Archiv der Kategorie: David

Japan Handmade Bicycle Show 2017

Heute und morgen findet in Tokyo im Science Museum, ganz in der Nähe des Kaiserpalasts die Toyko Handmade Bicycle Show statt. Positivo Espresso’s David war bereits heute da und hat auf dem Positivo Espresso Blog darüber geschrieben.

img_2213

Ich muss sagen ich bin schwer beeindruckt, erstens davon was es dort alles zu sehen gab an neuen Ideen und zweitens von dem Fleiß mit dem David alles zusammengetragen hat. Vor allem der Kontrast zum letzten Jahr ist groß, hier ist ein Post von Jan Heine über seinen Besuch im Februar 2016; trotz aller Begeisterung eine eher trockene Affäre.

img_2265

Es entsteht der Eindruck, als wenn sich etwas in Japan tut. Es gibt eine große Anzahl von Traditionsreichen Rahmenbauern, wie Cherubim, Makino, Amanda, Hirose und anderen auf der einen Seite und neuen, jungen Leuten auf der anderen.

img_2206Dazu kommt auch etwas Bewegung in den Komponentenmarkt, wo nun neben der Übermacht Shimano und den antiquierten Herstellern Nitto, Sugino, MKS, Kashimax, Tange Seiki, Hatta, Sun XCD, Honjo, Dia Compe, Izumi, D.I.D. und Soyo, auch jüngere Hersteller auftauchen, allen voran SIM Works, Starfuckers und  Dixna.

Posts auf dem Positivo Espresso Blog [in Englisch]

Intro

Schönheiten

Etwas Anderes

Der Parkplatz

 

img_2235

 

 

Ein Kommentar

Eingeordnet unter 2017, David, Gierige Räder, Japan, Mob

Regen am Ende des Regenbogens.

img_0132

Pass auf Deinen Traumkörper, Schatz!“ sagte meine Frau noch, als ich mich auf den Weg zum Flughafen machte um den gelb-blauen Ryanair-bomber nach Mallorca zu nehmen. Oder vielleicht sagte Sie etwas ähnliches, oder auch gar nichts, oder ich wünschte mir nur, dass sie das gesagt hätte.

Als ich auf dem Flughafen in Palma ankam, schien die Sonne und es war angenehm warm. Ich fuhr in dem geliehenen Citroen Cactus (ist so lala als Auto, etwa wie als Pflanze) nach Lloseta, wo ich eine Finca gemietet hatte. Irgendwie war ich müde und legte mich hin. Ein folgenschwerer Fehler, denn in den verbleibenden 3 Stunden Tageslicht hätte ich locker 60 km Radfahren können. Und, das wären, nach einer Woche hier, mehr als 1/3 der Gesamtstrecke gewesen.

Danach fing es nämlich an zu regnen.In Mallorca regnet es durchschnittlich  im Jahr etwa 620 Liter pro Quadratmeter (in Deutschland zum Vergleich 750), davon kamen mehr als ein Viertel in den letzten vier Tagen runter. Nachdem ich am Donnerstag und Freitag, zunächst kurz alleine und dann mit Juliane und David, noch ein paar kurze Touren fahren konnte, war es in den letzten vier Tagen unmöglich überhaupt nur vor die Tür zu gehen. Geschweige denn ein Rad mit raus zu nehmen.

Fieserweise klarte der Himmel Abends, wenn es dunkel war, wieder auf und die Sterne waren zu sehen. Pünktlich zum Sonnenaufgang schoben sich dann wieder Gewitterwolken in verschiedenen Grauschattierungen über die Insel und schütteten sich hemmungslos aus.

Und wann soll es aufhören zu regnen? Morgen mittag, und zwar ziemlich genau dann, wenn mein Flug zurück nach Bremen geht. Wo es nach einer sonnigen Kältephase was? – Genau, anfängt zu regnen.

In meiner Verzweiflung schaute ich mir gestern Abend die Wetterberichte ganz genau an und meinte eine Ecke bei Felanitx entdeckt zu haben, die relativ regenfrei sein sollte. Da würde ich hinfahren und schlimmstenfalls ein paar Runden im Kreisverkehr drehen. Heute morgen sah das schon wieder anders aus. Aber vielleicht in Andratx um 14:00hr? Ich fuhr im Cactus dorthin, aber es regnete immer noch. Ich fuhr im Cactus zurück nach Lloseta. Links von mir, in der Tramuntana viele graue Wolken, aber rechts klarte der Himmel etwas auf. Ich kam mir vor wie diese Forscher, die nach Tornados suchen, immer auf der Aussschau wo sich einer bildet und dann im vollen Tempo dorthin unterwegs.

In Biniali packte ich das Rad aus und fuhr exakt 2 km Richtung Senchelles, bevor es anfing zu regnen. Dabei schien die Sonne, und über der Straße hatte sich ein Regenbogen geöffnet. Ich fuhr in die andere Richtung zurück, dann nach Santa Eugenia. Auch dort fing es an zu regnen. Ich fuhr wieder nach Biniali. Auch dort war mittlerweile Regen. Überall nur Regen am Ende des Regenbogens.

Gefrustet packte ich mein Rad ein und machte mich auf den Heimweg. Ich hatte noch nicht einmal 15 km geschafft. Morgen früh stehe ich noch mal ganz früh auf und suche das kleine Loch in der Wolkendecke, bevor ich mich auf den Heimweg mache.

Jetzt erst einmal zum Abendessen zu Juliane und David aus Ausgleich. Als ich das letzte Mal da war, gab es das hier:

img_0131

Cassoulet

Life has it’s compensations.

img_0133

Auf Strava

 

 

5 Kommentare

Eingeordnet unter 2016, David, Juliane, Mob, Touren

Update: Triple Ten Challenge Feb. 1st

Im August letzten Jahres hatten David und ich angekündigt, dass wir beide jeweils innerhalb von 10 Monaten zehn Kilo abnehmen würden. Damals starteten wir mit 95,5 kg (David) bzw. 94,3 kg (ich). Ende Januar gab es das erste Zwischenwiegen.

1209 London David and me

Wintertraining

Und leider, leider fällt das Ergebnis nicht ganz so aus, wie wir aus das erhofft hätten. Im Detail konnte David von 95,5 auf 93,9 kg abnehmen, also 1,6 kg und ich von 94,3 auf 91,9 kg, also 2,4 kg. Das ist erst einmal schlecht für uns, da wir für jedes volle Kilogramm weniger als fünf, spenden wollen. Und gut für alle, die auf uns gewettet haben, denn ihr müsst ja nur für jedes volle Kilogramm was wir abnehmen spenden. Und ein bisschen gut für mich, denn ich habe den Zwischensprint gewonnen und daher kommt die von mir ausgesuchte Organisation „Fluchtraum Bremen “ zum Zuge.

Im Klartext:

  • David spendet €300 an Fluchtraum (€75/kg das nicht abgenommen wurde)
  • Ich spende €225 an Fluchtraum (ditto)
  • Insgesamt haben wir 4 kg abgenommen. Also würden wir euch gerne bitten euren Einsatz mal vier an Fluchtraum zu überweisen:

    cat6champ: €4
    landsat: €8
    metabol2000: €20
    Mattias: €8

    Fluchtraum Bremen e.V.
    IBAN DE75 2905 0101 0001 1069 13
    Die Sparkasse in Bremen

Wir vertrauen euch da völlig, dass ihr das auch ohne Kontrolle und Nachweis auf die Reihe bekommt. Ausgenommen davon ist Olli, der großzügigerweise und im Vertrauen auf unsere erbärmlichen Leistungen bereits im September gespendet hat – danke Olli!
Äh ja, und die Spendenbeträge dürfen auch nach oben verändert werden.

Die Triple Challenge geht weiter. Das finale Einwiegen findet am 1. Juli statt. Die nächsten 8 kg sollten einfacher sein. Wir werden euch auf dem laufenden halten.

Mir liegt es fern unsere Leistungen schönzureden oder zu rechtfertigen. Unabhängig vom Gewicht bin ich allerdings doch bislang fit durch den Winter gekommen. Dazu hat vor allem der Body Attack Kurs  beigetragen. Das habe ich dann auch gleich gemerkt, als ich den 2 Wochen wegen einer Erkältung ausgelassen hatte, beim ersten Mal danach wurde ich wieder gnadenlos von den Kampfdrohninnen an die Wände geturnt. Danach fühlten sich nicht nur die Beine, sondern auch der Rest vom Körper stabiler an. OK, ich konnte mit rechts nichts mehr heben, weil ich mir ein paar Muskeln gefasert hatte und auch nicht mehr laufen wegen erheblicher Knieschmerzen, aber wäre das alles nicht gewesen, so wäre ich bestimmt superfit. Und David fuhr heute auch 236 km; er ist also ebenfalls gut dabei.

Es gibt also Hoffnung. Wobei ich letztens irgendwo las: „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“– Vaclav Havel

In diesem Sinne.

6 Kommentare

Eingeordnet unter 2016, David, Mob

2016年初詣. 2016 Hatsumode.

Manchmal, insbesondere wenn mich meine Kollegen wieder einmal völlig entgeistert anschauen, wünschte ich, ich hätte nach 12 Jahren Japan zunächst einmal an einem Integrationskurs teilgenommen bevor ich mit den Einheimischen hier in Kontakt kam. Ob gut oder schlecht, die eine oder andere Spur hat das ganze nämlich doch im Kopf hinterlassen.

Dazu gehört auch, dass ich zu Beginn des Jahres das dringende Gefühl habe, zwei Dinge sofort erledigen zu müssen: David zu schreiben, damit er mir das neue Japan Architect Jahrbuch in Tokyo „besorgt“; und noch viel wichtiger, zum nächsten Shinto-Schrein zu fahren und dort für Verkehrssicherheit zu beten.

Der erste Besuch im neuen Jahr im Schrein heisst auf japanisch „hatsumode“ und besteht aus zwei Zeichen. „Hatsu“ steht für „das erste Mal“ und „mode“ für „Besuch des Tempels oder Schreins“. Das letzte Zeichen braucht mal wirklich nur für dieses Wort, es mag noch die eine oder andere Anwendung geben, aber die sind selten. In den ersten Tagen des neuen Jahrs machen sich Millionen von Japanern auf, um die Schreine (Shintoisten) und Tempel (Buddhisten) zu besuchen und dort für anhaltendes Glück zu beten. Das ist nicht umsonst und in der Regel mit Geldspenden verbunden.

a42ce7843daa070a43292da5d7247403.png

Hatsumode. Da wird es schon mal enger.

Vor dem Schreingebäude sind zu diesem Zweck lange, verbitterte Kisten aufgestellt, in die man sein Geld wirft, kurz zum Gebt verweilt, in die Hände klatscht und sich verbeugt. Es gibt da verschiedene Versionen, doch das zu erklären führt hier zu weit. Man kann sich zudem verschiedene Amulette und Glücksbringer kaufen, für zuhause, das Auto oder die Schultasche, die je nach dem für bestimmtes Glück sorgen sollen: Gesundheit, Verkehrssicherheit, Erfolg in Schule, Studium oder Beruf und Liebe sind die gängigsten. An fast jedem meiner Räder ist ein Verkehrssicherheitsamulett (ein sogenanntes „O-Mamori“: お守り und tatsächlich fahre ich auch seit Jahr und Tag unfallfrei, ohne jetzt irgendwie auf Holz zu hauen. Die wirken demnach auch außerhalb von Japan, allerdings ist die Haltbarkeit streng auf ein Kalenderjahr begrenzt; nur durch einen erneuten Schreinbesuch können die wieder für ein Jahr aufgeladen werden.

Ganz harte, lassen sich ihr Auto oder das Motorrad bei der Gelegenheit auch gleich durch einen Priester purifizieren bzw. segnen. Dann kann gar nichts mehr schief gehen.

IMG_0131

Shintoistische Vollkaskoversicherung

Nachdem ich das Radfahren 2016 bislang zugunsten meines Hausfrauenkampfdrohnen Aerobichüpfundspringkurs, bzw. einer ausgedehnten Erkältung, bzw. Schnee und Eis in Bremen wegen vernächlässigt hatte, machte ich mich heute auf meinem nagelneuen No! 3Rensho auf den Weg zum nächsten Schrein. Ich hatte das Teil noch einmal umgebaut und einen 2 cm kürzeren Vorbau angebracht, weil ich mich zu langgestreckt auf dem Rad fühlte. Das brachte exakt nichts, so mein Eindruck nach der Fahrt heute. Ich hätte vermutlich doch die STI Griffe höher am Lenker ansetzen sollen, aber meine Kapazität an lustigem Lenkerband ab- und draufwickeln ist nun erst einmal erschöpft.

Kurz hinter dem Weserwehr traf ich Philipp, Schnippo und Sebastian, die von einer längeren Winterausfahrt nach Hause kamen. Kurz danach hatte ich meinen ersten Platten. Typisch, dachte ich mir, dass haste nun davon, dass Du immer noch nicht die shintoistische Vollkaskoverkehrssicherheitspolice abgeschlossen hast – jetzt wird es aber höchste Zeit.

Der nächste Schrein von Bremen aus gesehen, liegt etwas versteckt zwischen Ahausen und Riede. Es handelt sich dabei um einen Ableger des großen, berühmten und leider auch berüchtigten „Yasukuni Schrein“ im Herzen von Tokyo. Man erkennt das sofort an der Form des Tores (Torii), das vor dem Hauptschrein steht: Drei oder vier Rundhölzer, davon ein oder zwei horizontal, zwei vertikal, das ist typisch für den Yasukuni Schrein und seine Ableger.

Yasukuni_Shrine_Daini_Torii_2010

Eines der Tore vor dem Yasukuni Schrein in Tokyo.

DSCF2222

Yasukuni Annex Schrein, Ahausen

Um auf Nummer GAAAAANNNZZZ sicher zu gehen, hatte ich ein O-Mamori des Yasukuni Schreins an meinem Rad befestigt, man weiß ja nicht wie das so mit der Kompatibilität verschiedener Schreine ist. Nicht das mein Amulett auf Shinto-Windows läuft, das OS vom Yasukuni Schrein aber Apple OS X ist und ich dann prompt einen Unfall baue.

Nun musste ich noch meine Gebete sprechen.

DSCF2224

Mich vor dem Schrein verbeugen.

DSCF2226

Und nun sollte ich erst einmal wieder für ein Jahr sicher fahren können. Das wollte ich ansatzweise auch einmal ausprobieren und machte mich gegen den Wind nach Okel auf. Dort kam mir Thomas entgegen, der aber, wie ich später auf Strava sah, schon mehr als 120 km hinter sich hatte und die Welt um sich herum offensichtlich nicht mehr wahrnahm. Egal. Ich kämpfte mich hoch zum Golfkurs, fuhr noch ein Stückchen weiter Richtung Syke und machte mich dann mit Volldampf daran den Okel KOM zu brechen. Die Form ist aber einfach zu mies und das No! 3Rensho ist eben auch nicht so schnell wie das Canyon, auch wenn es 11 Gänge hat. „Right. These go to eleven. Well, it’s one faster, isn’t it?“ Nein leider nicht.

Zumindest war der Weg zurück nach Südweye dann erst einmal spassiger mit Rückenwind.

Und weit vor mir war ein anderer Rennradfahrer den ich unbedingt einholen wollte, was die nötige Motivation gab. Ich hatte es gerade geschafft und ihn in Südweye stehen gelassen, als ich merkte, das nun auch mein Vorderrad langsam Luft verlor. Geistig begrub ich alle Pläne und  machte mich auf Richtung Haus, denn ich hatte keinen Schlauch mehr dabei. Die letzten 15 km waren dann sehr nervig und sehr langsam, aber irgendwie schaffte ich es dann doch mit ein wenig Luft nach Hause, so dass ich nicht die ganze Zeit auf der Felge fahren musste.

Ich glaube da hatten ein paar Shinto-Gottheiten ihren Daumen auf dem Loch im Schlauch.

DSCF2226long

6 Kommentare

Eingeordnet unter 2016, 3Rensho, Blitzrad, David, Mob

Update: Triple Ten Challenge.

American English follows North-German

11813259_10206482382635814_1037798281919723300_n

David und ich haben uns am 1. September auf die „Tripple Ten Challenge“ begeben; also im Prinzip wollen wir beide jeweils zehn Kilogramm abnehmen und wenn wir das tun, oder nicht tun, dann gibt es Geld für einen guten Zweck. Das ganze ist ziemlich kompliziert, aber auch nicht so, dass es weh tun könnte.

Am 1.September haben wir uns eingewogen, und unsere Startgewicht betrugen:

David : 95,5 kg

mob : 94,3 kg

Zwei Monate später können wir schon ganz erhebliche Fortschritte melden. Also, genauer gesagt ich kann das, denn von David habe ich diesbezüglich nichts mehr gehört. Was vermutlich bedeutet, dass er heimlich total viel abnimmt, um mich dann überraschend zu schlagen. Was allerdings nicht unbedingt nötig ist, denn heute beim wiegen war ich runter auf 93,7 kg. Oder etwa 0,35 kg/Monat, ergo, zehn Kilogramm sind in etwa 30 Monaten erreicht. Hm, wenn da nicht noch zweimal eine Winterpause wäre. Aber jetzt fange ich richtig an, ehrlich. Nein, meine ich wirklich ehrlich.

English

OK guys, we started our challenge on Sept.1st with a starting weight of:

David : 95,5 kg ( = 209lb 7.203026oz)

and mob : 94,3 kg ( = 207lb 3.858513oz) respectively.

I haven’t heard anything from David recently, but I can assure everyone, that we are well on track. Please learn some German or trust your Google translator to find out the details from the above German text.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter 2015, David, Mob

Nachlese: Paris – Brest – Paris

David hat dieses Jahr, nach 2011, wieder an PBP teilgenommen und erfolgreich beendet. Ich finde das eine unglaubliche Leistung; vielmehr finde ich aber auch, dass das unglaublich viel Zeit ist für etwas was (meiner Meinung nach und mir) keinen Spaß macht. Vielleicht ist dies aber auch nur eine Vorurteil. Am abschreckensten findeich den Mangel an Schlaf. Könnte ich nicht, wollte ich nicht. Das vorherrschende Image von PBP diess Jahr sind Photos von Radfahrern die egal wo schlafen: am Wegesrand, in Straßengräben, hockend auf dem Bürgersteig, auf Bahren in Unterkünften….

PBP2015Netter Film dazu vom NDR. Danke an Yuji für den Hinweis.

2 Kommentare

Eingeordnet unter 2015, David, Mob, Racing

Giro Dolomiti – die achtbändige Ausgabe. Heute: Schluss. Aus. Und vorbei.

So, der letzte Renntag des Giros. Danach sollte es dann nun wirklich Schluss, Aus und vorbei….. sein, wie Space Kelly ankündigte; hing mir ohnehin schon die ganze Zeit in den Ohren.

Aber vorher noch ein Etäppchen: 102 km, 565 Höhenmeter, ein lächerlicher Rennteil von 1,4 km Länge und 165 Höhenmetern. Es ging diesmal durch das Bozener Tal an der Etsch entlang Richtung Süden bis zur italienischen Sprachgrenze nach Salurn/Salorno. Diesmal ohne David, der zwar netterweise noch mit uns frühstückte, sich aber dann auf zum Flughafen machte und mit dem Leihwagen von dort aus nach Verona fuhr.

Wir anderen fuhren zum Start, wo wir uns mal wieder perfekt und stylisch gekleidet, wohltuend abhebten.

11032753_1603846559904313_4270934521394406792_n

Silviajochenmobsilkeandere: Silke mit neuem, schicken Q36.5 Jersey.

Lustigerweise ging es nun auf der Straße nach St. Jakob direkt an unserem Hotel vorbei, d.h. den Weg zur Messe hätten wir uns eigentlich sparen können. Ich dachte, David würde uns vielleicht bemerken und auf unserem Mini-balkon stehen, uns zuwinken, aber vermutlich war er gerade andersweitig beschäftigt. Wir fuhren indessen weiter, überwiegend im flachen, bis nach Laimburg. Dort sollte nun nach 21 km die Zeitnahme des Rennens beginnen. Ich war voll motiviert, nachdem ich, wie ich fand, am Vortag eigentlich ganz gut drauf war. Und als das Tor der Zeitnahme in Sicht kam, spurtete ich dann auch gleich richtig los und überholte den einen und den anderen. Die Steigung zog leicht an und da Tempo wurde ein wenig langsamer, aber da war ja auch schon das Schild „1 km to the finish“ – so „piece of cake (Kuchenstück). Dann wurde die Steigung aber sehr schnell sehr viel steiler. Selbst mit Kompakt 34/28 Übersetzung ging es einfach nicht schneller als mit 7,8 km den Berg hoch. Und es wurde noch steiler. Ich bin beim Stelvio nicht abgestiegen und auch nicht bei der Sella Runde, also Etappen in denen wesentlich länger gefahren wurde und wesentlich mehr Höhenmeter zurückgelegt werden mussten – aber dieser Anstieg killte mich gerade. Ich war kurz vorm aufgeben, was mir aber weniger als einen Kilometer vor dem Ziel irgendwie bescheuert vorkam.  Mühsam klammerte ich mich am Lenker fest und trat mich Stück für Stück den Berg hoch. Da, endlich war das Ziel in Sicht. Ich war nicht in der Lage da noch zu sprinten, es war wirklich nur noch ein Kampf um das Ankommen. Das ganze dauerte noch nicht einmal acht Minuten, aber ich war wirklich total fertig. Sicher, wenn das die erste Etappe, und ich frischer gewesen wäre, ja wenn, dann wäre das alles viel einfacher gewesen. Aber wirklich, so einen Anstieg habe ich noch selten erlebt, vielleicht Kazahari Rindo in Tokyo. Man muss aber auch sehen, dass ich da mit 21 Höhenmeter /Minute hoch bin, das ist auch nicht ohne. Die schnellen Jungs und Mädels schaffen das in weniger als viereinhalb Minuten (ca. 37 Hm/min).

Kazahari Rindo in Tokyo (Ausschnitt). Die Mutter aller Anstiege.

Man, war ich froh, als ich oben war. Und da die Ulmis gerade um uns herum standen, fragten wir sie, ob sie ein Foto von uns machen wollten. Sie wollten.

1465327_10206487512124048_667408791671823483_n

Immer noch gut gestylt, aber nicht mehr ganz so frisch: Silkemobsilviajochen

So, damit war dann morgens vor 10 das Rennen beenden, jetzt hieß es noch 80 km durch die Gegend gurken. Nachdem wir von dem Hügel wieder unter waren ging es erst einmal im Flachen weiter Richtung Süden, durch Salurns bis nach Mezzolombardo, wo wir Pause in einer riesigen Kellerei machten. Das muss man sich jetzt nicht so mit Holzfässern und Zwergen vorstellen, sondern wie eine moderne Fabrik mit viel rostfreiem Stahl.

IMGP1509

Jochen dehnt sich für die letzten Kilometer

IMGP1510

Danach ging es auf der Westseite der Etsch wieder zurück Richtung Bozen, zunächst flach, so dass ich Zeit hatte mich im Feld etwas umzuschauen und über generelle Stylefragen nachzudenken. Ich muss sagen, dass ich vielleicht nicht den Namen, aber die Jerseys der „Eindhoven Pinguins“ sehr schick fand.

IMGP1517

Es waren übrigens ein Haufen Holländer und Belgier da. Ein paar Belgier hatten auch sehr schicke Jerseys vom „Royal Antwerp Bicycle Club„, einem Club der bereits 1822 gegründet wurde, mit anderen Worten, außer Mario Cippolini und Helmut Schmidt war da noch keiner von uns geboren. Das schickste überhaupt ist natürlich ein Q36.5 Jersey getragen von „Ihr“.

IMGP1512

IMGP1513

IMGP1514

Anhand der Ergebnislisten kann man ja relativ leicht checken, wer „Sie“ ist. Ups, „Sie“ war 26 Minuten schneller den Stelvio hoch, 8 Minuten schneller im ultimativen Tal und fast 1 1/2 Minuten schneller bei diesem Killeranstieg. Ist definitiv nicht meine Gewichtsklasse.

IMGP1511

Letztes rumradeln in der Gegend.

Nach dem flachen Stück ging es eine letztes Mal den Berg nach Kaltern hoch, die Strecke die wir als Vorbereitung vor dem Giro gefahren sind. Ich kam auf die Idee hier auch mal pinkeln zu müssen, war aber recht weit hinten, fuhr dann eine Strasse rein, die rechts und links Wohnbebauung hatte, musste dann weiter runter bis zum See und mich anschließend durch die Schlange von genervten Autofahrern wieder in den Peloton zurückkämpfen. Der letzte Anstieg, danach ging es dann nur noch runter nach Bozen. An der Messe war alles vorbei, die Stimmung entspannt.

Strava der Etappe

 

11050646_1603846646570971_3562720831558932540_n

Hier werden jetzt nur noch die Lachmuskeln gedehnt.

Dort gab es übrigens jetzt auch was zu essen (Pasta) und wir reihten uns in die Schlange ein.

11825065_10206487513244076_467129620505901417_n

Die letzte Schlange. Der kleine Gelbe ist aus Hövelshof.

Wir kamen da ins Gespräch mit dem kleinen Gelben aus Hövelshof. Und der berichtete, dass dieses Jahr der Giro zum vorletzten Mal stattgefunden habe. 2016 noch ein letztes Mal, und dann ist Schluss. Aus. Und vorbei. Grund: die Freiwilligen sind alle alt geworden nach 39 Ausgaben und es gibt zu wenig junge Leute die nachrücken und zudem wird auch einer der Hauptsponsoren sein Engagement einstellen. Also, wer noch teilnehmen möchte sollte sich auf das nächste Jahr einrichten. Wir können es nur empfehlen.

Im Hintergrund war eine Bühne aufgebaut und jede Menge Preise warteten darauf verteilt zu werden. Die Preisverleihung begann, als wir noch beim Essen waren und einige der geehrten schleppten wirklich erstaunliche Dinge aus der Halle: Ich glaube in der Teamwertung gab es einen Parmesan Käse als Preis, der war so groß und schwer, dass er nur mit Hilfe eines Holzgestells überhaupt transportiert werden konnte. Wer den gewonnen hatte, der brauchte nie mehr in seinem Leben wieder an Parmesan kaufen zu denken.

Jochen wurde dann im Nachhinein auch geehrt für den dritten Platz  in seiner Altersklasse bei dem zweiten Teil des Giros.

11836806_996536113743347_2634550567888383664_n

Er bekam vielleicht nicht genug Parmesan für’s Leben, aber genug für den Rest des Jahres mit Sicherheit. Wir warten noch auf die Einladung zur Käsefondue Party

Am nächsten Tag ging es nach Hause.

11800196_10206495462242796_3444636895566499537_n

11825908_10206495329319473_1066497072332760053_n

Dauerte ätzend lange, da relativ viel Staus in Österreich und Bayern uns aufhielten. Und dann war auch noch die Strasse nach Hude gesperrt! Und das letzte, nicht asphaltierte Stück zu Silvias Haus kann man ja auch nicht schneller als mit 20 km/h fahren. All dies trug dazu bei, dass wir erst nach 14 Stunden wieder zuhause waren. Hier warteten nun weder EPO-Dirndl Barbie, noch Mademoiselle Jeanne auf uns, um uns zu verwöhnen, sondern Menschen (im Sinne von : Nicht-Radfahrer) denen wir bitte in aller Kürze unsere Reise schildern, damit wir uns dann umgehenst um die in der Zwischenzeit angelaufenen Probleme kümmern. In meinem Fall: Terrasse lasieren, Glühbirnen austauschen, Drucker einrichten, Mathe Nachhilfe geben etc..

Bleibt abschließend noch doof zu fragen:
Hat es sich gelohnt?
Würdest Du das noch einmal machen?
Wie ist das im Vergleich zur Transalp? 

Ich denke die Antwort ist ja, ja und ja.

 

 

 

Na gut, dann doch etwas ausführlicher. Ich denke vorher waren wir alle etwas nervös, weil wir ja nicht alle Tage 700 km in sechs Tagen in den Bergen fahren. Und dann auch noch in einer Truppe, in der man mindestens einen nicht besonders gut kennt. Aber, es passte alles, wir waren durchaus jeder für sich fähig den Giro zu überleben und wir harmonierten auch gut miteinander. Im Nachhinein fand ich das super; aber man muss sich eben doch im Vorfeld immer wieder motivieren an so etwas teilzunehmen und dann auch zu organisieren. Es wäre so viel einfacher gewesen wie letztes Jahr wieder am Rad am Ring teilzunehmen (und 2014 hat das auch richtig Spaß gemacht), aber das zusätzliche Risiko zu übernehmen hat sich ausgezahlt.

Würde ich es nochmal machen? Klar, aber wenn dann nächstes Jahr.

Im Vergleich zu der Transalp ist der Giro wesentlich stressfreier, aber auch nicht ohne. Die Transalp ist halt zeitlich länger, von der Distanz her ebenfalls und auch die Höhenmeter sind mehr. Das ist aber nicht der große Unterschied. Der große Unterschied ist, dass man auf der Transalp quasi keine freie Zeit zur Disposition hat: Ortswechsel an jedem Tag, nach dem Rennen massieren lassen, dann zur Unterkunft, duschen, auspacken, Wäsche waschen, dann zur Pasta Party und dann ist es auch wieder so spät dass man besser schläft um fit für den nächsten Tag zu sein. Und das ganze an sieben Tagen hintereinander strengt schon sehr an. Und macht geistig mürbe. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich ja das harte Turnhallenpaket bei der Transalp hatte. Wenn ich duschen wollte, dann wollten das auch 200 Andere in einer Turnhalle mit 5 Duschen; wenn ich Wäsche waschen wollte, dann auch die Anderen. Wen ich schnarchte, dann taten das auch die anderen, und davon wachte ich auf.  Da war immer Kampf ums überleben außerhalb des Radrennens selber.

Die Transalp ist ja beileibe keine schlechte Veranstaltung, aber wenn ich neben Radfahren noch etwas anderes machen möchte ist der Giro die bessere Wahl. Persönlich fand ich auch die Teilnehmer beim Giro etwas angenehmer, viele von den Transalpmenschen waren doch sehr sehr sehr auf Radfahren fixiert und zu sozialen Kontakten nur noch sehr eingeschränkt fähig („Hey, Deine Sattelstütze ist zu niedrig eingestellt!“).

So, und damit sind hoffentlich alle Fragen, die irgendjemand zum Giro Dolomiti haben könnte beantwortet. Mein Dank geht an Silke, Silvia, David, Jochen und Thomas, mit denen ich gemeinsam fahren, und sie dann in der Konsequent besser kennenlernen durfte. Nichts wird mehr so sein wie vorher.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 2015, David, Mob, Rennen, Silke, Silvia

Giro Dolomiti – die achtbändige Ausgabe. Heute: La valle ultimo, il giorno ultimo

Am 5. Tag des Giro Dolomiti warteten noch einmal besondere Herausforderungen auf uns: Eine fahrt in das allerletzte Tal und eine Etappe, die wie ein Witz aussah, aber keiner war.

T05

Mit 123 km stand eine mittellange Etappe am 5. Renntag auf dem Programm mit einem interessanten Profil. Statt brutalen, kurzen Anstiegen über 600 Höhenmeter und 6 km Länge (inkl. Mittelstück, das es nicht so ins sich hat), war heute eine sehr lange Strecke (18 km) mit einem Profil, dass sich ähnlich wie die Verbreitungsrate von Ebola oder facebook entwickelte: Flach und leicht stetig zu Beginn, und dann immer rasanter.

Wenn man da eine gute Figur machen will, dann muss man vor allem gut aussehen, dachte ich mir am Morgen und zog das beste und schönste an, was mir Silvia noch erlaubt hatte zu tragen: Orange SIDI Schuhe mit Streichelzarten Socken, orange Q36.5 Bibshorts zum ersten Male, mein Fyxo Jersey (das den eindruck erwecken sollte ich würde die Strecke mit dem Fixie fahren), Campa Mütze und Rayban Aviator Sonnenbrille. Ich sah super aus, soweit die Rahmenbedingungen super aussehen zu lassen und Silke, Silvia, Jochen und David auch.

11145117_10208003803839341_2444811369334037342_n

Rad und Unterkörperdesign in fast perfekter Harmonie

11218924_10208003806279402_1676658760714422472_n

mob. since forever.

Wir

Bestangezogendste Truppe aus dem Giro: Mobdavidjochensilkesilvairgendjemand

Ich könnte ja hier stundenlang über modische Aspekte des Giros oder EPO-Dirndl schreiben, will aber langsam doch einmal zum Rennen kommen. Zunächst ging es also raus aus Bozen auf flachen Wegen durch das Tal Richtung Meran. Links und rechts wie immer Berge, Wein, Äpfel, Wiesen und blauer Himmel.

11825979_10208003804679362_3637710418975370570_n

Nach 25 km kam der erste Anstieg über ca. 400 m nach St. Pankratz, aber so richtig anstrengend war das nicht. Es blieb genug Zeit das Feld zu beobachten: Keine Rapunzel, keine Sie. Dafür aber andere, interessante Erscheinungsformen, die mir in den ersten vier Tagen entgangen sind. Hier sehen wir jemanden in blau, der sich, wie es sich für Radprofis gehört, die Haare auf den Beinen rasiert hat – exakt bis zu den Kniekehlen. darüber tobt der Bär.

IMGP1481

Es war fast unmöglich Fotos von der Landschaft zu machen ohne einen Pinkler am Wegesrand aufzunehmen.

IMGP1480

Jochen im stylischen RRG Outfit vor mir

Sorry, ich schweifte wieder ab in Stilfragen, aber im Rennen war gerade nicht so viel los. Man fuhr halt so durch die Gegend.

IMGP1483

Genauer gesagt, Silke fährt hier so durch die Gegend. Ein Gelber pinkelt in der Gegend rum.

Nach der Durchfahrt durch St. Walburg begann dann das Rennen. Hinter mir waren die Ulmis und eine größere Gruppe von Scuderia Südstadt. Und da es ja erst einmal flach zur Sache ging, dachte ich, dass es eine gute Idee wäre sich erst einmal an Scuderia Ulm ranzuhängen. Wir fuhren also so mit 40 Sachen durch das Tor der Zeitnahme, unglücklicherweise beschleunigten die dann auf 50 Sachen, so dass ich ca. 100 Meter nach Beginn des Rennens allein auf weiter Flur war. Hm, so hatte ich mir das nicht gedacht. Ich machte aber trotzdem guten Speed alleine, immer im 35-40 km/h Bereich und den einen oder anderen Alleinfahrer konnte ich so einholen. Ich wurde aber auch von ein paar Gruppen eingeholt, die einfach zu schnell waren, als dass ich mich hätte dranhängen können. Es wurde jetzt auch sukzessive steiler und die Geschwindigkeit sank.

In St. Gertruden war dann Schluss mit lustig. Es kam eine Verpflegungsstation wo Getränke angeboten wurden, aber auf den Trick mit dem kalten Tee falle ich ja nicht mehr rein. Und dahinter begannen die sehr steilen Serpentinen in den Anstieg der letzten 6 km. Ui, das war hart. Ich strengte mich richtig an, aber es wurde immer härter. Zum Glück war es nun im Wald etwas schattiger, aber ich hatte große Lust das Rad an einem Baum zu lehnen und erst einmal Pause zu machen. Jetzt überholten mich auch mal wieder die Melody Farmers. Der Gradient wurde noch steiler, später auf Strava las ich etwas von 30% Steigung. Das glaube ich jetzt mal nicht, aber einige Stücke waren mit Sicherheit steiler als 20%. Ich fühlte mich wie in einem Looping. Keine Ahnung mehr von oben oder unten ist. Das erinnerte mich sehr stark an „Action Park“.

The action never stops – at action park. And also never at the Giro.

Hm. Das war hart. Aber da kam auch schon die 1 km Anzeige. Und nachdem mich die Melody Farmer gerade überholt hatten, holte ich sie wieder ein. Doch dann kam der Zwerg von hinten und holte mich ein. Hatte ich schon von dem Zwerg erzählt? Nein? Dann ist es jetzt auch zu spät.

Jedenfalls reichte es noch für einen Sprint ins Ziel – wo Jochen bereits seit längerem stand.

Clipboard01

Da hatte mich der Zwerg mal wieder überholt … und das 100 Meter vor dem Ziel.

Nach und nach kamen auch Silke, Silva und David ins Ziel. Cool, alle zusammen und nun erst einmal die Landschaft bewundern, chillen und Essen fassen.

11253926_10206482360435259_1447204376847344867_n

11811414_10208003805439381_5456396369984478558_n

11822728_10206482364675365_2197275617443993955_n

Als wir dann zurückfuhren wurde mir erst einmal klar, wie steil die letzten sechs Kilometer waren. Nach dem ganzen rumfahren in der Gegend verlernt man ein wenig das Gefühl für Steigung. Man wundert sich, ist doch eigentlich flach hier, warum geht das nicht schneller? Aber es ist nicht flach, man zieht gerade eine 8% Steigung hoch. Aber umgekehrt? Ich hing die ganze Zeit in den Bremsen und freute mich auf die ersten 12 km der Rennstrecke mit einer technisch deutlich weniger anspruchsvollen Abfahrt.

Irgndwann einmal auf der Rückfahrt, in Lana, etwa 25 km vor dem Ende, wurde der ganze Pulk gestoppt und sollte sich wieder sammeln, um gemeinsam durch den Verkehr geleitet zu werden. David und ich hatten darauf wenig Lust und wir machten uns alleine auf dem Weg. Und irgendwann dachten wir, hey, warum eigentlich auf dieser langweiligen Landstrasse fahren? Da unten geht doch ein Radweg am Fluß entlang! Also mussten wir uns nur durch die Apfelplantagen zum Fluss aufmachen und den Weg finden. Gesagt, getan. Leider war das nicht ganz so einfach. Wir verirrten uns fürchterlich zwischen den Äpfelbäumen und hätten wohl nie den Weg wieder zurück nach Hause gefunden, wenn wir nicht einem einheimischen MTB Fahrer begegnet wäre, der uns auf den Radweg lotste.

11825021_10208003808559459_2860655259972905436_n

Der Lotse.

11825132_10208003809439481_8504007012548601046_n

Erster Platter.

IMGP1494

Die Alternative zur Landstrasse.

Ich kann gut verstehen, dass man nicht 500 Teilnehmer über diesen Radweg lotsen kann, aber für David und mich alleine war das eine sehr gute Alternative. Noch ein Stück durch die Stadt und wir kamen dann tatsächlich auch später als die anderen an.

Das war dann auch der letzte Renntag von David, der sich die sechste Etappe schenkte und am Tag darauf nach Verona fuhr, um dort seine Familie zu treffen. 14  Tage später startete er bei Paris – Brest – Paris und fuhr die 1.200 km in weniger als 90 Stunden. Unglaublich.
David und ich kennen uns nun seit 10 Jahren. Wir trafen uns das erste Mal, als wir zusammen mit Juliane 2005 von Atami nach Shimoda geradelt sind, ein sehr legendärer Trip.

MINOLTA DIGITAL CAMERA

Wir müssen da hin wo Julianes linke Hand ist und haben in den ersten beiden Stunden gerade mal die Distanz zwischen meinen Finger geschafft. In der Zwischenzeit sind wir echt viel mit einander gefahren und haben eine Menge zusammen erlebt.

11796337_10206482375115626_4541806297609150714_n

11813259_10206482382635814_1037798281919723300_n

Für uns war es dann nur noch ein weiterer Renntag, bevor wir uns dann einen weiteren Tag später auf den langen Weg nach Hause machen sollten. Wir machten und zurück auf den Weg zum Hotel, wo ich den Sohn der Besitzerin mal wieder überzeugte, dass die Mädels mal wieder einen Zimmerwechsel brauchten. Nachdem nach hinten raus nicht OK war (Partylärm), nach vorne aber nach weniger (Verkehr), kamen Sie wieder nach hinten, konnten aber dort nicht bleiben und mussten wieder nach vorne, was aber nicht ging wegen „starkem Geruch von Männerurin im Zimmer“. Mindestens eine Nacht hatten sie mal zwei Zimmer, so verzweifelt war das Hotel bemüht ihren Ansprüchen gerecht zu werden. The action never stops.

Strava

IMGP1488

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 2015, David, Mob, Rennen

Giro Dolomiti – die achtbändige Ausgabe. Heute: Die Tage vergehen wie im Flug. Nein, eher wie im Wiegetritt bergauf.

Der heutige Teil der Giro Analogie beschreibt die Fahrt hoch zum Stelvio. Dieser Beitrag liest sich leicht schneller als die Fahrt dauerte.

11825545_10207989579883751_2262985791751683092_n

Jochen in the house: Davidjochensilviasilkemob : A Short history of Bremen cycling jerseys

Ehrlich gesagt, nach drei Tagen Rennen passiert am 4., 5. und 6. Tag auch nicht mehr so viel außergewöhnliches. Sicher, man fährt durch andere Landschaften, hat neue Herausforderungen – aber im im Prinzip erlebt man immer die gleichen Dinge: Thomas steht oben am Ziel und wartet schon auf uns, auch wenn Thomas jetzt Jochen ist; Rapunzel fährt vor mir und ich bewundere ihre goldenen Extensions; die Ulmis fahren hinter Silke und Silvia und trauen sich nicht sie anzuquatschen; ich überhole die Männer aus Erkelenz und die Scuderia Südstadt überholt mich. Zu Mittag gibt es Pasta, basta.

Am 4. Tag war der Stelvio angesagt und zum ersten mal war der Start nicht an der Messe in Bozen, sondern bei Prato di Stelvio.

T04

Etwa 1.850 Höhenmeter auf 25 km erwarteten uns. Immer noch besser als bei der Transalp 2011, wo wir in Naturns starteten, denn da muss man noch mal 400 m extra hoch. 2011 bin ich da nicht hoch gekommen ohne abzusteigen, abe dieses Mal war ich mir sehr sicher, dass das kein Problem sein dürfte. Die Steigungen sind ja auch, im Gegensatz zu dem, was wir an den ersten Tagen erlebt hatten, sehr moderat. Das Ding ist halt nur verdammt lang.

 

11822476_10207989588443965_6755171066322324889_n

Hinter Gomagoi zweigt übrigens eine Straße nach Sulden ab und nach Informationen unserer Hoteliers machte dort im letzten Haus an der Straße gerade zu diesem Zeitpunkt Angela Merkel, (Gewinnerin der Friedensfahrt 1989, wie man an der Brille unschwer erkennen kann) Urlaub.

MERKEL01

Angela Merkel, created by Jenza (Danke!)

Wir fuhren also nach dem Frühstück (wie gehabt) mit dem Teambus raus nach Prato di Stelvio und bauten unseren Kram zusammen un machten uns auf den Weg zum Start. Dort standen quasi bereits alle und wir reihten uns ganz hinten ein. Es gab auch mal wieder ein paar lustige Jerseys.

IMGP1455

Am Start. Ganz hinten.

IMGP1456

IMGP1457

Wie immer, perfekt organisiert und dann viel zu früh ging es auch schon los. Ich mag da ja nicht so unaufgewärmt gleich den Berg hochzufahren, aber hier hatte ich keine Wahl – es ging direkt in den Rennmodus. Dachte ich. War aber falsch, denn etwa ein Kilometer später kam dann das bekannte aufblasbare Tor der offiziellen Zeitnahme und hier ging es erst los. Ich war ja schon im Rennmodi und versuchte mein eigenes Tempo den Berg hochzufahren. Das klappte ganz gut und am Anfang überholte ich mal wieder die üblichen Verdächtigten und wurde selber auch ganz gut überholt.

Zunächst ist die Steigung ja relativ lasch und es geht durch ein paar bewaldete Ecken – nicht schlecht wenn das Wetter mal wieder saugut und sauheiss ist.

11170321_10207989581523792_6002258562049793320_n

Nach ca. einer Stunde war es dann aber erst einmal vorbei mit Rennmodi und es ging in den Survival Mode: Hinten auf das 28er Ritzel und dann relativ alleine weiter. Jetzt überholte ich ab und zu mal einen Fahrer, aber von hinten kam nicht mehr viel. Meine Taktik ist die Kurven sehr weit innen anzufahren, das ist zwar steiler, man kommt aber mit guten Schwung raus und macht so Meter um Meter gut. Und da kam auch schon der Serpentinenanzeiger: noch 46 Kurven bis nach oben.

Es kommt dann so  eine Stelle, wo man zum ersten mal ahnen kann, wie weit man noch hochfahren muss. Ich dachte ich könnte so etwa 900 Höhenmeter in der Stunde machen und rechnete so mit 2 Stunden Fahrzeit. Das war aber etwas optimistisch. Egal, die Landschaft ist einfach großartig.

11056538_1603178243304478_4617787624595521084_n 11215789_1603178149971154_2058174488873951509_n 11248161_10206476957020177_607507125253467038_n 11781756_10206476957260183_477060281535051117_n 11781844_996537943743164_2014376492089168575_n 11796416_1603178253304477_1206321248907522369_n

11822476_10207989588443965_6755171066322324889_n 11825206_10207989587723947_263416503997335276_n 11828575_1603178169971152_6586338239742204411_n unnamed

Dummerweise war aber mittlerweile auch wieder Verkehr auf der Strecke und die Autos schoben sich an mir vorbei. Dabei waren auch ein paar Busse, und die behindern die Rhythmus des Fahrens doch erheblich. Und die Abgase sind auch etwas nervig, vor allem dann, wenn man in die Situation kommt, dass man nach Entschuldigungen für’s absteigen sucht. Es war nicht so, als wenn ich das Gefühl hatte ich könnte es nicht schaffen, aber nach fast zwei Stunden radeln merkte ich, dass ich zwischendurch vielleicht weniger an „Rennen“ und mehr an „Essen“ hätte denken sollen, denn so langsam ging mir der Saft aus.

Einerseits. Aber andererseits sieht man auch das Ziel, weiß dass man gleich da ist und das beruhigt auch. Jetzt überholte mich noch ein alter Ami Jeep, in den Alpen fahren ja Unmengen von diesen Klassikmöhren rum. Noch ein paar Höhenmeter, da die Anzeige, dass es nur noch 1 km weit weg ist. Und da ist das Tor in Sicht, also noch einmal rein in die Eisen, sprinten, alles geben, denn bald ist alles vorbei.

11752561_995313777198914_1160321020213856401_n

Jochen stand schon ’ne gefühlte Stunde oben und fotographierte uns einzeln ab, wie wir ins Ziel kamen.

11051833_995313823865576_6549137285339287261_n

Silke, hinter ihr mal kein Ulmi.

11057728_995313983865560_1738697295159088695_n

11220091_995313800532245_8812201355075424395_n

Cool, geschafft, wie sich nachher heraustellt in 2:18 r, also 13,4 Höhenmeter/Minute, vermutlich meine schwächste Leistung im ganzen Giro, aber andererseits auch erfolgreiche Revanche für die Transalp 2011.

Oben auf dem Pass war ganz schön viel Trubel und zum Glück war eine erste Verpflegungsstation aufgebaut bei der ich mich alleine versorgen konnte; Jochen wartete ja noch am Ziel auf die anderen. Auf einmal wurde es da ganz hektisch. Wir wurden alle aufgefordert sofort auf der anderen Seite in Richtung Umbrai Pass runter zu fahren; was ich dann auch tat. Später stellte sich heraus, dass ich noch so gerade da runter kam, kurz nach mir wurde die Abfahrt gesperrt und alle die noch oben waren mussten auf der gleichen Seite den Pass wieder runter, die sie hochgefahren waren. Silke, Silvia, Jochen und David waren davon betroffen.

11807088_10207989588243960_2006466185849743641_o

Oben, wie gesagt ein wenig rummelig.

11817289_10207989585523892_6664111813154099143_n

.. und wieder runter auf derselben Seite für Davidsilkesilviajochen.

11822787_10207989583043830_5705479122378869847_n

Oben. Jochensilvia.

IMG_4388

Oben: Silviasilke.

Davon bekam ich allerdings nichts mit, denn ich hatte mich schon auf die Abfahrt in die Schweiz gemacht. Ich bin mir nicht sicher, aber auf dem Weg nach unten kam ich an einem gestürzten Fahrer vorbei und vielleicht war es deswegen, dass, die Rennleitung entschieden hatte die Abfahrt zu sperren. Ich persönlich fand die auch nicht anders als die Strecke hoch, viele Kurven, die Strasse vielleicht etwas weniger breit abe auch deutlich weniger Verkehr.

Es machte mal wieder sehr viel Spaß da runter zu brettern und am vierten Tag klappt das abfahren auch ganz gut. In den ersten Tagen regiert oft die Angst, aber nach der Anstrengung den Stelvio hochzufahren ist einem eigentlich alles egal und man fährt als wenn es kein morgen geben würde.

IMGP1458

IMGP1459

IMGP1462

IMGP1463

Auf der Abfahrt war ich größtenteils alleine, fast keine Autos, einfach super. Die Dörfer hier sehen etwas ärmer aus, so als wenn die Menschen dort im Schatten der Berge gelebt hätten. Unten, als es wieder flacher wurde, wurde die Gruppe wieder durch einen Konvoi langsam geführt, so dass wir alle aufschliessen konnten und gemeinsam zum Start zurückfuhren. Dort warteten auch schon die anderen auf mich in der Schlange der Essensausgabe. Es gab mal wieder Pasta.

11781691_10207989581923802_1426864826415835282_n

IMGP1465

Noch früh am Tag, und die Arbeit ist bereits geschafft. Beim Essen fiel mir auf, dass ich den ganzen Tag Rapunzel nicht gesehen hatte, sie hatte sich wohl nur für die ersten drei Tage des Giros angemeldet. Aber dann sah ich ……. sie.

Sie

Sie.

Wow. Q36.5 Jersey. Ganz alleine. So hübsch, dass sich der Nerd links neben ihr nicht traut sie anzusprechen. Allerdings auch so hübsch, dass sich des Nerd, der das hier schreibt auch nicht traute. Sicherheitshalber erzählte ich den anderen erst mal nichts, aber jetzt nachdem alles vorbei ist und ich im sicheren Schoß der Familie gelandet bin darf dies zu Dokumentationszwecken erwähnt werden.

Da der Tag so schön war, und vor allem quasi vorbei, fuhren wir nach Naturns, wo David und ich mal eine Nacht auf der Transalp verbracht hatten. Eigentlich hatte ich ja so gedacht, mit dem Rad zurück nach Bozen zu fahren, aber ich war dann doch ganz glücklich im Bus zu sein. In Naturns kamen wieder die Erinnerungen hoch ….. gue und nicht so gute, aber die schlechten verschwanden schnell bei Apfelstrudel. Am nächsten Tag würde es weitergehen.

IMG_4316

Apfelstrudel in Naturns

Bald geht es weiter.

Strava

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 2015, David, Mob, Rennen, Silke, Silvia, Uncategorized

Giro Dolomiti – die achtbändige Ausgabe. Heute: Kuh Sechsunddreissig Punkt Fünf.

Endlich – ein Reste Tag! Wir lagen aber nicht faul auf der Haut (doch) sondern machten uns auf zu Kuh Sechsunddreissig Punkt Fünf und hatten am Abend ein bemerkenswertes Essen im Barbiepuppenhaus bei Terlan.

Vacca Boia

big_88_1_NEW

Prima. Endlich mal wieder lange schlafen und endlich mal ein Tag ohne Radfahren. Konsequenterweise machten wir uns mit dem Bus auf in die Stadt. Sicher, wir hätten auch mit dem Rad fahren können, aber meine Mutter hatte mich extra noch angerufen, um mir mitzuteilen, dass nicht Neapel, Palermo oder Taranto die Stadt in Italien ist, in der die meisten Räder geklaut werden, sondern Bozen. Mütter können so fürsorglich sein – nach all‘ den Jahren.

Wir hatten einen Besuch bei Luigi geplant. Der Kontakt kam über David zustande, der vor einiger Zeit einige Radklamotten von Luigi bei David Marx in Japan gekauft hatte.

P9160035

Natuskashii: David Marx, Stephen & Ryoko, Andrew und ich auf der Tour de Noto 2006. Beim Schreiben stellte ich gerade fest, dass ich genau das T-Shirt auf dem Bild trage. Ich denke, dass ist ein Zeichen des Alters, wenn man zehn Jahre alte Klamotten immer noch trägt.

.David Marx war der Importeur von Assos in Japan, aber irgendwann orientierte sich Assos neu. Und Luigi war der Oberforscher bei Assos und irgendwann beschloss er sich selbstständig zu machen und seine eigene Kollektion auf den Markt zu bringen unter dem Motto:

An extreme vision of the future
of competitive cycling clothing

David war sehr angetan von den Klamotten; ich war ehrlich gesagt eher skeptisch nachdem ich seinen Blog Entry gelesen und vor allem David in den Klamotten gesehen hatte. Aber ich würde mich gerne vom Gegenteil überzeugen lassen.

Im italienischen Teil von Bozen (wir hatten jedenfalls den Eindruck, als wenn dort niemand deutsch sprechen würde), in einer kleinen Gasse, in einem sehr stylischen Haus drückten wir auf die Klingel von Q36.5 und fanden Einlass.

10984211_10207981290636525_7111397927888374070_n

Q36.5 Headquarters.

Luigi war sehr freundlich zu uns und machte und erst einmal Kaffee.

11056567_10207981291396544_5898660165950989460_n

Und dann schauten wir uns seine Kollektion an. Wir kamen uns so ein wenig vor, als wenn wir wahnsinnig wichtige VIPS aus der Modewelt wären und uns der Chef persönlich alles zeigt und erklärt – VIP Treatment.

11816794_10207981291516547_731901550074905563_n

Im Gespräch mit Luigi. Der dezente Hinweis auf meinem T-Shirt: „Young male model looking for work“ wurde leider ignoriert.

11800521_10207981291796554_2260811847817112081_n

Und die Sachen waren auch teilweise sehr gut gestylt. Zusammen mit der technischen Erklärung von Luigi waren wir dann nach wenigen Minuten so weit, dass wir uns ein Leben ohne das Zeuch gar nicht mehr haben vorstellen können. Wir brauchten nun unbedingt Bibshorts, Jerseys, Socken, Ärmlinge, Jacken….ach eigentlich alles. Während David und ich mit Luigi quatschen, probierten Silke und Silvia die Jerseys aus. Die beiden waren auch ziemlich angefixt.

11223899_10207981290836530_6700835882669646102_n 11781757_10207981290916532_2087957007847296109_n 11800013_1602752150013754_7105059081255133121_n

IMG_4076 IMG_4085

Mit Luigi sprach ich darüber, wie er sein Unternehmen auf die Beine gestellt hat und welche Innovationen es auf dem Gebiet der Radkleidung gibt. Wird das geführt durch neue Designs oder Farben, Materialien, oder etwas anderes? Interessanterweise stellte sich heraus, dass es auch die Herstellungsmethoden bzw. Textilmaschinen sind, die hier eine große Rolle spielen. Kleidungsstücke kann man heute z.B. nahtlos herstellen – vorausgesetzt man hat Zugang zu den entsprechenden Herstellern. Zusammen mit seinen wenigen Angestellten (seiner Frau und einer Assistentin im Einteiler) macht Luigi Entwurf, Planung, Marketing und Vertrieb, aber die Herstellung der Kleidung ist outgesourct nach Italien oder zu anderen speziellen Herstellern. Ich fand das sehr spannend und zog im Kopf immer wieder Vergleiche zu der Geschichte von Abe Burmeister und seinem Unternehmen Outlier,  die ich auch sehr schätze (Outlier Shop).

Fazit: Silke, ein Jersey, Silvia eine Bibshort, ich eine Bibshort und wir alle ein paar Socken und eine Trinkflasche jeder. Das war wirklich total großzügig von Luigi. Die Bibshorts hatte ich noch beim Giro an und sie fühlten sich zunächst etwas ungewöhnlich an, aber, am Ende des Tages waren das die großartigsten Bibshorts, die ich je getragen habe und weiß Gott, ich hatte viele, unter anderem auch ein paar weiße. Und die Socken:

IMG_4099

OK, es ist schwierig sich über Socken in einen Orgasmus zu schreiben, aber diese Socken streicheln meine Füße. Hat man diese einmal getragen, so fühlen sich alle anderen Socken nur noch an wie um die Füße gelegte Bananenschalen.

11145117_10208003803839341_2444811369334037342_n

Das ist meine Q36.5 Bibshort. Es gibt viele Bibshorts, aber das ist meine. Weiter unten werden meine Füße gestreichelt.

Danke Luigi. Vacca Boia heißt übrigens:

“ Vàcca [‘vakka] – Kuh, bòia [‘bɔja] – Henker/Metzger. VACCABOIA! –nicht übersetzbarer, aus der Emilia Romana stammender Ausdruck, bedeutet soviel wie ‚verdammt!‘, oder ,also, los!‘

Jochen war in der Zwischenzeit angekommen und hatte sich dazu entschieden die erste Etappe auf die Schneiderwiesen zu fahren. Wir hatten also noch etwas Zeit zum shoppen und essen bevor wir uns wieder im Hotel trafen.

11825051_10206470355895153_3264263089299249958_n

Shoppen. Ich liebe es im Ausland in Supermärkte zu gehen und zu schauen was es da so gibt.

11796180_10207981293596599_6116725424079054289_n

Chillen

11796368_10207981294116612_3111968132988175588_n

Jochendavid

Wir fragten dann den Sohn der Hotelbesitzerin, ob er uns ein gutes Lokal für das Abendessen empfehlen könnte. Am nächsten Tag stand der Stelvio auf dem Programm, und auf den wollten wir gut vorbereitet sein. Er empfahl uns ein Lokal in Terlan, seiner Heimatstadt, mit dem Auto etwa eine halbe Stunde auf der Mebo entfernt. Es hätte uns vielleicht etwas stutzig machen sollen, dass wir dort reservieren mussten – insbesondere was die Preise angehen sollte.

Worauf wir aber gar nicht gefasst waren war, dass wir dort von Barbie persönlich bedient wurden. Barbie hatte blonde Haare, war auffällig geschminkt und hatte Südtiroler technische Kellnerinnen Dirndl Funktionskleidung an. Sozusagen die Q36.5 Kleidung für die regionale Gastronomie. Ich kann das unmöglich beschreiben, aber es sah im Prinzip aus wie ein Dirndl dem EPO gespritzt worden war. Dieses Bild kommt dem noch am nächsten:

Barbie redete auch sehr viel und sehr ethusiastisch über das dargebotete Essen. Ich meine, Sie gab sich wirklich sehr viel Mühe sehr nett zu sein, aber auf uns wirkte das irgendwie komisch. Vielleicht hat das damit zu tun, dass wir in Norddeutschland leben, wo wir solche Freundlichkeiten im Dienstleistungsgewerbe nicht gewohnt sind: „Moin. Was willst Du?“

Barbie machte dann auch Fotos von uns:

11800343_994944340569191_3867764751929010741_n 11817227_994944370569188_5691765826365922941_n

Ich war jedenfalls mächtig eingeschüchtert. Bei Jochen kommt im ersten Bild auch sehr gut dieser „Was passiert hier eigentlich?“ skeptische Gesichtsausdruck rüber. Das Essen war jedenfalls gut.

Zuhause wartete bereits Jeanne auf uns und versorgte uns mit den üblichen Absackern. Aber nicht zu lange, denn morgen sollten wir ja den Stelvio hoch.

Doch dazu ein anderes Mal.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter 2015, David, Mob, Rennen, Silke, Silvia