Archiv der Kategorie: Hannes

RTF. Das Delmenhorst Syndrom.

Eine RTF bietet dem ambitionierten Hobbyrennradfahrer die Möglichkeit sich einmal über 20 km völlig auzupowern und an seine Leistungsgrenzen zu gehen. Am Anfang natürlich. Am Ende plaudert man dann entspannt in der Gruppe und rollt das Ding nach Hause.

Delmenhorst, hört man diesen Namen, woran denkt man dann? Als ich am Tag vorher meinem Sohn sagte, dass ich am nächsten Morgen an einer RTF in Delmenhorst teilnehme meint er nur: „Ich habe letztens eine Statistik über Mordraten in Deutschland gesehen. Das war so eine Karte in grün, gelb und rot. Delmenhorst war da tiefrot. Pass auf Dich auf.“ Das ist aber Fake-News, der Spiegel zeigt, dass man in Delmenhorst sicherer lebt als zum Beispiel in Bremen. Meinem Sohn werde ich nun empfehlen nachts auf die Discomeile in Delmenhorst zu gehen. Wenn es so etwas gibt. Ansonsten ist Delmenhorst ein beschauliches Städtchen. Eine Bildersuche mit Google ergab unter anderem die folgenden Treffer:

An der Inkoop-Baustelle an der Oldenburger Straße hat es am Mittwochnachmittag einen schweren Unfall gegeben. Foto: Andreas Nistler

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Ich denke diese Impressionen geben einen guten Überblick, was den Fremden in Delmenhorst erwartet, wenn es schon nicht Mord und Totschlag ist.

Die RTF in Delmenhorst, ausgerichtet von dem rührigen RSV Urania Delmenhorst (internationaler Partnerverein ist übrigens Plutonia Pyöngjang: Städte die sich gegenseitig an Schönheit überbieten), ist eine der schöneren in der Umgebung von Bremen. Dieses Jahr bin ich sie zum 5. oder 6. Mal mitgefahren. Sie hat ein paar große Vorteile:

  • Die Anreise aus Bremen ist kurz und mit dem Rad.
  • Sie führt sehr schnell aus Delmenhorst hinaus in die Geest.
  • Man kann sich auf der Strecke entscheiden, ob man 80, 120 oder 155 km fahren möchte.
  • Am Ende fährt man nur kurz wieder nach Delmenhorst rein.

Aber auch einen großen Nachteil, denn die RTF ist traditionsgemäß schlecht ausgeschildert. Ich bin da noch nie 80, 120 oder 155 km gefahren, sondern immer 90, 133 oder 180, je nachdem wie viel ich mich verfahren hatte.

Da ich ja dieses Jahr durch Lüttich-Bastogne-Lüttich sehr gut vorbereitet war, musste ich am Abend vorher etwas gegen meine gute Vorbereitung tun, damit ich im Feld nicht weiter auffalle. Zufällig war ich zu einer Party der Absolventen meiner Hochschule eingeladen. Nach Steaks und Würstchen, vielen kleinen Bierchen redete ich dort ziemlich viel Mist; vermutlich, denn so genau kann ich mich nicht mehr daran erinnern. Den Weg nach Hause habe ich auf dem Rad im Regen zurückgelegt und auch daran habe ich kaum eine Erinnerung. Woran ich mich allerdings sehr gut erinnere ist, dass fünf Stunden später der Wecker klingelte und ich zunächst glaubte, dass Körper und Kopf voneinander getrennt worden wären, denn der eine tat nicht was der andere ihm befahl.

Zum Glück kam Hannes vorbei und wir radelten los um uns mit den anderen Bremern am Subway in der Pappelstrasse zur gemeinsamen Anfahrt nach Delmenhorst zu treffen. „Früher“ war da, wo heute das Subway haussiert, Radsport Schröder.

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Serviervorschlag

Traditionsgemäß wurde nun dort zunächst ein Kranz niedergelegt („Den Opfern des Radsportes“), traurige Lieder angestimmt („An einem Rädlein helle“; „Beim Schröder vor dem Tore“) und viel Mist geredet bevor unsere große Gruppe mit Trommeln und Pyro sich aufmachte Richtung Delmenhorst.

Angekommen entdeckten wir viele bekannte Gesichter, unter anderem auch den Jungen, den ich bereits beim letzten Mal kennengelernt hatte. Der verkaufte mir ein Salamibrötchen und eine Cola. Für €1,50 – das gibt es eben nur den den RTFs die vom Verein organisiert werden. Da waren auch wieder die Fahrer der SG Stern, denen wir bereits eine Woche früher bei der Bremer RTF hinterhergefahren waren. Da waren Karin und Torsten die ich eine Ewigkeit nicht mehr gesehen hatte (nicht weil sie in Delmenhorst wohnen), Jan, Lars, und und und. Das konnte ja lustig werden.

Zunächst einmal stellten wir uns aber an den Start. Da wir bereits ziemlich spät waren, fanden wir nur einen Platz im Mittelfeld. Die Stimmung war prächtig, Rennradfahrer bis zum Horizont, teilweise hinter Hecken und sonstwo.

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Am Start. Vorne die üblichen Verdächtigen.

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Prächtige Stimmung am Start. Siehe Andi (ganz links)

Es ging gleich zackig los. Also wie immer, bereits nach 100 Metern waren die ersten Löcher gerissen. Hannes und ich wollten eigentlich wieder bei den Sternen mitfahren, aber die hatten wir bereits ganz zu Anfang verloren. Ich versuchte uns nach vorne zu fahren, aber der Gegenwind und der Schädel hatten etwas dagegen. Bereits nach ein paar Minuten brach ich total ein. Hannes übernahm dann die Führung, aber ich konnte nicht folgen, so wenig Kraft brachte ich auf die Strasse. Es war echt schlimm, ich war über-vorbereitet.

So langsam bildete sich dann doch ein Gruppe von vielleicht 20 – 30 Fahrern und wir saussten raus aus Delmenhorst, fast immer gegen den Wind und richtig schön anstrengend. Wir waren schnell, aber nicht extraschnell und trotzdem war es irrsinnig anstrengend für mich. Ab und an machte ich an der Spitze etwas Führungsarbeit, aber ich musste mich wirklich zurückhalten. Wäre ich ein Rad, ich hätte nun geknarzt.

Peinlicherweise hatte ich schon wieder Probleme mit dem Material. Ich hatte extra mein knarzendes Canyon zuhause gelassen und mich mit dem lahmeren Basso Fior di Loto begnügt. Das ist eins von zwei Rädern, die nicht mit SPD Klickpedalen, sondern mit SPD-SL Klickpedalen ausgerüstet ist. Da ich das recht selten benutze hatte ich mir keine Gedanken über die Schuhe gemacht, zu mal ich ohnehin zwei paar SIDI habe, eins sehr alt und eins alt. Aus Versehen zog ich aber das sehr alte Paar an und da waren die Cleats nicht mehr im besten Zustand. Mitten auf freier Strecke, als ich in den Wiegetritt ging, klickte ich aus dem Pedal aus, trat auf die Strasse und musste einige Verrenkungen machen um mich nicht flach zu legen.

An einem T-Stück zeigte der Pfeil des Ausrichters nach links, aber viele waren sich sicher, dass wir nach rechts abbiegen sollten. Chaos. Schließlich entschieden wir uns dem Garmin und den Ortskundigen zu vertrauen und fuhren rechts weiter, was sich als die richtige Entscheidung herausstellte. Viele andere, unter anderem der schnelle Trupp vor uns, hatte sich aber für die falsche Richtung entschieden und kam deshalb an der Verpflegungsstation nach uns an. Warum das so kam weiß kein Mensch. Es könnte ein Versehen des Ausrichters sein, oder vielleicht hatte jemand das Schild auch umgehängt, wer weiß das schon. Tatsache ist aber auch, dass diese kleinen roten Pfeile mit gelber Spitze sehr schwer zu sehen sind. Man erkennt den Pfeil, braucht aber noch einige Zeit um die Richtung festzustellen. Und teilweise waren die Pfeile sehr spät vor den Abzweigungen festgemacht, so dass es zu scharfen Bremsungen im Feld kam. Das könnte und das sollte besser werden.

Da wir eine der wenigen, schnellen Gruppen waren, die die richtige Abbiegeentscheidung getroffen hatten kamen wir dann auch als erste an der Station in Colnrade an. Die schnelle Gruppe kam vielleicht 5 Minuten später, hatte einen dicken Hals und fuhr fast geschlossen an der Station vorbei (Auf Strava kann man gut nachverfolgen, wie sie etwa 10 Minuten Zeit verloren haben). Nach ca. 45 km muss man ja auch nicht unbedingt eine Pause machen. Wir bildeten dann eine kleinere Gruppe von vielleicht 20 Fahrern und machten uns auf und hinterher auf die 120 km Schleife. Dabei waren auch Kai Pi und Balacz, ersteren kenne ich schon sehr lange, zweiteren seit letztem Samstag. Und auch Lars. Ich wollte nun mit meinem iphone ein paar coole Photos machen, aber alles was mir aus Versehen gelang war dieses hier.

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Wie man sehen kann, habe ich mein sehr schickes Positivo Espresso Outfit an.

Die Gruppe passte ganz gut zusammen. Wir sammelten unterwegs noch zwei Fahrer auf, die aus der schnellen Gruppe gefallen waren, unter anderem einen Fahrer von der SG Stern der so aussah wie der Sportler unten heißt.

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Nein, nicht Kevin. So kann man nicht aussehen.

Das Klima in der Gruppe wurde nun immer besser, etwas das aus der Psychologie als „Stockholm Syndrom“ bekannt ist, oder meinetwegen auch als Delmenhorst Syndrom. Irgendwie ist alles zu schnell und zu anstrengend, aber man weiß auch, dass wenn es noch viel anstrengender wird und länger dauert, wenn man aus der Gruppe herausfällt. Deshalb entwickelt man eine Hassliebe für die Tempobolzer vorne an der Spitze.

Der Norddeutsche an sich und der Langstreckenfahrer im besonderen gilt ja allgemein nicht so als sehr offen und gesprächig (vgl. Horst Delme: „Der Norddeutsche – Aufzucht, Hege und Pflege“) im Gegensatz zum Rheinländer, aber bei einer RTF merkt man doch sehr deutlich, wie sich die Atmosphäre in der Gruppe langsam ändert. Am Anfang ist es sehr still, keiner sagt etwas, alle schweigen oder hecheln, denn bei 45 km/h ist es für die meisten von uns auch schwierig Konversation zu machen. Doch mit der Zeit beginnen die ersten Smalltalks. Der eine oder andere murmelt: „frei“, wenn eine Straße gekreuzt wird, oder flüstert „rechts“ wenn nach rechts abgebogen werden soll. Nach ca. 100 km sagt auch mal jemand „Vorsicht“, wenn ein Mähdrescher in voller Breite entgegenkommt, oder eben ein Haufen Fußballfans aus Dresden. Am Ende ist die Stimmung dann bereits orgiastisch. Man steht virtuell auf den Tischen und schreit „FFFREEEEIIIIIIIIII“ oder „AUUUTOOOOO VONNN VOOOOORNE !!!!“ in einer nicht für möglich gehaltenen Lautstärke. Hier verliert der Nordeutsche alle Hemmungen und geht in der Gruppe auf.

Ich klippte versehentlich noch zwei Mal aus. Beim zweiten Mal war es in einer Kurve in Colnrade, ich war gerade im Wiegetritt und steuerte auf einen Bordstein zu. Zum Glück war der Winkel recht flach, ich knallte mit der Pedale dagegen, das Rad fuhr durch den Impuls nun vom Bordstein wieder weg und ich konnte wieder einklicken. Das war aber sehr knapp.

So kamen wir geschlossen zum zweiten Mal an den Verpflegungspunkt.  Nach einer kurzen Pause entscheiden Hannes, Kai, Balacz und zwei andere aus unserer Gruppe, dass wir die 155 km in Angriff nehmen wollten. Wir fuhren los, aber ich schaffte es nicht in mein rechtes Pedal einzuklicken. Der Cleat war jetzt total hinüber. Also zogen Hannes und ich die Konsequenzen und machten uns auf den Heimweg. Bislang war ja noch nicht wirklich etwas passiert, aber ich wollte unser Glück auch nicht strapazieren.

Hier hatten wir nun endlich Rückenwind und kamen auch zu zweit gut voran. So langsam hatte ich den Alkohol aus meinem Körper rausgeschwitzt und funktionierte wieder einigermaßen normal. Hannes und ich wechselten uns vorne ab, überholten die eine oder andere Gruppe bis wir an die Stadtgrenze von Delmenhorst kamen und dort von einer anderen Gruppe im Ortsschildsprint überholt wurden. Und dann war die RTF und somit 120 km auch wieder vorüber. Wir hatten uns nun wirklich Bratwurst, Ziwi, Kaffee und Kuchen verdient.

Strava

Das übliche Gequatsche danach, ich war froh das sich es geschafft hatte denn Körper und Material hatten heute eigentlich etwas dagegen. Und hey, da war ja auch der Typ von der Selfiebox, vom letzten Wochenende.

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Auf dem Jersey ist ein perfekter Kreis abgedruckt.

 

Jörg war da, später kam auch Silke rein und wir fuhren alle zusammen wieder zurück nach Bremen. Das Ende der Giro d’Italia Etappe habe ich noch so halb mitbekommen, die Bundesliga aber so gar nicht mehr. Macht nichts.

Hannes hingegen hatte anschließend mit seiner Familie noch „Die lange Nacht der Museen“ vor sich. Ich denke Sport und Kultur sollten in umgekehrter Reihenfolge abgefrühstückt werden.

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Sterne und Sternchen: Bremen RTF

Seit 1871 organisiert der RSC-Rot Gold Bremen eine RTF, die bislang über verschiedene Distanzen durch Wilstedt führte. Als Hannes und ich gegen halb zehn zum Start am Unisport kamen, waren bereits die Sterne und Sternchen der Bremer Radsportszene versammelt und füllten mit Buntstiften (zahllose Kinder weinten derweil zuhause) ihre Anmeldeformulare aus.

Aber alles der Reihe nach: Hannes und ich hatten uns dieses Jahr entschieden wegen akutem Trainingsrückstand und der schlechten Wetteraussichten nur die 117 km in Angriff zu nehmen. Das ist mehr als 54 oder 72 km, aber auch deutlich weniger als 174 oder 217. Wobei für die lange Distanz ein Startgeld von 20 bzw. 28 Euro genommen wurde, was ich für eine RTF als relativ teuer empfinde. Einerseits. Ich kenne allerdings auch nicht die Hintergründe und an sich bin ich schon dankbar, dass es Vereine gibt die die Mühe und das Risiko auf sich nehmen eine RTF zu organisieren. RSC-Rot Gold, derzeit in einer Phase der Perestroika, hatte die Strecken neu gelegt, so dass ich gespannt war, wie wir nun dieses Jahr nach Wilstedt fahren würden.

Regen war ab 12 Uhr vorhergesagt und da wir ohnehin nur so mit 30 km/h durch die Ebene dümpelten wollten, nahm ich statt dem Canyon das relativ langsame Basso Fior di Loto aus der Garage. Beim Canyon macht das Innenlager nach der Tortur von Lüttich – Bastogne – Lüttich Geräusche wie ein Leopard II der durch die Gartenmöbelabteilung eines Baumarkts fährt. Das Lager passt zur Kurbel, die Kurbel kommt von FRM und die sind pleite. Da muss wohl etwas komplett neues dran, was in Zeiten, in denen die Evolution von Kurbeln leider in Richtung alter germanischer Streitäxte läuft nicht so einfach ist. Wer hätte gedacht, dass SRAM mit der Red 22 mal das vergleichsweise schönste Set auf dem Markt anbieten wird?

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Der Anblick der Starter beim Unisport war etwa so, als wenn man in einer sternenklaren Nacht auf einer Wiese liegt und nach oben in den Himmel schaut: Man sah die Sterne des (bremischen) Radsports wie Vladi, Stephan oder Caro, die Sternchen wie Silvia, Rita und Heike, die Sternschnuppen wie Mascha und die Asteroiden die geradewegs auf die Erde zurasen und drohen die Menschheit zu vernichten wie ….. (schon klar). Rechts tat sich ein schwarzes Loch auf in Form der Manta Squad. Hannes und stellten so etwas wie den Andromedanebel dar und zwar deshalb, weil ich am Abend vorher alles dafür getan hatte heute benebelt zu erscheinen.

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Hannes und ich (v.l.n.r.)

Schon am Start fing es an zu drisseln und ich zog meine Regenjacke an, die sich mittlerweile in ihre Lagen auflöste, nachdem da 1.000.000.000.000 mm Drucksäule in Lüttich aufgebracht wurden. Ich brauche eine neue, unbedingt. Ideen für eine leichte Jacke unter €100?

Es gab keinen gemeinsamen Start, sondern wir wurden mit preußischer Präzision von den Führungskräften des RSC-Rot Gold in Gruppen auf die Strecke gelassen. Ungeduldig scharrten wir die Hufe, aber Pickelhaube und Säbel in Rot und Gold machten unserem Übermut schnell ein Ende. „Wer keinen Startstempel hat bekomt keine Punkte!“ Punkt.

Und dann ging es auch schon los, Hannes und ich in einer tweilweise sehr schnellen Truppe, u.a. auch mit Björn und Thorsten. RTFs haben ja so ihre eigene Dynamik, und der hier fehlte es nicht daran: Bereits nach weniger als 400m hatte es die Gruppe an einer Ampel zerrissen. Auf dem Weg zum Kuhsiel konnten wir in der Ferne die Sterne sehen, während Hannes und ich so vor uns her fuhren und der Rest noch an der Ampel stand. Hannes erzählte mir gerade von der letzten, echten Kneipe Bremens, „Leichen-Elly“ als die schnelle Ampelgruppe uns von hinten überholte. Da klemmten wir uns natürlich dran, auch wenn wir relativ schnell feststellen mussten, dass die mit 40+ unterwegs waren und das nun weh tat.

Vor allem war die Gruppe extrem nervös: ständig wurde gebremst und beschleunigt und von links nach rechts gekreuzt. Da kam kein Rhythmus auf und teilweise war es sehr gefährlich. Einmal blockierte ich mein Hinterrad, einmal machte sich jemand hinter mir fast lang weil er von der Fahrbahn abkam, gegensteuerte und dann quer in die Gruppe fuhr. Die Gruppe fuhr in etwa wie Boris Johnson Rugby bzw. Fußball spielt.

An der ersten Kontrollstelle in Otterstedt nach 30 km bog jemand überraschend vor mir nach links ab und wieder konnte ich mich nur mit Mühe auf dem Rad halten. An sich war es mehr wie ein Rennen und weniger wie eine RTF.

Hannes und ich beschlossen und daher in eine andere Gruppe einzuklinken, aber da war weit und breit keine Alternative zu sehen. Wir fuhren dann erst einmal mit dieser Gruppe weiter und nach weiteren 4 km stellten wir fest, dass fast alle auf die 72 km Strecke abbogen und nur 3 oder 4 weiter 117 bzw. 174 km fahren wollten. Trotzdem war das eine schnelle Truppe wieder mit fast 40 km/h, aber zu klein und dadurch, dass wir zu oft vorne fahren mussten stiegen wir auch dort wieder aus. Wir waren dann zu dritt unterwegs, bis ein recht schneller Focus Fahrer zu uns stieß und wir dann gemeinsam ein gutes Tempo fanden, dass uns zur zweiten Kontrollstelle nach Hetzwege brachte. In der Gegend zwischen Ottersberg, Zeven, Scheeßel und Rotenburg bin ich bislang wenig unterwegs gewesen; die Straßen hier waren klein und gut ausgewählt und das machte nun auch wieder Spaß, zumal auch der Sprühregen aufgehört hatte.

In Hetzwege ist vermutlich eher weniger los so. Ich habe gerade einmal auf den Veranstaltungskalender 2017 der Gemeinde geschaut und zu den Höhepunkten des Jahres zählen Blutspenden, Altpapiersammeln und das Kaffeetrinken der Frauen. In Hetzwege taten wir uns zusammen mit etwa 10 Fahrern der SG Stern. Für die, die es nicht wissen, das ist die Betriebssportkampfgruppe des hiesigen Mercedeswerkes. Wir waren allerdings nicht mit der Rennrad- sondern mit der Schachabteilung unterwegs; das erkannte ich gleich, da einige von denen weiße, und andere schwarze Jerseys trugen. Es gab eine weiße Dame, einen weißen Turm mit Bart und jede Menge schwarzer Bauern.

Zuerst machte ich mir etwas Sorgen, dass wir uns als Renault- bzw. gar nicht Fahrer da in eine elitäre Gruppe reingeschmuggelt hatten und nicht so recht willkommen waren. Das war aber nur ein Vorurteil meinerseits, denn mit der Zeit wurde sich ganz nett unterhalten und ich wurde aufgeklärt, dass die schwarzen die Heim-, und die weißen die Auswärtstrikots sind. Und das die SG Stern mit 41.000 Mitgliedern einer der größten Sportvereine Deutschlands ist. Und dass jeder Standort seine eigene Farbe hat, erkennbar an den Streifen an der Hose. Die Farbe Bremens ist rot. Hat alles der Konzern festgelegt, man kann sich so richtig vorstellen wie in der Konzernzentrale die Schreibtische glühen und sich die Stabsabteilungen Gedanken zu machen was man noch so alles festlegen und standardisieren könnte. Vielleicht, dass alle auch ein Mercedes Rad fahren könnten?

Es ging jedenfalls gut voran und so ließen wir den dritten und letzten Verpflegungspunkt in Otterstedt aus, in der Folge kam es zu etwas Konfusion. Statt die letzten 33 km über Ottersberg, Sagehorn und Borgfeld voll zu machen, fuhren wir nur die 26 km der 55er Runde zurück auf etwa dem gleichen Weg, den wir gekommen waren, so dass wir nicht die vollen 114 km erreichten. Ich bin mir aber auch sicher, dass dieser Betrug dem Personal des RSC-Rot Gold aufgefallen wäre. Am Ende gab es noch den traditionellen Sprint über die Autobahnbrücke am Platzhirsch und dann waren wir auch schon am Ziel. Zeit für Kuchen, Kaffee, Fluppe und ein Selfie.

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Traumkörper.

Strava

Yep, das Wetter hatte gehalten und wir konnten uns nun endlich dem Ziel des ganzen Tages, nämlich dem Kuchenbuffet des Vereins zuwenden. Kai war da und auch Axel, Björn, Thomas, Benjamin und ein paar andere. Entspannt. Hannes konnte mir nun endlich die Geschichte von Leichen-Elly erzählen, die wir etwa 3 Stunden vorher abbrechen mussten, um in der Gruppe mit 40er Schnitt nach Fischerhude zu hecheln. Die Regenjacke hatte auch gehalten, das Wetter am Ende war ohnehin und unerwartet gut. Aus der Jacke quillten fiese gelbe Plastikschichten – so als wenn sich dort eine Familie Quallen versteckt hätte.

Ich kam rechtzeitig nach Hause bevor die Spiele der Bundesliga angepfiffen wurden und wachte wieder auf, als diese zu Ende waren. Zum Glück dauerte Wolfsburg gegen Gladbach etwas länger, denn das war das Spiel wegen eines Gewitters länger unterbrochen. Nächste Woche geht es weiter mit der RTF in Delmenhorst.

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Pave Fiction: Zweier Konkurrenz.

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Lustiges einrollen für den „Roten Fuchs“ bei schönstem Frühlingswetter bisher in Bremen mit Hannes.

Schönstes Frühlingswetter bisher in Bremen; das ist etwa so wie mein ehemaliger Baukollege Dominik in China 1996 auf dem Land bemerkte, nachdem er sich am Straßenrand ein Eis gekauft hatte: „Hm, das ist wirklich lecker. Das beste Eis, dass ich je in China gegessen habe…..heute.“

Wohin soll es gehen bei blauem Himmel und Sonnenschein und zwei Stunden Zeit? „Sollen wir nach Wilstedt?“ Wir schauen uns kurz an: „Ha ha ha, der war gut, beinah‘ wäre ich darauf reingefallen.“ Das Blockland muss einfach voll sein, wir entscheiden uns für Umwege nach Vegesack, über die Weser mit der Fähre (was regelmässig den Strava Schnitt versaut) und dann zurück auf dem Weserschnellweg nach Strom. Der Wind kommt heute richtig stark aus dem Süden und so fassen wir den Plan einmal richtig auf der richtigen Wümmeseite über das Pave zu brettern und uns bei Strava unsterblich zu machen.

Das geht heute richtig gut und schnell. Auch das Wechseln klappt prima, aber leider ist auch diese Wümmeseite heute recht voll und ab und an müssen wir auf die Bremse treten. Ist der Asphalt gut, sind wir konstant mit 40 Sachen oder mehr unterwegs. Ca. 2 km vor dem Ende fährt Hannes vorne und ich überhole ihn, da ich meine ich könnte schneller fahren: „Fahr alleine weiter!“ ruft Hannes von hinten; „Bleib gefälligst an meinem Hinterrad!“ Das klappt auch gut und als wir an der Brücke ankommen müssen wir gleich nachsehen wie wir waren. Eigentlich hätten wir jetzt nach Hause fahren sollen, einen Kaffee machen und auf die Couch hauen sollen. Wir sind Zweite, nur 7 Sekunden hinter dem KOM. Boh, sind wir toll! Also fahren wir weiter nach Ritterhude und auf kleinen Wegen nach Stendorf, Habichthorst, Beckedorf, Aumund und schließlich Vegesack. Siegerehrung.

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Die Fähre nach Lemwerder ist gerade los und wir müssen 20 Minuten warten, das reicht für jeweils ein Hanuta und ein Foto von dem russischen Kriegsschiff, dass bei der Werft von Abeking und Rasmussen vertäut liegt.

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Warum bestellt sich jemand ein Schiff, das so aussieht, als wenn es dem Superschurken in einem James Bond Film gehört? Vielleicht weil jemand ein Superschurke ist oder sein will?

Auf dem Weserschnellweg geht es nun am Fluss entlang zurück Richtung Bremen. Hier finden wir heraus, warum wir bislang so schnell unterwegs waren: Heftiger Wind, teilweise kriechen wir mit 23 km/h in einer Einerreihe daher. Das dauert lange und so werden aus den ursprünglich avisierten zwei Stunden drei, und aus einem lustigen Rollen ein recht anstrengender Rückweg. Auf der anderen Weserseite nehmen wir den Weg an der Schlachte lang – keine gute Idee an einem Tag wo alle Bremer nach langen Monaten der Finsternis die erste Gelegenheit nutzen draußen zu sitzen oder zu flanieren.

65 km, fast ein KOM, jede Menge Spaß und Wind.
Strava

 

 

 

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Blockokalyse Now.

Seit einiger Zeit ist es nun eine feststehende Tradition, dass Hannes und ich uns morgens treffen und eine Runde im Blockland vor der Arbeit drehen. Um exakt zu sein, machen wir das seit letzter Woche, also seitdem Sommerzeit und Frühling in Bremen begonnen haben.

Uns kann auch nicht abschrecken, dass es morgens gerade mal drei, vier Grad warm ist, denn die Schönheit des Blocklandes kommt nur dann zur Geltung, wenn es frei von Menschen, aber voll mit allerlei Wildgetier ist.

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Jede Menge wilde Tiere sind morgens im Blockland unterwegs. Wenn man genau hinsieht, sieht man im Fleet einen Schwarm Killerkaulquappen Richtung Bremen kraulen.

Heute war die Stimmung mal wieder so richtig Blockalypse Now und mutig fuhren wir mitten in das Herz der Finsternis.

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Die nebelige Morgenstimmung wurde unterstützt durch die alltäglich Apokalypsen und Veränderungen, die insbesondere im Zusammenhang pubertierender Kinder zwischen uns ausgetauscht wurden: Schulverweis der Tochter, drohende Exmatrikulation des Sohnes von der Hochschule, überraschend katholische Austauschschülerin aus Frankreich … das ganze Spektrum des Purgatoriums des Lebens. Dann wieder ein Fasan der von links über die Straße läuft. Bringt das nun Glück oder Pech für den Rest des Tages?

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Wimmernd an der Wümme.

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Die Qualität guten Journalismus lässt sich bereits an den Alliterationen in den Artikelüberschriften messen. Gewinnt Hendrik Hering (das ist ein Name und keine Alliteration) von der SPD die Wahl in in Rheinland-Pfalz, so kann er laut Presse von sich behaupten: „Mainz bleibt meins“. Soviel zur Überschrift.

Noch 25 Tage bis Lüttich. Oder Bastogne, oder irgendwo mittendrin und die Form ist noch nicht einmal in Dortmund. Zum Glück war das Wochenende ein schönes mit vielen Touren und die ersten Gegenmaßnahmen wurden bereits ergriffen: Gestern noch vier Tage Malle gebucht und letzte Woche mit Hannes zum heutigen Frühtraining im Blockland verabredet. Jetzt, wo die Tage wieder länger werden und es Abends auch länger hell bleibt, macht es Sinn sich morgens früh zu treffen und vor der Arbeit ein wenig zu rollen. Zumal das Wetter ja auch großartig ist.

Ich kam um Viertel nach Acht aus dem Haus, ungewohnt früh für mich, schaute auf das Thermometer und kehrte gleich wieder um, um mir erst einmal ein weiteres langes Unterhemd und die dicke Assos-Jacke anzuziehen. Es war gerade mal drei Grad warm, ich konnte meinen Atem sehen und an Kopf und Nacken war es schön kalt. Kaum zu glauben, dass ich mir acht Stunden später im Büro den Pullover vom Körper reißen würde. Ich hatte bereits kalte Hände und Füsse, als ich 8 Minuten später bei Hannes an der Tür stand. Zum Glück war er noch nicht fertig, was mir die Gelegenheit gab mich bei Tanja und ihm aufzuwärmen. Aber dann ging es los. Über dem Blockland wabberte der Bodennebel.

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Dazu passte die Schlagzeile im Weserkurier, das ein Wolf in Borgfeld ein Reh gerissen hat. Es war fast so, als könnte man die Rudel in der Ferne heulen hören. In wenigen Momenten würden sie aus dem Bodennebel hervortreten, riesige Tiere mit neon-gelbem Fell und strahlend grünen Augen, geflohen aus der Sperrzone rundum Tschernobyl und auf der Suche nach menschlichem Rennradfahrerfleisch mit viel Muskulatur.  Die Kombination von Kälte, wenig Schlaf und Blockland kann einen schon ganz gut in den Wahnsinn treiben.

Aber so langsam wurde es wärmer und es stellte sich so etwas wie Frühlingsromantik ein.

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Caspar David Friedrich: Der Styx bei Borghfeldt (1824)

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Der kleine Styx.

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Vermutlich war heute wirklich jeder, der es irgendwie konnte und es mit Arbeit und Familie vereinbaren durfte draußen auf dem Rennrad. Aber wir waren so ziemlich die ersten, froren und radelten vor uns hin parlierend einmal die Wümme runter bis zur Brücke und dann auf der anderen Seite, dem Blockland Roubaix, wieder hoch.

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Dabei kamen wir auch an dem alten Pumpenhaus vorbei, 1884 erbaut, von dem ich letztens schon einmal geschrieben hatte.

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Es ist immer sehr entspannend mit Hannes zu radeln; wir haben keinen Druck dem anderen zu zeigen wer gerade wie gut in Form ist und es gibt immer jede Menge Themen die es zu besprechen gilt in der kurzen Zeit, die uns zur Verfügung steht. Meistens beginnen wir mit etwas wichtigem, heute war es das leidige Thema Töchter und Söhne in der Pubertät, bevor wir meistens fast zwanghaft bei Radrelevanten Themen landen, um dann, heute etwas ungewöhnlich, bei Staubsaugern zu enden. Nicht dass wir uns irgendwie für saubermachen interessieren würden, aber bei einem Rennradrahmen mit innenverlegten Zügen kann man, wenn man es geschickt und mit einem Bindfaden anstellt, den Bindfaden oben einfädeln und mit Hilfe eines Staubsaugerns unten absaugen. An den Bindfaden kommt dann der Zug der durch den Rahmen geführt werden muss und man spart sich die endlose Frickelei und das Stochern auf der Suche nach dem Ausgang.

Ich fürchte radsportlich war das heute morgen keine Meisterleistung, aber der Start in einen sehr schönen Tag.

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CIÖCC Update.

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Hannes und ich hatten gemeinsam in den letzten Wochen einen CIÖCC Rahmen aufgebaut. Das Resultat war ein ansehliches Reiserad mit Schutzblechen, Nabendynamo und Lampe, dass nicht unbedingt schnell, aber geradeaus fährt. Es fehlte nur noch ein Gepäckträger.

Bis der perfekte Gepäckträger gefunden ist, wird es noch etwas dauern, denn der muss erst noch gebaut werden in Kooperation mit dem letzten Gepäckträgerbauer Bremens. Bis dahin muss es zunächst ein Tubus Fly tun, denn die ersten, längeren Ausfahrten stehen im Juli an.

Den Tubus Fly wird oben an dem Bolzen der Hinterradbremse befestigt, ist so etwas nicht vorhanden oder geht dies an anderen Gründen nicht, so gibt es Adapter für eine Seitenbefestigung an den Sitzstreben. Während der Gepäckträger selber in verschiedenen Finishes angeboten wird, gibt es den Adapter nur in schwarz. Das ist, angesichts der Mühe, die das CIÖCC erfahren hat, absolut unbefriedigend.

Zum Glück gibt es die „Metaller“, die nun eine sehr schöne und elegante Lösung dafür gezaubert haben.

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Die Hilfe der Metaller werden wir bei unserem nächsten gemeinsamen Projekt, einem alten MTB, das im Hinterhof einer sozialen Einrichtung in Bremen gefunden wurde, bestimmt wieder brauchen. Ich wünschte, es gäbe dort auch „Lackierer“.

 

 

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CIÖCC. Hannes.

Heute kam erst einmal ein langer Aufbau für und mit Hannes zum Abschluss. Na ja, so richtig werden die Dinger ja nie fertig ehrlich gesagt. Aber sein CIÖCC ist nun fahrbar, funktioniert fast perfekt und kann seiner Rolle als Pendel/Touren/Regenrad gerecht werden.

Mit Hannes schraube ich gerne zusammen, weil er ebenso wie ich sehr detailverliebt und überlegt ist und uns gemeinsam beim schrauben immer wieder gute, neue Ideen kommen. Außerdem stehen hinter Hannes seine „Metaller“, also Menschen an seinem Arbeitsplatz, die uns zur Hilfe eilen können – wie auch hier bei diesem CIÖCC.

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Wir wollten zusammen etwas bauen, was sich ähnlich schnell wie ein Rennrad, sich bei jedem Wetter und bei Tag und bei Nacht fahren lässt und mit dem man auch einmal länger auf Tour gehen könnte. Im Prinzip also sehr ähnlich wie mein Panasonic FRC37 von 2014, das ich mittlerweile wieder auseinander genommen und größtenteils verkauft habe. Einige Teile von dem Panasonic finden sich nun an dem CIÖCCwieder.

Den Rahmen habe ich mehr oder minder bei Ebay UK zufällig erstanden als ich einen (wie ich fand) sehr niedrigen Preisvorschlag bei einem Verkäufer einreichte und der wohl doch zu hoch war – zum Glück mochte Hannes den Rahmen auf Anhieb.

Auch das Vorderrad kommt nicht von ungefähr – das hatten Hannes und ich letzten Winter aufgebaut mit einem Shutter Precision Nabendynamo und einer Mavic Open Pro Felge. Eigentlich sollte es in seinem Rennrad Dienst tun, aber fest verbaut im CIÖCC passt es zusammen mit der festmontierten B&M Lampe viel besser.

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Shutter Precision Nabendynamo – die bessere Alternative zu SON und Shimano

Für Touren ist der Velo Orange Randonneur Lenker gut geeignet. Wir haben lange gemessen und eingestellt, aber jetzt sind wir relativ sicher, dass die Fahrposition nun eine bequeme ist.

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Campagnolo Ergopower Athena 8-fach Hebel – sehr hoch montiert macht die Position entspannter.

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Der Antrieb ist übrigens überwiegend Campagnolo. Athena 8-fach Ergos, Athena Umwerfer, Athena Compact Power Torque 11-fach Kurbel 172,5mm 50/34Z, Campagnolo Record RD-31RE Umwerfer und dazu eine 8-fach Kassette 13-28.

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Die 14er Inbusschraube ist nur deswegen so groß auf der hinteren Seite, damit man durch die Kurbelachse schauen kann.

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Ganz schwach steht auf dem Schaltwerk Campagnolo geschrieben, das kann man nur leider auf dem Foto nicht mehr sehen.

Bei den Bremsen mussten wir überraschenderweise auf sehr, sehr lange Tektros ausweichen, selbst die sehr langen passten nicht.

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Tektro Bremse hinten – und die Sattelstütze wird getauscht.

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Tektro Bremse vorne. Kürzeres Schenkelmass notwenig, aber immer noch zu lang.

Schutzbleche anzubringen ist eine wahnsinnige Frickelei – eigentlich immer. Und wenn man die Dinger dann dran hat, dann haben die ja nur eine Funktion wenn es regnet, sonst hängen die einfach nur im Rahmen rum. Irgendwie unbefriedigend. Beim CIÖCC hätten wir das auch nicht gut hinbekommen, wenn uns nicht die Metaller mit einer Lasche geholfen hätten.

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Lasche rechts, links 14er Inbusschraube.

Ist es ein guter Aufbau geworden? Wird er seine Funktion erfüllen? Das müssen Hannes und sein CIÖCC jetzt erst einmal über einen längeren Zeitraum selber herausfinden.

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Donnerstag. Freitag. Samstag. Sonntag.

Samstag.

Ich wollte ja eigentlich nicht mehr Radfahren und hatte mir bereits einen schicken Motorroller zugelegt. Leider war der nun erst einmal in der Werkstatt und wurde zu einem Fixieroller umgebaut: Bremsen weg, Getriebe weg und Spielkarten auf die Felgen geklebt.

Und zudem hatte ich noch keine neuen Rollerfreunde, also entschloss ich mich schwerzen Herzens am Samstag mal wieder Rad zu fahren mit der BBC Runde. Das war doch eigentlich ganz nett, die Strecke war sehr gut ausgewählt und führte mehrheitlich über Straßen die ich bislang wenig oder noch gar nicht gefahren war, das Tempo war sehr moderat, so dass ich ziemlich viel gequatscht habe, mit Freunden, aber auch mit neuen Mitfahrern. Ich schätze so Gelegenheiten ja sehr. Benjamin zog ab und zu Sprints an und so konnte ich mich an der einen oder anderen Stelle gut verausgaben. Leider fehlt heute die Zeit viel darüber zu schreiben, deshalb nur ein paar Bilder und ein paar kurze Beschreibungen.

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Irgendwo, irgendwann mit irgendwem (aber nicht Erdogan).

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Erzwungene Pause, da wir zu fünft vorne weggesprintet waren.

Die Pausen bei dieser Tour waren etwas sporadisch unerklärbar. Nach ca. 45 km machten wir mitten im nirgendwo die erste Pause, es gab kein Eis, keinen Kuchen – nichts. Die zweite war dann erzwungen. Es gab aber auch nichts.

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Hier starten Benjamin, Bo und ich gleich zu unserem Ortsausgangssprint: Härtester Gang rein und stehender Start. Definitiv unter 30 km/h.

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BBC Granden.

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Die zweite Pause: Vor dem Nagelstudio von Tim in Adolfsdorf.

Sprintvideo von Bo. Strava der Strecke von Benjamin

Sonntag

Musste heute dummerweise arbeiten, denn ich war offensichtlich in der Woche vorher zu faul: Na gut da fehlte ja auch der Montag. Um 13:30 Uhr traf ich mich im Hannes, es war bitterkalt. Sibirische Winde fegten durch die Fischerhuder Steppe und wir hatten Mühe alle unsere Glieder warm zu halten. Ab und zu überholten wir ein Räumfahrzeug der Sagehorner Verkehrsbetriebe und überall waren bereits Warnschilder aufgestellt.

Ich sag‘ noch zu Hannes: „Mensch pass auf, hier ist ’ne Glatteiswarnung!„, aber da war es schon zu spät, unkontrolliert rutschten wir beide weg und kamen auf der Strasse zu liegen. Zum Glück war nichts passiert. Bis wir ein paar Passanten fragen konnten ein Photo zu machen hatte es bereits wieder angefangen zu tauen.

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Scheisswetter heute!

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Free Tibet of Glatteis now!

Hannes zupfte sich sein Free Tibet zurecht, ich setzte meine Coco Chanel Mütze wieder fesch auf und weiter ging es. Ohne schöne Unterbrechung der etwas monotonen Arbeit- mein Dank an Hannes.

Insgesamt an vier Tagen ca. 270 km – der Dynamo läuft wieder.

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Drei Farben. Schwarz.

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Das ist nicht der vierte Teil der Spielfilm Triologie des polnischen Regisseurs Kieslowski, der je einen Film zu den Farben, Blau, Weiß und Rot gedreht hat. Das ist die Geschichte eines italienischen Rennrads für Tanja, das zwar „Neri“ (schwarz) heißt, aber strahlend rot ist.

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Vor dem Kolumbarium schaut die gestrenge Göttin des Radbaus kritisch auf das ihr dargebrachte Opfer.

Tanja ist die Frau von Hannes, mit dem ich gerne und oft radfahre. Hannes hat mich mitgenommen nach Lauenau, auf den roten Fuchs und dieses Jahr auf die RTF nach Northeim, ein nasses Erlebnis der ganz besonderen Art. Im Laufe des Herbsts kam die Idee auf, ein Rad für Tanja zu bauen. Wie so oft fängt der Aufbau mit dem passenden Rahmen an, wobei wir hier etwas in Größe 48 suchten, gar nicht so einfach etwas zu finden. Hannes machte verschiedene Vorschläge, die ich mehr oder minder brüsk ablehnte, was mir natürlich leid tut. Es ist von großen Nachteil, wenn man sich viel mit Rädern beschäftigt, weil man dann zwangsläufig sehr, sehr wählerisch wird. So erscheint es mir heute grotesk, eine Dreifachkurbel an eines meiner Räder zu schrauben, während ich noch vor fünf Jahren aus Freunde über die zusätzlichen 10 Gänge vermutlich in die Luft gesprungen wäre. Oder einen französischen Rahmen zu kaufen, an dem jedes Gewinde dem falschen (nämlich dem richtigen, dem metrischen) Maßstab huldigt. Jedenfalls gab es immer einen wichtigen Grund, warum Hannes Vorschläge nicht akzeptabel waren, was ihn wohl so weit zur Verzeweiflung getrieben hat, dass er, als mir bei dem Angebot eines Neri Rahmens nur ein „ist schön, aber zu teuer“ herauskam, er innerhalb von Sekunden die Sofortkauf Option bei Ebay wählte und das Teil wenige Tage später bei ihm zu Hause war.

Hannes und Tanja luden mich zu sich nach Hause ein, wo ich das gute Stück wertschätzen sollte. Es sah aber auch prinzipiell lecker aus, nur ein wenig ungepflegt. Also verdonnerten wir Tanja, um auch die emotionale Bindung zu ihrem neuen Rad zu stärken, den Rahmen ordentlich zu waschen und zu schruben und dann mit Politur auf Hochglanz zu bringen. Danach sah der Rahmen dann wirklich lecker aus und ich hatte ein wirklich schlechtes Gewissen, doch dazu später.

Das ist das zweite Neri Rad an dem ich baue, das erste, einen sehr schönen blauen Rahmen , habe ich vor ca. einem Jahr für Andreas aka Umberto zusammengesteckt.

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Guido “Romolo” Neri war ein italienischer Rennradfahrer, der zwischen 1959 und 1970 in verschiedenen Pro-teams fuhr und immerhin am Giro d’Italia, der Tour de France und anderen großen Rennen siner Zeit teilnahm. Nach dem Ende seiner Karriere eröffnete er 1979 einen Radladen in seiner Heimatstadt Cesena (Emilia Romagna), Cicli Neri existiert noch heute. Eigene Rahmen wurden hier nicht hergestellt, aber da die Region reich ist an vielen bekannten und weniger berühmten Rahmenbauern, wurden dort Rahmen ein- und unter dem Namen Neri verkauft. Im Netz findet man ab und an noch ein paar Bilder, aber selbst bei Pedal Room ist derzeit nur ein einziges Neri zu finden.

Der Plan für Tanjas Rad war, eine komplette Shimano 9-fach Gruppe, die ich von dem Faggin Rad von Cobra abgebaut hatte, als es zum Single Speed umgebaut wurden, an Tanjas Rad zu verbauen, inklusive der Laufräder. Leider gab es aber an diesem Rad zumindest eine Komponente, die nie wieder verbaut werden sollte, uns zwar eine äußerst unschöne moderne Stronglight Kurbel mit ISIS Aufnahme. Also musste noch ein wenig Geld in die Hand genommen werden, um eine neue Shimano Ultegra 6500 Kurbel zu kaufen – eine Kurbel die ich wirklich sehr, sehr schön und schlicht finde. Das letzte was Shimano Kurbelmässig noch schönes gebaut hat.

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Shimano Ultegra 6500 Kurbel mit Cobra Stronglight Kettenblättern

Die 9-fach Gruppe besteht aus einem Mix von Shimano 105er Teilen (Schaltwerk, Umwerfer, Kassette) und Tiagra STI Schalt/Bremshebel mit Wäscheleinen. Dazu gibt es Bremsen von Promax (bei denen man sofort nach Erhalt das Logo wegradieren muss, damit diese legal an Neoklassikern verbaut werden dürfen) und simple aber stabileLaufräder von Shimano. das Piece de la resistance ist ein Dura Ace Schnellspanner, so dass wirklich alle ernsthaften Shimano Gruppen an diesem Rad mindestens einmal vertreten sind.

Nachdem die Funktion geklärt war, machten wir uns an das Design. Neben der Hauptfarbe Rot des Rahmens, waren die meisten Komponenten eine Kombination aus Silber und Schwarz und die Decals Weiß – wie sollte also der Rest werden. Wir drei waren uns einig, das die einfachste Lösung, nämlich Lenker, Lenkerband und Zughüllen entweder weiß oder schwarz zu machen strikt abzulehnen sei. Schwarz war einfach zu einfach und weiß zu unpraktisch, auch wenn das den besten ersten Eindruck hinterlassen hätte. Rot, das wusste ich aus, geht Erfahrung, geht auch gar nicht an einem roten Rad, da man keine Chance hat die exakte Farbbnuance zu treffen.

Wie schon gesagt, ich hatte ein schlechtes Gewissen und deshalb schlug ich vor, einmal ein paar farbige Lenkerbänder etc. zu kaufen, so dass wir diese an das Rad halten und uns dann entscheiden, wenn wir das gesamte Bild vor Augen haben. Also kaufte ich dunkelblau,hellblau, Dunkelgrün und hellgrünes Lenkerband samt den zugehörigen Bremshüllen und den entsprechenden Zughüllen. Danach war mein Keller wieder komplett voll mit Zeug. Aber es ist noch nicht einmal möglich diese relativ simplen Farben gut auseinander abgestimmt zu kaufen. Das dunkelgrüne Lenkerband von BBB hat exakt die gleiche Farbe wie das apfelgrüne von Fizik. Das schränkte dann die Möglichkeiten etwas ein. Und noch tagelang, wenn ich in den Keller ging, hatte ich etwa das folgende Bild vor Augen.

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Mein Keller vor dem Zusammenbau

Nur noch mit mehr Farben.

Eines Abends trafen Hannes und ich mich bei mir im Keller und legte farblich Hand da den Neri Rahmen an. Wir hielten Lenkerband und Zughüllen an den Rahmen und Hannes machte jeweils ein Photo und schickte es an Tanja, dies es dann per What’s app kommentierte. Das klingt jetzt sehr kompliziert und aufwändig und ich bin froh, dass ich von den beiden nicht gezwungen wurde das Lenkerband auch noch zu wickeln und die Züge komplett zu verlegen. Aber im Grunde war die Entscheidung schon vorher klar, denn Tanja hatte schon die prima Idee geäußert die Farben der italienischen Trikolore nachzuempfinden: Grün, weiß und rot; letzteres bereits durch den Rahmen ausreichend vertreten.

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Bitte die Bilder ansehen und dazu diese Musik hören. Ciao, Italia.

Angeblich soll ja auch mal kurz nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland bei einem Besuch eines deutschen Politikers im Ausland das folgende gespielt worden sein, weil das Gastland fälschlicherweise annahm, dass dies eben die neue deutsche Nationalhymne sei. Auf Wiedersehen, BRD.

An dem Abend haben Hannes und ich dann das ganze Rad fertig zusammengebaut.

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Wie immer brauchte da viel mehr Zeit als gedacht, so dass Hannes erst sehr spät nach Hause kam. Er parkte das Neri Rad im Schlafzimmer, so dass es Tanja nach dem Aufwachen direkt als erstes ins Auge fiel. Ich wünschte meine Frau würde das auch tun, mit den Rädern die sie für mich baut. OK, wenn ich so drüber nachdenke, würde ich mich schon über ein gemachtes Frühstück ziemlich freuen.

Hier noch ein paar Eindrücke:

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Das ganze Rad muss jetzt noch auf Komfort getunt werden, damit es auch oft und gerne gefahren werden kann. Die ersten Ausfahrten sind bereits gemacht, und jetzt wird gefrickelt bis es passt.

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Saisonabschlußdunkelbeleuchtungstestfahrt.

Letzte Woche hatten Hannes und ich ein Vorderrad mit Nabendynamo für ihn gebastelt. Heute wurde es im Dunkeln getestet.

Eigentlich hatte ich das Versprechen auf einen Test schon lange vergessen und verdrängt bei dem Sauwetter draußen. Ich saß lethargisch in der Bude rum und dachte darüber nach, was ich heute alles auf keinen Fall tun sollte. Ein Sonntag, der ein Samstag war. Dann rief Hannes an und rief mich aus meinem Koma. Innerhalb einer halben Stunden zog ich mich um, machte das Panasonic fertig und kurz nach Sechs stand ich bei ihm vor der Haustür. An meinem Panasonic wird für das Licht durch eine Kombination von einem Shutter Precision SV8 Nabendynamo und einer AXA Luxx 70 Plus Steady Lampe gesorgt. Hannes an den gleichen Nabendynamo in der Kombination mit der AXA Luxx 70 Steady Auto Lampe. Es würde also spannend werden, wer von uns den helleren Lichtkegel besitzt. Ich wollte daher pfuschen und meine B&M Akku Lampe Ixon IQ Speed zusäzlich montieren, stellte aber dann fest, dass der Akku noch im Keller lag.

Wie jeder weiß, sind die meisten Busch und Müller Produkte sehr gut und schneiden bei Tests sehr weit vorne ab. Es wäre aber auch schön, wenn man die Namen dieser Produkte irgendwie aussprechen und behalten könnte. Checkt man z.B. bei Bike24 nach Busch und Müller Lampen, bekommt man 139 (!)= verschiedene Produkte angeboten (wenn das hier in drei Tagen gelesen wird vermutlich schon wieder zehn mehr). Was bitte ist denn der Unterschied zwischen:

Busch + Müller Lumotec IQ2 Eyc N Plus LED Frontleuchte 160RNDI

und

Busch + Müller Lumotec IQ2 Eyc T Senso LED Frontleuchte 160RTSNDI ?

Genau, zwei Buchstaben (TS), die sich ganz am Ende des Namens in einer Abkürzung verstecken. Die Recherche, welche Lampe auf einen passt ist damit wahnsinnig aufwändig – das kommt davon, wenn man keine vernünftige Marketing Abteilung hat und die Produkte nach den Entwicklungsprojektnamen benennt, die Ingenieure Ihnen gegeben haben. Produktnamen wie WLAN Passwörter.

Warum heißen die Lampen nicht Dura Ace, Ultegra, 105 …..? Oder umgekehrt, wenn Busch und Müller Schaltungen herstellen würde, dann hieß ein 10-fach Zahnkranz bei denen vermutlich:

Busch + Müller Schalttec IQ Evo Hyper Plus 11121315171921232528 RNDITSHK2L Senso

Nicht zuletzt aus diesem Grunde habe ich dann irgendwann aufgegeben und mir eine AXA Lampe gekauft.

Trotz Busch und Müller fuhren Hannes und ich dann irgwndwann los. Da uns unsere Frauen für bescheuert erklärt hatten bei dem Wetter und im Dunkeln zu fahren, wollten wir es kurz und wenig knackig halten. Also rauf auf den Deich. Heute war Randgruppenkohlfahrtstag. Zuerst begegneten wir kurz hinter dem Lehster Deich einer Gruppe ausländischer Kohkfahrer, dann anschliessend auf der Rückfahrt einer reinen Frauenkohlfahrt. Als wir von hinten auf gleicher Höhe sie zurollten riefen sie: „Auto, Auto“ was uns mächtig stolz auf unsere Beleuchtung machte. Vermutlich hatte da aber auch der Alkohol seine Hand im Spiel.

Ruckzuck waren wir am Ende des Deichs und machten ein paar schicke Photos von uns.

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Hannes Sohn suchte derzeit verzweifelt zuhause nach seinem Leibchen für das Fußballspiel morgen.

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Hannes Rad mit schicker Campagnolo G3 (vorne) und G2(hinten) Reflektorenspeichung.

 

Auf der Ritterhuder Brücke gelang mir noch ein unglaubliches Kunstphoto. Meine Kunstlehrer und -lehrerinnen, Frau Hesse (abgedreht, hysterisch), Herr L’Hoest (oft betrunken), und Herr Würfel (landete in der Psychiatrie) wären stolz auf mich gewesen.

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Der Kuß des Mondes (Fluxus Version)

 

Und dann ging es zurück über die noch dunklere, andere Wümme Seite. Recht langsam, so dass wir uns gut unterhalten konnten. Aber einmal hatten wir doch richtig Angst, als wir von einem Motorrädchen der „Vespa Hass Gruppe Vahr Süd“ überholt wurden. Sonst alles friedlich (bis auf einen Hund der auf uns losging) und wir beneideten die Menschen, die in der Schleuse und anderen Gaststätten in der Wärme sassen und Bier tranken. Um eine möglichst gute Sicht auf die Strasse zu haben, fuhren wir nebeneinander, Hannes leuchtete den Nahbereich aus und ich in die Ferne. Das was ausreichend.

Deshalb möchte ich auch zum Fazit des Lampenvergleichstest kommen:

Die AXA Luxx 70 Plus Steady Lampe kostet 64€. Ich habe sie gekauft.

Die AXA Luxx 70 Steady Auto Lampe kostet 40€. Hannes hat sie sich gekauft.

Beide sind exakt gleich hell. Es gibt da absolut null Unterschied, es sei denn, ich fahre langsamer als 6 km/hr, dann gibt es bei meiner Lampe eine Nahfeldausleuchtung. Mit anderen Worten, wenn ich das Rad schiebe, dann ist meine Lampe besser.

Fazit: Hannes ist schlauer als ich.

Zu meiner Rettung möchte ich aber noch erwähnen, dass meine Lampe zusätzlich über einen USB Anschluß verfügt, den ich noch nie benutzt habe. Hannes Lampe hat keinen USB Anschlu, aber Hannes hat einen Garmin der so etwas brauchen könnte.

Fazit: Theoretisch bin ich schlauer.

Schöne und schön kalte 40 km heute, Danke an Hannes.

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Ach so und mit dieser Tour dann in diesem Jahr (wobei das Jahr am 24.12.2013 mit der Festive 500 begann:

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