Archiv der Kategorie: Touren

Alle Touren an denen Freunde der Cyclitis teilnehmen.

Doppeltes D.

Temperaturen um die Null und gar keine Sonne draußen sind nicht die Bedingungen, um auf dem Rad Spaß zu haben. Einerseits. Zwei neue Räder, die gefahren werden wollen sind die andere Seite.

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Für Thomas hatte ich in den letzten Monaten sehr aufwändig ein Daccordi Griffe aufgebaut, gleichzeitig war diese Woche ein erster Versuch eines Aufbaus meines De Rosa Carbon Rahmen aus China fertig geworden. Am Sonntag ergab sich dann endlich die Gelegenheit die beiden Renner auszufahren und miteinander zu vergleichen.

Foros des Daccordi hatte  ich in den einschlägigen sozialen Netzwerken hochgeladen und es gab sehr viel Resonanz. Grob gesagt, lässt sich das Feedback in zwei Gruppen einteilen. Die einen sagen, es geht gar nicht, einen alten, schönen Renner so modern zu verhuntzen, da muss alles Epochengerecht aufgebaut werden – alles andere ist Frevel. Ich sage dazu mal: „Revolutionäre machen Fehler und Konservative verhindern später, das diese korrigiert werden.Ich denke aber, wenn man ein Foto von dem Original Aufbau mit einem nachher vergleicht, dann ist das Ergebnis schon überzeugend.

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Vorher.

 

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Nachher.

Die andere Gruppe findet den Aufbau prinzipiell gut, findet aber einige Details die noch verbessert werden könnten, insbesondere den Vorbau und die Sattelstütze. Tatsächlich war es auch so, dass beide Teile, so wie jetzt verbaut, ursprünglich nicht vorgesehen waren. Der Vorbau sollte ein Factory Five Titan Vorbau werden, aber als ich das Ding in den Händen hielt fand ich das lebensgefährlich: Zwei Minischrauben sichern die Lenkerklemmung ab – da hätte ich keine Ruhe beim Fahren und kein Vertrauen.

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Idee : super! Ausführung: tödlich!

Also hatten wir uns dann kurzfristig für einen Ritchey Carbon Vorbau entschieden, vor allem wegen dem matten Carbon Finish, das gut zu den anderen Komponenten passt. Leider ist uns gar nicht so aufgefallen, wie klobig das Teil ist. Trotzdem, jetzt bleibt es erst einmal dran.

Wir hatten auch eine normale, kreisrunde Carbonsattelstütze von 3T; aber bei der war das Finish sehr glänzend und passte so gar nicht zum Rad. Also haben wir uns für die BLB Notorious entschieden, die uns beiden auch nach wie vor gut gefällt.

Nach den ganzen Fragen des Aussehens wollten wir heute sehen, ob sich das ganze auch gut fährt. Ich stand am HaW und wartete auf Thomas, da kam dann gleich der erste Schock: Thomas trug sein Rad auf mich zu. Da kann natürlich auch sehr viel Liebe sein, es stellte sich aber tatsächlich als Panne heraus: Der Schnellspanner hinten, da aus Alu oder Titan, Superminiteil, hat nicht genug Klemmkraft für eine horizontales Ausfallende, wie das eben so bei alten Stahlrahmen ist. Bei einem scharfen Antritt verkantete sich das Hinterrad. Also habe ich Thomas einen meiner altmodischen Schnellspanner gegeben, bei meinem modernen Rahmen war die Benutzung von seinem Schnellspanner ja kein Problem. Und dann ging es los, zunächst mit zwei anderen Fahrern, die sich auch am Haus am Walde getroffen hatten.

Es war kalt, und bei kaltem Wetter ist ja, wie allgemein bekannt, der Luftwiderstand deutlich höher und deswegen fuhren wir auch echt lahm. Natürlich habe ich wegen Erkältung auch drei Wochen nicht viel Radsport gemacht und ich war dann aber Dienstag und Samstag bei meinem Hüpf- und Tanzkurs und …warum auch immer .. ich hing ganz schön in den Seilen und wäre am liebsten gleich nach Hause.Wir hielten dann aber gut durch, nur war es bei Gegenwind extrem schwierig zu reden, ich verstand fast gar nichts, auch von den beiden neuen Fahrern und kam deswegen vielleicht auch etwas unhöflich herüber. Von denen haben wir uns getrennt, die wollten nach Wilstedt und wir sind weiter nach Fischerhude dann nach Sagehorn und dort haben wir die Räder getauscht.

Das hätte ich nicht tun sollen. Das Daccordi ist einfach so viel schneller als meine neue Carbonmöhre, das ist wirklich extrem. Fährt sich auch viel zickiger, reagiert schneller auf Lenkerbewegungen und lässt sich einfacher beschleunigen. Kommt man von einer Campa Schaltung, wo man richtig viel Kraft braucht, um die Schalthebel überhaupt in Bewegung zu versetzen, so ist das Schalten mit der eTap sehr ungewöhnlich. Das Feedback, ob man nun geschaltet hat oder nicht, kommt nicht von den Hebeln, da spürte ich fast gar nichts, sondern von dem einrastenden Ritzel am Hinterrad. daran konnte ich mich dann auch schnell gewöhnen.

Wir trafen Steen, der in Gegenrichtung an uns vorbei joggte, zusammen mit einem Hund der nur mit Mühe nachkam. dann fuhren wir über den Hodenberger Deich wieder zurück – insgesamt knapp unter 60 km. war froh wieder auf dem Rad zu sitzen, war genauso froh wieder zuhause zu sein.

Strava

Fazit: Scheißegal, wie jemand das Daccordi vom Aussehen her findet, es ist schnell. Sehr schnell. Nach 60 km hatte ich mich auch an das De Rosa gewöhnt. Die Schaltung spinnt noch, die Lenkung ist etwas ungewöhnlich, das Teil ist lahm (nachdem ich auf dem Daccordi gesesssen hatte war das eben der Eindruck) aber sonst war alles gut. Das ist jetzt eine Frage der Detailarbeit das Rad auf einen guten Standard zu bringen.

De Rosa Superking RS 888 Blast Furnace

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So sieht das Dinge im Original aus. Tja, aber ich habe kein Original, sondern eine Kopie aus China (na ja, ist an sich keine Kopie, weil da auch nicht De Rosa draufsteht), die ich für unter €400 (Rahmen) erworben habe. Zum Vergleich, der Rahmen kostet neu bei DeRosa mehr als €3.000. Ich mag die Idee eines „Komfort De Rosa“, was das 888 angeblich sein soll, und ich mag dieses total verdrehte Unterrohr, was aber auch entsprechend lackiert sein muss, damit es gut heraus kommt.

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Für €400 kann man auch nicht so viel erwarten. Die Verarbeitung ist echt mies. Die Abdeckkappen, die benützt werden an den Stellen wo die Brems- bzw. Schalthüllen innen in den Rahmen laufen funktionieren nicht. Gleich weg mit dem Schrott, brauche ich nicht. Der Schaltzug zum Schaltwerk läuft durch die rechte Kettenstrebe. Nur passt der da nicht durch, vermutlich ist da beim Carbonsisieren etwas schief gegangen. Also habe ich ihn aus dem Unterrohr unter das Tretlager geführt und dann mit Kabelbindern fixiert. Sieht jetzt irgendwie interessant und wahnsinnig gewollte aus.

Das Grundkonzept des Designs war: Unten viel silber, oben viel schwarz und ein Farbklecks bitte. Der ist neongrün geworden. Campa 11 Athena Schaltwerk und Umwerfer passt gut zu den silber polierten H plus Son Archetype Felgen und Novatec Naben, die Campa Potenza Kurbel finde ich allerdings etwas schwächer in ihrer Silbrigkeit.

Dann gab es noch eine zweite Designidee, und zwar den Rahmen komplett unlackiert und rau zu lassen, wie ein Teil, dass gerade direkt aus dem Hochofen kommt und noch nicht behandelt wurde. Dieses Konzept  wird sehr gut durch die fehlenden Abdeckkappen unterstützt.

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Ups, wieso steht denn da De Rosa, lieber Chinamann?

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Rauhe Führung

Ich wollte heute noch nicht so viel über den Aufbau scheiben, dafür nehme ich mir ein anderes Mal mehr Zeit. Hier nur ein paar schnell Details: Vorne sind Campa Chorus 11 fach Griffe verbaut, weil die ja noch ein Durchschalten vom 1. in den 11. Gang erlauben, im Gegensatz zu Athena abwärts.Da Lenkerband ist von Supacaz und sehr angenehm, ebenso wie der 3T Ergonova Lener sehr bequem ist durch die breite Auflage. Der Spacerturm ist der Größe des Rahmens geschuldet, ich habe das erst einmal auf die Höhe von meinem alten Canyon Positivo gebracht, aber vielleicht korrigiere ich das wieder. Bremsen wie immer: Campa Super Veloce Modell 2014.img_0250

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Mein Rad. Nun endlich auch sichtbar.

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Demnächst mehr.

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Festive 500. Tag 5. Tag 6. Heute keine Erotik!

Die Familienfeierlichkeiten um Jahresende stehen unmittelbar bevor. Aus diesem Grund heute nur ein paar Fotos von der Festive 500.

Am Tag 5 haben Hannes und ich uns aufgemacht zur humorlosen Kirche und sind dann weiter nach die Wildnis am Stahlwerk und am Sportsee Grambke zur Waterfront gefahren.

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Dort gibt es den Imbiss am Grambker See, der hungrigen Leistungssportlern und LKW Fahrern üppige Mahlzeiten zur Verfügung stellt. Betrieben wird der Imbiss übrigens von dem Neffen des Bseistzers des Kiosks „Zur gelben Gefahr“, dem traditionellen Radsporttreff Bremens. Dieser Imbiss hat es geschafft den typischen Geruch deutscher Imbisse der frühen Achtziger zu emulieren. Vermutlich deshalb, weil er NOS Pommes dieser Jahrgänge verwendet.

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Gleich nebenan kann man sich dann auch nach Sport und Imbiß massieren lassen,

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Hannes kannte sehr coole Wege durch Walle und Findorf sie wir zurück gefahren sind.

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Hannes CIÖCC hat Schutzbleche und so sah er nach der Tour aus wie aus dem Ei gepellt. Mein Rad hat keine.

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Strava

Heute dann die letzten Kilometer gefahren, um die 50 voll zu kriegen.Keine Experimente, deshalb die klassische Südrunde gewählt. Bereits nach 3 Kilometer hatte ich wieder einen Platten.Nach dem Horror mit den Challenge Reifen am ersten Tag habe ich mich dann entschlossen nach Hause zu fahren und gleich ein anderes Rad zu nehmen, es stehen ja genug in der Garage.

Es war nebelig und kalt, aber nicht wirklich windig. Zum Abschluss bin ich noch 2 Runden auf dem Le Stra Kriteriumkurs gefahren.

Strava

Festive 500? Haken hinter.

2016? Haken hinter.

Wie kann man dieses Jahr besser abschließen als mit einem Selfie? Haken hinter.

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Festive 500. Tag 4. Runter. Rauf.

Ich war gerade gut im Fluss, also dachte ich mir, dass ich mir einen davon aussuche und den Tag lang hoch und runter fahre. Die Wümme? Die Lessum? Die Hunte? Nein, die Weser.

Ich wollte endlich wissen, warum so viel Menschen Bremen als das „Weserflorenz“ bezeichnen. Das muss an der Weser liegen, denn mit Florenz verbinde ich (neben Andrea und Claudia  Florenz aus der Tanzschule Türk-Brinkmann, 1978) in erster Linie eine irre Hitze und lange Schlangen vor den Museen. Keins der beiden ist definitiv in Bremen der Fall: Focke Museum, Weserburg, Paula Modersohn Museum, Universum .. selten verirren sich reine menschliche Seelen in diese Hallen. Kalt ist es sowieso, bis auf diese eine Woche im August, die wir hier Sommer nennen.

Ich fuhr zunächst am Bürgerpark lang zum Tierheim und dann an der kleinen Wümme lang bis zur großen am Dammsiel. Dort machte ich einen Schlenker nach links und radelte weiter in Richtung Wasserhorst und Burg. Über Nacht war es kälter geworden, aber auch vor allem weniger windig. Ich kämpfte mich weiter durch Lessum nach Vegesack bis ich an die Fähre nach Lemwerder kam. Ich schätze das Konzept während einer Tour die Weserseiten zu wechseln doch sehr und schlotterte im kalten Wind, als die Fähre sich auf den Weg zum weit entfernten anderen Ufer machte, das gerade noch so im Nebel erkennbar war.

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Auf der Fähre in der Mitte der Weser

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Weseraufwärts von Vegesack / Lemwerder

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Weserabwärts die Lürssen Werft

Auf der anderen, falschen Seite der Weser liegt Abeking & Rasmussen, die andere große Werft die Bremen erhalten blieben ist. Beide haben in etwa dasselbe Programm: Megayachten für die Reichen und Mächtigen dieser Welt, die damit privat über die sieben Weltmeere kreuzen und Kriegsmarineschiffe, bis etwa zur Größe einer Fregatte, die die reichen und Mächtigen dieser Welt über die sieben Weltmeere kreuzen lassen.

Zwischen Abeking, aber nach vor Rasmussen – nein Carbon Rotec ist nun der Eingang zu dem Radschnellweg entlang der Weser versteckt. Man muss etwas aufpassen um ihn zu finden, aber für die ganz doofen wurde dort ein Aussichtsturm gebaut und da steigt man einfach hoch, wenn man den Überblick behalten will.

Der Radschnellweg ist große Klasse: Schöner, glatter Asphalt bis nach Bremen-Strom und dazu in der Regel Rückenwind. Wenn nicht zu viele Hundebesitzer dort langgehen, kann man richtig gutes Tempo machen. Auf der anderern Weserseite kann man dann gut das Stahlwerk sehen.

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Dies ist ein Teil des Gesamtkunstwerkes „Weserflorenz“. Man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, dass hier in wenigen Jahren nicht mehr produziert werden wird. Das Stahlwerk wird sich einreihen in die Promenade der Industrieruinen, angefangen von der mittlerweile beseitigten AG Weser Werft, über die Kelloggs Produktion bis hin zu Firmen von denen ich nichts oder noch nichts weiß. Der Niedergang Kelloggs ist übrigens den Pringels geschuldet: Kellogg übernahm die Marke 2012 von Proctor & Gamble und macht damit heute mehr Umsatz in Europa als mit Corn Flakes. Das weniges, was noch morgens in Europa zu Frühstück gegessen wird, kann heute in einem einem einzigen Werk in Spanien produziert werden. Und die Chips kommen, wie sollte es anders sein, aus Belgien.

Dieses Industrieruinen Phänomen ist eins, was wir in Deutschland bereits aus dem Ruhrgebiet kennen, aber noch viel prägnanter in Japan ist. Eine der beachtlichsten Ruinen ist die Insel Gunkanjima (Schlachtschiffinsel, eigentlich Hashima),in der Nähe von Nagasaki, Dort wurde bis 1974 unterirdisch Kohle abgebaut. Auf der kleinen Insel (etwa 6 ha) wohnten zeitweise über 5.000 Menschen, entsprechend viel Beton und Stahl wurde hier verbaut.

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Gunkanjima

1974 wurde die Insel relativ schnell geräumt; dabei wurden viele, auch persönliche Gegenstände zurückgelassen. Seitdem „verwildert“ sie und ist neuerdings das Ziel von Touristenfahrten.

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In Japan gibt es hunderte dieser verlassenen Minen, Brücken, Fabriken, Vergnügungsparks, Schulen, Hotels und Wohnsiedlungen die langsam wieder von der Natur eingenommen werden. Sogar in der Fabrik von KTM in der ich gearbeitet hatte, gab es zwei alte, verlassene Wohnheime in die ich ab und einmal gestiegen bin. Diese Plätze haben ihren ganz eigenen, gruseligen Charme und es sind bereits einige Bücher über die geschrieben worden, wie z.B. „Abandoned Japan

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(c)  http://haikyo.org/red-factory/

Prima, das wir so etwas dann auch bald in Bremen haben werden.

Durch Seehausen, das GVZ und an dem Tchibo Lager vorbei erreichte ich dann Rablinghausen und kurz darauf war ich fast mitten in der Stadt an der Brücke, die keinen Namen hat und Am Brill anfängt.Lustig, das eine der richtigsten Brücken Bremens namenlos ist, während die andere wichtige Brücke „Karl-Carstens-Brücke“, nicht so genannt wird, sondern nur als Erdbeerbrücke bekannt ist.

Ich fuhr weiter am St.Pauli Damm und dann weiter auf dem Weserdeich und dann auf dem Hebenhausener Deich.Lief prima heute. So gut, dass ich noch eine Extrarunde drehte am Wielftsee und erst dann nach Hause fuhr. Wieder 77 km im Sack. Ich wusste, ich werde es schaffen.

Strava

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Festive 500. Tag 3. We hoped, you wouldn’t notice.

Es ist unmöglich 500 km in acht Tagen in Bremen zu fahren. Ohne nach Wilstedt zu kommen. Zumindest trifft man in 80% aller Fälle jemanden auf dem Weg in das Radsportmekka Norddeutschlands.

Was bisher geschah: Festive  500 Tag 1. Festive 500 Tag 2.

Interessant das es noch immer Radsportmekka heisst und nicht etwa Radsportvatikan oder Radsportberlin. Trotzdem Zeit es umzubennen, in das „Radsportwilstedt“, also demnach

Wilstedt ist das Wilstedt des Radsports ! 

Ich war früh auf dem Rad und fuhr in Richtung Kuhsiel, um dann bei Hannes vorbeizufahren; mal sehen, ob er Lust hatte ein paar Kilometer mit mir zu machen. Hatte er schon, ging aber nicht und so machte ich mich auf ganz konventionelle Art auf, nach Lilienthal und von dort aus durch Timmersloh, Heidberg und Grasdorf nach Wilstedt zu fahren. Ich hatte guten Rückenwind, als mir kurz vor Wilstedt eine Truppe undynamisch aussehender Rennradfahrer entgegenkamen, während ich im Höchsttempo dahin flog. Dabei erkannte ich Philipp, der mit seiner Mannschaft gegen den Wind kämpfte. Das würde mir auch wieder im Laufe des Tages bevorstehen – also besser nicht daran denken.

Mensch, ich könnte ja auch zu Hause bleiben, mir eine Nikolasmütze aufsetzen und auf der Rolle sinnlos durch das Wohnzimmer fahren. Oder noch besser, das gemeinsam mit vielen anderen Menschen machen und so tun, als wenn das ein Rockkonzert, oder eine spirituelle Erleuchtung wäre.

Oder noch besser, ich fliege in die Wärme, z.B. nach Saigon und nehme da an einem Draft Race (Fixierennen) teil.

Mal eine kurze Frage, gibt es in Saigon eigentlich so etwas wie eine Erdatmospäre? Also so ein Gemisch aus Stickstoff, Sauerstoff, CO2 und so das man atmen kann und, leider, etwas das einem beim fahren so etwas wie Luftwiderstand bietet? Die fahren da hinten nämlich Rennen, als wenn es keinen Luftwiderstand geben würde – ein Draft Rennen ist das jedenfalls auf keinen Fall, dazu müsste man irgendwie hintereinander fahren und nicht wie in einer Gauss’schen Glockenkurve standardverteilt über die gesamte Länge des Kurses.

Bei mir ging es weiter Richtung Bülstedt, Vorwerk und Ottersberg. natürlich fühlte ich mich, mit dem Wind im Rücken wieder großartig und dachte das würde nun ewig so weiter gehen. OK, also dann weiter Richtung Posthausen (wo das Dodenhof UFO wieder voll besetzt war) und von dort aus nach Achim/Uezen und über die Weser. Nach 80 km machte ich meine erste Pause. Cool, 80 km im Sack, was sollte da noch groß passieren?

Na klar, jetzt ging es gegen den Wind ca. 20 km zurück Richtung Bremen. Und das Wort Wind trifft es diesmal nun wirklich nicht, das war schon eher ein Taifun wie ich das seit der Noto Tour 2007 nicht mehr erlebt hatte. Damals kam ein Taifun aus Richtung der Philippinen auf Japan zu UND ich hatte am Vortrag Geburtstag und wir hatten bis tief in die Nacht getrunken und gefeiert. Am nächsten Morgen, nach vielleicht zwei, drei Stunden Schlaf fühlte ich mich zunächst großartig.Klar, ich war ja auch noch vollbetrunken. Fuhr schnell, riskant und hatte meinen Spaß.

Doch dann ging es gegen den Wind und mir ging gang, ganz schnell Puste, Selbstvertrauen und Alkohol aus. Am Ende lagen wir nur noch irgendwo in der Gegend herum.

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Hier liegt David, halb betrunken. Jerome erbrach sind ein paar Stunden später in der Toilette eines Supermarktes. Dann fuhren wir alle nach Hause.

Manchmal glauben wir, wir können Dinge einfach ignorieren und dann finden sie nicht statt oder haben nie stattgefunden. So, wie das ich mich jetzt gegen den Sturm nach Hause kämpfen musste. Dazu folgende Geschichte von David aus seiner Jugend:

Als Teenager war er in den Siebzigern zusammen mit seinen Freunden nach London gefahren und Abends sassen sie dann zusammen in einer Pizzeria, um dort zum essen. Guter Laden, sie waren mächtig beeindruckt. Alle hatten Pizza bestellt und als der Kellner ihnen ihre Gerichte brachte, fiel ihnen etwas merkwürdiges auf: Auf keiner der Pizzen war auch nur ein Hauch von Käse zu sehen.

Hm, das war komisch. War es vielleicht in London so, dass man hier Pizza ohne Käse aß? Ein neuer Trend? Was sollten Sie machen? Einfach die Pizza essen und so tun als wenn nichts gewesen wäre? Schließlich fasste sich David ein Herz, rief den Kellner und stammelte:

„Sir, I am very sorry to ask you, but we noticed something somewhat peculiar with the dishes we’ve odered. Not that we want to critize you or your excellent restaurant, it is just that …. well we thought, after thinking the issue carefully over, that perhaps something is missing …something like chesse, if you don’t mind pointing that out.“

Der Kellner antwortete darauf: „I am terribly sorry Sir, but we have ran out of cheese this evening. We hoped you wouldn’t notice.“

Irgendwie hoffte ich jetzt auch, das ich gar nicht bemerken würde, wie ich jetzt nach Hause fuhr. So war es aber überhaupt nicht, sondern echt brutal. Teilweise fuhr ich mit 12 km/h die Straße lang, strengte mich aber für 40 an. Das machte so gar keinen Spaß und ich war froh als ich in Ahausen war. Froh, und so kaputt, dass ich vor der Garage, vor der ich schon immer mal ein Foto machen wollte, ein Foto machte. Das ist das Haus, wo sie eine Giraffe halb verbuddelt haben.

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Das No! 3Rensho machte sich dieses Jahr wirklich gut. Die ShimanoSchaltung fängt aber an zu mucken, wenn sie dreckig wird. Sensibles 11-fach Zeug halt.

Und dann schleppte ich mich die letzten Kilometer Richtung Weserwehr.

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Und dann noch ein paar Kilometer nach Haue. Dusche. Couch. Fertig.

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So jetzt noch die Auslösung des Rätsels von gestern. Die Frage war, aus welchem Film dieses (abgewandelte) Zitat stammt:

„Diese Maschinen drehen die Zahnräder, die die Erde in alle Himmelsrichtungen bewegen und ihr Balance und Harmonie geben.“

Zur Wahl standen, symbolisiert durch Bilder, Film Ah! „Der Mann, der die Frauen liebte“ und Film Bäh! „Rambo III“. Richtig ist natürlich Ah! und gewonnen hat der Tobi! Herzlichen Glückwunsch.

Das Zitat lautet im Original: „Die Beine der Frauen sind die Zirkel, die den Erdball in allen Himmelsrichtungen ausmessen und ihm sein Gleichgewicht und seine Harmonie geben.“ und ist aus diesem großartigen Film den ich immer wieder schaue mit der schönsten Frau der Welt, Brigitte Fossey.

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Tobi äußerte sein Bedauern, dass das Zitat nicht aus RAMBO III ist. Den Film habe ich übrigens bei seiner Premiere 1988 im Kino in Aachen zusammen mit Dirk vom „Holy War“ Fanzine aus HH gesehen und anschließend waren wir so betrunken, dass wir eine Pappfigur mit Silvester Stallone vor dem Kino klauten und damit martialische Fotos vor der Frauenkneipe „Schwarze Spinne“ in meiner Straße machten. Die Frage die sich mir stellte war, gibt es überhaupt Zitate in Rambo III. Ich meine, viel geredet wird da ja nicht.

Aber eins habe ich dann doch gefunden:

Col. Trautman: [after barely escaping the explosion of a fuel bomb dropped by a helicopter] That was close John. How are you?

John Rambo: Well done.

In diesem Sinne.man muss Silvester Stallone aber zu gute halten, dass er Regie bei diesem Film geführt hat.

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Festive 500. Tag 2. Ab in den Süden!

Eine sehr gute Idee, wenn man nicht so große Lust hat auf das Rad zu steigen, ist es im Wetterbericht die Windrichtung zu prüfen und dann mit dem Wind möglichst lange und weit rauszufahren. Das macht richtig Spaß, man denkt sich: „Boh, bin ich toll in Form“ und ratzfatz purzeln die Kilometer.

Was bisher geschah.
Natürlich weiß man im selben Moment auch, dass man das alles gegen den Wind wieder zurückfahren muss. Aber der Anschein guter Form und ignoranter Optimismus lassen dies erst einmal als „kleineres Problem“ erscheinen. Und am Ende muss man einfach zurückfahren, weil man keine Wahl mehr hat. Aber die Wahl aus dem Haus zu gehen oder zu bleiben hat man im Gegensatz dazu leider immer.

Am 1. Weihnachtstag war es so richtig windig, ein typischer bremischer Nordwestwind mit vielen Böen. Zum Glück war es trocken und auch relativ warm, so dass ausnahmsweise sogar zwei von drei bremischen Wetterbedingungen nicht erfüllt waren. Normalerweise heißt es nämlich hier:

Cold. Windy. Rainy. Pick two.

Ich machte mich auf der falschen Weserseite auf Richtung Süden. Auf dem Weg nach Hörden brach zum ersten Mal seit Tage wieder die Sonne durch die Wolken.

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On the road to Hörden I dream of the west (Yip! Yip Coyote!)

Es war wie ein Zeichen des Himmels: Wenn Sonnenstrahlen so zu sehen sind, dann denke ich nicht daran, dass sie auf die Erde fallen, sondern, dass sie von der Erde saugen – ähnlich wie die „Beamer“ in Raumschiff Enterprise. Ein paar Tage später war dann klar, wer da gerade weggesaugt wurde: Prinzessin Leia. Oder war es vielleicht doch Aghakhan Abdullayew, der berühmte Volkssänger aus Aserbeijan?

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Mann mit Hut vor Bild von Mann mit Hut

Vermutlich kennt die in der Radwelt ohnehin niemand. Wikipedia beschert uns dafür eine Liste von allen Radtoten Profis seit 1894, angefangen mit Pierre Froget, über Tony Simpson bis hin zu den 7 (sieben!) Profis die es 2016 erwischte. Dieses Jahr wurde ordentlich gesaugt.

Ich fuhr derweil weiter nach Barrien und mit einem guten Rückenwind den Krusenberg hoch (neuer PR), boh war ich gut in Form! Ich hätte nun nach Okel fahren können, hatte aber keine Lust auf Großstadt – in die Straßenschluchten dort zwischen den Hochhäusern von Banken und Versicherungen fällt ja auch keine richtige Sonne. Trotzdem:

Und sowieso: Geil ist okel!

Stattdessen fuhr ich rechts rum Richtung Syke, durch den Wald runter und gleich wieder hoch Richtung Osterholz. Bremer und Niedersachsen wissen Bescheid. Alle anderen lesen hier bitte: „Fuhr von A nach B und dann nach C.“ Das reicht zum Verständnis.

Auf der Straße Richtung Gödestorf kam mir die erste Rennradtruppe des Tages entgegen. Das ist so ein klassischer Begegnungspunkt, dort trifft man immer jemanden. Nachher bei Strava Flyby wurde mir klar, dass Jochen und Friedel (also der echte Friedel, nicht den, den ich immer Friedel nenne weil ich nicht weiß wie er heißt…..wie heißt der noch mal Silvia?) mir da gerade entgegenkamen. Aber da ich gerade so dynamisch mit viel Rückenwind unterwegs war, konnte ich die nur wie einen Schatten in meinen Augenwinkeln wahrnehmen, als die Truppe gegen den Wind einen Hügel hochkroch. Boh, war ich schnell!

Und so ging es flott weiter nach Bruchhausen-Vilsen, dem südlichsten Punkt der heutigen Ausfahrt und der Heimat vieler voller Flaschen (in München hingegen, sind die Flaschen leer, aber die Verbalakrobatik besser).

10. März 1998. Endlich Durchbruch in der deutschen Grammatik gelungen.

Jetzt, Richtung Schwarme wurde es schon ein wenig anstrengender. Aber hey, der Himmel war blau, ich war super in Form und was sollte schon passieren?  Richtung Blender und Intschde wurde es bereits deutlich anstrengender und somit langsamer. Wie üblich überquerte ich die Weser bei Daverden am Wasserkraftwerk, das ist wirklich meine Lieblingsstelle. einmal, weil man die Weser dort zwei Mal überqueren darf – zunächst die echte und dann den Kanal der daneben gebuddelt wurde – aber vor allem weil man durch halb transparente Fensterscheiben einen Blick auf die grün-getüchnte komplizierte Mechanik erhaschen kann, die den ganzen Mechanismus am laufen hält.

„Diese Maschinen drehen die Zahnräder, die die Erde in alle Himmelsrichtungen bewegen und ihr Balance und Harmonie geben.“

Wer zuerst weiß, aus welchem Film dieses Zitat ursprünglich ist, bevor es von mir redaktionell verändert wurde, soll reich aus meinem Keller beschenkt werden. Ehrlich.

Kleiner Hinweis, eines der beiden folgenden Bilder ist aus dem gesuchten Film, A oder B?

Ah!

Bäh!

Auf der richtigen Weserseite fuhr ich nun die Weser runter Richtung Achim. Es ist aber keineswegs so, dass „runter“ in diesem Zusammenhang irgendetwas wie eine Abfahrt indiziert. Flüsse fließen dummerweise schon bei ein paar Promillen Gefälle. Aus Erfahrung wusste ich auch, dass der Wind hier immer besonders heftig ist. Das Land ist komplett frei, es gibt keinen Schutz und teilweise quälte ich mich mit 12, 13 km/h weiter. Boh, was war das ätzend! Aber zumindest war es trocken. Und hinterm Deich ist die Welt auch größtenteils in Ordnung.

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Da auf dem offenen Feld zu fahren machte wenig Sinn, und so nahm ich die Landstraße nach Cluvenhagen und Etelsen. Dort machte ich nach 75 km die erste Pause und zwar bei meinem Lieblings Eiscafe Melisa. Toll – das war zu, wieso das denn? Kaum wird’s hier ein paar Grad kälter sind die Italiener schon wieder weg nach Palermo und Bilbao!

Nun gut, gegen den Wind Richtung Achim zu fahren war jetzt extrem anstrengend, ich kroch irgendwie mit 18-20 km/h vor mich hin und es dauerte endlos. In Achim fing es dann prompt auch noch an zu regnen, was die obige bremische Wetterweisheit bestätigt. Ich fuhr kurz an eine Bushalte, zog die Regenjacke an und in dem Moment wusste ich, dass ich die Festive 500 dieses Jahr auf jeden Fall zu Ende fahren würde. Ich war nun so weit, dass es mir ganz egal war wieder draußen im Regen zu fahren. Ich glaube, so etwas nennt man eine gelungene Saisonvorbereitung, denn die Saison in Bremen startet im Januar und dann ist es kalt und nass UND windig bis es April wird.

Ätzende 10 km weiter durch Mahndorf und Arbergen folgten, bevor ich dann nach 101 km endlich wieder zuhause war. Der Festive 500 Aufnäher lag nun in Reichweite.

Übrigens, die Dinger werden immer kleiner habe ich gerade im Seite an Seite Vergleich festgestellt. 2016 gibt es vermutlich nur noch etwas in Briefmarkengröße.

Auf Strava

Morgen dann: Festive 500. Tage 3. Es gibt keinen Weg der nicht nach Wilstedt führt.

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Eingeordnet unter 2016, Bremen, Mob, Touren

Festive 500. Tag 1. Wind am Ende des Windschattens.

Im Radio lief schon wieder Last Christmas. Das musste wohl daran liegen, dass George Michael heute gestorben war. Zum Glück lebte Conny Kramer noch, sonst würde ich mir den ganzen Tag „Am Tag, als Juliane Werding starb“ anhören müssen.

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Conny Kramer

Ich besitze das erste Wham! Album, Fantastic!, habe das aber seit Jahrzehnten nicht mehr gehört. Georg Michael’s Beitrag zur Geschichte „meiner“ Popmusik ist unbedeutend und für das wenige was er geleistet hat, wurde er whamtastisch für bezahlt. Das er auch unter diesen Voraussetzungen kein glückliches Leben führen konnte ist nicht mein Problem. In den Achtzigern hätte ich übrigens nie geglaubt, dass er schwul sein könnte. Das gleiche gilt übrigens auch für Gerhard, besser bekannt als Marc Almond.

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Gerhard (FDA)

Wobei der wirklich phantastische Popsongs geschrieben hat. Besonders die 12 Inch Version von „Say hello – wave goodbye“ wird mich ein Leben lang begleiten. Das wird allerdings nicht der Song, der auf meiner Beerdigung gespielt wird, der steht bereits seit Jahren fest: „From under the covers“ gespielt von EA80, vorausgesetzt irgendeiner von diesen Nicht-Sportlern schafft es mich zu überleben.

OK. Jetzt wurde es aber Zeit die fröhliche Stube zu verlassen und sich mit wirklich harten Dingen auseinanderzusetzen: Zeit draußen im Wind zu sterben, oder wie das sonst so heißt: „Rad zu fahren“.

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Was tut man nicht alles für so einen Fetzen Stoff oder ein Stück Metall. Andere sprengten Panzer in die Luft oder ließen sich ins Bein schießen und bekamen dafür ein EK II. Heute muss man zwischen Weihnachten und Neujahr 500 km mit dem Rad zurücklegen und Rapha schickt einem dafür einen schicken Aufnäher. Das ist meine vierte Festive 500, beim ersten Mal bekam ich keinen aufnäher weil ich die Strecken nicht aufzeichnen konnte und manuelle Einträge in Strava auf Vertrauensbasis nicht akzeptiert wurden. Die Aufnäher vom letzten und vorletzten Mal liegen in einer schale auf meinem Schreibtisch und seit zwei Jahren überlege ich, was ich damit machen könnte. vielleicht kommt mir eine gute Idee, wenn ein dritter hinzukommt.

Also, ich brauchte diesen Aufnäher unbedingt, hatte aber einen ganz miesen Start, da ich am 24. 12. nicht gefahren bin. Denn an diesem Tag hatte ich ich entscheiden an dem Hüpf & Springkurs im Sportklub teilzunehmen. Leider hatte der Klub zu und so fuhr ich frustriert nach Hause und packte Geschenke für die Lieben ein. Noch besser wäre der Plan gewesen, die aufgezeichneten Kilometer aus Mallorca (wo ich eine Woche vor Weihnachten war) irgendwie mit einem neuen Datum zu versehen und in das System einzuspielen. Doch dazu fehlen mir nicht nur die technischen Fähigkeiten, sondern auch die Kilometer aus Mallorca. In einer Woche dort bin ich nicht einmal 200 km gefahren, was an dem Dauerregen vor Ort lag. Nächstes Jahr: Gran Canaria. Oder gleich Australien.

Und so sah das Wetter wirklich sehr bescheiden aus, als ich vor die Tür trat, aber es hilft ja nichts. Die Strasse war nass und nach wenigen Kilometern sah mein No! 3rensho (sprich: „Noh. San Renschoo“ obwohl eigentlich noch gar nicht viel gefahren aus wie Sau. Schönes Rad übrigens. Ich bin das fast ein Jahr nur selten gefahren da es etwas unbequem war. dann habe ich aber die Bremshebel umgebaut und jetzt geht es auch für längere Strecken, auch wenn der Selle San Marco Concor Sattel nicht wirklich bequem ist. Hingegen ist die 11-fach Shimano 105 Schaltung Zucker! Hinten schaltet die präzise und fast ohne die Hebel zu betätigen – könnte glatt elektrisch sein. Wie die vorne schaltet? Keine Ahnung, in Bremen schalte ich aus Prinzip nicht vorne, Ausnahme: Hohes C in Vegesack und Hünenberg in Uesen. Nachteilig ist diese Shimano Unart, dass man jeweils nur einen Gang runterschalten (im Sinne von großem Ritzel auf kleines Ritzel) kann. Das hat Campagnolo ja bereits seit langem im Griff, auch wenn sie dies ihren Kunden heutzutage leider (und völlig unverständlicherweise) nur in den Gruppen Chorus und besser ermöglichen.

Es ging am Bürgerpark vorbei zur kleinen Wümme und von dort aus weiter zum Dammsiel. Wegen dem doofen Wind war ich alles andere als schnell. Das änderte sich dann als ich an der anderen (richtigen!) Wümmeseite Richtung Lilienthal fuhr und dann links abbog, um über St.Jürgen den Weg nach Worpswede zu nehmen. Jetzt kam der Wind von hinten und das animierte mich dazu, meinen persönlichen Rekord auf Timeworp! zu attackieren. Da versuche ich bereits seit Jahren meine Bestzeit zu verbessern, aber das mein GPS Gerät nur in 5 Sekunden Intervallen aufzeichnet, muss ich mindestens 5 Sekunden schneller sein als das beste Mal, sonst gibt das nur wieder die alte Zeit von 1:20 min (die ich bereits drei Mal gefahren bin). Ich strengte mich also richtig an, aber zum Ende hin ging meinen Puddingbeinen so richtig der Puddingsaft aus und ich schleppte mich gerade mit dem letzten verbliebenen Schwung über den Hügel. Es reichte aber trotzdem.

Das wusste ich aber nicht, sonst hätte mich das sicherlich aufgeheitert. So fuhr ich weiter über Umbeck und Schlußdorf (großartiger Name für ein eher mittelmäßiges Dörfchen) nach Tarmstedt. Ich fühlte mich gut, wollte auf keinen Fall nach Wilstedt und fuhr geradeaus weiter Richtung Kirchtimke und bog bei Schnakenmühlen Richtung Bülstedt ab.

Dort bleib ich auf der Straße Richtung Ottersberg, sollte aber nicht mehr besonders weit kommen denn kurz vor Vorwerk merkte ich, dass ich fast keinen Luftdruck mehr im Hinterrad hatte – ein schleichender Platten. Nicht schlimm, kurz Schlauch tauschen, ich hatte ohnehin zwei dabei, aber nur einen Druckpatrone und dann weiter. Die hoffentlich letzte Panne des Jahres. Ich aß erst einmal eine Banane und machte mich dann an die Reparatur.

Es entwickelte sich ein epischer Kampf Mann gegen Reifen. Zum Glück hatte ich die besten Reifenheber der Welt dabei, gerade aus England gekommen.

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Natürlich von Campa. Funktionieren phantastisch und ich habe absolut keine Ahnung, warum das rechte Ende so geformt ist wie es ist. Tut weh in der Handfläche und soll uns wohl daran erinnern, dass nichts in der Welt umsonst ist.

Also, die eine Seite des Reifens hatte ich schnell runter. Ich kam aber nicht an den Schlauch dran, den konnte ich einfach nicht aus dem Reifen ziehen. Ich versuchte es bestimmt mit Gewalt eine Viertelstunde lang und brach mir die Fingernägel ab aber es ging einfach nicht. dann nahm ich einfach den ganzen Reifen samt Schlauch von der Felge runter. Jetzt wollte ich den Schlauch aus dem Reifen ziehen, aber selbst das kostete jede Menge Kraft, so als ob der Schlauch eine geheimnisvolle, feste Verbindung mit dem Reifen eingegangen wäre zu einem Schlauchreifen. Vielleicht ist das auch tatsächlich so, denn die Challenge Strada Reifen heißen ja auch „Open Tubulars“.

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Da kostete alles irre viel Zeit und langsam wurde es schon wieder dunkel. Als ich den Reifen aufpumpte vergaß ich prompt Handschuhe anzuziehen, als ich aus der kartusche Luft in den Reifen ließ. Im Sommer ist das kein Problem, aber im Winter wird das Ding dabei irre kalt – so kalt, dass die Haut an der Kartusche kleben bleibt und mit Gewalt abgerissen werden musste.

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Letzte Panne des Jahres in Vorwerk „Ortsmitte“.

Ich fuhr dann die klassische RCB Montagsrunde umgekehrt weiter nach Ottersberg und dann nach Quelkhorn, Fischerhude und Borgfeld. Dabei merkte ich, dass ich wohl kaum auf die angepeilten 100 km kommen würde. Also weiter im Sprühregen an der Wümme lang bis zum Dammsiel und an der kleinen Wümme wieder zurück nach Hause.

Insgesamt waren es dann 110 km und ich war völlig nass, aber an mir triefte vor Wasser, die Socken waren vermutlich fünfmal so schwer wie trocken. Erst einmal in die Badewannen, chillen und richtig gute Musik von heute hören. Das ganze noch vier Mal und dann ist Schluss.

Strava

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Regen am Ende des Regenbogens.

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Pass auf Deinen Traumkörper, Schatz!“ sagte meine Frau noch, als ich mich auf den Weg zum Flughafen machte um den gelb-blauen Ryanair-bomber nach Mallorca zu nehmen. Oder vielleicht sagte Sie etwas ähnliches, oder auch gar nichts, oder ich wünschte mir nur, dass sie das gesagt hätte.

Als ich auf dem Flughafen in Palma ankam, schien die Sonne und es war angenehm warm. Ich fuhr in dem geliehenen Citroen Cactus (ist so lala als Auto, etwa wie als Pflanze) nach Lloseta, wo ich eine Finca gemietet hatte. Irgendwie war ich müde und legte mich hin. Ein folgenschwerer Fehler, denn in den verbleibenden 3 Stunden Tageslicht hätte ich locker 60 km Radfahren können. Und, das wären, nach einer Woche hier, mehr als 1/3 der Gesamtstrecke gewesen.

Danach fing es nämlich an zu regnen.In Mallorca regnet es durchschnittlich  im Jahr etwa 620 Liter pro Quadratmeter (in Deutschland zum Vergleich 750), davon kamen mehr als ein Viertel in den letzten vier Tagen runter. Nachdem ich am Donnerstag und Freitag, zunächst kurz alleine und dann mit Juliane und David, noch ein paar kurze Touren fahren konnte, war es in den letzten vier Tagen unmöglich überhaupt nur vor die Tür zu gehen. Geschweige denn ein Rad mit raus zu nehmen.

Fieserweise klarte der Himmel Abends, wenn es dunkel war, wieder auf und die Sterne waren zu sehen. Pünktlich zum Sonnenaufgang schoben sich dann wieder Gewitterwolken in verschiedenen Grauschattierungen über die Insel und schütteten sich hemmungslos aus.

Und wann soll es aufhören zu regnen? Morgen mittag, und zwar ziemlich genau dann, wenn mein Flug zurück nach Bremen geht. Wo es nach einer sonnigen Kältephase was? – Genau, anfängt zu regnen.

In meiner Verzweiflung schaute ich mir gestern Abend die Wetterberichte ganz genau an und meinte eine Ecke bei Felanitx entdeckt zu haben, die relativ regenfrei sein sollte. Da würde ich hinfahren und schlimmstenfalls ein paar Runden im Kreisverkehr drehen. Heute morgen sah das schon wieder anders aus. Aber vielleicht in Andratx um 14:00hr? Ich fuhr im Cactus dorthin, aber es regnete immer noch. Ich fuhr im Cactus zurück nach Lloseta. Links von mir, in der Tramuntana viele graue Wolken, aber rechts klarte der Himmel etwas auf. Ich kam mir vor wie diese Forscher, die nach Tornados suchen, immer auf der Aussschau wo sich einer bildet und dann im vollen Tempo dorthin unterwegs.

In Biniali packte ich das Rad aus und fuhr exakt 2 km Richtung Senchelles, bevor es anfing zu regnen. Dabei schien die Sonne, und über der Straße hatte sich ein Regenbogen geöffnet. Ich fuhr in die andere Richtung zurück, dann nach Santa Eugenia. Auch dort fing es an zu regnen. Ich fuhr wieder nach Biniali. Auch dort war mittlerweile Regen. Überall nur Regen am Ende des Regenbogens.

Gefrustet packte ich mein Rad ein und machte mich auf den Heimweg. Ich hatte noch nicht einmal 15 km geschafft. Morgen früh stehe ich noch mal ganz früh auf und suche das kleine Loch in der Wolkendecke, bevor ich mich auf den Heimweg mache.

Jetzt erst einmal zum Abendessen zu Juliane und David aus Ausgleich. Als ich das letzte Mal da war, gab es das hier:

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Cassoulet

Life has it’s compensations.

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Auf Strava

 

 

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Auf neuen Wegen auf alter Insel.

Heute war erst einmal die letzte Gelegenheit auf Mallorca im trockenen  Rad zu fahren, denn für die nächsten Tage sind massive Regenfälle, dicke graue Wolken, Sturmböen und ab und an Gewitter angesagt. Und zwar genau bis zu dem Tag an dem es wieder nach Hause geht.

Bis jetzt hatte ich bei meinen zahlreichen Besuchen auf Mallorca immer Glück, egal zu welcher Jahreszeit, ich hatte maximal einen Tag Regen, aber ansonsten gute Tage zum Radfahren. So ein Glück kann halt nicht ewig halten.

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Positivo Espresso Core Team: david, Juliane und ich (minus David und Jerome). Wie man sieht schwitzen wir gerade richtig in der prallen Sonne Spaniens.

Zum Glück aber waren Juliane und David, alte Positivo Espresso Freunde aus Tokyo auf der Insel. Die beiden hatten sich im Januar einen alten Bauernhof in der Nähe von Esporles gekauft und verbringen nun ihre Zeit damit das Gebäude in Schuss zubringen und das Land neu zu bewirtschaften. Es sieht nach einer riesigen Aufgabe aus, einer bei der viele Menschen sich abwenden und „Nein Danke, nix für mich!“ stammeln würden. Der Anblick erinnerte mich daran, als ich 1994 zum ersten Mal an meinen neuen Arbeitsplatz, der Staudammbaustelle Xiaolangdi am gelben Fluss in China kam. Da gab es nichts. Kein Büro, keine Wohnungen, keine Kantine, kaum Ausländer. Aber irgendwie haben wir das damals da alles hinbekommen und dann auch noch diesen Staudamm gebaut. Mit dem China nun hoffentlich glücklich ist. Viel Glück den beiden.

Wir fuhren runter nach Esporles und trafen erst einmal Oskar. Oskar ist Spanier, aber in Stuttgart aufgewachsen und spricht dieses perfekte Deutsch dieser Gegend. Er begleitete und den ersten Hügel hoch und dann weiter in Richtung Valdemossa; wo wir die Abzweigung Richtung Port de Valdemossa nahmen.

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6 km runter zum Meer mit ca. 350 m Höhenunterschied.

Das ist eine wenig befahrene Strecke, die ich ebenfalls noch nicht gefahren bin.Wenn man da ist, möchte man entweder die Corniche Richtung Antradx fahren,oder aber Richtung Soller und dann den Puig Major hoch. Da passt so ein Abstecher schlecht in den Plan. Das sieht man dann auch gleich bei Strava, wo lediglich 3412 Radler diese Strecke hochgefahren sind. Man vergleiche das etwa mit Sa Calobra, dem ikonischen Climb dieser Insel, auf der sich bereits mehr als 27.000 Sportler versucht haben.

Natürlich haben die 3412 Recht, das ist eine super schöne Strecke,sozusagen ein Mini Calobra.Von oben kann man die ganze Bucht und den Hafen überblicken und bis nach unten zieht sich eine Serpentine nach der anderen.

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Port de Valdemossa – das Mini Sa Calobra

So richtig Geschwindigkeit bekamen wir beim runterfahren nicht drauf, dazu waren die Serpentinen zu eng und es lag zu viel Geröll auf der Straße. Aber auf der ganzen Abfahrt kamen uns gerade einmal zwei Autos entgegen. Keine Busse, hinter denen man herfahren muss, wie nach Sa Calobra oder Cap Formentor.

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Unten war es kalt. Wir machten schnell ein paar Bilder für David und Jerome und fuhren dann gleich wieder hoch.

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Der Anstieg macht richtig, richtig Spaß. Er ist etwa so steil, dass ich konstant 12-14 km/h fahren kann, schön unregelmäßig mit vielen Spitzkehren und ca 6-8% Steigung. Der höchste Punkt wird nach etwas mehr als 5 km und 350 Höhenmetern erreicht.

Dann war’s Zeit für einen Kaffee in Valdemossa. Und danach machten wir uns dann zu dritt auf den Weg zurück. An der T-Kreuzung, wo man sich entscheiden muss die Corniche nach Banyalbufar oder zurück nach Esporles zu fahren, bogen wir nach Banyalbufar ab, und nahmen dann nach wenigen hundert Metern die Abzweigung runter in Richtung Port de Cannonge, einem kleinen Ort unten am Meer.

Im Prinzip ist das eine Wiederholung der Abfahrt nach Port de Valdemossa. Viele Spitzkehren, wunderschön und fast niemand fährt dort. Etwa 5 km lang, 280m Höhenunterschied und lediglich 1.200 Fahrer auf Strava die es hier versucht haben. Das sind Werte wie von Straßen in Bremen Blumenthal um Mitternacht.

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Fischerboote am Port de Cannonge

Zwei neue schöne Anstiege an einem Tag. So viel des Glückes.

Zum Abschluss fuhren wir den Hügel runter Richtung Esporles und bogen rechts ab, um uns noch am Coll es Grau zu versuchen, und um dann in Puigpunyent verspätet zu Mittag zu essen. Die schnelle Straße im Tal brachte und über Establiments wieder zurück nach Esporles. Wir hatten den Tag optimal ausgenutzt und kehrten kurz vor Sonnenuntergang zurück zum Bauernhof.

Ich kann das irgendwie noch gar nicht fassen, dass mein Radurlaub hier nun zu Ende ist, ich aber noch fünf Tage hier bin.

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Heute. Randa.

Der ikonische Radarmast auf dem Pass kurz vor der Cura Randa. Kalt war es heute und ständig drohte Regen aus dunklen Wolken zu fallen.

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Kurz vor Ende der Tour war ich gut braun geworden. Nicht von der Sonne, aber von dem nassen Dreck der überall auf der Straße lag und an Schuhen, Socken und Waden festpappte.

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Zuhause erst einmal in den Whirlpool. Mein erstes Whirlpoolbad überhaupt. Fazit: Nett, aber unnötig. Großartig ist allerdings die ungeheure Menge Schaum die ein Whirlpool schlägt, das ist viel besser als irgendein Massageeffekt. Das perfekte Setting, um sich mal wieder die Beine zu rasieren.

https://www.strava.com/activities/803794249/embed/5aa30ca3b1d88e06b4fb2e880c7cf817ad86e9d6

 

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Winter. Nebel. Deich.

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Nachdem sich gestern mittag so etwas wie Frühling über Bremen andeutete, kam der Winter in der Nacht mit aller Macht zurück und verpasste der Landschaft eine Dosis Schockfrost.

Zu viel gutes Essen, noch mehr guter Rotwein und viele sehr schöne Gespräche bis tief in die Nacht und den Nebel bei unseren koreanischen Freunden führten zwangsläufig dazu, dass ich mich erst spät am Sonntag auf das Rad setze, um eine kurze Tour entlang der Wümme zu fahren. Die Temperaturen waren deutlich unter Null und Rauhreif und Nebel überall. Das ist gut dachte ich, denn die Landschaft am Deich kenne ich in und auswendig, so kann ich sie nicht oder wenigstens anders sehen.

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Es war so kalt, dass sogar der Stacheldraht an den Weiden der kleinen Wümme gefroren war. Durch die begrenzte Sicht fühlte ich mich allein auf der Strasse, keine Wanderer, Landwirte oder gar Radfahrer waren zu sehen. Und die Wümmibillies waren zuhause geblieben oder hatten sich in ihren Lauben verkrochen.

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Die kleine Wümme, da wo „DeliveranceDeliverance“ gedreht wurde.

Der Nebel ist so dicht, dass man das Gefüh hat durch Gelee zu fahren. Schnell geht das gar nicht, auch nicht auf dem Wümmedeich. Kommt dennoch und überraschend ein anderer Rennradfahrer in Sicht, so stachelt das den Ehrgeiz an sich an den dranzuhängen. Wie im Sommer.

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Über kleine Umwege dann nach Haus gefahren um pünktlich zum Abschluss des Tages in und mit Shanghai zu telefonieren. Rechts der Strasse liegen gerollte Strohballen. Sie sehen aus wie Kunstrasen mit Rauhreif. Die Landschaft wurde komplett mit diesem belegt, einige Ballen sind übrig geblieben.

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Bester Hintergrund für ein „Bike leaning against something“ Foro

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Hier sind die Straßen nun auch komplett in Weiß. Prima, denke ich mir, Zeit sich wieder mal auf die Fresse zu legen und etwas komplett unvernünftiges zu tun.

Komplett unvernünftig wäre es nun noch den „Le Stra“ Kriteriumskurs zu fahren. Nach kurzem Kopfschütteln nehme ich von der Idee Abstand und fahre nach Hause. Wenn es denn unbedingt sein muss, kann ich ja dort noch etwas geistiges Stabi Training machen.

Strava

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