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Aus der Welt der Pros.

Minus sieben Runden auf dem 3. Bremer Altbaukriterium.

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Wer sich in den letzten Tagen von seinem Smarttrainer und dem Zwift Bildschirm lösen konnte wird festgestellt haben, dass draußen vor der Tür mittlerweile ganz famose Frühlingswetter warten. Wir stehen kurz vor dem Beginn der Rennsaison und es wird nun Zeit sich die nötige Form bei kleineren Rennen anzutrainieren.

Nur noch sieben Tage bis zum ersten Frühjahrsklassiker Omloop Het Niewsblad, fünfzehn bis zum Start von Paris-Nice, 77 bis zum Giro d’Italia und gefühlte 365 bis die verdammte Saison wieder vorbei ist und ich in Ruhe und ohne Druck fahren kann. Nachdem Hannes und ich uns über den Winter so gar nicht richtig fit gehalten hatten (wie immer), nahmen wir nun die Gelegenheit war Rennerfahrung bei einem weniger bekannten Rennen zu sammeln, dem 3. Bremer Altbaukriterium.

Das Altbaukriterium wird durchgeführt von dem Weltverband Altbaukriterium der sich erstens in komplett österreichischer Hand zu befinden scheint und zweitens einen extrem langweiligen Musikgeschmack hat. Bei der Veranstaltung erklang stundenlang ein hous’isches Rauschen im Hintergrund, dass ich geistig nach Belieben an- und ausschalten konnte. Durchgeführt wurde das ganze im Universum in Bremen. Für diejenigen die nicht aus Bremen kommen: Das ist ein Wissenschaftsmuseum in der Nähe der Universität das in seiner Form an eine fliegende Untertasse nach einem Verkehrsunfall erinnert.

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Bei rot über die Ampel geflogen und dann im Teich gelandet.

An interaktiven Ausstellungsstücken sollen Kinder spielerisch an die Wunder der Naturwissenschaften herangeführt werden was oftmals dazu führt, dass sie nach Verlassen der Ausstellung den Wunsch haben soziale Arbeit zu studieren. Bei meinen Kindern hat’s jedenfalls nicht funktioniert: die eine verzweifelt gerade im Mathe Leistungskurs, der andere hat seit Wochen nicht mehr sein Zimmer verlassen. Keine Ahnung was der macht, Physik oder Chemie wird’s aber nicht sein. Das Universum ist der zweite Versuch Bremens in dieser Richtung; an den ersten, den Spacepark Bremen erinnert heute nur noch das Shoppingcenter Waterfront. Lustig, dass das gerade das Universum das Kriterium „Altbau“ erfüllt. Der Grund aber ist ein einfacher, seit einigen Monaten findet dort die Sonderausstellung „Bike-it“ statt.

Hannes und ich wollten die ganze Sache ohnehin nicht allzu ernst angehen, deshalb überlegten wir lange vorher (also etwa zwei Tage), wie wir die entscheidenden Fragen des Radsports angehen sollten:

  1. Auf welchen Rad sollen wir teilnehmen?
  2. Was sollen wir dazu passendes anziehen?

Hannes hatte sich ein sehr schickes altes Klapprad von einer Bekannten organisiert, eines der ersten Räder überhaupt mit Systemintegration. Heute macht das ja jeder Hersteller, also so Lenker-Vorbau Einheiten mit integrierter Kabelführung oder Steckachsen die exakt nur an ein Trek Domane von 2015 in rot passen und sonst an kein anderes Rad. Aber bei diesem Klapprad von ca. 1977 war bereits der Bremshebel an den Lenker geschweißt, so das keine schwere und aerodynamische Schelle zur Klemmung verwendet werden musste. Ich war sicher, dass Hannes mit diesem Rad ein gutes Ergebnis erzielen würde.

Mein Klapprad, das Renn-Moulton hatte ich kurzerhand an Joey für das Rennen verliehen, weil ich mehr oder minder zufällig in den Kurzzeitbesitz eines ebenfalls sehr schönen Klapprades gab. Eine bezaubernde Kundin im Laden, Sabine H. hatte ihre Gazelle zur Reparatur abgegeben. Im wesentlichen ging es darum ca. 1,6 kg Panzertape von dem Rad zu entfernen mit denen behelfsmässig ein Römer Kindersitz an dem Rad fixiert war. Irgendwie hatte ich fast erwartet, dass wir unter dem Panzertape weitere Kinder finden würden, die unbeabsichtigter Weise mit eingewickelt wurden, aber dem war nicht so. Als sie das Rad abholte brachte sie das Klapprad von ihrem Mann mit und bat mich, das wieder in Schuss zubringen; neben anderen Schäden wurden auch hier Schutzbleche und Gepäckträger im wesentlichen von Panzertape am Rad gehalten.

Klar„, sagte ich, „das machen wir. Wir haben ja nun etwas Erfahrung in der Entfernung von Panzertape. Aber kann ich mir das Rad auch für ein Rennen am Samstag ausleihen?“

„Ja, wenn Sie mir mit dem Preis entgegenkommen.“

„Deal.“

Ich fühlte mich wie Donald Trump nachdem er gerade Kim Jong Un die vollständige Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel, und ein Luxusappartment im Trump Tower New York angedreht hatte. Jetzt noch schnell einen Carbonsattel und den Wahoo Elmnt vorne am Lenker montiert und ab zum Universum. Die Fahrt dorthin dauerte gefühlte zwei Tage. Auch im 6. Gang war bei einer Trittfrequenz von 130 UPM eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 30 km/h zu erreichen. Wozu der 1. Gang dienen soll ist mir schleierhaft. Vermutlich kann man damit senkrecht Wände hochfahren mit einem Elephanten auf dem Gepäckträger.

Nun zum Aussehen: Wir befinden uns ja mitten in der Karnevalssaison, dass bekommt man in Bremen ja leider nicht so mit, aber als geborener Rheinländer fühle ich mich im Februar immer ein wenig Naturbeschwipst. Und Hannes hat auch lange genug in Köln gelebt, um vom Karnevalvirus infiziert worden zu sein. Also auffällige Kostüme. Hannes hatte noch eines von Popeye und ich konnte mir einen rosaroten Panther Anzug von meinem Sohn ausleihen. Den hatte er sich für die Mottowoche zum Abitur an seiner Schule vor drei Jahren gekauft und seitdem gammelte er unter seinem Bett rum. Also der Panther, nicht mein Sohn. Obwohl, da bin ich mir jetzt nicht sicher.

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Als wir ankamen war bereits die Radelite Bremens vor und im Universum versammelt: Björn, Leo, Lukas, Joey, Michael, Schmitty, Thorben, später stießen noch Sora, Andi, Tanja, Tobias und viele weitere dazu. Die anderen Rennteilnehmer sahen ebenfalls beinhart aus. Kurz und gut, es war die übliche Material- und Muskelschlacht wie bei jedem normalen Jedermannrennen. Das hatte ich nicht erwartet, ich dachte das wäre mehr so Spaß, Abenteuer…..und all‘ diese Dinge aber schnell wurde klar, dass hier einem nichts geschenkt wird und er Sieg schon gar nicht.

Es war auch mein erstes Altbaukriterium, daher hier eine kurze Einführung: In einem Altbau (Universum!) wird vom Weltverband ein Rundkurs abgesteckt der ein wenig technisch anspruchsvoll ist.  Zufällig auf der Strecke aufgestellte kleine Pelzpylone sorgen dafür, dass es technisch noch anspruchsvoller wird. Eine Runde ist etwa 30 – 40 Sekunden lang. Man muss nun innerhalb von 2 Minuten so viele Runden wie möglich fahren, wobei man die Runde zu ende fahren darf, die man innerhalb von zwei Minuten begonnen hatte. Für jedes Absteigen mit dem Fuss, Umfahren der Pylone etc. bekommt man von den gefahrenen Runden eine abgezogen. Das ganze wird zwei Mal gefahren, einmal mit und einmal gegen den Uhrzeigersinn oder umgekehrt. Es gewinnt derjenige, der die meisten Runden hat, bzw. bei gleicher Rundenzahl die niedrigere Zeit. Steht auch alles hier.

Ich hatte mich vorher schon einmal mit Michael unterhalten, der mir erzählte das es zwei Typen von Fahrern gibt: Die schnellen, die viele Runden und eine gute Zeit machen, aber eben auch ein paar Fehler; und die langsamen, die wenig Runden fahren aber auf jeden Fall Fehler vermeiden wollen. Ich wollte auf jeden Fall und wie immer zu den schnellen gehören.

Das klang alles nach einer sehr lustigen Veranstaltung die noch lustiger werden sollte, weil uns Hannes komplette Familie anfeuern würde. Allerdings war das ganze auch für meinen Geschmack etwas sehr langatmig und streng. Die Registrierung wurde mit k.u.k. mäßiger Gründlichkeit vorgenommen und dauerte endlos. Dann gab es eine offizielle Begehung des Rennkurses und erst dann begann das Rennen kurz vor acht Uhr wobei jeder Fahrer und auch erst einmal zwei Trainingsrunden drehen dufte. Bei 30 Fahrern konnte ich mir ausrechnen, dass ich wohl gegen Mitternacht aus dem Universum kommen würde – so lange war ich noch nie in einem Museum.

Es ging los und gleich die ersten Fahrer waren richtig gut. Da wurden Rundenzeiten so um die 32 Sekunden auf technisch ausgefeilten Rädern gefahren. Endlich kam ich mit der Startnummer 8 dran und drehte meine Trainingsrunden mit eingefaltetem Schwanz. Ich glaube in der Trainingsrunde hatte ich bereits alle verfügbaren Hütchen umgeworfen und mehrfach den Boden berührt. Egal, dann bin ich eben noch schneller! Ich lud die Strecke auf meinen Wahoo runter damit ich mich nicht verfahre und fuhr voll motiviert los.

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In der ersten Runde semmelte ich gleich mal ein Hütchen um und bei der schwierigen Passage am Start/Ziel kam ich gleich mit dem Fuß auf den Boden. Also noch schneller und noch brutaler!

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Hm, keine gute Idee, da blieben noch ein paar Hütchen auf der Strecke liegen.  Aber irgendwie machte es Spaß und da es ja ohnehin nichts für mich zu gewinnen gab fuhr ich einfach schnell und egal wie weiter.

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Nach der dritten Runde stieg ich kurz ab und blickte mich um. Aber kein Problem, ich war schnell genug für eine vierte Runde, die ich dann auch noch mit einer gehörigen Anzahl von Fehlern absolvierte. Vielleicht hätte ich nicht versuchen sollen Tanja, Laura und Alba mit einem Wheelie zu beeindrucken.

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Als ich durch das Ziel fuhr blieb erstaunlicherweise der Applaus aus. Ergebnis: 4 Runden gefahren, elf Fehler macht minus sieben Runden. Das brachte mich ziemlich weit nach hinten und dort sollte ich auch für den Rest des Abends bleiben. Mit Hannes, Joey und Leo hatten wir aber noch weitere Eisen im Feiern deren Ruhm dann hoffentlich und irgendwie auch auf mich aufstrahlen würde. Zunächst fuhr Leo mit Handy in der Hosentasche sehr souverän fünf Runden. So souverän, dass er das am Ende gleich noch einmal machen durfte.

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Dann fuhr Joey ebenfalls vier Runden bevor dann endlich Hannes randurfte.

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Hannes machte das auch ziemlich gut, jedenfalls deutlich besser als ich.

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Da wurde dann auch zurecht geklatscht. Als allerletzter fuhr Lukas so kurz vor zehn, er brachte es fehlerlos auf vier Runden.

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Ich glaube Lukas war der einzige, der an dem Abend mit Helm unterwegs war. Und damit waren alle im ersten Durchgang durch. Ein Klapprad brachte an diesem Abend nicht unbedingt Vorteile. Gut waren auch die Fahrer, die mit BMX Rädern angetreten waren und vor allem solche, die Radfahren können.

Und dann hatten wir ehrlich gesagt so gar keine Lust mehr uns da Rennen bis zum Schluss anzusehen. Zuschauer waren ohnehin schon viele gegangen, es sollten wegen der späten Zeit auch nur noch die zehn besten starten und da nur noch Lukas, Leo und Joey dabei aber nicht wir und ich war auch echt müde von dieser beinharten Veranstaltung.

Also ging ich nach Hause und weiß bis heute nicht, wer gewonnen hat. Ich tippe aber mal auf Leo.

Meine 4. Runde, ich haue zum 4. Mal das gleich Hütchen um, der Frust ist dem Streckenposten deutlich anzumerken.

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Danke an Hannes, Joey und Thorben für Fotos und Videos.

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UCI Cyclo Cross Worlcup Verdun 1917. Nein, Zeven 2017.

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Das größte Radereignis in Bremen und Umgebung ist weder das Sechstagerennen im Januar, noch das Jedermannrennen Velotörn im September. Übrigens auch nicht das Montagstraining des RCBs, falls das jemand denkt. Das größte Ereignis ist der Cyclco Cross Worldcup Lauf, der seit letztem Jahr in Zeven stattfinden. Ich fuhr hin.

Mein Interesse an Cyclocross war bislang so groß wie an Sportarten bei denen sich Menschen mit ähnlicher Geschwindigkeit über das Feld bewegen, also etwa Schach, Halma oder die Fußballer des SV Werder Bremens. Es hält sich in Grenzen. Matthias meinte aber, dass ich unbedingt einmal mitkommen sollte, nachdem ich mein letztes Cyclo Cross Rennen im Oktober 2010 in Pellen’s Park gesehen hatte. Sieben Jahre später sieht die Crosserwelt schon ganz anders aus.

Während der Nacht hatte sich Nebel über Bremen und das Umland gelegt und die Luft triefte nur so vor Nässe. Wasser war nicht nur in der Luft, nein auch auf meiner Brille, in meiner Jeans und sammelte sich seit Wochen auch im Boden. Alles was nicht aus Asphalt oder Beton gebaut war, war in den letzten Tagen zu Matsch geworden. In Zeven angekommen, betraten wir das Gelände auf einer als Grasfläche getarntem Schlammloch. Aber das muss wohl so bei Cyclo Cross Veranstaltungen so sein und gehört zum besonderen Flair. Die eine Hälfte der Zuschauer hatte Gummistiefel und trug Kleidung für Feldarbeit im Herbst, die andere Hälfte war am fluchen und zitterte. Wir konnten nun einen ersten Blick auf die Strecke werfen.

So ein Cyclocross Rennen hat nun schon ein paar Vorteile, verglichen mit einem Straßenrennen. Also erstens, ist die Strecke recht kurz, nämlich in Zeven nur 2,8 km; und dann ist sie auch noch so aufgebaut, dass man zu jedem Punkt recht schnell hingehen kann. Irgendwie wirkt die Streckenführung in eigenwilligen Bahnen über eine ehemals grüne Wiese recht willkürlich; als Zuschauer lernt man dies aber zu schätzen, da man über die gesamte Dauer eines Rennens von unter einer Stunde etwas zu sehen hat.

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Das Streckengelände in Zeven

Insofern ist der Unterhaltungswert recht hoch, im Gegensatz zur, sagen wir mal, der Tour de France, wo man irgendwo an der Strecke steht, den Peloton mit 40 km/h in nicht einmal zwei Minuten vorbeiflitzen sieht und dann wieder nach Hause fahren kann.

Unter Umständen kann es aber auch eine gute Idee sein, nach zwei Minuten wieder nach Hause zu fahren, und zwar dann, wenn man bei 3 Grad plus  knöcheltief im Match steht. Daher 1:1 zwischen Straßen- und Cyclo Cross Rennen.

Was mir auch noch sehr gut gefallen hat ist die Nähe zu Fahrern und Geschehen. Wir konnten einfach ins Fahrerlager gehen und uns die Räder aus der Nähe anschauen. Es gab sehr viele neongelbe Trek Crosser – das sind dann auch die einzigen, die nach 50 Metern auf der Strecke noch als Trek Räder zu erkennen sind – schwarze Rahmen mit kleinen Logos haben mit zwei Kilo Schlamm drauf keinen Wiedererkennungswert mehr. Irgendwo vor ihrem Trailer trainierte die Weltmeisterin Sahne Kant, während ihr Vater die Laufräder aufpumpte und die Mutter Autogramme verteilte.

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Auch der Rollentrainer einer Weltmeisterin steht im Matsch, damit sie sich an die Strecke gewöhnt.

Das U23 Rennen war zu diesem Zeitpunkt bereits vorbei, die letzten Fahrer mit blutunterlaufenen Augen und verdreckten Schnauzbärten fuhren gerade ins Ziel.

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Ich stand am Ziel und wartete auf den Start des Frauen Eliterennens. Die Frauen fuhren sich gerade auf dem kurzen Stück Asphaltstrecke im Start/Zielbereich warm – keine war so verrückt einen Ausflug in den Schlamm zu wagen.

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Etwas mehr als 50 Fahrerinnen waren im Start und stellten sich in der Eiseskälte auf. ein paar Minuten vor Beginn flogen die Trainingsjacken im hohen Bogen aus dem Feld heraus zu den Betreuern, die am Rand warteten. Ein schönes Bild, aber leider kein Foto davon. Um 13:33 Uhr ging es los und die Frauen fuhren auf die Strecke.

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Am Start, als die Mädels noch voller Kraft waren und sich Ihre Laufräder auf dem Asphalt drehten, sah das noch alles sehr kraftvoll, schnell und dynamisch aus. Das änderte sich aber sehr schnell nach ein paar Runden, als die Sportlerinnen in Schrittgeschwindigkeit durch die Schlammlöcher fuhren und absolut keine Power mehr hatten. Während vorne leistungsfähige Fahrerinnen wir Sanne Cant, Helen Wyman und Kathie Compton vergleichsweise mühelos durch das Gelände robbten, taten sich insbesondere im hinteren Feld tiefe Abgründe des Leidens auf. Als Vater einer Tochter, die ebenfalls Leistungssport betrieben hat und nur unwesentlich jünger ist, werden da  unwillkürlich Beschützerinstinkte ausgelöst. Manche von den Mädels sahen aus, als wenn sie gleich anfangen würden zu heulen.

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Hinten Leid …..

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… und vorne Freud.

Cyclocross erinnerte mich an ein Straßenrennen in Zeitlupe, denn teilweise bewegten sich die Mädels in Schrittgeschwindigkeit über die Strecke. Oder in Laufgeschwindigkeit unter ihren Rädern.

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Unterm Rad (aber nicht Hermann Hesse)

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Runterlaufen …..

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… oder doch runter fahren?

Ich sehe das bestimmt total falsch. Kyclo Kross Kenner (KKK) mögen mir einmal erklären warum; also warum ist bei Cyclo Cross Rennen die effektive Reifenbreite von der UCI seit 2010 auf 33 mm beschränkt? Das macht es schweren Fahrern gerade bei schlammigem Untergrund extrem schwierig schnell zu fahren. Klar, jetzt könnte natürlich das Argument kommen, es soll ja schwer sein, denn es ist ja Sport. Sicher. Cyclo Cross wäre sicher noch schwerer und sportlicher, wenn keine Schaltung verwendet werden dürfte, die Hände über Kreuz am Lenker greifen, und eine halbtransparente Augenbinde verwendet werden müsste.

Ich finde es vor allem deswegen unlogisch, weil in dem immer populärer werdendem Segment der Gravel Bikes, viele Räder bereits vom Werk aus mit 35 oder 40 mm breiten Reifen ausgestattet sind – weil so etwa nun einmal abseits des Asphalts Sinn macht.

Die meisten Mädels kamen auch im 32er Reifen ins Ziel. Sanne Cant war deutlich besser als anderen und wurde Erste, dahinter dann Nash und Wyman.

So langsam wurde es dunkel und der Höhepunkt nahte, das Rennen der Herren mit Cyclo Cross Superstars wie Mathieu van der Poel, Wout van Aert und, äh, Kevin van Pauwels. Um ein männlicher Cyclo Cross Star zu werden muss jemand grundsätzlich drei Voraussetzungen haben: Er muss Belgier oder Holländer sein, ein „van“ im Namen haben und mindestens einen Eltern- oder Großelternteil haben, der sich in der Ruhmeshalle des Radsports verewigt hat. Mathieu van der Poel z.B. ist der Enkel von Raymond Poulidor.

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Raymond Polydor, der Mann, der nie die Tour de France gewinnen konnte.

Bei den Männern ist die Leistungsdichte deutlich höher als bei den Frauen. Vor allem bei den Belgiern, die 13 der ersten 20 Plätze belegten, bevor den Plätzen dann die Belgier ausgingen.

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Startaufstellung bei den Männern. Schnauzbärtige Schweden ganz hinten.

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Insgesamt sind die Männer schneller, aber am Ende des Feldes, bei den Polen und Schweden war auch jede Menge Leid zu sehen. Es gewann van Aert, so dass wir an diesem Tag zum dritten Mal die belgische Nationalhymne hörten.

Natürlich ist so ein Cyclo Cross World Cup auch ein soziales Ereignis und wir trafen halb Cyclo-Bremen an der Rennstrecke. Das war prima. Danke an Lisa und Matthias für das mitnehmen.

Wir sehen uns nächstes Jahr in Zeven wieder an der Strecke. Auf der Strecke eher nicht.

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Ein schönes Video, wie es ist über die Strecke zu fahren gibt es hier.

 

 

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Bergen.

Das Frauenrennen

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Männerrennen aus dem Helikopter

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Giro Lombardia 2017. Jan Bakelants. Simone Petilli.

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via Twitter Kristof Ramos:

„The sight of the crash was surreal: bike was dangling almost 4 meters up in a tree with him underneath… horrible

Simone Petilli

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Giro Lombardia 2017. Laurens de Plus.

Tolles Wetter, tolle Landschaft, ein tolles Rennen und ein dramatischer Sturz von Laurens de Plus heute beim Giro Lombardia. Zum Glück keine schlimmen Verletzungen laut den Sportnachrichten.

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Bahn.Blau.

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8bar. Crit 2016.

8bar. Interessante Räder.  Kleiner, guter Laden in Berlin. Eigener Aufbau für Christian hier.

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Vorher: In Paris. Nachher: Angekommen in Roubaix.

via Cycling.Art

Just how much a rider can endure in Paris-Roubaix? These images are unforgettable of just how brutal Hell is.

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Der schnellste Weg nach Roubaix ist über die Autobahn und nicht das Kopfsteinpflaster.

via Bicycling.com

French Police Pick up Paris-Roubaix Rider on the Highway

Of all the hard-luck ways to end a bike race, Italian sprinter Andrea Guardini might have found a new one

 

French Police Pick up Paris-Roubaix Rider on the Highway.
 
When Andrea Guardini crossed the start line of Sunday’s Paris Roubaix, the UAE team rider likely never imagined he would end the 257km classic in a police station—watching on a TV screen as Greg Van Avermaet took the win.Guardini dropped out of the race after the second feed station, with 68km to go, and tried to ride to meet his team at the finish. But the most direct route took the Italian sprinter onto the traffic-packed E23 motorway, where he was picked up by French authorities and brought back to the station in Villeneuve-d’Ascq.

A fan spotted him riding on the E23 and posted on Twitter that Guardini found the quickest way to Roubaix—the highway—so Guardini took to Facebook to explain his eventful day. Despite the outcome of his race, his emoji usage suggests he remained in fairly good spirits.

“Some videos and photos are starting to appear, so perhaps it better if I explain exactly what happened,” Guardini wrote on Facebook on Sunday night.

“I quit the race and when I got to the team car at the second feed. They told me to cut across from the race and ride to the finish. I took their word and would have quickly made it to Roubaix if I hadn’t found myself on the highway!

“Fortunately the Gendarmerie found me, loaded my bike in their car and took me to the local police station. I can only thank them for their help; they even let me watch the finish of the race with them. I was also able to contact my wife, who called the team so that a soigneur could come and collect me.”

“I’m sure the team will tease me about what happened for a long time but I want to make it clear that I wasn’t arrested, my criminal record is still intact and we even had a laugh about it,” he continued.

“Of course I was obliged to give the police a little present as a way of thanks and they now have my Paris-Roubaix race jersey.”

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Tom Skujins. Get me back on the bike.

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