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RTF Barrien 2018. It never rains in Northern Niedersachsen.

Erstens: Man schaue auf den Screenshot der Wettervorhersage unten. 
Zweitens: Man errate, zu welchem Zeitpunkt die RTF Barrien stattfand.

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Genau. Start um Sonntag um 8 Uhr. Das erlaubt einem trocken dorthin zu kommen, um dann im Regen zu starten, im Regen die RTF zu fahren und dann im Regen nach Hause zu kommen.

Aber alles der Reihe nach. Die Wetterprognosen am Vortag ließen bereits nichts gutes erahnen. Immerhin fand ich eine, die eine Regenwahrscheinlichkeit von 51% voraussagte. Das heißt die Chancen, das es regnet standen nicht 50:50, bzw. 40:40, wie Lothar Matthäus das ganze einmal dramatischer formulierte, sondern etwas schlechter. Also Funktionsunterhemd an (als wenn ein normales Unterhemd keinerlei Funktion hätte, aber bitte), Windjacke in die Jerseytaschen gesteckt, zwei Trinkflaschen voll und ab morgens um 6:30 Uhr zum Treffpunkt an der Erdbeerbrücke. Auf dem Weg dorthin ging ich im Kopf kurz die Popgeschichte zum Thema Regen durch.

und natürlich

OK, ich gebe zu, dass einen Teil dieser Aufgabe nun Google für mich erledigt hat.

An der Brücke warteten bereits überwiegend optimistische Mantas. Der Grad des Optimismus zeigte sich an der Wahl der Kleidung (Einteiler oder Zweiteiler), bzw. an dem Vorhandensein einer Regenjacke (niemand). In etwas mehr als einer Dreiviertelstunde und 20 km waren wir dann am Start in Barrien, gerade noch rechtzeitig um nicht nass zu werden. Am Start war eine Bombenstimmung. Nicht.

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Bombenstimmung vor dem Start

Es waren deutlich weniger Fahrer da als in den Jahren zuvor, die deutlich mehr unter dem Vordach hingen und unschlüssig vor sich hin starten: Fahren, oder nicht fahren? Das ist sehr schade für den ausrichtenden Verein; gerade in Barrien wird sich immer besonders viel Mühe gegeben eine gute Veranstaltung zu organisieren und massenweise Kuchen heranzuschaffen.

Da waren bestimmt eine Menge zuhause geblieben und es fehlten viele bekannte Gesichter. Während einige Fahrer sich vernünftigerweise wieder in ihr Auto setzten und nach Hause rollten, hatten wir diese Alternative ja nicht, denn wir hätten ja auch durch den Regen fahren müssen. Also kann man auch gleich die RTF fahren, zumal es am Horizont so aussah, als wenn es gleich aufklaren würde (man musste allerdings sehr genau hinsehen). Und irgendwie passt das schon und überhaupt, jetzt war man schon mal da usw. Es ist jedes Mal exakt dasselbe.

Ich schätze einmal, dass um 8 Uhr am Start so etwa 100 bis 120 Fahrer standen als es los ging. Wie bei RTFs in Norddeutschland üblich wurden die Blocks A bis H alle gleichzeitig gestartet und es ging gleich im Sprinttempo los.  Vorne fuhren Achim und Mantas gleich von dannen; während ich ein wenig Mühe hatte an Schröder und Tanja in der zweiten Gruppe dranzubleiben. So bildete sich dann nach kurzer Zeit eine Gruppe von 16 Fahrern die überwiegend die ganze Zeit zusammenblieb. Vorne zog Maschine Schröder, dahinter Tanja, dahinter ich und in der zweiten Reihe links davon gab es vorne tatsächlich auch ein paar Wechsel.

Die ersten 40 km der RTF sind relativ bekanntes Gebiet bis nach Bruchhausen-Vilsen. Es gibt ein paar schöne Anstiege, ein paar schnelle Abfahrten und sonst das übliche was Niedersachsen zu bieten hat: Grüne Wiesen und grauer Himmel. In Berxen ging ich am Anstieg nach vorne, weil ich meine Bergqualitäten unter Beweis stellen wollte. Ich gab alles, nur am oben festzustellen, dass ich alleine war und wartete dann auch die anderen. So einen Blödsinn machte ich dann auch nicht wieder.
Die erste Verpflegungsstation hatten wir übersprungen, an der zweiten machten wir Halt, weil sich hier auch die Strecke teilte in die 75 und 112 km Varianten. Kurz vor der Station hatte es noch einmal richtig geregnet und ich konnte fast nichts mehr durch die Brille sehen.
Jemand rief: „Wer fährt die 75 km?“ Das ist außergewöhnlich mutig, etwa so, als wenn man auf eine Party geht und ein T-Shirt trägt:

„Ich bin ein pädophiler Scientologe.
Ach ja, und ich finde Atomkraft toll.“

Trotzdem rief ich „Ich“, denn sonst stehen da alle lange rum, bevor sie sich als 75 km Weicheier outen. Und mit Schröder und Tanja bekamen wir dann eine ganz ordentliche 8er Truppe zusammen mit der wir das Ding zu Ende fuhren. Am Ende im Regen sah ich fast nichts mehr, einige der Abfahrten waren wirklich grenzwertig. Aber immerhin war in 2:16 hr alles vorbei mit einem passablen 33er Schnitt ohne sich zu sehr zu verausgeben. Ja, ich weiß, 33 km pro Stunde. Das reicht noch nicht einmal für eine der schnelleren Gruppen beim RCB bzw. Nicht-RCB Montagstreff. So etwas fährt Maik über 330 km am Vortag bei den „Burning Roads“, um dann heute noch einmal 200km plus nachzulegen. Das ist auf der nach oben offenen Maik-Scala maximal eine 0,5.

Zurück am Start war immer noch nichts los. Normalerweise tummelt sich da die Dorfjugend und ehemalige Dorfjugend am Bierzelt, aber wir waren froh uns schnell wieder auf den Heimweg zu machen. Ich hatte immer noch meine beiden vollen Wasserflaschen dabei – nicht einmal was getrunken. Hätte ich mir genausogut direkt am Start in die Bekleidung kippen können – gleiche Effekt.

Zuhause angekommen, meinte meine Frau (die beste von allen) nur zu mir, ich sollte plus aufpassen, dass kein Wasser auf den Boden tropft. In meiner liebevoll ironischen Art antwortete ich, dass das ungefähr so sinnlos ist wie der Besatzung der Enola Gay von Hiroshima aus zuzurufen: „Hey. Macht hier bloss nicht so viel kaputt.“ Leider ist Ironie im allgemeinen und meine Art des Humors im besonderen nichts, was Japaner auch nur annähernd verstehen können. Glaubt mir, da habe ich 25 Jahre (verheiratet) bzw. 14 Jahre (Leben in Tokyo) Erfahrung mit.

Aber ich kann’s einfach nicht lassen. Genau wie diese bescheuerten RTFs im Regen zu fahren.

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Warten auf Bumsfidel. Quatsch, Schnippo! Nein, Silke!

„Ich wusste nicht mehr, ob ich wachte oder schlief,
die Augen verquollen von tausend Tränen,
auch wenn sie doch endlich einen Sinn bekämen.“
(HH Milch, „Fräulein Meier“, 1984)

Ich quälte mich morgens ganz früh aus dem Bett, fühlte mich lyrisch und machte mich auf den Weg in die Küche.Das war gar nicht so einfach, denn seitdem mein Sohn Abitur hat, hängt er mit seinen Kumpels im Esszimmer rum und zockt Nächtelang online „League of Legends“. Und so kämpfte ich mich durch leere Pizzapackungen, vorbei an Bierkästen und leeren Energiedrinkdosen zum Toaster durch. Man, hatte ich so überhaupt keine Lust!

Aber ich hatte ja dooferweise auf fb gepostet, dass ich alle heute nach Barrien zur RTF leiten würde. Meine Laune wurde auch nicht besser als ich, vorbei an Gummibärchentüten, Chipspackungen und Kartoffelsalatdosen die Strasse erreichte. Graue Wolken überall, vor allem am Himmel über einem, was schlecht ist, denn von da aus fällt vertikal der Regen auf einen runter, zunächst noch in tröpfelnder Form. Dabei hatte ich mich extra schick gemacht für dieses Event und mein TSV Barrien Vereinstrikot von 1991 angezogen.

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Die klassische Mondrian-Version, heute in diesen Farben (stehen auf der Verbotsliste der Genfer Konvention) und Mustern (Gegenstand der START Abrüstungsverhandlungen zwischen Russland und den USA) fast nicht mehr zu bekommen.

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Warten auf Bumsfidel- denkt man.

Zum Glück warteten schon die ersten Mitfahrer auf mich am Treffpunkt Bank Wehrstrasse.: Klaus, nein Friedel, nein doch Klaus, Benjamin, Caro, Silvia, Jörg, Christian und er kamen auch immer mehr, jetzt fehlte an sich nur noch Bumsfidel, auf den wir ja bereits letztes Jahr vergeblich gewartet hatten.  Allmählich wurde die Stimmung aggressiv: „Wo ist denn dieser Bumsfidel schon wieder?“ „Alle sind da – und wer fehlt – der Bumsfidel natürlich!“ Ich ließ die Stimmung erst einmal köcheln, denn ich war der einzige der wusste, dass Bumsfidel gar nicht kommen würde. Das hatten wir nicht so abgemacht, um alte Traditionen zu wahren, sondern Bumsfidel wollte mit der BBC (Big Black Cog) Gruppe erst um 8:30 in Barrien sein und später losfahren. Da ich den ganzen Tag heute keinen einzigen BBCler gesehen habe, gehe ich davon aus, dass Bumsfidel heute Abend um 20:30 Uhr meinte, wenn die Strassen leer sind und Deutschland gegen die Ukraine bei der EM spielt.

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Na dann warten wir doch auf Schnippo!

Schnippo, bürgerlicher Name Stephan-Cevin Graf zu Schnippowitsch, sollte uns nach Barrien führen, da er der einzige mit Ortskenntnis des Bremer Süden ist. Auf den mussten wir nun warten. Unglücklicherweise fährt Schnippo, im Gegensatz zu vielen Anderen von uns, nicht nur Rad sondern geht einer weitgehend ungeregelten Arbeit, und einem überhaupt nicht geregelten Lebensstil nach. Nachdem wir also ausreichend gewartet hatten sagte jemand, das Schnippo nicht kommt, was schlecht ist, denn Barrien liegt ja nicht gerade um die Ecke und ist im Prinzip nur auf Feldwegen zu erreichen.

Also, auf wen sollen wir nun warten? Silke! Denn jemand berichtete, dass Silke munter und fröhlich „Legat. Illegal. Scheißegal“ von Slime vor sich hinflötend am Straßenrand saß und versucht mit Andi zusammen einen Platten zu reparieren. Als die beiden dann endlich kamen ging es endlich auf Richtung RTF. Und zwar für ca. 4 km, bevor der zweite Platten Silke stoppte. Tobi führte die Gruppe weiter nach Barrien, während ich umkehrte um Silke und Andi nach Barrien zu fahren. Andi war nirgendwo zu sehen und Silke fuhr in die falsche Richtung – nämlich nach Hause. Ich konnte sie nicht überzeugen ihr schlechtes Kharma herauszufordern und mit nach Barrien zu kommen und musste mich so alleine auf den Weg machen. Fazit: Alles organisiert und dann doch alleine gefahren.

In Barrien waren schon jede Menge Leute, allerdings wegen dem schlechten Wetter auch deutlich weniger als in den letzten Jahren. Obwohl in Barrien ist an sich immer schlechtes Wetter. Fremde Frauen lächelten mich an – war es wegen meinem TSV Barrien Trikot? Nein, es war Corinna, die mich anstarrte, die ich 5 Minuten nicht erkannte, bevor endlich der Groschen fiel. Es gab Kuchen und Kaffee, belegte Brote und wie immer hatte der Verein, d.h. seine Mitglieder und davon vermutlich überwiegend die weiblichen, großartiges an der Kuchen- und Brötchenfront geleistet. Es ist wirklich irre, was so die Dorfvereine zustande kriege. Würde ich, zum Beispiel einer Gruppe von Studenten die Aufgabe geben so etwas zu organisieren, so kämen sie mit einer Flasche Cola an und hätten sich heillos zerstritten.

Gespräche rechts und links. Das hat sich schon sehr geändert im Vergleich zu vor sechs Jahren als ich aus dem Ausland nach Bremen kam und keinen Menschen kannte. Norddeutsche sind ja nicht für ihre Offenheit bekannt; sprach ich damals einen ein, dann sagte er mir. „Hau ab, ich kenn‘ schon einen anderen Menschen!“ und machte ein Gesicht wie Thorsten. Heute ist das komplett anders. Auch und gerade wegen dem cyclyng Blog werde ich mit Respekt behandelt was mir fürchterlich peinlich ist. Manchmal werde ich sogar nach meiner Meinung zu radtechnischen Dingen befragt was noch peinlicher ist, da ich dann so tun muss, als wenn ich davon Ahnung hätte, wobei mein eigentliches Fachgebiet ja die Optimierung von Festigkeits- und Wärmedämmungseigenschaften von Hochlochziegeln ist – aber dazu stellt natürlich nie jemand eine Frage! Zudem wird angenommen, dass ich bestimmte Dinge mache, weil sie einen Sinn haben, wo ich doch einfach nur zu doof bin. Beispiel von heute:

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Lasierte Beine.

Diese braunen Flecken sind nicht etwa Desinfektions- oder andere Wundermittel, um meine Leistung zu verbessern, sondern Lasur. Warum Lasur? Hatte ich meine japanische Frau um eine Rasur meiner Beine gebeten und sie hatte das nicht mißverstanden wegen akuter R/L Schwäche? Nein. Das mit dem R/L ist übrigens wirklich schwierig. Kazuko sagt auch immer „Früchtling“ und „Früchtlingsunterkunft und ich denke an eine Scheune in der sich Orangen und Mangos vor dem Regen schützen. Fairerweise muss man natürlich auch sagen,dass es uns auch schwer fällt in der japanischen Aussprache zwischen „つ“, “す“ und „ず“ zu unterscheiden. Oder zwischen „紅葉“ und “工場“, fast identische Aussprache, das eine heißt aber „gelbe und rote Blätter im Herbst, die die Herzen der Menschen berühren in ihrer Pracht“ und das andere „Fabrik“.

Also, warum Lasur? Weil ich zusammen mit meinem Sohn den Gartenzaun gestrichen habe und wir uns beide total versaut haben. Ich quatschte sehr viel und verpasste prompt den Start.

Zum Glück kam gleich hinter mir eine Gruppe mit Steen, Thorsten und anderen Wiegetrittlern und wir machten uns daran das Feld von hinten aufzurollen. Thorsten machte sehr viel Führungsarbeit vorne und ich beteiligte mich auch aus Dankbarkeit sporadisch. Wir überholten eine Reihe von Gruppen, aber irgendwann ist auch einmal Schluss damit. Das Tempo war aber immer noch gut hoch im 35-40 Bereich und so kamen wir dann bereits nach 30 km oder so an die erste Verpflegungsstation. Wo dann alle bis auf einen und mich rausfuhren, um den legendären Butterkuchen zu tanken, nachdem diese RTF benannt ist. Ich fuhr einfach durch, zusammen mit dem Lotto Typen, der mir aber etwas zu schnell war. Stattdessen fand ich zwei weitere Mitfahrer, von denen der eine ein wunderschönes Basso Fiore di Loto hatte. Ich musste relativ viel vorne fahren, um das Tempo hoch zu halten. Da änderte sich, als Andi mit einer Gruppe von 5-6 Fahrer kam und wir uns teilweise daran hängten. Teilweise, denn die fiesen kleinen Anstiege sorgten dafür, dass hinten noch einige rausfielen. So ging es dann in gutem Tempo weiter zur zweiten Verpflegungsstation die ich ebenfalls ausließ. Diesmal musste ich ganz alleine weiterfahren und verirrte mich prompt. Zum Glück fand ich eine Strasse, auf der ein Paar Gruppen fuhren und hängte mich dran. Und zum Glück waren das auch Gruppen auf der 113er Runde.

Diese Gruppe war nun richtig flott und wir fuhren quasi ständig im 40er Bereich. Besonders fies waren die Abzweigungen – an jeder wurde arg schnell beschleunigt und ich musste mich mit 45 Sachen richtig reinhängen, um nicht den Anschluss zu verlieren. So langsam merkte ich, dass mir der Saft ausging und irgendwann würde ich wohl aus de Truppe rausfallen. aber da kam auch schon die dritte und letzte Station und die ganze Gruppe blieb stehen um zu essen. Ich war auch total überrascht wie viele Fahrer da standen, nach dem Tempo bislang hatte ich geglaubt ganz vorne zu sein. Auch hier fuhr ich durch und wurde dann relativ schnell von einer weiteren Gruppe eingeholt die etwas langsamer unterwegs war. Unter anderem waren da auch Fahrer aus Bruchhausen-Vilsen und Nienburg dabei.

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr auf der Autobahn fahrt und vor euch wird eine LKW-Zugmaschine abgeschleppt? Also so, dass die Fahrerkabine nach hinten zeigt und man das Gefühl hat, da kommt einem ein LKW auf der falschen Spur entgegen und gleich kracht man zusammen? Dieses Gefühl hab heute das Mädel vor mir, durch die Kombination aus geflochtenen Zöpfen und Brille.

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Zugmaschine

Hey, und wie man einen Helm richtig rum aufsetzt, darüber kann man durchaus in Bremen auch geteilter Meinung sein. Ich fühlte mich die ganze Zeit peinlich angestarrt und versuchte nicht auf die Banane zu gucken. Insgesamt war das aber eine gute Truppe, die mich schnell ins Ziel brachte.

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Norddeutschland

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Schau mir in die Augen…

Insgesamt bin ich heute auf 114 km fast einen 36er Schnitt gefahren, und habe in mehr als drei Stunden gerade mal 2 Minuten Pause gemacht. Also eine gute Vorbereitung für den Velothon in Berlin am nächsten Wochenende. Und ich war echt froh, als es vorbei war und ich wieder chillen und quatschen konnte.

DSCF2573 Das ist ja nach den RTFen immer viel zu kurz, weil alle gleich wieder zurück nach Bremen wollen. Und  da alleine zurückzufahren ja so gar keinen Spaß macht, schloss ich mich einer Gruppe mit Andi, Andres, Caro, Tanja, Tobi und einigen anderen an. Kurz vor 13:000 Uhr war ich wieder zuhause, mein Bett und seine Freunde lagen jetzt gerade mal im Bett.

Zu einem perfekten Wettkampf gehört unbedingt im Anschluss noch einmal richtig Stabi Training zu machen, um den Körper perfekt auszubalancieren. Hier empfiehlt es sich mit Gewichten und Partnern zu arbeiten, notfalls tut es auch ein etwas älteres und schwereres Handy.

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Vor dem Stabi Training

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Nach dem Stabi Training

Danke an Caro für die Assistenz beim Stabi Training. Nach dem Stabi Training fühlte ich mich auch wieder so richtig frisch. Den Tag anschließend verbrachte ich aber dann doch erst einmal im Bett und dann auf der Couch – und jetzt denke ich so ganz langsam an Fußball.

Danke an alle die heute mitgefahren sind und auf die wir warten oder nicht warten mussten. Und an den TSV Barrien für die gute RTF und den vielen Kuchen etc., auch wenn ich kein einziges Jersey heute von dem Verein gesehen habe.

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Vereinsübergreifendes Trainingscamp Mallorca Tag n+2

RSC Rot Gold, RRG, RCB, BBC, Tetrisfit, Bremer Rennradfront, Rennradfront Bremens … es ist wirklich schwierig den Überblick über alle Bremer Radsportvereine zu behalten, auch wenn man alle 24 Fahrer persönlich kennt, die dort engagiert sind.

Zum Glück macht man ab und zu etwas auf Mikro-level gemeinsam; dieses Jahr entschlossen  sich Mitglieder von RCB, Manta Squad, Pedalos, Randsportgruppe der freiwilligen Feuerwehr  Tenever und dem RoCB (Roller Club Bremen) gemeinsam nach Mallorca zu fliegen, dort zu trainieren und als Höhepunkt an dem Jedermannrennen Mallorca 312 teilzunehmen.

Heute das letzte Training vor dem Start morgen. Herrliches Wetter – ganz im Gegensatz zu gestern, wo man nichts machen konnte, außer in Palma zu shoppen und den Rapha Pop-up Store in der Kunstgasse zu besuchen: Erinnert stark an einen Party/heizungskeller der Siebziger, es fehlte lediglich Alufolie an den Wänden und eine Diskokugel. Ich probierte ein Jersey für €140 und es gefiel mir nicht. Palma ist ohnehin nicht gut für Männershopping. Dafür gibt es nette Cafes und guten Kaffee; Milchcafe z.B. schmeckt gut und heißt auf Spanisch „Cafe con lecce“, während man nach normalem Kaffee mit „Cafe sin lecce“ verlangen sollte.

Heute ging es um 10:00 Uhr los in Can Picafort. 6 Rennräder und ein e-bike. Das geht übrigens sehr gut, so lange man etwa BBC Freitagsrundentempo fährt. Auf den Steigungen sowieso.

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Erste Pause bei Petra (Ohren).

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Während die Mädels und Bo dort bleiben, machen Tobi, Thomas und ich uns auf zur Ermita de  Bonany hochzufahren. Nachdem wir bislang mit angezogener Handbremse unterwegs waren, brennen wir jetzt an der ersten, ernsthaften Steigung total durch. Also, ich zumindest. Sofort setze ich mich von den beiden ab und fliege die Steigung hoch. Prima, mein Puls geht auch wieder richtig hoch, jetzt auf 174, das war im Winter in Bremen nicht drin, noch nicht einmal in Okel. Ich gebe alles, als Thomas nonchalant a mir vorbeizieht, als wenn er mich nicht kennen würde und es irgendwie peinlich ist mit mir gesehen zu werden. Ein paar Minuten macht Tobi das gleiche mit mir; das immer näher kommende Kloster rettet mich.

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Oben vor der Kirche gibt es einen tiefen Brunnen, der mit einem Metalldeckel verschlossen ist. Tobi und ich verletzten uns beide schwer am Kopf, als wir versuchen beide gleichzeitig hereinzuschauen. Dann machen wir Photos von der Reflektion unserer Gesichter auf dem Brunnengrund.

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So etwas gruseligeres habe ich nicht gesehen, seitdem ich die letzte Folge X-Files schaute.Ah Moment, die Mathenoten meines Sohnes waren auch etwa so gruselig.

Wir fahren wieder zurück nach Petra und dann gemeinsam über kleine Strassen nach Can Picafort.

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Die Wiesen blühten am Strassenrand, die Ziegen grassten vor sich hin und es wurde jetzt auch richtig gut warm. So warm, dass sich die Knielinge auf einer Minimalhöhe einpendelten.

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Girlie Knielinge

Und dann waren wir auch schon da. Mit 25 in der Gruppe kann man quasi endlos lange fahren, irgendwann wird es dann schwierig, weil Schulter, Hals, Po, oder Arme weh tun, aber Beine, Herz und Lunge lächeln nur vor sich hin. Die anderen waren nervös wegen morgen und wollten es nicht übertun, aber ich hatte mich nicht rechtzeitig angemeldet und kann morgen tun und lassen was ich will.Früher, als Coppi, Motta und Harald L noch die Mallorca 312 fuhren, ging das Rennen noch einmal rund um die Insel. Damit ist es heute vorbei – einmal hoch in die Transmuntana, dann an der Flanke wieder zurück und ab nach Arta und wieder zurück. Erinnert mich an die Triathlonstrecke in der Bremer Überseestadt, ist halt nur länger.

Also machte ich mich auf nach Alcudia, dann weiter nach Port de Pollenca und hoch die schöne Steigung Richtung Cap Formentor. Das ging erstaunlich gut, aber am Leuchtturm dort ging mir Proviant und fast auch das Wasser aus. Irgendwie langte es dann aber doch bis zurück nach Port d’Alcudia. 150 km für den Tag, das war jetzt auch genug. Ich sass am Hafen, aß eine Pizza und schaute den Kindern beim Fussballspielen zu. Der n+nte Tag kann kommen.

 

 

 

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Dokodemo Tour.

„Es wäre doch nett“, dachte ich mir, „mal wieder zusammen am Wochenende zu fahren und nicht alleine mit schlechter Laune und Form gegen den Wind zu fahren.“ 

Zum Glück ist die Rennradbegeisterung ja gerade so, dass man in Bremen über die fb Gruppe jeden Tag mindestens drei Touren zur Auswahl hat, denen man sich anschliessen kann. Vor die Wahl gestellt morgens um Neun 150 km mit den Cracks, um Zehn 123 km mit Radler die ich nicht kenne (aber vermutlich auch teuflisch schnell sind) zu fahren, oder um Zwölfe zu Dritt mit Schnippo und Helge eine gemütliche 60 km Runde zu drehen entschied ich mich für das letztere. Obwohl mir klar war, dass das niemals gemütlich werden würde. Und später wurde mir auch klar, dass wir alles andere als zu dritt fahren würden, weil ca. 15 andere ebenfalls zu dritt unterwegs sein wollten.

Schnippo traf ich bereits an der Ampel der Erdbeerbrücke. Zuerst erkannte ich ihn nicht, da er vermummt war. Ich hatte lange keinen so vermummten mehr gesehen, der letzte vor Schnippo war Thomas, der im Sommer 1980 in Berlin aus Kreuzberger Seitenstrassen heraus Bullenwannen mit Farbbeuteln bewarf. Der Unterschied zwischen politisch motivierter Vermummung und radfahrtechnischer ist im wesentlich einen Frage der Mode: In den Achtzigern waren schwarze Baumwollvollmützen und Arafat-Feudel angesagt, heute sind es Textilien aus sogenannten Funktionsmaterialien (als wenn ein Material nicht immer irgendeine Funktion hätte, sogar Bibis Tasty Donut Duschschaum hat vermutlich eine) und neonfarbene Sonnenbrillen, die auch auf dem Spring Break in Mexiko ganz nett ankommen würden.

Radfahrerinnen mit Funktionsbrillen

Am Weserwehr wartet dann eine ziemlich große und bunte Truppe. Viele kannte ich wie Enno, Silvia, Thomas, Benjamin, Tim, Tanja oder Linda, viele waren mir neu. Das ist aber heute egal, denn hinterher kann man ja dann auf Strava nachschauen mit wem man gefahren ist und sich gegenseitig Kudos geben. Von Anfang an war klar, dass es innerhalb der Gruppe ein ganz erhebliches lila-schwarzes Leistungsgefälle geben würde. Da das ganze aber als gemütlich angekündigt war, sieht man darüber hinweg und brettert los.

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Auf zur Sonne, zur Freiheit nach Okelweyhe.

Der Himmel über Bremen zeigte sich heute von seiner besten Seite: Strahlend blau, dazu aufgrünende Wiesen und Felder, wenig Verkehr und hier und dort die ersten Osterblumen und Krokusse. Nach dem Salalom auf dem Deich, ging es ab dat Autohaus auf normalen Straßen und Rückenwind schnell Richtung Süden über Kirchweyhe, Südweye und Sudweyhe nach Okelweyhe oder so. Hinter Okel erhebt sich majestätisch der Okeler Berg. Man fährt in den Ort herrein, dreht ein paar Kurven und dann plötzlich hinter den in der Sonne glitzernden Bürotürmen Okels taucht der Okeler Berg in seiner vollen, angsteinflössenden Größe an. Man hat vielleicht schon einmal den Nanga Parbat oder das Stilfser Joch im Fernsehen gesehen, hat von den Verrückten gehört die dort hochgekraxelt sind und von den Vernünftigen die dort starben, und all das kommt einem gleich in den Sinn gleich hinter Okel. Nebenbei gibt es dort auch einen Strava KOM zu knacken, so dass das Tempo dann gleich mächtig anzieht. Das Feld reißt es dann gleich auseinander, rot-schwarz ganz weit vorne, lila-schwarz ganz weit hinten und dazwischen recht bunt. Ich quäle mich hoch und denke an Yabitsu-Toge oder Matsuhime Toge in Japan, ähnlich anspruchsvolle Gipfel. Oben warten wir in der eisigen Umklammerung der Gipfelkälte, bis alle aufgeschlossen haben.

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Gipfelkreuz auf dem Okeler Berg

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Warten in der Eiseskälte

Von dort aus geht es zackig weiter richtig Gödestorf und Wachendorf bevor wir uns dort wieder auf in Richtung Bremen machen. Eine größere Gruppe verlässt uns, um mehr als 60 km zu fahren. Wir machen uns weiter auf den Weg Richtung Schnepke. Trotz Pause und Verletzung bin ich ganz gut drauf, versuche jede Steigung schnell zu fahren und auch vorne Tempo zu machen.

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Unten: Richtung Schnepke. Oben: Richtung Malle vermutlich.

Es fällt auf das Schröder fehlt. Gerüchte kursieren, dass er krank ist, oder Feuer löschen muss. Vorne singen wir gemeinsam die Ode auf Schröders Tasche. Also was für den richtigenSchröder seine Kuscheldecke ist, ist für den wahren Schröder seine Mammut Hüfttasche.

Das Ding ist winzig, zuerst denkt man, das ist eine SD-Karten Aufbewahrungstasche, und ich rede hier von Micro SDs. Aber dann holt Schröder beim fahren was dabei heraus. Und noch was. Und noch was und noch was und noch was. Unglaublich, Mitfahrer berichteten. dass er angeblich erst eine Standpumpe, anschliessend einen Doppel Whopper und dann noch ein Elektroschweißgerät aus dieser Tasche zauberte. All dies ist übrigens nicht neu, natürlich gibt es da alles bereits in Japan. Dort gibt es einen Comicfilm Doraemon, in dem eine blaue Roboterkatze und ihr jugendlicher Freund Nobita die Hauptrollen spielen:

Doraemon, Mammut Hüfttasche nach vorne gedreht.

Der blaue Roboter Doraemon hat ein katzenähnliches Aussehen.  Er wiegt 129,3 Kilogramm, ist 129,3 cm groß, kann 129,3 cm hoch in die Luft springen und rennt bis zu 129,3 km/h schnell. Am Bauch trägt er eine Tasche, die Yojigen-Poketto, auf Deutsch vierdimensionale Tasche, die in ein anderes Raumkontinuum mündet und deshalb unendlich viel Platz bietet. Aus der Tasche holt er bei Bedarf allerlei Gegenstände aus der Zukunft, etwa eine Überall-Tür und diverses anderes technisches Spielzeug. 

Es gibt einige Toyota Commercials in denen, man glaubt es kaum, Jean Reno den Doaremon spielt und die Dokodemo Door hervorzaubert.

Am besten daran gefällt mir ja wirklich die Überall-Tür, auf japanisch die „Dokodema Door“. Doaremon halt diese Tür aus seiner Tasche raus, man sagt wo man hin möchte, macht  die Tür auf und schon ist man da: „Syke!“. Na bitte, klappt doch.

Schröder zieht daher seine Mammut Hüfttasche auch niemals aus. Er trägt Sie unter dem Jacket bei der Arbeit, beim schwimmen im Horner Freibad und auch nachts unterm Schlafanzug. Also, das hört man so.

Wir fuhren derweil von Syke den Berg zum Golfkurs hoch und wieder zurück nach Okel. An jedem Ortschild wurde gesprintet, meist waren Schnippo, Benjamin und Carlos Estobar vorne. Und ehe wir uns versahen waren wir dann auch schon wieder am Weserwehr nach ziemlich genau 60 km (Strava).

Eine schöne Tour an einem schönen fast-Frühlingstag – Danke an alle die mitgefahren sind. Die Gruppe zusammenzuhalten hat auch gut geklappt, allerdings muss man dann auch irgendwann so ehrlich sein und den Stecker ziehen, wenn es wirklich nicht geht. Aber das klappte ja auch gut.

Schröder, wir haben Dich vermisst.DSCF2238

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Lowrider für Tobias

Tobias, in wenigen Tagen Teil eines weltweit agierenden Automobilkonzerns – wenn auch nur für wenige Monate zunächst – schwärmt für Low Rider.

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Ich mag ja klassische Rennräder lieber.

 

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