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Silbersee Triathlon. Mixed Staffel. 2. Platz.

„Es war um die Mittagszeit eines sehr heißen Junitags, als der »Dogfish«, einer der größten Passagier- und Güterdampfer des Arkansas, mit seinen mächtigen Schaufelrädern die Fluten des Stromes peitschte. Er hatte am frühen Morgen Little Rock verlassen und sollte nun bald Lewisburg erreichen, um dort anzulegen, falls neue Passagiere oder Güter aufzunehmen seien.“

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Das sind die ersten Zeilen des Romans „Der Schatz im Silbersee“ von Karl May, den ich nie ganz gelesen habe. Ich besaß aber eine gleichnamige LP auf dem legendären Europa Label, die ich mir gerne mit meinem Freund Christoph anhörte, bevor wir draußen im Garten die wichtigsten Passagen mit unseren Schwestern nachspielten. Der Roman wurde 1891 geschrieben, die Kindheit ist lange vorbei und so klingelte an einem Sonntag Morgen 2017 um kurz vor sieben der Wecker und ich fuhr, ohnehin zu spät zum Silbersee in Stuhr wo ich mich, ohne lange nachzudenken angemeldet hatte, als Ina mich fragte ob ich denn wollte.

Nachdenken ist nicht schlecht. Denn erstens hatte ich die frühe Startzeit nicht mitbekommen und zweitens war mir auch nicht klar, dass von mir ein 40 km langes Zeitfahren verlangt wurde. Bislang war ich immer 20 km gefahren. Andererseits war das alles auch OK, weil in unserer Klasse ohnehin nur sechs Teams angemeldet waren und irgendwie geht es ja immer. Und ich hatte ja auch prima vorher mit Hannes trainiert.

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Ja, von Bremen sind wir bis nach Berlin gefahren.

Ich kam viel zu spät am Silbersee an, den ich zunächst nicht erkannte, weil er keineswegs silber ist, sondern diese organische Färbung hat mit der man nicht gerne in Berührung kommt. Ich schummelte mich irgendwie mit meinem rheinischen Charme in die Wechselzone und wartete auf Ina, die alles organisiert hatte und schwimmen wollte und Axel, der unsere Staffel als Läufer komplementierte.

Wie bist Du in die Wechselzone gekommen? Das geht doch gar nicht ohne Papiere?“ Mit dieser Frage wurde ich als erstes von meinem Team konfrontiert. Das ging an sich ganz einfach, ich ließ meinen rheinischen Charme spielen und mogelte mich durch. Dabei half mir meine Auslandserfahrung, denn in Japan geht an sich alles, wenn man sich nur doof genug stellt und Ausländer ist. In Deutschland, so finde ich, sehen wir diese Dinge zu eng, vieles ist so einfach möglich, man muss es nur einfach machen und darf nicht so lange darüber nachdenken.

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In der Wechselzone

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Das Cyclyng Team: Axel, Ina und ich.

Wir starten in der Mixed Staffel, insgesamt waren dort sechs Team gemeldet, so dass unsere Chancen auf’s Treppchen zu kommen rein mathematisch 50:50, oder wie Reiner Calmund einmal sagte, 60:60 standen. Also schauten wir uns zunächst einmal an, welche Räder unsere Konkurrenz fuhr und ob wir irgendwelche von denen identifizieren konnten. Interessanterweise fuhren bei zwei Teams die Frauen Rad, während die Männer schwammen und liefen; eine von den Frauen sah auch ganz fit aus und stellte eine echte Gefahr dar. Das war die blonde hier unten im Photo.

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Meine direkte Konkurrentin vom Team aus OHZ. Sollte sich als die stärkste im Feld herausstellen.

Dann gab es noch eine weitere fitte Frau aus Clausthal-Zellerfeld und ein paar schicke Räder mit Zeitfahraufsatz, aber in meinem rheinischen Übermut statuierte ich erst einmal „Die hau ich alle weg.“

Ina startete als Schwimmerin und kam dann auch gleich als zweite überhaupt von allen Staffelschwimmerin in die Wechselzone. Ich schnappte mir den Transponder, hetzte über die Wiese zum Rad und machte mich auf den Weg raus in die Geest. Bereits auf dem kleinen Weg raus überholte ich die ersten Einzelstarter, vor allem deswegen, weil ich mit meinen Shimano SPD MTB Cleats viel schneller laufen und einclicken kann, als Fahrer mit normalen Rennradpedalsystemen. Aber jetzt ging es erst einmal voll gegen den Wind und ich machte mir Sorgen, dass ich die angestrebten 1:10 hr für die 40 km schaffen würde, denn ich kroch teilweise mit 32 km/h durch die Landschaft. Das war irre anstrengend und ich hatte noch mehr als 30 km vor mir.

Zumal so ein Triathlon ja total unentspannt ist, sowohl von den Teilnehmern her, als auch von den Kampfrichtern die überall herumlaufen und Disziplinarische Maßnahmen verteilen.

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Alles Verbrecher in Verdacht des Windschattenfahrens

Ich schaute also sehr, dass wenn ich andere überholte, dass ich schön Abstand hielt und auch erst lange nach dem überholen wieder rechts einscherte, was mir dann wiederum einen Anschiss von den Kampfrichtern einbrachte, ich solle doch nicht so lange links fahren. Puh, die meinten es ja wirklich ernst hier.

Zwischen Ristedt und Gessel gab es einen langgezogenen Anstieg und ich verlor noch einmal Fahrt. Einerseits. Andererseits war das auch ein Problem für viele Triathleten die eher brettflache Strecken gewöhnt sind und noch deutlich langsamer waren als ich. Ehrlich gesagt finde ich ja, dass viele von denen keine besonders gute Technik auf dem Rad haben. Letztens in Österreich wurden mir ja meine Grenzen aufgezeigt, als ich auf einem 8.000€ Cannondale Super Six Hi Mod Evo Rad hinter einem MTB Fahrer auf einem Rennrad fuhr – der nahme locker driftend eine Kurve mit Schotter, während ich mich ebenso locker in die Büsche verabschiedete. Aber hier war im Vergleich richtig gut, ich fuhr die Anstiege hoch so schnell wie es ging, bei den Abfahrten konnte ich richtig Speed machen und in den Kurven konnte ich mit einer guten Linie und schnellem Beschleunigen in der Kurve immer richtig Zeit aufholen. Allerdings war ich in Gessel dann auch richtig kaputt. Für die ersten 10 km hatte ich 17:27 min gebraucht; für die zweiten bis zum Wendepunkt 17:22 min, aber jetzt sollte noch der lange Anstieg zurück kommen und ich war wirklich kaputt.

Zum Wendepunkt führt eine lange gerade Straße die man auch wieder zurückfährt. Ca. 1 km nach dem Wendepunkt sah ich die erste Frau einer Mixedstaffel in Richtung Wendepunkt fahren. Ich wusste also dass ich 2 km Vorsprung also mehr als 3 min hatte und das musste ich jetzt unbedingt bis zum Ziel verteidigen. Dummerweise ging es jetzt einen langen Anstieg hoch nach Leerßen und teilweise fuhr ich da mit 20 bis 25 km/h hoch, das würde also vermutlich weder war mit einer guten Zeit noch mit einer Führung werden.

Als ich oben war, ging es aber nun sehr flott weiter, denn nun hatte ich den Wind im Rücken und konnte quasi kontinuierlich mit 40 km/h fahren, so dass ich für die nächsten 10 km nur 17:09 min brauchte. Das könnte also doch etwas werden. Da das Ziel ja nun recht nahe war mobilisierte ich die letzten Kräfte und viel schneller als ich gedacht hätte kam ich wieder am Silbersee an. Für die nächsten 9 km brauchte ich dann auch nur 14:42 min und dann ging mir die Strecke aus.

In der Wechselzone knallte neben mir eine Triathletin vom Rad bei dem Versuch abzusteigen. Zu diesem Zeitpunkt merkt man aber vor lauter Adrenalin nichts mehr und würde auch noch mit dem eigenen separierten Bein unterm Arm zum Wechselpunkt laufen. Dort kam ich als erster Fahrer einer Mixedstaffel an, Axel lief los und ich knallte auf den Boden. Die starke Fahrerin kam drei Minuten später an und die nächste dann noch einmal zwei Minuten danach. Die Art und Weise wie die Frauen zusammenbrachen war schon spektakulär.

Das war aber noch gar nichts gegen das was kommen sollte: Kurz danach kam eine Fahrerin mit Trikot von Urania Delmenhorst ins Ziel, schmiss sich keuchend und zuckend auf den Boden und erlebt etwas, was aussah wie ein phänomenaler Orgasmus, oder aber eine sehr, sehr schwierige Geburt. Ich hätte gerne davon Photos gemacht, muss aber gestehen, dass ich sie in diesem Moment nur fassungslos angestarrt habe.

Dann kam ein Mädel von einer Frauenstaffel rein und schrie extrem laut „Scheisse ich hab’s verkackt!“ Was war geschehen? Ein Kampfrichter hatte ihr 2 Minuten verpasst, wegen „Verdacht auf Windschattenfahren“. Boh, war die sauer, was ja gar nicht angebracht ist, denn in diesem Wettbewerb waren ohnehin nur zwei Staffeln angetreten, so dass ein Platz auf dem Podium garantiert war. Aber die konnte sich gar nicht zurückhalten oder einkriegen.

Bei der Fahrerin der Mixed Staffel die als dritte ins Ziel kam, stellte ich die Frage, ob die einen guten Läufer haben, der uns noch einholen könnte und die meinte nur: „Keine Ahnung, ich kenn‘ den Typen nicht.“ Und dann gab es noch obendrauf: „Dich hätte ich auch noch eingeholt, wenn der Honk mich nicht falsch eingewiesen hätte.“ Was war denn hier passiert? Irgendwie falsch abgebogen und musste dann wieder zurück.

Tatsächlich ist es auch so, dass ich der langsamste von den drei starken Teams war, allerdings liegen zwischen dem ersten Team und mir auch nur 16 Sekunden. Und die kam fast 5 Minuten nach mir ins Ziel, nie im Leben hätte die das geschafft. Aber wie gesagt, das war hier auch alles andere als entspannt.

Ina und ich gingen also erst einmal zur Laufstrecke und schauten Axel zu. Die Strecke über 10 km musste in drei Runden zurückgelegt werden, bereits nach der ersten hatte der Läufer des guten Teams Axel eingeholt, so dass nun klar war, dass wir auf den zweiten Platz landen würden. Axel war untröstlich: „Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! “ schrie er noch stundenlang auf dem Gelände am Silbersee herum.

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Nein, das tat er nicht, weil Axel nämlich ein sehr entspannter Typ ist. Er hat dann glaube ich auch noch „The Getz“ eingeholt, ein bekannter amerikanischer Profi-Wrestler.

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Axel bei der Jagd auf „The Getz“

Und als ich so an der Laufstrecke stand und darauf wartete, dass Axel seine nächste Runde absolvierte, fiel mir auf einmal auf, dass neben mir das perfekte, entspannte Mädchen stand.

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Nur falls sich das wirklich jemand fragen sollte: Rechts natürlich.

Für einen Moment vergaß ich Axel.

Menschen, die kurz vor dem Tod stehen, aber dann durch wundersame Weise wieder zurückkehren, berichten ja schon mal darüber, dass in einem einzigen Augenblick ihr ganzes Leben an ihnen vorbeizieht. Als ich das perfekte Mädchen sah, zog hingegen meine Zukunft in einem einigen Augenblick an mir vorbei: Das perfekte Mädchen mit „Na, so alleine hier? Ich auch“ ansprechen, schnelle Scheidung, die zickigen Kinder ins Heim stecken, gemeinsam nach Neuseeland abhauen (Hallo Holger!) und am Abend am Strand gemeinsam: „Somewhere over the rainbow“ singen.

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Leider dauerte meine Zukunft auch eben nur einen Augenblick und dann war ich wieder zurück in diesem Leben. Zweiter Platz, in jeglicher Hinsicht.

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Danke an Axel und Ina aus unserem Cyclyng Team für Organisation, entspannte Stimmung und gute Leistung. Wir sehen uns wieder auf dem City Triathlon in Bremen nächste Woche.

Ergebnisse Gesamt

Ergebnis Mixed Staffel

Strava

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Silbersee Triathlon – Augenzeugen berichten

Ein Soldat schießt, fechtet, schwimmt, reitet ein Pferd und läuft – so sollte auch der ideale Athlet sein und dieses Ideal führte zur Erfindung des Modernen Fünfkampfes, einer bis heute olympischen Disziplin. 

Durch die Weser nach Niedersachsen schwimmen, ein Rad klauen, es zu Schrott fahren und dann schnell weglaufen. Das ist die Kernidee eines Triathlons.

Rieko Fujita kam zu Besuch aus Japan nach Bremen am Tag zuvor und ich zeigte ihr die Dinge die man in Bremen sehen kann, wenn es regnet. Die neue Kunsthalle und den Leestra Supermarkt in Horn. Ersteres hatte Picassos Sylvette im Flur hängen,

letzterer hatten einige Nahrungsmittel im Angebot, die die durchschnittliche Japanerin nicht kennt und ohne deren Verzehr sie Deutschland nicht verlassen darf:

Rieko war in meinem Kurs „Business Administration for Dummies“ an der International Christian University in Tokyo und arbeitet heute bei einem großen japanischen Konzern. Sie kann gut Englisch und deshalb wurde sie nicht, wie 95% der anderen neu eingestellten Universitätsabsolventen in die USA geschickt, sondern nach Münster zum Deutsch lernen. Nein, das ist keine Strafe. Jedenfalls tranken wir ein wenig Rose um die eigenartige Mischung die sich am Vorabend in unseren Mägen befand gut zu vermischen und machten uns am Sonntag morgen fertig für den Triathlon.

Auf der Erdbeerbrücke wartete Marcus auf uns und wir machten uns auf unseren Rädern auf den Weg zum Silbersee. Rieko Fujita sollte eigentlich mein schickes, neues rot-weisses Colnago fahren, aber leider war es zu groß für sie. Also bekam sie Rad Nr. 8 aus unser Garage (Giant FCR von meinem Sohn).

Ich habe mir nie so Gedanken gemacht wo Stuhr eigentlich liegt, aber jetzt weiß ich es: Man fährt bei IKEA am Ende der Straße einen Feldweg lang und landet in enem weiteren Industriegebiet, dass von einer Autobahn getrennt vom Rest der Welt ist. Es ist das verlorene Industriegebiet, in dem immer wieder die gleichen Dinge produziert werden, LKWs aber nie den Weg nach draußen finden, so dass am Ende des Tages alles wieder recyclt und am nächsten Tag neu produziert wird. Gleich daneben liegt der Silbersee.

Der Silbersee heißt Silbersee, weil er, wie unschwer auf dem Foto zu erkennen ist, er wahnsinnig silbrig ist. Es ist ein spezielles Silber, so etwa Sibergrün. Zum Glück hoben wir uns mit unseren orangen Poloshirts der HIWL deutlich vom Hintergrund ab.

Wir trafen uns alle schnell und wie es sich gehrt waren die Professoren zuletzt da. Wir mußten nun erst einmal die Startunterlagen holen, Bänder für dir Startnummern kaufen und unsere Räder auf den vorgeschriebenen Stellplätzen parken. Das ist übrigens ein ganz wesentlicher Unterschied zu Radrennen, wo alles relativ einfach organisiert ist. Beim RSC Gold Rad Marathon zum Beispiel, muß man beim Start einen Zettel ausfüllen, der dann sofort in einen Papierkorb geschmissen wird, man bekommt eine Stempelkarte, eine Startnummer und wird von älteren Frauen belästigt, die einen zu einem Stück Kuchen nötigen wollen. Ist man fertig gibt man die Stempelkarte ab, diese wird entsorgt und fertig. Man hat auch keine Ahnung wie schnell man war. Beim Triathlon ist das ganz anders. Alles ist genau geregelt. Die Räder müssen auf eine bestimmte Art und Weise geparkt sein; am Rad dürfen nur  Helm und Schuhe sein, alles andere wird von den Schiedsrichtern entsorgt (manchmal verschwinden ganze Räder, weil sie die falsche Farbe haben!). Die Startunterlagen sind so dick wie das Vorlesungskript „Thermodynamik“ im Machinenbaustudium. dazu gibt es Startnummer, zwei Aufkleber für Rad und Helm und einen Transponder, all dies muss auf eine bestimmte Art und Weise getragen und befestigt werden – das ganze hat den Charme eines Visaantrages in der indischen Botschaft in Lahore.

Es dient auch nicht gerade der Beruhigung, denn wir hatte ja keine Ahnung wie das ganze Ablaufen würde. Irgendwann bekamen wir raus, wo wir den wechseln und eine ungefähre Vorstellung davon wo wir lang laufen oder fahren sollten. Und dann ging es schon los, Marcus und ich begaben uns in die Wechselbox. Ich fragte Carola B noch wie ihr Badeanzug aussah, damit ic sie schnell erkenne, wenn sie angelaufen kommt nach dem schwimmen (Ein Triathlon hat nämlich ein geheimes 300m Laufstück zwischen schwimmen und Radfahren).

Ich hüpfte noch ein wenig in der Box herum in dem verzweifelten Bemühen mich irgendwie warm zu machen. Scharfe Hunde und grimmige Wachleute verhinderten zunächst, dass ich mich meinem Rad näherte. Beim quatschen miT Marcus, mitten in einem intensiven Männergespräch (Look oder Shimano Pedale – welche sind besser?) kam auf einmal schon Carola B angelaufen und nervte mich mit der Transponderübergabe. Nirgendwo haben wir Männer Ruhe! Außerdem war sie viel zu früh. Also machte ich mich auf den Weg zu meinem Rad, schwang mich drauf und fuhr los (siehe Video 1). Shimano Pedale sind besser, denn ich kam nicht in meine Look Keo Carbon rein und wurde schon beim einklicken von zwei Konkurrenten überholt. Ich haute volle Kanne rein. Ohne warm zu sein ist das ziemlich tödlich, so daß ich gerade einmal auf der richtigen Straße war, als ich schon wieder überholt wurde. Das hatte ich mir anders vorgestellt, ich wollte doch eigentlich zählen wie viele Räder ich überhole und von wie vielen ich überholt werde – aber bei 4:7 habe ich aus lauter Frust aufgehört.

Und die Geschwindigkeit war auch nicht gerade schnell, so in der 33 – 35 km/h Gegend, da dummerweise auch lutschen und Windschattenfahren verboten war (Bürokraten!). Und es war richtig gut windig, vor allem die Strecke raus. Das letzte Stück vor der Wendemarke bei 10 km war höllisch und tat echt weh in den Beinen. Ich überholte noch die Frau von „Die Bären“ (die wurden erste in der Mixed Staffel) udn machte mich auf den Rückweg. Marcus war kurz hinter mir, er winkte mir auf dem Weg zur Wendemarke, als ich ihm entgegenkam.

Zurück wurde es dann schneller mit dem Wind im Rücken. Nun kamen aber die schnellen Fahrer aus der zweiten Startgruppe,  die 10 Minuten später mit dem Schwimmen begonnen hatten und zogen un mir vorbei. Total frustrierend, es war fast so als wenn ich stehen würde. Allerdings können meiner Ansicht nach die Tria-pros nicht gut Kurven fahren. Die hören schon ne Viertelstunde vorher auf zu treten und beschleunigen erst wieder wenn das Rad gerade steht. Auf einem technisch schwierigerem Kurs würde ein guter Radfahrer die abhängen können.

Ich lieferte mir in der Zwischenzeit einen Zweikampf mit der Bärin. Die war leider richtig gut und überholte mich zwei bis drei Mal und ich sie auch. Sie sah auch gut aus, was mich motivierte an ihr dran zu bleiben, Irgendwie erinnerte mich das ganze an sinnloses Antanzen und baggern in der Tanzschule früher.

Sie hatte mich vor den vorletzten Kurve überholt und jetzt waren es nur noch 500 Meter bis zum einbiegen in die kleine Straße in der man nicht mehr überholen dufte. 250 Meter vorher überholte ich sie, legte alle Kraft darein von ihr weg zu kommen und bog vorher in die Straße ab. Geschafft – die letzten 200 Meter ließ ich etwas lockerer angehen.

Rad in den Ständer stellen, zur Wechselbox rennen, Startnummer und Transponder übergeben, Quittung unterschreiben, Geheimnummer eintippen und bestätigen und am Handy den PIN Code bestätigen – und schon konnte Prof. Weller loslaufen. Kurz nach mir kam Marcus rein und schaltete einen Mitkonkurrenten aus (Video 4).

Ich war ein wenig fertig. Später ging ich zum Radlagerzaun und fand Marcus dort völlig apathisch vor. Er starrte nur vor sich hin und konnte nicht begreifen, dass er noch am Leben war. So ganz ohne warm machen losfahren ist schon ziemlich brutal. Er war so fertig, dass er mir später ein Stück Kuchen und einen Kaffee kaufte. Danke.

Das Studi Team hatte uns (das Prof Team) noch überholt, Jonas K. ist vermutlich das Rennen seines Lebens gelaufen. Ich hatte ihn fast nicht erkannt als er im Ziel ankam, zum Glück hatte er noch das orange Poloshirt an. Also bei geistiger Anstrengung sieht er jedenfalls anders aus.

Wir hingen nun erst einmal Festplatzbereich rum, die Siegerehrungen dauerten ewig. Unsere Freunde, Familien und Studis waren auch da. Rein zufällig traf ich Dietmar vom TCB auf der Herrentoilette wie George Michael seine neuen Freunde. Carola B machte dann Druck, so dass der Pokal rausgerückt wurde und wir nicht mehr länger warten mussten. Dann durften wir endlich nach Hause mit dem ersten errungenen Pokal überhaupt für die Hochschule.

Ein historischer Moment. Ein schöner Tag. Spaß, Abenteuer und all diese Dinge. Ein kleiner Schritt für uns, ein großer für die HIWL. Wow.

RH63 mob mit RH56 Colnago und RH50 Japanerin.

“ Er lügt wie ein Augenzeuge“

(alte russische Lebensweisheit)

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Silbersee Triologie in vier Teilen

Der große, lange Bericht über den Suilbersee Triathlon muß noch bis morgen warten. Oliver „Scorsese“ B. hat aber ein paar wunderschöne  Videos vom Wettkampf aufgenommen, die es verdient werden zu zeigen. Sie handeln von Sportlern des Teams die auf ihr rad zeigen, bzw. davon abzeigen und somit die eine wichtige Technik demonstrieren. Man kann sich vorstellen, dass diese Sequenzen in Zukunft in Triathlon Lehrfilme eingebaut werden mit Untertiteln wie „vorher“ oder „falsch“.

Dank automatischer You Tube Korrektur muss man nun auch nicht mehr den Bildschirm um 90 Grad drehen.

Klasse wie Marcus hier einen übereifrigen Konkurrenten ausbremst und zu einer harten Landung auf dem Asphalt zwingt. Morgen mehr.

Hier noch ein Bild unseres Stargastes am Silbersee, Fujita Rieke, die nun extra aus Japan anreiste, um den HIWL Erfolg mitzuerleben.

 

 

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Silbersee Schatz gehoben

Heute sind zwei Teams der HIWL  beim Triathlon in Stuhr am Silbersee an den Start gegangen. Das Studententeam (Simon/Marcus/Jonas) hat einen sehr guten 10. Platz bei den Herren gemacht, das Professorenteam (Brockschmidt, Krähe, Weller) wurde Dritter beim Mixed und wäre somit auf das Treppchen gekommen.

Wäre auf Treppchen gekommen, wenn wir noch weitere fünf Stunden dort ausgehalten hätten, aber die Siegerehrung war einfach unerträglich lang. Nach den Frauen über 70 Jahren kamen die Frauen über 65 gefolgt von den Frauen über 60 und dann……dann die Frauen über 5 Jahre, dann Männer über 27 mit weissen VW Golfs, Männer aus Brinkum mit gebrochenen Schlüsselbeinen und Transvestiten zwischen 18 und 23 mit Bahncard 25.

Wir haben dann unser Zeug eingesammelt und sind abgehauen, nachdem wir einen schönen Tag hatten und alles gegeben haben. Schön war auch die Unterstützung von den gekommenen Studis und deren Freunden die teilweise bis aus Japan angereist waren.

Oliver „Scorsese“ B. hat ein paar schöne Videos gemacht, die ich morgen hier posten werde. Anbei erst einmal ein paar Photos. Dank an alle, das war wirklich gut und ich freue mich auf den nächsten Triathlon in Bremen im August. Obwohl, als ich vom Rad stieg hatte ich ja erst einmal so gar keine Lust mehr.

Ergebnisse hier.
In aller Fairness möchte ich noch anmerken, dass das Studententeam das schnellere der beiden HIWL Teams war.

 

Vor dem Rennen: Simon, Jonas, Carola, mob, Prof. Dr. Niels Weller, Torge, Marcus

 

 

 

 

Im Ziel: Jonas Krumland, etwas mehr als 20 Minuten für 5 km – Respekt.

 

 

Abhängen nachdem alles vorbei war. Im Hintergrund Siegerehrung für Frauen mit mindestens zwei Kindern von drei verschiedenen Vätern (unter 45 Jahren).

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Strategie Silbersee Triathlon

The team pursuit demands riding in close formation at high speeds:

Am Sonntag ist Silbersee Triathlon in Stuhr am Silbersee.

Wir treten mit zwei Teams in der Staffel 500m/ 20km/ 5km an, denn dann können wir die ersten beiden Plätze belegen. Theoretisch. Oder Letzter und Vorletzter werden. Praktisch.

Für beide Teams haben wir sehr schicke und sehr auffällige HIWL Polo Shirts in Orange zur Verfügung. Umsonst.

Es gibt ein Professsorenteam, namens HIWL PRO mit

Carola B. – ist keine Professorin, kann aber im Gegensatz zu diesen schwimmen
Michael, genannt „mob“ – ist auch noch kein Prof, arbeitet aber daran und kann Radfahren und
Niels W. – ist tatsächlich Prof. und kann laufen. Sozusagen die V2 des Teams.

Es gibt auch ein Studententeam HIWL – STUD mit

Simon H, der an der HIWL schwimmt,
Marcus und
Jonas K.

Beide Teams sind in der „Mixed“ Klasse angemeldet, weil man da einfach bessere Chancen hat etwas zu gewinnen. Simon zu Simone und Carola geht aufs Treppchen um Preise entgegen zu  nehmen. Alles schon einmal in Japan erfolgreich praktiziert.

Velo, Andrew G Smith

Stargast am Silbersee wird Rieko Fujita sein. Muss notfalls laufen für das Stud Team. Kommt aus Japan, ist nett, sieht gut aus und sehr  intelligent. Muß sie auch sein als ehemalige Studentin von mir an der ICU in Tokyo. Ich weiß, wenn Deutsche heute an Japan denken, dann kommen ihnen nicht mehr Geishas, Samurais und Ninjas in der Sinn sondern erst einmal Fukushima. Ich bitte aber von Fragen wie „Wie stark bist Du verstrahlt?“ und „Fange ich an grün zu glühen wenn ich Dich küsse?“ abzusehen.

Unser  Triathlon startet um 14 Uhr. 7 Minuten schwimmen, 35 Minuten Radfahren, 24 Minuten laufen – wird ’ne sehr kurze Angelegenheit, zum Kaffee sind wir wieder zu Hause. Insgesamt 47 Teams dabei. Klangvolle Namen: „Staatsoper Hannover“, wow. Bester Teamname: „The Moordeich Jets“. „Schneller als Michael“  geht gar nicht. 19 Mixed Staffeln. Ein Platz in den Top 20 wird daher angestrebt.

Wenn das Team der Polizei Hamburg nicht dabei ist, sollte eine Gesamtzeit von 1:05 reichen um auf das Treppchen zu kommen. Soweit die Analyse der Vorjahre.

Die Ausschreibung dazu ist HIER. Nicht wahnsinnig interessant. Windschattenfahren nicht erlaubt auf dem Rad. Am besten Startnummernband für den Läufer mitbringen zur Befestigung der Startnummer vor der Brust.

Es gibt einen „Staffelstab“ in Form eines Transponders. Genaueres zum Ablauf des Wettkampfes HIER. Ich drucke das ganze Zeig aus und bringe das mit. Wir kommen mit dem Rad, sind von zuhause aus etwa 15 km, Anfahrt mit dem Auto geht aber auch siehe HIER.

Wir sollten uns gegen 12 Uhr dort treffen, beim Stand von Stadler. Am besten vorher alle Handynummern austauschen.

OFFIZIELLER ZEITPLAN

bis 13:15 Uhr Ausgabe der Startunterlagen, Transponder etc.

bis 13.30 Uhr Check-In für das Rad

13:30 Uhr Offizielle Wettkampfbesprechung (Teilnahme Pflicht)

14:00 Start Startgruppe BLAU (unsere)

16:20 Uhr Siegerehrung

Mein Vorschlag wäre, sich um 12 Uhr dort zu treffen und dann ein wenig rumzuhängen, sich warm zu machen und die üblichen Wettkampfstrategien zu besprechen die ohnehin nie klappen aber immer sehr viel Spaß machen.

Wenn noch Fragen dann E-mail, fb oder PM an mich  (mob).

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Der Schatz im Silbersee / Durchs wilde Bremistan

Starke Männer mit Idealen, kernige Indianer, tolpatschige Touristen – ja all dies gab es noch im 19. Jahrhundert am Silbersee in Stuhr. Heute sind die leider alle weg. Ausnahme: Bloeh.

Nur einmal im Jahr kommen sie alle wieder zum Silbersee Triathlon. Das HIWL Hochschulmolekül wird dieses Jahr zwei Teams am 29. Juli zu dem Wettkampf entsenden, der für uns als Staffel über 500m schwimmen, 20 km Radfahren und 5 km Laufen gehen wird:

Prof Team :

Carola B      Nicht-Prof             Schwimmen
mob              Irgendwie Prof     Radeln
Nils W         Halb Prof                Laufen

(das Prof in Prof Team steht leider nicht für „professionell“ sondern für „professoral“. Und selbst das stimmt nicht).

Stud Team :

Simon H     Studi                          Schwimmen
Marcus 83 im Silbersee, Blitzrad in Bremen                Radeln
N.N.             Irgendwer               Laufen

(das Stud in Stud Team steht leider nicht für „studieren“ sondern für „Studenten“).

Wer Interesse hat das N.N. zu werden der möge sich bitte melden.

Mit Blitzrad und Marcus 83 sind uns ja heute unglaubliche Verpflichtungen für die Teams der HIWL gelungen. Blitzrad ist einer der wenigen Rennradfahrer dieser Welt der bis zu 30 Kilometer ohne Kette fahren kann. Und Marcus 83 ist wie der Name schon sagt, einer der Weltbesten Bremer Fahrer über die 83 km Distanz. Mal sehen, was er auf den 20 km bringt.

Vierzehn Tage später geht es dann in Teil 2 der Karl Marx Triologie durch das wilde Bremistan.

Am 12. August findet in der Überseestadt der erste Bremer City Triathlon statt. Es ist vermutlich deswegen der erste, weil der im letzten Jahr ausgefallen ist. Die Radstrecke scheint mir sehr ähnlich wie bei der Bremen Challenge zu sein.

Auch hier hoffen wir mit zwei gut besetzten Teams antreten zu können und Ruhm und Ehre zu erhaschen.
Wer Ruhm und Ehre nötig hat bitte bei mir melden. Oder besser nicht.

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