Tagesarchiv: 15. März 2012

London 2012: Teil Drei: Die Kunst

Radfahren ist wirklich nicht alles auf der Welt. 

Es ist einfach fast alles. Als wir ich London waren schauten wir hoch in den blauen Himmel und sahen Zugvögel aus dem Süden nach London heimkehren und Juliane sagte: „Schau mal, die fliegen wie ein Peloton.“ Aber nun mal ernst, es gibt durchaus noch ein paar andere schöne Dinge auf der Welt. Ganz spontan würde mir jetzt gerade so, Lakritzspiralen, Mohnkuchen, Bloggen, der Film Marie Antoinette, das schwarzhaarige Mädchen aus der Tanzschule 1977 und ein Campagnolo Super Rekord Schaltwerk von 1984 einfallen. Ups, reingefallen.

Egal, also Juliane, David und ich machten uns auf um Kunst zu geniessen im Barbican. Das Barbican ist diesr Corbussierische Klotz mitten in London. 

Wir kamen um Hugh Makasela zu sehen. Was, ihr kennt nicht Hugh Masakela? Den großartigen südafrikanischen Jazzmusiker und Friedensaktivisten? Ok, wikipedia wird helfen. Also ich hatte auch keine Ahnung wer er war, aber als ich ihn dann sah dann war er auch gut. Aber so ist da halt, man muß einfach mitgehen und sich von Leuten für Dinge interessieren lassen und dann wird es oft auch gut. Oder eben nicht. Aber eben diesmal schon.

Also ich fände da prima, wenn ich noch genauso fit in dem Alter wäre. Wobei ich sagen muss, dass ich mir ja wahnsinnig ungerne Musiker über Vierzig ansehen.

Aber all das ist nicht das Entscheidende. Das Etscheidende Etwas diesses Mal war, das es im Barbican eine Kunsthalle gibt, THE CURVE. Heisst so, weil das im Prinzip ein sehr langer Flur ist, der wie eine Kurve gebogen ist, so dass man das Ende am Anfang nicht sehen kann. Und ort gab es eine Ausstellung von SONG DONG, einem chinesischen Künstler mit dem Titel „Waste not“. Gr0ßartig. Also die Mutter von Song Wong hat, weil sie sich vor Armut fürchtete, eigentlich alles gesammelt und aufgehoben, was sie an Dingen in ihrem Leben bekommen hat. Fast alles billiger, chinesischer Schrott aus dem eben nicht Konsum-China der Sechziger, Siebziger etc. Und Song Dong hat diese ganzen Schrottobjekte in Gruppen  geordnet und dan nin THE CURVE ausgestellt.

Man kommt also in diese Ausstellung rein und denkt: „Wow, das ist aber wirklich eine Menge Zeugs.“. Ist ja klar.

Und man geht weiter in diesen Raum, oder langen Flur rein und man sieht, dass all dies kein Ende hat. Der Flur wird länger und es kommt immer mehr Zeug. 

Und es nimmt und nimmt kein Ende. Und ganz am Ende steht die Holzstruktur eines kleine Hauses und man fragt sich: „Ist das das Haus der Mutter von Song Dong und hat sie darin mit all diesem Zeug gelebt?“

Und wenn das die Spur des Konsums eines Menschens in China ist, in einem Land, in dem es lnage Zeit überhaupt keinen Konsum gab, sondern eigentlich nur relative Armut, was ist dann die Spur und wie unedlich lange ist die, die wir in unserem Leben hinterlassen?

Ach so, ja, es gab dort auch zwei kaputte Radpedalen, einen häßlichen Sattel und eine Sturmey Archer Hinterradnabe in Orginalverpackung.

 

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London 2012: Teil Zwei: Die Räder

Hetchins? Läuten da irgendwelche Glocken?

Also, meine Freunde David und Juliane wohnen in London, genauergesagt im Positivo Espresso Non-Euro Eurozone Headquarter Building in der Nähe der Waterloo Station. Cool, man kann quasi auf den Big Ben spucken, müsste aber ca 800m groß sein.

Jedenfalls heiraten sie bald. Und beide fahren Rad und gar nicht mal schlecht, denn bei beiden liegt der Sport in der Familie. Davids Onkel war bei den Olympischen Spielen 1952 in Melburn dabei, sein Vater ist Radsportveteran und Juliane machte die 400m Tartanbahn im Osten Deutschlands unsicher (das schöne Gesicht des Sozialismus). Also machen sie natürlich einen Radhochzeitsreise, genauer gesagt fahren sie auf der Eroica im Herbst des Jahres in der Toskana. Wenn sie diese Flitterwochen überstehen, haben sie sich gegenseitig verdient.  Und für so etwas braucht man natürlich auch die passenden Räder. Also haben sie eingekauft, und da es die Hochzeitsreise ist, sind es auch ein paar sehr schöne Räder:

Hetchins Magnus Opum von 1983 mit Campagnolo 50. Geburtstagsausstattung.

Hat diese Hetchins-typischen geschwungenen Kettenstreben. Tja, eigentlich zu schade zum fahren, vor allem auf den staubigen Straßen der Toskana. Macht nichts, für den Herr gibt es dann ein Holdsworth aus den Fünfzigern:

Mit sehr ausgefallenen Bremhebeln:

Und für die Dame des Hauses gibt es 20 Kilo pures Eisenglück in Form eines Carltons.

Lustig übrigens das Engländer das Wort Workshop nicht schreiben können.

Ansonsten fahren die beiden ein recht schönes, altes Carbon TREK (ich schreibe ja normalerweise nichts gutes über TREK, aber hier mache ich einmal eine Ausnahme), ein deRosa und ein superschönes Kalkhoff.

Wen ich bei ihnen zu Besuch sind darf ich mir auch imme ein Rad aussuchen und damit fahren. 2010 habe ich innerhalb von zwei Tagen zwei Räder zerstört: Speichenbruch beim Rennrad, Vorbau beim MTB und diese Tradition konnte ich bei meinem Besuch letzte Woche fortsetzen: Sattel geklaut beim Kalkhoff. Sorry, Juliane.

 

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London 2012: Teil Eins: Die Stadt

London, das englische Bremen an der Themse.

Ein Workshop unserer Hochschule brachte mich am Freitag in die englische Hauptstadt. Unglücklicherweise mit Ryanair, aber da das so billig ist und man fürs gleiche Geld mit der Deutschen Bahn noch nicht einmal nach Osnabrück kommt, darf ich nicht motzen. Und überhaupt, was will man schon in Osnabrück? Und dann auch noch an einem Freitag!

Das Innere von Ryanairfliegern ist gelber als mein Neongelber Bottecchia Sprinter von 1991. Hier ist der Beweis: Was ist ein Flugzeug, was ist ein Rennrad?

Die Antwort ist B, wie Bottecchia. Wir kamen also an und gingen erst einmal einen trinken. Zunächst bei einem Chinesen, dann in einem typisch englischen Pub mit typisch englischem Namen. „Dirty Dicks„. Da tranken wir dann soviel, bis wir uns geistig in der Lage fühlten unsere Übernachtungsstätte in einer Jugendherberge aufzusuchen. Jugendherbergen sind wie IKEA Möbel. man denkt, pff, da übernachte ich ja nur in meiner Jugend und dann später nur noch im Ritz Charlton. Aber ich muß heute noch ab und an dort schlafen. Und das gleiche habe ich auch über IKEA Möbel gedacht undletztens doch wieder ein paar Billy Regale gekauft.

Die Räume der Jugendherberge hatten etwa den Charme dieses Turms in dem Menschen künstlich gehalten werden in dem Film DIE MATRIX. Kann jetzt leider kein Bild finden. Drei Betten waren übereinander angeordnet, aber nicht voll, sondern immer um 90 Grad gedreht um den Fußbereich. Man hätte also 10 – 20 Betten oder mehr übereinander anordnen können in riesigen Spiralen die in den Himmel reichen. Ansonsten sad die Innenausstattung so aus, als wenn man sie nicht saubermachen, sondern einmal in der Woche mit dem Schlauch abspritzen würde.

Es gab dann einige sehr wichtige Besuche und Ereignisse für unsere Studis, die allerdings geheim sind und über die ich leider schweigen muss. Ich persönlich war am Samstag Nachmittag bei David und Juliane, meine Freunden die in der Nähe der Waterloo Station leben. Dazu mehr in einem anderen Post, vor allem auch zu deren Rädern.

Abends waren wir bei Kunst und Musik.  Dazu auch mehr woanders.

Am Sonntag waren wir dann auf dem Flohmarkt in der Brick Lane. Und anschließend am Monument. Und dann haben wir eine Führung des Olympic Parks unternommen. Super. Auf dem Foto da hinten irgendwo sieht man eventuell oder auch nicht das Velodrome. Näher sind wir leider nicht drangekommen.

Am Sonntag Abend dann zurück. Mal wieder Gelbschock.

Unten dann die London Photos eines unserer Studenten (MG).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Cathy Liu – Fixed Gear Girl Hong Kong

Natürlich wie immer via Fixed Gear Girl Taiwan.

 

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