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Harzige Fotos

Schnoopy Cat war so nett und diese Fotos von der Harz Finale Tour am letzten Sonntag zur Verfügung zu stellen.

Wie bereits berichtet, kehrten wir relativ rasch nach dem wir den Weg aus Bad Harzburg gefunden hatten (Merke: Alle Wege führen nach Bad Harzburg, aber selten einer hinaus!) in ein bekanntes Restaurant am Wegesrande von Wernigerode ein.

Nein, dieser Helmtragende, schuldig blickende Hamburgeresser war nicht der Einzige der Trost in der wenig leistungsfördender Kost fand.

Glücksrad (zu diesem Zeitpunkt) war auch da.

Und auch noch einige Andere fanden Trost und Zuspruch. Doch bald ging es weiter Richtung Brocken:

Und die ersten ernsthaften Anstiege begannen. Wilde Erdbeeren, so weiß die erfahrene Geologin, gedeihen am besten an Steigungen von 10% oder mehr.

Die hemmungslose Beschäftigung mit wilden Erdbeeren führt leider dazu, dass der Rest der Truppe bei Brause und Erbsensuppe irgendwo anders wartet.

Endlich auf dem Brocken angekommen muß erst einmal am Unglücksrad gefummelt werden. Dieses wird zunächst ein Single Speed.

Dann wird der Augenblick des Triumphes über die Höhe noch einmal auf Zellulitis gebannt.

Und schon geht es wieder zurück. Unglücksrad ist mittlerweile auf No Speed umgebaut. Das ist ein gutes Training für die Einen und keins für den Anderen.

Aber Dank einer sehr geschlossenen Mannschaftsleistung bekommen wir Unglücksrad nach Wernigerode gezogen, gedrückt und gerollt.

Geschafft. Mir scheint, als wenn es noch einige nicht öffentliche Fotos aus dem Zug mit Haribotüte gibt, aber das lassen wir einmal bis zum nächsten Mal.

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Harz Finale : Was wirklich geschah!

Bevor heute Abend das falsche Finale angepfiffen wird, kommt hier erst einmal die wahre Geschichte des wahren Harz Finales.

Natürlich habe ich überhaupt keine Lust an einem Samstag am sechs Uhr aufzustehen. Vor allem dann, wenn die ganze Woche bei der Arbeit hart und größtenteils unerfreulich war und die Party am Donnerstag Abend schon in der 20., spätestens aber in der 36. Minute zu Ende war. Ich fuhr von der Party nach Hause durch die Straßen Bremens nach Hause und niemals irgendwann war es so still in der Stadt. Am Freitag Abend habe ich mich dann noch mit dem Fixie für eine Stunde ausgetobt, aber auch dann noch lag eine seltsame Mischung von Sommer und Melancholie meterdick hoch auf beiden Seiten der Wümme.

Der Wecker klingelte „LAUT !“ und ich hatte meine üblichen Visionen von entzündeten Sehnen, angeknacksten Knöcheln und usbekischen Geheimagenten die mich in einen handgeknüpften Teppich einrollen, auf ein Düsenkamel schmeissen und mich ab nach Taschkent  entführen. Da stellt sich alles als ein großer Irrtum raus, am Montag sitze ich bereits wieder an meinem Schreibtisch, in der Schublade ein Entschuldigungssschreiben des usbekischen Präsidenten. Jedenfalls war ich froh, das ich das ganze mit organisiert habe, die Verantwortung wiegt dann schwerer als sämtliche Unlust und das hilft mir aus dem Bett zu kommen.

Kurz vor Sieben war ich am Bahnhof und recht schnell trudelten auch Tobias (aka Tobias), Rote Sora (aka Silke), Blitzrad (today known as „Unglücksrad“) und Torsten und Karin ein. Das sollte es auch sein, aber hey, sechs starke Fahrer sind 50% mehr als ein Bahnvierer. Leider auch einer mehr als ein fünfer Niedersachsenticket. Am Bahnhof wurde noch kräftig eingekauft, denn wir alle hatten mehr oder weniger wenig gegessen. Der Regio nach Hannover war wieder nervig voll mit schweren Trekking und MTB Fahrern, so daß wir die übliche Angst um unsere Räder hatten. Am besten ist immer noch die Strategie: Abstellen, ins Abteil gehen, und setzen, Türe zu und nicht mehr darüber nachdenken. Mit ein wenig gutgemeinter Ignoranz gehen doch die meisten Probleme weg. Bei den meisten Kratzern an meinem Rad kann ich auch nicht mehr sagen wie neu die wirklich sind.

Die Stimmung war jedenfalls gut, mindestens so gut wie das Wetter. Intensivst wurde die faszinierende Routenplanung von Torsten und Karin diskutiert. Wir wollten alle auf den Brocken, zum vorletzten Mal als ich da in der Gegend war lag das Ding nämlich noch in einem anderen Staat. Das letzte Mal hatte Kaipi mich nicht gelassen. Vorher hatte der Staat uns nicht gelassen. Natürlich wollten wir auch alles auf die B4 in Bad Harzburg, vom Tour Magazin als eine der schönsten Radstraßen der Welt ausgezeichnet und wärmstens von Karin empfohlen. „Alluviale Schwemmlandschaften kreuzen sich hier mit erruptiven Granitformationen aus dem Pleistozän.“ war ihre recht einleuchtende Erklärung, der auf Anhieb niemand zu widersprechen wagte. Kreuzen ist auf jeden Fall schon mal gut. 

Natürlich durften auch Technikdiskussionen nicht fehlen bei einer richtigen Tour. Tobias z.B. hat nicht nur ein Jersey von Campagnolo (Tobias hat einen extrem verlängerten Oberkörper, so daß nur Campagnolo in der Lage ist Trikots für ihn zu fertigen die über den Bauchnabel reichen) , sondern auch alle Teile an seinem rad sind von Campganolo. Bis auf Schaltung, Bremsen, Laufräder und alles andere was Rose so an das Ding dran gebaut hat. Was Tobias aber nicht an seinem Rad hat sind Basaltfasern. Die habe nur ich, in meiner Ritchey Sattelstütze von Canyon und die sind unglaublich komfortabel! Jeder der schon einmal auf einem Basaltsofa gesessen hat, weiß wovon ich rede.

Das ist aber immer noch bequemer als eine Runde Rad auf meinem alten Cervelo Soloist S1 zu fahren. Das ist so hart, dagegen sind die Sitze der deutschen Bahn Mayonaise. Ansonsten unterhielten wir uns noch über Personen (Lance Armstrong, Balotelli, die hübsche Kassiererin bei Stadler) und ihr Eigenschaften (Arschloch, Arschloch und hübsch). Unterbrochen wurden wir von Rufen wie „Schau mal die Berge!“  „Der Brocken! Der Brocken“ Ui!“und so weiter. Und ehe wir uns versahen waren wir auch schon in Bad Harzburg, das kleine Bremen in den Bergen, wie es von seiner lokalen Bevölkerung liebevoll genannt wird. 

Datei:Bad harzburg station window.jpg

Das Bahnhofsfenster  zeigt die Stadt Bad Harzburg am 30. Januar 1933, seitdem hat sich wenig geändert, so daß wir anhand des Fensters einfach die Straße nach Braunlage finden konnten. Zum Glück hatte Torsten ja bereits alles auf seinem Garmin programmiert, den Rest hatte Karin im Kopf. Es stellte sich dann nur leider heraus, das die B4 irgendwann nach 1933 in eine 12 spurige Autostraße umgebaut worden war, auf dem Radfahrer eine Überlebenschance unwesentlich kleiner als 0,0000000000000001% haben. Pro Minute. Zum Glück hatte Torsten ja noch seinen Garmin, in dem er einfach „Braunlage“, unser Ziel eingab, und das ihm dann, während mir mehr oder minder sinnlos konzentrische Kreise durch Bad Harzburg fuhren, ausrechnete wo es lang ging. Die Tatsache, dass das Gerät eine Entfernung von 346 km angab (Angeber!) hätte uns irgendwie stutzig machen sollen. Nach einer halben Stunde kannten wir Bad Harzburg bereits recht gut und Torsten fuhr voll in ein parkendes Auto das laut Garmin nicht hätte da sein dürfen. Karin hatte die Route anhand von geologischen Formationskarten geplant und verlangte nun nach 3 km tiefen Kernbohrungen um die Position und Richtung zu überprüfen. Der Rest fuhr einfach hinterher. Das macht Spaß, wenn es einen Weg mit 50 km/h runter geht und weniger Spaß, wenn es den gleichen Weg mit 15 km/h wieder hoch geht – und man dann letztendlich immer noch am Stadtrand von Bad Harzburg steht. Der Stimmung tat aber all dies keinen Abbruch. Zum Glück trafen wir auf ein paar Bauarbeiter die uns dann den richtigen Weg nach Wernigrode zeigten. Das fanden wir dann auch ein besseres Ziel als Bad Harzburg und machten uns auf den Weg dorthin.

Jetzt kamen wir auch gut voran unter blauem Himmel, flockigen Wölkchen und dem Brocken auf der rechten Seite. Das Terrain ist doch ein wenig anders  als in Bremen. Es geht so rauf und runter, nicht zu viel aber ständig. Ist ein bißchen wie eine Woche im Leben wenn man älter wird. Die großen Pässe liegen hinter einem, aber es gibt zum Glück noch hier da ein wenig Aufregung im Alltag. Und schwupps waren wir in Wernigerode. Na ja, schwupps heißt nach gefühlten 24 Stunden, unsere Mägen waren leer, so daß wir zunächst einmal ein Restaurant aufsuchen mussten um etwas zu essen. Dieses Restaurant ist dafür bekannt, dass es leistungsfördernde Gesundheitskost zu günstigen Preisen verkauft. Und so machten wir uns frisch gestärkt auf den Weg nach Schierke, wo wir dann den Anstieg auf den Brocken wagen wollten.

 Blitzrad (hier noch) und Tobias in Wernigerode. Die Masse da vorne ganz hinten ist der Brocken.

 Das machte jetzt richtig Spaß. Die Anstiege wurden langsam knackiger  und das Tempo etwas langsamer. Aber raus aus der Stadt und bei so einem Wetter in der Natur – das war schon prima. Langsam ging es nun von etwa 200m auf 500m, immer schön mit Schildern am Straßenrand, so dass wir wussten wie viel wir bereits geschafft hatten. Linkerhand kam ein Parkplatz an einem Bahnhof der Brockenbahn wo wir kurz Rast machten. Karin, so stellte sich später heraus, wurde von einer Bande wilder Erdbeeren überwältigt, die sie mächtig aufhielten so dass Sie später zu uns stiess. Tja, sie fährt halt mit offenen Augen durch die Welt. WEnn man mich fragen würde, was ich auf der Fahrt nach Schierke bemerkt habe, dann würde ich vielleicht sagen „Mein Vordermann fuhr einen Conti GP4000S in schwarz“ oder „Scheiß Belag!“ Wir bewunderten dann aber trotzdem die Auswahl an Brause und Erbsensuppe und waren froh bereits gegessen zu haben.

Und dann, schwupps, waren wir in Schierke und machten uns direkt auf den Weg. Tobias und Torsten nutzten noch schnell die Gelegenheit vor dem Anstieg ihr Körpergewicht zu optimieren. Ich fuhr so vor mich hin, bis ich von Tobias überholt wurde, aber dann legte ich auch einen Zahn drauf, de Anstieg war so bei 3 bis 4% im Wald, schön kühl und das ganz machte viel Spaß. Leider ging dem Brocken dann irgendwo der Wald aus und die Anstiege wurden steiler so dass es dann wesentlich anstrengender wurde. Aber zum Glück gibt es dann zwischen durch auch wieder ein paar flache Stücke, bis man dann zu eine Bahnüberquerung der Brockenbahn kommt. Von hier aus ist es nur noch einen Kilometer bis nach ganz oben, aber leider wird der Straßenbelag wirklich mies und das Stück ist total voll mit Fußgängern. Diese sind schon recht platt vom Anstieg und nicht sehr kooperativ, so daß man sich an den steilen Rampen seinen Weg durch eine Kombination von Schotter und Hindernissen suchen muss. Und dann ist man oben. 

Für Blitzrad, in seiner jugendlichen Stärke war das alles natürlich viel zu einfach gewesen, so dass er am Ende, kurz vor dem Ziel sein Schaltwerk durch die Speichen zog um den Schwierigkeitsgrad der ganzen Geschichte zu erhöhen. Zum Glück fanden wir einen MTBler mit Kettennieter, so daß wir sein Rad auf Single Speed umbauten.

Man beachte das Fabribat der Kurbel: „Full Speed Ahead“ wurde zunächst zum „Singele Speed Ahead“ und später dann zu „No Speed Ahead“

Wir hingen dann erst einmal eine Weile auf dem Brocken rum, bis wir dann alles gerichtet hatten. Die Abfahr ging dann zunächst über den sehr miesen letzten Kilometer, aber dann wurde die Straße besser, schnell und es waren viel weniger Leute da. Ab und an nervte ein Pferdewagen, aber es machte richtig Spaß und wurde richtig schnell. Nachher im Zug zückten wir alle unsere Tachos, ähnlich wie beim Autoquartett und sagten „Maximalgeschwindigkeit: 65 km/h  erst!““ oder ähnliches. Unglücksrad, dem das alles noch nicht schwierig genug war, hatte nun die super Idee auch noch seine Kette reißen zu lassen. Zum Glück ging es aber größtenteils nur noch bergab, so das wir ihn zwischen uns nahmen und anschoben. Das klappte recht gut. Das sind immerhin fast 30 km vom Brocken bis zum Bahnhof in Wernigerode. Abwärts laufen lassen, dann wieder schieben, wir wechselten uns da immer ab, aber wir waren enorm schnell und schwupps am Bahnhof. Blitzrad aka Unglückrad aka Keinradmehr wartete dann dort auf den Zug nach Hannover und der Rest machte sich auf den Weg nach Bad Harzburg wo wir dann in den selben Zug einsteigen wollten. Zurück ging es echt fix. Also überhaupt kein Vergleich zu der Hinfahrt. Irgendwie waren wir einfach schnell und dann …. da. 

Schnell die Sachen aus dem Schließfach, die anderen gehen schon zum Gleis. Ich wollte mich noch umziehen mit frischen Sachen, da ist aber keine Toilette und auch keine Zeit. Egal, Hose runter und so steche ich einige Sekunden nackt in der wunderschönen Bahnhofshalle von Bad Harzburg bevor ich auch zum Gleis gehe. Der Zug mit Keinradmehr kommt, aber er sitzt viel zu weit vorne und in der Mitte ist der Zug getrennt, so daß wir ihn nicht bis Hannover sehen. Bei uns ist die Stimmung gut, wir haben eine Menge erlebt und Silke hat zum Glück eine Tüte Haribo dabei um uns aufzubauen.

Neben uns im Abteil ist eine Gruppe von Kindern die einen Geburstag im Zoo von Hannover gefeiert haben. Die beiden erwachsenen Betreuer geben uns die übrigen Möhren und Paprika, so daß wir langsam wieder zu Kräften kommen. Und schwupps sind wir wieder in Bremen. Im Endeffekt sind wir so um die 110 km gefahren (der Tachovergleich im Zug zeigte dann doch sehr unterschiedliche Werte an die von 110 bis 166 km/h reichten. Torsten hatte die wenigsten km da er über ein Auto gefahren war wo alle andren einen weiten Schlenker gemacht haben. Und vielleicht so um die 1.500 Höhenmeter, wenn man dem Barometer glauben darf.

Das wahre Harz Finale hat mächtig Spaß gemacht. Und in diesem Sommer noch ist dann  Harz II geplant. Die ursprüngliche Idee dabei war, daß man ohne Fahrkarte von Bremen nach Bad Harzburg kommen muß, und sich dann dort ein Rad „besorgt“ um die Tour zu fahren. Na ja, vielleicht machen wir das dann doch anders. Wie das wahre Harz Finale gezeigt hat, gibt es immer Differenzen zwischen Plan und Wirklichkeit.

 Danke an alle die dabei waren – wir werden noch in Jahren darüber sprechen. Unsere Enkel werden dann sagen „Oma/Opa, hör auf wieder vom Harz zu erzählen, das habe ich schon so oft gehört.“ Na ja, das sagte ich ja auch zu meinem Opa, der in den Vierzigern im Russland nicht zum Radfahren war. 

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Kotter Lotus John Player Spezial

Formel Eins mochte ich eigentlich nie.

Bzw. ich fand das nicht wirklich spannend, besonders heute wenn Rennen entschieden werden, wann wer zum tanken rein fährt und neue Reifen bekommt.  Einige Formel Eins Rennwagen hingegen, aber auch andere sehen richtig gut aus. Versteht ihr was ich meine? Habt ihr ähnliche Erinnerungen an die Autos mit denen ihr als Kinder gespielt habt? Die stärksten, schnellsten und coolsten Boliden die in unserer Holzkiste zu finden waren?

Tyrell

Porsche 917 (nicht F1)

Porsche 917 (auch nicht F1). Und jetzt der Höhepunkt, waraum ich diese endlos lange Vorgeschichte brauche:

Lotus

Den mochte ich irgendwie ganz besonders. Das hing damit zusammen, das meine Eltern, die beide nicht rauchten und beide anglophil waren, einen Riesenvorat an englischen Zigaretten hatten, den ich ihnen langsam und heimlich wegrauchte. Meine favorisierte Marke war John Player Special, der Sponsor des Lotus Teams. Daneben hab es noch Benson & Hedges and filterlose Navy Cut die nur in Notsituationen zu ertragen waren.

So 1975 fuhr ich mit meinem Freund Dietmar Beck (Heute Polizist) auf eine Motoradshow in Essen. Einfach grottenschlecht und total langweilig. Ich hatte etwas Geld und kaufte mir einen Aufkleber, eben den von John Player Special, rund, fast so groß wie eine LP und der pappte dann auf meinem Jugendschrank. Leider war das eine schlechte Kopie aus Wanne Eickel (dem China der Siebziger), denn auf dem Aufkleber stand

JOHN PLAYER SPEZIAL

was mir aber erst mein Vater zuhause sagte. Typisches „Problem anderer Leute Feld“. Ich ignorierte was er sagte und war weiterhin stolz auf dieses zeitgerechte Souvenir der Rennwelt.

Heute fuhr ich nach Hannover, um mein neues Kotter Rennrad abzuholen, dass ich vor ein paar Wochen für viel Geld bei Ebay erstanden hatte. Mit Rahmenhöhe 56 cm ist es viel zu klein für mich, aber es ist aus den späten Achtzigern, wunderschön ausgestattet und  vor allem seit 20 Jahren quasi nie gefahren. Alles an dem Rad ist quasi neu, inklusive Kette und Reifen.

Das Rad ist nicht für mich, vor einiger Zeit habe ich ein Kotter für einen alten Freund aufgebaut., das Kotter Arabia. Nun möchte er seiner Frau Heike auch ein schönes Rad schenken, so dass sie gemeinsam fahren können. Der Name Arabia ist übrigens nicht nur wegen der Arabesque Ausstattung von Shimano gewählt worden. Tobias lebt derzeit tatsächlich in Riyadh, Saudi-Arabien und bald wird er mit seiner Frau entweder dort oder in Dubai sein.

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Ich werde in den nächsten Wochen das Kotter für Heike Damengerecht und komfortabel umbauen. Außer dem Rahmen und den Laufrädern, die wirklich ganz exzellent in Schuss sind, kommt alles runter und dient der Finanzierung dieses Projektes. Statt einem Rennradlenker werde ich einen Trainingsbügel montieren mit sehr schönen Dia Compe Hebeln die anstelle der Lenkerstopfen verankert werden. So wie bei dem Eley Kishimoto Rad. Die Komponenten sonst werden im wesentlich Shimano 600 (6200er Serie) und Golden Arrow werden. Ich habe noch eine NOS Golden Arrow Kurbel die ich hierfür aufgeben werde, sowie gut erhaltene Schalthebel und Umwerfer.

All das wird seine Zeit brauchen, es muß aber fertig sein zum großen Sommerfest auf dem Landgut in Meck Vorpom.

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Kotter Arabia, für Tobias

Mit Tobias bin ich mal von Tokyo nach Enoshima gefahren.

Wir waren jung (von heute aus gesehen), im selben Stipendienprogramm in Japan (DAAD SP), hatten einen ähnlichen Humor und kamen relativ frisch 1990 oder 1991 in Japan an. Ich hatte noch nicht mein Panasonic Rad aber Tobias hatte schon etwas schickes gekauft und eines Tages beschlossen wir, daß wir uns auf den Weg von Tokyo an die Küste machen sollten. Jürgen, mein Mitbewohner lieh mir netterweise sein Orginal „Shogun“ Rennrad. Nach heutigem Maßstab Schrott. Wir machten uns also auf dem Weg, ohne jegwelche Idee wo es hingehen sollte und mit sehr bescheidenen Japanischkenntnissen. Es dauerte endlos und wir fuhren viel im Kreis. Die Japaner, die wir nach dem Weg fragten hatten offentlichtlich alle keine Ahnung von ihrem Land.. Wir kamen also irgendwann an der Küste an, machten ein Foto and fuhren dann eiligst wieder zurück. Das war ein selten blöder Trip, der aber den Grundstein für viele weitere legte.

Kaum zu glauben, daß der Mann heute seriöser Anwalt ist. Ich sah übrigens noch bescheuerter aus und deshalb ist hier auch kein Photo. Kaum zu glauben, daß ich heute seriöser Professor bin.

Eigentlich war es die Mutter aller sinnlosen Abstecher.  Bei Postivo Espresso war ein „sinnloser Abstecher“ („pointless ride“) eine Abweichung vom Weg, meistens hart und schwer und den Berg hoch, die aber dann entweder zurückgefahren wird da eben sinnlos, oder uns aber dem Ziel keinen Schritt näher brachte. Einer der sinnlosesten „Abkürzungen“ ist der Abstecher zwischen Ome und Okutama zur Mitaka Kabelbahn. Das sind zwar nur 1.540 Meter Strecke , aber auch 183 Meter Höhenunterschied, mit vielleicht 50 Metern  davon auf dem ersten Kilometer. Einfach total sinnlos dorthin zu fahren.

Egal. Also Tobias und ich waren zwei Jahre in Japan zusammen. Er machte dort sein Praktikum in der Anwaltskanzelei Nagashima & Ono  & Ono  & Ono  & Ono  & Ono  & Ono  & Ono  & Ono  und ich lernte meine Frau kennen. Er war bereits mit der bezaubernden Heike verheiratet.

Wir bleiben dann auch nach Japan sporadisch in Kontakt. Tobias war mit seiner Familie lange in Moskau und dann später in München, während ich wieder nach Japan ging. 2010 waren wir dann beide in Deutschland, aber Tobias trainierte für seinen nächsten Einsatz in Saudi-Arabien und war in einem Camp im Yemen. Dort lernte er arabisch und nebenbei das ballern mit Kalaschnikovs. Heike blieb in Deutschland, kaufte Wohnungen und Häuschen und renovierte diese. Aber zumindestens sahen wir uns nun ab und an wieder, denn im Sommer im August, organiserten die beiden immer ein Fest auf Schloß Diemitz (die Hütte auf dem Foto im dunklen Hintergrund) in der Mürritz zu dem wir gerne kamen.

2011, als wir zum zweiten Mal auf Schl0ß Diemitz waren, bequatschte ich Tobias, daß ich ihm sein Jugendtraum Rad bauen könnte. Nett wie er ist gab er mir einen Batzen Geld und freie Hand und ich war im Gegenzug sehr freizügig mit meiner Zeit. Er wollte ein Rad mit dem er Freitags, wenn die lokale Bevölkerung  in der Moschee betet, durch die Straßen von Riyad flitzen kann. Ich wollte etwas sandfarbenes, mit einem Logo von zwei gekreuzten Palmen oder Krummsäbeln vorne am Steuerkopf und auf jedenfall komplett Shimano Arabesque ausgestattet. Diese Gruppe ist so schön und so komplett neben unserer Zeit, wer würde heute in Europa noch ein Produkt vermarkten wollen, das einen klar islamistischen Bezug hat? IKEA? Garderobenständer Minarett? Da riskiert man doch sein Leben!

Also, Tobias gab mir ein paar einfache Vorgaben: Sein Rad sollte gut aussehen, alt und teuer sein, einen schönen alten, dunklen Rahmen und nicht allzu dünne Reifen haben und vor allem, an den Ausfallenden sollten Adjustierschrauben sein. Davon hatte er immer geträumt, das war das Zeichen eines tollen Rennrads.

Ich fragte dann noch ein paar praktische Dinge und wir waren uns schnell einig. Danach verbrachte ich dann sehr viel Zeit auf Ebay und anderen Foren um die ganzen Einzelteile zusammenzukaufen. Die Suche nach einem schönen Rahmen war am schwierigsten. Ich wollte instinktmässig etwas italienisches. Also ehrlich, ich mag eigentlich keine Rahmen aus anderen Ländern, vermutlich weil ich ja selber halber Italiener bin (meine Mutter istUrdeutsche aus Südtirol, seit 1918 italienisch). Da gab es aber nicht das richtige. Irgendwann sahen wir dann einen Kotter Rahmen. Das ist ja nicht der dolle Name, wenn man davon absieht, dass es eine verschworenen Gemeinschaft von Anhängern der Marke gibt und Didi Thurau einmal für den Rennstall der Marke gefahren ist. Der Besitzer selber war, glaube ich, Opernsänger.

Aber dieser Rahmen war wirklich schön. Ich würde mal sagen so etwa von 1990 oder ein wenig später. Anlötumwerfer. Der Bremszug für hinten verläuft komplett im Oberrohr. Der ganze Rahmen ist verchromt und dann ganz leicht lackiert, so dass der Chrom durchscheint, das sieht sehr schön aus und heißt auf italienisch „Chromavelato“. Das sieht wirklich wunderschön aus, ist aber auch leider nicht sehr haltbar. Aber toll ist es schon. Das Kotter hatte so einen farblichen Auberginenüberzug. Außerdem passte die Größe und hinten gab es Adjustierschrauben an den Aufallenden. Tobias sagte ja, ich kaufte den Rahmen recht teuer ein und machte mich an den Kauf der anderen Komponenten.

Die Shimano Arabesque Teile hatte ich relativ schnell zusammen. Tobias hat dann netterweise die Kurbel für mich poliert und Velosport in Bremen den Steuersatz eingebaut. Mein Radhändler um die Ecke, Einrad konnte nicht. Die haben auch nur einen, dafür aber sehr guten und netten Mechaniker, und zwar den „Kreet“.

Ich wollte keine Shimano Arabesque Bremsen haben, da die nicht gut bremsen und nicht gut aussehen. Stattdessen wollte ich Shimano 600 Bremsen montieren, die nicht gut bremsen aber phantastisch aussehen.

Hier die Shimano 600AX an meinem weißen Olmo. Ich bekam sogar Shimano 600 Bremshebel noch mit guten, brauen Gummis. Sehr viele Teile habe ich bei Sella Berolinum gekauft. Die waren sehr nett und haben mir gut geholfen, vor allem als es um die Auswahl ledriger Komponenten ging. Ein wenig hat mir auch Uwe von Studio Brisant Unterstützung gegeben, bei dem ich mal mein eigenes Peugeot SB gekauft hatte.

Es dauerte recht lange aber als ich alles zusammen hatte fing ich mit dem montieren an. Die Laufräder habe ich zunächst auf der Basis von Shimano 600AX Naben und Mavic Drahtreifenfelgen, ich glaube Modul E2 gebaut. Das Zusammenbauen von allem klappte problemlos aber mir fehlten die Reduzierhülsen für die Züge. Und als dann alles zusammen war, rasselte das kleinste Ritzel immer durch. Ich habe zunächst den Spacer rausgenommen, und zwar zwischen dem Hauptteil der Cassette und dem letzten, aufschraubbarem Ritzel (Uniglide).   Es ging aber nicht.  Auch das in die Ecke stellen und ignorieren klappte gar nicht. Dann habe ich das Teil doch zu Velosport gebracht und der Gott der alten Räder dort hatte noch ein altes Uniglide Ritzel das er einbaute und seitdem läuft die Kiste.

Ansonsten gibt es noch ein sehr schönesund teures  Lederband am Lenker, einen wunderschönen Gyes Sattel und eine Satteltasche aus meiner Jugend in der auch so ein typischer „Knochen“ aus meiner Jugend ist um Reparaturen am Rad unterwegs durchzuführen. Und ein Paar MKS Pedalen mit passenden, braunen Lederriemen. Und enem Nito-Kopie Flaschenhalter.

Ich wäre neidisch, wäre das Rad nicht etwas zu klein für mich.

Nachdem alles schön zusammengebaut war habe ich das Rad vor ein paar Wochen nach München geschickt, wo es nun auf Tobias wartet. Heike war schon mal sehr angetan.

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Alles über das Kotter Arabia hier.

 

 

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Ein weisses Rennrad

Klar, sieht man.

Dieses hier hat Tobias aus Bremen aka „Audi Freak“ gebaut. Die Basis ist ein alter, neuer unbekannter Rahmen aus Lagerbeständen der Achtziger Jahre der Stadt Bielefeld. Daran wurde eine komplette alte Shimano 105 Gruppe (1050) verbaut, die von einem anderen Projekt, einem Benotto stammt. Das Ergebnis sieht sehr schlicht und klar, vor allem vor dem Hintergrund dieser rot-braunen Klinkerwand aus. Von der Idee hin finde ich das eigentlich sehr ähnlich zu meinem Canyon minus dem Orangeanteil.

Tobias hat noch vor den Rahmen mit selbstentworfenen Logos zu bekleben. Zunächst einmal aber wäre er dankbar für eine Kommentierung seiner Arbeit.

Man könnte das Rad natürlich auch in das Rennrad-News Forum stellen, etwa unter die Rubrik „Zeigt her eure Klassiker“ und die Forumsmitglieder um ihre Meinung bitten. Leider sind die Kommentare oft nicht wie erwartet („Dolle Sache!“) sondern zeigen von einer pessimistischen Herangehensweise an die Probleme dieser Welt im Detail („Die Ventilkappen gehen ja gar nicht“). Aus diesem Grunde habe ich einige einfach formulierte Regeln aufgestellt, wie man Beiträge dieser Art im Forum formulieren sollte:

DER CYCLYNG RATGEBER FÜR GUT FORMULIERTE BEITRÄGE UND KOMMENTARE IM RENNRAD-NEWS KLASSIKER FORUM

Regel #1:
Jeder Kommentar zu einem präsentierten Rad muss anfangen mit:
„Schönes Rad, aber leider…“
Auf diese Art und Weise wird unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, dass man egentlich en ganz netter Mensch ist, aber das Rad eben nicht so doll findet. Oder man schrecklich neidisch ist. Oder man wahnsinnig viel Ahnung hat.

Beispiel 1:
„Schönes Rad. Aber leider wurden die Innengewinde nicht Nippel nicht mit Öl gereinigt, das vor 1990 produziert wurde. Gehört also nicht in diesen Thread hier.“
Wirkliche Aussage: „Dein Rad kannst Du in die Tonne kloppen ber schick mir die Nippel vorher.“

Beispiel 2:
„Schönes Rad. Leider scheint mir das Lenkerband anderes rum gewickelt sein als das Profil des Hinterrads verläuft. Das entspricht keinesfalls der StVO, noch der KlVZO (Klassiker Vorzeigordnung).“

Wirkliche Aussage: „Ich habe mehr Ahnung als du. Schick Dein Rad her, ich bin neidisch und du verdienst es ohnehin nicht.“

Regel #2:
Räder sind nie fertig

Jedes Rad das hier eingestellt wird muss in der Beschreibung mit dem Zusatz versehen werden, das es eigentlich noch nicht fertig ist. Dies entschärft eventuelle Kommentare die nach Regel #1 aufgestellt werden.

Regel #3
Die Komponente x wird aber noch ausgetauscht:

Jede Beschreibung eines Rades muss einen Kommentar enthalten, dass bestimmte Komponenten nicht der KlVZO (siehe oben) entsprechen und dass daher bitte Kommentatoren Gnade vor Recht walten lassen sollen.

Beispiel:
„Das Rad ist noch nicht fertig, ich denke, ich werde demnächst noch Rahmen, Laufräder und sämtliche Komponenten austauschen.“

Kommentar:
Der Versuch sich auf diese Art und Weise abzusichern ist leider völlig sinnlos, da es nur den Ehrgeiz der Kommentaren anstachelt ein anderes Detail zu monieren. Zum obigen Beispiel wäre dann eine vermutliche Antwort nach Regel #1:

„Schönes Rad. Leider ist der Hintergrund nicht Epochengerecht.“

Regel #4
Ein Rahmen ist nie gerade.

Wenn wirklich nichts zu monieren ist, dann darf mit dem Kommentar zumindestens in Aussicht gestellt werden, dass sich der Besitzer in Kürze damit wegen eines technischen Defekts ordentlich auf die Fresse legen wird.

Beispiel:
„Schönes Rad, da gibt es nichts zu kriteln. Aber sag mal, ist die vordere Flaschenhalterschraube nicht schief, oder sieht das nur auf dem Foto so aus? Gab es da vielleicht mal einen Unfall? Sieht mir so aus wie ein typischer Unfallschaden wenn das Rad von einer Zehnjährigen Japanerin aus 8.000 Meter Höhe von einem Gleitdrachen geworfen wird und dann genau mit der Flaschenhalterschraube auf einem Stoppschild aufgekommen ist“

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