Top Fahrrad-Blog 2017.

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Ist Cyclyng nicht geworden, allerdings sprang insgesamt ein dritter Platz heraus und in der Kategorie „Allrounder“ sogar der erste. Wow, ich fühle mich wie erschlagen vor Glück.

Top Fahrrad-Blog dritter Platz

Die Ergebnisse sind nun bei Fahrrad.de raus. Ich will ja jetzt nicht übermütig und arrogant werden, zumal das ohnehin in diesem Fall nicht angebracht ist. „Blogger“ verhält sich zu „You Tuber“ in etwa wie „Kreuzritter“ zu „Kampfdrohne“ – Die Idee mag edel und gut sein, aber eine wirklich erfolgreiche ist das nicht. Kaum vorstellbar, dass heute ein Blog ähnlich hohen Zuspruch wie zum Beispiel Freekickerz, oder Bibis Beauty Palace auf Youtube haben kann. Das liegt an zwei Dingen: Erstens ist Radfahren im Vergleich zu Fußball und Schminken eine Randsportart und zweitens, hat niemand mehr Zeit zum lesen und möchte stattdessen Videos schauen. Am besten in Häppchen von zwei bis drei Minuten. Da kann jetzt drüber lamentiert werden, das wird aber nichts ändern und am besten freundet man sich mit dem Gedanken an. Alternativ kann man natürlich auch einen Beschwerdebrief mit Feder und Kiel auf handgeschöpftem Büttenpapier auf Latein schreiben und per Fax an die Reichsbürgerregierung senden.

Das ist ein guter Zeitpunkt darüber nachzudenken, wie es mit Cyclyng weiter gehen wird. Denn Cyclyng ist nun nicht mehr nur der Name eines Blogs, sondern auch der Name unseres neuen Radsport Laden und Cafes in der Überseestadt, den Matthias und ich im Januar eröffnen werden.

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Cyclyng Bike & Cafe wird atmosphärisch anders sein als „There is no I in Cyclyng“, denn Matthias und ich schmeißen unsere besten Ideen die wir im Kopf haben zusammen und daraus wird etwas ganz eigenes und neues entstehen. Und das wird einiges von Matthias haben, der technische, schnelle Räder mag, und mir, der schöne, ungewöhnliche Räder viel abgewinnen kann.

Bei Cyclyng müsst ihr nicht ein Rad kaufen. Ihr könnt auch einfach vorbei kommen, um eine Tasse guten Kaffee zu trinken, andere Rennradler zu treffen und zu chillen. Oder ihr fahrt gleich bei uns los zum Training auf der Velotörnstrecke im Überseehafen.

Seit gespannt, wir halten euch auf dem Laufenden.

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Versteckt unterm Lycra: Die Tätowierungen der Pros.

via Cycling Tips

Männer, gefolgt von Frauen

Pippo Pozatto

photo: Wouter Roosenboom

Daniel Oss

photo: Wouter Roosenboom

Koen de Kort

photo: Wouter Roosenboom

Michael Matthews

Matthews

Rohan Dennis

photo: Wouter Roosenboom

Samuel Sanchez

photo: Wouter Roosenboom

John Gadret

photo: Wouter Roosenboom

Philippe Gilbert

photo: Wouter Roosenboom

Frauen

auch via Cycling Tips

Valentina Scandolara

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Jessica Cutler

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Carmela Cipriani

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Estefania Pilz

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Anna Trevisi

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Gierige Track Bikes.

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Monumente der Moderne: Panzertape

Es gibt nichts auf dieser Welt, dass sich nicht mit einer gehörigen Portion Panzertape reparieren liesse.

Panzertape, manchmal auch Gaffatape genannt ist der Stoff, der das Universum zusammenhält und ihm seine Form und seine Schönheit verpasst. Heute am Baumarkt konnte ich sehen, dass aus Gaffatape und einem alten T-Shirt auch sehr nützliche Handwärmer für den Winter in Bremen gebaut werden können – so etwas muss man durchaus nicht bei Rapha für viel Geld kaufen.

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Panzertape erinnert mich an die Zeit 1994 – 1996, als ich zwei Jahre lang einen großen Staudamm am Alsch der Welt in China bauen durfte. Also ich, ca. 10.000 Chinesen, eine Menge Italiener und Pakistani sowie Herr Wipper, Herr Bremer und Herr Weiß aus Essen.

Wir lebten dort in einem Camp, dass netterweise extra für uns gebaut wurde. Na ja, die Alternativen dazu vor Ort waren wirklich nicht toll: ein paar Hütten, ein paar Höhlen und das staatliche Gästehaus.  Ab und an ging in unserem Haus mal etwas kaputt, nein, eigentlich ständig. Das lag daran, dass die Qualität der Produkte aus China 1994 nicht wirklich gut war. Ich besorgte mir ein Mountainbike, das ich ziemlich genau drei Mal gefahren bin, bevor es endgültig in sich zusammenfiel. Und das war das teuerste Rad im Umkreis von mindestens 100 km. Wir hatten einen Fernseher von TONY, einen Videorekorder von International Panasonic und meine Frau Taschentücher von Tempi und Kosmetik von Oil of Olaf. Alles Schrott.

Wenn mal wieder die Heizung kaputt war riefen wir den Camp Manager an und der schickte einen chinesischen Handwerker. Der kam dann. So ein chinesischer Klempner hat keine Rohrzange, oder einen Schraubenschlüssel, sondern, richtig geraten, eine dicke Rolle Gaffa Tape. Und wenn der Strom mal ausging kam der Elektriker, der natürlich keinen Schraubenzieher, oder eine Isolierzange hatte, sondern, genau…eine Rolle Gaffa Tape. Wie jeder andere Handwerker, der jemals bei uns durch die Tür ging. Und irgendwie wurde dann alles was kaputt war, mit Gaffa Tape geflickt, hielt ein paar Tage, bevor dann ein neuer Handwerker mit einer neuen Rolle kam und alles wieder von neuem in Ordnung brachte.

Jahre später sah ich den Entwurf des olympischen Stadiums in Beijing:

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Ich bin mir sehr sicher, dass das ursprüngliche Modell ganz anders aussah. Leider ist es irgendwann einmal vom Tisch gefallen bevor es gebaut wurde, und ein Handwerker hat das dann irgendwie mit Gaffa Tape wieder zusammengeklebt, so dass es hielt. Und so wurde das Stadium dann nach diesem Modell gebaut.

Das Stadium ist ein riesiges Monument an die sympiotische Verbindung zwischen Panzer Tape und Handwerker aller Coleur in China. Großartig.

Und wenn heute am Damm, den Wipper, Weiß, Bremer, ich, 10.000 Chinesen und ein paar Italiener und Pakistanis gebaut haben, ein Stück Beton aus der Staumauer herausbröckeln sollte, dann bin ich mir recht sicher, dass die Li’s und Wang’s dieser Welt es  zu viert aufheben, in Position stemmen und mit reichlich Panzertape wieder festmachen werden.

Eine ähnlich monumentale Bedeutung hat das Panzertape auch im Radsport. 2011 fuhr ich zusammen mit Fabian und einer äußerst bezaubernden Kierferorthopädin den Velothon in Berlin. Christine, so ihr Name, hatte auf elegante und geradezu chinesisch-geniale Art und Weise ihr iphone am Radlenker mit Gaffatape befestigt.

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Neo (iphone) – Retro (Bianchi) Aufbau bei dem Panzertape Moderne und Klassik zusammenhält.

Ich bewunderte die Konstruktion und lobte sie überschwenglich. Wer so etwas kann, dem würde ich auch meine Kinder zum Richten der Zähne anvertrauen. Apropos: Wie schmeckt eigentlich Panzertape?

Es kam aber wie es kommen musste: Berlins Straßen sind holprig und nach ein paar Kilometern hatte sich das iphone losgerüttelt. Ein weiterer Berliner, japanischer Herkunft, dessen Arbeit und Blog ich sehr schätze, erzählte mir, dass er niemals ohne Gaffatape auf Radtour geht, da er damit alles reparieren kann.

Auch als ich bei Wiegetritt in Lilienthal im Führungskräftenachwuchsprogramm war hatten wir immer wieder Kunden im Laden, die eigentlich irrreparabele Schäden mit Panzertape vorrübergehend behoben hatten. Lockere Schutzbleche, Rück- und Vorderlichtlampen, aber auch größere Schäden an Reifen, Kette oder Sattel können einfach und schnell mit Panzertape geflickt werden. Zunächst zumindest.

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Auch ein abgebrochenes Schaltwerk ist kein Grund mit dem Bus nach Hause zu fahren, wenn man vorsorglich eine Rolle davon in die Satteltasche gesteckt hat.

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Mit Panzertape kann auch das gesamte Rad quasi unsichtbar gemacht werden, damit es nicht zur Beute von Dieben wird. Eine enge Verbindung zu einer Straßenlaterne ist dazu temporär deutlich besser, als ein dickes Schloss von ABUS, da diese äußerst demotivierend auf Langfinger wirkt.

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Der natürliche Feind des Panzertapes ist WD40. Manche Menschen glauben, dass mit WD40 irgendwie alles „gefixt“ werden kann. Das ist falsch. Der wahre Freund der Menschheit ist das Panzertape.

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Gierige Räder: Stanridge Speed Road mit FSA WE Gruppe

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via The Radavist

Eines der wenigen Räder, das bislang mit einer FSA K-ForceWE Group ausgestattet wurde. Auf der Website von FSA aus Taiwan, die sich nun bemühen der vierte Anbieter von elektronischen Schaltungen neben Shimano Di-2; Sram eTap und Campagnolo EPS zu werden, gibt es ja bereits Infos zu der Gruppe; diese wurde ja auch bereits 2016 auf der Eurobike vorgestellt und der Verkaufsstart wurde für Mai 2017 avisiert. Aber wo kann man die denn heute irgendwo auf der Welt kaufen? Und der angekündigte Test im Radsport 2017 mit den Teams von Astana, Confidis und Direct Energie fand ebenfalls nicht statt.

Als komplette Gruppe (ohne Wattmessung) peilte FSA einen Verkaufspreis von ca. € 2.500 an, was auf dem Niveau einer Dura Ace Di-2 oder Campagnolo Super Record und  oberhalb von SRAM’s eTap von etwa € 2.000 liegt. Eine Shimano Ultegra Di-2 liegt im Vergleich bei etwa € 1.300. Obwohl FSA ja bei Kurbeln kein schlechtes Image hat, denke ich, dass Preise oberhalb von € 2.000 nicht durchsetzbar sind. Das könnte auch der Grund für die verspätete Markteinführung sein; FSA muss erst einmal schauen, wie das Produkt billiger hergestellt werden könnte. Und dazu Radmarken überzeugen, die FSA Gruppe als Standard an einigen Varianten von Neurädern zu montieren (OEM). Das wird nicht einfach, aber um die Dominanz von Shimano zu brechen wünschenswert.

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Nachtrag zu Zeven UCI CX.

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UCI Cyclo Cross Worlcup Verdun 1917. Nein, Zeven 2017.

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Das größte Radereignis in Bremen und Umgebung ist weder das Sechstagerennen im Januar, noch das Jedermannrennen Velotörn im September. Übrigens auch nicht das Montagstraining des RCBs, falls das jemand denkt. Das größte Ereignis ist der Cyclco Cross Worldcup Lauf, der seit letztem Jahr in Zeven stattfinden. Ich fuhr hin.

Mein Interesse an Cyclocross war bislang so groß wie an Sportarten bei denen sich Menschen mit ähnlicher Geschwindigkeit über das Feld bewegen, also etwa Schach, Halma oder die Fußballer des SV Werder Bremens. Es hält sich in Grenzen. Matthias meinte aber, dass ich unbedingt einmal mitkommen sollte, nachdem ich mein letztes Cyclo Cross Rennen im Oktober 2010 in Pellen’s Park gesehen hatte. Sieben Jahre später sieht die Crosserwelt schon ganz anders aus.

Während der Nacht hatte sich Nebel über Bremen und das Umland gelegt und die Luft triefte nur so vor Nässe. Wasser war nicht nur in der Luft, nein auch auf meiner Brille, in meiner Jeans und sammelte sich seit Wochen auch im Boden. Alles was nicht aus Asphalt oder Beton gebaut war, war in den letzten Tagen zu Matsch geworden. In Zeven angekommen, betraten wir das Gelände auf einer als Grasfläche getarntem Schlammloch. Aber das muss wohl so bei Cyclo Cross Veranstaltungen so sein und gehört zum besonderen Flair. Die eine Hälfte der Zuschauer hatte Gummistiefel und trug Kleidung für Feldarbeit im Herbst, die andere Hälfte war am fluchen und zitterte. Wir konnten nun einen ersten Blick auf die Strecke werfen.

So ein Cyclocross Rennen hat nun schon ein paar Vorteile, verglichen mit einem Straßenrennen. Also erstens, ist die Strecke recht kurz, nämlich in Zeven nur 2,8 km; und dann ist sie auch noch so aufgebaut, dass man zu jedem Punkt recht schnell hingehen kann. Irgendwie wirkt die Streckenführung in eigenwilligen Bahnen über eine ehemals grüne Wiese recht willkürlich; als Zuschauer lernt man dies aber zu schätzen, da man über die gesamte Dauer eines Rennens von unter einer Stunde etwas zu sehen hat.

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Das Streckengelände in Zeven

Insofern ist der Unterhaltungswert recht hoch, im Gegensatz zur, sagen wir mal, der Tour de France, wo man irgendwo an der Strecke steht, den Peloton mit 40 km/h in nicht einmal zwei Minuten vorbeiflitzen sieht und dann wieder nach Hause fahren kann.

Unter Umständen kann es aber auch eine gute Idee sein, nach zwei Minuten wieder nach Hause zu fahren, und zwar dann, wenn man bei 3 Grad plus  knöcheltief im Match steht. Daher 1:1 zwischen Straßen- und Cyclo Cross Rennen.

Was mir auch noch sehr gut gefallen hat ist die Nähe zu Fahrern und Geschehen. Wir konnten einfach ins Fahrerlager gehen und uns die Räder aus der Nähe anschauen. Es gab sehr viele neongelbe Trek Crosser – das sind dann auch die einzigen, die nach 50 Metern auf der Strecke noch als Trek Räder zu erkennen sind – schwarze Rahmen mit kleinen Logos haben mit zwei Kilo Schlamm drauf keinen Wiedererkennungswert mehr. Irgendwo vor ihrem Trailer trainierte die Weltmeisterin Sahne Kant, während ihr Vater die Laufräder aufpumpte und die Mutter Autogramme verteilte.

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Auch der Rollentrainer einer Weltmeisterin steht im Matsch, damit sie sich an die Strecke gewöhnt.

Das U23 Rennen war zu diesem Zeitpunkt bereits vorbei, die letzten Fahrer mit blutunterlaufenen Augen und verdreckten Schnauzbärten fuhren gerade ins Ziel.

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Ich stand am Ziel und wartete auf den Start des Frauen Eliterennens. Die Frauen fuhren sich gerade auf dem kurzen Stück Asphaltstrecke im Start/Zielbereich warm – keine war so verrückt einen Ausflug in den Schlamm zu wagen.

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Etwas mehr als 50 Fahrerinnen waren im Start und stellten sich in der Eiseskälte auf. ein paar Minuten vor Beginn flogen die Trainingsjacken im hohen Bogen aus dem Feld heraus zu den Betreuern, die am Rand warteten. Ein schönes Bild, aber leider kein Foto davon. Um 13:33 Uhr ging es los und die Frauen fuhren auf die Strecke.

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Am Start, als die Mädels noch voller Kraft waren und sich Ihre Laufräder auf dem Asphalt drehten, sah das noch alles sehr kraftvoll, schnell und dynamisch aus. Das änderte sich aber sehr schnell nach ein paar Runden, als die Sportlerinnen in Schrittgeschwindigkeit durch die Schlammlöcher fuhren und absolut keine Power mehr hatten. Während vorne leistungsfähige Fahrerinnen wir Sanne Cant, Helen Wyman und Kathie Compton vergleichsweise mühelos durch das Gelände robbten, taten sich insbesondere im hinteren Feld tiefe Abgründe des Leidens auf. Als Vater einer Tochter, die ebenfalls Leistungssport betrieben hat und nur unwesentlich jünger ist, werden da  unwillkürlich Beschützerinstinkte ausgelöst. Manche von den Mädels sahen aus, als wenn sie gleich anfangen würden zu heulen.

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Hinten Leid …..

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… und vorne Freud.

Cyclocross erinnerte mich an ein Straßenrennen in Zeitlupe, denn teilweise bewegten sich die Mädels in Schrittgeschwindigkeit über die Strecke. Oder in Laufgeschwindigkeit unter ihren Rädern.

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Unterm Rad (aber nicht Hermann Hesse)

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Runterlaufen …..

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… oder doch runter fahren?

Ich sehe das bestimmt total falsch. Kyclo Kross Kenner (KKK) mögen mir einmal erklären warum; also warum ist bei Cyclo Cross Rennen die effektive Reifenbreite von der UCI seit 2010 auf 33 mm beschränkt? Das macht es schweren Fahrern gerade bei schlammigem Untergrund extrem schwierig schnell zu fahren. Klar, jetzt könnte natürlich das Argument kommen, es soll ja schwer sein, denn es ist ja Sport. Sicher. Cyclo Cross wäre sicher noch schwerer und sportlicher, wenn keine Schaltung verwendet werden dürfte, die Hände über Kreuz am Lenker greifen, und eine halbtransparente Augenbinde verwendet werden müsste.

Ich finde es vor allem deswegen unlogisch, weil in dem immer populärer werdendem Segment der Gravel Bikes, viele Räder bereits vom Werk aus mit 35 oder 40 mm breiten Reifen ausgestattet sind – weil so etwa nun einmal abseits des Asphalts Sinn macht.

Die meisten Mädels kamen auch im 32er Reifen ins Ziel. Sanne Cant war deutlich besser als anderen und wurde Erste, dahinter dann Nash und Wyman.

So langsam wurde es dunkel und der Höhepunkt nahte, das Rennen der Herren mit Cyclo Cross Superstars wie Mathieu van der Poel, Wout van Aert und, äh, Kevin van Pauwels. Um ein männlicher Cyclo Cross Star zu werden muss jemand grundsätzlich drei Voraussetzungen haben: Er muss Belgier oder Holländer sein, ein „van“ im Namen haben und mindestens einen Eltern- oder Großelternteil haben, der sich in der Ruhmeshalle des Radsports verewigt hat. Mathieu van der Poel z.B. ist der Enkel von Raymond Poulidor.

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Raymond Polydor, der Mann, der nie die Tour de France gewinnen konnte.

Bei den Männern ist die Leistungsdichte deutlich höher als bei den Frauen. Vor allem bei den Belgiern, die 13 der ersten 20 Plätze belegten, bevor den Plätzen dann die Belgier ausgingen.

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Startaufstellung bei den Männern. Schnauzbärtige Schweden ganz hinten.

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Insgesamt sind die Männer schneller, aber am Ende des Feldes, bei den Polen und Schweden war auch jede Menge Leid zu sehen. Es gewann van Aert, so dass wir an diesem Tag zum dritten Mal die belgische Nationalhymne hörten.

Natürlich ist so ein Cyclo Cross World Cup auch ein soziales Ereignis und wir trafen halb Cyclo-Bremen an der Rennstrecke. Das war prima. Danke an Lisa und Matthias für das mitnehmen.

Wir sehen uns nächstes Jahr in Zeven wieder an der Strecke. Auf der Strecke eher nicht.

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Ein schönes Video, wie es ist über die Strecke zu fahren gibt es hier.

 

 

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Mercedes AMG. Curve Cycling Belgie.

Na bitte, es geht doch. Wie thematisch ein schönes Rad auf der Design Basis eines Mercedes AMG gebaut werden kann zeigt und nicht das heimische Rotwild, sondern Fyxo aus Australien.

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Gierige Räder: Peacock Groove

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Eric Noren von Peacock Groove baut Räder. Soweit so außergewöhnlich.

Auf der Philly Expo 2017 war ein Bahnrad von ihm ausgestellt; eines das gerade bei den amerikanischen Meisterschaften der Frauen im Madison unter Tiana Johnson den Titel gewann.

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An sich ist das eine Abdeckung für die Sattelstütze am Rahmen von Fizik. Hier aber eingesetzt als Schutz des Oberrohrs gegen das Schlagen des Lenkers.

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Couplers. Der Rahmen kann in zwei Teile geteilt werden zum Transport. Aha.

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Insgesamt großartige Farben. Sieht aus wie beklebt, ist es aber nicht.

Weitere Räder aus seiner Produktion:

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via Peacock Groove

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Pinarello Nytro.

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Pinarello ist nun die erste, große Fahrradmarke, die ein „richtiges“ e-Rennrad auf den Markt wirft. Da kann nicht gut gehen, oder? Tat es erst einmal auch nicht.

Klar, es gibt bereits e-Rennräder auf dem Markt, oder sie sind für 2018 angekündigt, wie das Cube Agree Hybrid C.62.  Oder das Gain von Orbea, Oder der Sonnenblick High End von Steinbach für € 12.100. Auch Bianchi zeigte bereits 2016 den Prototypen des E-Doardo. Und das Haibike XDURO Race (45 km/h 19 kg) gibt es auch schon seit geraumer Zeit. Oft sind das keine Rennräder, sondern relativ schwere Tourenräder mit Rennlenker.

Trotzdem ist der Verkaufsstart des Pinarello ein besonderes Ereignis, da es sich bei dem Nytro nicht nur um ein leichtes Rennrad handelt (13 kg), sondern es auch das erste Mal ist, dass eine traditionelle, ruhmreiche italienische Marke, die wir mit der Tour de France, Giro d’Italia und damit auch mit Blut, Schweiß und Tränen verbinden, ein Rad in den Markt gibt, dass eben, na ja, deutlich weniger Schweiß und Tränen fordern wird.

Das Familienunternehmen Pinarello wurde vor einem Jahr von dem französischen Luxuskonzern LVMH (= Louis Vuiton, Moet, Hennessey) übernommen. Auch aus diesem Grunde ist das Nytro interessant. Ein e-Rennrad ist nun einmal ein umstrittenes Konzept, dass erst einmal verkauft werden muss. Richtet es sich mehr an Louis Vuiton schwenkende, Moet Schampus trinkende Luxus-Weichlinge? Wird es das Pinarello Markenimage negativ beeinflussen?

Die Marketing Abteilung von Pinarello und/oder LVMH machte sich also daran die Zielgruppe des Nytro zu definieren und anzusprechen.  Dabei hatten sie zwei tolle Ideen, für wen das Nytro denn genau das richtige Rad wäre:

  • Männer, die keine Lust oder keine Zeit zum Trainieren haben, aber trotzdem am Wochenende mit ihren sich hart abtrainierenden Buddies zusammen fahren wollen.
  • Und Frauen, die bislang ihren schnellen Männern hinterherfahren und sich abhecheln müssen – mit dem Nytro wäre das dann nicht mehr nötig.

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OK, dazu erst einmal meine persönliche Meinung: Wenn jemand zu alt, schwach, krank, zu kurz dabei, oder mal schlecht drauf ist, darf  er oder sie gerne in meinen Windschatten fahren. Jemand der ein e-bike fährt damit er nicht trainieren muss darf das nicht. Und in seinen Windschatten will ich nicht.

Ich glaube auch nicht, dass jemand beispielsweise in Bremen beim RCB Montagstraining mit einem auf 25 km/h abgeregelten Pinarello auch nur den Hauch einer Chance hätte in einer Gruppe zu bleiben. Selbst die Anfängergruppe ist deutlich schneller.

Und was das Thema Frauen angeht: Abgesehen davon, dass Girlfriends nicht per se langsamer sind als Boyfriends möchte ich auch ernsthaft bezweifeln, dass meine oder andere Frauen mit mir oder anderen Partnern Radfahren würden, wenn sie ein schnelleres Rad hätten. Ich gehe ja auch nicht lieber mit meiner Frau Eislaufen, nur weil ich Schuhe mit breiteren Kufen kaufen könnte, mit denen ich mich nicht ständig auf die Fresse lege.

Die Kampagne ging dann auch wie erwartet spektakulär schief und wurde von Pinarello gestern zurückgezogen. Epische Shitstorms in den sozialen Medien.

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Vielleicht doch noch ein paar Worte zu dem Rad selber. Der Antrieb kommt von Fazua; das Fazua Evation Antriebssystem wiegt 4,7 kg und setzt sich gerade als Standard in diesem neuen Segment durch (siehe Focus, Cube). Der Akku dazu hat gerade einmal 250 Wh, was gut ist um das Rad leicht zu machen, aber leider auch die Reichweite sehr stark begrenzt. 400 Wh, besser 500 Wh werden schon gebraucht für eine längere Tagesausfahrt, um sicher nach Hause zu kommen. Sonst sieht es eben aus, wie ein Pinarello aussieht – manche mögen ja diese Rahmenform, die aussieht, als wenn sie in der Sonne geschmolzen wäre.

Na ja, und 25 km/h Abriegelung, ehrlich? Damit ist das Rad ja wirklich nur für hügeliges und bergiges Gelände geeignet, wo der Boyfriend 25 km/h oder weniger schnell fährt. Sagen wir mal, hoch nach Alpe d’Huez. Im flachen Gelände, wie hier in Bremen ist so etwas völlig unbrauchbar. Einerseits.

Andererseits war ich vor ein paar Wochen auf Mallorca und bin zusammen mit meinem Freund David und seinem 82-jährigen Vater Alan Rad gefahren. Alan war in den Fünfzigern und Sechziger Jahren ein exzellenter Amateurfahrer und hat mehrere englische Meistertitel errungen. David und ich sassen auf Rennrädern, Alan auf einem Haibike XDuro. In den Hügeln war er schneller als wir. Hat Spaß gemacht mit ihm zu fahren.

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