Monatsarchiv: Juni 2016

Messer. Gabel.

#Confartigianato and #Columbus have asked to 5 framebuilders, one for each continent, to realize a frame that embodied their vision of cycling.

The artisans that answered this call have been:

– Richard Sachs (USA)
– Caren Hartley (UK)
– Cherubim (Japan)
– Baum Cycles (Australia)
– Mercer Bikes (South Africa)

via The Radavist

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Maybe I shouldn’t do anything stupid.

The Walmart Huffy Carnage.

„…I had to keep rotating the bars, which added a challenging element to the ride.“


 

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Velothon Berlin 2016: Teil 3. Nein, doch nicht.

An sich hatte ich vor, noch kurz ein paar Worte über die Zeit nach dem Rennen in Berlin, die Heimfahrt, und dann insbesondere über die Verleihung der Abiturzeugnisse an meinen Sohn zum exakten Zeitpunkt des EM Spiels Deutschland-Polen zu schreiben.

Die Schulleiterin hatte sich als verschenkter Kaktus verkleidet,

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ein finnischer Junge sang ein trauriges, finnisches Lied auf finnisch zu Klavier und Cello,

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und nach langem sitzen, zuhören und dem 1:0 für Deutschland wurden dann endlich die Abiturzeugnisse ausgeteilt. Der Kaktus las die Namen vor, die Abiturienten traten vor.

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Ich wünschte ich wäre jetzt nicht hier, sondern 1980 in Los Angeles bei einem Nina Hagen Konzert.

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Auf dem Pulli ist das chinesische Zeichen für „Doppeltes Glück“, den Saum säumt eine Kette von „langem Leben“.

Nicht dass ich Nina Hagen heute großartig finden würde. Aber 1979, als das erste Nina Hagen Album veröffentlicht wurde, da hat es mich umgehauen. Martin (später und heute noch EA80) hatte es auf Kassette aufgenommen und spielte es auf einem sehr bescheidenem, Walkman ähnlichem Gerät auf einem Medienseminar des WDR  in Königswinter ab. Danach bettelte ich meine Mutter um Geld an, damit ich es mir direkt am folgenden Monat kaufen konnte. Es gibt wenige Dinge in meinem Leben die ich so haben wollte, wie dieses Nina Hagen Album. Vielleicht SRM eTap, am besten noch in Kombination mit Scheibenbremsen?

Ich habe gerade die Möglichkeit für einen Freund einen alten Stahlrahmen mit der eTap aufzubauen, das ist toll. Danach sehen wir weiter, ob das auch etwas für mich ist. Oder vielleicht doch noch ein Stahlrad aus Japan; auf Cherubim werfe ich ja schon länger mehr als ein Auge.

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via Cycle EXIF

Sehr reizvoll finde ich auch, das LOW nun einen Straßenrahmen baut, nachdem sie sich bislang auf Bahn/Fixie konzentriert haben (Bicycle.com, bike rumor)


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Ja, all dies wollte ich schreiben und mache es jetzt nicht.

 

 

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Velothon Berlin 2016. Teil 2: Das Rennen

Rennen werden am Berg entschieden.“ Sagt man. In Berlin gilt das nicht, da werden Rennen morgens im Bett entschieden. Kommt man raus, oder nicht? Und vor allem: Wann endlich?

Ich lag im angebauten Wintergarten von Kathrin und Fabian. Der hat riesige Fenster, und nur ein paar wenige Vorhänge, so dass einem nichts vor dem Sonnenaufgang um kurz vor 5 am fast längsten Tag des Jahres schützt. Umdrehen, prüfen ob beide Beine noch vorhanden sind, unter dem Bett liegen auch keine Nordkoreaner, die einem noch in ihr Heimatland verschleppen wollen; es gibt einfach keine Ausrede nicht aufzustehen und sich fertig zu machen. Ein paar Zimmer wacht Fabian gerade auf und denkt vermutlich dasselbe.

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Sogar die Auswahl an Riegeln und die guten Pistazientartuffos von Bio Lüske liegen noch auf dem Frühstückstisch – bei uns zuhause hätten irgendwelche hungrigen Nachtmonster alles weggefuttert. Wieder kein Grund nicht zu gehen.

Dabei war ich gut trainiert, mit noch besseren Vorsätzen und vollmundigen Versprechungen nach Berlin gekommen. Ich hatte bereits deutlich mehr als 6.000 km dieses Jahr (Das Jahr fängt Weihnachten des Vorjahrs an und zwar wegen der Rapha Festive 500) trainiert, fühlte mich gut, hatte bei der Anmeldung zum Velothon 43 km/h als Durchschnittsgeschwindigkeit angegeben, um auf jeden Fall in Startblock A zu kommen und allen die es hören wollten oder nicht gesagt, dass ich mit in ca 1:39 hr die 66 km fahren wollte. Was mir dann einen Platz innerhalb der ersten 25 meiner Altersklasse garantiert hätte. Ich hatte sogar einer meiner Studentinnen, die in Berlin arbeitet, gesagt, dass sie doch zum gucken kommen möge. Es stand also nicht nur persönliche Befriedigung, sondern auch Respekt und professorale Authorität auf dem Spiel. Also an sich ein guter Grund doch zuhause zu bleiben.

Kurz vor Sieben kamen wir an Fabians Büro in der Innenstadt an. Das liegt ganz in der Nähe der Kneipe Kumpelnest 3000, ehemals Kumpelnest 2000, wo um diese Zeit immer noch der Bär tobte.

Das ist nicht unser Rad vor dem Kumpelnest 3000.

Wir freuten uns schon darauf nach dem Rennen dort einzukehren und unsere Erfolge zu feiern. Aber erst einmal fuhren wir zum Start.

Dort mussten wir uns ganz hinten im Startblock A einreihen, denn der war eine halbe Stunde vor dem Anpfiff bereits gut gefüllt. Es zeigte sich, das Rennen eben im Bett entschieden werden: wer früh aufsteht und zum Start fährt kommt nach vorne, sonst muss man sich eben hinten einreihen und das ist für hoch-ambitionierte und leistungsschwache Fahrer wie mich nicht optimal.

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In Teamfarben: Links Team Rapha, rechts Team Postivo Espresso -Louis Vuitton. Hinter uns Block B.

Ich war übrigens über das qualitative Aussehen der anderen Starter im Block A überrascht. Erwartet hätte ich junge, schlanke Menschen in den Farben bekannter Teams wie Merkur Druck oder Eisenschweinekader und den einen oder anderen verbissenen Midlife-Chrysler. Stattdessen sahen die meisten wie du und ich aus. OK, ich habe keine Ahnung wie du gerade aussiehst, aber wenn Du besser aussehen solltest als wir, dann schick bitte ein Foto. Vor uns majestätisch die Siegessäule mit der Goldelse oben drauf.

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Finisher Trikot am Start. Cool.

Zum Glück auf dem Foto nicht bei einem von uns auf dem Kopf, denn sonst hätten wir ausgesehen wie Sheldon Brown.

Sheldon Brown

Bartmäßig vor allem Fabian.

Nachdem der VIP Block auf die Reise geschickt wurde, der in erster Linie aus Klappradfahrern bestand, ging es recht pünktlich um 7:41 hr los. Ein letztes „頑張れ!“ an Fabian und wir fuhren los. Bei Rennen fahre ich grundsätzlich SPD Pedale, denn die Sekunden die ich damit beim Einklippen am Start spare kann ich im Rennen nie wieder aufholen. Jedermannrennen laufen ja bekannterweise andersrum wie Profirennen ab. Die ersten 10 bis 20 Kilometer haut man rein wie ein Blöder, um den Rest dann, unabhängig von der Distanz in der Gruppe locker ausrollen zu lassen. Und es ganz wichtig sich dann entsprechend aggressiv nach vorne zu pfuschen ohne auf die Fresse zu fallen. Ich fuhr etwas unter dem Leistungsmaximum, da ich meine Körner nicht komplett zu Beginn verschleudern wollte und arbeitete mich nach vorne. Das klappte sehr gut und ich überholte bestimmt so um die 100 Mitfahrer, damit war ich ganz zufrieden. Bereits nach 7 km war das Feld schon so weit auseinander gezogen, dass ich auf die Mithilfe von anderen angewiesen war, um in eine der vorderen Gruppen zu springen. Dummerweise musste ich jetzt in der Gruppe die Führungsarbeit machen, als wir auf den Ernst-Reuter Kreisel einbogen.

Vor uns kam nun die erste leichte Steigung am Spanndauer Damm und ich sah eine größere Gruppe vor mir.  Dummerweise hatte ich nun gar keine Körner mehr im Köcher, um mal ein paar gängige Klischees und Metaphern zum besten zu geben (Kurzer Exkurs: richtig gute Anwendung von Metaphern und Klischees beherrschen die Texter des neuen Rose Katalogs: „Sophie Irgendetwas ist bildhübsch und pfeilschnell – sie sprengt alle gängigen Schubladen!„). Die Gruppe vor mir war so nah, und doch so fern. Ich hätte jetzt auch gerne eine Schublade gesprengt um da rein zu kommen, aber alleine springen ging nicht und meine Gruppe wurde langsamer und langsamer. Das ist bei Flachlandfahrern dummerweise so, sie sehen eine Steigung und in dem Moment funkt das Hirn „Kräfte sparen!“, und so ist man gerade noch mit 40 unterwegs und auf einmal nur noch mit 35, obwohl die Steigung noch gar nicht begonnen hat. Vor uns fuhr die Gruppe davon und ich wusste in dem Moment, dass das heute nichts richtig gutes geben würde. Aber vielleicht würde ich am Wannsee noch eine Chance haben.

Im Prinzip hätte man hier das Ziel aufbauen können, denn die Fahrer meiner Gruppe kam dann mehr oder minder geschlossen 50 km später so ins Ziel. Da war der dicke, riesige Wikingerdäne, der zackige Fixiefahrer, die lange Bohne mit der durchsichtigen weißen Assoshose und die beide Gesellen von Malerbetrieb Strechow – keinen von denen wurde ich los. Das wusste ich aber in diesem Moment noch nicht.

Ich möchte jetzt hier nicht angeben mit meiner Power, denn schließlich habe ich auch nicht so viel, als wenn es dazu reichen würde im Solo davon zu sprinten und Anschluss an die Gruppe vor mir zu finden, aber ich war jetzt erst einmal ein wenig gelangweilt und der Puls hing bei 120 bis 130. Wir daddelten so mit 35 bis 37 durch die Gegend und so manche RTF und Montagstrainings habe ich als wesentlich härter in Erinnerung. Am Wannsee, bei den welligen Steigungen dachte ich, dass ich es noch einmal versuchen sollte, denn ich war vorne in der Gruppe, man fährt etwas langsamer und ich bin am Berg an sich ganz gut. So zog ich an und machte mich den Hügel hoch nur um festzustellen, dass meine Gruppe quasi stehen geblieben war. „Kräfte sparen!„. Wie jedes Jahr gab es hier auch mal wieder einen Sturz. Das passiert immer dann, wen eng in der Gruppe gefahren wird und der Fahrer vor einem aus dem Sattel in den Wiegetritt geht. dann wird das Rad einen Moment langsamer und der hintere fährt auf. Jedes Jahr mit ziemlicher Sicherheit.

Es half alles nichts. Ich nahm wieder Power raus und ließ mich in die Gruppe zurückfallen. Da ging es dann mit 35 weiter. Meine einzige Hoffnung war, dass von hinten eine Spurtstarke Gruppe aus dem B Block, der 2 Minuten nach uns gestartet war, kommen würde, an der ich ich ranhängen konnte. Am botanischen Garten stand Kathrin und mit der hatte ich mich abgesprochen, dass Sie mir zuschreien sollte, in der wie vielten Gruppe von vorne ich wäre. „Dritte!“ hörte ich. Das war gut, aber nur dann wenn der B Block auch  schnell wäre.

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Meine Gruppe. Hinter mir der zackige Fixiefahrer.

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Fabian, ein paar Minuten später.

Gemütlich ging es nun die nächsten 10 km bis zur Einfahrt zum ehemaligen Flughafen Tempelhof. In den letzten Jahren wehte da immer ein fieser Wind, und zwar immer von vorne, aber diesmal war da absolut nichts.

Das letzte Stück, besonders das durch Kreuzberg mag ich am liebsten. Ich hatte die Hoffnung auf den B Block aufgegeben und dachte OK, fahr halt  so weit wie es geht nach vorne und versuch wenigstens einen ordentlichen Sprint auf der langen Zielgeraden hinzubekommen. Ich blieb weit links, damit ich die Linkskurven schnell durchfahren konnte und platzierte mich ca 6 km vor dem Ende nach der Kurve an dem kurzen Anstieg zur Karl-Liebknecht-Straße gut. Unsere Gruppe war aber auch verdammt groß und so schnell wie ich wollte kam ich nicht nach vorne. Und da war ja schon die Goldelse wieder.

Es half wieder nichts, ich war eingeklemmt zwischen Massen von Fahrern, die einfach nicht schnell fahren wollten und rollte mit ihnen durch das Ziel. Da war erst einmal ein Gefühl von totaler Enttäuschung und erstaunlicher Frische. 1:44 hr und ein Schnitt von 38,3 km/h sind ja nicht wirklich schlecht – aber eben auch nicht wirklich gut. Zum Glück war meine Studentin nicht da, so dass mir die ultimative Peinlichkeit erspart blieb.

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Ja, das war peinlich. Aber was macht man, wenn man sich so richtig dreckig fühlt? Man hält Ausschau nach Menschen, denen es scheinbar noch dreckiger geht. Das ist ja das Prinzip vieler Sendungen auf RTL. Und es dauerte keine 5 Minuten, bis ich jemanden gefunden hatte, der noch peinlicher war als ich  – wenn auch schneller. Mann, bin ich froh, das ich nicht hinter dem herfahren musste.

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Fünf weitere Minuten stellte ich fest, dass ich ans ich ein recht glücklicher Mensch bin, denn meine Familie lässt mir die Freiheiten meinen Hobbies nachzugehen. Das ist nicht immer  und bei jedem so.

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„So jetzt bist du dran. schon den ganzen Morgen pass ich auf die Göre auf. Jetzt mach auch mal was du Spree-Armstrong!

Mittlerweile hatten Fabian und ich uns auch wieder gefunden, wir tranken ein Alkoholfreies Paulaner und bummelten noch ein wenig durch die Radshoppingmeile. Am Oakleystand kommte man 1:1 auf der Rolle gegeneinander antreten. Fabian bequatschte mich, dass wir das mal machen sollten, aber als ich mich gemeldet hatte hielt er sich gschickt im Hintergrund und ich musste dann gegen so einen Typen mit Jeans und Sonnenbrille fahren.

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Was ich nicht wusste war, dass genau der Type der Schnellste am Vortag war. Und schnell zu treten ist ja so gar nicht mein Ding. Also rennmäßig eine weiter Enttäuschung.

Aber egal, es war gerade einmal halb elf und fast ein ganzer Tag in Berlin lag vor uns. Das war viel besser als das Rennen. Wir fuhren zurück zum Büro, vorbei am Kumpelnest 3000 wo jetzt endgültig Schluss war und machten uns dann auf den Weg zum japanischen Restaurant Udagawa.

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Dort platzierten wir die japanische Flagge vor uns und stimmten die japanische Nationalhymne an.

Doch das ist eine andere Geschichte, die in Teil 3 erzählt werden wird. Oder auch nicht.

Danke an Kathrin, Fabian, Pina und Lucie.

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Velothon Berlin 2016. Teil 1: Das Radabitur

Jedes Jahr fahre ich genau zwei Mal nach Berlin: Im Oktober zum Deutschen Logistik Kongress, dem intellektuellen Highlight meiner beruflichen Bestimmung und im Juni zum Velothon. Der Kongress ist deutlich anstrengender und ebenso weniger spaßig.

Zumal ich da auch immer in irgend so einem angeblichen Luxushotel bin. Der Luxus besteht darin, dass dort eine Flasche Mineralwasser auf dem Tisch steht. „Oh, denkt man sich“, wie nett von denen, bis man die Flasche hoch nimmt und feststellt, dass  unter dem gläsernem Deckel ein klitzekleiner Zettel liegt auf dem geschrieben steht: „Genießen Sie unser Premium Mineralwasser der Fürst Detlev Quelle zum Preis von nur €15,80 pro Flasche.“ Ich habe nie verstanden, warum die Preise in der Minibar bei Hotels proportional zum Übernachtungspreis steigen. Man sollte doch meinen, dass ab einem bestimmten, lächerlich hohen Zimmerpreis alles umsonst sein sollte.

Beim Velothon übernachte ich immer bei Kathrin und Fabian; nicht über Airbnb, sondern über die gute alte Japanconnection die uns auf alle Zeiten zusammenschweißen wird:

„I’ve seen things you people wouldn’t believe. Attack ships on fire off the shoulder of Shibuya. I watched C-beams glitter in the dark near the Tannhäuser Gate. All those moments will be lost in time, like tears…in…rain. Time to die.“ [Tears in rain]

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Bubble Era Japan, Anfang der Neunziger. Noch ein paar Jahre, so dachte man, dann wird Japan die wirtschaftliche Führung der Welt übernehmen. Da kann man schon mal ein paar hundert Euro für eine Taxifahrt nach Hause ausgeben, auf golden eingefärbte Eiswürfel im Pissoir pinkeln und sich ausrechnen, für wie viel Quadratmeter japanischen Boden in Tokyo man wie viel Quadratkilometer Anwesen an der Küste in Kalifornien eintauschen kann.

Ich war 1990 im Panasonic Showroom, eigentlich Show Palast und sag die ersten Shimano STI Hebel meines Lebens. All diese Dinge verbinden die, die dabei waren und der Versuch das irgendjemandem anderen zu erklären ist, was uns lächerlich macht. Wer das nicht glaubt möge versuchen Taro Karl Greenfields Speedtribes zu lesen.

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Ikonen der Bubble Era

Heute sitzen wir in London, Berlin, Bremen oder immer noch in Tokyo. DSa ist übrigens auch nicht schlecht. Ich schätze es irgendwie sehr, dass keiner meinerJapan-Freunde in Bremen ist, sondern ich gezwungen werde zu reisen, um sie zu treffen.

An sich war der Plan am Freitag nach Berlin zu fahren , am Samstag im Grunewald zu trainieren und danach shoppen zu gehen, am Sonntag den Velothon zu fahren und dann ganz entspannt am Montag nach Bremen zurückzukehren. Für die Zugfahrt hatte ich mir ein paar besonders miese Projektberichte meiner Studis mitgenommen, um mich wieder ganz schnell zu aklimatisieren.

Von allen Dingen machte mir ausgerechnet mein Sohn einen Strich durch die Rechnung. Mein pubertierender, Teenagersohn, den ich nie sehe, weil er in seinem Zimmer hockt, Online zockt und maximal um vier Jahr morgens raus kommt um sich eine Pizza in der Mikrowelle warm macht. Also ein Sohn, der sehr wenig Aufwand bereit, dafür sollte man als Eltern nicht undankbar sein. Und ausgerechnet dieser Sohn kam dann eines Tages aus seinem Zimmer und sage. „Hey, ich hab jetzt Abitur.“ Wobei, um das richtig einzuordnen, es sich um ein Bremer Abitur handelt. In Bayern bekommt man das vermutlich in einer Tüte mit Panini Sammelbildern und dann ärgert man sich, dass man nicht den glitzernden Mario Gomez drin hatte. Jedenfalls bedingte dies, dass wir am Freitag auf den Abiball seiner Schule mussten der, dem Anlass entsprechend, im viertbesten Hotel am Platze ausgerichtet wurde.  Also erst am Samstag nach Berlin.

Aber erst ein paar Worte zum Abiball. Erstens, hatte ich nicht. Also Abitur schon, aber wir fanden das normal und nicht so außergewöhnlich, als dass es eines Fests bedurft hätte. Wir hatten auch keine Mottowochen in den Wochen vor den Abiturprüfungen, wo wir jeden Tag der Woche in einem anderen Kostüm auftauchen mussten. Und auch kein Abibuch. Und keine selbstorganisierte Abifahrt an die Küsten Spaniens, zusätzlich zu der Abifahrt. Uns wurde das Abi in die Hand gedrückt, und dann wurden wir zur Hintertür der Schule gebracht, wo wir dann doch bitte unauffällig das Gebäude zu verlassen hatten, um nie wieder zurückzukehren. Ich schwang mich damals auf meine Motobecane Rennrad fuhr nach Hause und wusste nicht was ich tun sollte. Die Zeit nach dem Abi war so ziemlich die langweiligste meines Lebens.

Heute hat mein Sohn keine Zeit Langeweile zu haben, denn seine Zeit ist mit Abi Events total verplant. Und als Eltern habe ich da mitzuziehen. Also musste ich für die ganze Familie Karten zum Abiball kaufen die teurer waren als die Teilnahmegbühren beim Velothon, die Tochter brauchte ein neues Kleid, der Sohn brauchte komplett alles neu was seinen Teenykörper verhüllt, da hätte ich ihm schon ein MTB für zaubern können und ich konnte nicht nach Berlin.

Stattdessen fand ich mich am Abend im Hotel wieder mit einem Glas Sekt in der Hand. Abiturzeit in Bremen. Nebenan feierte die freie Waldorfschule und der Duft von gerösteten Sonnenblumenkernen trieb ebenso wie die Töne von Altblockflöten zu uns herüber, dazu gab es ein Lied über die Kartoffel aber nichts zu essen.

Wir hatten aus alle ziemlich aufgebratzt – wie auch alle anderen die da waren.

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Super, mein Sohn hat Abi – und ich den Hosenstall offen.

Wir durften dann endlich in den Ballsaal wo es einige Reden gab und danach wurde das Buffet eröffnet. Es gab: Nudelsalat. Currywurst. War wie auf dem Campingplatz am Unisee. Und stolze Mütter.

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Danach gab es dann: Gedichte, vorgetragen von überglücklichen Abiturientinnen. Echt schlimmes, bedeutungsschwangeres Zeug. Und musikalische Darbietungen von Schülern mit Gitarren. Gruselig. Man wusste so gar nicht, wo man hinschauen sollte. Dann kam der Höhepunkt des Abends.

Ein paar Tage vorher hatte ich eine leicht ironische Mail an die Tutorin unseres Sohnes, Frau Kah geschrieben, und mich dafür bedankt, dass sie unseren Sohn zum Abi geführt hat. Das war etwas ironisch, weil ich vor zwei Jahren ein Gespräch mit ihr und der Oberstufenleiterin hatte, in dem Sie mir nahelegt, dass unser Sohn doch besser die Schule verlassen würde. Wie einigten uns aber darauf, dass er die Q1 wiederholen solle und im Nachinein war das eine gute Entscheidung. Jedenfalls erzählte ich das kurz vor dem Abiball meinem Sohn (den sehe ich ja nicht so häufig, und wenn dann nur morgens um vier in der Küche) und  er sagte: „Wir haben da nicht mir Frau Kah, sondern mit Frau Peh gesprochen. Ich hasse Frau Kah.“ Also, ich hatte mich bei der meist gehassten Lehrerin meines Sohnes bedankt, die ich überhaupt nicht kenne. Wobei mein Sohn sowieso alle Lehrer hasst und es da im Hass bestenfalls Unterschiede im Microhassbereich gibt.

Wir hingen also an unserem Tisch herum und versuchten Currywurst mit Nudelsalat zu essen, als so eine Frau an unseren Tisch kam – das war Frau Kah. Ich erkannte die nicht, weil ich Frau Kah noch nie gesehen hatte. Überschwänglich bedankte Sie sich bei mir für die nette E-Mail und sagte ein paar nette Dinge über unseren Sohn. Eigentlich sagte sie nur  das eine nette: „Er ist ja ein Stiller.“ Worauf ich antwortete: „Tja, halt Japaner!“.

Danach schwangen wir noch unsere Knochen auf die Tanzfläche und kurz danach wurden wir von den Schülern rausgeschmissen, die alleine feiern wollten. So kamen wir früh nach Hause und am nächsten Morgen konnte ich mein Zeug für Berlin packen. Die Bahn fuhr auch pünktlich ein, bevor in Hannover dann nichts mehr ging. Ich sass direkt im Wagen hinter dem Fahrerstand. Da wurde geschraubt und am Computer gehackt, aber es kam immer wieder nur diese monotone Stimme die „Störung. Störung. Störung“ wiederholte. Ich habe den Verdacht, so ein IC läuft im Prinzip auf Windows 3.2.

IC Anwendung

An der Technik mag es ja bei der DB mangeln, dafür sind die Zugbegleiter mittlerweile erstklassig geschult. Auf die ersten Beschwerden wurde sehr souverän reagiert:

„Sie wissen doch, wie das bei uns läuft. Aber das wichtigste ist jetzt nicht die gute Laune zu verlieren. Sie da machen das schon ganz gut.“

Und so kam ich, wie fast immer, zu spät nach Berlin. Aber immer noch rechtzeitig, um kurz bei Bio Lüske zu shoppen und dann mit Kathrin, Fabian un den Kindern auf dem Balkon zu Abend zu essen. Wir hauten Nudeln rein, als wenn es nur noch ein Morgen geben würde. Und zwar der Tag an dem wir nicht 60 km in Berlin, sondern 1.200 km von Paris nach Brest und wieder zurück fahren würden.

Doch das ist eine andere Geschichte und die wird morgen erzählt.

 

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Grand Bois Cycling Kyoto

Kyo-to, das ist To-kyo rückwärts. Kyoto ist die legendäre alte Kaiserstadt Japans, Tokyo ist die moderne Metropole. In Deutschland würde das etwa Aachen und Berlin entsprechen, wenn Aachen irgendetwas geheimnisvolles hätte.

In Kyoto sitzt Grand Bois Cycling. Die machen nichts modernes. Aber viel schönes. Tokyo ist 700C. Kyoto ist 650B.

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Fotos via Kinki Cycles

Grand Bois Homepage

 

 

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Königinnen des Junis.

Queen

via Milano Fixed

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Girl from the chain gang, via Milano Fixed

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via Tracko

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Half and Half, via the curly cyclist

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Sales: 84er Campagnolo Super Record Schalt- und Bremsgruppe

Mehr oder  weniger zufällig bin ich ein Rad mit einer fast kompletten Super Record Gruppe gekommen für die ich, mehr oder weniger überhaupt nicht zufällig gerade keine Verwendung habe. Quatsch. Fast drei Jahre lang hatte ich meine ehemalige Arbeitskollegin bequatscht, bis sie mir endlich das alte Rennrad ihrer Mutter verkauft hat. Trotzdem, die Gruppe muss weg, um den Deal zu finanzieren. Ich dachte an€290 plus Versand.

Die Gruppe besteht aus:

Schaltwerk Campagnolo 4001 Super Record Pat. 84

Guter Plusiger  Zustand
http://velobase.com/ViewComponent.aspx?ID=72c70fc7-3747-41ac-bfee-0f6b61bff558&Enum=108

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Umwerfer Campagnolo 1052/SR Super Record 

Schelle 27,2
Guter Zustand

http://velobase.com/ViewComponent.aspx?ID=b9dff029-24a0-4a95-9ca0-7011828bd924&Enum=113

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Kurbel Campagnolo 1049/A Super Record 1983 1

170mm 53/42Z BCD 144
Guter Zusstand
Leider ist die linke Kurbelschraube vermackelt.
http://velobase.com/ViewComponent.aspx?ID=835418d8-07c5-4bff-b006-54ec670e7ece

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Schalthebel Campagnolo 1013 6N

Anlötsockel
Guter Zustand, komplett mit wirklich allen Teilen.
http://velobase.com/ViewComponent.aspx?ID=248fddfe-3ff6-4dd1-96e0-d7fa76435a8e&Enum=104

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Bremshebel Campagnolo 4062 Super Record

Befriedigend, leider sind die Hebel verkratzt aber sonst schon gut.

http://velobase.com/ViewComponent.aspx?ID=71fc07e4-7f97-4e32-8584-bc1636ed0c6f&Enum=118
mit Gummis Modolo, weiß, brüchig, mies
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Bremsen Campagnolo 4061 Super Record

Imbusbefstigung

Guter Zustand
Bremsbeläge auch gut, einmal Original Campa, einmal Swiss Stop Gummin Campa Halter.
http://velobase.com/ViewComponent.aspx?ID=7c595666-0838-4100-8524-a42ee1bc76ea&Enum=117

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Warten auf Bumsfidel. Quatsch, Schnippo! Nein, Silke!

„Ich wusste nicht mehr, ob ich wachte oder schlief,
die Augen verquollen von tausend Tränen,
auch wenn sie doch endlich einen Sinn bekämen.“
(HH Milch, „Fräulein Meier“, 1984)

Ich quälte mich morgens ganz früh aus dem Bett, fühlte mich lyrisch und machte mich auf den Weg in die Küche.Das war gar nicht so einfach, denn seitdem mein Sohn Abitur hat, hängt er mit seinen Kumpels im Esszimmer rum und zockt Nächtelang online „League of Legends“. Und so kämpfte ich mich durch leere Pizzapackungen, vorbei an Bierkästen und leeren Energiedrinkdosen zum Toaster durch. Man, hatte ich so überhaupt keine Lust!

Aber ich hatte ja dooferweise auf fb gepostet, dass ich alle heute nach Barrien zur RTF leiten würde. Meine Laune wurde auch nicht besser als ich, vorbei an Gummibärchentüten, Chipspackungen und Kartoffelsalatdosen die Strasse erreichte. Graue Wolken überall, vor allem am Himmel über einem, was schlecht ist, denn von da aus fällt vertikal der Regen auf einen runter, zunächst noch in tröpfelnder Form. Dabei hatte ich mich extra schick gemacht für dieses Event und mein TSV Barrien Vereinstrikot von 1991 angezogen.

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Die klassische Mondrian-Version, heute in diesen Farben (stehen auf der Verbotsliste der Genfer Konvention) und Mustern (Gegenstand der START Abrüstungsverhandlungen zwischen Russland und den USA) fast nicht mehr zu bekommen.

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Warten auf Bumsfidel- denkt man.

Zum Glück warteten schon die ersten Mitfahrer auf mich am Treffpunkt Bank Wehrstrasse.: Klaus, nein Friedel, nein doch Klaus, Benjamin, Caro, Silvia, Jörg, Christian und er kamen auch immer mehr, jetzt fehlte an sich nur noch Bumsfidel, auf den wir ja bereits letztes Jahr vergeblich gewartet hatten.  Allmählich wurde die Stimmung aggressiv: „Wo ist denn dieser Bumsfidel schon wieder?“ „Alle sind da – und wer fehlt – der Bumsfidel natürlich!“ Ich ließ die Stimmung erst einmal köcheln, denn ich war der einzige der wusste, dass Bumsfidel gar nicht kommen würde. Das hatten wir nicht so abgemacht, um alte Traditionen zu wahren, sondern Bumsfidel wollte mit der BBC (Big Black Cog) Gruppe erst um 8:30 in Barrien sein und später losfahren. Da ich den ganzen Tag heute keinen einzigen BBCler gesehen habe, gehe ich davon aus, dass Bumsfidel heute Abend um 20:30 Uhr meinte, wenn die Strassen leer sind und Deutschland gegen die Ukraine bei der EM spielt.

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Na dann warten wir doch auf Schnippo!

Schnippo, bürgerlicher Name Stephan-Cevin Graf zu Schnippowitsch, sollte uns nach Barrien führen, da er der einzige mit Ortskenntnis des Bremer Süden ist. Auf den mussten wir nun warten. Unglücklicherweise fährt Schnippo, im Gegensatz zu vielen Anderen von uns, nicht nur Rad sondern geht einer weitgehend ungeregelten Arbeit, und einem überhaupt nicht geregelten Lebensstil nach. Nachdem wir also ausreichend gewartet hatten sagte jemand, das Schnippo nicht kommt, was schlecht ist, denn Barrien liegt ja nicht gerade um die Ecke und ist im Prinzip nur auf Feldwegen zu erreichen.

Also, auf wen sollen wir nun warten? Silke! Denn jemand berichtete, dass Silke munter und fröhlich „Legat. Illegal. Scheißegal“ von Slime vor sich hinflötend am Straßenrand saß und versucht mit Andi zusammen einen Platten zu reparieren. Als die beiden dann endlich kamen ging es endlich auf Richtung RTF. Und zwar für ca. 4 km, bevor der zweite Platten Silke stoppte. Tobi führte die Gruppe weiter nach Barrien, während ich umkehrte um Silke und Andi nach Barrien zu fahren. Andi war nirgendwo zu sehen und Silke fuhr in die falsche Richtung – nämlich nach Hause. Ich konnte sie nicht überzeugen ihr schlechtes Kharma herauszufordern und mit nach Barrien zu kommen und musste mich so alleine auf den Weg machen. Fazit: Alles organisiert und dann doch alleine gefahren.

In Barrien waren schon jede Menge Leute, allerdings wegen dem schlechten Wetter auch deutlich weniger als in den letzten Jahren. Obwohl in Barrien ist an sich immer schlechtes Wetter. Fremde Frauen lächelten mich an – war es wegen meinem TSV Barrien Trikot? Nein, es war Corinna, die mich anstarrte, die ich 5 Minuten nicht erkannte, bevor endlich der Groschen fiel. Es gab Kuchen und Kaffee, belegte Brote und wie immer hatte der Verein, d.h. seine Mitglieder und davon vermutlich überwiegend die weiblichen, großartiges an der Kuchen- und Brötchenfront geleistet. Es ist wirklich irre, was so die Dorfvereine zustande kriege. Würde ich, zum Beispiel einer Gruppe von Studenten die Aufgabe geben so etwas zu organisieren, so kämen sie mit einer Flasche Cola an und hätten sich heillos zerstritten.

Gespräche rechts und links. Das hat sich schon sehr geändert im Vergleich zu vor sechs Jahren als ich aus dem Ausland nach Bremen kam und keinen Menschen kannte. Norddeutsche sind ja nicht für ihre Offenheit bekannt; sprach ich damals einen ein, dann sagte er mir. „Hau ab, ich kenn‘ schon einen anderen Menschen!“ und machte ein Gesicht wie Thorsten. Heute ist das komplett anders. Auch und gerade wegen dem cyclyng Blog werde ich mit Respekt behandelt was mir fürchterlich peinlich ist. Manchmal werde ich sogar nach meiner Meinung zu radtechnischen Dingen befragt was noch peinlicher ist, da ich dann so tun muss, als wenn ich davon Ahnung hätte, wobei mein eigentliches Fachgebiet ja die Optimierung von Festigkeits- und Wärmedämmungseigenschaften von Hochlochziegeln ist – aber dazu stellt natürlich nie jemand eine Frage! Zudem wird angenommen, dass ich bestimmte Dinge mache, weil sie einen Sinn haben, wo ich doch einfach nur zu doof bin. Beispiel von heute:

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Lasierte Beine.

Diese braunen Flecken sind nicht etwa Desinfektions- oder andere Wundermittel, um meine Leistung zu verbessern, sondern Lasur. Warum Lasur? Hatte ich meine japanische Frau um eine Rasur meiner Beine gebeten und sie hatte das nicht mißverstanden wegen akuter R/L Schwäche? Nein. Das mit dem R/L ist übrigens wirklich schwierig. Kazuko sagt auch immer „Früchtling“ und „Früchtlingsunterkunft und ich denke an eine Scheune in der sich Orangen und Mangos vor dem Regen schützen. Fairerweise muss man natürlich auch sagen,dass es uns auch schwer fällt in der japanischen Aussprache zwischen „つ“, “す“ und „ず“ zu unterscheiden. Oder zwischen „紅葉“ und “工場“, fast identische Aussprache, das eine heißt aber „gelbe und rote Blätter im Herbst, die die Herzen der Menschen berühren in ihrer Pracht“ und das andere „Fabrik“.

Also, warum Lasur? Weil ich zusammen mit meinem Sohn den Gartenzaun gestrichen habe und wir uns beide total versaut haben. Ich quatschte sehr viel und verpasste prompt den Start.

Zum Glück kam gleich hinter mir eine Gruppe mit Steen, Thorsten und anderen Wiegetrittlern und wir machten uns daran das Feld von hinten aufzurollen. Thorsten machte sehr viel Führungsarbeit vorne und ich beteiligte mich auch aus Dankbarkeit sporadisch. Wir überholten eine Reihe von Gruppen, aber irgendwann ist auch einmal Schluss damit. Das Tempo war aber immer noch gut hoch im 35-40 Bereich und so kamen wir dann bereits nach 30 km oder so an die erste Verpflegungsstation. Wo dann alle bis auf einen und mich rausfuhren, um den legendären Butterkuchen zu tanken, nachdem diese RTF benannt ist. Ich fuhr einfach durch, zusammen mit dem Lotto Typen, der mir aber etwas zu schnell war. Stattdessen fand ich zwei weitere Mitfahrer, von denen der eine ein wunderschönes Basso Fiore di Loto hatte. Ich musste relativ viel vorne fahren, um das Tempo hoch zu halten. Da änderte sich, als Andi mit einer Gruppe von 5-6 Fahrer kam und wir uns teilweise daran hängten. Teilweise, denn die fiesen kleinen Anstiege sorgten dafür, dass hinten noch einige rausfielen. So ging es dann in gutem Tempo weiter zur zweiten Verpflegungsstation die ich ebenfalls ausließ. Diesmal musste ich ganz alleine weiterfahren und verirrte mich prompt. Zum Glück fand ich eine Strasse, auf der ein Paar Gruppen fuhren und hängte mich dran. Und zum Glück waren das auch Gruppen auf der 113er Runde.

Diese Gruppe war nun richtig flott und wir fuhren quasi ständig im 40er Bereich. Besonders fies waren die Abzweigungen – an jeder wurde arg schnell beschleunigt und ich musste mich mit 45 Sachen richtig reinhängen, um nicht den Anschluss zu verlieren. So langsam merkte ich, dass mir der Saft ausging und irgendwann würde ich wohl aus de Truppe rausfallen. aber da kam auch schon die dritte und letzte Station und die ganze Gruppe blieb stehen um zu essen. Ich war auch total überrascht wie viele Fahrer da standen, nach dem Tempo bislang hatte ich geglaubt ganz vorne zu sein. Auch hier fuhr ich durch und wurde dann relativ schnell von einer weiteren Gruppe eingeholt die etwas langsamer unterwegs war. Unter anderem waren da auch Fahrer aus Bruchhausen-Vilsen und Nienburg dabei.

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr auf der Autobahn fahrt und vor euch wird eine LKW-Zugmaschine abgeschleppt? Also so, dass die Fahrerkabine nach hinten zeigt und man das Gefühl hat, da kommt einem ein LKW auf der falschen Spur entgegen und gleich kracht man zusammen? Dieses Gefühl hab heute das Mädel vor mir, durch die Kombination aus geflochtenen Zöpfen und Brille.

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Zugmaschine

Hey, und wie man einen Helm richtig rum aufsetzt, darüber kann man durchaus in Bremen auch geteilter Meinung sein. Ich fühlte mich die ganze Zeit peinlich angestarrt und versuchte nicht auf die Banane zu gucken. Insgesamt war das aber eine gute Truppe, die mich schnell ins Ziel brachte.

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Norddeutschland

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Schau mir in die Augen…

Insgesamt bin ich heute auf 114 km fast einen 36er Schnitt gefahren, und habe in mehr als drei Stunden gerade mal 2 Minuten Pause gemacht. Also eine gute Vorbereitung für den Velothon in Berlin am nächsten Wochenende. Und ich war echt froh, als es vorbei war und ich wieder chillen und quatschen konnte.

DSCF2573 Das ist ja nach den RTFen immer viel zu kurz, weil alle gleich wieder zurück nach Bremen wollen. Und  da alleine zurückzufahren ja so gar keinen Spaß macht, schloss ich mich einer Gruppe mit Andi, Andres, Caro, Tanja, Tobi und einigen anderen an. Kurz vor 13:000 Uhr war ich wieder zuhause, mein Bett und seine Freunde lagen jetzt gerade mal im Bett.

Zu einem perfekten Wettkampf gehört unbedingt im Anschluss noch einmal richtig Stabi Training zu machen, um den Körper perfekt auszubalancieren. Hier empfiehlt es sich mit Gewichten und Partnern zu arbeiten, notfalls tut es auch ein etwas älteres und schwereres Handy.

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Vor dem Stabi Training

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Nach dem Stabi Training

Danke an Caro für die Assistenz beim Stabi Training. Nach dem Stabi Training fühlte ich mich auch wieder so richtig frisch. Den Tag anschließend verbrachte ich aber dann doch erst einmal im Bett und dann auf der Couch – und jetzt denke ich so ganz langsam an Fußball.

Danke an alle die heute mitgefahren sind und auf die wir warten oder nicht warten mussten. Und an den TSV Barrien für die gute RTF und den vielen Kuchen etc., auch wenn ich kein einziges Jersey heute von dem Verein gesehen habe.

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Pure Darkness

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