Monatsarchiv: August 2017

Aurora.

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City Triathlon Bremen. Familienstaffel: 2. Platz.

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Team Schädlich Unchained: Peggy-Marie; Michael Max-Taro und Ronni Francois (v.l.n.r.)

„It’s cold as hell out these mornings, and you know what the man said, the coldest winter I ever spent was the summer I spent in San Francisco.“

Dieses Zitat wird gewöhnlich Mark Twain zugeschrieben und kommt so in dem Film 48 hours von 1982 mit Eddie Murphy und Nick Nolte vor. Mein kältester Winter, abgesehen von dem Winter 1994/95 in einem ungeheizten Gästehaus bei dem auch noch für eine Woche der Strom ausgefallen war auf dem Land, gottvergessen irgendwo in China (genau hier) , ist definitiv der Sommer 2017 in Bremen. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals in den letzten sieben Jahren beim City Triathlon so gefroren hätte, wie heute.

Zunächst war es ja wenigstens noch trocken, als ich um halb zehn in der Überseestadt ankam und begann unser Team zu organisieren. Nachdem wir in den letzten sechs Jahren immer den ersten (vier Mal) oder zumindest den zweiten Platz in der Mixed Staffel mit einem Team der Hochschule gewonnen hatten, waren unsere Ambitionen dieses Jahr deutlich niedriger. Mit dem Hochschulteam war das auch so eine Sache: Als Schwimmerin hatten wir fast immer eine Söldnerin rekrutiert, Philipp, erfolgreicher Studienabbrecher an einer anderen Hochschule (aka Blitzrad, Lulle, Lühmann) übernahm den Radteil und lediglich Janek war wirklich Student, bis er dann graduierte und trotzdem weiter lief.

Die Organisation taten uns dann aber einen Gefallen und eröffneten einen neuen Staffelwettbewerb dieses Jahr und zwar die sogenannte Familienstaffel. Ich bin nicht ganz sicher wie in diesem Zusammenhang „Familie“ interpretiert werden muss, denn in der offiziellen Ausschreibung gab es keine Regelung dazu, aber unserer Meinung nach musste jedes Mitglied der Staffel eine Familie haben und das war definitiv der Fall. Falls wir gefragt würden einigten wir uns zunächst auf die offizielle Sprachregelung, dass ich der erste Mann von Peggy-Marie (Namen wurden leicht geändert um Unschuldige zu schützen) sei und Ronni der zweite.

Peggy-Maria, die das Schwimmen übernahm war mächtig nervös. Ich wollte ihr einen Neoprenanzug organisieren, den mir dann Schnippo netterweise lieh. Zunächst war ich überrascht, dass der Anzug nicht tätowiert war, im Gegensatz zu Schnippo und dann kannte mein Erstaunen keine Grenzen mehr als ich feststellte, dass Peggy so viel mehr Volumen aufweist wie Schnippo. Sie passte zwar in den Anzug, aber das Ding war so gespannt, das jede Bewegung unmöglich wurde. Wäre sie damit in die Weser gesprungen, sie wäre schnurstracks auf den Grund gesunken und hätte dort ausharren müssen, bis sie wieder jemand an die Oberfläche zieht. Zum Glück fand sich dann noch ein Ärmelloser Neoprenanzug für sie.

Ronni-Francois war, wie es typisch für einen Franzosen ist, natürlich wieder die Ruhe selbst. Seit Juli bin ich ja sozusagen unter Vertrag im Werksteam von Wiegetritt; weshalb ich nun erstens umsonst Teamkleidung bekommen habe, und zweitens erstaunlich oft gegrüsst, oder aber ignoriert werde. Ich mag die alten Trikots von Wiegetritt im blau-roten Design sehr gerne, weil man die wirklich auf einen Kilometer Entfernung erkennen kann. Das gibt anderen Menschen genügend Vorwarnzeit mich entweder zu grüßen oder aber zu ignorieren.

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Werksfahrer Wiegtritt (c) Andi Arbeit

Selbstverständlich war heute wieder die gesamte Elite des Rad- und Triathlonsports in Bremen entweder am Start oder wenigstens anwesend. Silvia, Silke und Ina waren wieder als Frauenstaffel dabei, Thomas, Björn und Andres starteten in der Männerstaffel, Tobi und Matthias waren mit ihren Firma unterwegs und daneben sah ich auch noch Jessica, Harald, Marc, Maren, Tim, Schnippo, Bernd, Hans-Peter, Andi, Fr. Holzberger, Elena und dieses kleine Mädchen, dessen Name mir jetzt partout nicht einfallen will. Nicht dabei war diese Frau von Urania Delmenhorst, die letztens bei der Ankunft in der Wechselzone beim Silberseetriathlon erschöpft zusammenbrach und so etwas wie spontane Wehen oder einen sehr überraschenden Orgasmus entwickelte. Während ich so überrascht war, dass ich das fotographieren vergaß, stellte ich heute fest, dass es ja doch ein Foto von ihr in den Untiefen des Netzes gibt:

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Die Wechselzone des Staffeltriathlons war heute mal wieder entlang der Kaimauer rechts des Hafenbeckens angeordnet. So ist der Weg für den Schwimmer vom Ausstieg aus dem Wasser zum Wechselplatz relativ kurz, der Radfahrer muss aber sehr lange entlang der Promenade laufen, bevor er sich endlich auf sein Rad schwingen und losfahren darf. Mit normalen Rennradschuhen geht das gar nicht gut; so das ich bereits am MTB Schuhe umgerüstet hatte mit denen man besser rennen kann. 2015 war das noch extremer, da war ich nach dem Laufen bereits so fertig, dass ich gar nicht mehr Radfahren wollte.

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In der Wechselzone mit Thomas.

Dann ging es auch schon los. Peggy-Maria war bereits im Wasser und Ronni Francois und ich warteten auf sie in der Wechselzone. Der erste Schwimmer kam bereits nach weniger als acht Minuten aus dem Wasser und so langsam füllte sich die Wechselzone. Es gab das übliche Chaos und Geschreie denn der eine oder andere steht ja da immer irgendwie im Weg um. Wir hatten uns ganz am Ende der Zone platziert, etwa drei Meter von dem eigentlich Radplatz entfernt. Peggy kam an, schaute auf den Platz und sah uns nicht, obwohl wie wie blöd „Peggy – hier!“ schrien. Der Ausdruck auf ihrem Gesicht, diese Mischung aus Erschöpfung und Verzweiflung war schon etwas ganz besonderes. Ich denke in diesem Moment war sie kurz davor sich irgendein Rad zu schnappen und alleine weiter zu fahren, wenn sie bereits alle Männer im Stich gelassen hatten.

Dann ging es für mich los und mittlerweile hatte es erst angefangen zu nieseln und dann zu regnen. Ich lief mit dem Rad die Kaimauer überholte den ersten Fahrer, der mit Rennradschuhen vor mir los gelaufen war. Dabei schaute ich auf meinen Tacho: 16 km/hr – hm, das würde dann auf Strava den Schnitt ordentlich drücken. Der Sprung auf das Rad klappte auch gut und noch vor der Einbiegung auf die Nordstrasse überholte ich die nächsten beiden Fahrer und legte los gegen den Wind und gegen den Regen. Es war ziemlich anstrengend so etwa 36 km/h zu fahren und das über 3,5 km bis zum Wendepunkt zu halten. Auf der Gegengerade kamen wir bereits die Spitzenfahrer entgegen, die den Wendepunkt umrundet hatten. Etwa einen Kilometer vor dem Wendepunkt sah ich Silke auf der Gegengerade, die also etwa 2 km Vorsprung hatte, das würde ich also schwerlich aufholen können. Auch Thomas und Tobi waren vor mir.

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Silke beisst. (c) Andi Arbeit

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Tobi beisst nicht. Bei dem sieht das irgendwie immer nach Spaß aus. So sad.

In die andere Richtung lief es mit etwas Rückenwind dann deutlich schneller mit 40 km/h. Trotz des Regens und der nassen Fahrbahn war ich deutlich zuversichtlicher in den Kurven als viele andere, da kommt einem die Erfahrung aus den Bergen und den OBKMs dieser Welt zugute. In der zweiten Runde wurde ich dann deutlich langsamer auf der Nordstrasse und teilweise ging die Geschwindigkeit trotz Griff in den Unterlenker und Blick auf den Boden auf 33 km/h zurück. Tobi und Thomas sah ich immer noch auf der Gegengerade, d.h. ich hatte nicht so viel Zeit auf die beiden verloren. Und Silke hatte ich auch einen Kilometer abgenommen und dabei noch sechs andere Fahrer überholt. Ich wurde einmal von einem sehr pro-ausgerüsteteten Fahrer stehengelassen, aber  war es dann auch. Beim zweiten Mal am Wendepunkt kam der vor mir fahrende zum Sturz. Nasse Fahrbahn und vorne zu stark bremsen ist immer ganz schlecht. Ich fragte ob alles OK wäre, und als es das war fuhr ich weiter. Vor mir überholte ich noch einen weiteren Fahrer aber dann war die Lücke bis zu den nächsten so groß, dass ich nur noch versuchte möglichst viel Power zu geben, um eine gute Zeit zu erreichen.

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Full Power. Am Rahmen kann man noch prima die Gülle von der letzten Tour mit Hannes sehen. (c) Andi Arbeit

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Thomas liegt auf der AGA Skala (Angestrengter Gesichtsausdrucks Skala) so etwa zwischen Tobi und mir in der Mitte (c) Andi Arbeit

Mein Gefühl sagte mir, dass ich ganz gut gefahren war, aber auch nicht gerad überragend schnell, wozu das Wetter auch etwas beigetragen hatte. Ich ging in die Streckenteilung, bog nach rechts ob, dann wieder nach links um auf der Rampe runter in die Wechselzone zu fahren und da passierte es.

Ich machte etwas was man neuerdings in Bremen als einen „Leichten Balitzky“ bezeichnet. Das heißt ich fuhr über eine Haufen willkürlich angeordneter, gelber Speedbumper die ich nicht gesehen hatte und bei dieser Gelegenheit riss es mir den Lenker aus der Hand. Das Rad neigte sich nach links, ich knallte mit dem Oberschenkel auf den Boden und schilderte ein paar Meter vorwärts, zum Glück Richtung Ziel.

In diesem Momenten ist na ja so mit selbstproduzierten Drogen vollgepumpt, dass man nur noch denkt: „Hoffentlich läuft das Rad noch“ und dann drauf springt und weiter fährt. Ich hatte vielleicht so 30 Sekunden Zeit verloren, aber immerhin konnte ich noch treten,das Rad rollte noch und ich kam endlich in der Wechselzone.

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Zum Glück war dem Rad nichts passiert.

Ronni lief los und ich betrachtete erst einmal meine Verletzungen: Knie, Ellbogen und Oberschenkel waren lädiert, der Schnitt im Knie war relativ tief, so dass ich mich entschied erst einmal zum Verbandsplatz zu gehen.

Die Leute dort waren sehr nett, aber der Verband den sie da angelegt hatten …. überall tropfte das Blut raus und lief am Bein runter, ich sah aus wie eine Mischung aus Boris Karloff und einer Mumie – also etwa wie Boris Becker.

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Nach dem Rennen.

Ich war komplett nass, fror und blutete. In Momenten wie diesen bin ich ganz froh, dass meine Familie da war und sich ein wenig um mich kümmerte. Also zog ich mich schnell um und ging dann zum Ziel um Ronni einlaufen zu sehen. Das tat er dann auch recht zackig, insgesamt waren wir etwa 1:14 h unterwegs gewesen und das sollte zum zweiten Platz in der Familienstaffel reichen.

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Team Schädlich unchained: Jetzt neu mit Profi-Verband

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Siegerehrung Familienstaffel

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Silke, Silvia und Ina auf dem 3. Platz in der Frauenstaffel (c) Andi Arbeit

Ein gutes Team und ein gutes Ergebnis – Danke an Peggy-Maria und Ronni Francois, das ihr mitgemacht habt.

Ergebnisse

Strava

Bis zum Sommer 2017.

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Aufräumen.

Unglaublich, wie viel Papier, Müll und Mist sich innerhalb von wenigen Wochen im Laden ansammelt, gelagert werden und abtransportiert werden muss.

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Heute auf Tour im Überseehafen bei Paletten Kalle.

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Noch mehr Räder schauen. Diesmal bei Härtje.

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Wolken, wie von Jan Vermeer über Delft gemalt, hingen auch über Bremen während ich etwas weniger poetisch auf dem Rad vor einem großen Einkaufszentren sitzend, meine Optionen auf ein Mittagessen einschätzte.

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Morgen sollte es zu Härtje gehen.

Härtje, kennste nicht? Das ist ein Großhändler für Räder und vor allem Komponenten, bei dem so ziemlich jeder Radladen in Nord- und Ostdeutschland einkauft. Der Hauptsitz des Unternehmens ist in Hoya, also gerade einmal 50 km von Bremen entfernt. Neben den „nicht-so-sexy-Rad-Eigenmarken“ wie Conway, Victoria, Excelsior und Contoura ist Härtje als Großhändler von Shimano, Campagnolo, Fulcrm, Fizik, 3T, KMC, Kool Stop, Fulcrum, Camel Bak, Tacx  und und und …. Komponenten extrem wichtig und erfolgreich. Mit denen darf man es sich also nicht verderben.

Also, was gab es neues bei Hartje zu sehen? Bei den Rädern gab es ein hübsches TERN Klapprad in rot, auf das ich schon einmal meine Augen für einen Freund geworfen hatte.

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Nicht, das ich so etwas brauchen würde, denn ich habe ja ein Moulton Klapprad. Das ich allerdings nicht klappen kann, sondern nur teilen. Also sollte ich vielleicht doch einmal.

Farblich hatte Excelsior ein schönes Retrorad in einem strahlenden Blau zu bieten.

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Das Problem bei diesen Rädern, wir hatten ja auch schon etwas ähnliches bei Diamant bewundert ist, dass die Komponenten teilweise etwas lieblos, ja geradezu überraschend ausgesucht wurden und kein stimmiges Gesamtbild abgeben. und preislich sind die Dinger auch nicht unbedingt günstiger, als wenn man sich einen alten Rahmen und Laufräder kauft und alles selber dran macht.

Bei Hartje sah ich auch zum ersten Mal die Shimano Metrea Gruppe an einem Countoura Rad montiert. Das Konzept ist etwas ungewöhnlich, weil die Schaltgriffe nur an Bullhorn Lenker passen. Etwas, was man bei der beabsichtigten Zielgruppe von Treking- und Cityfahrern wohl eher selten sieht. Passt eher an einen Lowrider mit 28er Hinter- und 26er Vorderrad. Die Kurbel ist aber das hübscheste was Shimano in den letzten zehn Jahren auf den Markt gebracht hat.

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Von Fizik gab es ein Paar nette Rennradschuhe für den Winter mit integriertem Überschuh. Angeblich wasserdicht. Ich fand das Konzept gut, weil man mit den Dinger ja auch laufen kann, ohne die Überschuhe zu zerstören. Wenn man die teilweise über die Sohle spannt gehen die an sich immer schnell kaputt.

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Absolutes Highlight der Hartje Show war der Beitrag der Hartje Eigenmarke Con-tec zum Thema „Sind Scheibenbremsen sicher für Rennradfahrer?“

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Ich denke, mit diesem Design ist nun auch der letzte Konsument überzeugt worden, sich die Dinger gedankenlos an seinem Rennrad zu montieren und beim Sprintwettkampf in der montäglichen Vereinsrunde den Ben Hur zu machen.

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2018er Räder schauen. Diesmal: Focus. Cervelo. Kalkhoff.

Nach Cannondale und Trek vor ein paar Wochen ging es am Mittwoch zu Derby Cycle nach Cloppenburg, um die Räder für die neue Saison zu sichten.

Für die die es nicht wissen: Derby Cycle gehört zur holländischen PON Gruppe, die sich gerade mit der Accel Gruppe und Giant um die Fahhradweltherrschaft streitet. Derby Cycles wiederum ist aus Kalkhoff entstanden und hat somit etwas wie eine norddeutsche Tradition. Außer Kalkhoff werden Räder der Marken Focus, Raleigh, Univega, Rixe von Derby Cycle gebaut und vertrieben. Durch die Verbindung zu PON konnten wir uns auch Räder von Cervelo ansehen.

Man kommt nach Cloppenburg über die Autobahn rein und landet in einem Industriegebiet. Über der Derby Cycle Fabrik strahlt der orange Mond von Pfanni. Das ist kein Witz:

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That’s not pfanni, that’s Derby Cycle.

Das Austellungsgelände ist riesig, so dass drei Eingänge nebeneinander vonnöten sind, einer ist der Marke Kalkhoff, einer der Marke Focus und einer der Marke Cervelo gewidmet. Natürlich bin ich aus Prinzip nur durch den Cervelo Eingang gegangen und deshalb würde ich auch gerne mit den Cervelo Rädern anfangen.

Cervelo

Cervelo liegt mir am Herzen, dann ich hatte mir vor langer Zeit ein Soloist (später S1) aus Alu gekauft und bin damit viel und gerne gefahren. Erst später, als ich dann mein erstes Carbonrad gefahren bin, habe ich bemerkt wie bretthart das Soloist war. An Cervelo gefiel mit das massive Unterrohr, die Aerostütze aus Carbon, die damals auch nicht jedes Rad hatte, die Tatsache das es relativ exklusiv war und die YouTube Serie „Beyond the Peloton“ die von dem damaligen Cervelo TestTeam um Carlos Sastre handelte.

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Das Cervelo in der Werkstatt bei seinem letzten Ausflug in Japan mit Ludwig (2.v.l.) 2010.

Die beiden Gründer von Cervelo, Gerard Vroomen und Phil White haben die Marke 2011 an Pon verkauft; Vroomen ist nun Mitbesitzer der italienischen Marke 3T, die nun neben Komponenten auch begonnen hat Rahmen zu verkaufen, daneben gehört ihm auch OPEN.

Von Cervelo gab es zunächst die S (Aero) und die R (Leicht) Serie, heute gibt es dazu noch C (Endurance), P (Triathlon) und T (Track), bei letzterer gibt es sogar einen buchstäblichen Zusammenhang. Leider durfte man von den Cervelo Rädern so gar keine Photos machen. Ausnahme, die neuen Zeiträder, wie z.B. das P5X.

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Ja, mit Scheibenbremse. Und mehr Gepäckfächern, als ein Deuter Alpin Rucksack. Es ist klar, dass Menschen die mit klassischen Rennrädern aufgewachsen sind, solchen Rädern erst einmal skeptisch gegenüber stehen, aber immerhin gibt es hier bei Cervelo jede Menge Entwicklung. Ob die Richtung richtig ist wird sich zeigen. Ich frage mich eher, ob sich denn der ganze Aufwand lohnt, denn dieses Radsegment ist winzig. Andererseits hatte Cervelo beim Ironman 2016 einen Marktanteil von 26% und war damit die Nummer Eins.

Zur Abrundung hier noch ein P5. Kostet etwa €8.000 im Laden, das P5X ist etwa doppelt so teuer.

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Was in die Entwicklung der P Serie an Geld gesteckt wird fehlt leider bei den klassischen S, R und P Rädern. Das Photo oben ist so wichtig, nicht weil es das P5 von hinten zeigt, sondern weil wir im Hintergrund ein Rad der S Serie sehen können. Bei der S Serie ist nichts passiert in den letzten Jahren, außer dass die klare, kantige Sprache des Rahmens im Laufe der Zeit geschmolzen wurde wie ein Stück Käse auf der Ananas eines Toasts Hawaii. Damit ist sehr viel Individualität verloren gegangen. Und diese neuen, gekrümmten Kettenstreben sehen auch nicht wirklich gut aus an einem Rennrad. Das gleiche gilt auch für die Räder der R Serie. Das waren einmal für ihr Zeit richtig scharfe Rahmen mit kantigen, viereckigem Rohr und exzessiv dünnen Kettenstreben. David hatte eins. Jetzt ist das alles in Richtung Einheit runtergeschmolzen.

Das ist nun einmal was passiert, wenn eine innovative, kleine Firma, die vom Schwung zweier Gründer getragen wird, von einem Konzern aufgekauft wird. Man sollte aber nicht traurig darüber sein, denn es entstehen ja immer noch jede Menge anderer Unternehmen neu am Markt. Das was mal gut war und schlecht geworden ist wird auch wieder verschwinden, bei Cervelo bin ich mir da ziemlich sicher.

Focus

Focus ist ja so gar nicht meine Marke. Die kannte ich bis vor einigen Jahren nur aus dem Radverleih auf Mallorca, wo ich sie nach Möglichkeit gemieden habe (ebenso wie Centurion, Cube und Haibike).  Vorurteile sind ja nun einmal dazu da revidiert zu werden und dies bei der Gelegenheit allen Menschen zu erzählen, damit man dann mit Toleranz und Flexibilität punkten kann.

Zunächst einmal strahlte am Eingang ein aufgebautes Project Y Rad. Was aussieht wie ein schlecht proportioniertes Rennrad ist in Wahrheit ein schlecht proportioniertes e-Rennrad. Das wiegt etwa 12 kg, hat Akku und Motor im Rahmen versteckt und unterstützt bis max. 25 km/h wie vom Gesetzt vorgeschrieben.

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Ich bin im Anschluss an den Besuch der Ausstellung einige e-bikes Probe gefahren; das war abgesehen von dem jap. Shopping e-bike meiner Frau meine erste Erfahrung mit hochwertigen Geräten. Ich denke, für den normalen Benutzer, der unterhalb 25 km/h bleibt ist das eine prima Sache. Aber sobald man schneller unterwegs ist, ist die plötzliche und ja nach System brutale Abschaltung der Unterstützung recht fies. Sind die Motoren zudem mit weniger Torque ausgestattet ist das noch einmal unangenehmer. Von daher finde ich die Kombination eines Rennrads mit der Beschränkung auf 25 km/h eher unglücklich. Mit einer Begrenzung von 40 km/h würde das alles schon Sinn machen.

Oder man benutzt dieses Rad einfach nicht als Rennrad, sondern fährt damit und viel Gepäck um die Welt, dann macht das auch wieder Sinn.

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Ähnlich wie das P5X ist das alles aber eher ein Showprojekt von Focus, um zu zeigen was möglich sein könnte, nicht um es unbedingt zu verkaufen. Das sind also die Maybachs und Phaetons dieses Welt.

Bei Focus schauten wir uns zunächst einmal die Crosser an, denn was Trek diese Saison an den Start schickt ist nicht überzeugend – übrigens im Gegensatz zu Cannondale.

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Das hier oben ist das Top Mares CX Modell von Focus. Technisch ist das sowieso gut, aber das sieht auch nicht richtig interessant farblich gestaltet aus. Man muss es allerdings auch mögen, diesen Comic-artigen Look.

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Diese farbigen Bänder sind die neue Corporate Identity von Focus, das sieht man jetzt immer mehr an den Top Modellen, wie hier an einem Izalo Max.

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Diese Idee ist definitiv geklaut und ich überlege schon seit Tagen woher ich das kenne. Kenzo? Mayersche? Nah dran, aber das ist es noch nicht ganz. Prinzipiell finde ich aber, dass Focus an seinen Rädern eine sehr vernünftige, klassische Farbgebung vornimmt, wie man an den nächsten drei Photos gut sehen kann.

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Interessanterweise passierte nun folgendes: Bei Cannondale und Trek hatte ich einen Hafen Räder mit integrierten Komponenten gesehen, wie z.B. Lenker/Vorbau Einheiten, verkleidete Bremsen etc. und mich darüber ausgelassen wir schwierig das für mich ist sowas vom Design her gut zu finden.

Also ich nun zu Focus kam und mir deren Rennräder ansah stellte ich sofort fest, dass die das alle nicht haben. Da sind dann gute Standardkomponenten von Easton, 3T etc. verbaut. Und als ich das sah, dachte ich mir: „Boh, wie altmodisch, warum ist denn hier nichts integriert?“. So schnell kann das also mit dem eigenen Geschmack gehen. Irgendwann finde ich auch noch eine neuere Shimano Kurbel sexy.

Also, die Rennräder von Focus haben mich nicht umgehauen, aber hübsch anzusehen waren sie durchaus. Und technisch gut dürften Sie auch sein.

Dann ging es noch ein wenig probefahren auf dem Gelände, einem Road, und einem Off-Road Kurs. Auf dem Roadkurs habe ich mich in erster Linie mit e-bikes von Kalkhoff ausgetobt. Es gibt da ein neues, sportliches namens Berleen oder Durban Berleen, das mich allerdings so gar nicht überzeugt hat. Die normalen E-bikes sind für normale Kunden OK, wobei ich wiederum die Kalkhoff eigenen Impulse Motoren besser als die Bosch Systeme fand (wobei die Impulse wiederum einen schlechten Ruf in der Zuverlässigkeit haben). Aber das reicht alles völlig.

Richtig Spaß hat dann das Fahren eines e-MTB, in diesem Fall êines Jam 2 auf dem Off-Road Kurs gemacht. Zunächst hatte ich nur wenig Unterstützung vom Motor, aber dann habe ich mich Stufe um Stufe hochgearbeitet und am Ende wäre ich fast aus der Kurve geflogen, hätte Lisa mich nicht vorgewarnt. So um Gelände mit richtig dicken REifen zu fahren macht doch mehr Spaß als gedacht – ich denke ich brauche aber noch viel mehr Armmuskulatur um das auch bewältigen zu können, denn nach vier, fünf Runden mit diesen Lenkern wie Fahnenmasten, taten mir die Arme echt weh.

Prima, das es hier Potential für die Zukunft gibt.

Dann hieß es Abschied sagen zum orangen Mond von Pfanni und wieder nach Hause fahren. Es stehen noch drei, vier Herstelleraustellungen dieses Jahr an und natürlich Ende des Monats auch die Eurobike in Friederichshafen von der ich berichten werde.

 

 

 

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Silbersee Triathlon. Mixed Staffel. 2. Platz.

„Es war um die Mittagszeit eines sehr heißen Junitags, als der »Dogfish«, einer der größten Passagier- und Güterdampfer des Arkansas, mit seinen mächtigen Schaufelrädern die Fluten des Stromes peitschte. Er hatte am frühen Morgen Little Rock verlassen und sollte nun bald Lewisburg erreichen, um dort anzulegen, falls neue Passagiere oder Güter aufzunehmen seien.“

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Das sind die ersten Zeilen des Romans „Der Schatz im Silbersee“ von Karl May, den ich nie ganz gelesen habe. Ich besaß aber eine gleichnamige LP auf dem legendären Europa Label, die ich mir gerne mit meinem Freund Christoph anhörte, bevor wir draußen im Garten die wichtigsten Passagen mit unseren Schwestern nachspielten. Der Roman wurde 1891 geschrieben, die Kindheit ist lange vorbei und so klingelte an einem Sonntag Morgen 2017 um kurz vor sieben der Wecker und ich fuhr, ohnehin zu spät zum Silbersee in Stuhr wo ich mich, ohne lange nachzudenken angemeldet hatte, als Ina mich fragte ob ich denn wollte.

Nachdenken ist nicht schlecht. Denn erstens hatte ich die frühe Startzeit nicht mitbekommen und zweitens war mir auch nicht klar, dass von mir ein 40 km langes Zeitfahren verlangt wurde. Bislang war ich immer 20 km gefahren. Andererseits war das alles auch OK, weil in unserer Klasse ohnehin nur sechs Teams angemeldet waren und irgendwie geht es ja immer. Und ich hatte ja auch prima vorher mit Hannes trainiert.

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Ja, von Bremen sind wir bis nach Berlin gefahren.

Ich kam viel zu spät am Silbersee an, den ich zunächst nicht erkannte, weil er keineswegs silber ist, sondern diese organische Färbung hat mit der man nicht gerne in Berührung kommt. Ich schummelte mich irgendwie mit meinem rheinischen Charme in die Wechselzone und wartete auf Ina, die alles organisiert hatte und schwimmen wollte und Axel, der unsere Staffel als Läufer komplementierte.

Wie bist Du in die Wechselzone gekommen? Das geht doch gar nicht ohne Papiere?“ Mit dieser Frage wurde ich als erstes von meinem Team konfrontiert. Das ging an sich ganz einfach, ich ließ meinen rheinischen Charme spielen und mogelte mich durch. Dabei half mir meine Auslandserfahrung, denn in Japan geht an sich alles, wenn man sich nur doof genug stellt und Ausländer ist. In Deutschland, so finde ich, sehen wir diese Dinge zu eng, vieles ist so einfach möglich, man muss es nur einfach machen und darf nicht so lange darüber nachdenken.

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In der Wechselzone

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Das Cyclyng Team: Axel, Ina und ich.

Wir starten in der Mixed Staffel, insgesamt waren dort sechs Team gemeldet, so dass unsere Chancen auf’s Treppchen zu kommen rein mathematisch 50:50, oder wie Reiner Calmund einmal sagte, 60:60 standen. Also schauten wir uns zunächst einmal an, welche Räder unsere Konkurrenz fuhr und ob wir irgendwelche von denen identifizieren konnten. Interessanterweise fuhren bei zwei Teams die Frauen Rad, während die Männer schwammen und liefen; eine von den Frauen sah auch ganz fit aus und stellte eine echte Gefahr dar. Das war die blonde hier unten im Photo.

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Meine direkte Konkurrentin vom Team aus OHZ. Sollte sich als die stärkste im Feld herausstellen.

Dann gab es noch eine weitere fitte Frau aus Clausthal-Zellerfeld und ein paar schicke Räder mit Zeitfahraufsatz, aber in meinem rheinischen Übermut statuierte ich erst einmal „Die hau ich alle weg.“

Ina startete als Schwimmerin und kam dann auch gleich als zweite überhaupt von allen Staffelschwimmerin in die Wechselzone. Ich schnappte mir den Transponder, hetzte über die Wiese zum Rad und machte mich auf den Weg raus in die Geest. Bereits auf dem kleinen Weg raus überholte ich die ersten Einzelstarter, vor allem deswegen, weil ich mit meinen Shimano SPD MTB Cleats viel schneller laufen und einclicken kann, als Fahrer mit normalen Rennradpedalsystemen. Aber jetzt ging es erst einmal voll gegen den Wind und ich machte mir Sorgen, dass ich die angestrebten 1:10 hr für die 40 km schaffen würde, denn ich kroch teilweise mit 32 km/h durch die Landschaft. Das war irre anstrengend und ich hatte noch mehr als 30 km vor mir.

Zumal so ein Triathlon ja total unentspannt ist, sowohl von den Teilnehmern her, als auch von den Kampfrichtern die überall herumlaufen und Disziplinarische Maßnahmen verteilen.

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Alles Verbrecher in Verdacht des Windschattenfahrens

Ich schaute also sehr, dass wenn ich andere überholte, dass ich schön Abstand hielt und auch erst lange nach dem überholen wieder rechts einscherte, was mir dann wiederum einen Anschiss von den Kampfrichtern einbrachte, ich solle doch nicht so lange links fahren. Puh, die meinten es ja wirklich ernst hier.

Zwischen Ristedt und Gessel gab es einen langgezogenen Anstieg und ich verlor noch einmal Fahrt. Einerseits. Andererseits war das auch ein Problem für viele Triathleten die eher brettflache Strecken gewöhnt sind und noch deutlich langsamer waren als ich. Ehrlich gesagt finde ich ja, dass viele von denen keine besonders gute Technik auf dem Rad haben. Letztens in Österreich wurden mir ja meine Grenzen aufgezeigt, als ich auf einem 8.000€ Cannondale Super Six Hi Mod Evo Rad hinter einem MTB Fahrer auf einem Rennrad fuhr – der nahme locker driftend eine Kurve mit Schotter, während ich mich ebenso locker in die Büsche verabschiedete. Aber hier war im Vergleich richtig gut, ich fuhr die Anstiege hoch so schnell wie es ging, bei den Abfahrten konnte ich richtig Speed machen und in den Kurven konnte ich mit einer guten Linie und schnellem Beschleunigen in der Kurve immer richtig Zeit aufholen. Allerdings war ich in Gessel dann auch richtig kaputt. Für die ersten 10 km hatte ich 17:27 min gebraucht; für die zweiten bis zum Wendepunkt 17:22 min, aber jetzt sollte noch der lange Anstieg zurück kommen und ich war wirklich kaputt.

Zum Wendepunkt führt eine lange gerade Straße die man auch wieder zurückfährt. Ca. 1 km nach dem Wendepunkt sah ich die erste Frau einer Mixedstaffel in Richtung Wendepunkt fahren. Ich wusste also dass ich 2 km Vorsprung also mehr als 3 min hatte und das musste ich jetzt unbedingt bis zum Ziel verteidigen. Dummerweise ging es jetzt einen langen Anstieg hoch nach Leerßen und teilweise fuhr ich da mit 20 bis 25 km/h hoch, das würde also vermutlich weder war mit einer guten Zeit noch mit einer Führung werden.

Als ich oben war, ging es aber nun sehr flott weiter, denn nun hatte ich den Wind im Rücken und konnte quasi kontinuierlich mit 40 km/h fahren, so dass ich für die nächsten 10 km nur 17:09 min brauchte. Das könnte also doch etwas werden. Da das Ziel ja nun recht nahe war mobilisierte ich die letzten Kräfte und viel schneller als ich gedacht hätte kam ich wieder am Silbersee an. Für die nächsten 9 km brauchte ich dann auch nur 14:42 min und dann ging mir die Strecke aus.

In der Wechselzone knallte neben mir eine Triathletin vom Rad bei dem Versuch abzusteigen. Zu diesem Zeitpunkt merkt man aber vor lauter Adrenalin nichts mehr und würde auch noch mit dem eigenen separierten Bein unterm Arm zum Wechselpunkt laufen. Dort kam ich als erster Fahrer einer Mixedstaffel an, Axel lief los und ich knallte auf den Boden. Die starke Fahrerin kam drei Minuten später an und die nächste dann noch einmal zwei Minuten danach. Die Art und Weise wie die Frauen zusammenbrachen war schon spektakulär.

Das war aber noch gar nichts gegen das was kommen sollte: Kurz danach kam eine Fahrerin mit Trikot von Urania Delmenhorst ins Ziel, schmiss sich keuchend und zuckend auf den Boden und erlebt etwas, was aussah wie ein phänomenaler Orgasmus, oder aber eine sehr, sehr schwierige Geburt. Ich hätte gerne davon Photos gemacht, muss aber gestehen, dass ich sie in diesem Moment nur fassungslos angestarrt habe.

Dann kam ein Mädel von einer Frauenstaffel rein und schrie extrem laut „Scheisse ich hab’s verkackt!“ Was war geschehen? Ein Kampfrichter hatte ihr 2 Minuten verpasst, wegen „Verdacht auf Windschattenfahren“. Boh, war die sauer, was ja gar nicht angebracht ist, denn in diesem Wettbewerb waren ohnehin nur zwei Staffeln angetreten, so dass ein Platz auf dem Podium garantiert war. Aber die konnte sich gar nicht zurückhalten oder einkriegen.

Bei der Fahrerin der Mixed Staffel die als dritte ins Ziel kam, stellte ich die Frage, ob die einen guten Läufer haben, der uns noch einholen könnte und die meinte nur: „Keine Ahnung, ich kenn‘ den Typen nicht.“ Und dann gab es noch obendrauf: „Dich hätte ich auch noch eingeholt, wenn der Honk mich nicht falsch eingewiesen hätte.“ Was war denn hier passiert? Irgendwie falsch abgebogen und musste dann wieder zurück.

Tatsächlich ist es auch so, dass ich der langsamste von den drei starken Teams war, allerdings liegen zwischen dem ersten Team und mir auch nur 16 Sekunden. Und die kam fast 5 Minuten nach mir ins Ziel, nie im Leben hätte die das geschafft. Aber wie gesagt, das war hier auch alles andere als entspannt.

Ina und ich gingen also erst einmal zur Laufstrecke und schauten Axel zu. Die Strecke über 10 km musste in drei Runden zurückgelegt werden, bereits nach der ersten hatte der Läufer des guten Teams Axel eingeholt, so dass nun klar war, dass wir auf den zweiten Platz landen würden. Axel war untröstlich: „Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! “ schrie er noch stundenlang auf dem Gelände am Silbersee herum.

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Nein, das tat er nicht, weil Axel nämlich ein sehr entspannter Typ ist. Er hat dann glaube ich auch noch „The Getz“ eingeholt, ein bekannter amerikanischer Profi-Wrestler.

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Axel bei der Jagd auf „The Getz“

Und als ich so an der Laufstrecke stand und darauf wartete, dass Axel seine nächste Runde absolvierte, fiel mir auf einmal auf, dass neben mir das perfekte, entspannte Mädchen stand.

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Nur falls sich das wirklich jemand fragen sollte: Rechts natürlich.

Für einen Moment vergaß ich Axel.

Menschen, die kurz vor dem Tod stehen, aber dann durch wundersame Weise wieder zurückkehren, berichten ja schon mal darüber, dass in einem einzigen Augenblick ihr ganzes Leben an ihnen vorbeizieht. Als ich das perfekte Mädchen sah, zog hingegen meine Zukunft in einem einigen Augenblick an mir vorbei: Das perfekte Mädchen mit „Na, so alleine hier? Ich auch“ ansprechen, schnelle Scheidung, die zickigen Kinder ins Heim stecken, gemeinsam nach Neuseeland abhauen (Hallo Holger!) und am Abend am Strand gemeinsam: „Somewhere over the rainbow“ singen.

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Leider dauerte meine Zukunft auch eben nur einen Augenblick und dann war ich wieder zurück in diesem Leben. Zweiter Platz, in jeglicher Hinsicht.

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Danke an Axel und Ina aus unserem Cyclyng Team für Organisation, entspannte Stimmung und gute Leistung. Wir sehen uns wieder auf dem City Triathlon in Bremen nächste Woche.

Ergebnisse Gesamt

Ergebnis Mixed Staffel

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