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Minus sieben Runden auf dem 3. Bremer Altbaukriterium.

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Wer sich in den letzten Tagen von seinem Smarttrainer und dem Zwift Bildschirm lösen konnte wird festgestellt haben, dass draußen vor der Tür mittlerweile ganz famose Frühlingswetter warten. Wir stehen kurz vor dem Beginn der Rennsaison und es wird nun Zeit sich die nötige Form bei kleineren Rennen anzutrainieren.

Nur noch sieben Tage bis zum ersten Frühjahrsklassiker Omloop Het Niewsblad, fünfzehn bis zum Start von Paris-Nice, 77 bis zum Giro d’Italia und gefühlte 365 bis die verdammte Saison wieder vorbei ist und ich in Ruhe und ohne Druck fahren kann. Nachdem Hannes und ich uns über den Winter so gar nicht richtig fit gehalten hatten (wie immer), nahmen wir nun die Gelegenheit war Rennerfahrung bei einem weniger bekannten Rennen zu sammeln, dem 3. Bremer Altbaukriterium.

Das Altbaukriterium wird durchgeführt von dem Weltverband Altbaukriterium der sich erstens in komplett österreichischer Hand zu befinden scheint und zweitens einen extrem langweiligen Musikgeschmack hat. Bei der Veranstaltung erklang stundenlang ein hous’isches Rauschen im Hintergrund, dass ich geistig nach Belieben an- und ausschalten konnte. Durchgeführt wurde das ganze im Universum in Bremen. Für diejenigen die nicht aus Bremen kommen: Das ist ein Wissenschaftsmuseum in der Nähe der Universität das in seiner Form an eine fliegende Untertasse nach einem Verkehrsunfall erinnert.

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Bei rot über die Ampel geflogen und dann im Teich gelandet.

An interaktiven Ausstellungsstücken sollen Kinder spielerisch an die Wunder der Naturwissenschaften herangeführt werden was oftmals dazu führt, dass sie nach Verlassen der Ausstellung den Wunsch haben soziale Arbeit zu studieren. Bei meinen Kindern hat’s jedenfalls nicht funktioniert: die eine verzweifelt gerade im Mathe Leistungskurs, der andere hat seit Wochen nicht mehr sein Zimmer verlassen. Keine Ahnung was der macht, Physik oder Chemie wird’s aber nicht sein. Das Universum ist der zweite Versuch Bremens in dieser Richtung; an den ersten, den Spacepark Bremen erinnert heute nur noch das Shoppingcenter Waterfront. Lustig, dass das gerade das Universum das Kriterium „Altbau“ erfüllt. Der Grund aber ist ein einfacher, seit einigen Monaten findet dort die Sonderausstellung „Bike-it“ statt.

Hannes und ich wollten die ganze Sache ohnehin nicht allzu ernst angehen, deshalb überlegten wir lange vorher (also etwa zwei Tage), wie wir die entscheidenden Fragen des Radsports angehen sollten:

  1. Auf welchen Rad sollen wir teilnehmen?
  2. Was sollen wir dazu passendes anziehen?

Hannes hatte sich ein sehr schickes altes Klapprad von einer Bekannten organisiert, eines der ersten Räder überhaupt mit Systemintegration. Heute macht das ja jeder Hersteller, also so Lenker-Vorbau Einheiten mit integrierter Kabelführung oder Steckachsen die exakt nur an ein Trek Domane von 2015 in rot passen und sonst an kein anderes Rad. Aber bei diesem Klapprad von ca. 1977 war bereits der Bremshebel an den Lenker geschweißt, so das keine schwere und aerodynamische Schelle zur Klemmung verwendet werden musste. Ich war sicher, dass Hannes mit diesem Rad ein gutes Ergebnis erzielen würde.

Mein Klapprad, das Renn-Moulton hatte ich kurzerhand an Joey für das Rennen verliehen, weil ich mehr oder minder zufällig in den Kurzzeitbesitz eines ebenfalls sehr schönen Klapprades gab. Eine bezaubernde Kundin im Laden, Sabine H. hatte ihre Gazelle zur Reparatur abgegeben. Im wesentlichen ging es darum ca. 1,6 kg Panzertape von dem Rad zu entfernen mit denen behelfsmässig ein Römer Kindersitz an dem Rad fixiert war. Irgendwie hatte ich fast erwartet, dass wir unter dem Panzertape weitere Kinder finden würden, die unbeabsichtigter Weise mit eingewickelt wurden, aber dem war nicht so. Als sie das Rad abholte brachte sie das Klapprad von ihrem Mann mit und bat mich, das wieder in Schuss zubringen; neben anderen Schäden wurden auch hier Schutzbleche und Gepäckträger im wesentlichen von Panzertape am Rad gehalten.

Klar„, sagte ich, „das machen wir. Wir haben ja nun etwas Erfahrung in der Entfernung von Panzertape. Aber kann ich mir das Rad auch für ein Rennen am Samstag ausleihen?“

„Ja, wenn Sie mir mit dem Preis entgegenkommen.“

„Deal.“

Ich fühlte mich wie Donald Trump nachdem er gerade Kim Jong Un die vollständige Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel, und ein Luxusappartment im Trump Tower New York angedreht hatte. Jetzt noch schnell einen Carbonsattel und den Wahoo Elmnt vorne am Lenker montiert und ab zum Universum. Die Fahrt dorthin dauerte gefühlte zwei Tage. Auch im 6. Gang war bei einer Trittfrequenz von 130 UPM eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 30 km/h zu erreichen. Wozu der 1. Gang dienen soll ist mir schleierhaft. Vermutlich kann man damit senkrecht Wände hochfahren mit einem Elephanten auf dem Gepäckträger.

Nun zum Aussehen: Wir befinden uns ja mitten in der Karnevalssaison, dass bekommt man in Bremen ja leider nicht so mit, aber als geborener Rheinländer fühle ich mich im Februar immer ein wenig Naturbeschwipst. Und Hannes hat auch lange genug in Köln gelebt, um vom Karnevalvirus infiziert worden zu sein. Also auffällige Kostüme. Hannes hatte noch eines von Popeye und ich konnte mir einen rosaroten Panther Anzug von meinem Sohn ausleihen. Den hatte er sich für die Mottowoche zum Abitur an seiner Schule vor drei Jahren gekauft und seitdem gammelte er unter seinem Bett rum. Also der Panther, nicht mein Sohn. Obwohl, da bin ich mir jetzt nicht sicher.

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Als wir ankamen war bereits die Radelite Bremens vor und im Universum versammelt: Björn, Leo, Lukas, Joey, Michael, Schmitty, Thorben, später stießen noch Sora, Andi, Tanja, Tobias und viele weitere dazu. Die anderen Rennteilnehmer sahen ebenfalls beinhart aus. Kurz und gut, es war die übliche Material- und Muskelschlacht wie bei jedem normalen Jedermannrennen. Das hatte ich nicht erwartet, ich dachte das wäre mehr so Spaß, Abenteuer…..und all‘ diese Dinge aber schnell wurde klar, dass hier einem nichts geschenkt wird und er Sieg schon gar nicht.

Es war auch mein erstes Altbaukriterium, daher hier eine kurze Einführung: In einem Altbau (Universum!) wird vom Weltverband ein Rundkurs abgesteckt der ein wenig technisch anspruchsvoll ist.  Zufällig auf der Strecke aufgestellte kleine Pelzpylone sorgen dafür, dass es technisch noch anspruchsvoller wird. Eine Runde ist etwa 30 – 40 Sekunden lang. Man muss nun innerhalb von 2 Minuten so viele Runden wie möglich fahren, wobei man die Runde zu ende fahren darf, die man innerhalb von zwei Minuten begonnen hatte. Für jedes Absteigen mit dem Fuss, Umfahren der Pylone etc. bekommt man von den gefahrenen Runden eine abgezogen. Das ganze wird zwei Mal gefahren, einmal mit und einmal gegen den Uhrzeigersinn oder umgekehrt. Es gewinnt derjenige, der die meisten Runden hat, bzw. bei gleicher Rundenzahl die niedrigere Zeit. Steht auch alles hier.

Ich hatte mich vorher schon einmal mit Michael unterhalten, der mir erzählte das es zwei Typen von Fahrern gibt: Die schnellen, die viele Runden und eine gute Zeit machen, aber eben auch ein paar Fehler; und die langsamen, die wenig Runden fahren aber auf jeden Fall Fehler vermeiden wollen. Ich wollte auf jeden Fall und wie immer zu den schnellen gehören.

Das klang alles nach einer sehr lustigen Veranstaltung die noch lustiger werden sollte, weil uns Hannes komplette Familie anfeuern würde. Allerdings war das ganze auch für meinen Geschmack etwas sehr langatmig und streng. Die Registrierung wurde mit k.u.k. mäßiger Gründlichkeit vorgenommen und dauerte endlos. Dann gab es eine offizielle Begehung des Rennkurses und erst dann begann das Rennen kurz vor acht Uhr wobei jeder Fahrer und auch erst einmal zwei Trainingsrunden drehen dufte. Bei 30 Fahrern konnte ich mir ausrechnen, dass ich wohl gegen Mitternacht aus dem Universum kommen würde – so lange war ich noch nie in einem Museum.

Es ging los und gleich die ersten Fahrer waren richtig gut. Da wurden Rundenzeiten so um die 32 Sekunden auf technisch ausgefeilten Rädern gefahren. Endlich kam ich mit der Startnummer 8 dran und drehte meine Trainingsrunden mit eingefaltetem Schwanz. Ich glaube in der Trainingsrunde hatte ich bereits alle verfügbaren Hütchen umgeworfen und mehrfach den Boden berührt. Egal, dann bin ich eben noch schneller! Ich lud die Strecke auf meinen Wahoo runter damit ich mich nicht verfahre und fuhr voll motiviert los.

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In der ersten Runde semmelte ich gleich mal ein Hütchen um und bei der schwierigen Passage am Start/Ziel kam ich gleich mit dem Fuß auf den Boden. Also noch schneller und noch brutaler!

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Hm, keine gute Idee, da blieben noch ein paar Hütchen auf der Strecke liegen.  Aber irgendwie machte es Spaß und da es ja ohnehin nichts für mich zu gewinnen gab fuhr ich einfach schnell und egal wie weiter.

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Nach der dritten Runde stieg ich kurz ab und blickte mich um. Aber kein Problem, ich war schnell genug für eine vierte Runde, die ich dann auch noch mit einer gehörigen Anzahl von Fehlern absolvierte. Vielleicht hätte ich nicht versuchen sollen Tanja, Laura und Alba mit einem Wheelie zu beeindrucken.

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Als ich durch das Ziel fuhr blieb erstaunlicherweise der Applaus aus. Ergebnis: 4 Runden gefahren, elf Fehler macht minus sieben Runden. Das brachte mich ziemlich weit nach hinten und dort sollte ich auch für den Rest des Abends bleiben. Mit Hannes, Joey und Leo hatten wir aber noch weitere Eisen im Feiern deren Ruhm dann hoffentlich und irgendwie auch auf mich aufstrahlen würde. Zunächst fuhr Leo mit Handy in der Hosentasche sehr souverän fünf Runden. So souverän, dass er das am Ende gleich noch einmal machen durfte.

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Dann fuhr Joey ebenfalls vier Runden bevor dann endlich Hannes randurfte.

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Hannes machte das auch ziemlich gut, jedenfalls deutlich besser als ich.

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Da wurde dann auch zurecht geklatscht. Als allerletzter fuhr Lukas so kurz vor zehn, er brachte es fehlerlos auf vier Runden.

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Ich glaube Lukas war der einzige, der an dem Abend mit Helm unterwegs war. Und damit waren alle im ersten Durchgang durch. Ein Klapprad brachte an diesem Abend nicht unbedingt Vorteile. Gut waren auch die Fahrer, die mit BMX Rädern angetreten waren und vor allem solche, die Radfahren können.

Und dann hatten wir ehrlich gesagt so gar keine Lust mehr uns da Rennen bis zum Schluss anzusehen. Zuschauer waren ohnehin schon viele gegangen, es sollten wegen der späten Zeit auch nur noch die zehn besten starten und da nur noch Lukas, Leo und Joey dabei aber nicht wir und ich war auch echt müde von dieser beinharten Veranstaltung.

Also ging ich nach Hause und weiß bis heute nicht, wer gewonnen hat. Ich tippe aber mal auf Leo.

Meine 4. Runde, ich haue zum 4. Mal das gleich Hütchen um, der Frust ist dem Streckenposten deutlich anzumerken.

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Danke an Hannes, Joey und Thorben für Fotos und Videos.

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Fotostrecke City Triathlon Bremen

Triathlon startet mit dem Schwimmen. man springt dabei lässig ins Wasser….

… und versucht dabei anwesende Padelboote nach Möglichkeit nicht zu versenken.

Also nicht so.

Wenn alle Wasserenten im Wasser schön aufgereiht sind….

..geht es los hinter der gelben Mutter-Ente. wie weiland bei Konrad Lorenz.

Ästhetisch noch ansprechender als Enten im Wasser sind Männer auf Räder.

Ende ist dann wenn alles gut ist. Ist noch nicht alles gut, kann es auch noch nicht zu Ende sein.

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Ergebnisse der Mixed Staffel hier.

Alle Photos von Astrid und Bernd – Danke.

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Kein Puls? Kein Ton? Hier sind wir schon!


„Deutschland ist keine Schwimmnation mehr“ höre ich den Reporter der olympischen Spiele gerade im Fernsehn sagen. Na schön, wir sind auch keine Turn-, Schieß-, Basketball-, Volleyball-, Cricket-  und Fun-bei-der-Arbeit-haben-Nation. Seit fast siebzig Jahren marschieren wir auch nicht mehr am Wochenende zum Spaß in  Nachbarländer ein. Dafür haben wir nun Triathlons.

Heute in der Überseestadt. Wir hatten zwei HIWL Teams am Start, ein Studenten Team mit Anna, Blitzrad und Jannek, von denen nur einer Student an der HIWL ist und ein Professoren Team mit Carola, mob und Dennis, von denen keiner Professor an der HIWL ist; zwei dafür sind aber Studenten. Anna hat noch nicht einmal Abitur. Sie hat sich auf einen Aufruf von Philipp gemeldet, der sich die Mühe gemacht hatte eine zweite Schwimmerin zu organisieren. „Ist sie gut?“ frage ich Phlipp. „Schau mal diesen Artikel, sie ist letztens innerhalb von 24 Stunden 48 Kilometer geschwommen.“ Hm, normalerweise nehmen wir keine Frauen ins Team die nicht wenigstens 50km an einem Stück schwimmen können (es seid denn sie sind habilitiert), aber hier machen wir einmal eine Ausnahme. Soviel zum Thema Schwimmnation.

Im Vorfeld geht mal wieder so einiges schief. Es fängt an damit, dass ich träume, wie ich von syrischen Truppen in Aleppo entführt werde und für Assad und seine Familie auf einer Party japanische Enka (Volkslieder) vorsingen muss. Nein, dass habe ich nicht geträumt, aber mir gewünscht, damit ich nicht teilnehmen muss. Ich bin trotzdem um 9 am vereinbarten Treffpunkt aber niemand ist da und mein Hinterrad hat einen Platten (vermutlich von syrischen Guerillas). Mich macht das immer ein wenig nervös, aber deswegen haben wir uns ja auch 2 Stunden vor dem Start verabredet, so dass wir alles in der Zeit noch in den Griff kriegen. Dennis taucht auf. Philipp kommt auch, Anna kommt auch und ist sehr groß. Größer als mein fünfzehnjähriger Sohn, größer als meine Frau und wesentlich größer als meine elfjährige Tochter. Ich haue ab und flicke mein Hinterrad, das klappt auch gut. Jannek taucht irgendwann auf. Die Zeit geht rasend schnell vorbei und schon sind die Schwimmer im Wasser. Philipp und ich machen uns zu den Rädern. Wie immer (also zum zweiten Mal) sind wir nicht richtig aufgewärmt und müssen gleich losfahren.

Und da kommt auch schon Anna als erstes Mädel rein und Philipp fährt los. Vielleicht eine Minute später kommt Carola als zweites Mädel aller Starter rein und ich fahre los. Diesmal werde ich nicht beim losfahren überholt und schon bin ich mit 40 Sachen auf der Strecke.

Die Nordstraße Richtung Norden geht auch gut ab mit Rückenwind. Ich werde relativ schnell von einem Pro-Triathleten mit Aerorad und Tropfenhelm überholt, danach kann ich aber auch zwei Radler liegen lassen etwa auf Höhe des Krokodils. Ein unsportlicher Typ überholt mich, gibt dabei aber alles. Nach dem Wendepunkt geht es jetzt nun gegen den Wind und mit viel weniger Speed zurück. Ui, ist das anstrengend. Und gestern 110 km zu fahren war vielleicht aus Traningsgründen doch nicht so eine gute Idee? Jedenfalls bin ich froh, als die erste Runde zu Ende ist und die zweite fahre ich wieder etwas langsamer raus. Den unsportlichen Typ habe ich mittlerweile überholt und weit hinter mir gelassen, der hatte keine Ausdauer. Dafür sehe ich Philipp etwa 2 Minuten bevor ich wieder bei der Wendemarke bin. Philipp ist gut unterwegs, hat offensichtlich noch Kette am Rad und liegt etwa 5 Minuten vor mir, das heißt er ist schnell – eine sehr gute Leistung, ich bin froh, dass er für das starke Studi-Team fährt. 

Hier zeigt Philipp, was er bei Marcus am Silbersee gelernt hat. 

Kurz vor der Abzweigung in die Überseestadt sehe ich Tobi mir entgegenkommen, der ja auch mit seinem Team Wuuunderbar dabei ist. Einen Bericht von beeindruckender analytischen Schärfe, der die einzelnen Höhepunkte in selten klaren Worten zusammenfasst und doch in der facebook-üblichen würzigen Kürze bleibt kann man auf seiner facebook Seite finden (für die, die nicht mit ihm bei fb befreundet sind hier sein Beitrag in seiner kompletten, epischen Breite: „Zurück vom Triathlon… Saugeil!!!„.Man beachte den eher ungewöhnlichen Einsatz von Großbuchstaben.

Tobi kommt rein.

Vor mir fährt ein Typ von SG Stern, dem Team von Ralf aka Hobbit. Den überhole ich auch noch  bevor es auf das letzte brutale Stück gegen den Wind geht. Das hat er aber nicht gern und er hängt sich an mich ran. Am Ende muß ich ihn ziehen lassen und komme in die Wechselzone. In diesem Moment reisst meine Hinterradspeiche.


Die Übergabe auf Dennis dauert ewig. 

Wir gehen zum Zielbereich, wo bereits die Fans der HIWL warten: Oliver mit seiner Frau ist da, Astrid mit ihrem Mann und und und. Die kann man gar nicht alle aufzählen. Ralf ist auch irgendwo. Und da läuft auch schon Jannek ins Ziel, das Studi Team war wirklich sehr schnell unterwegs. Dennis kommt ein paar Minuten später rein, war aber auch sehr gut dabei.

Wir schauen mal so langsam auf die Ergebnisse (sind leider noch nicht online, verlinke ich später). Cool, das HIWL Studi Team ist Erster geworden. Und das HIWL Pro Team ist immerhin noch Vierter bei den Mixed Staffeln. Jeder von den Studis war in seinem Tel schneller als sein Pro-Pedant. Philipp hat mir ganze 2 Minuten auf dem Rad abgeknöpft – nicht schlecht! Carola war aber nicht wesentlich langsamer als Anna und Dennis auch nicht als Jannek. Wieder ein Pokal für unser Hochschulregal, der wird gleich zwischen Verwaltungsverordnungen, vergessenen Studienarbeiten und dem Briefwechseln mit den senatorischen Behörden 2009 bis 2010 eingereiht.


(c) Philipp

Ich hocke mich mit Astrid und unseren Erdinger Alkoholfreien wo hin und warte auf die Siegerehrung. Diese beginnt wie die am Silbersee – nein eigentlich noch schlimmer, denn zunächst werden auch noch die Sieger der Polizeimeisterschaft gekürt. Dann beginnt es wie üblich mit der Ehrung der Altersklassen und Geschlechter, mir schwant böses. Aber zum Glück wird nur der erste Platz dort prämiert und Männer und Frauen kommen gleichzeitig auf das Podest. Dann kommen endlich die Staffeln dran und Anna, Philipp und Jannek holen sich ihr Pokälchen ab. Ein großartiger Moment in der noch jungen Geschichte de Hochschule, die ersten Seiten der Ruhmesblättchen werden geschrieben und die erste Inschriften in der Ruhmeshalle der HIWL eingemeiselt. Ja, so könnte ich noch stundenlang herumschwadronieren, Tatsache ist aber das der Pokal von der Hochschule eingesackt wurde, da die Hochschule auch die Teilnahmegebühren übernommen hat – so hart können Verträge sein.

„Tja Anna, gut dass Du mit uns geschwommen bist“, sage ich gönnerhaft, „so zum ersten Mal auf dem Treppchen zu stehen ist ja doch etwas schönes, nicht?“. Sie passt halt zu uns, mal sehen ob wir noch den Berufswunsch Logistik in ihr wecken können.

Ich mache mich dann nach Hause nach diesem schönen Tag. Also der Tag ist für mich jedenfalls rum, jetzt werde ich nur noch auf der Couch schlafen und schauen wie sich andere bei Olympia einen abbrechen: Heute meine Lieblingsdisziplin, der moderne Fünfkampf. Der schöne Tag ist auch zu Ende, weil ich meine Autoschlüssel verloren habe. Macht nichts, denke ich mir, Du fährst einfach mit dem Rad nach Hause und holst die Ersatzschlüssel. Macht doch etwas, sage ich mir dann, der Haustürschlüssel ist im Auto. Macht nichts, sage ich mir wieder, ich habe ja den Flurschlüssel im Flur versteckt. Catch 21, kommt es zum Schluß, Du kommst nicht in den Flur rein, denn Du hast den Schlüssel nicht und alle anderen Parteien sind über das Wochenende weg. 

Also gehe ich zum Infopunkt und siehe da „Irmi“, so heisst es auf dem Namensschild hat meinen Autoschlüssel. Sie ist etwas skeptisch, ob ich auch wirklich er Besitzer in rückt den Schlüssel aber dann doch raus. Tausend Dank, Irmi! Ab nach Hause, jetzt erst einmal eine Currywurst mit Pommes und Mayo. Aber wo ist mein gelber Rucksack frage ich mich, als ich zuhause bin? Richtig, den hatte ich unter dem Auto deponiert. Liegt also noch auf dem Parkplatz – Mist. Auf das Rad und zurück in die Überseestadt. Rucksack ist weg. Auf zum Infostand – da steht ja mein Rucksack, so ein Glück! Leider steht da auch die skeptische Irmi, oh Gott, wird sie mir glauben, dass ich wirklich so doof bin und zweimal was bei einem Ereignis verliere? Mein Gott, ist das peinlich! Sämtliche peinliche Moment meines Lebens kommen mir in den Sinn.

Der peinlichste Moment meines Lebens

Ok, nachdem hier hinten sowie keiner mehr am lesen ist, ich aber den peinlichsten Moment meines Lebens schon lange einmal niederschreiben wollte ist hier vielleicht eine ganz gute Gelegenheit. Es gibt natürlich noch viel schlimmere, aber dieser ist lange genug vorbei und alle beteiligten Personen sind längst verschollen oder tot. Ich war so 9 oder 10 Jahre alt und der Vater eines Freundes arbeitete als Sänger im Chor am Stadttheater in Mönchengladbach. Durch seine Verbindungen war es uns beiden möglich als Kinderstatisten mitzuspielen und so konnten wir zwei oder drei Mal die Woche abends im Theater spielen und uns etwas Geld verdienen. Es war ein sehr cooler Job und wir hatten jede Menge Spaß. Eines Tages gab es die Premiere des Stück „Das Leben des Gallileo“ von B. Brecht. Ich spielte einen blöden Kinderprinzen und mein einziger Satz war „Ist etwas mit meiner Welt nicht in Ordnung?“ während mein Freund Christoph lange Dialoge mit Galilleo über Sinn und Komposition des Universums führen durfte. Egal, ich war nicht neidisch. Bei Schauspieler ist es bei der Premiere üblich, dass sie sich umarmen, angedeutet über die linke und rechte Schulter spucken und dann „Toi, toi, toi“ wünschen. Also, die Hauptdarstellerin kam auf mich zu umarmte mich und wir spuckten uns angedeutet über die Schultern. Das heißt SIE spuckte mir angedeutet über die Schulter, ICH machte einen leichten taktischen Fehler und rotze ihr voll auf das Kleid hinten. Das merkte sie aber nicht und  ich war auch zu schüchtern etwas zu sagen. Jedenfalls lief ihr dann während des Auftrittes im ersten Akt die Rotze am Kleid runter und das vor allen Leuten. Auch vor mir, denn als blöder Kinderprinz sass ich in meinem Thron und musste das grausame Schauspiel auch noch die ganze Zeit mit ansehen.

Ja, das war der peinlichste Augenblick in meinem Leben, bis ich heute zu Irmi musste. Die dachte doch bestimmt dass ich systematisch Fundsachen abräumen würde! Aber Irmi erkannte mich wieder, sah ei, dass ich ein Idiot bin und rückte den Rucksack heraus. Doppelter Dank, Irmi!

Na ja, Dinge zu verlieren ist schon schlimm, zum Glück st meine Frau aber gerade nicht zu Hause, so dass die zweite Komponente von „richtig schlimm“ fehlt: Auch noch Stress dafür zu bekommen. Ein wesentlicher Teil des Stresses ist auch dadurch bedingt, dass man wider besseren Wissens auch noch argumentieren muss, das Schlüssel verlieren ganz normal ist, jedem und ständig passiert und in der Hauptsache der Schlüssel selber Schuld ist, man aber keineswegs selber irgendetwas damit zu tun hat.

Damit ging es dann zum Scharfrichter zu Currywurst und Pommes und dann endlich auf die Couch. Ich loggte mich noch bei facebook ein, schrieb: „zurück vom triathlon… saugeil!!!“ und schlief ein.

Mehr Fotos morgen.

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Out with SWB

I had been a while since I have ridden with Bremen’s SWB club.

I started to ride with them last year. Nice guys in principle but not very talkative. Typical North Germans not that fun loving bunch from the lower rhineland to which I belong. But they are fast and always riding in a group with two riders in front and the rest drafting in two lines behind.

Because of the wind direction we rode to Borgfeld and continued to Timmersloh and Wilstedt. Wilstedt has a nice yellow tower in the center that can be seen from far away. First sprint. Then we continued to Vorwerk and took a nice Forest road to Dipshorn and Bucholz before we rode back through Quelkorn and Fischerhude. I didn’t know most of the roads and it is good to know people who can introduce me to roads off the beaten tracks.

I will never figure out all the abbreviations and small roads between Fischerhude and Borgfeld. Today I learned about another one.

These rides are serious. Only two hours long, but without any breaks or any loss in speed, 32 km/hr average. Riding into Vorwerk I was ready to give up, when I had to stay in the draft at 40 km/hr for an extended period of time running at 175 HRM. Only the thought that I need to find my way home alone prevented me from throwing the towel.

At least I had enough power to make the second place at the last hill climb sprint. This is a treacherous slope, leading over the federal highway and adding at least 8 elevation meters. Yes, in Bremen one has to be satisfied with that. Two hours of good training that will keep me fit for the 216 km scheduled for Saturday and the Velothon race in Berlin. I also feel now much more confident to ride in a peloton.

By the way David (L), my uncle told me that we can sleep at his house in Munich the day before the Transalp, no problem. So you stay one night at the hotel and the next with me at my uncles house before we meet Juliane and David and travel to Sonthofen.

It’s getting closer.

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