Monatsarchiv: März 2012

Die Gazelle der alten Tage

Jerome, ein alter Freund aus Tokyo, hat seine Jugendliebe wiederbelebt.

Jerome ist so ziemlich einer der verrücktesten Typen, in bester französischer Tradition, den ich kenne. Er ist ungebau, schlampig, unpünktlich, unzuverlässig und viele Dinge mehr die ich wirklich nicht mag. Einerseits. Auf der anderen Seite hat er Qualitäten die das zusammensein mit ihm höchst erfreulich machen. Qualitäten, für die es im deutschen keine Worte gibt, weil wir die Qualitäten leider nicht haben. Insofern trifft es „verrückt“ vielleicht noch am besten.

Wenn wir mit ihm zusammen losgefahren sind, dann sieht er aus, als würde er gleich in den Straßengraben fallen und Kotzen. Aber mit jedem Kilometer wird er stärker und am Ende zieht er uns alle nach Hause. Auf der Tour de Noto, als wir am dritten Tag und nach einer sehr feuchten Geburtstagsfeier gegen den Wind  uns in Richtung Ziel kämpften und ich nahe dran war aufzugeben, taumelten wir gemeinsam in einen kleinen Conbi (Supermarkt). Ich lehnte mich gegen den Farbkopierer in der Nähe der Toilette und war völlig fertig. In der Toilette hörte ich Jerome kotzen. Dann zog er mich die restlichen 60 km ins Ziel.

Letztens Jahr fuhr er mit David einen 600km Brevet in Japan. Er kam zum Start und stellte fest, daß er seine Radschuhe zuhause liegen hatte lassen (schlampig). Daraufhin fragte er die anderen Teilnehmer, ob sie Schuhe für ihn hätten und lieh sich ein Paar Turnsschuhe aus, die ihm 3 bis 4 Nummern zu klein waren. Und mit denen ist er dann das Brevet gefahren. Verrückt halt. Aber liebenswert.

Jedenfalls war er dann vor kurzem in Frankreich und hat sein altes Jugendrad, ein France-Loire wiedergefunden. Über die Marke ist relativ wenig auf dem www, sie kommta ber augenscheinlich aus St. Etienne, dem ehemaligen Zentrum der französischen Radindustrie. Natürlich ist das Rad dann auch mit Komponenten bestückt, die alle aus Frankreich kommen und die ich aus Prinzip nicht benutze: Huret Schaltung, Mafac Bremsen, vermutlich Lyotard Pedalen und und und…. David, der alte Brite schaut halt auf britische Räder wenn er etwas altes kauft, Jerome auf französische und ich auf talienische (weil ich ein halber Italiener bin).

Also das Rad ist wie Jerome. Etwas älter, ich mag es und definitiv verrückt.

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Geschichte meiner Laufräder


JA0001 und JA0002

  • Maillard Hochflanschnaben VR und HR 36L
  • DT Swiss Competition Speichen, schwarz, dreifach gekreuzt
  • DT Swiss Messing Nippel 12mm, silber
  • Mavic Open Pro Felgen  für Drahtreifen
  • Schwalbe Felgenband
  • Continental Race Schläuche
  • Erdmann Ventilkappen blau eloxiert
  • Continental Grand Prix 4000S Reifen schwarz 700 x 23C
  • Schraubkassette, unbekannt, 6-fach

Die ersten Laufräder, die ich jemals gebaut habe. Viele Fehler gemacht und anschliessend noch einmal zu meinem Radhändler gegeben, um diese exakt einzustellen. Damals noch von Hochfalnschnaben fasziniert. Teuer. Nicht perfekt schön aber nun stabil und ansehlich. Kein Ärger.

JG0001 und JG0002

  • Shimano 600AX Naben  VR und HR 36L
  • DT Swiss Competition Speichen, schwarz, dreifach gekreuzt
  • DT Swiss Aluminium Nippel 12mm, silber
  • Rigida DP18 Felgen silber  für Drahtreifen
  • Schwalbe Felgenband
  • Continental Race Schläuche
  • Erdmann Ventilkappen gold eloxiert
  • Schwalbe Durano Creme Reifen 700 x 23C
  • Schraubkassette Shimano Uniglide, 6-fach
Für mein weißes Olmo. Ich wurde besser, etwas routinierter. Konnte bei diesenLaufrädern alles selber machen, war aber noch nicht perfekt genug.
JL0001 und JL0002
  • Mavic 500 Nabe, hochglanzpoliert VR 36L
  • Miche Pista Primato HR 36L fixed/free
  • DT Swiss Revolution Speichen, silber, VR, dreifach gekreuzt, mit Unterlegscheiben
  • DT Swiss Competition Speichen, silber, HR, dreifach gekreuzt, mit Unterlegscheiben
  • Erdmann Messing Nippel 12mm, rot eloxiert
  • Mavic MA-2 Felgen für Drahtreifen
  • Schwalbe Felgenband
  • Continental Race Schläuche
  • Erdmann Ventilkappen rot eloxiert
  • Veloflex Master 22  700 x 22C Reifen, später ausgetauscht gegen Continental Grand Prix 4000S Reifen rot 23C
  • Miche Ritzel 16T mit Ritzelträger, Freilauf 18T
Für mein Union Fixie. Mit dem Rad bin ich viel geahren auch während der scheußlichsten Jahreszeiten. Ich musste dann einmal die Speichen nachstellen, einige waren locker geworden. Die Veloflex Reifen sind die schönsten der Welt, allerdings wahnsinnig schwierig aufzuziehen und nicht besonders pannensicher. Nach vier Platten gegen Contis getauscht.
JL0003 und JL0004
  • Shimano 600 Naben 36L VR, HR
  • DT Swiss Competition Speichen, silber
  • DT Swiss Nippel 12mm Messing, Silber
  • Mavic Module E-2Felgen für Drahtreifen
  • Schwalbe Felgenband
  • Continental Race Schläuche
  • Michelin Dynamic Classic (braune Flanke)  700 x 23C
  • Shimano Uniglide Kassette, 6-fach
Ein Satz Laufräder für das Kotter Arabia Rad. Nicht zu auffällig, schön dezent.
KA0001 und KA0002

  • Campagnolo Super Record Nabe 32L, VR
  • Shimano Dura Ace 7700 Nabe 32L, HR
  • DT Swiss Revolution Speichen, silber VR
  • DT Swiss Competition Speichen, silber HR
  • DT Swiss Nippel 12mm Messing, Silber
  • Rigida Nova Felgen rot eloxiert, 32L
  • Schwalbe Felgenband
  • Continental Race Schläuche
  • Rot eloxierte Erdmann Ventilkappen
  • Vorerst gammlige Reifen aus der Garage von irgendwelchen anderen Projekten
  • Shimano 105, 10-fach Hyperglide Kassette

Für mein blaues Chesini. Eigentlich für ds blaue Chesini meines Sohnes. Der Kauf der Felgen ergab sich eher zufällig. Als Budgeträder die anderen Teile günstig gesucht und gefunden. Modern.

KD0001 und KD0002
  • Mavic 500 VR, HR Nabe, 36L
  • DT Swiss Revolution Speichen, silber VR
  • DT Swiss Competition Speichen, silber HR
  • Pillar Hexagonal Nipple, 12mm Messing, blau eloxiert
  • Rigida Nova Felgen blau eloxiert, 36L
  • Schwalbe Felgenband
  • Vittorio Schläuche
  • Blau eloxierte Erdmann Ventilkappen
  • Continental Grand Prix 4000S Reifen 700 x 23C, blau
  • Regina America Schraubkassette, 7-fach
Mein neustes Projekt, bin gerade dran. Wird das Update für mein blaues Olmo Evolution Drei. Die Hexagonalnippel sind einfach wunderbar, da bekommt man viel mehr Spannung drauf. Mit Unterlegscheiben, die zum ersten mal mit einem Aufschläger eingetrieben wurden.
Später mehr.

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Kotter Arabia, für Tobias

Mit Tobias bin ich mal von Tokyo nach Enoshima gefahren.

Wir waren jung (von heute aus gesehen), im selben Stipendienprogramm in Japan (DAAD SP), hatten einen ähnlichen Humor und kamen relativ frisch 1990 oder 1991 in Japan an. Ich hatte noch nicht mein Panasonic Rad aber Tobias hatte schon etwas schickes gekauft und eines Tages beschlossen wir, daß wir uns auf den Weg von Tokyo an die Küste machen sollten. Jürgen, mein Mitbewohner lieh mir netterweise sein Orginal „Shogun“ Rennrad. Nach heutigem Maßstab Schrott. Wir machten uns also auf dem Weg, ohne jegwelche Idee wo es hingehen sollte und mit sehr bescheidenen Japanischkenntnissen. Es dauerte endlos und wir fuhren viel im Kreis. Die Japaner, die wir nach dem Weg fragten hatten offentlichtlich alle keine Ahnung von ihrem Land.. Wir kamen also irgendwann an der Küste an, machten ein Foto and fuhren dann eiligst wieder zurück. Das war ein selten blöder Trip, der aber den Grundstein für viele weitere legte.

Kaum zu glauben, daß der Mann heute seriöser Anwalt ist. Ich sah übrigens noch bescheuerter aus und deshalb ist hier auch kein Photo. Kaum zu glauben, daß ich heute seriöser Professor bin.

Eigentlich war es die Mutter aller sinnlosen Abstecher.  Bei Postivo Espresso war ein „sinnloser Abstecher“ („pointless ride“) eine Abweichung vom Weg, meistens hart und schwer und den Berg hoch, die aber dann entweder zurückgefahren wird da eben sinnlos, oder uns aber dem Ziel keinen Schritt näher brachte. Einer der sinnlosesten „Abkürzungen“ ist der Abstecher zwischen Ome und Okutama zur Mitaka Kabelbahn. Das sind zwar nur 1.540 Meter Strecke , aber auch 183 Meter Höhenunterschied, mit vielleicht 50 Metern  davon auf dem ersten Kilometer. Einfach total sinnlos dorthin zu fahren.

Egal. Also Tobias und ich waren zwei Jahre in Japan zusammen. Er machte dort sein Praktikum in der Anwaltskanzelei Nagashima & Ono  & Ono  & Ono  & Ono  & Ono  & Ono  & Ono  & Ono  und ich lernte meine Frau kennen. Er war bereits mit der bezaubernden Heike verheiratet.

Wir bleiben dann auch nach Japan sporadisch in Kontakt. Tobias war mit seiner Familie lange in Moskau und dann später in München, während ich wieder nach Japan ging. 2010 waren wir dann beide in Deutschland, aber Tobias trainierte für seinen nächsten Einsatz in Saudi-Arabien und war in einem Camp im Yemen. Dort lernte er arabisch und nebenbei das ballern mit Kalaschnikovs. Heike blieb in Deutschland, kaufte Wohnungen und Häuschen und renovierte diese. Aber zumindestens sahen wir uns nun ab und an wieder, denn im Sommer im August, organiserten die beiden immer ein Fest auf Schloß Diemitz (die Hütte auf dem Foto im dunklen Hintergrund) in der Mürritz zu dem wir gerne kamen.

2011, als wir zum zweiten Mal auf Schl0ß Diemitz waren, bequatschte ich Tobias, daß ich ihm sein Jugendtraum Rad bauen könnte. Nett wie er ist gab er mir einen Batzen Geld und freie Hand und ich war im Gegenzug sehr freizügig mit meiner Zeit. Er wollte ein Rad mit dem er Freitags, wenn die lokale Bevölkerung  in der Moschee betet, durch die Straßen von Riyad flitzen kann. Ich wollte etwas sandfarbenes, mit einem Logo von zwei gekreuzten Palmen oder Krummsäbeln vorne am Steuerkopf und auf jedenfall komplett Shimano Arabesque ausgestattet. Diese Gruppe ist so schön und so komplett neben unserer Zeit, wer würde heute in Europa noch ein Produkt vermarkten wollen, das einen klar islamistischen Bezug hat? IKEA? Garderobenständer Minarett? Da riskiert man doch sein Leben!

Also, Tobias gab mir ein paar einfache Vorgaben: Sein Rad sollte gut aussehen, alt und teuer sein, einen schönen alten, dunklen Rahmen und nicht allzu dünne Reifen haben und vor allem, an den Ausfallenden sollten Adjustierschrauben sein. Davon hatte er immer geträumt, das war das Zeichen eines tollen Rennrads.

Ich fragte dann noch ein paar praktische Dinge und wir waren uns schnell einig. Danach verbrachte ich dann sehr viel Zeit auf Ebay und anderen Foren um die ganzen Einzelteile zusammenzukaufen. Die Suche nach einem schönen Rahmen war am schwierigsten. Ich wollte instinktmässig etwas italienisches. Also ehrlich, ich mag eigentlich keine Rahmen aus anderen Ländern, vermutlich weil ich ja selber halber Italiener bin (meine Mutter istUrdeutsche aus Südtirol, seit 1918 italienisch). Da gab es aber nicht das richtige. Irgendwann sahen wir dann einen Kotter Rahmen. Das ist ja nicht der dolle Name, wenn man davon absieht, dass es eine verschworenen Gemeinschaft von Anhängern der Marke gibt und Didi Thurau einmal für den Rennstall der Marke gefahren ist. Der Besitzer selber war, glaube ich, Opernsänger.

Aber dieser Rahmen war wirklich schön. Ich würde mal sagen so etwa von 1990 oder ein wenig später. Anlötumwerfer. Der Bremszug für hinten verläuft komplett im Oberrohr. Der ganze Rahmen ist verchromt und dann ganz leicht lackiert, so dass der Chrom durchscheint, das sieht sehr schön aus und heißt auf italienisch „Chromavelato“. Das sieht wirklich wunderschön aus, ist aber auch leider nicht sehr haltbar. Aber toll ist es schon. Das Kotter hatte so einen farblichen Auberginenüberzug. Außerdem passte die Größe und hinten gab es Adjustierschrauben an den Aufallenden. Tobias sagte ja, ich kaufte den Rahmen recht teuer ein und machte mich an den Kauf der anderen Komponenten.

Die Shimano Arabesque Teile hatte ich relativ schnell zusammen. Tobias hat dann netterweise die Kurbel für mich poliert und Velosport in Bremen den Steuersatz eingebaut. Mein Radhändler um die Ecke, Einrad konnte nicht. Die haben auch nur einen, dafür aber sehr guten und netten Mechaniker, und zwar den „Kreet“.

Ich wollte keine Shimano Arabesque Bremsen haben, da die nicht gut bremsen und nicht gut aussehen. Stattdessen wollte ich Shimano 600 Bremsen montieren, die nicht gut bremsen aber phantastisch aussehen.

Hier die Shimano 600AX an meinem weißen Olmo. Ich bekam sogar Shimano 600 Bremshebel noch mit guten, brauen Gummis. Sehr viele Teile habe ich bei Sella Berolinum gekauft. Die waren sehr nett und haben mir gut geholfen, vor allem als es um die Auswahl ledriger Komponenten ging. Ein wenig hat mir auch Uwe von Studio Brisant Unterstützung gegeben, bei dem ich mal mein eigenes Peugeot SB gekauft hatte.

Es dauerte recht lange aber als ich alles zusammen hatte fing ich mit dem montieren an. Die Laufräder habe ich zunächst auf der Basis von Shimano 600AX Naben und Mavic Drahtreifenfelgen, ich glaube Modul E2 gebaut. Das Zusammenbauen von allem klappte problemlos aber mir fehlten die Reduzierhülsen für die Züge. Und als dann alles zusammen war, rasselte das kleinste Ritzel immer durch. Ich habe zunächst den Spacer rausgenommen, und zwar zwischen dem Hauptteil der Cassette und dem letzten, aufschraubbarem Ritzel (Uniglide).   Es ging aber nicht.  Auch das in die Ecke stellen und ignorieren klappte gar nicht. Dann habe ich das Teil doch zu Velosport gebracht und der Gott der alten Räder dort hatte noch ein altes Uniglide Ritzel das er einbaute und seitdem läuft die Kiste.

Ansonsten gibt es noch ein sehr schönesund teures  Lederband am Lenker, einen wunderschönen Gyes Sattel und eine Satteltasche aus meiner Jugend in der auch so ein typischer „Knochen“ aus meiner Jugend ist um Reparaturen am Rad unterwegs durchzuführen. Und ein Paar MKS Pedalen mit passenden, braunen Lederriemen. Und enem Nito-Kopie Flaschenhalter.

Ich wäre neidisch, wäre das Rad nicht etwas zu klein für mich.

Nachdem alles schön zusammengebaut war habe ich das Rad vor ein paar Wochen nach München geschickt, wo es nun auf Tobias wartet. Heike war schon mal sehr angetan.

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Alles über das Kotter Arabia hier.

 

 

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Nagoya Keirin

Japan ist cool. Insbesondere Keirin.

Also, wenn man hier in Deutschland die Begeisterung für alles was mit Keirin, Track und NJS sieht, as ist schon enorm. Die Götter sind vom Himmel gestiegen und haben Track Racing in Japan geschaffen. Mit super coolen handgefertigten Stahlrahmen von ehrwürdigen Meistern und Werkstätten wie Nagasawa, Cherubim, 3Rensho, Kalavinka oder Sampson und Panasonic (dier verkaufen übrigens auch Eierkocher und Klimanalagen, allerdings ohne NJS Siegel). Und ganz tollen Komponenten von Shimano, MKS, Nitto, Kashimax und vielen anderen kleinen Herstellern die überzogen teuer sind und aus Panzerstahl und nicht kaputt zu kriegen.

Ja, so ist das. Es gibt ur ein kleine Problem, und zwar, daß der Coolness Faktor in Japan von Keirin Rennen nicht dem in Deutschland bzw. Europa entspricht. Pferderennen, Motorbootrennen und Kerin, dass sind die klassischen Sportarten auf die gesetzlich in Japan gewettet werden darf. Im Prinzip ist das etwas für alte Männer und wer schon einmal beim Keirin in Japan war weiß ungefähr was das heisst. Alt heisst hier 60 oder älter, es gibt wenig junge Leute, noch weniger Frauen. Kerin stirbt aus, wird Tradition, ähnlich wie es auch bereits mit Judo, Kendo, Origami, No, Bunraku, Sumo  und anderen Dingen geschehen ist. Besonders schade finde ich das ja nicht, so lange sich etwas neues entwickelt.

Nagoya Keirin hat nun das gemacht, was in Japan immer in Zeiten der Geschäftskrisen gemacht wird. Es hat ein Maskottchen entwickelt und damit einen Werbefilm für die Keirinrennen in Nagoya gebastelt. Bitte schön:

Was sollen  wir eigentlich dazu sagen, wenn wir aufgehört haben zu kichern? Das Mädel in dem Anime heisst übrigens PISTO-CHAN (Chan = Verniedlichung, -chen). Die Kartoffel mit Kapuze heißt aus mir nicht bekannten Gründen YASUDA-KUN. Oh Gott ist das schrecklich. Un dhier ist noch eins hinterher.


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Falkenachtschwalbe

Oder im Ami-slang, eine „Nachteule“

Manchmal sieht man Räder, da denkt man daß die vom Design her ja wirklich gut aussehen, aber vermutlich sehr unpraktisch sind. Der Nighthawk von Brano Meres ist so ein Ding.

X-9 Nighthawk

Die Inspiration zu diesem Teil kommt ja wohl von hier.

F 117 Nighthawk 10995 Wallpaper

F117 Nighthawk.

Also wie gesagt, das Problem ist der Kompromis zwischen Design und Funktionalität. Das ist so wie bei Häusern. Als wir 2000 von Hamamatsu (japanische Kleinstadt mit 800.000 Einwohner) nach Tokyo (japanische Großstadt mit 12.000.000 Einwohner) gezogen sind, hatten wir uns eine Reihe von Wohnungen und Häusern angesehen. Viele von denen waren quasi von der Stange, von großen Wohnungsbaufirmen im Ofen und in Masse hergestellt. Aber es gab auch einige Häuser von bekannten japanischen Architekten, Von einem hatten wir ein Haus gesehen, das hiess „Haus im Bambuswald“ von Eduard Suzuki und das haben wir uns angeschaut. Das war teilweise recht nett, klein, aber über drei Etagen und das Wohnzimmer war irgendwie so überall rund. Aber die Details waren einfach furchtbar. Die Einbauschränke total billig, überall Rost und Wasser und im Erdgeschoss roch es nach Schimmel. Abgesehen davon, daß ein ca 48 cm breiter Streifen mit einer Reihe Bambusbüschlein um das Haus wohl kaum den Begriff Bambuswald verdient. Ich wünschte ich häte noch ein paar Photos.

Aber so ist das, bei dem Design wird an das große ganze gedacht und die Details werden geschlampt.  Genauso finde ich auch das Nighthawk. Mein Cervelo Soloist S1 hatte auch so eine eckige Kante am groß dimensionierten, aerodynamischen Unterrohr. Ruckzuck war da der Lack weg. Lackierte Ecken sind einfach keine gute Idee, das meiste Zeug ist nicht ohne guten Grund rund. Abgesehen davon, daß scharfe Ecken bei Stürzen auch keine gute Idee sind. also, warum all dieses eckige Zeug hier? Der einzige Grund den ich mir vorstellen könnte ist polizeilichen Radarkontrollen zu entkommen. Also ist das im Prinzip ein Rd für rote Ampeln. Voraussetzung ist dann aber, daß der eigene Körper etwa genauso kantig und „Stealth“ ist, was bei den meisten von uns eben nicht der Fall ist.

X-9 Nighthawk

X-9 Nighthawk

X-9 Nighthawk

X-9 Nighthawk

Ein anderer interessanter Aspekt bei diesem Projekt ist das verwendete Material. Es handelt sich dabei um Wabenplatten aus Aramid die mit Carbonfaserplatten laminiert wurden. Also alles Wundermaterialien, die aber nicht immer ihren Zweck erfüllen. Wer so gegen 2001 bei Schindler gearbeitet hat wird lächeln, wenn er das Wort Aramid hört. Das erste synthetische Aufzugseil, dass es nie zur Serienreife geschafft hat. Das Material Aramid an sich hat aber durchaus seine Bedeutung, z.B. bei der Konstruktion von kugelsicheren Westen in Verbund mit Kevlar. Zu Carbon braucht nicht mehr viel gesagt zu werden.

Wabenplatten kenne ich aus dem Möbelbau, wo diese zunehmend eingesetzt werden.Die Entwicklung ist ungefähr so: Früher machte man alles aus Massivholz, war gut, schwer und verzog sich. Aber stabil und die einzelnen Elemente konnten relativ schlank gehalten werden. Dann kam die Presspannplatte. Die konnten wesentlich billiger hergestellt werden, waren leichter, normiert und von der Stabilität noch OK. Das das Material an sich nicht gut aussieht, wurde es auf den Flächen laminiert und bedruckt, so daß es dann oft wieder wie Holz aussah. Das empfinden einige Menschen und so auch ich, als Betrug. Auf die Kanten kommen Kantenbänder, all das ist von der Verarbeitung schon wieder ein Aufwand aber immer noch einfacher als Massivholz. Nun kamen Wabenplatten. Die Waben sind aus Papier, darüber sind dünne (5mmm oder ähnlich) MDF Platten laminiert. Ist billig und sehr leicht, so daß man es bei IKEA ohne Probleme rausschleppen kann.Ist  aber auch sehr dick. Möbel werden also dicker. Der Mist an diesen Wabenplatten ist, dass es ein wahnsinniger Aufwand ist hier die richtigen Katen darauf zu machen und daß man an allen Stellen, wo man Wabenplatten miteinander verbinden will oder irgendetwas an den Wabenplatten befestigen möchte Holzriegel braucht. Total unpraktisch. Ergo sollte man Wabenplatten dort einsetzen, wo man große Flächen und wenige Kanten hat und am besten ganz wenige Verbindungsstellen.

Wie zum Beispiel Tragflächen von Flugzeugen. Oder Surfbretter. Oder Schiffsrümpfe. Aber eben nicht Räder. Das ist unsinnig, weil es hier keine großen Flächen gibt abe rjede Menge Verbindungspunkte.

Side view of 747 wing

Also der Ingenieur faßt zusammen:

  • Ein Rad ist kein Flugzeug auch wenn wir gerne so schnell wären.
  • Nichtentdeckung durch Radarwellen ist nicht das primäre Ziel des Radfahrens
  • Materialien sollten so benutzt werden, daß sich ihre Voreteile entfalten können. Und nicht ihre Kanten.

Abgehakt, Danke, der Nächste bitte.

 

 

 

 

 

 

 

 

Sieht aber trotzdem gut aus.

 

 

 

 

 

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Larissas Olmo

V O R  H E R

M I T T EN D R I N

F E R T I G

Ich warte immer noch auf das Photo von Larissa mit Ihrem Olmo.

Das war ein schönes Projekt, denn ich bekam ein schwarzes Olmo Speedy Gonzales von 1991, daß eigentlich noch sehr gut und Schuß war und sollte es für wenig Geld in ein feminines Rad für Larissa umbauen.  Es war erst das zweite Rad, daß ich speziell für jemanden Speziellen baute und nicht einfach wie das Pescarolo, ein Rad, daß ich gekauft, repariert und an irgendwen wieder verkauft hatte. Alle Räder haben irgendetwas, und das schwarze Olmo war auch speziell.

Larissa hatte ursprünglich Interesse an meiner blauen Gazelle Champion Mondial A Frame, aber die war von der Rahmenhöhe her zu groß. Tobi, der Jäger der verlorenen Ebay Kleinanzeigen kam schnell mit dem Olmo an und das kurz vor Weihnachten. Als ich aus dem Urlaub war und die bestellten Teile da, fing ich an zu basteln.

Basis ist ein schwarzes Olmo mittleren Geröhrs. Ösen an Gabel und Strebe, eigentlich erste inmal eins chlechtes Zeichen. Die Gabel ist verschromt, ebenso wie der Hinterbau unterverchromt ist. Einige vond en Decals sind ab oder in Mitleidenschaft gezogen, aber da der Lack schwarz ist läßt er sich gut ausbessern. Im Gegensatz zu meinem neongelben Bottecchia, wo mein Versuch den Farbton zu treffen so endete, als dass das Rad jetzt ’ne Überdosis Eigelb an der Kettenstrebe abbekommen hätte.

Das meiste an dem Rad ist Shimano 105 , Serie 1050: Bremshebel, Rahmenschalthebel, Umwerfer, Schaltwerk, Kurbel, Bremsen, Naben. Alles natürlich total verdreckt. Ds musste ich erste inmal alles komplett auseinanderbauen und reinigen, fetten und ölen. Dabei verschwanden mal wieder ein paar Quadratkilometer Ozonschicht über Bremen infolge übermässigen Chemikalinegebrauchs. Ich war total high und musste erst einmal eine Woche uaf Entzug, was die Fertigstellung des Rades weiter verzögerte.

Das Lenkerband musste auch weg und ebenso die Reifen.  Die Vorgabe war etwas zu basteln mit den Haupttönen Schwarz, Pink und ein wenig Chrome/Silber. Etwa so ähnlich wie dies hier:

Tobi hatte schon neue Look Pedalen und Schwalbe Ultremo Reifen in Pink organisiert. Ich kaufte dann dazu noch einen passenden und günstigen pinken Frauensattel, pinke Bremshüllen und pink eloxierte Ventilkappen und Endkappen. Pinke Kettenblattschrauben gab es nicht, deswegen musste eine goldene als Markenzeichen herhalten.

Beim Zusammenbauen gefiel mir, das Schwarz und Silber die Haupttöne sind und Pink nur die Silhouette betonte: Außen an den Reifen und oben am Rahmen durch die Hüllen. Ein pinkes Lenkerband wäre nun zuviel des guten gewesen,  zumal es auch schwierig war das genaue Pink für das Lenkerband zu bekommen. Ich glaube das ist ein typischer Fehler. Man versucht alles mit einem oder zwei Frabtönen zu machen, scheitert aber daran, dass man dann mit vielen ähnlichen Tönen einer Farbe endet. also wenn ich mir mein altes „oranges“ Cervelo ansehe …..

Also wickelte ich ein schwarz glänzendes Fiszik Lenkerband, was unheimlich gut zu dem Olmo passt. Dadurch bekommt es so einen leichten Leder/Club Touch:

 Schön. Der Rest war dann schnell gefunden und drangebaut. Da die Orginalkomponenten verwendet wurden, gab es auch keine Kompatibilitätsprobleme. Die Bremsen waren schön knackig und ich verwende beim Aufbau immer diese sehr schönen und günstigen Xtreme racepads von Rose, auch wenn die epochal nicht stimmen. 

Eines Abends kamen Larissa und Tobi und halten das Olmo ab. Es ist immer schwierig sich von einem Rad zu verabschieden, aber in diesem Fall war es schon einfacher, da die beiden happy mit dem Ergebnis waren. Ich hoffe, daß ihnen das Rad noch viel Freude bereiten wird.

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Henri Pescarolo, Rennfahrer

Henri Pesacarolo ist ein französischer Autorennfahrer. Räder hat er nie gebaut.

Das hinderte aber einen Radhersteller nicht daran Räder unter dem Namen Pescarolo zu verkaufen. Eines davon sah ich eines Abends auf Ebay. Unscharfes Phot, wenig Information, also der klassische Fall wo man ein echtes Schnäppchen machen kann oder voll auf die Nase fällt. „Pescarolo“, dachte ich, das ist doch bestimmt eine alte, traditionsreiche italienische Marke bei der ich wirklich ein wenig Geld lassen kann. Und erstaunlicherweise war ich ein wenig später der Eigentümer eines echten Pescarolo Rennrads, dass ich mir dann auch noch in Wuppertal abholen sollte.

Den Verkäufer mußte ich ein paar Mal vertrösten, da Wuppertal nicht gerade um die Ecke liegt. Irgendwann im Winter, als ich meine Eltern in Mönchengladbach besuchte fand ich dann die Zeit einen Umweg über Wuppertal mit der Bahn zu machen. Obwohl ich den Termin vereinbart hatte war der Besitzer nicht da, zum Glück aber jemand anderes, der mir die Tür zum Stall öffnete und dort an einem Nagel in der Wand hing ein verdrecktes Stück Rennrad, dass ich mir unter den Arm klemmte und zum nächsten Bahnhof schob. In Gladbach abgekommen fuhr ich das letzte Stück mit platten Reifen zu meinen Eltern.

Zurück in Bremen schaute ich mir das gute Stück einmal an. Zunächst auf dem Internet. Über Pescarolo Räder gibt es gar keine Informationen. Das Rad war von 1986 (Shimano Produktions Code) und mir mit Rahmenhöhe 54 oder 55 cm viel zu klein. Henri Pescarolo war kein Italiener, sondern Franzose. Zumindestens hatte er den gleichen Vornamen wie mein Sohn, sodaß mir die Idee kam das Rad für eben den aufzubauen. Die Komponenten waren im wesentlichen Shimano Exage 300 (also Tigara oder Sora von früher) mit einigen interessanten Ausnahmen: Friko Lenker, Alesa 913 Felgen und das ganze mit Vitus 999 Rohren was in etwa der Qualiät und dem Gewicht von Wasserohren entspricht. Das Rad war mit 11kg dann auch entsprechend schwer. Bisopace Kettenblätter waren montiert. Manche Leute regen sich ja wahnsinnig über die Dinger auf. Ich hatte die schon damals an meinem Panasonic und ich kann da keinen Unterschied zu normalen, also runden Kettenblättern beim fahren bemerken.

Das Rad war in einem unglaublichen Maße verdreckt. Ich habe mindestens zwei Dosen Bremsscheibenreiniger verbraucht und vermutlich erheblich zur Zerstörung der Ozonschicht über Bremen beigetragen. Zeit umzuziehen, oder Hautkrebs zu bekommen. Mir war klar, daß ich hier nicht einen Haufen Geld reinstecken mußte, sondern nach Möglichkeit die vorhandenen Teile verwende und die Verschleißteile nachkaufe. Genau das habe ich dann auch im Laufe der Zeit gemacht. Bremszüge, Bremshüllen, Bremsbeläge, Kette, Schaltzüge, Schalthüllen und Reifen alles neu. Für die Reifen nehme ich immer Michelin Dynamic, die gibt es mit braunen und weißen Flanken und sind günstig, wenn auch nicht faltbar. Halten tun sie auch.

Um wenigstens ein wenig Akzente zu setzen, habe ich für alle Endkappen rot eloxierte genommen. eine Kettenblattschraube ich anders als die anderen vier, ebenfalls in rot. Das ist dann sozusagen mein Markenzeichen.

Eine längeren Artikel in Englisch zu dem Rad gibt es auf der Positivo Espresso website.

Da es eins der ersten Räder war, an denen ich mich versuchte und ich auch bei dem Wert nicht allzu viel kaputt machen konnte, hatte ich dann sehr viel Spaß beim einstellen. Dadurch habe ich viel gelernt und als das Rad fertig war und ich es zur Probe ausfuhr verhielt es sich auch sehr sauber und schnittig. So muß das sein.

Dann habe ich das Rad meinem Sohn Henri zur Probe gegeben und wir sind gemeinsam um den Block gefahren. Mein Sohn hatte ich in seinem Leben bislang echt gute Räder. Zunächst natürlich so ein schrottiges mit Stützrädern, das ist die Ausnahme. Aber dann ein blaues Giant mit 20 Zoll Rädern von Positivo und anschließend ein noch schöneres grünes Giant FCR 1 mit Flachlenker in grün von 2009. Heute sehen die so aus. Etwas plakativ, aber schlecht finde ich die vom Design her nicht. Jedenfalls ist mein Sohn an Schalthebel am Lenker gewöhnt und dass diese dann am Unterrohr sind fand er doch etwas ungewöhnlich. Da er auch immer die rechte Hand am Lenker hat, versuchte er mit der linken zu schalten. Griff also durch den Rahmen auf die rechte Seite um die Gänge hinten zu wechseln. Sah super bescheuert aus und endete fast immer in einem Sturz. Deshalb mocht er das Pescarolo auch nicht.

Ich habe es dann zum Verkauf angeboten, dabei gefiel vielen Interessenten diese Krakelierung in der Lackierung am Steuerkopf und am Tretlager. War mir schon aufgefallen, fand ich aber nicht so toll. Schließlich bin ich es dann im August losgeworden, nachdem ich noch einen weißen Rolls Sattel von einem anderen Rad montiert hatte. 

Das Rad war zu klein für mich und auch zu bollig, aber die Arbeit daran machte mir sehr viel Spaß und so fand ich es auch schade, daß ich es verkauft habe. Aber ich habe nur eine Garage und die ist voll.

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Unsinn, den Frauen auf MTBs erzählen

http://www.pinkbike.com/v/240379/l/

Shit Mountainbike Girls Say on pinkbike.com

aus der beliebten Reihe. Ist aber nicht ganz so gut wie das hier in Englisch:


 

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Pinarello, rot: Red Pina

Manchmal hat man auch Glück im Unglück.

Ich hatte ein relativ simples Pinarello Rad komplett bei Ebay gekauft. Damals billigstes Modell, komplett mit Shimano ausgestattet, nichts besonders. Der Verkäufer wusst aber auch nicht genau, was er da hatte und das bieten war nicht besonders aggressiv. Jedenfalls konnte ich das gesamte Rad recht günstig ersteigern. Pinarellos und Colnagnos haben in Japan die höchste Wertschätzung, von daher war ich ganz glücklich. Es kam an und war natürlich zu klein. Aber wenn man ein rad sehr mag, dann schaut man über so technische Kleinigkeiten beim Kauf hinweg. Das rächt sich dann. Außerdem war es schauderhaft verpackt. Und als ich es mir dann ansah, stellt ich fest, dass im pantographierten Pinarello Vorbau ein schöner Riss war.

Ich habe dann alles auseinandergebaut, geputzt, geölt und gefettet und dann die Teile nach und nach bei Ebay wieder verkauft. Allein der Rahmen ging fast für den Preis des gesamten Rads über den Tisch. All das war dann sehr erfreulich und spülte Geld in die Kasse für den Einkauf von vielen neuem, altem, schönen Zeuch.

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Lieven’s Union Fixie

Bei diesem Projekt von Lieven habe ich als eine Art von nicht oder schlecht bezahltem Entwicklungshelfer mitgearbeitet.

In Belgien hat man halt keine Ahnung wie man Räder baut, so dass auf bremisches Knowhow zurückgegriffen werden muß. Spaß beiseite, das hat Spaß gemacht und die Zusammenarbeit mit Lieven war sehr erfreulich.

Erstaunlich ist auch wie zufällig und wie viele Union Räder in mein Leben getreten sind. Bis letztes Jahr kannte ich die Marke nur als eine von drei unsäglichen Hollandfahradfabrikanten neben Gazelle und Batavus. Dann kaufte ich über das Rennradforum meinen blauen Unionrahmen und daraus habe ich ein Rad gebaut, daß mir wirklich Spaß macht. Und dann habe ich Lieven und sein Goldbraunes Union kennegelernt. Und letztens hat Tobi auch noch ein rotes Union Sapporo erstanden. Also da kommt jetzt sehr viel Union Wissen auf einen Haufen. 

Ich bin wirklich neidisch auf Lieven und Tobi, dass ihre Räder einen „Union“ pantographierten Vorbau haben und meins nicht. Ich benutze einen Modolo Typ Mosburger, der aber aufklappbar ist, so dass dich der Lenker leicht wechseln lässt. Das Union von Lieven scheint mir etwas neuer zu sein als meins. Es hat bereits aufgeschweisste Ösen für die Zugführung am Oberrohr und eine vollverchromte Vorderradgabel. Bei meinem ist nur die Brücke verchromt. 

Ansonsten finde ich den Aufbau von Lieven sehr stimmig, vor allem der Gyes Sattel passt sehr gut zu dem Rad. Die Anordnung des Lenkers ist etwas gewöhnungsbedürftig, man kann sicheigentlich nicht vorstellen, daß man damit gut fahren kann, aber von Design und Linienführung sieht das sehr gut aus.  Die Shimano 600 Arabesque Kurbel Original aus dem Rad passt sehr gut. Auch die Sattelstütze ohen farbliche Akzentierung der Fräsungen gefällt mir gut. Der Wasserflaschenhalter ist Geschmackssache. Sieht epochal nicht ganz so gut aus, macht aber nichts.

Ich denke, Lieven könnte an der einen oder anderen Sache noch arbeiten, aber 95% ist geschafft, der Rest ist nur noch Feineinstellung. Gut fahren soll es auch.

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