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Cannondale R1000 CAAD4 Model 2000

2001 – 2008

Das Cannondale ist das Rad, mit dem ich erstmals und endgültig angefangen habe Rennrad zu fahren. Nachdem mir die japanische Standardfamilie aus Denenchofu mein schönes Panamasonic Rad „entsorgt“ hatte, war ich nur allzu froh in dem sehr gut ausgestateten Y’s Laden in Jiyugaoka zusammen mit meiner Frau nach einem neuen Rad Ausschau zu halten. Das war auch das letzte Mal, dass meine Frau beim Kauf eines Rades dabei war.  Wir gingen also dahin und fragten ganz harmlos nach einem guten Rennrad. Der Verkäufer schaute mich an, schätze die Rahmengröße auf mindestens 60cm und die Brieftasche auf „dick“ ein und kam mit den aktuellen Lagerbeständen der Importeure wieder.

Scharfes, mehrfaches Einsaugen von Luft. Wiederholtes Kratzen am Ohr. Schütteln des Kopfes begleitet von Gebrummel. Uns wurde klar, dass dies nicht so einfach ist. In Japan hören die Rahmen bei 56cm auf. Darüber hinaus gibt es eigentlich nur Importrahmen, Spezialanfertigungen und Mitleid für die groteske Deformierung des Körpers. Aber schließlich die erlösende Nachricht: „Da haben wir was – einen Cannondale R1000 Rahmen. Den müssen sie dann nehmen.“ Da wir ohnehin keine Wahl hatten haben wir den dann auch genommen.

Giftgrün war es und sah gut aus. Er hatte eine 2 x 9 STI Shimano Ultegra 6500 Schaltung klassisch mit 52/39 vorne und, wie ich später in den Bergen bemerken sollte einer 11/23 Kassette. Lange Jahre auf dem Rad dachte ich, dass ich supermies in den Bergen wäre, aber ich war einfach nur mies und hatte zudem die falsche Kassette hinten drauf. Highlight waren die goldglänzenden Coda Expert Naben die vorne radial mit Mavic CP23 eingespeicht waren. Die Speichen hinten haben mich in den Wahnsinn getrieben, eine ging immer wieder los und das Hinterrad fing dann an zu eiern.

Alles in allem war das für etwa 210.000 Yen ein sehr ordentliches Rad dass ich gleich mit Hakenpedalen ausrüsten ließ. Ich fuhr noch unglaublich lange mit Hakenpedalen, bevor ich endlich auf Shimano SPD (nicht SPD SL umrüsten liess).

Meistens fuhr ich am Wochenden en Tamagawa hoch. Zunächst bis nach Ome (etwa 50 km, flach) und dann später auch weiter am Fluß lang bis zum Stausee, dem Okutamako. Fast immer fuhr ich dann mit dem Zug zurück. Irgendwann lernte ich dann einmal Juliane besser kennen, die mit mir zusammen im gleichen Stiupendienprogramm gewesen war.  Sie wiederum brauchte mich mit den Jungs von Tamagawa Cyclists (später „Veloz“) zusammen, mit denen ich dann am Wochenende ab und an zusammen fuhr.  TC nahmen mich 2003 dann auch mit zu meinem ersten Rennen, dem Tukuba Eight Hours Team Endurance. Das waren acht Stunden mitten im heißen August auf einem ca. 2 km langen Autorennkurs in der Staffel, d.h. man fuhr 3, 4 Runden und dann in die Boxengasse und übergab einen Transponder an den nächsten Fahrer. Ich war gar nicht mal schlecht, aber da ich nun einmal der Jüngste in dem ganzen Team war durfte ich nur wenige Runden drehen.

Ein paar Wochen später fuhren wir dann das zweite Rennen in Shuzenji. Shizenji ist die Hölle wenn man mehr als 50kg wiegt und bislang noch nicht viel in den Bergen unterwegs war. Der Kurs ist etwa 5 km lang und hat ca. 120 m Höhendifferenz. Die Anstiege sind gnadenlos. Die Rennen sind schnell und da Wetter ist heiß und feucht. Und wenn man noch eine Rennen gefahren hat ist das einfach nur die Hölle. Das waren nur zwei Runden aber ich bin fast gestorben. Wenigstens einen von den anderen TCs hatte ich aber überholt, so dass ich ein wenig aus der Juniorrolle herauswuchs.

Von da an fuhr ich regelmässig bei irgendwelchen Rennen in Japan mit. Zu einem jährlichen Ereignis wurden die Rennen am Saiko See in der Nähe des Fuji, die immer im November stattfanden. Wir reisten mit der ganzen Familie hin und die Kinder nahmen an den Kinderrennen und die „Positivos“ an den Erwachsenenrennen teil.  Ich erreichte niue wirklich gute Platzierungen, war aber meist irgendwie in der Spitzengruppe dabei und versagt dann im abschliessenden Sprint. Die Atmosphäre war aber immer toll und Siako war auch das letzte Rennen in der Saison. Einmal wollte ich zwei Chancen in Saiko habem so dass ich mich neben meinem richtigen Namen noch als Ulrich Jan anmeldete. Als dieser flog ich so richtig auf die Fresse als sich das Hinterrad aus dem Schnellspanner löste und  blockierte.

Irgendwann lernete ich dann am Rande des Tamagawa Flusses die Leute kennen, mit denen ich am meisten in Japan Rad fahren sollte: David wurde mir von Juliane vorgestellt, david kam irgendwann einmal dazu, wie auch Jerome. Ich nahm das Rad auch immer öfters mit auf Reisen, dafür hatte ich noch vom Panasonic eine blaue Ostrich Umhängetasche die genau wie ihr grauer nachfolger über Jahre gute Dienste leistete. Higlights der Reisen waren die Trips nach Kabira und Miyakojima, zwei kleine, wunderschöne japanische Inseln zwischen Okinawa und Taiwan die man mit dem Flugzeug von Tokyo aus schnell und gübnstig erreichen konnte. Das Rad gab mir dort die Möglichkeit aus der Resortkulisse auszubrechen und die Inseln zu erkundigen.

Urlaub auf Ishigaki. Am nördlichsten Zipfel bei Cape Hirakubo

Die ersten längeren Touren waren die Tour de Noto 2006 und 2007. Dort lernte ich weitere radfahrende Ausländer in Japan kennen, bzw. radelte mit ihnen wie Stephen und Marek.

Hardcore "Gaijins" (Ausländer) auf Tour in Shimoda

2007 hatte ich meinen absolut größten Erfolg bei einem Radrennen, als ich mir im Sprint des JCRC E Klasse Rennens in Hitachi-Naka den sechsten Platz sicherte. Vermutlich war Hitachi-Naka auch der einzige Platz in der Welt, wo ich die Chance auf eine gute Platzierung bei einem Radrennen hatte. Der Kurs ist ein Speed-Oval (Stichwort: Daytona, aber ohne überhöhte Kurven) und völlig flach. Es gibt also keine Kurven, jedenfalls keine nennenswerten. Außerdem ist die Strasse massig breit, so dass man recht viel Platz zum ausweichen im Sprint hat. Ich führ mal wieder im Mittelfeld und der Sprint hatte schon begonnen, ich sah mich mal wieder als 24. oder 30. einlaufen,aber irgendwie packte mich die Wut und ich fing dann an wie ein Blöder zu treten, das ganze Feld links auf dem Seitenstreifen zu überholen und beinahe hätte ich es noch auf den dritten Platz geschafft.

Ich bekam dann von „F-Cup Idol“  Fuko (Im Klartext: eine sehr dickbusige Frau die Siegerurkunde überreicht.

6. Pltaz Hitachi-Naka. Alain wurde ERster. Fuko "F Cup" rechts

Mit dem 6. Platz in Hitachi-Naka hatte ich nun das Recht in der D Klasse der JCRC (Japan Cycling Racing Clubs) Serie zu starten. Wow. Ich war nun also schon fast Profi! Na ja, ehrlich gesagt hing der Niveaubalken hier doch sehr tief und das war etwa so wie 3. Bezirksliga im Fußball.

2008 gab es beruflich eine tiefgreifende Veränderung. Es wurde relativ schnell zu Beginn des Jahres klar, das die meine Position als Geschäftsführer einer Firma aufgeben sollte, so dass ich absolut keine Motivation mehr hatte höhere Ziele in für die Firma in diesem Jahr zu erreichen.  Kurz, ich konnte spät ins Büro fahren, eine Menge bloggen und dann früh nach Hause fahren. Zudem hatte ich noch den Firmenwagen um am Wochenende kostenlos zu Rennen zu fahren. Ein echter Arbeitnehmertraum.

Also fasste ich den Entschluß die JCRC D Klasse Serie zu gewinnen. Dazu musste ich an 12 Rennen die teilweise recht weit von Tokyo weg waren teilnehmen. Ich war zwar viel zu schlecht um eines dieser Rennen zu gewinnen, vor allem solche die auf recht bergigen Strecken ausgetragen wurden (8 von 12), aber man bekam schon 50 Punkte nur für das Teilnehmen und ankommen und adann noch maximal 30 Punkte für den ersten und 1 für den 23. Platz dazu. Also, dachte ich mir, wenn ich es schafe im Gegensatz zu meinen Konkurrenten an allen Rennen teilzunehmen und anzukommen, dann bekomme ich bestimmt genug Punkte zusammen um die Serie zu gewinnen.

Das erste Rennen im März 2008 fuhr ich noch auf dem Cannondale in Kawagoe. Ein super ekliger typischer Kriteruimkurs mit schmalen Straßen, fiesen Kurven und vielen Stürzen. Und dann auch noch als Punkterennen, also man bekam Punkte je nach Platzierung in der 2., 4., 6., 8, und 10. und letzten Runde. Wer die meisten Punkte hat gewann. Ich machte überhaupt keine Platzierung unter den ersten sechs, was Punkte gegeben hätte, schleppte mich irgendwie ins Ziel und endete auf dem 30. Platz in einem Feld mit 37 Fahrer.

Es wurde langsam klar, das ich also ein schnelleres Rad brauchte, wenn ich hier irgendwie bestehen wollte. Zwei Wochen später fuhr ich dann das nächste Rennen in der Hölle von Shuzenji. Hier wurde ich Letzter in einem Feld von 25 Fahrern.
Dieses Renn war allerdings schon auf dem neuen Cervelo.

Ich mochte das Cannondale gerne, aber nachdem ich das Cervelo hatte, war es nun an der Zeit einen Schnitt zu machen.  Eine Zeit stand es noch im Radraum und Ludwig machte darauf seine erste fahrt hoch nach Yabitsu. Aber dann verkaufte ich es eines Tages an Nick Johnston, einen Headhunter den ich einmal kennengelernt hatte. Er wollte mit Triathlon beginnen. Er setzte sich zum probefahren auf das Rad und fiel fast runter – er war seit 20 Jahren mehr kein Rad gefahren. Tja. Er hat es dann aber trotzdem gekauft. Vermutlich liegt das Cannondale irgendwo in der Ecke bei ihm in der Garage.

Am meisten an dem Rad mochte ich die Campagnolo Zonda Räder die ich mir ca 2004 dazu gekauft hatte, damals hatten die Zondas noch dieses 3G Speichenmuister Hinten und Vorne. Heute nur noch Hinten, vorne ist radial eingespeicht was meiner Meinung nach nicht so doll aussieht. Die Zondas sind sehr stabile, sehr schöne Laufräder die ich sehr mochte. Aber wehe eine Speiche bricht – man hat sofort einen brutalen Schlag im Rad und die Speiche auszutauschen ist ein mühevoller Geduldsakt der mindestens einen Magneten und eine Flache Rotwein erfordert.

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Panasonic (blau)

1990  –  2001

Das einzige nicht erhalten gebliebene Foto von meinem Rad nicht.

Das einzige nicht erhalten gebliebene Foto von meinem Rad nicht.

Im Sommer 1990 ging ich mit einem Stipendium des DAAD für zwei Jahre nach Japan, um dort japanisch zu lernen und erste Arbeitserfahrung als Praktikant in einer japanischen Firma zu sammeln. Nachdem ich 1985schon über die Japan Foundation einen kostenlosen zwei Wochen Urlaub in Japan machen durfte und restlos begeistert war, waren diese zwei Jahre erst einmal wie die Erfüllung eines großen Traumes. Ich konnte nur 30kg Gepäck mit nach Tokyo nehmen, ein Rad hatte ich ohnehin nicht mehr.

Schon vor dem Flug nach Tokyo hatte ich mit Jürgen Hoffmann, einem Mitstipendiaten, gemeinsam eine kleine Wohnung irgendwie in der Nähe der Sprachschule gemietet. Drei Zimmer in einem älteren aber nicht schicken Holzhaus, ca. 40 m2 mit Dusche und Waschmaschine in der Küche und ohne Klimaanlage. Im Sommer konnte man sich tagsüber in der Wohnung nicht aufhalten. Lernen am Tisch war nur mit Ventilator vor einem aufgestellt möglich und dann mussten Steine auf alles was wegfliegen konnte plaziert werden. Trotzdem war es traumhaft.

Irgendwie wollten Jürgen und ich Räder haben. Jürgen hatte gelesen, dass auf der amerikanischen Base in Yokota billig Rennräder geben sollte, also fuhren wir eines Tages mit dem Zug dorthin. Wir wollten dann auf die Base, wurden aber von Wachposten am Eingang gestoppt. Da wir auch niemanden auf der Base kannten liessen sie uns auch nicht rein. Ich glaube, die Idee einfach so auf die Base zu gehen war auch ziemlich naiv. Also schauten wir uns in der Nähe nach Radläden um. Die Gegend um Yokota ist wirklich eine schöne, klassisches Ami-abhängigen Land, aber zum Glück sprachen dort viele Menschen leidlich englisch, was sonst nicht so der Fall war. Jürgen schlug dann zu und kaufte sich ein „Shogun“ Rad. Nach heutigen Maßstäben war das schon ziemlich scheisse. Ich konnte mich nicht entscheiden und ging ein paar Tage später zu einem kleinen Radhändler in der Nähe von Meguro bzw. Aburamen, den ich über den Lonely Planet Reiseführer gefunden hatte. Den Laden gibt es heute nicht mehr.

Der Laden war winzig und total dunkel. Aber der Mann hatte Ahnung, wie ich im Nachhinein weiß und bestellte für mich bei Panasonic ein blaues Rennrad in meiner Größe. da ging so, dass er mich eine Menge Dinge fragte die ich leidlich verstand und dann ein Formblatt mit dem Fax nach Panasonic schickte und kurz darauf eine Antwort bekam. Das Rad war also bestellt und ein paar Wochen später sollte ich es dann abholen. Das komplette Zusammenbauen fand in dem Radladen statt, Panasonic lieferte nur den Rahmen und die Komponenten, alles andere mußte der Radhändler machen, einschliesslich des Zusammenbauens der Laufräder.

Obwohl ich das Rad über zehn Jahre gefahren habe und dami auch anfing richtig Rennrad zu fahren, gibt es leider gar keine Bilder davon, so dass ich auch nicht emhr genau weiß wie es aussah und welche Komponenten verbaut waren. Für den Preis von 60.000 Yen (also heute etwa 600 Euro) bekam ich aber einen Standardrahmen aus akzeptablem Rohr in dunkelblau mit Panasonic Logo und eine komplette Shimano 600 Trikolore Ausstattung einschliesslich Hakenpedale mit Plastikbügeln. STI Hebel hatte ich da zum ersten Male im Panasonic Ausstellungsgebäude in Tokyo gesehen, an meinem waren allerdings noch Rahmenschalthebel. Ich vermute einmal Sieben-Gang.  Die Kuebelblätter waren Bio-Space, was heute alle bescheuert finden aber damals wie heute total egal war. Es gab keine Ösen zum befestigen von Schutzblechen oder einem Gepäckträger.

Alles in allem war das ein Rad für dass man sich nicht schämen mußte.

Nach dem Kauf mußte ich allerdings nach Hause fahren und ich hatte keine Ahnung wie ich dorthin kam. Also versuchte ich erst einmal zum nächsten größeren Bahnhof, nach Shibuya durchzuschlagen. Von Shibuya aus ging die Inokashira S-Bahnlinie zu meinem Heimatbahnhof Higashi-Matsubara und machte vorher an dem Kreuzungsbahnhof Shimokitazawa halt. Von dem weiteren nördlich gelegenen Großbahnhof Shinjuku ging die Odakyu Linie ebenfalls nach Shimokitazawa. Also, dachte ich wenn ich auf der nördlichen Seite der Inokashira Linie bleibe und immer südlich der Odakyu, dann komme ich irgendwann einmal nach Shimokitazawa.  So fuhr ich irgendwie kreuz und quer zwischen die Bahnlinien bis ich dann drei Stunden später in Shimokitazawa ankam. Ein absoluter, langanhaltender Alptraum. Ich versuchte dann die nächsten beiden Stopps bis zu meinem Bahnhof an der Inokashiralinie zu bleiben, verfuhr mich und eine weitere Stunde sp#ter hatte ich keine Ahnung wo ich war und sprach auf englisch eine Frau an. Die zum Glück auch gut englisch sprach und mir den Weg zum Bahnhof zeigte. Später fand ich heraus, dass ich etwa 200m von meiner Wohnung entfernt war.

Später kaufte ich mir einen Atlas und fuhr häufig damit durch Tokyo und die nähere Umgebung. Eines der ersten Teile, die ich mir für das Rad kaufte war natürlich ein schicker Tacho von Cateye. Mit Rad, Tacho und Atlas machte ich mich dann auf den Weg die Schreine in der Umgebung zu besuchen und sogenannte Ema (das sind Holztafeln mit Motiven des Schreins, auf deren Rückseite man seine Wünsche schreiben mag).  Eine der ersten größeren Touren mit dem Rad führte mich nach Kamakura zusammen mit Tobias. Es dauerte endlos, bis wir den Weg aus Tokio rausgefunden hatten. Wir kamen in Kamakura an, sahen uns die Küste an und fuhren gleich wieder zurück. Da ich so ziemlich das erste Mal in meinem Leben mit Hakenpedalen fuhr, hatte ich mich an einer Ampel auch mal wieder gut auf die Fresse gelegt, als ich nicht aus den Pedalen rauskam. Ich glaube, das passiert aber jedem Mal. Ich fuhr über die Inokashira-Dori nach Masashi-Saki wo meine irgendwie Fast-Freundin Barbara Geschwinde lebte und an der ICU studierte. Nachts auf der Inokashira war trotz vieler Ampeln phantastisch. An einem der Hügel konnte man so richtig schnell runterbrettern.

Ich nahm das Rad dann mit nach Deutschland als in Japan verliess. Am letzten Tag versuchte ich das Rad auseinandernehmen und zu verpacken, es war aber total unmöglich die rechte Pedale abbekommen. Ich habe fast den halben letzten Tag beim Radhändler in Higashi-Matsubare verbracht aber wir haben es auch nicht zusammen geschafft.

Und in der Folgezeit fuhr ich oft von Düsseldorf aus Richtung Ratingen, dann an die Ruhr nach Essen-Kettwig und weiter in das bergische Land; dann zurück über Mettmann und Grafenberg nach Hause. Das war eine 90 Kilometer Runde und mein Ziel war diese in weniger als drei Stunden zu schaffen. Ich hatte mittlerweile eine Radhose und ein Jersey. Heute habe ich einen ganzen Schrank voll, von denen ich vielleicht 2 oder 3 anziehe. Ab und an fuhr ich auch mal damit zur Arbeit nach Essen. DAs war also das Rad, mit dem ich zum ersten Mal mehr als 100 km an einem Stück gefahren bin.

1994 wurde ich dann nach China versetzt und nach einem kurzen Aufenthalt in Deutschland recht schnell wieder 1996 nach Malaysia. Da war dann nichts mit radfahren, obwohl in China mitten auf dem Lande am gelben Fluß in der Provinz Henan, kaufte ich mir in der Stadt Luoyang das teuerste Rad was zu haben war.  Was so ein taiwanesisches oder chinesisches MTB mit einer Suntour Schaltung. Direkt bei meiner ersten Fahrt hatte ich das Pedal aus der Kurbel rausgetreten. Im Workshop auf der Baustelle wurde das noch mal geschweißt, aber es half nichts, das Teil war nach einem Tag hinüber. Ich hätte mir besser doch so ein stabiles Kommunistenrad wie „Ostwind“ oder „Weiße Taube“ holen sollen.

1997 waren wir, mittlerweile zu dritt, wieder zurück in Düsseldorf und dann ging es doch recht schnell wieder nach Japan, wo ich 1997 in Fukuroi, in der Nähe von Hamamatsu anfing zu arbeiten. IN Fukuroi war absolut gar nichts los, Hamamatsu war immerhin eine Stadt von 800.00 Einwohner und riesiger Yamaha Fabrik und JSDF Airbase, so daß es wenigstens ein paar Ausländer dort gab. Ich fuhr morgens mit der Bahn die 30 km nach Fukuroi, ab und an im Sommer auch mit dem Rad. Am Wochenende machte ich meine 60 km Runde rund um den Hamanakako. Ich hatte den Ehrgeiz, diese in weniger als zwei Stunden zu schaffen, was mir aber nie gelang. Auch wegen dem Verkehr, denn das letzte Stück ging durch die ganze Stadt von Süden nach Norden.

Ab und an fuhr ich auch in die Berge, aber davor hatte ich noch zuviel Respekt. Unsere deutsche Freundin Corinna wohnte mit ihrem Mann in einem einsamen Haus in den Bergen und ab und an fuhren wir am Wochenende dort raus. Das letzte Stück war aber viel zu steil um es mit dem Rad hochzufahren. Ich war kein guter Bergfahrer, ich war zwar schnell, aber die kleinen Hügelchen auf der Runde um den Yamanakako nahmen wir schon die gesamte Puste aus der Lunge. Und ich fuhr fast immer alleine und fand keine Freunde dort mit denen ich hätte fahren können.

Ich kaufte mir eine superstabile Luftpumpe aus Gußeisen mit Manometer die ich heute noch besitze.

Ende 2000 wurde ich dann nach Tokyo versetzt. Ich fand das aus radtechnischen Gründen zuerst grauenhaft, denn ich war mitten in dieser riesigen Stadt und es gab einfach keine Gelegenheit einmal in Ruhe und längere Strecken zu fahren. Ab und und fuhr ich mit dem Rad zur Arbeit, besonders Nachts machte das auch Spaß. An den Wochenenden entdeckte ich den Tamagawa und tastete ich langsam Richtung Ome vor. Ome, etwa 50 km entfernt, war aber das höchste der Gefühle und ich fuhr dann meist mit dem Zug zurück.

Dann mußte ich eines Tages im Jahr 2001 zum Zahnarzt in Denenchofu. Ich liebe diese Zahnärztin. Als Zahnärztin war sie mies, wie sich dann nachher in Deutschland herausstellte, aber die Besuche dort hatten massiven Unterhaltungscharakter. Leider darf man beim Zahnarzt, der ganz in der Nähe des Bahnhofes Denenchofu ist, nicht parken. Da sind überall Schilder die darauf hinweisen, dass Räder von der Polizei mitgenommen werden. Zu allem Überfluß gibt es ganz in der Nähe auch noch eine Polizeistation. Also kam ich auf die super Idee mein Rad etwas weiter weg im abgezäunten Bereich eines Hauses zu parken. Ich ging dann erst zur Zahnärztin, dann zur Arbeit und kam im Dunkeln wieder. Da fand ich aber nicht mehr mein Panasonic Rad, sondern nur noch einen Zettel auf em in japanisch stand:

„An den ehrenwerten Besitzer des Rennrades:  Wir haben das weggeschmissen und der Polizei Bescheid gegeben.“

Ich hatte dann nicht den Mummda zu klingeln. Ich mochte da Rad auch, war aber auf der andren Seite auch nicht unfroh, dass mir das die Möglichkeit gab ein neues Rad zu kaufen. Seit einigen Monaten streifte ich nämlich schon in dem „Geronimo“ genannten Ableger von Y´s Bicycles, einer großen Radladenkette in Jiyugaoka rum und starrte mir die Augen aus.

Es war aber immer der Gedanke da, dass ich irgendwann an meinem letzten Tag in Japan einmal wieder zu dem Haus gehe und ihnen aus Rache lange nach der Tat entweder (a) die Scheiben einschmeisse oder (b) das Schloß mit Sekundenkleber zupappe oder (c) einen Briefumschlag mit Hundescheisse vor sie Tür lege anzünde und dann weglaufe. Habe ich aber alles nicht gemacht. Soweit ich mich erinnern kann.

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BMX (Im Prinzip Weiss)

1973 – 1978

Das BMX: Nur Fliegen sind schöner

Das BMX: Nur Fliegen sind schöner

Nachdem es mir nicht gelungen war mein Vaterland durch übertriebenes Tuning in ein einigermaßen cooles Gerät zu verwandeln, bekam ich überraschend die Chance von einem meiner besten Freunde damals, Dietmar Beck ein altes und verhunztes BMX Rad zu kaufen. Vielleicht war es auch, nach heutiger Definition ein Bonanza Rad. Es hatte hinten eine 5 Gang Schaltung mit Schaltwerk. Das Schaltwerk war noch dran, aber der Rest der Schaltung fehlte komplett. Das war aber egal, die Kette lief auf dem kleinsten Ritzel und selbst damit und bei voller Kraftanstrengung kam ich auf maximal 25 km/hr den Berg runter. Mehr war schon aufgrund mangelnder Berge und mangelnder Bremsleistung vorne nicht möglich. Ausserdem lag es auch an der Tatsache, dass der Sattel gefühlte 15cm über der Kurbel lag und an dem Lenker. Der war wirklich einzigartig. Er war wie ein umgekehrt nach oben montierter Rennlenker nach vorne geschwungen, kam dann nach langer Zeit wieder zurück, aber viel zu weit, eigentlich fast bis zum Sattel und endete dann in horizontalen Griffen. Das wäre eine gute Aufgabe für die Statikklausur im Studium gewesen. Aus dem Rohr des Lenkers alleine hätte man bequem einen neuen Rahmen fertigen können.

Das Rad bekam dann erst einmal eine großen, schlecht- und selbstgemachten Aufkleber auf dem der Welt verkündigt wurde:

NUR FLIEGEN SIND SCHÖNER

Das hatte ich mir aus der deutschen Ausgabe der MAD abgesehen, die ich damals köstlich komisch fand. Jedenfalls war das ein völlig abgefahrenes Akrobatikrad mit dem wir bei uns im Garten fuhren auf selbstgebauten Hindernis-parcouren und auf der Straße versuchten Wheelies zu machen. Bei einem Sprung über die zwei Stufen von unserem Garten in den meiner Großeltern passierte es dann: Ich riß den Lenker hoch und der verzog sich dabei dermaßen, das ich mal wieder auf die Fresse  fiel. Der Lenker war dann hinüber so dass ich zu dem Mann mit der dicken Zigarre im Radladen ging und mir einen neuen besorgte. Eben den, der auch auf dem Foto ist.

Unglaublicherweise hatte dieses Rad auch zwei Bremsen, eine Klingel und eine Vorder- und Rücklampe. Das war aber nur der Tatsache geschuldet, dass wir an einem ADAC Radwettbewerb teilgenommen hatten und die Teilnahme war nur mit Verkehrssicheren Rädern erlaubt.Markant ist auf jeden Fall die Position der linken Bremse am Lenker die den Trend heute bei Fixies die Bremse an möglichst unpraktischen Stellen zu fixieren (Vorbau, Rahmen, Handgelenk) um Jahre vorwegnimmt. Vielleicht ist mir auch nur die Bremszughülle ausgegangen.

Wie man auch auf dem Bild sehen kann ist da Rad voll Crosscountry tauglich. Wir haben das in Gladbach vor allem auf der Landwehr getestet, auf dem Foto sitzt mein Freund Stefan Martellock auf dem BMX. Das allerwichtigste aber blieb die Aufgabe auf dem Rad Wheelies zu machen und möglichst lange auf dem Hinterrad zu fahren. Am besten ist mir das an dem Tag gelungen, wo ich den Lenker hochriss und, da ich vergessen hatte die Achse des Vorderrades festzuschrauben, dieses sich verabschiedete. Ich versuchte also möglichst lange auf dem Hinterrad zu fahren, bis die Gabel auf den Boden krachte ich mal wieder auf der Fresse lag.

Andere coole Beschäftigungen mit dem Rad waren Bike Polo, wir hatten ein cooles Set von Plastikcrocketschlägern mit denen wir immer spielten, und einen unserer Freund auf dem Skateboard zu ziehen. Oft fuhren wir zu viert auch Rennen auf unserem Lieblingsparcour am Gesundheitsamt.

Leider begann dann irgendwann und irgendwie doch die Pubertät und coole Beschäftigungen an denen man sich auch dreissig Jahre später noch erfreuen kann (Radfahren, schrauben, mit Freunden über Räder quatschen) wurden ersetzt durch Dinge wie Mädels, Mädels anbaggern und über das Anbaggern von Mädels quatschen. Irgendwie blieb da auch das BMX auf der Strecke und wurde von meinen Eltern entsorgt.
Aber der Lenker, der war ein Wahnsinn.

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Motobecane (Grün)

1975 – 1989

Mein grünes Motobecane kurz nach dem Kauf, kurz vor dem Klau.

Mein grünes Motobecane kurz nach dem Kauf, kurz vor dem Klau.

Im Sommer 1975 schenkte mir mein Onkel Horst ein grünes Motobecane Rennrad. Ich fuhr zu ihm nach Frankfurt und holte es mir ab. Damals war es für mich der absolute Traum: Es sah irrsinnig schnell aus, hatte eine 2 x 5 Gangschaltung und sah definitiv besser als die Peugeots und Raleighs aus, die ich als einzig wahrnehmbare Konkurrenz bei meinen Freunden sah. Heute sehe ich billigste Simplex- oder Huretkomponenten, riesige Flügelschrauben an den Rädern und Schutzbleche mit Lampen draufgeknallt und Dynamo hinten links dran. Da ganze kostete fast 200 DM, also etwa den Preis eines guten Sattels heute und ich fuhr damit erst einmal ein Paar Takte in Frankfurt Sachensenhausen rum um die lokale Bevölkerung zu beieindrucken.

Dann ging es nach Kronberg zu meinem anderen Onkel Wolfgang, sozusagen in die Berge des Taunus. Bei einem meiner ersten Versuche bergabwärts zu schalten kam ich auf die selten blöde Idee mit der linken Hand nachzuhelfen als die rechte nicht alleine diese schwergängigen Hurethebel bewegen konnte, schrappte ein paar Meter an der Mauer lang und fiel dann gut auf die Fresse. Die Brille war auch erst einmal hinüber, aber die Mauer steht heute noch und jedesmal wenn ich meinen Onkel besuche und die Mauer sehe, dann denke ich daran wie naiv ich war.

Mein Rad steht übrigens nicht mehr. Jedenfalls nicht bei mir im Keller. Es wurde mir eine Woche später in Mönchengladbach vor dem Kino am Bahnhof geklaut, wo ich es unabgeschlossen hingestellt hatte, um mir einen Film anzusehen. Das war noch blöder als zwei Hände  zum schalten zu nehmen, aber zum Glück war das noch in einer Zeit, als Räder noch in Hausratsversicherungen mitversichert waren und meine Eltern bekamen dann fast die gesamte Kaufsumme von der Versicherung wieder. Ein paar Tage später sind wir zu einem Radladen in Mönchengladbach Neuwerk gefahren und haben ein neues Motobecane gekauft. Eigentlich fast das gleiche.

Mit dem fuhr ich dann ein paar Wochen später wieder zum Kino, wo ich mich mit Eva auf ein romantisches Date verabredet hatte. So jedenfalls meine Vorstellung, ihre waren wohl etwas anders. Oder vielleicht lag es auch daran, dass ich vorgeschlagen hatte „Startrek“ zu sehen`? So jedenfalls meine Erinnerung, stimmt aber nicht, denn Startrek kam erst 1979 raus. Egal – die Geschichte ist aber so besser. Jedenfalls stand ich vor dem Kino und tatsächlich kam auch Eva. Und zwei Minuten später kam auch rein zufällig ihre Freundin Claudia, die sich, wie gesagt,. rein zufällig auch Startrek ansehen wollte. Na, da gehen wir doch alle zusammen! Im folgenden und dunklen passt Claudia dann gut auf, dass sie die beste Freundin Evas blieb und nichts das Glück stören würde. So ca. 30 Jahre hatte ich nicht begriffen, dass das Zusammentreffen der beiden Freundinnen KEIN Zufall war. Erst eines Abends in Japan als ich darüber nachdachte machte es DingDong.

Dieses Rad hat mich dann durch die Jugend gefahren. Nie lange Strecken, immer nur den Weg zur Schule oder zu Freunden. Im Sommer bin ich oft damit zu dem Wochenendhaus meiner Elötern  in Merbeck gefahren. Das war etwa 17 km weit weg und wenn ich schnell war,dann schaffte ich das in einer Stunde. Einmal sind wir von dort aus abends nach Hause gefahren. Meine Eltern mit dem Auto und ich mit dem Rad. Gleich zu Anfang gibt es eine Abkürzung über einen Feldweg, wo Autos nicht fahren konnten. Diese hatte ich genommen und bin wie Eddy Merckx bei Paris-Roubaix so schnell gefahren wie ich konnte um meinen Eltern den Weg abzuschneiden. Da hatte ich auch geschafft und winkte ihnen siegestrunken nach als sie an mir vorbei fuhren. Ich hätte sie mal lieber anhalten lassen denn ich hatte kurz danach einen Platten und konnte mich auf den 15 km langen Fußweg nach Hause machen. Auf dem Weg liegt Das HQ der englischen Armee, in dem damals meine Tante arbeitete (Ziemlich viele Onkel und Tanten die hier vorkommen, aber mehr gibt es auch nicht außer den angeheirateten). Ich ging da gleich zur Polizeistation und erzählte von meinem Missgeschick und daß meine Tante dort arbeiten würde „Can I make a telephone call?“. Ich durfte dann auf der Station eine ganze Weile warten, bis man mir sagte, dass man mir nicht helfen könnte, und ich doch jetzt besser nach Hause gehen sollte denn es würde ja gleich dunkel. Ich schleppte mich dann mit dem Rad nach Hardt zu meinem Freund Uli und der lieh mir ein Rad für die letzten Kilometer des Heimweges.

Als echter Punk war Radfahren nicht angesagt. Und so nahm ich mein Rad dann recht spät 1982 nach Düsseldorf, wo ich meinen Zivildienst im Marienhospital angefangen hatte. Dort arbeitete ich mich innerhalb kürzester Zeit aus dem Keller (Archiv) in das Erdgeschoss (Unfallambulanz) hoch. 1982 ging ich dann nach Aachen zum studieren. Das Rad nahm ich mir und da meine Wohnung recht weit von der Fakultät der Bauingenieure am Königshügel entfernt war, leistete es mir gute Dienste. Eigentlich waren die Bauingenieure von allem weit weg. Geistig in ihrer eigenen Welt, auf keiner Party der Studenten …. total humorlos und mund-. und schreibfaul. Der typische Bauingenieur hatte zwei Bücher im Regal: Den Bronstein, eine Sammlung mathematischer Formeln und ein Werner Comic. Er hatte außerdem eine IKEA Ted Stuhl so daß man, egal wen man besuchte, immer gleich saß. Die Bauingenieure waren derart humorlos, dass einer von ihnen auf dem Heimweg, während ich gerade einen superlustigen Witz erzählte (Sorry, keine Fußnote mit dem Witz hier) und unaufhaltsam auf die Pointe hinsteuerte, mein Stimme anhieb und sagte etwa: „Und dann sagt der Arzt zu der Frau::“ Und just in diesem Moment wurde ich unterbrochen von einem meiner Baufreunde: „Ich muß noch zum Bäcker, tschüss bis morgen!“ .

Um die Witzquelle auszugleichen, hier der kürzeste Männerwitz der Welt: „Kommt eine Frau beim Arzt.“

Ende der Achtziger war ich dann wieder mit dem Motebecane auf dem Weg zur Uni als mir in einer Kurve bergabwärts in voller Geschwindigkeit der Vorbau direkt über dem Rahmen abbrach. Ich hatte zwar noch beide Hände am Lenker, aber da der Lenker nicht mehr in irgendeinerweise mit dem Rad verbunden war, war das auch ziemlich sinnlos. OK, also die Bremskabel waren noch verbunden. Jedenfalls knallte ich mal wieder voll auf die Fresse und hatte noch Glück, daß ich nicht von dem Bus hinter mir überrollt wurde.  

Also ging ich zu einem coolen Rennradladen auf der Harscampstraße und fragte was man da machen könnte. Mein Anliegen war aber für die Besitzer völlig uninteressant, denn leider liessen die sich nicht auf das Niveau eines Motobecame Rades herab. Also Colnagno, Pinarello und Mercier OK, aber Motobecane? Die auch Mofas machten???? Ich blieb hartnäckig, bis einer von denen dort sagte: „Paß mal auf, Teile für Dein Rad haben wir hier nicht. Das ist zwar auch ein Rad, aber der Unterschied ist so groß wie zwischen einem Formel Eins Wagen und einem Trekker, sind auch beides Autos. Und DU hast nen Trekker.“ Den Laden gibt es schon lange nicht mehr und weiterhin kann an der Qualität von Service und Freundlichkeit in deutschen Radläden gearbeitet werden.

Ich ging also zu einem anderen Laden und der verkaufte mir eine neue Gabel. Warum eigentlich, denke ich heute zum ersten Mal, der Vorbau war doch über dem Rahmen abgeschert, das hat doch mit dem Gabelschaft nichts zu tun. Vermutlich kann man eine Gabel teurer als einen Vorbau verkaufen. Die Gabel hatte ich mir selber ausgesucht. Als ich da Rad abholte machte mich der Händler dann darauf aufmerksam, das ich ja unbedingt eine Renngabel hätte haben wollen, auf die meine Bremsen mit langen Schenkeln nicht passen. Also man hätte nur Bremsen können, in dem die Bremsbacken sich in die Speichen bewegen. Der Typ hatte mich aber schon so genervt, dass ich einfach von dannen zog. Zuhause stellte ich die Bremsbacken dann quer, also sie zeigten nicht von vorne nach hinten, sondern von unten nach oben, so dass wenigstens ein Teil der Fläche zum bremsen genutzt werden konnte. Damit fuhr ich dann den Rest meines Studentenlebens in Aachen.

Etwa Vierzehn Jahre, nachdem mir mein Onkel das Rad geschenkt hatte, fuhr ich mit dem Sänger unserer Band „Vichter“ und seiner Freundin Michelle nach Italien in Urlaub. Am Abend vorher tranken wir noch ein paar letzte Weizenbier und Tequilla in unserer Stammkneipe, der Tangente. Gibt es auch heute noch, hatte eben auch immer freundliches Personal das uns schon Mal etwas umsonst gab. Ich gab dann meinem Freund Ralle den Schlüssel zu meinem Rad und bat ihn das am nächsten Tag abzuholen. Etwa drei Wochen später kam ich aus Italien zurück und Ralle hatte vergessen das Rad abzuholen. Und so ist auch da zweite Motobecane geklaut worden. Ralle gab mir dann als Entschädigung sein 26 Zoll Jugendrad das ich nie angepackt in den Keller gestellt habe und  bei meinem Auszug auch wegschmiss.

Ich denke, die meisten Kilometer auf eine Rad werde ich wohl auf dem Cervelo gemacht haben, jeweils über 10.000 2008 und 2009 und dann nach mal 6.000 2010. Das wird mit einem Rad nicht mehr zu toppen sein. Aber noch unwahrscheinlicher ist, dass ich ein Rad vierzehn Jahre lang haben und fahren werde. Das bleibt dem grünen Motobecane vorbehalten. Leider gibt es fast keine Photos von dem.

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The Blue Olmo

Some photos of the new blue Olmo which will replace the blue Gazelle as my new commuting bike. Come summer, come winter.

In honor of David Litts epic Paris-Brest-Paris adventure that just ended unfortunately, it will get a small sticker reading „Frenay-Sur-Sarthe – 1.039km“ on the toptube, overlapping the „San Remo“ mark.

This was a tricky built-up. Uwe from Studio Brisant did some repair of the paint work and I had to ask for assistance with Velosport for the headset and the bottom bracket. I am still not happy with the pedals.

The origin of most of the parts is the Peugeot Galibier that I built-up in winter this year. Most of the parts are Shimano Golden Arrow (105 level of the Eighties) but I decided to exchange the brake calipers with Shimano 600 6200type which are much, much better in terms of brake performance. The Peugeot frame is now sold and I know it in good hands.

This bike has a lot of stuff attache to it, like speed meter, bottle cage, saddle bag, pump and some is going to be added additionally: lights and mud guards. This may not be looking good on a classic bike, however this is a commuting bike and I will be in need of all this stuff.

If anyone is interested to buy the Gazelle „en bloc“, please let me know.

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Olmo from the Ice

Despite the fact that I was raised in the sixties and seventies, my parents didn’t own a television set for quite a while. I was forced to go to my grandparents who were living next door when I liked to watch TV. 

From this angle the bike almost looks like a stealth fighter plane.

My favourite programs as a kid were „Krempoli„, „“Stanley Beamish, „Mini-Max“ and the Augsburger Puppenkiste, a marionette theater that would make any kid of today asleep within 10 seconds. Michael Ende, Ottfried Preussler and Max Kruse all wrote famous pieces for the programm and one I remember in particular were the stories about Urmel. And the charcter I liked most was the sea elephant. One day, when I retire, I want to become like the sea elephant from Urmel


So this is perhaps why the name OLMO, which is or was one of the famous Italian steel frame builders of the sixties, seventies and eighties, is high in my personal list. When I started to become interested in old steel bikes a long time ago (autumn 2010, to be precise), the first bike I fell in love with was the Moser Leader AX evolution This is a nice frame but it very hard to get them in large sizes and . now it is somewhat too modern for me with TIG welded joints and unifork. The second bike I fell in love with was an Olmo. I now own too Olmo frames (I have sold the Faggin and the Peugeot in the meantime to finance them). and the blue one from the Nineties will become my commuting bike and the white „Olmo from the Ice“ will become the showpiece. 



Still a lot of choices to be made, but here are some photos showing the actual status after working on the bike today. The frame was rusty and in poor conditions when I got it first from Vienna. It was grit-blasted and painted and I bought a set of new decals. Almost every component has a special story. Note the leather grips on the track handle bar, the Shimano 600 AX aero brakes and the Arabesque shifters.


There’s so much to write – but another time when the bike is ready. Enjoy the photos.

Campagnolo Super Record Brake Lever with Olmo Pantographs plus leather grips.
Shimano 600AX front brake – Eighties arero craze porn
The cockpit: Olmo stem with Italian flag
Pantographed fork and Arabesque shifters
Gran Compe Saddle

 

Front view on pave
Rear view on pave

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Wet White Dream is ready to ride

Picked up my new bike at the shop today after the owner, Campa, had kindly agreed to setup everything before Wednesday so that I could take her to the Transalp.


Total weight is barely UCI legal. And this includes pedals and before adding a lighter saddle which will shave off another 100g from the total.


More pics to follow shortly. The design was inspired by the camouflage jerseys from the St. Pauli stealth bomber group (here an actual photo when riding out with the club). 

I wanted something that fits nicely into the landscape, and with snow forecasted for the higher regions of the Transalp tour next week, white will melt beautiful into the background of glaciers and ravines.

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Sayonara Cervelo

I just packed my Cervelo and will bring it to the post office tomorrow. A guy in Holland bought it.


The Cervelo was a good bike. I bought the frame in December 2007 and then one by one I also bought all the components to assemble the complete bike. Nagai-San put everything nicely together. In 2009 I made one upgrade from Shimano 6600 to 6700 mainly because I liked the routing of the shifting cables along the handle bar. 


This bike took me to a lot of nice places. We went down together fast and made longish uphill rides. The last one was with Juliane and David on Mallorca. Unfortunately I am too heavy for this bike, or well, after three seasons and perhaps 30.000 km I manged to crack the seatpost tube. Perhaps this is what can be expected from a high performance frame.


And perhaps I could have repaired it. Even Titanium frames can be repaired these days. But I have laid my eyes on something new already. Will blog about the new bike once the frame is here.

Crack on the left side developing from the round „stress-relieve“ cut-out at the end of the slit.
..and a second crack in the same location on the right side.

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Projekt X Ride 1

Bike Porn 1: KNC aluminium 7075 jockey wheels with ceramic bearings. Matching low weight titanium screws. Powered by Wippermann Connex gold chain. Experiments have shown that you can ride an average Paris – Nice stage 5.17 seconds faster with this set up.

Today was the day when I was asked to collect project X from the big bike dealer at the the other edge of the town. Yes, I was supposed to assemble project X completely on my own but I had to give up on some parts.


Well that is actually also the reason why I like to work with old bikes. It isn’t that costly if you break something. On the other hand, if you put too much torque on the screws connecting the stem with the carbon handle- easily within milliseconds 10.000 Yen are gone forever.


Never mind that nasty thought. Today I learned that:


a) It is better to shift into highest gear before installing shifting wires as otherwise you can do it again.


b) There is actually another spacer between the wheel and the cassette even if you match a Shimano Dura Ace cassette on a Shimano freewheel.


c) You cannot mount a SRAM crank set in a Shimano specific bottom bracket.


As you may have already guessed, there are smaller and bigger Yen signs behind each bullet point.


I had my thought with Japan today and again. So I decided to take one day of holiday in order and do some riding. Before I rode out, I posted a longer post about elevator safety in case of earthquakes on the TCC blog. I hope it can be of help. This is different from writing hilarious stories.


So I rode out along the river Wuemme where the reed harvest was in full swing.



Project X is a very light bike, the lightest bike I ever had and it behaves pretty nervously. This is also the first time I ever use a bike with tubeless tires and I glued them on by myself so I didn’t felt very comfortable on the bike today. But its fast when it goes straight. And climbing trunk road pedestrian overpasses is a piece of cake with this baby.


I thought that I was faster as usual while staying in the lower 140 HRM range. On the way back I also found out why: It was an exceptional windy day and I could hardly ride at 25 km/hr back.


I have a workshop with my students next weekend in a youth hostel about 100 km away from Bremen. Weather permitting I will ride there by bike, but which one?

Bike Porn 2: Syntace 99 stem with titanium screw: less than 100g. Otherwise mostly carbon.

I like the concept of Project X: A cheap, average aluminium frame equipped with nice components. The frame is made by Easton under the name of the Italian brand. Nice orange color. 

Orange Aluminium screws combined with the N of „Faggin“. Of course it never works out like that. Too many standards. Think 31.6 mm seat post diameter.

Bike Porn 3: Full carbon saddle. Less than 100g. Less than 10.000 Yen, so even cheaper than my Selle Italia. 
Bike Porn 4: The power train. Blue valve cap brings luck to the owner. SRAM crank from the original Cervelo setup, later replaced by Ultegra 6700. This bike has nothing that isn’t necessary. Note the missing front derailleur and smaller chain ring. With a 12 – 28 in the rear never mind in Bremen. By the way, stronglight chain rings don’t fit on SRAM cranks. One also need special single speed screws for assembly if only one chain ring is used.


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Project Faggin Orange Speed

Three tasks for today:

1. Pick-up the Peugeot Galbier from the bike shop (hopefully)
2. Visit day 4 of the Bremen Six Days Race with my son Henri
3. Start thinking about Project Faggin Orange Speed

Oh yes, and work at the university.
It seems that I missed Boney M. at the race yesterday. Never mind, today there is another great band playing that nobody should miss: Middle of the Road! And this, after I have seen Abba in October in Berlin. What will be next? Perhaps Alvin Stardust? Long Tall Ernie and the Shakers? Or, the best band of all times, the Kursaal Flyers?

The Faggin frame cost less than 8.000 Yen, couldn’t resist.The idea is to set up a cheap speed bike with modern components, 105 range, flat handle. Only one chain ring in the front, 9 or 10 in the rear.Budget 300 Euro, completed. Will built some nice wheel by my own again. This will become another good looking bike.

Little Does She Know



Little does she know that I know that she knows
That I know she’s two-timin‘ me
Little does she know that I know that she knows
That I know she’s cheatin‘ on me


I was outside the one stop
When I saw her in the corner
And I didn’t like what I see


Little does she know that I know that she knows
That I know she’s two-timin‘ me

She was sharing her spin dryer with a guy in a tie-dye
When she saw my reflection in the chrome
I knew that she’d seen me ‚cause she dropped her bikini
The one that I got her in Rome


Little does she know that I know that she knows
That I know she’s two-timin‘ me
Little does she know that I know that she knows
That I know she’s cheatin‘ on me


When she finished her laundry she was all in a quandary
And made it for the street like a hare
Her escape was so urgent, she forgot her detergent
And dropped all her clean underwear


Little does she know that I know that she knows
That I know she’s cheatin‘ on me

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