Tagesarchiv: 18. März 2012

Germany’s next top rear derailleur

Ich finde alle irgendwie gut, aber für wen haben wir heute Abend kein Foto?

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34: Campa Nuovo Record

Besteht aus 34 Teilen von 1973

Also, nach meiner Zählung. Vor ein paar Wochen habe ich in einem akuten Anfall von Kaufrauschitis, ein defektes Campagnolo Nuovo Record Schaltwerk von 1973 gekauft. Der Verkäufer hat übrigens nicht übertrieben, es war richtig schön defekt und jenseits jeglicher Reparaturmöglichkeit. Jetzt habe ich hier einen Haufen … Teile. Im wesentlichen Nutzlos.

Abgesehen davon, daß auf dem Teil Campagnolo draufsteht, muß es wirklich teuer und mies gewesen sein. Es kam zu einer Zeit auf den Markt, als gerade Räder in den USA wie verrückt gekauft wurden und die Europäischen Hersteller wie Campagnolo, Huret und Simplex nicht genug Kapazität hatten, um die Nachfrage in den USA zu befriedigen. Das gab Firmen wie Shimano und Suntour die Möglichkeit auf den europäischen und dem amerikanischen Markt zu verkaufen. Und die hatten auch noch die technischen besseren Produkte, allen voran Suntour die ein Patent auf das schräge Parallelogramm am Schaltwerk hatten. Dabei zieht das Schaltwerk beim schalten von „außen“ nach „innen“ weiter auf, so dass der Abstand zwischen Zahnkranz und Schaltwerkröllchen in der Kettenlinie etwa gleich bleibt. Das war bei alten Schaltwerken nicht so, da bewegste sich das Schaltwerk nur horizontal, so dass bei großen Kränzen wenig und bei kleinen viel Abstand war. Diese schalteten dann auch nicht gut.

 Die Nuovo Record schaltete schlecht und war auch noch vier Mal so teuer wie eine technische bessere Shimano oder Suntour Schaltung.

Ich weiß nicht, was mit meiner Nuovo Record Schaltung passiert ist, aber ich würde einmal vermuten, das diese an einem nicht abreißbaren Schaltauge verbaut war und dass dann die Kette im Laufrad verklemmt wurde. Wieder vermutlich weil die Begrenzungsschrauben nicht gut eingestellt waren, so das die Kette entweder zwischen dem großen Ritzel und den Speichen oder zwischen dem kleinen Ritzel und dem Rahmen eingeklemmt wurde. Ist mir auch schon öfters passiert was dann im Regelfall damit endete, dass das Schaltauge abriß. Das Schaltwerk war dann noch OK. Ist aber das Schaltauge in den Rahmen integriert und kann nicht abreissen, dann zieht es das Schaltwerk in die Speichen, wo es dann eine Anzahl von häßlichen Geräuschen gibt. Das macht jede Menge Ärger und kostet je nachdem ne Menge Geld.

Baut man das Schaltwerk aber auseinander und legt die Teile auf ein farbiges Blatt Papier, dann sieht das recht gut aus.

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Bottecchia Sprinter 1991 Update

Heute nach dem Aufstehen ein wenig weitergearbeitet an der Neon-gelben Gefahr.

Jedesmal wenn ich mir das Bottecchia anschaue denke ich, dass ich mir eine Schweißerbrille kaufen sollte, um von der Helligkeit des Neongelben Lacks nicht geblendet zu werden. Zum Glück hat die Zeit auch Ihre Spuren hinterlassen und der Rahmen strahlt nicht mehr ganz so, wie er das 1991 getan haben muß. Ich meine, mit dem Rad hätte man doch nur 1991 nach Berlin fahren müssen, das hoch über die Mauer halten sollen und rufen: „Seht, das erwartet euch nach der Wiedervereinigung.“ Und schon wäre das ganze Thema vergessen gewesen. Da hätte auch David Hasselhoff nichts mehr dran ändern können.

Heute war das Rad gereinigt und fertig bemalt. Eigentlich wollte ich ein paar Stellen auf dem Lack mit Acrylfarbe ausbessern und die Einfräsungen der Sattelstütze passend zur Farbe des Oberrohrs neu ausmalen. Letzteres ist einigermaßen gut gelungen und wird diesem Rad sicherlich noch mehr Individualität verleihen. Das ausbessern auf dem Rahmen ist allerdings voll schief gegangen. Es ist einfach unmöglich den richtigen Farbton zu treffen. Farben, wie es das Bottecchia hat werden seit dem Inkrafttreten der Genfer Konvention nicht mehr hergestellt. Das Gelb, das ich gekauft habe sieht auf dem Rahmen aus, als wenn Eigelb drüber gelaufen wäre. Das Gelb passt übrigens ganz hervorragend zu der gelben Tonne im Hintergrund.

Der zweite Punkt, ob gut oder schlecht ist, dass ich den linken Rahmenschalthebel der Suntour Blaze Schaltung nicht abbekommen habe. Auch Unmengen von WD40 und Ballistol haben nichts gebracht. Und mit Ballistol kann man normalerweise wirklich alles schaffen: Sogar den Hund oder das Pferd neu einschmieren, Akne loswerden und Lakritz geschmacklich nachverbessern. Also, sogt Tobi jedenfalls. Dieselbe Firma macht übrigens auch das hier. Ich zitiere: „Schnell zur Hand und niederschmetternd in der Wirkung“ – genau wie das Bottecchia.

Das gute daran ist, daß ich mich wieder erholt habe von der „Gruppities“ Das ist eine ansteckende Radbastlerkrankheit, die darin besteht, daß man meint ein Rad wäre nur schön und technisch OK, wenn alle Komponenten daran aus der gleichen Gruppe kommen. Das Bottecchia hatte Modolo Bremshebel, eine komplette Suntour Blaze Schaltung und der Rest war Shimano 105. Also hatte ich mich mit Gruppitis angesteckt und meinte, daß nun alles Shimano 105 werden müsste. Der angeharzte Schalthebel hat ber zum Glück größere Geldausgaben verhindert.

Irgendwie sind die Wolber GTX Laufräder ja schön und es fällt mir schwer mich von denen zu trennen, obwohl ich gar keine Verwendung für die hätte. Mal sehen, vielleicht tausche ich die noch aus gegen etwas anderes.

Soweit ist jetzt erst einmal alles locker angesteckt und nun muß der Rest an Komponenten besorgt werden. Dann werden ein paar Photos am Kiosk „Zur Gelben Gefahr“ gemacht, dass passt farblich und ist „epochengerecht“ und dann wird es verkauft.

 

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