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De Rosa Giro d’Italia.

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Gerade rechtzeitig fertig geworden zum Ende des 100. Giros, ist das De Rosa ein erster wirklich notwendiger Aufbau seit längerer Zeit. Zeit daher neue Wege zu gehen. In sehr engen Grenzen.

Aufgebaut ist das Re Rosa schon länger, aber fertig war es nie und ist es auch noch nicht. Heute nach letzten Änderungen konnte ich mich allerdings davon überzeugen, dass es fast perfekt ist. Das wird daher ein sehr langer Post darüber, warum was an dem Rad so ist wie es ist. Nicht als Rechtfertigung, sondern als Ideenspender.

Ein Rad aufzubauen ist an sich ganz einfach. Man nimmt einfach einen Haufen Geld in die Hand und kauft sich nach Herzenslust den Rahmen und die Komponenten seines Herzens. Die Kunst ist es, ähnlich wie in der Architektur, das alles mit weniger Geld zustande zu bringen.

Dazu kommt noch ein anderes Risiko, nämlich ein Rad zu gut aufzubauen. Ich kenne eine ganze Menge Leute die ihr Rad so sehr verschönert haben, dass Sie nun Angst haben es zu fahren weil es beschädigt werden könnte.

Aus diesen beiden Gründen ist es nicht einfach ein Rad mit einem Budget für einen bestimmten zweck aufzubauen; es sei denn das Rad ist für die Vitrine und das Budget unbegrenzt.

Wem das alles zu langwierig und langweilig ist, der kann sich nun ein paar Fotos anschauen.

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Das De Rosa Giro d’Italia löst mein Union Sapporo Fixie ab, das erste Fixie dass ich für mich vor fünf Jahren aufgebaut hatte und mit dem ich seitdem bei Wind und Wetter zur Arbeit, durch die Stadt oder auch mal durch die Landschaft gefahren bin. Einmal habe ich es auch gewagt damit die 210 km des Radmarathons des RSC Rot-Gold in Bremen in Angriff zu nehmen. Fünf Jahre sind eine lange Zeit, ich habe nur drei Räder die ich länger besitze (zwei für die Vitrine und eins was diesen Winter durch etwas fulminantes ersetzt wird). Das Umberto Dei mit Schutzblechen, Schaltung und Riser Lenker ist nun die erste Wahl für Winter und Regen; aber ich wollte doch noch gerne ein Fixie für die schönen Tage in Bremen besitzen.

BB aus dem RRN Forum bot mir zunächst einen schönen Koga-Miyata im Tausch gegen ein Paar goldene TB14 Laufräder an. Leider zu klein, und Italien ziehe ich Holland allemal vor. Als er dann bereit war stattdessen einen De Rosa Rahmen zu tauschen schlug ich zu.

Das De Rosa Giro d’Italia kam Mitte der Neuziger Jahre auf dem Markt und wurde nur einige Jahre produziert; den Rahmen gibt es in verschiedenen Farben und in verschiedenen Versionen mit Columbus Neuron und EL Rohren, sowie „normaler“ und Unifork. Klassisch würde man den Rahmen vielleicht mit einer Campagnolo 8-fach Gruppe und einem Shamal Laufradsatz bestücken. Hier und hier sind ein paar schöne, klassische Exemplare zu sehen. Alle Farbschemen sind sehr nett anzusehen, da ich aber noch nie ein roter Rad besessen habe gefällt mir dieses klassische De Rosa / Pinarello Feuerrot sehr gut.

Der Rahmen

Viel, viel Rot und ein wenig weiß – und das alles aus Oversized Columbus EL Geröhr. Ich mag es, wenn das Oberrohr horizontal verläuft, das ganze aus Stahl ist, aber eben nicht ganz so filigran wie klassische Stahlrahmen. Das gibt die Richtung für den farblichen Aufbau quasi vor; also überwiegend silberne und weiße Komponenten, da wo es funktional Sinn macht eher schwarz. Andere Farben haben an diesem Rahmen nichts verloren.

Vorne angefangen hat mein De Rosa Rahmen eine vollverchromte Gabel mit einigen netten Pantographien an der Gabelbrücke. Die Pantos habe ich mit roter Farbe ausgelegt, im Original sind sie einfach frei. Die Bremsen vorne und hinten werden mit Inbusschrauben befestigt.

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Ich wünschte es gäbe herzförmige Muffen am Rahmen, die weiß ausgemalt werden könnten, aber dieser Rahmen bietet leider gar nichts in dieser Beziehung. Lediglich am hinteren Bremssteg gibt es oben ein weißes Herz. Die Bremszugführung läuft frei durch das Oberrohr; vorne auf der linken Seite unten rein und hinten links oben raus.

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Die Schaltzugführung ist ebenso konventionell über Adapter am Unterrohr und dann unter dem Tretlager und der Kettenstrebe zum Schaltwerk. Es gibt am Sattelrohr und am Unterrohr die Möglichkeit Trinkflaschenhalter zu befestigen – was aber für den Zweck (kurze Distanzen) nicht erforderlich ist und die klare Linie zubauen würde.

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Das weiße Herz am Bressteg

Hier passt eine 27,2 mm Sattelstütze rein, ebenfalls konventionell geklemmt. Die Sattelstreben sind eher hinter dem Sattelrohr angelötet als daneben und fallen ebenso wie der sonstige Rahmen etwas voluminöser aus.

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Die Tretlagermuffe ist ganz schmucklos, ohne jede Pantographien. Zwischen den Kettenstreben hinter dem Tretlager gibt es keinen Steg – die ovalisierten Kettenstreben sind kräftig genug um verwindungssteif zu bleiben. Vorne und hinten sind die Ausfallenden mit De Rosa gekennzeichnet. Und schließlich sind Kettenstreben, Sattelstreben und integriertes Schaltauge verchromt. Das Schaltauge fällt daher nicht so auf. Der Chrom der Sattelstreben ist auf der einen Seite bereits etwas angegriffen; so etwas erhöht eher Charme und Originalität als das es negativ auffällt. Es ist kein Rad für die Vitrine, es wird im Alltag nicht geschont werden, da darf es auch schon etwas benutzt aussehen.

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Insgesamt ist das ein hochwertiger, relativ leichter Rahmen ohne viel Firlefanz und ohne colnagonöse Farbschemata. Daher eignet es sich eben gut für den Aufbau zum Fixie. Wie sich der Rahmen dann fährt weiß man in der Regel ohnehin erst hinterher; aber um das Ergebnis vorwegzunehmen: Das Rad läuft stabil, der Antritt ist schnell, es gibt da nichts zu motzen.「colnago dream」の画像検索結果

 

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Colnagnonös

Das Cockpit

Um einmal etwas neues auszuprobieren, wollten ich auf jeden Fall einen Ahead Vorbau und Lenker mit Oversize Klemmung verbauen. Das hatte auch ganz praktische Gründe, denn weit sechs Jahren (!) habe ich einen weißen Easton EA90 Vorbau in der Schublade liegen, den ich einmal irrtümlich gekauft hatte. Da das De Rosa eine Gewindegabel hat, habe ich zunächst einmal einen Campagnolo Record Steuersatz verbaut; vor einiger Zeit hatte ich mich intensiv über klassische Steuersätze ausgelassen. Im Ergebnis finde ich den Campa Steuersatz, den es für ca. €50 hier und dort zu kaufen gibt eine sehr gute Alternative die ich bereits oft verbaut habe. Soll es etwas günstiger sein tut es auch ein Tange Falcon, aber die Industrielager sind etwas schwieriger einzustellen. Der Campasatz macht hingegen nie Zicken und baut auch nur 36,5 mm hoch. Allerdings sollte man bei der Montage vorsichtig sein, da die Italiener auf die mal wieder großartige Idee gekommen sind oben und unten andere Kugelgrößen einzusetzen, um uns Menschen im Norden das Leben etwas schwieriger zu machen.

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Am Schaft habe ich einen Aheadadapter mit Keilklemmung verbaut und daran den Easton EA90 vorbei montiert, das klappte völlig problemlos. Ich wünschte der Vorbau hätte eine Neigung, dann sähe das ganze noch besser aus, aber da die Easton Logos wiederum gut mit dem Rahmen harmonieren passt das schon.

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Daran hängt ein ITM Lenker in weiß, mit meiner Standardbreite von 420mm. Ein Flachlenker oder Riser passt nicht zu diesem Rahmen, ein Fixie könnte auch einen 400 mm breiten Lenker vertragen – mit 380 mm sind meine Erfahrungen allerdings nicht gut. Das Teil ist eher modern und gedrungen geschwommen und mit schwarzem BBB Speedribbon gewickelt. Das ist meine bevorzugte Farbe (alles andere kostet nur Reinigungszeit) und mein bevorzugtes Band, denn es läßt sich leichter wickeln als alle anderen Lenkerbänder aus modernem Material. Obwohl letztes habe ich mal wieder ein Korkband gewickelt und da merkte ich wie einfach das an sich geht.

Der letzte und wichtigste Punkt sind die Bremshebel. Die ja angeblich an einem Fixie ohnehin nichts zu suche haben. Ich dachte mir, dann mach die doch so unauffällig wie möglich, aber bitte keine Crosshebel oder andere nicht wirklich funktionelle Fixielösungen – klassische Hebel müssen es schon sein damit man auch eine gute und breite Auflagefläche für die Hände hat. Das finde ich sehr nachteilig an klassischen Bremshebeln, die sind einfach zu schmal.

Deshalb sind es Tektro Kinderbremshebel geworden, die einen deutlich kürzeren Bremshebel haben, als z.B. die Tektro 520. Also – flacher Lenker, kleine Bremsen, nichts soll vom Rahmen und den Laufrädern ablenken.

Die Bremsen

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Klar, an das Rad hätten auch gut ein paar Campa Monoplaner, vielleicht sogar Deltas gepasst und sonst sind die Shimano Dura Ace AX auch sehr schöne Bremsen. Das sind aber auch die Campagnolo Super Veloce in silber und zwar bevor die im letzten Update eine sehr häßliche Ausschabung bekommen haben oder, in den teureren Campa Gruppen nur noch als Skeleton angeboten werden. Die Campa Superveloce habe ich nun auf fast allen meinen Rädern montiert, die Bremsleistung und Modulation ist sehr gut, und der Preis von €25 bei CNC ist unschlagbar. Für das Geld bekommt man manchmal ja nur Beläge plus Schuhe.

Sattel

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Als Sattel habe ich einen (Nachbau von einem) San Marco Concor Supercorsa in schwarz ausgewählt. Den hatte ich erstens noch in der Schublade, zweitens empfinde ich es als gutes Design wenn Lenkerband und sattel die gleiche Farbe haben, drittens ist schwarz ohnehin sehr funktionell, weiße Sättel z.B. gerade mit diesem Concor Kunstleder in perforiert sehen sehr schnell schäbig aus und zu guter letzt ist der Concor ein klassisch gutaussehender Sattel, auf dem sich halbwegs erträglich sitzen lässt. Im Gegensatz zu einem Rolls, oder noch schlimmer einem Regal der so gar nicht dem Negativ meiner Körperform entspricht.

Wie an allen meinen Rädern hängt hinten etwas am Sattel dran, um zwar in diesem Fall ein „Verkehrssicherheitamulett“ eines japanischen Schreins (Kotsuanzen Omamori). Natürlich in rot, natürlich effektiv.

Die Sattelstütze ist eine ungelabelte Aero BLB Stütze die ebenfalls in der Kiste lag. Klar ging dies alles schöner und klassischer, aber ich denke für ein Alltagsfixie ist das ausreichend schön.

Der Antrieb

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Campagnolo Chorus Vierkantinnenlager, ebenfalls aus der Schublade gezaubert. Darauf eine Campagnolo Athena Kurbel, die der Verkäufer poliert hatte; mir gefällt was alles was Campagnolo und Shimano früher an Kurbeln entworfen haben, allerdings passt auf einen Campa ISO Vierkant keine Shimano Kurbel. Ich hätte auch noch eine sehr schöne Ofmega Mistral in der Kiste, allerdings wäre mir diese für ein Fixie zu schade. Wie immer eine Kettenblattschraube in einer anderen Farbe als die anderen vier. Die Original Kurbelschraubdeckel habe ich noch, das ist mir einfach zu riskant, dass die hier verloren gehen, deshalb normale draufgepappt. Geht irgendwie, aber optimal ist das nicht, da ist also noch Potential weiter zu verbessern. Hier wäre ich ja auch mal für gute Ideen wirklich dankbar.

Standardkette KMC Z8 mit 3/32“ passt immer.

Pedale MXS Sylvan Stream passen auch immer. Die sind beidseitig fahrbar, schmal und zusammen mit einem 170 mm langen Kurbelarm kann man locker die Kurven durchtreten.

Am Anfang hatte ich vorne ein 42er und hinten ein 15er Ritzel montiert (Miche auf Träger). Mit 1:2,8 konnte ich damit zwar sehr gut anfahren, aber die Endgeschwindigkeit war mir zu langsam; es war einfach zu aufwändig in Arbeitsklamotten das Ding über 30 km/h zu bewegen. Also habe ich noch einmal umgebaut und vorne ein 53er Kettenblatt montiert (was natürlich auch besser, vor allem irgendwie männlicher aussieht) und hinten ein 18er Ritzel ersetzt. 1:2,94 kommt deutlich besser, aber falls das nicht reichen sollte habe ich auch noch 17er und 16er Ritzel zum tauschen da.

Die Laufräder

Darüber könnte ich jetzt locker noch einmal weitere 10 Seiten füllen,wenn es denn so etwas wie Seiten im Internet geben würde.

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Die erste Idee war niedrige, silberne, klassische Drahtreifenfelgen mit Hochflanschnaben dreifach gekreuzt zu verbinden. Dafür hatte ich schon seit langem eine Phil Wood Hinterradnabe und eine Fratelli Brivio Vorderradnabe in der Kiste reserviert. Erster Versuch dann Einspeichung mit Wolber Felgen. Hinten gibt die ihren Geist beim Abdrücken auf (äh, ich hatte wohl etwas zu fest gedrückt aber dann war auch nichts mehr zu machen) und vorne ruckelt die beim Bremsen nicht unerheblich. Mist. Also stattdessen vorne erst einmal eine alte Mavicfelge eingespeicht (ich erspare mir hier die Abhandlung, dass ich die Felgen alle mühsam mit der Hand aufpoliert hatte). Prima, aber leider entwickelte sich ein Riss an der Öse der Felge. Und die Fratelli Brivio Nabe machte auch Zicken (ach so ja, da musste ich mir auch erst 1,8 mm dicke Speichen besorgen, da Standard 2,0 mm nicht durch die Nabenlöcher passte). Und die Achse von der Fratelli Brivio war auch hinüber. Zum Glück hatte ich aber zwei schöne NISI Felgen bekommen.

Die nächste Idee war dann Gochprofilfelge a la H+Son SL42 hinten und Nisi Niedrig vorne, dann konsequent auch mit niedriger Nabe, da hatte ich noch eine Shimano Ultegra. Das wurde dann die erste Version des Aufbaus.

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Allerdings sah das bei weitem nicht so gut aus, wie ich mir das vorgestellt hatte. Also noch einmal dieselbe Felge (die Billigversion der SL42 von CNC) gekauft mit 20 Loch, dazu SAPIM CX Ray Messerspeichen und eine weiße, niedrige Novatec Vorderradnabe. Das entspricht nun schon eher meinen Vorstellungen.

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Es stellte sich die Frage, die Speichen mit Kopf nach außen, nach innen oder immer abwechselnd zu montieren. Spaßeshalber habe ich letzteres versucht, aber das sah schon beim Einspeichen so mies aus, dass ich doch die Köpfe alle außen platziert habe. Dadurch bin ich jetzt allerdings auch ziemlich sicher, dass dies nur aus ästhetischen Gründen so ist, egal welche technischen Argumente ins Feld geführt werden.

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Die Laufräder sind nun stabil, allerdings auch etwas schwer, was der Agilität Abbruch tut. Da ist aber egal, ich habe da noch jede Menge Alternativen in der Garage stehen. Vorne und hinten sind die neuen Vittoria Corsa in 25 mm mit heller  Naturflanke montiert, finde ich jetzt besser als ganz schwarze Reifen, auch wenn Conti GP4000 die funktionellere Wahl wäre.

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Fazit

Angeblich antwortete einmal Ho Chin Minh in den Siebziger Jahren auf die Frage, wie er den Einfluss der französischen Revolution auf die Weltgeschichte beurteile: „Es ist noch zu früh die beantworten zu können.“ Dummerweise sagt mir Google gerade, dass das gar nicht Ho Chi Minh war sondern Zhou Enlai und dass der auch noch die Frage mißverstanden hat. Das macht aber nichts, denn es ist eine schöne Geschichte.

Das ist genauso wie mit diesem Rad.Ob es wirklich „gut“ ist, seine Funktion erfüllt wird sich in den nächsten Monaten zeigen, es ist noch zu früh das zu beantworten. Aber es ist ein hübsches Rad.

Und nebenbei ist es eine gute Basis dies und das auszuprobieren und zu verbessern, denn mit Sicherheit wird es in fünf Jahren anders aussehen als heute.

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Bürgermeister Smidt, seine Tochter und mein De Rosa.

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Hanami. 花見。

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Hanami, japanisch. Das Anschauen von Blumen, Kirschblüten im besonderen.

De Rosa Giro d’Italia. Meine Blume. Das Rad was ich zur Zeit fast täglich fahre, wenn es nicht gerade regnet. Sozusagen die Edelstadtschlampe. Es ist die Ablösung für das Union Sapporo, was ich fast fünf Jahre lang über die holprigen Straßen Bremens bewegt habe. Wäre Bremen ein Unternehmen, so wahrscheinlich Karstadt.

Der Aufbau ist noch nicht perfekt. Der Sattel oder seine Position passt noch nicht ganz, ds Vorderrad ist immer noch nicht fertig und so ist erst einmal ein Ersatzrad verbaut, ich bin immer noch auf der Suche nach einer passenden Klingel.

Andere Dinge gefallen mir wiederum jetzt schon sehr gut. So war es eine gute Idee vorne ein kleines Kettenblatt zu verbauen – auch wenn das an sich nicht gut aussieht. Das Union Sapporo hatte eine 52/16 Übersetzung, weil das meinem damaligen Ideal von Männlichkeit und Ästhetik entsprach, aber 44/17 ist besser für die Stadt, die ganze Kiste kommt schneller in Schwung beim ständigen Beschleunigen und Bremsen. Klar, ab 30 km/h muss ordentlich schnell getreten werden, aber für einen Power-cruncher wie mich ist das auch eine gute Übung.

Und auch die Tektro Kinderbremshebel fühlen sich sehr gut an, haben eine breite Auflagefläche, wirken aber andererseits nicht so massiv wie die Standard Version.

Der Rahmen ist steif und kurvensicher, beim Antritt im Wiegetritt reagiert er schön auf mich und ich auf ihn. Nicht ganz so gut wie bei meinem Basso, aber das ist auch ein Wunder für sich und nicht der Maßstab.

Ach wäre es doch fertig. Erst einmal.

 

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Giro d’Italia an der Weser.

Die Schönheit der Werderinsel in Bremen ist mir bislang verborgen geblieben, vielen Studenten die sich dort tummeln, sobald die ersten Sonnenstrahlen im Frühling aus den Regenwolken brechen, allerdings nicht. 

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Schon länger möchte ich Photos von meinem neuen De Rosa Giro d’Italia machen, aber das Rad ist immer noch nicht fertig, da das Vorderrad, an sich das pièce de résistance, Zicken macht. Seit einiger Zeit läuft deshalb erst einmal eine Araya Felge dort, und zwar auch nicht schlecht. Heute fand ich auf dem Weg nach Hause die perfekte Location. Jetzt muss nur noch das Rad dazu werden. Denn:

Beauty is only skin deep, but ugly goes clean to the bone..

Dorothy Parker 

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Sales: Union Sapporo Rahmen RH 56

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David, ein britischer Freund von mir, dessen Einkommen es ihm erlaubte seine beiden Töchter Polo spielen zu lassen und der deswegen für mich der klassische „Public School“ Brite ist, erzählte mir einmal folgende Geschichte:

Ein Freund seines Vaters, der Jäger war hatte immer einen treuen und leistungsstarken Jagdhund. Wurde der Hund alt und war nicht mehr so schnell und ausdauernd wie gefordert, dann nahm er seine Flinte, erschoss den Hund und besorgte sich einen neuen. Das kam David doch eher grausam vor und so fragte er den Jäger, ob es nicht irgendeinen Hund gegeben habe, bei dem er besonders leid getan habe. „Doch“, sagte der Jäger, “ es gab da einen Hund, der mir so sehr ans Herz gewachsen war, dass ich ihn nicht töten konnte.“ Und was ist mit dem Hund dann passiert? „Ich habe jemand anderen den Hund erschießen lassen.“

Das ist eine gute Analogie für Rennräder. Alle Räder die ich fahre habe ich selbst aufgebaut, teilweise über Jahre verbessert und immer wieder an ihnen gebastelt. Aber irgendwann einmal läuft mir etwas noch besseres über den Weg, das wird gekauft und aufgebaut und das alte Rad steht nur noch in der Garage und freundet sich mit dem Staub an. Da meine Garage klein ist und ich auch nicht unbegrenzt Geld zur Verfügung habe muss das alte Rad dann verkauft werden. Das tut mir immer leid, aber hey, das ist ein Rad, keine Frau, kein Kind und auch kein Hund.

Bei diesem Union Sapporo Rahmen  von etwa 1980 fällt mir das verkaufen sehr schwer, ich sollte vielleicht jemand anderen den Rahmen verkaufen lassen. Ich hatte den Rahmen 2011 gekauft, als Fixie aufgebaut und seitdem fast jeden Tag und bei jedem Wetter für die fahrt zum Job und in die Stadt benutzt. Mit dem Ding bin ich mal eine RTF über 210 km in Bremen gefahren, mit dickeren Reifen über Feldwege gecrosst und habe mich im Winter auf Eis und Schnee einige Male gut hingelegt. Entsprechend viele Lackschäden haben sich im Laufe der Zeit angesammelt, aber technisch ist der Rahmen voll in Ordnung. Umgebaut habe ich das Rad ebenfalls sehr häufig. Hier ein paar Beispiele.

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Erstaubau mit Giomdi Lenker und stadtuntauglichen Veloflex Reifen

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Die dann durch rote Conti GP 4000 ersetzt wurden

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Immer noch mit dem häßlichen Modolo Vorbau, jetzt aber mit Fyxo Kettenblatt.

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Mit neuem Lenker, neuem Vorbau und dicken Reifen

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Mit Honjo Schutzblechen und Carbon Kurbel

Aber nun muss der Rahmen weg, denn ich habe nun zwei gute Alternativen für den Alltag: Ein Umberto Dei für die nassen Tage und ein De Rosa für den Sommer in Bremen (17.7. bis 26.8. 2017).

Pedigree

Union, ein holländischer Hersteller von, äh, Hollandrad, war einmal der größte Hersteller in Holland zusammen mit Gazelle und Batavus. Ende der Siebziger unterhielten sie ein Rennteam, hatten aber keine eigenen Rahmen dafür und ließen diese daher in Italien bei Motta fertigen. In diesem Zuge kamen sie auch auf die Idee, Rennräder in ihr Angebot mit aufzunehmen, eines der Modelle war das Union Sapporo. Keine Ahnung, warum das nach einer japanischen Stadt benannt wurde, zu dem noch eine die bestenfalls durch olympische Winterspiele in Europa bekannt ist, aber vielleicht wollte man da eine Assoziation zu Koga-Miyata ziehen? Einige Kenner behaupten nun, dass die Rahmen weiterhin aus Italien kamen, da Union zu doof war eigene Rennräder zu bauen, andere sagen, dass die rahmen durchaus in Holland gefertigt wurden. Ich tendiere aus dem Bauch heraus zu letzterem. Nein, zu ersterem. Ach, keine Ahnung.

Den Union Sapporo Rahmen gab es in drei Ausführungen, bordeaux rot, Champagner und eben Pale Blue. Vom Werk her waren die Räder mit Shimano Komponenten, etwa 600er Gruppe aufgebaut.

Dieser Rahmen kommt von Jan Verdoes, einem holländischen Händler aus Den Helder, den es heute noch gibt.

Die Marke Union existiert heute noch als Teil der PON Gruppe. 2005 ging der Laden quasi insolvent, wurde verkauft und wechselte mehrmals den Besitzer. Eine eigene Produktion in Holland gibt es seitdem nicht mehr.

Spezifikation

  • Sitzrohr: 56 cm c-c
  • Oberrohr: 56,5 cm c-c
  • Steuerrohr: 16,3 cm
  • Gewicht: 2,970 kg
  • Geröhr: unbekannt
  • für 27,2 mm Sattelstütze
  • BSA Tretlagergewinde
  • Vier Bohrungen im Tretlagergehäuse
  • für 1 Zoll Gewindesteuersatz mit 26,4 mm Steuersatzkonus
  • Schöne flache, verchromte Gabelbrücke
  • Schaltsockel am Unterrohr
  • Schaltzugführung offen oberhalb des Tretlagers
  • Campagnolo Ausfallenden
  • Für Bremsen mit Mutterbefestigung, eher langes Schenkelmaß hinten, vorne kurz
  • eine Flaschenhalteraufnahme am Unterrohr
  • Keine Befestigung für den Bremszug am Oberrohr, habe ich mit Schellen gelöst.

Zustand

Technisch einwandfrei: Alle Gewinde sind OK: Innenlager, Schaltauge, Schaltsockel, Flaschenhalter. Sitzrohr ist rund und nimmt 27,2 mm Stütze problemlos auf. Kein Rost, keine Dellen, nichts verbogen oder verzogen. Sehr guter Chrom an der Gabelbrücke. Lack: na ja, fünf Jahre Bremen haben bei dem rahmen, wie auch bei mir Spuren hinterlassen.

Auf der Rückseite des Sattelrohrs ist ein Riss. Der war bereits da, als ich den Rahmen 2011 gekauft hatte und hat sich in der Zwischenzeit nicht weiter entwickelt. Würde ich daher als nicht kritisch ansehen.

Sollte es mit dem Rahmen trotzdem technische Probleme ergeben, würde ich ihn natürlich zurücknehmen.

Verkauf

Ich dachte nur für den Rahmen €90 plus Versand, Abholung in Bremen wäre mir lieber. Da ich das Ding auch ganz gerne noch fahren sehen würde. Zusätzlich könnte ich weitere Teile dazu anbieten wie Steuersatz, Innenlager, Sattelstütze, Laufräder etc. je nach Aufbauwunsch. Oder das Rad komplett nach Wunsch und Budget aufbauen. Dafür bitte Kontakt mit mir aufnehmen.

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Schwarz ausgemalte Muffen

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Steuerkopfschild, toller Chrom an der Gabelbrücke und Standard Schaltsockel für Shimano

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Tretlager Bohrungen

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Führung zum Umwerfer

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Führung zum Schaltwerk

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Campagnolo Ausfallenden und Schaltzugführung oberhalb der Kettenstrebe

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Hier der Riss oben am Sattelrohr. hat sich in 5 Jahren nicht erweitert.

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Doppeltes D.

Temperaturen um die Null und gar keine Sonne draußen sind nicht die Bedingungen, um auf dem Rad Spaß zu haben. Einerseits. Zwei neue Räder, die gefahren werden wollen sind die andere Seite.

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Für Thomas hatte ich in den letzten Monaten sehr aufwändig ein Daccordi Griffe aufgebaut, gleichzeitig war diese Woche ein erster Versuch eines Aufbaus meines De Rosa Carbon Rahmen aus China fertig geworden. Am Sonntag ergab sich dann endlich die Gelegenheit die beiden Renner auszufahren und miteinander zu vergleichen.

Foros des Daccordi hatte  ich in den einschlägigen sozialen Netzwerken hochgeladen und es gab sehr viel Resonanz. Grob gesagt, lässt sich das Feedback in zwei Gruppen einteilen. Die einen sagen, es geht gar nicht, einen alten, schönen Renner so modern zu verhuntzen, da muss alles Epochengerecht aufgebaut werden – alles andere ist Frevel. Ich sage dazu mal: „Revolutionäre machen Fehler und Konservative verhindern später, das diese korrigiert werden.Ich denke aber, wenn man ein Foto von dem Original Aufbau mit einem nachher vergleicht, dann ist das Ergebnis schon überzeugend.

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Vorher.

 

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Nachher.

Die andere Gruppe findet den Aufbau prinzipiell gut, findet aber einige Details die noch verbessert werden könnten, insbesondere den Vorbau und die Sattelstütze. Tatsächlich war es auch so, dass beide Teile, so wie jetzt verbaut, ursprünglich nicht vorgesehen waren. Der Vorbau sollte ein Factory Five Titan Vorbau werden, aber als ich das Ding in den Händen hielt fand ich das lebensgefährlich: Zwei Minischrauben sichern die Lenkerklemmung ab – da hätte ich keine Ruhe beim Fahren und kein Vertrauen.

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Idee : super! Ausführung: tödlich!

Also hatten wir uns dann kurzfristig für einen Ritchey Carbon Vorbau entschieden, vor allem wegen dem matten Carbon Finish, das gut zu den anderen Komponenten passt. Leider ist uns gar nicht so aufgefallen, wie klobig das Teil ist. Trotzdem, jetzt bleibt es erst einmal dran.

Wir hatten auch eine normale, kreisrunde Carbonsattelstütze von 3T; aber bei der war das Finish sehr glänzend und passte so gar nicht zum Rad. Also haben wir uns für die BLB Notorious entschieden, die uns beiden auch nach wie vor gut gefällt.

Nach den ganzen Fragen des Aussehens wollten wir heute sehen, ob sich das ganze auch gut fährt. Ich stand am HaW und wartete auf Thomas, da kam dann gleich der erste Schock: Thomas trug sein Rad auf mich zu. Da kann natürlich auch sehr viel Liebe sein, es stellte sich aber tatsächlich als Panne heraus: Der Schnellspanner hinten, da aus Alu oder Titan, Superminiteil, hat nicht genug Klemmkraft für eine horizontales Ausfallende, wie das eben so bei alten Stahlrahmen ist. Bei einem scharfen Antritt verkantete sich das Hinterrad. Also habe ich Thomas einen meiner altmodischen Schnellspanner gegeben, bei meinem modernen Rahmen war die Benutzung von seinem Schnellspanner ja kein Problem. Und dann ging es los, zunächst mit zwei anderen Fahrern, die sich auch am Haus am Walde getroffen hatten.

Es war kalt, und bei kaltem Wetter ist ja, wie allgemein bekannt, der Luftwiderstand deutlich höher und deswegen fuhren wir auch echt lahm. Natürlich habe ich wegen Erkältung auch drei Wochen nicht viel Radsport gemacht und ich war dann aber Dienstag und Samstag bei meinem Hüpf- und Tanzkurs und …warum auch immer .. ich hing ganz schön in den Seilen und wäre am liebsten gleich nach Hause.Wir hielten dann aber gut durch, nur war es bei Gegenwind extrem schwierig zu reden, ich verstand fast gar nichts, auch von den beiden neuen Fahrern und kam deswegen vielleicht auch etwas unhöflich herüber. Von denen haben wir uns getrennt, die wollten nach Wilstedt und wir sind weiter nach Fischerhude dann nach Sagehorn und dort haben wir die Räder getauscht.

Das hätte ich nicht tun sollen. Das Daccordi ist einfach so viel schneller als meine neue Carbonmöhre, das ist wirklich extrem. Fährt sich auch viel zickiger, reagiert schneller auf Lenkerbewegungen und lässt sich einfacher beschleunigen. Kommt man von einer Campa Schaltung, wo man richtig viel Kraft braucht, um die Schalthebel überhaupt in Bewegung zu versetzen, so ist das Schalten mit der eTap sehr ungewöhnlich. Das Feedback, ob man nun geschaltet hat oder nicht, kommt nicht von den Hebeln, da spürte ich fast gar nichts, sondern von dem einrastenden Ritzel am Hinterrad. daran konnte ich mich dann auch schnell gewöhnen.

Wir trafen Steen, der in Gegenrichtung an uns vorbei joggte, zusammen mit einem Hund der nur mit Mühe nachkam. dann fuhren wir über den Hodenberger Deich wieder zurück – insgesamt knapp unter 60 km. war froh wieder auf dem Rad zu sitzen, war genauso froh wieder zuhause zu sein.

Strava

Fazit: Scheißegal, wie jemand das Daccordi vom Aussehen her findet, es ist schnell. Sehr schnell. Nach 60 km hatte ich mich auch an das De Rosa gewöhnt. Die Schaltung spinnt noch, die Lenkung ist etwas ungewöhnlich, das Teil ist lahm (nachdem ich auf dem Daccordi gesesssen hatte war das eben der Eindruck) aber sonst war alles gut. Das ist jetzt eine Frage der Detailarbeit das Rad auf einen guten Standard zu bringen.

De Rosa Superking RS 888 Blast Furnace

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So sieht das Dinge im Original aus. Tja, aber ich habe kein Original, sondern eine Kopie aus China (na ja, ist an sich keine Kopie, weil da auch nicht De Rosa draufsteht), die ich für unter €400 (Rahmen) erworben habe. Zum Vergleich, der Rahmen kostet neu bei DeRosa mehr als €3.000. Ich mag die Idee eines „Komfort De Rosa“, was das 888 angeblich sein soll, und ich mag dieses total verdrehte Unterrohr, was aber auch entsprechend lackiert sein muss, damit es gut heraus kommt.

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Für €400 kann man auch nicht so viel erwarten. Die Verarbeitung ist echt mies. Die Abdeckkappen, die benützt werden an den Stellen wo die Brems- bzw. Schalthüllen innen in den Rahmen laufen funktionieren nicht. Gleich weg mit dem Schrott, brauche ich nicht. Der Schaltzug zum Schaltwerk läuft durch die rechte Kettenstrebe. Nur passt der da nicht durch, vermutlich ist da beim Carbonsisieren etwas schief gegangen. Also habe ich ihn aus dem Unterrohr unter das Tretlager geführt und dann mit Kabelbindern fixiert. Sieht jetzt irgendwie interessant und wahnsinnig gewollte aus.

Das Grundkonzept des Designs war: Unten viel silber, oben viel schwarz und ein Farbklecks bitte. Der ist neongrün geworden. Campa 11 Athena Schaltwerk und Umwerfer passt gut zu den silber polierten H plus Son Archetype Felgen und Novatec Naben, die Campa Potenza Kurbel finde ich allerdings etwas schwächer in ihrer Silbrigkeit.

Dann gab es noch eine zweite Designidee, und zwar den Rahmen komplett unlackiert und rau zu lassen, wie ein Teil, dass gerade direkt aus dem Hochofen kommt und noch nicht behandelt wurde. Dieses Konzept  wird sehr gut durch die fehlenden Abdeckkappen unterstützt.

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Ups, wieso steht denn da De Rosa, lieber Chinamann?

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Rauhe Führung

Ich wollte heute noch nicht so viel über den Aufbau scheiben, dafür nehme ich mir ein anderes Mal mehr Zeit. Hier nur ein paar schnell Details: Vorne sind Campa Chorus 11 fach Griffe verbaut, weil die ja noch ein Durchschalten vom 1. in den 11. Gang erlauben, im Gegensatz zu Athena abwärts.Da Lenkerband ist von Supacaz und sehr angenehm, ebenso wie der 3T Ergonova Lener sehr bequem ist durch die breite Auflage. Der Spacerturm ist der Größe des Rahmens geschuldet, ich habe das erst einmal auf die Höhe von meinem alten Canyon Positivo gebracht, aber vielleicht korrigiere ich das wieder. Bremsen wie immer: Campa Super Veloce Modell 2014.img_0250

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Mein Rad. Nun endlich auch sichtbar.

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Demnächst mehr.

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De Rosa Giro d’Italia

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Nein, das ist nicht in Gallilea, sondern in Bremen Schwachhausen

Ich wollte schon immer ein De Rosa haben. So könnte ich diesen Post beginnen, aber das stimmt nicht. Zuerst wollte ich immer ein Olmo haben. Und dann ein Basso. Und in der letzten Zeit wollte ich ein De Rosa. Egal was, das Ergebnis ist immer das gleiche: zwei Olmos, zwei Bassos und jetzt zwei De Rosas.

Mittlerweile habe ich das blaue Olmo verkauft und das weiße Olmo steht bei meinen Eltern unbenutzt in der Garage. Das war ohnehin eher ein frühes Design-experiment, schwer vorstellbar, das sich heute noch einmal etwas ähnliches bauen würde. Meine beiden Bassos haben ich noch, das blaue Basso Fixie ist immer noch ein tolles Fixie und das Basso Fior di Loto jetzt wieder ein gutes Rennrad, nachdem ich einige Umbauten gemacht habe.

Über das De Rosa Giro d’Italia hatte ich bereits geschrieben. Ich habe den Rahmen jetzt erst einmal als Fixie aufgebaut – aber vielleicht baue ich das ganze dann doch zu einem vollwertigen Rennrad um, wenn mein China De Rosa nicht so doll ausfallen sollte. Mittlerweile sind alle Teile da, nur die Laufräder müssen noch gebaut werden, dafür habe ich ein paar ganz spezielle schone Naben (vorne: Fratelli Brivio, hinten Phil Wood) und Felgen (vorne: Mavic Module E, hinten: H+Son SL42 Kopie). Aber das soll einen ja nicht vom fahren abhalten, schließlich möchte ich wissen, wie sich das Ding fährt, also habe ich ein paar andere Laufräder  verbaut und bin losgefahren.

Der erste Eindruck ist … normal. Also normalerweise schreiben ja alle gerne hier an dieser Stelle wie toll und schnell ein neues Rad ist, aber hier liegt es eher an mir, dass ich nicht begeistert bin: Meine Form ist gerade suboptimal, oder besser gesagt subausreichend. Da kann auch das Rad nicht helfen, so dass ich gerade nicht so zufrieden bin. Heute 20 km auf dem Deich gingen gut, meisten so im Bereich 28 – 30 km/h; allerdings auch in Jeans und mit Plattformpedalen.

Ich mag diesen ergonomischen 3T Ergonova Lenker, weil sich die Hände wirklich sehr angenehm auf dem Oberlenker platzieren lassen. Und ich mag auch die sehr kleinen Tektro RL320 Bremsgriffe, die eigentlich für Kinderhände gedacht sind. Die bieten auf der Oberlenkerseite genug Auflage für die Hand, bzw. Anlage zum mitnehmen im Wiegetritt; und sind nicht so massiv wie die klassischen Tektrohebel.

Nicht so gut gelungen ist die Idee, den oberen Teil des Rades in Neongrün auszuführen. Das kommt im Prinzip von dem Rad, was Hannes und ich für Tanja gebaut haben. Also der Rahmen ist rot, die Decals weiß, die Komponenten silber und der Rest wird dann grün. Bei Tanjas Rad sieht das gut aus, aber obwohl ich mir extra noch einmal drei verschiedene grüne Bremshüllen gekauft habe, ist einfach keins der der Grüns (Lenkerband, Bremshüllen, Sattel) wie das andere. Der Fabric Sattel ist übrigen ein alter Charge Sattel, nur mit einer anderen Markenbezeichnung. Insgesamt also durchaus misslungen, da das Supacas Lenkerband allerdings auch super cas teuer ist, bleibt das jetzt erst einmal so.

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Kurzfristig wird dieses De Rosa mein Union Fixie ersetzen, mit dem ich über viele Jahre echt zufrieden war. Das sind Räder, keine Menschen, da darf man nach ein paar Jahren die Karten wieder neu mischen und aussortieren.

 

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Das De Rosa Double.

Seit einiger Zeit trage ich mich mit dem Gedanken mein Canyon Positivo Rennrad, sozusagen das Arbeitspferd in der Garage durch etwas neues zu ersetzen.

Das Canyon ist jetzt über fünf Jahre in Gebrauch und hat mehr als 40.000 km runter. Die Ultegra Schaltung an dem Rad ist sogar noch älter, die habe ich von meinem 2009er Cervelo S1 ab- und an das Canyon angebaut. Moralisch bin ich also voll im Recht, wenn ich nach etwas neuem verlange. Auch wenn es das beste Rad ist, das ich jemals besaß.

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Das beste Rad auf der besten Strasse jemals.

Ich möchte wieder einen Carbon Rahmen, da die so viel angenehmer zu fahren sind als mein beinhartes Cervelo.

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Das beinharte Cervelo.

Und am liebsten hätte ich auch Scheibenbremsen dran. Und was ich nicht möchte sind innenverlegte Züge, Pressfit Innenlager und häßliche Vierarm Shimano Kurbel. Gibt es so etwas? Nein, ist die schlichte Antwort. Canyon oder Rose wären vernünftige Entscheidungen, aber in beiden Fällen muss man sich für Kompletträder entscheiden und kann den Rahmen (Endurace im Falle von Canyon) nicht einzeln erwerben. Und damit bekommt man einen Haufen schlimmer Shimano Komponenten und noch schlimmere Laufräder geliefert. Und innenverlegte Züge, knarrzende Pressfit Innenlager und dazu schlimmste Vorbauintegrationen, auch dies im Falle von Canyon. Und dann sehen die Dinger auch nicht wirklich gut aus. Zum Lackierer müssten die auf jeden Fall noch mal. Also doch lieber etwas unvernünftiges kaufen. Dann aber richtig.

Ich denke ein De Rosa zu kaufen ist eine richtig unvernünftige Entscheidung. Ich würde einmal behaupten, an einem De Rosa funktioniert nichts besser als an einem Canyon, dafür kostet es aber drei Mal so viel. Außerdem passt da nur Campagnolo dran. Jedenfalls moralisch gesehen. Zwei De Rosa zu kaufen ist sehr unvernünftig. Also habe ich das gemacht.

Der erste De Rosa Rahmen, den ich mir zu gelegt habe, kommt aus China. Also, um genau zu sein, es ist gar kein De Rosa, sieht aber sehr ähnlich aus wie ein De Rosa Superking 888 (das ist ein italienisches Kürzel für Komfort Rennrad).

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In China bekommt man so etwas unlackiert. Dann schickt man es hier zum Lackierer seines Vertrauens und der macht etwas sehr, sehr schönes daraus. Das De Rosa hat ein schönes, horizontales Oberrohr und auf mein Verlangen bekomme ich das mit einer Aufnahme für ganz normale 68mm BSA Patroneninnenlager. Das sind die Innenlager meines Vertrauens: Halten ewig, knarrzen nicht und sind so steif wie ich das brauche. Warum jemand etwas anderes brauchen sollte habe ich nie verstanden.

OK, das De Rosa hat dummerweise innenverlegte Züge und auch keine Scheibenbremsen. Aber sonst sieht es so aus, wie ein Rennrad aussehen sollte. Das ist unvernünftig, aber wichtig.

Nun kommt es aber aus China und da gibt es diesen kleinen Japaner in meinem Kopf der mir sagt: „Hält das denn? Ist die Qualität OK? Machst Du da nicht einen riesigen Fehler?“. Linda, die zusammen mit ihrem Freund bereits sehr viel Erfahrung mit Importen aus China hat sagt: „Nein Michael, mach Dir keine Sorgen.“ Und irgendwie finde ich es paradox, dass wir unsere Handys, unser Kinderspielzeug, unsere Unterhaltungselektronik und fast alles was aus Plastik oder Metall gegossen oder gepresst wird aus China beziehen, aber uns schlimme Gedanken machen, wenn da kein deutscher, sondern eben der originale chinesische Markennamen drauf steht. Und das das nur ein Fünftel des italienischen Originalproduktes kostet verstärkt unsere Angst.

Eine meiner Studentinnen antwortete einmal in einer Prüfung auf die Frage, warum die Bundeswehr ihre Panzer nicht aus China bezieht (ich wollte hören, dass es strategische wichtige Produkte gibt, deren Ein- und Ausfuhr der Staat kontrolliert) mit „Qualitätsprobleme!“. Nice Try, aber ist das wirklich so, oder nur ein unbegründetes Vorurteil?

Nun bin ich, manchmal denke ich leider, Ingenieur. Wir Ingenieure bauen nicht einfach eine Brücke, machen die Stützen 30 cm dick und denken uns: „Na ja, das wird schon irgendwie halten. Es ist noch immer gut gegangen.“ Wir sind Pessimisten und machen die Stützen dann lieber einen Meter Fünfzig dick, denn ein Pessimist ist niemals enttäuscht. Und so entschloss ich mich spontan noch ein De Rosa zu kaufen. Und zwar ein rotes Giro d’Italia aus Stahl von einem guten Partner aus dem Rennradforum der sein Geld sonst hauptsächlich mit dem Verkauf alter Rennradbrillen verdiente (von den Dingern waren mal tausende im Umlauf). Die Gelegenheit ergab sich spontan, im Tausch gegen ein Paar goldener H plus Son TB14 Felgen die vermutlich an ein ebenso goldenes Colnago verbaut werden.img_0097

Das wird gerade bearbeitet und ein paar Teile werden einmal probeweise verbaut.

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Campaganolo Record Steuersatz. Die Pantos sind erst einmal ausgemalt, müssen aber noch bearbeitet werden.

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Columbus EL Oversize Rohre. Massives Unterrohr, massive Sitzstreben und Diamantförmige Kettenstrebe, alles in rot oder Chrom.

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Nach mehr Pantos, gepaart mit den legendären Campagnolo Super Veloce Bremsen.

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De Rosa Ausfallenden mit 6-fach Regina America Maiskolben.

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Sattel mit BLB Notorious Carbonstütze.

Der Aufbauplan für dieses Rosa ist ziemlich simpel:
Unterhalb des Oberrohrs muss alles rot, Chrom oder glitzerndes Silber sein. Silberne Campagnolo Bremsen, silbere Campa Athena Kurbel (später mehr dazu), silberne KMC Kette, silberne 11-fach Umwerfer und Schaltwerk. Tja, da bleibt ja dann leider nur noch der Griff zur Campagnolo Potenza Gruppe.

Und vor allem silberne Laufräder mit ganz niedrigen Felgen. Dafür habe ich mir die mit schönsten Naben überhaupt, Mavic 501 besorgt und diese mit Wolber Gentleman Felegen verbaut. Vorne hat das auch geklappt und sieht sehr gut aus. Der Versuch ein Hinterrad aus der Kombination 501 Mavic/Wolber zu bauen ist allerdings gründlich gescheitert.

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Zum Glück wurden im Rennrad News Forum, der Quelle von ca. 83% aller glücklichen Radgefühle an tristen Winterabenden in Bremen, ein Paar Mavic Module E Felgen angebaut die ich mir unter den Nagel reißen konnte. Die mussten erst poliert werden und waren bei weitem nicht so zickig wie die Wolber Felgen.

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Damit ist unten alles glitzernd.

Ich habe allerdings gerade ein Kurbelproblem. Hier die vorgesehene Kurbel, eine polierte Campagnolo Athena Kurbel die mit 10-fach Kettenblättern aufgebrezelt wird.

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Heute bin ich bei dem versuch gescheitert die Staubkappen abzuschrauben und zwar recht schnell. Der kleinste Durchmesser der Zapfen des Cyclus Stirnlochschlüssel den ich habe, ist mit 2,2 mm viel zu dick für die Löcher. Die kleinsten Zapfen, die ich im Netz finden konnte haben einen Durchmesser von 1,5 mm – reicht das um die Dinger abzubekommen? Und wie rum muss man die drehen? Da bräuchte ich mal Wissen vom hohen Campa Stuhl.

Oben wird alles weiß und neongrün – also die italienische Trikolore. Ja, ich könnte auch alles weiß machen, aber das ist ja so langweilig und so unpraktisch. Weißes Lenkerband macht keine Freude.

Soweit es geht. Vernünftig arbeitende Ergohebel von Campagnolo gibt es ja leider erst ab Chorus Stufe, und somit nur in Schwarz.  Aber weißer Lenker, weißer Ahead Vorbau, weiße Sattelstütze, weißer Sattel sollten kein Problem sein. Und dazu neongrünes Lenkerband von Supercaz und neongrüne Zughüllen zur grünen Abrundung der Flagge. Dann passt das.

Aha. und wer jetzt gut aufgepasst hat, hat gemerkt, das die Ergo Schaltung oben gar nicht mit den Laufrädern unten (6fach) zusammenpasst. Stimmt. Für diese Variante habe ich mir noch einen Satz silberne H Plus Son Archetype Felgen zugelegt und muss jetzt noch die passenden Naben in silber mit 11-fach Campagnolo Freilauf finden, was gar nicht so einfach ist.

Der Clou ist aber der folgende: Wenn das alles ein sehr schnelles und schönes De Rosa Giro d’Italia ergeben sollte, dann bleibt das so und das Canyon wird verkauft.Dann ist das De Rosa das Rad für alle Aufahrten und Rennen. Passt das aber nicht, wird das De Rosa mit dem Mavic Laufradsatz auf 6-fach umgebaut und dient dann für die Fahrt zur Arbeit bei Wind und Wetter.

Und dann kommen alle Komponenten an den De Rosa Superking 888 Rahmen. Sollte aber tatsächlich das Giro d’Italia richtig gut werden, dann baue ich den Superking Rahmen mit den alten Komponenten auf.

Das ist so wieso eine Idee die mir ausgezeichnet gefällt. Ich bin bei Facebook in einer Gruppe, die sich Neo Retro nennt und in der Menschen ihre Räder präsentieren die sie aus der Kombination von alter und neuer Technik gebaut haben. Typisches Beispiel?

Die Gruppe gefällt mir gut. Nicht weil mir jedes Rad dort gefällt, aber es gibt immer wieder eine Menge guter Anregungen. Das Neo-Retro Prinzip ist allerdings immer gleich: Der Rahmen ist Retro, die Anbauteile sind Neo. also dachte ich mir, mache ich das bei dem De Rosa Superking 888 Rahmen einmal genau umgekehrt: Der Rahmen ist Neo, die Anbauteile sind Retro.

Ich habe keine Ahnung, wie das alles ausgehen wird. Aber es erscheint mir alles so brilliant, so innovativ, so unvernünftig?

So wie wir Ingenieure halt sind.

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Umberto Dei Cross Evo

2013 kaufte ich mir ein wunderschönes Umberto Dei Rennrad und baute das mit einem Moustachelenker in Blau-Gold auf. Goldene TB14 Felgen etc. waren zu viel des Gutens und damit das Rad wieder fahrbar wurde, baute ich das ganze auf einfacherer Laufräder um. Trotzdem gab es wenig Gelegenheiten das Rad zu fahren, ihm fehlte einfach der korrekte Zweck.

In der Zwischenzeit hatte ich mein Hybrid MTB Bad Boy verkauft und wollte wieder ins Geländer. Bremen, das kommt vielleicht für viele jetzt sehr überraschend, ist sehr flach und  das macht es einfach zwischen vier Punkten A,B,C und, sagen wir mal P, 6 Straßen zu bauen. Im Gebirge geht das alles nicht ohne Tunnel, Brücken und ein staatlich subventioniertes Konjunkturprogramm wie in in Japan, aber hier kommt ein Bulldozer und dann wird schon der Teer heiß angerührt – fertig ist ein neuer Feldweg. Oder aber kein Teer – und dafür brauchte in ein Rad. Also habe ich das Umberto Dei für diesen Zweck umgebaut.

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Das alles hatte ich beschrieben und der erste Ausflug ins Teufelsmoor verlief sehr gut. Am Donnerstag bin ich mit Hannes zusammen Off-road nach Wilstedt damit gefahren. Es gab eine ganze Reihe von neuen Straßen die wir dabei entdeckt haben und gefahren sind und das in Gegenden in denen wir bereits seit Jahren fahren. Wir waren also nicht gerade Livingstone uns Stanley im Kongo.

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Kernstück des Umbaus ist ein neuer Nitto Riser Lenker mit Ezy Griffen, Modolo Sport Bremsen und einem Suntour Accushift Daumy zur Ansteuerung des Schaltwerks. Passt alles perfekt, aber ehrlich gesagt ist auch dieser Lenker auf längeren Fahrten nicht wirklich bequem.

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Vorne habe ich die vom Design her nicht passende Tektro gegen eine Shimano Golden Arrow ausgetauscht. Diese wird, das ist heute recht selten, auf der linken Seite mit dem Bremzug verbunden.

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Klar, wenn ich mir da Ergebnis heute ansehe, dann wirkt die erste Version wesentlich klassischer.

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Aber ein Rad das nicht gefahren wird und nur in der Garage steht bringt nichts. Das neue Umberto Cross Evo bringt da ganz neue Möglichkeiten. Demnächst hier.

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Teufelsmoor.

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Seit Jahren suche ich nach neuen Wegen um Bremen herum und seit Jahren weiß ich auch, dass ich dafür einen Crosser brauchen würde, habe aber keine Lust und kein Geld, um mir einen zu kaufen.

Und seitdem ich  letztem Sommer zum ersten Mal in Melchers Hütte war, wollte ich die Feldwege im Teufelsmoor erkunden und über diese schräge Brücke über die Hamme fahren, die mir bei einer Torfkahnfahrt auffiel.

In der letzten Woche habe ich mein Umberto Dei umgebaut. Das ist ein sehr schöner Rahmen mit einem Moustache Lenker, tollen goldenen Mafac Bremsen und noch schöneren goldenen H plus Son TB14 Felgen; abgerundet durch eine Regina Ora Kranz mit passender Regina Kette – Gold quasi überall. Das Rad gefällt vielen gut die es sehen; mir auch, nur leider muss ich es auch fahren und da liegt das Problem: Funktional ist das alles nicht so glücklich. Für kurze Strecken ist Umberto gut, aber bei längeren Strecken schmerzt die Haltung und die Handposition auf dem Lenker. Die Bremsen machen alles: Geräusche, glitzern, bewegen .. nur bremsen, das tun sie nicht. Und Rahmenschalthebel….na ja: STIs/Ergo und Dual Pivot Bremsen sind ja meiner Ansicht nach die herausragenden Innovationen der letzten 30 Jahre.

Ich hatte mir lange überlegt, wie ich das Rad umbauen sollte und langsam reifte die Idee daraus einen Semi-Crosser zu bauen. Den Moustache Lenker ersetzte ich durch einen schmalen Riser von Nitto der sehr stark nach Fixie-Szene aussieht. Einen breiten MTB Lenker wollte ich nicht. Nichts gegen MTBs und schon gar nichts gegen ihre Fahrer, aber MTB Fahrer sehen meiner Meinung nach auf MTBs so aus, wie weibliche, russische Gewichtsheberinnen wenn Sie gerade das Gewicht vom Boden nach oben reißen.

Weightlifting

Klassischer MTB Riser Lenker in typischer, epischer Breite.

Die Bremsen ersetzte ich durch Modolo Sport Hebel, da ich schon wieder Tektro FL-750 verbauen wollte die zugebenermaßen die schönsten Hebel der Welt sind. Und durch Tektro Bremsen mit langen Schenkeln die vom Aufbau von Hannes weißen CIÖCC übrig geblieben waren. Dazu hellblaue Esi Chunky Griffe, statt den Oury Griffen, die ich sonst oft benutze.

Den Laufradsatz tauschte ich aus gegen einen mit Dura Ace 7400 Naben, Mavic MA2 Felgen  und einer massigen 6-fach Uniglide Kassette 15/32. Zum Glück schafft das die Campa Nuovo Record Schaltung, wenn auch nur auf dem großen Kettenblatt. Aber das ist doch mal eine ansprechende Übersetzung für das Gelände. Auf die Felgen  wurden Challenge Strada Bianca Reifen gezogen. Massive Dinger 700 x 30C, aber mit einem schönen Diamantprofil, Naturflanke und halbwegs Straßentauglich aussehend.

Ich hatte noch einen Satz Suntour Accushift Daumis; von denen montierte ich den rechten an den Lenker um das Schaltwerk zu bedienen. Den linken Schalthebel für den Umwerfer ließ ich unten am Rahmen wo er hingehört, weil der ohnehin nicht benutzt wird. Ich hätte auch gleich Umwerfer und kleines Kettenblatt abmontieren können, aber meiner Erfahrung nach ist es gut einen Umwerfer montiert zu haben, einfach nur um die Kette vorne nicht abspringen zu lassen.

Am Donnerstag Abend nach dem Regen machte ich eine kurze Probefahrt. Passte in etwa. Heute dann die längere Ausfahrt ins Teufelsmoor.

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Melchers Brücke

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Melchers Hamme

Am Anfang fuhr ich auf bekannten Wegen. Umberto ist nicht wirklich schnell, aber es reicht, um nicht ungeduldig zu werden. Kurz vor Worpswede bog ich nach Norden ab und so langsam kam jetzt auch die Sonne raus. Es machte Spaß schnell zu fahren, neues zu sehen und unter dem Rad Sand und Kies knirschen zu hören. Das machte Lust nach mehr.

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OK, der Hummer hat doch die dickeren Reifen.

Wie schwierig das Gelände dort ist sieht man ja schon daran, was da sonst so rumfährt. Nicht. Denn ehrlich gesagt, hätte ich das alles auch mit einem Rennrad fahren können, Conti GP4000 Reifen halten so etwas aus.

Trotzdem, der Umberto Crosser könnte genau das richtige Rad für eine weitere geplante Tour sein: Die komplette Umrundung Westberlins auf dem 160km langen Berliner Mauerweg mit Fabian; und am besten auch gleich mit Steini.

Ich freue mich schon riesig, Fabian. Ich freue mich schon sehr, Steini. Ich hoffe das gibt diesen Spätsommer etwas, Fabian. Das machen wir doch im September, Steini?

Strava

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