Archiv der Kategorie: Bits&Pieces

Komponenten, Werkzeuge und was man sonst so alles braucht .

XShifter.

XShifter finde ich, trotz vieler Unzulänglichkeiten, ein gutes Konzept, dass mit der Zeit noch besser werden könnte. Zwei XShifter vor vorne und hinten? Niemals. Aber ein Shifter hinten, der unabhängig von der Anzahl der Ritzel, den Ritzelabständen und dem verwendeten Schaltwerktyp alle möglichen Kombinationen schalten könnte? Das wäre sehr, sehr cool. Bitte noch dazu eine in einen Rennradbremshebel integrierte Version. Ein Preis von ca. 150 bis 200€ fände ich da akzeptabel.

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Campagnolo Delta Bremsen. Wirklich alles über.

Eine umfassende Darstellung über alles, was ich über Campagnolo Delta Bremsen in den letzten fünf Jahren herausgefunden habe. Natürlich wird trotzdem etwas falsch oder nicht vollständig sein, deshalb helfe bitte mit, diesen Post noch besser zu machen. Danke.

1. 1984: Geschichte im Campagnolo Katalog

Im Katalog No. 18 von 1984 zeigt Campagnolo die Hierachie seiner Rennradgruppen auf: Ganz oben steht die Super Record (Bremse 4061/1) Gruppe, gefolgt von der (Nuovo) Record (Bremse 2040/1)Record und der Gran Sport (Bremse 117).

Aus heutiger Sicht ist das Design der Bremsen durch alle Gruppen sehr ähnlich und bestand aus einer Mittelachse mit Seitenzug (Single Pivot, Side Pull), sonst unterschieden sich nur in Details. Zwar war Campagnolo noch erste Wahl bei den Radprofis der Dekade, aber die technische Führerschaft war verloren gegange: Ehemalige japanischen Massenhersteller wie Shimano (600EXDura Ace) und Suntour (Superbe ProCyclone)  hatten zwischenzeitlich  innovativere, und qualitativ hochwertigere Gruppen erfolgreich auf den Markt gebracht.

Shimano hatte 1980 mit der 600AX (später auch Dura Ace AX und Adamas AX höher-wertige bzw. niederwertige Komponente nach dem gleichen Konzept) sogenannte „aerodynamische“ Mittelzug (Roller Cam)Bremsen vorgestellt – allerdings mit sehr bescheidenem Erfolg.

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Als Antwort darauf stellte Campagnolo auf einer Messe 1984 erste Prototypen der C-Record Delta Bremsen vor. Angeblich gibt es von diesen Prototypen nur drei Stück, eine im Besitz von Campagnolo, eine von Richard Sachs und eine andere irgendwo. Leider tauchen auf Ebay immer wieder sogenannte Prototypen auf, so dass diese Geschichte keineswegs gesichert ist (siehe Beitrag im Tour Forum).

2. 1986: Markteinführung. Rückruf.

1986 kamen die Delta Bremsen in den Verkauf, in der ersten Generation; insgesamt wurden fünf Generationen aufgelegt und verkauft. Diese erste Generation wird oft mit den Prototypen gleich gesetzt, aber wenn ich hier von der ersten Generation spreche, dann meine ich die erste Generation, die in den Verkauf gegangen ist und nicht die Prototypen, die kein Mensch kennt. Werden sogenannte „Prototypen“ irgendwo zum Verkauf angeboten sind das IMMER Deltas der ersten Generation. Oder etwas komplett anderes und somit auch komplett falsches.

 

Oben die katastrophale Entspannung

Es scheint, als wenn sehr schnell nach dem Verkaufsstart Probleme mit der Zuverlässigkeit der Bremsen auftauchten, so daß Campagnolo sich entschied diese zurückzurufen. Anscheinend war es so, dass der Entspannungsmechanismus an der Bremse abriss (zu diesem Zeitpunkt war Campagnolo noch nicht auf das Prinzip über gegangen, die Entspannung der Bremsen durch den Bremshebel auszulösen), so dass die Bremse extrem entspannt wurde und, wie wir alle wissen, eine total entspannte Bremse bremst nicht.

Der Rückruf von Campagnolo hat dazu geführt, daß heute Bremsen der 1. Generation sehr rar sind und sich auf Ebay in der Preisklasse von 1.000 bis 4.000 US$ pro Paar bewegen.

Die zeitliche Lücke bis zur Einführung der 2. Generation C-Record Delta Bremsen wurde   mit der Einführung der sogenannten „Cobalto“ Bremsenüberbrückt. Im wesentlich waren das Super Record (4061/1) Bremsen mit einem blauen Stein auf der Mittelachse. Technisch brachte das gar keinen Fortschritt und sah irgendwie sehr „girly“ aus, was dazu führte, dass heute auch Cobalto Bremsen sehr teuer sind, da sie auch nur für einen kurzen Zeitraum verkauft wurden. Eine Colbalto Bremse kann man sich recht einfach aus einer Super Record plus entsprechenden blauen Glassteinchen basteln. Nicht, dass ich das schon einmal gemacht hätte.

Die Campagnolo – Swarowski Kooperation

3. Markteinführung der 2. Generation 1987

Die Probleme der 1. Generation (bremsten nicht immer) wurden mit der 2. Generation ausgeräumt. Allerdings hatten die Delta Bremsen das (Image)problem, dass die Bremskraft geringer als bei Konkurrenzprodukten war, und sie sich auch schlecht modulieren lassen. Dazu kommt, dass sie sich konstruktionsbedingt ebenfalls schwer einbauen und einstellen lassen. Und das ist definitiv nicht nur ein Imageproblem und fängt damit an, dass man sich zunächst einmal einen 3,5 mm Imbusschlüssel zulegen muss, um auch nur den Bremszug klemmen zu können.

Ich würde zusätzlich vermuten, dass sie im Vergleich zu anderen Bremsen auch sehr teuer und aufwändig in der Herstellung waren, so dass sie entweder preislich zu teuer, oder mit Verlusten verkauft wurden.

Einige andere Hersteller brachten ähnliche Produkte auf dem Markt. Zu nennen sind hier Modolo Kronos (1983) und Weinmann Delta und Delta Pro. Keine von diesen Bremsen war erfolgreich im Markt.

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4. Das Ende 1994

Anfang der Neunziger war das Bremsenprogramm von Campagnolo veraltet. Shimano brachte 1991 die Dura Ace 7403 Bremse auf den Markt, das erste System mit sogenannten „dual pivot“ was man vielleicht als „zweiachsig“ übersetzen könnte. Suntour hatte sich zwischenzeitlich vom Markt verabschiedet, ebenso die klassischen französischen Hersteller Huret und Simplex.

Campagnolo brachte zu diesem Zeitpunkt neue Gruppen auf den Markt: Chorus, Athena, Xenon in absteigender Reihenfolge. Erst 1995 wurden mit der Record die ersten Dual Pivot Bremsen vorgestellt.

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5. Die verschiedenen Generationen der Delta Bremsen

Hier geht es im wesentlichen um die verschiedenen Merkmale und Variationen, anhand derer sich Delta Bremsen von Generation zu Generation unterscheiden. Wie üblich bei Campagnolo gibt es auch innerhalb der Generationen einige Variationen, so dass es manchmal recht schwierig ist eine Bremse genau einzuordnen.

Wenn hier von Delta Bremsen geschrieben wird, dann inkludiert dies auch die Delta Bremsen der Croce d’Aune Gruppe, die unterhalb der Super Record/Record Gruppen liegt. Diese wurde von 1987 bis 1991 verkauft.

Die Bremsen unterscheidet sich von allen anderen Delta Bremsen dadurch, daß die Rückhaltefedern der Bremsarme außerhalb des Gehäuses auf der Rückseite angeordnet sind. Zudem ist der obere Teil des Bremshüllenhalters anderes gestaltet. Croce d’Aune Bremsen werden hier nicht weiter betrachtet, da sie einfach zu identifizieren sind.

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Rückseite einer Croce d’Aune Bremse mit außenliegenden Federn. Auch die Führung oben ist anders gestaltet.

Die wesentlichen Merkmale, in denen sich die Delta-Bremsen Generationen unterscheiden sind:

Quick Release Mechanismus

Die erste Generation hatte an der Zugführung oben, wo sich die Bremshülle gegen den Bremskörper abstützt einen Mechanismus, mit dem der Bremszug entspannt werden konnte. Bei Entspannung bewegen sich die Bremsschuhe von der Felge weg das Laufrad konnte einfacher aus der Gabel genommen werden.

Von der Konstruktion her war der Quick Release allerdings sehr schwach ausgelegt, so daß die Möglichkeit bestand, dass es beim Bremsen versagte. Aus diesem Grund und weil in späteren Generationen  der Quick Release im Bremshebel eingebaut wurde (wie auch noch heute bei Campa Ergopower Hebel), gibt es diesen nicht mehr ab und inklusive der 2. Generation . Der QR Mechanismus ist daher ein eindeutiges Erkennungsmerkmal der 1. Generation.

Bremshüllenhalter

Der Bremshüllenhalter ist das Teil, das auf dem höchsten Punkt der Bremse zwischen dem Dreieckigen Hauptgehäuse und der Bremszugshülle sitzt (BR DE11 bis 14). Durch den Halter wird der Bremszug zu der Befestigung an dem inneren Hebelmechanismus geführt.

In der ersten Generation, beinhaltete der Bremszughalter den Quick Release Mechanismus. Er wurde mit einer Rädelschraube auf das Hauptgehäuse aufgeschraubt. Hier gibt es auch keinen Plastikbalg (weiß oder Schwarz), die den oberen Teil gegen Verschmutzung schützt.

In der zweiten Generation ist die Rädelschraube zur Feinjustierung der Bremszugslänge gang nach oben gewandert. Die Rädelschraube ist weiterhin in Achsenrichtung schraffiert, wie bei der ersten Generation, sie ist allerdings weniger lang. Unterhalb dieser Schraube befindet sich eine weißer Plastikbalg mit 5 Faltungen. Die untere Metallschraube läßt sich gegen die Federkraft hochschieben, so dass die Abdeckung des Hauptgehäuses unter diese Schraube geklemmt werden kann.

Bei der dritten Generation sind wird nun zum ersten Mal eine nicht gerädelte Schraube oben verwendet. Sie ist konisch (d.h. der Durchmesser wird zur Spitze hin geringer) und hat in der Mitte eine Rille in der ein schwarzer, abnehmbarer O-Ring sitzt. Der Plastikbalg unterhalb der Schraube ist weiterhin weiß und hat fünf Faltungen. Die Schraube darunter hat nun auch eine Rille in der Mitte mit einem schwarzen O-Ring. Von der Funktion her hat sich der Aufbau nicht geändert.

Zwischen der dritten und der vierten Generation gibt es keine Änderungen. Der Plastikbalg ist nach wie vor weiß.

Bei der fünften Generation gibt es ebenfalls keine Änderungen, bis auf die Tatsache, daß der Plastikbalg nun schwarz ist. Dies ist im Einklang mit den Farbwechsel von Weiß auf Schwarz bei Bremsschuhführungen und (Lenker)Bremshebelgummis zu sehen.

Gehäuseabdeckung

Die Gehäuseabdeckung wir bei der 1. Generation mittels eines Außenliegenden Clips auf dem Gehäuse befestigt. Diesen Clip gibt es nur bei der ersten Generation, bei keiner der folgenden.

Das Campagnolo Logo auf der Außenseite ist eingestanzt, also nicht graviert (mit scharfen Werkzeugen in die Oberfläche „eingeritzt“ und natürlich auch nicht mit einem Laser bearbeitet). Das Logo selber ist nicht mit Farbe ausgelegt.

Angeblich ist auch das Oerflächenfinish bei der ersten Generation„satiniert“ , also es wurde eine andere Oberflächenbeschichtung oder -bearbeitung vorgenommen, als in späteren Generationen.

Bei der zweiten Generation wird die Abdeckung unten eingeklippt und mit der Verlängerung unter den Bremzuggegenhalter gesichert, (Nase bei BR DE 02). Diese Art der Klippung bleibt bis zur 5. Generation identisch. Das Logo ist nun nicht mehr eingestanzt, sondern gedruckt.

Bei der dritten, vierten und fünften Generation ist da Logo in schwarzer Farbe auf der Abdeckung gedruckt. Es gibt eine ganze Anzahl von Anfertigungen der Abdeckung für Räder italienischer Hersteller (Colnago, Chesini, Pinarello etc.) bei denen die Abdeckung nachträglich bearbeitet wurde, um das Logo des Herstellers aufzunehmen.

 

 

Die grundsätzliche Befestigung des Gehäuses am Bremskörper ist zwischen der 2. und der 5. Generation  identisch.

Ganz wichtig und auch selten ist eine weitere Variante, und zwar das „Grafite Finish“ was bei  der Croce D’Aune Bremse 1991 angeboten wurde, bei anderen Delta-gruppen habe ich das bislang noch nicht gesehen. Dabei handelt es sich lediglich um eine andere Farbe und Behandlung der Oberfläche, technisch hat sich sonst nichts verändert.

Bei den anderen Delta Bremsen gab es die hingegen die Variante Century Finish.

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Hier im Vergleich, normale Deltas im Silbrigen Finish mit den wesentlich dunkleren Century Finish Deltas.

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Aufgrund der weiteren Merkmale würde ich diese der fünften und letzten Generation zuordnen.

Gelenkmechanismus

Der innere Gelenkmechanismus ist wohl das signifikanteste Merkmal und die Änderung mit dem größten Einfluß auf die Funktionalität in der Geschichte der Campagnolo Delta Bremsen. Von der Konstruktion her haben die ersten drei Generationen einen Mechanismus mit drei Gelenken (und einem Fixpunkt) sowie vier Hebeln. Die Explosionszeichnung weiter oben zeigt eine Dreigelenksversion.  Die vierte und fünfte Generation hingegen besitzen fünf Gelenke (und einen Fixpunkt) mit vier Hebeln. Diese Modifikation sollte dazu führen die Bremskraft und Modulation der Bremse durch ein verbessertes Hebelverhältnis zu optimieren.

… und hier eine Fünfgelenk Generation-

Zwischen der 1. und der 2. Generation gibt es weitere Verbesserung in der Konstruktion, die sich aus dem Versagen und Rückruf der 1. Generationsbremsen ergaben. So wurde das die Feststellschraube für den Bremszug verstärkt und  das Innenleben der Bremse aus rostfreiem Stahl gefertigt.

Farbe und Größe der Bremsschuhe und Halter

Bei den Bremsschuhen und -haltern gab es ebenfalls Veränderungen über die Generationen. Die Bremsgummis der ersten Generation sind noch in weißer Farbe und deutlich kleiner als die späterer Generationen.

Die Bremsgummis wurde in Fahrtrichtung in die hinten offenen Bremsschuhe „gesteckt“ und sind nicht durch Schrauben gesichert. Die Bremsführungen sind mit weißen Plastikhüllen verkleidet.

Ab der zweiten Generation werden größere, schwarze Bremsgummis verwendet. Diese werden mittels zweier Madenschrauben gegen ein Herausrutschen gesichert. Bis zur vierten Generation bleiben die Plastikhüllen der Führungen weiß, danach wurden diese gleichermaßen wie andere Einzelteile in der fünften Generation schwarz.

Das alles lässt sich nun in dieser Fototabelle zusammenfassen: In den Spalten sind von links nach rechts die fünf Generationen der Deltabremsen angeordnet und in den vier Zeilen finden sich die wichtigsten Merkmale der Unterscheidung zwischen den Typen. Das Gleichheitszeichen bedeutet, dass ich zwischen den Generationen nichts verändert hat.

Die vier Merkmale, mit deren Hilfe man jede Bremse eindeutig zuordnen kann sind von oben nach unten:

  • Quick Release Mechanismus
  • Bremshüllenhalter
  • Gehäuseabdeckung und
  • Gelenkmechanismus.

Daneben gibt es auch noch weitere, kleinere Merkmale wie z.B. Art und Farbe der Bremsschuhe, die aber eben auch einfacher geändert werden können, so dass Manipulationen nicht auszuschließen sind. Diese werden irgendwann einmal, wenn ich viel Zeit habe, also vielleicht in der Rente, mal hier zugefügt werden.

 

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Campagnolo. Neu.

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Campagnolo schafft es 2017 mit seinen großen Rivalen SRAM und Shimano in Punkto Komponentenangebot gleichzuziehen. Ein erster Eindruck.

Und dass heißt im wesentlichen Scheibenbremsen. Es gibt nun drei komplett neue Ergopowerhebel für hydraulische Scheibenbremsen und der Bezeichung H11, und zwar

  • Mechanische Schaltung für Super Record, Record, Chorus.
  • Elektronische Schaltung EPS für diese drei Gruppen
  • Mechanische Schaltung Potenza mit Alu/Silber Hebeln.

Ich vermute, dass ist auch dadurch bedingt, dass ja nur die Gruppen ab Chorus aufwärts diese geniale Campa Hochschaltfunktion haben (wie immer das marketingtechnisch heißen mag); bei Potenza, Veloce etc. muss man sich ja Gang um Gang durchklicken.

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Die Bremszangen gibt es nur für Flat-Mount Befestigung, allerdings dann für Bremsscheiben mit 140 und 160 mm Durchmesser. Dieser Teil wurde zusammen mit Magura entwickelt.

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Meiner Meinung nach völlig unnötigerweise, wurden auch neue Kurbeln entwickelt, bei denen das Kettenblatt leicht nach außen wandert, da sich die Achseneinbaubreite hinten von 130 auf 135 mm vergrößert hat. wegen Kettenlinie. Aha. Aus dem Kopf würde ich mal sagen, dass weder Shimano noch SRAM dies bei ihren Kurbeln berücksichtigen.

Typisch Campa halt. Das ganze Marketing Blablabla von Campa kann man hier nachlesen.

Dazu gibt es dann auch neue Laufräder mit Aufnahmen für Scheibenbremsen. Auch hier gibt es verschiedene Optionen:

  • Shamal Ultra – Alu, Medium Profile, Tubeless-ready
  • Bora One – Carbon, 35mm, Tubular & Clincher
  • Bora One – Carbon, 50 mm Tubular
  • Zonda – Alu, Medium Profile, Clincher

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Die Zondas sind bereits seit letztem Jahr auf dem Markt, finde ich gut, dass die jetzt wieder hinten und vorne G3 eingespeicht sind.  Campa verschläft hier klar den Trend zu breiteren Felgenprofilen, ähnlich wie Mavic. Ich persönlich finde es jetzt auch nicht gerechtfertigt, dass man z.B. bei Bike24 für den Zonda Satz für Scheibenbremsen 100€ mehr auf den Tisch legen muss, als für die Felgenbremsenversion. Zondas waren vom Preis/Leistungsverhältnis her immer sehr attraktiv, diese Stellung verlieren sie gerade.

Im gleichen Atemzug versucht sich Campa auch mit eine neuen (alten) Gruppe. Im oberen Segment, ist die Hierarchie mit Super Record, Record und Chorus sehr klar; im Zweifelsfall kauft man aus Vernunftgründen Chorus – alle drei sind mechanisch und elektronisch erhältlich.

Seit letztem Jahr gibt es die Potenza Gruppe. Ich dachte, dass diese die Athena und Centaur Gruppen ablösen würde.

Dann wird es chaotisch. Also die Athena Gruppe, wird die überhaupt noch angeboten? Die gab’s ja einmal sogar elektronisch, und jetzt nur noch als Tripple? Keine Ahnung.

Und seit diesem Jahr gibt es wieder eine neue Centaur Gruppe, die Campa gegen Shimano 105 / SRAM Rival positionieren möchte. Also Potenza gegen Ultegra/Force und Centaur gegen 105/Rival. ich persönlich finde beide Gruppennamen nicht sexy genug. Warum wird nicht die Athena wiederbelebt anstatt einen langweiligen Namen ohne Tradition zu erfinden (Potenza). Und wäre es nicht besser gewesen statt Centaur die Daytona Gruppe wiederzubeleben?

Dafür fällt dann die bisherige 10er Veloce Gruppe weg. Was ich schade finde, denn die Veloce hatte einige schöne Komponenten, vor allem die Bremsen waren gut und günstig. Zum Glück macht Campagnolo nichts mehr darunter in Konkurrenz zu Sora/Tiagra und Gruppen wie Mirage oder Xenon werden uns erspart.

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Centaur 2018

All dies kommt aus der Fachpresse, insbesondere von Bike Rumor und Cycling Tips und Road. Auf der Campa Website sind die Informationen noch nicht aktualisiert.

Fazit: Ja, schön, dass Campa nun so etwas hat. Nein, ich habe keine Ahnung, wie sich die Campa Produkte gegen Shimano/SRAM vergleichen. Hm, Campa bringt nichts, was es nicht schon woanders gibt. Wo war Campa das letzte Mal Erster? Bei der Einführung von 11-Speed Schaltungen, denke ich. Ist schon ein paar Jahre her.

Die müssen sich wirklich mehr anstrengen. Wenn sich das allgemeine Klima im Radmarkt verschlechtert und Campa weiterhin Marktanteil verliert und es weiterhin nicht schafft im Erstausrüstermarkt einen Fuß in die Tür zu bekommen, dann heißt es bald Sayonara, Campagnolo. Entschuldigung: Ciao, Campa.

Erstausrüster

Kurze Webanalyse bei den führenden Radmarken:

  • Canyon bietet 69 verschiedene Rennräder an, davon ist genau eins mit Campa ausgestattet.
  • Bei Rose gibt es kein Rennrad mit Campa Ausstattung
  • Weder Cannondale, Trek noch Specialized bieten ein Rad mit Campa Erstausstattung an.
  • Und auch Stevens, Focus und Cube tun das nicht.
  • Bei Scott, Merida, Felt, Bulls, Fuji udn Haibike habe ich nicht nachgesehen, kann mir nicht vorstellen, dass die Campa anbieten.

OK, aber wer bietet denn überhaupt dann Räder mit Campa an, ein kurzer Check auf Bike 24: 434 Kompletträder im Angebot, davon 15 mit Campa ( = 3,5%).  Vierzehn Bianchi, einmal Colnago.

Fazit: Wer ein Campa Rad will kauft sich einen Rahmen oder muss nachrüsten. Oder geht zum Italiener.

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Gran Turismo. Campa Style.

Ein großartiger Artikel von Retrogrouch.

Many cyclists, when they think of Campagnolo, think of great racing bike componentry. Nuovo Record. Super Record. C-Record. Not always or necessarily the most technologically advanced parts, but light, beautiful, and reliable. Functional jewelry. The brand possesses mystique and inspires passion in its devotees like no other. People get Campagnolo tattoos, for cryin‘ out loud.

That passion for the brand’s high end components often turns to derision and scorn when the lower-end components are mentioned. Low-end Campy gets no respect, and as far as that goes, few components get more scorn heaped on them than Campagnolo’s first attempt at a real wide-range touring derailleur – the Gran Turismo – typically ridiculed as the Gran Trashmo.

Introduced in 1971, the Gran Turismo is all stamped steel construction and bears a certain familial similarity to the other low-end Campy derailleurs from the era, the Velox and the Valentino – but larger and sturdier-looking. That said, it does seem to have a slightly nicer finish than the other cheap units, and has the pretty jewel-like red „C“ bolts. (Some earlier versions of the Velox and Valentino also had those bolts).

What really set the GT apart from the others — and pretty much any other derailleur from any other maker — was its wicked-looking pulley cage. Some have described it as dangerous and weapon-like. I’ve heard people compare it to some kind of ancient sword or scimitar. One thing for sure, though, is that it couldn’t have helped the shifting any. Providing adequate clearance between that swoopy upper cage and the freewheel cogs means that there’s no way to get a decent chain gap between the jockey pulley and the freewheel. As I’ve heard from people who’ve used the Gran Turismo, the spring tension is also pretty high — not unlike the cable-breaking Huret Allvit.

All that steel (and it’s thick, too) means that weight is the punchline of many Gran Turismo jokes. Such jokes are totally unfair, though, because despite what many people say, the GT is not quite heavy enough to make a decent boat anchor. It would need at least a couple more grams to be effective for a small fishing boat.

One thing that is frequently overlooked about the Gran Turismo is that it had a feature that was pretty rare for Campagnolo: a sprung upper pivot – not unlike Simplex or Shimano. Even the Velox and Valentino, which have a similar body design, don’t have it. A sprung upper pivot should help make for snappier shifting, though I understand that the feature isn’t enough to overcome the overall other-worldliness of the GT design.

In the 1971 Campagnolo catalog, the Gran Turismo is shown with single rear-only shift levers, which would lead many to assume it was not meant for use with anything but a single-chainring crank. I don’t believe that is accurate, however. Stamped right into the body, just above the lower spring pivot, the acceptable ranges are listed as „13 – 36 36 – 54“ — i.e. freewheels from 13 to 36 teeth, and a chainring difference of 36 to 54 teeth. Not only that, but the instruction sheet that was packed in the box with each new Gran Turismo derailleur depicts a double chainring setup. Lastly, for certain Schwinn paired it up with double cranks on their high end touring models, and I assume other makers did likewise.

Campagnolo apparently made a huge T-handled stick shift called Comando Elefante for use with the Gran Tursimo – not unlike the stick shift used on some Schwinn Sting-Rays. I’ve never seen an Elefante shifter in the real world, apart from the catalog images. (scan from Velo-Pages)

 

This is the more common (though still hard to find) downtube shift lever for the Gran Turismo derailleur. Right side only. Because there only seems to be a right side shift lever, many people expect that the Gran Turismo was only intended for single-chainring cranks. Not true, however. (photo from VeloBase)

 

Schwinn used the Gran Turismo on their hand-built Sports Tourer and Paramount Touring models from 1971 – 1973 before switching to their own-branded version of the Shimano Crane GS. (Notice that it is paired with a double crank). From what I’ve often heard, the standard repair for a poor-shifting Gran Turismo was to take it off and replace it with either a long-cage Shimano, or a SunTour GT. (catalog scan from Waterford Bikes).

Ultimately, the Gran Turismo was a fairly short-lived derailleur. By 1974, it had been supplanted by the much better 1st generation Rally touring derailleur, which had a design that was not terribly different from the Shimano Crane GS, and also included the sprung upper pivot. The Gran Turismo still appeared in the catalog as late as 1975, but disappeared after that. Also, for reasons that have never been fully explained or verified, Campagnolo redesigned the Rally in the early ’80s, eliminating the drop parallelogram design and the sprung upper pivot — essentially making it into a long-cage version of the Nuovo Record. Did they get in trouble for infringing Shimano patents? Or get backlash from die-hard Italian fans who objected to the „Japanese“ style derailleur? Or maybe it was just a cost-cutting move.

Frank Berto, in his authoritative history The Dancing Chain, declared the Gran Turismo, „arguably the worst rear derailleur to carry Campagnolo’s name . . . If a writer praised it, it meant that he had never pedaled it or he was lying.“ I don’t have any experience trying to actually use one, but his assessment is echoed by pretty much anyone I’ve ever encountered who did try it. I’d like to imagine that it might be improved somewhat by retrofitting it with larger pulleys, which would help reduce some of the chain gap, but I’m not inclined to make the effort.

Unless somebody is trying to complete a proper restoration, it probably isn’t a good choice for a functioning derailleur. Otherwise, I think the Gran Turismo is an interesting curiosity — an effective paperweight (though not so effective an anchor), a clever conversation starter, or something to mount on the wall and admire for its quirky, otherworldly styling.

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Auf Darth Vader. Sitzen.

via Busyman Bicycles.

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Modernes für Klassiker heute: Teil II: Gewindesteuersätze.

35884 Teil  I über Gewindesteuersätze beschrieb welche Typen es gibt und worauf beim Kauf und Einbau zu achten ist. In diesem Teil werden die heute käuflichen Gewindersteuersätze  aufgeführt und bewertet.

Eine umfangreiche Recherche ergab, dass etwa 70 Steuersätze von verschiedenen Herstellern, überwiegend aus Asien und den USA, heute noch angeboten werden. Dabei wurden nur die betrachtet, die die folgenden Merkmale haben:

  • Für 1 Zoll (OK, auch 25 mm) Gewindegabeln
  • Gebaut nach ISO, JIS oder FRA Standard
  • Das Finish ist silber, also entweder Aluminum, Stahl, verchromt oder auch Titan. Aber nicht schwarz oder irgendwie farbig eloxiert.
  • Ausgelassen haben wir auch die vielen Steuersätze aus Stahl für unter €10, die vorzugsweise an Holland- und Einkaufsrädern verbaut werden.

Grundsätzlich lassen sich die Steuersätze in vier Gruppen aufteilen, innerhalb derer es zwischen den einzelnen Produkten relativ wenig Unterschiede gibt. Die eigene Wahl basiert dann eher auf Design, Preis und vermeintlicher Qualität.

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  • Alu Steuersätze mit Industrielagern
    Dieser Typ ist heute bei Rennrädern/Stahlrahmen am häufigsten verbreitet. Für etwa €20 bis €50 bekommt man sehr gute, leicht laufende, leichte und langlebige Steuersätze die einfach einzustellen sind und lange halten.
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  • Alu Steuersätze mit Kugellager
    Diese Steuersätze sind fast gleichwertig, aber heute weniger verbreitet, da sie mehr Wartung benötigen und genauer einzustellen sind. Trotzdem eine gute Alternative.0000.jpg
  • Stahlsteuersätze
    Steuersätze aus Stahl sind etwas schwerer und qualitativ einfacher ausgeführt. Sie sind bereits für unter €10 erhältlich und werden gerne bei Trekking- und Einkaufsrädern verwendet. Für ein Rennrad ist so etwas eigentlich nichts, es gibt allerdings einige hochwertige Modelle, deren Finish gut zu alten Rädern passt.0
  • Spezialsteuersätze
    Einige Steuersätze auf dem Markt ragen dann doch aus der Masse heraus. Sie zeichnen sich z.B. dadurch aus, dass sie aus Titan gefertigt sind oder Nadellager verwenden. Diese werden hier zusammengefasst.

Alu Steuersätze mit Industrielager

Tange Seiki Falcon FL250C

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Tange Seiki (Seiki = Präzision) ist ein japanischer Qualitätshersteller mit einer langen Tradition und einem breiten Angebot an Steuersätzen. Der hoffentlich noch lebt, denn seit einigen Tagen ist die Website nicht mehr erreichbar. Der Falcon FL250C ist sozusagen der Toyota unter den Steuersätzen: Gute Qualität, vernünftiger Preis und ein schönes, einfaches Finish. Oft wird der Steuersatz auch einfach nur als Tange Seiki Cartridge Steuersatz verkauft, in Deutschland ist er bei verschiedenen Händler erhältlich. Mit 35 mm Einbauhöhe sollte der auch für viele Gabeln passen.Ich habe diesen Steuersatz selber oft verbaut und gute Erfahrungen mit ihm gemacht.

Material: Aluminium A6061-T6
Lager: Industrielager
Einbauhöhe: 35,3 mm
Gewicht: 101 Gramm
Standard: ISO
Preis: €22
Bezug z.B. über Sella Berolinum

Chris King 2 Nut

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Chris King ist vermutlich der bekannteste Hersteller sehr teurer Steuersätze aus den USA. Der Vorteil ist hier, dass alle Teile des Steuersatzes auch als Einzelteile nachbestellt werden können wenn sie verschlissen sind. All dies hat seinen Preis.  Chris King hat zwei Steuersätze im Angebot, den Grip Nut und den 2 Nut, die sich nur in der Kontermutter unterscheiden – bei Gripnut ist das eine einteilige Mutter. Dann gibt es noch eine Variante für beide namens „Sotto Voce“, bei der lediglich das Logo dezenter geprägt ist. Die Qualität ist erhaben. Und die Jungs haben mal gut nachgedacht, indem Sie das Logo immer „richtig“ herum aufgedruckt haben, so dass man weiß, welche Lagerschale unten und welche oben sein soll.

Material: Aluminium
Lager: Industrielager
Einbauhöhe: 37,4 mm
Gewicht: 94 Gramm
Standard: ISO
Preis: €151
Bezug z.B. über Bike24

 Stronglight A9

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Erstaunlicherweise lebt der französische Hersteller Stronglight immer noch – in Gegensatz zu Simplex, Huret, Wolber, Maillard, Pelissier, Spidel…..bravo! Außer guten Kettenblättern finde ich ihr Angebot sehr, sehr bescheiden. Der A9 wird bereits seit 1984 gebaut, allerdings hat sich im Laufe der Zeit sein Innenleben verändert. Früher war dort ein Nadellager verbaut, heute kommt ein Industrielager zum Einsatz. Da man ihm das aber nicht ansieht, kann man ein Rad Periodengerecht faken!

Ein weiterer Vorteil ist, dass der Stronglight A9 einer der wenigen Steuersätze ist, die auch als FRA Standard angeboten werden.

Material: Aluminium
Lager: Industrielager
Einbauhöhe: 38 mm
Gewicht: 90 Gramm
Standard: ISO und FRA
Preis: €30 (ISO) €59 (FRA)
Bezug über Rose (ISO) und Sella Berolinum (FRA)

Soma Double Row

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Der Soma Double Row ist ein ungewöhnlicher Steuersatz; er trägt der Tatsache Rechnung, dass das untere Lager stärker belastet wird als das obere und verteilt die größere Last daher auf zwei Reihen von Kugellagern. Hergestellt wird der Steuersatz von Tange Seiki, was für eine gute Qualität bürgen sollte. Das kostet allerdings auch.

Material: Aluminium
Lager: Industrielager (unten doppelt)
Einbauhöhe: 41,5 mm
Gewicht: 110 Gramm
Standard: ISO
Preis: €109
Bezug über Singlespeedshop

Weitere ähnliche Steuersätze in dieser Gruppe sind:

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Cane Creek Classic 110

Alu Steuersätze mit Kugellager

Campagnolo Record

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Auf der Website von Campagnolo ist das Teil nicht zu finden, trotzdem hoffe ich, dass uns dieser Steuersatz noch lange erhalten bleiben wird: Tolles Finish, sehr gute Qualität, gedichtet und sehr leicht einzustellen. Auch wenn das Teil Campa-typisch etwas teurer ist, das ist definitiv der Steuersatz den ich heiraten würde, wenn er auch noch blond wäre.

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Beim Einbau muss man unbedingt darauf achten, dass die Lager unten und oben verschieden große Kugeln haben (5/32 und 3/16). Die großen Kugeln kommen, da mehr beansprucht, nach unten.

Material: Aluminium
Lager: gedichtetes Kugellager unten 3/16, oben 5/32 Kugeln
Einbauhöhe: 36,5 mm
Gewicht: 104 Gramm
Standard: ISO
Preis: €50
Bezug z.B. über Rose

Tange Seiki Levin Alloy 1500 NJS

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Ein weiterer, sehr schöner Steuersatz von Tange Seiki. Warum der NJS (Keirin) zertifiziert ist und trotzdem nach ISO Standard gebaut wird ist mir ein Rätsel, aber was soll’s. Ältere Versionen haben noch ausgebohrte Löcher in dem eingepressten Teil zur Gewichts-erleichterung, damit ist bei den neueren Steuersätzen Schluss. Gute Qualität durch höherwertiges Aluminium, Orginalität – zu einem akzeptablen Preis.

Material: Aluminium A7075-T6
Lager: gedichtetes Kugellager 5/32 x 20 Kugeln
Einbauhöhe: 37,5 mm
Gewicht: 121 Gramm
Standard: ISO
Preis: €60
Bezug z.B. über Goldsprint

Tange Seiki Vantage DL

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Der Tange Seiki Vantage DL hat mit 32,8 mm eine geringe Bauhöhe und ist oben aus Alu und unten aus Stahl gefertigt. Das obere Lager hat 18 x 1/8 Kugeln, unten sind Standard 20 x 5/32 verbaut. Ein schöner Steuersatz, der leider in Deutschland schwer zu bekommen ist.

Material: Aluminium A7075-T6 / Stahl
Lager: gedichtetes Kugellager 1/8 x 18 und 5/32 x 20 Kugeln
Einbauhöhe: 32,8 mm
Standard: ISO

Bei den Tange Seiki Steuersätzen können prinzipiell Gabelkonen mit 27 mm Innendurchmesser nachgekauft werden, um einen Umbau auf JIS zu ermöglichen.

Velo Orange Alloy

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Der Velo Orange Alloy Steuersatz ist die Kugellagerversion des Grand Cru in verchromtem Alu. Diesen gibt es sowohl in ISO, als auch in JIS und FRA Standard.

Material: Aluminium, verchromt
Lager: gedichtetes Kugellager
Einbauhöhe: 41 mm
Gewicht: 115 Gramm
Standard: ISO, JIS und FRA
Preis: etwa €30
Bezug über Velo Orange Shop 

Weitere ähnliche Steuersätze in dieser Gruppe sind:

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Stahlsteuersätze

Dia Compe Gran Compe Classic

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Ok, den gibt es also auch in vielen schönen Farben. Das allerbeste an diesem Steuersatz ist aber, dass er nur 28 mm hoch baut, damit kann er auch in vielen Rahmen verbaut werden, in denen vorher ältere Shimano 105 oder 600 Steuersätze herumdrehten. Dia Compe war einmal ein japanischer Hersteller ist aber seit langem, ähnlich wie Suntour, nun in Taichung, Taiwan beheimatet. Die Qualität der Produkte ist gut, ebenso die Preise.

Material: Stahl
Lager: gedichtetes Kugellager
Einbauhöhe: 28 mm
Gewicht: 115 Gramm
Standard: ISO
Preis: etwa €20
Bezug z.B. über Singlespeedshop

Ergotec S101GK

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Um dies auch einmal zu zeigen, der Ergotec S101GK ist ein klassischer, einfacher, ungedichteter Steuersatz aus Stahl, den es für deutlich unter €10 zu kaufen gibt und der vornehmlich bei einfachen Rädern verbaut wird. Die meisten Stahlsteuersätze heutzutage sind von diesem Typ, auch wenn es einige schöne Ausnahmen gibt – siehe oben.

Material: Stahl
Lager: offenes Kugellager
Einbauhöhe: 37,7 mm
Gewicht: 150 Gramm
Standard: ISO
Preis: etwa €7

Grand Bois Rinko

Oder hier: Wie zum Beispiel den Grand Bois Rinko.

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Den gibt es leider in Deutschland nicht zu kaufen und der Bezug über die japanische Site ist etwas beschwerlich. Die Bezeichnung „Rink0“ heißt in etwa „Fahrradtasche“ und basiert darauf, das in Japan Räder in Zügen grundsätzlich in Taschen transportiert werden müssen. Die Taschen sind sehr leicht und lassen sich klein rollen, so dass sie in einen Flaschenhalter passen; der führende Hersteller ist Ostrich. Die Idee ist hier, die Gabel einfach zu entfernen, deshalb kann die Kontermutter mit einem speziellen, kompaktem Schlüssel geöffnet werden. Dabei kommen Industrielager zum Einsatz, damit man nicht die Kugeln im Zug suchen muss, falls das Ding rausfällt. Hergestellt von Tange Seiki.

Material: Stahl
Lager: Industrielager
Einbauhöhe: 36,5 mm
Gewicht: 151 Gramm
Standard: ISO und JIS
Preis: etwa €50
Bezug über Grand Bois Japan

Weitere Stahlsteuersätze mit Industrielagern

Gute Stahlsteuersätze mit Kugellager

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Tange Levin CDS

Einfache Stahlsteuersätze

Spezialsteuersätze

Zum Schluss noch einige Steuersätze, die nicht so einfach in die oben geöffneten Schubladen passen.

Steuersätze aus Titan

Das sind die teuersten Steuersätze die auf dem Markt verfügbar sind und zwar bei weitem, man muss schon €300 ausgeben, und was hat man dann? Jedenfalls keinen besonders leichten Steuersatz, wie man zunächst meinen darf. Aber vielleicht etwas, was gut an einen Titanrahmen passt? Nur wenige Hersteller machen sich die Mühe etwas aus Titan zu basteln; wie z.B. hier  der Chris King Grip Nut Titanium, also vom Aufbau her ein normaler Chris King Steuersatz, aber eben aus Titan.

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Material: Titan
Lager: Industrielager
Einbauhöhe: 33 mm
Gewicht: 99 Gramm
Standard: ISO
Preis: etwa €300
Bezug über Bike24

Eine Alternative dazu ist der Hatta Swan Super Titanium mit gedichteten Kugellagern im JIS Standard für €340.

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Nadellagersteuersätze

Sind etwas aus der Mode gekommen, an älteren Rädern findet man noch häufig relativ klobige Teile von Primax.  Nadellager bieten nicht die gleiche Leichtgängigkeit wie Kugellager und sind schwerer einzustellen – trotzdem schwören viele Bastler auf diesen Typ. Erhältlich sind heute noch der Tecora E:

Mit einem Patronennadellager.

Material: Aluminum
Lager: Nadellager Patrone
Einbauhöhe: 37 mm
Gewicht: 97 Gramm
Standard: ISO
Preis: €30
Bezug über Singlespeedshop

Alternativ dazu:

IRD Roller Drive der ein interessantes Konzept hat: oben ein offenes Kugellager und unten ein Nadellager. Wird übrigens auch von Tange Seiki gefertigt.

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Material: Aluminum
Lager: Nadellager
Einbauhöhe: 36 mm
Gewicht: 110 Gramm
Standard: ISO
Preis: €70
Bezug über SJS Cycles

Und zum Schluss der Miche Primato, der allerdings auf der Website von Miche nicht mehr geführt wird.

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Das schwarze Teil oben ist eine Plastikkabdeckung unter der sich die Aufnahme des oberen Konus verbirgt, das ist schön originell gemacht. Allerdings lässt sich dieser Steuersatz nach meiner Erfahrung nicht wirklich leichtgängig einstellen.

Material: Aluminum
Lager: Nadellager
Einbauhöhe: 39 mm
Gewicht: 115 Gramm
Standard: ISO
Preis: €70
Bezug über Evans Cycles

Der Markt ändern sich ständig – neue, gute Produkte kommen hinzu, schlechte verschwinden von selbst. Die Idee ist, diese Website kontinuierlich auf dem besten Stand zu halten. Etwas neues gesehen? Etwas falsches hier gelesen? Bitte kommentieren!

 

 

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Modernes für Klassiker heute: Naben.

Wie einige andere „Bastler“ baue ich gerne Neo-Retro Räder, d.h. moderne Komponenten werden an alte Rahmen montiert. So bekommt ein Rad eine akzeptable Funktionalität und behält einen Teil seiner klassischen Ästhetik. Dafür ist es notwendig moderne Komponenten zu finden, die auch an klassische Rahmen passen. Manchmal ist das gar nicht so einfach.  

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Einleitende Worte

Das große Problem der heutigen Zeit ist, dass fast alle Rad Komponenten bis auf Sättel, Lenkerband und Brems- und Schaltzughüllen schwarz  sind. Oder eben diese metallisch-grauen Nichtfarben von Shimano.  Man kann ja über die Schönheit moderner Komponenten durchaus geteilter Meinung sein. Nehmen wir zum Beispiel mal die Entwicklung der Kurbeln in den letzten 20 Jahren.

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Klassisch schön.

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Modern schön.

Schrieb ich da gerade: „Man kann ja über die Schönheit moderner Komponenten durchaus geteilter Meinung sein.„?

Na ja, eigentlich doch nicht. Ist aber auch egal an dieser Stelle. Wichtig ist: Das klassische Silber ist fast komplett auf der Strecke geblieben. Eine silberfarbene oder verchromte Kurbel 10/11-fach, einen erträglich leichten Laufradsatz, einen Satz Schaltbremshebel ? Gibt es fast nicht.

Einen Laufradsatz kann man sich, Geduld, handwerkliches Geschick, Ausrüstung und ein paar Flaschen Rotwein vorausgesetzt, immer noch selber aufbauen. Alte silberne Drahtreifenfelgen wie Mavic Module E gibt es teilweise, auch noch in NOS zu erträglich Preisen zu kaufen (ersatzweise geht auch die H plus Son TB14)), silberne Speichen und Nippel sind auch kein Problem.

Nur silberne Naben für 10/11-fach Antriebe sind gar nicht einfach und/oder günstig zu beschaffen. Mit Hilfe der vereinigten Intelligenzia des Rennrad News Forums habe ich mich mit diesem Thema befasst. Dies ist der erste Teil eine Serie über moderne Komponenten für Klassiker. Und er befasst sich mit:

Silberne Naben für 10/11-fach Antriebe

Was genau?

Wir haben uns das derzeitige Angebot angesehen an Nabensets, also einer Vorderradnabe und einer Kassettenhinterradnabe des gleichen Herstellers. Meiner Ansicht nach macht es Sinn Laufräder mit Naben und Felgen der gleichen Bauart zu erschaffen; nicht nur wegen der Ästhetik, sondern auch wegen des Wiederverkaufswert. Kein Mensch kauft einen Satz Laufräder mit Araya Felge und Sanshin Nabe vorne und einer Maillard Heliomatic und einer Wolber Felge hinten. Es sei denn er ist scharf auf die Araya Felge, was wiederum völlig verständlich ist.

Die Naben müssen die folgenden technischen Voraussetzungen haben, damit sie für den allgemeinen Verbau an klassischen Rädern grundsätzlich in Frage kommen:

  • Die Hinterradnabe hat eine Kassetttenfreilaufkörper für 10/11fach Kassetten; entweder für Shimano/SRAM oder Campagnolo. Es gibt eine Menge schöner, moderner Naben mit Schraubkranzaufnahme, aber die lassen wir hier mal weg.
    Einbaubreiten 100 mm vorne und 130 mm hinten.
  • Die Naben müssen irgendwie Silber- oder Chromfarben sein. Nicht „ice-grey“, nicht schwarz und schon gar nicht von Shimano. Deren Naben fallen farblich von vorne rein raus. Titanfarben allerdings ist gerade noch akzeptabel.
  • Die Naben sind sollten für 32 Speichen, dreifach gekreuzt geeignet sein.  Weitere Speichenzahlen, insbesondere 36, werden gerne gesehen. Gar nicht gerne gesehen sind exotische Konstruktionen mit Straight-Pull  Speichen und Nabenkörpern wie Raumschiffe aus Spaceship Troopers. Und natürlich müssen die Naben für Felgenbremsen sein.

Das ist es schon. Wie viel so ein Satz Naben kostet, spielt keine Rolle. Ich habe das aber trotzdem einmal in drei Kostenkategorien (Erträglich < €200, Teuer und für Liebhaber > €500 ) unterteilt.

Erträglich

Novatec A171 (vorne) und F172/F272 (hinten)

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Setpreis: etwa €80
Standard: Shimano und Campagnolo 9/10/11-fach
Lochzahl: 16,18 (nur VR), 20,24,28,32, 36
Farben: Silber und schwarz
Einbaubreite: 100 und 130 mm
Setgewicht: 384 Gramm
Hersteller Site: VR HR
Online Bezugquelle: Cycle Clinic
Deutscher Importeur: Messingschlager

Plus / Minus
+ Kommt mit akzeptablen, silbernen Schnellspanner
+ Angeblich basierend auf einen altem Campagnolo Design
– Industrielager, ich hatte ähnliche Novatec Naben und die halten nach meiner Erfahrung vielleicht 10.000 km, Austausch teuer
– Schwierig zu kaufen. Fraglich, ob Novatec diese noch herstellt.
– Angeblich brutal asymmetrisch – daher nicht einfach einzuspeichen. Haltbarkeit?

Miche Primato Sythesi

huprsb_primato_syntesi_hubs_set_silverSetpreis: etwa €80
Standard: Shimano und Campagnolo 10/11-fach
Lochzahl: 28,32, 36
Farben: Silber und schwarz
Einbaubreite: 100 und 130 mm
Setgewicht: 433 Gramm
Hersteller Site: Set, Specs
Online Bezugquelle: Bike24
Deutscher Importeur: zum Beispiel Hartje

Plus / Minus
+ Die schwarzen Aufkleber lassen sich komplett entfernen.
+ Gelten als zuverlässig
+ Einfach zu kaufen
– Die Schnellspanner können auch schwarz sein, aber eben nie silber
– Gewöhnungsbedürftige, weil rot-eloxierte Teile

Origin 8 RD-1100

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Setpreis: etwa €120
Standard: Shimano 8-11 und Campagnolo 9-11-fach
Lochzahl: Campagnolo: 32; Shimano und VR: 20, 24, 28, 32, 36
Farben: Silber und schwarz
Einbaubreite: 100 und 130 mm
Setgewicht: ca. 480 Gramm
Hersteller Site: Origin 8
Online Bezugquelle: Bicycle Inc US
Kein deutscher Importeur?

Plus / Minus
– Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich die schon einmal gesehen habe mit einer anderen Marke.
–  Sehr schwierig zu beschaffen

Velo Orange Hi-low Cassette Rear

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Setpreis: etwa €140
Standard: Shimano und Campagnolo 10-fach
Lochzahl: 36
Farben: Silber
Einbaubreite: 100 und 130 mm
Setgewicht: 433 Gramm
Hersteller Site: VR HR 
Online Bezugquelle: Velo Orange Online Shop US
Händlerliste Deutschland auf der Homepage

Plus / Minus
+ Auch als Grand Cru Version, vermutlich baugleich mit Halo
+ Hochflansch
– Vorderradnabe nur Grand Cru, auch mit 32L, wirkt in der Kombination nicht stimmig
– Nicht einfach zu beschaffen. Goldsprint hat die VR Goldsprint hat die VR im Angebot

Bitex RAF / RAR 12

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Setpreis: etwa €160
Standard: Shimano 8,9,10,11 und Campagnolo 9,10,11-fach
Lochzahl: 20 (VR), 24, 28, 32
Farben: Silber, schwarz und diverse Eloxalfarben
Einbaubreite: 100 und 130 mm
Setgewicht: ca. 300 Gramm
Hersteller Site: VR HR 
Online Bezugquelle: Prowheelbuilder US
Deutscher Importeur: SES

Plus / Minus
+ Sehr leicht und dafür günstig
– In Silber nicht einfach zu beschaffen.

Profiline Hinterradnabe Classic

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Setpreis: etwa €150
Standard: Shimano 8,9,10,11 und Campagnolo 9,10,11-fach
Lochzahl: 20 (VR), 24, 28, 32 (nur VR)
Farben: Silber, schwarz
Einbaubreite: 100 und 130 mm
Setgewicht: ca. 300 Gramm
Hersteller Site: VR HR 
Online Bezugquelle: Direkt bei denen

Profiline hat auch noch eine weitere Nabe im Programm, die Strasse HR Nabe 2015; das ist eine Bitex. daher würde ich vermuten, dass auch Naben aus Taiwan/China kommen.

Plus / Minus
+ Sehr leicht und dafür günstig
– Na ja, das Aussehen halt.

Dia Compe ENE Touring Hub

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Setpreis: € 182
Standard: Shimano (S Type) und Campagnolo (C Type) 9/10/ 11-fach
Lochzahl: 32, 36
Farben: Silber
Einbaubreite: 100 und 130 mm
Setgewicht: 640 Gramm
Hersteller Site: Dia Compe
Online Bezugquelle: Studio Brisant (Shimano) Triton Cycles UK (Campa)
Vertrieb in Deutschland: Ison distribution

Plus / Minus
+ Hochflansch Gefühl
+ Dezente Logos
+ Schöne Vorderradnabe
+ Gibt es auch für Schraubkränze mit 126 und 130mm
– Online nicht einfach zu bekommen, Studio Brisant führt nur die Shimano Version

Grand Bois SUN XCD Large Flange und SFQR

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Sun XCD

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LFQR

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SFQR = Small flange quick release

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LFQR = Large flange quick release

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SFQR

Setpreis: etwa € 200 (LFQR Type) €180 (SFQR) €230 (Sun XCD)
Standard: Shimano 8/9/10 und Campagnolo 10/11-fach
Lochzahl: 32, 36
Farben: Silber
Einbaubreite: 100 und 130 mm
Setgewicht: ca. 520 Gramm (LFQR) 470 Gramm (SFQR)
Hersteller Site: Grand Bois (Japanisch)
Bezugquelle: Japan oder Compass Cycle US

Plus / Minus
+ für LFQR auch in Einbaubreite 120 und 126 mm für 5 -8-fach
+ Hochflansch
+ Schöne Vorderradnabe
– Nicht einfach zu bekommen, deutscher Vertrieb?

Halo Retro 6D

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Setpreis: etwa €220
Standard: Shimano und Campagnolo 10/11-fach
Lochzahl: 32
Farben: Silber
Einbaubreite: 100 und 130 mm
Setgewicht: 425 Gramm
Hersteller Site: VR HR
Online Bezugquelle: Studio Brisant
V
ertrieb in Deutschland: Ison Distribution

Plus / Minus
+ Hochflansch Gefühl
+ Dezente Logos
– Akzeptabel aussehende Vorderradnabe
– Lieferung ohne Schnellspanner

Velocity Sport /Road / Race 

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Setpreis: Sport:  €110, Road:€230, Race: €350
Standard: Shimano und Campagnolo 10/11-fach Sport: Nur Shimano
Lochzahl: Sport:  28 (VR), 32, 36 (HR) ; Road: 28 (VR), 32,36,40 (HR); Race: 20 (VR), 24,28, 32 (HR)
Farben: Sport: Silber; sonst auch schwarz
Einbaubreite: 100 und 130 mm
Setgewicht: Sport: 525 Gramm;  Road: 535Gramm;  Race: 325 Gramm
Hersteller Site: Allcity
Online Bezugquelle: Direkt bei denen US
Vertrieb in Deutschland: Laut Velocity Website: Keiner. Dafür sind die hier aber gut vertreten.

Plus / Minus
+ Sport: Konuslager
+ Breite Auswahl
+ Anerkannter Hersteller
– Wo bekommt man das?

Via Components Road Hub

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Setpreis: etwa €240
Standard: Shimano und Campagnolo 10/11-fach
Lochzahl: 20, 24, 28, 32
Farben: Silber und schwarz
Einbaubreite: 100 und 130 mm
Setgewicht: 349 Gramm
Hersteller Site: Via Components
Online Bezugquelle: Bricklane Bikes UK VR HR
Händler in Deutschland: Goldsprint, Merileth

Plus / Minus
+ Keramik Lager oder Hybrid Keramik
+ Schöne schmale Vorderradnabe
+ Die Aufkleber kann man abmachen
– Online und für Nicht-Berliner schwer zu beschaffen
– Möglich, das die in silber nicht mehr produziert werden; auf der Herstellerseite gibt es  nur noch die schwarze Version

Hope Mono RS (4)

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Setpreis: etwa €245
Standard: Shimano und Campagnolo 10/11-fach
Lochzahl: 16,18 (nur VR): 20,24, 28,32
Farben: Silber, schwarz, rot, blau, lila, orange
Einbaubreite: 100 und 130/135 mm
Setgewicht: 378 Gramm
Hersteller Site: Hopetec
Online Bezugquelle: Superlight Bikeparts

Plus / Minus
+ Kleiner, unabhängiger englischer Hersteller, kommt aus dem MTB Feld
– Vorderradnabe im heutigen Design, ist mir zu dick in der Mitte
– Freilaufkörper lasst sich so abziehen. Mechanik fällt dann raus. Ist mir leider schon passiert.

Teuer

Heylight V-Nabe / H-Nabe Road

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Setpreis: etwa €400
Standard: nur Shimano 9/10/11-fach
Lochzahl:  24, 28,32
Farben: Silber, schwarz, rot, blau, violett, gold
Einbaubreite: 100 und 130 mm
Setgewicht: 322 Gramm
Hersteller Site: Heylight
Online Bezugquelle: Direkt bei denen

Plus / Minus
+ Leicht
+ Qualitätsprodukt
– Oh Gott, das Logo….kommen die direkt aus einem Achtziger Pornofilm?
– Sind mir zu modern, eckig, langweilig.

Industry Nine Torch Classic Road 

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Setpreis: etwa €408
Standard: Shimano und Campagnolo 9/10/11-fach
Lochzahl: 18, 20 (nur VR): 24, 28,32
Farben: Silber, schwarz, grün, gelb, orange,lila, rot, blau, rosa, türkis
Einbaubreite: 100 und 130 mm
Setgewicht: etwa 340 Gramm
Hersteller Site: Industry Nine
Online Bezugquelle: Bike24 VR HR
Vertrieb Deutschland: Shocker Distribution

Plus / Minus
+ Hybrid, ceramic bearings – was immer das ist
– Ohne Schnellspanner
– Oh Gott, das Logo….geht das ab?
+ Also ich mag deren Dsesign, auch wenn…
– Vorderradnabe sieht aus wie eine gepiercte Kurzwurst

White Industries T11

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Setpreis: etwa €445
Standard: Shimano und Campagnolo 9/10/11-fach
Lochzahl: 16, 18 (nur VR): 20, 24, 28,32, 36 (nur HR)
Farben: Silber poliert, oder schwarz, red, blau, gold, pink oder lila eloxiert
Einbaubreite: 100 und 130 mm
Setgewicht: etwa 340 Gramm
Hersteller Site: White Industries
Online Bezugquelle: Bike24 VR HR
Vertrieb hierzulande: Cosmic Sports

Plus / Minus
+ Titan Freilaufkörper
+  Qualitätsprodukt
– Die Gravuren muss man mögen

Royce Venus

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Setpreis: etwa €480
Standard: Shimano und Campagnolo 9/10/11-fach
Lochzahl: 12 (VR), 16, 18, 20, 24, 28,32, 36 (nur HR)
Farben: Silber (Titan Freilauf)
Einbaubreite: 100 und 130/135 mm
Setgewicht: etwa 520 Gramm
Hersteller Site: VR HR
Bezugquelle: Total Cycling UK VR HR

Plus / Minus
+ Titan Freilaufkörper
+ Qualitätsprodukt
– Wenig Auswahl bei der Beschaffung, gibt es einen deutschen Importeur?

Tune MIG70 / MAG170

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Setpreis: etwa €500
Standard: Shimano und Campagnolo 11-fach
Lochzahl: 12 (VR), 16, 18, 20, 24, 28,32, 36 (nur HR)
Farben: Silber, schwarz, orange, rot, blau, giftgrün, weiß, grün
Einbaubreite: 100 und 130/135 mm
Setgewicht: etwa 250Gramm
Hersteller Site: VR HR
Online Bezugquelle: Bike24

Plus / Minus
+ Sehr viele Variationsmöglichkeiten
+ Qualitätsprodukt
– Auch hier muss man das Logo mögen

 

Phil Wood Road Hub

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Setpreis: etwa €700 – Zwei Versionen: Classic und Pro in identischem Design mit verschiedenen Materialien. Pro mehr Alu,leichter
Standard: Shimano und Campagnolo 9/10/11-fach
Lochzahl: 20, 24, 28,32
Farben: Silber, schwaz, rot, blau, grün, lila, pink, orange, gun metal
Einbaubreite: 100 und 130 mm
Setgewicht: Classic: 610 Gramm, Pro 430 Gramm
Hersteller Site: Phil Wood
Online Bezugquelle: Pro Wheelbuilder US
Händlerliste Deutschland

Plus / Minus
+ Jede Menge Ersatzteile, halten quasi ewig.
+ Qualitätsprodukt, ohne jede Frage
+ PRO Version mit Aluminum Achse und Freilaufkörper
+ Älterer Phil Wood Road Hub FSA noch  erhältlich
– Kommen die für den Preis eigentlich mit Schnellspannern?

Chris King R45

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Setpreis: etwa €779
Standard: Shimano und Campagnolo 9/10/11-fach
Lochzahl: 20, 24, 28,32,
Farben: Silber, schwarz und sieben weitere Eloxalfarben
Einbaubreite: 100 und 130 mm
Setgewicht: 366 Gramm
Hersteller Site: VR HR
Online Bezugquelle: Bike24 VR HR
Importeur: Cosmic Sports

Plus / Minus
+ Jede Menge Ersatzteile, halten quasi ewig.
+ Qualitätsprodukt, ohne jede Frage
+ Hergestellt in den USA mit 5 Jahren Garantie
+ Upgrade mit Keramiklagern möglich
– Da steht überall dick Chris King drauf, das muss man mögen
– Kommen die für den Preis eigentlich mit Schnellspannern?

 

Suzue Road Hub Classica

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Setpreis: etwa €300 in Japan
Standard: Shimano 8/9/10-fach, Campagnolo 11-fach
Lochzahl: 28, 32, 36?
Farben: Silber
Einbaubreite: 100 und 130 mm
Setgewicht: 455 Gramm (Alu Freilaufkörper) 550 (Stahl FLK)
Hersteller Site: Suzue
Bezugquelle: Quasi nicht zu bekommen deshalb stehen die hier auch am Ende.

Plus / Minus
+ Hübsch, wenn man Bahnrad- oder Keirinnaben mag
+ Qualitätsprodukt aus Japan
– Gibt’s die Firma eigentlich noch?

In Japan offensichtlich schon, hier ein Bild aus dem letzten Tokyo-San Esu Katalog (das ist etwa der Hartje Japans) Seite 66.

 

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Electra Ticino Lux Five Star
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Die gab es mal ganz kurz bei Sella Berolinum zu kaufen, heute leider nur noch als Schraubkranzversion. Wurden angeblich von Tange in Japan hergestellt. Danach nie wieder gefunden. Hier ein Erfahrungsbericht.

 

Weitere Naben-Hersteller

Eventuell ist es sinnvoll diesen Hersteller bzw.Marken zu beobachten, da sie zukünftig passende Naben anbieten werden.

Aby.K -dummerweise haben die keine eigene Website, obwohl die sehr gute Komponenten herstellen -vor allem die Schutzbleche

Acros

Aivee

All City Fixie/Singelespeed getrieben

American Classic

Bombtrack

Brick Lane Bikes Single Speed/Fixie fokusiert

Den Campagnolo Record Nabenset gibt es für 11-fach Kassette und nur in schwarz. Auf der offiziellen Campa Seite gibt es keine Informationen dazu, von daher ist das vermutlich ein Auslaufmodell.

Dia Compe / Gran Compe

DT Swiss

NS Bikes MTB gesteuert

Onyx Racing

Paul Component Engineering

Profile Racing MTB lastig

Ridea MTB gesteuert

Shimano. Der Vollständigkeit halber.Vielleicht fällt denen ja irgendwann mal etwas vernünftiges ein. Man muss Shimano allerdings auch zugute halten, dass die einer der weniger Hersteller sind die durchweg Konuslager verwenden.

Sixpack racing MTB gesteuert

Sturmey-Archer Schaltungsnaben und Single Speed

Surly eher SingleSpeed

Syntace

Veltec

Victoire Cycles Single Speed

Wheels Manufacturing

Yuniper /Leichtkraft

Ein Kommentar

Eingeordnet unter 2016, Bits&Pieces, Ingenieur, Mob, Moderne Klassik

Mavic Monthlery Rims

by Retrogrouch

I’m gearing up to begin another wheelbuilding project, and that means locating more classic components. I recently wrote about a nice set of hubs I’ll be using: a pair of Campagnolo Record hubs with the HiLo rear hub — 32  front, 36  rear. Now I have my rims picked out: a set of vintage new-old-stock Mavic Monthlery Legere tubular rims. I should state right from the beginning that these are not intended to be wheels for everyday use, and certainly not for commuting, or anything other than special wheels for a special bike to be ridden on nice roads on the best of days. Nothing to do with necessity, and nothing „practical,“ other than the desire to build something really unique and something that I would have drooled over in my youth.

I’ve always had good experiences building with Mavic rims, so that was a prime consideration as I was making a selection. And since I had decided I want to use NOS vintage instead of current production, I had made the job of locating suitable rims a bit more difficult. The fact that I needed to find a 32 and a 36-hole rim didn’t help either.

In the ’70s and early ’80s, Mavic’s Monthlery rims were among the company’s best tubular rims — with a polished aluminum finish, and made with double eyelets at each spoke hole for extra durability. They came in a few different variations for different applications, and the prices varied accordingly.

At the lower end of the Monthlery line was the Monthlery Route. These were about 22 mm wide and advertised at 420 grams. According to the Mavic catalog from the mid-80s, the Route was meant for OEMs (original equipment), training, cyclocross, or for „difficult“ road conditions. That weight puts them into clincher rim territory, but they were probably bomb-proof when built into a wheel by a competent builder.

From the 1980 Mavic catalog. (scan from Velo-Pages)

The Monthlery Pro was next, at 20 mm wide, and advertised as 395 grams (I believe 400 grams was probably typical in reality). These were a real mainstay rim for aftermarket wheels. Their weight was a little on the higher side for top-line racing wheels, but they were strong, reliable, and a good choice for a wide range of applications. If someone couldn’t afford separate wheels for training and racing, the Monthlery Pros were a really good way to go.

The Monthlery Legere („legere“ means „light“) was the same width as the Pro, but because of a slightly thinner-walled extrusion, they were advertised as being only 310 grams. Numerous sources claim the reality was somewhere between 330-340 grams. Mavic catalogs described them as „interesting for road racing. Excellent weight/resistance ratio.“ Obviously translated from French by someone with only a part-time experience with English. No doubt they meant something like „well-suited“ for road racing. But they did represent a good balance of strength and low weight.

The Legere was not the lightest thing going, however. There was another rim called the Extra Legere (advertised in a 1974 flyer as the Golden Monthlery) which was listed as weighing only 260 grams! I’ve seen sources that listed actual weight as somewhere between 270-280 grams. The Mavic Extra Legere, or Extra Light, would have competed directly with a couple of other rims of the day, the Super Champion Medaille d’Or (advertised 260 g), and the Fiamme Ergal Gold Label rims (advertised 280 g). I’ve never used the Fiamme Ergal rims, but there are numerous stories of them cracking or breaking at the spoke holes. In the latest issue of Bicycle Quarterly, Jan Heine actually describes them as having a tendency to shatter! I don’t know if that was hyperbole or not, but the cracking spoke holes was a common story. I have used the Super Champion Medaille d’Or – they were the first set of wheels I ever built, and despite my diminutive weight at the time (I was only 125 lbs at age 18) they needed constant truing. Was that because of my beginner-status as a wheelbuilder? Or because the rims were just too ridiculously light (probably a combination of the two) I don’t know, but at my age and current weight, I’m no longer so willing to sacrifice durability in order to shave a few extra grams.

Anyhow, I decided to go with the Legere for the reason that I wanted something light, but not stupid-light. I think they represent a good balance.

Now, looking for NOS vintage rims makes things a bit complicated. Searching eBay as well as online sellers who specialize in vintage bike parts, I found that availability seemed to be exactly in proportion to the weight of the rims. The OEM-level Monthlery Route is definitely the easiest to find. NOS examples seem to abound, with prices ranging from $80 – 130 per pair. The mid-level Pro is slightly less plentiful, but still available, and the going rate seems to be around $100 – 150 per pair for NOS. The Legere is pretty scarce. I had found a single 36-hole rim some time back for about $50, including shipping. It took a while before I could find a matching 32-hole for the front. Just out of curiosity, I’ve been searching for months for the 260 – 280 g. Extra Legere, and they simply don’t come up for sale. I’m not sure I’ve ever seen one.

This line of rims from Mavic did evolve over time. By the end of the ’70s, there were anodized versions available. The silver-anodized versions were labeled „Argent“ (which means silver) while gold-anodized were „Or“ (umm. . . gold) and the anodizing treatment was said to „improve the finished appearance and facilitate upkeep.“ In these anodized versions, the Legere model was re-named the Argent 10, and the Extra Legere was the Argent 7 (later Argent 8).

from VeloBase

In the early ’80s, dark gray hard-anodizing became all the rage, and the 400 gram Monthlery Pro formed the basis for the GP4, a popular all-round racing and training tubular rim. I can’t find confirmation of it, but I’m pretty sure that the „G“ stood for „Gris“ (gray) in reference to the dark gray hard anodized finish, and „P“ was probably „Pro.“ My second-ever wheelbuilding project used GP4 rims, and while they were probably overkill for my still-flyweight physique (at the time), I literally used to ride those wheels down stairs and bunny-hop uneven railroad tracks on a regular basis. I replaced a few headsets, but never had to re-true the wheels. Not even once. The Legere became the GL330 (Gris Legere 330 grams?) and the Extra Legere would have become the GEL280 (Gris Extra Legere 280 grams?). The ’84 Mavic catalog claimed that the hard anodizing increased the surface hardness by a factor of 10, and that it increased the rigidity of the rim. I am not aware that the supposed increase in rigidity was in any way noticeable or if it made the rims last any longer, but in the ’80s it definitely became the must-have fashion. What I decided I didn’t like, however, was that after only a few rides, the gray finish would start to wear off the sidewalls – and it never wears off evenly. For that reason more than any other, I still have a preference for standard non-anodized aluminum for rims. If it gets scratched or dull over time, you can always bring back the lustre with a little bit of aluminum polish on a soft rag.

By the way, there was an older Mavic rim with a similar name, but was not part of the same lineup. Some readers may recall a model called the Montlery (note the lack of the „h“ in the spelling) Championnat du Monde which was a pretty common OEM rim in the early ’70s. Several sources state that they were original equipment on early ’70s Schwinn Paramounts, for example. These were a single-eyelet rim that had knurled sidewalls (remember those?) that were supposed to improve braking, but generally just made the rims howl like banshees when stopping.

My pair of NOS Monthlery Legere rims ended up setting me back about $115. Without a doubt, that’s a lot higher than what these rims sold for when new, but current model Mavic Open Pro tubular rims generally sell for between $70 – 80 each, so that puts it into some perspective. And at about 330 grams (or so) each, the weight is lower than most aluminum rims made today – and even on par with a lot of carbon fiber rims costing much, much more.

When built up, these should be just the right thing for a vintage bike restoration, and another example of Old Is Good.

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NOS Bliss.

Meine ebay Einkaufsaktivitäten, im Sinne von „bieten“, sind in diesem Jahr fast vollständig zum erliegen gekommen. Das Angebot an interessanten Radteilen auf Ebay ist deutlich dünner geworden; seltenes und teures gibt es noch genug zum sofortigen Kauf. Umso größer ist die Freunde, wenn dann doch etwas seltenes günstig in meinen Händen landet.

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Shimano CX700 Nabenset NOS/NIB, leider ohne den vorderen Schnellspanner. Ich hatte keine Ahnung, dass es so eine Shimano Gruppe einmal gab.Von 1993 bis 1995 produziert, zusammen mit den günstigeren 400CX, 500CX Gruppen, eine sogenannte Hybridgruppe, heißt dasszwischen Rennrad und MTB? Also eine Crosser Gruppe, wie da CX andeutet, oder irgendetwas anderes? Auf den Kassettenkörper passt eine 7-fach Kassette, im Web gibt es Bilder von Schaltwerk, Cantilever Bremse und sogar eine komplette Gruppe.

Die Form der Nabenkörper erinnert mich sehr stark an die Shimano Rennradnaben der gleichen Periode, also mit der Verdickung links von dem Flansch der Antriebsseite. Das ist genauso bei den FH-1055, da ist sogar die Verpackung ähnlich, bei den FH-6400, bei den Dura Ace Naben 7200 und 7400, bei Exage, bei Deore und auch bei Sante.  Da von diesen Naben die Dura Ace 7200er die ältesten sind, lässt sich vermuten, dass die Technologie über die Jahre von den teuren in die günstigeren Gruppe wanderte.

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Sehr schicke finde ich die metallischen Abdeckungen auf den Seiten über den Lagern, viel schöner als die Plastikabdeckungen z.B. bei den 6300er Naben.Interessant wäre zu wissen, wie sich die 700CX Gruppe qualitativ einordnet und warum. Dura Ace, Ultegra oder 105er Niveau? Und woran macht man so etwas fest?

Hat jemand Ersatzteilzeichungen von der 700CX Gruppe, so das man einmal schauen kann, welche Teile baugleich mit anderen Gruppen sind?

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Great derailleurs. Great brands.

Einer der wichtigsten Tage überhaupt in meinem Leben war ein Tag im September 1979. Martin aka „der Junge“, von späterem EA80 Ruhm, nahm mich mit in das Okie Dokie nach Neuss, um ein Konzert zwei Berliner Bands zu sehen: Auswurf und Katapult.

Bis dahin hörte ich Musik, die man als „größtenteils harmlos“ bezeichnen kann. Ich hatte immer ein, zwei Bands, von denen ich mir alles kaufte: Beatles, Bob Dylan, Neil Young, auch einmal Blue Öyster Cult, aber nach diesem Konzert wanderte erst einmal alles in die Tonne.  Punk begann mich zu interessieren, als die erste Nina Hagen Band LP erschien – auch die hörte ich von Martin auf einem Walkman – war ich wie weg von der Energie und Rotzigkeit die Nina Hagen ausstrahlte.

Auswurf und Katapult, musikalisch wirklich nicht erste Wahl, gaben mir den Rest, sozusagen die Energie den Schritt über eine unsichtbare, weiße Linie zu wagen. Es war weniger die Musik, noch die Texte „Schmeiß den Molli…“ sondern die Atmosphäre im Okie Dokie, Pogo vor der Bühne, die Angst davor, dass die „La Cada“ Rocker auftauchen würden.

Der Höhepunkt des Abends war, als La Cada dann ernst machte und sich gewaltsam Einlass verschaffte. Es folgte eine große Prügelei, Martin und ich flohen auf die Damentoilette. von dort aus durch das Fenster auf das Dach des Okie Dokies, wo wir uns alles in Ruhe ansahen bis die Polizei kam. Danach hauten wir ein paar Stühle kaputt und rannten mit Stuhlbeinen in der Hand durch die Kneipe, allzeit bereit eindringenden Rockern richtig eins auf die Fresse zu geben, oder, für den Fall, dass es mehr als zwei waren, schnell wieder auf die Damentoilette abzuhauen.

Dem Ratinger Hof wird meiner Meinung nach etwas zu viel Kultstatus gegeben. Klar, es war der erste , wichtige Laden für Punks in Düsseldorf, aber viele Konzerte, sowohl von englischen, als auch von heimische Bands, fanden im Okie Dokie statt, das auch viel länger Bestand hatte. Das Okie Dokie wurde aber von Hippies geführt und da gab es auch Jazz und Folk und alle möglichen Dinge die nicht OK waren. Dachten wir damals. Aber im Okie Dokie gab es auch das einzige Crass Konzert in Deutschland, das Abschiedskonzert von ZK, die einstürzenden Neubauten, Discharge, die Buttocks und viele lokale Bands spielten dort auf Festivals. So auch wir mit EA80 zum ersten Mal auf dem Schmierfestival. Das Okie Dokie hat mich deutlich mehr geprägt als der Ratinger Hof, der später mehr ein Treffpunkt als eine Konzerthalle war.

Nach diesem Konzert fuhr ich fast jede Woche Samstag mit Martin im Zug nach Düsseldorf um im besten Plattenladen dort, dem Rock On Platten zu kaufen. Das Rock On konnte man zu Fuß schnell vom Hauptbahnhof aus erreichen. Die Betonung lief auf schnell. Denn sobald wir aus dem Zug heraus waren, gingen wir irrsinnig schnell Richtung Rock On. Wir konnten es einfach nicht erwarten und wir hatten unheimliche Angst, dass vielleicht eine der wichtigen, neuen Singles dort bereits weg verkauft wurde bevor wir eintrafen. Singles waren sowieso wichtiger als LPs.

Im Rock On Stunden zu bleiben und alle Kästen durchzuwühlen war großartig. Unabhängig von der Musik war es der Beginn einer langen Leidenschaft: Dinge zu sammeln und zu ordnen. Wir hatten wenig Geld, deswegen mussten wir immer gut überlegen, was wir kaufen, denn zunächst ging ja einmal Geld für das Zugticket und später dann für ein Stück Pizza in der Altstadt drauf.

Wichtiger als Pizza Essen: Die Strafe des Luxus.

Im Rock On kaufte ich mir ein ein photokopiertes Heft „Great Bands, Small Labels“.

Das war der Versuch von zwei  Sammlern (ich glaube einer von denen war Mike Korbik, der auch später bei den „Les black Carnations“ auftauchte) alle bis dato auf Independent Labeln erschienenen Singles und LPs des Punk/New Wave Genres zu erfassen. Es gibt wohl kein Buch, das ich mehr gelesen habe als dieses, ich kannte das quasi auswendig. Im Text wurde dann immer markiert welche Singles etc. ich gekauft hatte. Oder alle deutschen Veröffentlichungen hatte ich auch gemarkert, weil ich die irgendwann einmal alle besitzen wollte. Aber dann kam die neue deutsche Welle und machte dieses Vorhaben sinnlos. Erstens wurde die Masse an Platten zu groß und es war einfach unsinnig LPs von Hubert Kah oder ähnlichen Schwachmaten zu besitzen.

Wie überhaupt systematisch zu sammeln ein sehr frustrierendes Unterfangen ist. Allein aus Gründen der Vollständigkeit kauft man eben alles von einer Band, aber je älter die Band umso mehr Schrott ist in der Regel dabei. Von den Sex Pistols, Ruts, Undertones oder Dexys Midnight Runners braucht man jeweils genau ein Album. Von den Stranglers drei oder vier.

Das war auch letztendlich das Problem der Punkmusik – es gab keine neuen, guten Bands mehr. Wenn ich heute alte Sounds Musikzeitschriftausgaben von 1980 anschaue, dann war es einfach unglaublich wie viele gute Platten in einem Monat herausgekommen sind. Die Reviews waren voll von Neuerscheinungen von denen mir noch heute viele lieb sind.

Aber irgendwann wurde es dünner und die Wahrscheinlichkeit etwas sehr durchschnittliches zu kaufen, sagen wir mal z.B. Newtown Neurotics oder Toy Dolls, wurde immer größer. Oder man landete in langweiligen Konzerten, wie z.B. bei UK Decay im Okie Dokie. Oder bei Red Crayola! Nun konnte man das aber nicht zugeben, dass das alles Schrott war, denn man war ja die Sperrspitze der Avantgarde und so schleppte man sich mühselig von Konzert zu Konzert, ab und an neue Motivation findend, aber größtenteils enttäuscht werdend von Konzert zu  Plattenladen nach Hause. Ab und an tat ich Dinge die ich nicht tun durfte und stellte fest, das die Spaß machten: Kim Wilde im Konzert war göttlich, ein Meer von kreischenden, kleinen Mädchen, Plüschtieren und Rockmusik.

Kim Wilde zu Beginn ihrer Karriere immer gestreift.

Später habe ich angefangen Bücher von guten Autoren zu sammeln (Tom Wolfe, Julian Barnes, Donald Richie, Raymond Chandler, z.B.) aber auch da gab es das gleiche Problem wie bei der Musik: wenig gutes, viel Schrott. Dafür habe ich jetzt aber dann über einen Meter Emilie Zola Rougon Macquart Geschichte im Regal.

Oder Ema (絵馬), das sind japanische Votivtafeln , die man an Schreinen oder Tempeln kaufen kann . Vorne ist ein Bild, und hinten schreibt man seinen Wunsch hin und hängt die Ema am Schrein auf.

Aber auch hier das gleiche Problem: Der Wunsch möglichst viel zu besitzen führt dazu, dass man immer Emas kauft wenn man die Möglichkeit hat. Man ärgert sich über die teuren, die häßlichen, die unnötigen die zuhause in der Sammmlung sind.

Lustigerweise geht es mir genauso beim sammeln von Radkomponenten. Ich habe zum Beispiel eine komplette Sammlung aller Campagnolo Monoplaner Bremsen in allen Variationen. Aber ehrlich gesagt sind Chorus und Athena Varianten sehr schön, während Veloce und Mirage dies eher nicht sind.

Nun gibt es wieder die Versuchung mit dem Sammeln anzufangen: dem Sammeln von Schaltwerken:

In 2 Bänden in Japan erschienen, geschrieben von Hideki Sasaki und bis vor kurzem bei Compass erhältlich.

Oder eben für Campagnolo.

Mit zunehmendem Alter erkennt man die Muster in seinem Leben. Mein Muster ist es nicht Punk Musik zu hören, Bücher zu lesen, oder Rad zu fahren – mein Muster ist es zu sammeln. Zu erkennen, dass dies so ist und so zu sammeln, dass es nicht langweilig und frustrierend wird ist die Kunst dabei. Ich habe es noch nicht geschafft.

 

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