Die Organisation der Strecke war dieses Jahr nicht gut. Es gab sehr enge und gefährliche Passagen, teilweise waren da noch kurz nach Kurven geparkte Autos auf der Strecke und es fehlte einfach an Ausschilderung und Streckenposten. Ehrlich. Das muss besser werden.

Ach so: Und bitte weniger Ansagen und noch weniger Samba.

Bis zum nächsten Jahr.

2 Kommentare

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Bremen und Humor.

Gestern bin ich zum ersten Mal über die bröselige Brücke über die Weser gefahren, über die gerade halb Deutschland lacht.

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Eigentlich habe ich an dieser Stelle die Weser schon häufiger übequert und vor den bunten Graffities viele Fotos von meinen Rädern gemacht. Nie war ich mir der Gefahr bewusst.

Nun weiß ich es Dank der ARD.

Das ist echt bremischer Humor. Gleich hinter der Brücke, etwas weiter weseraufwärts auf der anderen Seite findet man ein weiteres Beispiel dieses einzigartigen Humores:

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Manchmal, so scheint es, kommen wir uns hier vor wie Berlin, umschlossen von der Zone.

 

 

 

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