Tagesarchiv: 2. März 2012

Peugeot Galibier

Ich saß in Bremen und konnte nicht raus.

Also raus zum radfahren. Es war Winter 2010, das Wetter war mal wieder grauenhaft nass und kalt und eklig und selbst mit der Allwetter-Gazelle und drei Meter langen Schutzblechen hinten und vorne hätte da fahren keinen Spaß gemacht. Also machte ich dass, was alle Menschen machen die keinen Sport treiben: Ich saß vor dem PC und klickte mich durch die weltweite Gegend. Bei Ebay fand ich einen presiwerten Peugeot Galibier Rahmen der mir gefiel und den kaufte ich.

Nach meiner Gazelle, dem Peugeot SB und einigen Rahmen die ich für Hiroshi von C-Speed in Japan zum weiterverkaufen eingekauft hatte, war dies der erste Rahmenkauf mit dem Ziel etwas eigenes zu bauen. Ich hatte so etwas noch nicht gemacht aber ich wollte einmal anfangen und die Zeit nutzen, die ich nicht fahren konnte.

Der Rahmen war aus Reynolds 501 wohl aus den Achtzigern. Es kam ohne Tretlager, aber mit Steuerkopflager, Chromgabel mit Peugeot Löwen Pantographen und Sattelstütze. Ohne die Sattelstütze wäre das Ding auch wertlos, denn das ist eine Stütze nach dem „Quill-Stem Prinzip“, die also ähnlich fixiert wird wie ein 1″ Vorbau über eine Schraube oben in der Sattelstütze und einen Schiebkeil der sich gegen das keilförmige Ende der Sattelstütze im Sattelrohr verschiebt und diese so verklemmt. Das Moser Leader AX Evolution hat so etwas ja auch. Wahnsinnig schwer zu bekommen, wenn es nicht mit dem Rahmen geliefert wird.

Der Radhändler um die Ecke hat mir erklärt, dass sich dieses System, obwohl natürlich (a) gutausehend und (b) etxtrem arodynamisch also (c) quasi ein Cervelo-Verläufer, nicht durchgesetzt hat, weil im Gegensatz zu einer Sattelstützenklemme am oberen Rad des Sattelrohrs ein Spalt entsteht durch den Wasser dann in den Rahmen eindringt und den Keil destsetzt bzw. zum Tretlager hin runterläuft. Das gleiche Problem gibt es natürlich auch im Steuerkopf, dort soll es aber nicht so schlimm sein, da Wasser unten wieder rauslaufen kann. Also, so erklärte er mir das, ehrlich.

Zugverlegung durch Ösen auf dem Oberrohr. Keine Anlötung für den Umwerfer, daher Schelle. BSA Tretlagergewinde. Anlötsockel für die Schalthebel. Eingelassene Bremsenverschraubung. Also typisch Achtzigern, so ein Mittelding zwischen alles angelötet und alles drangeschellt.

Ich hatte die Idee da Rad mit Shimano Golden Arrow Komponenten, den gedanklichen Vorläufern der heutigen 105er Gruppe, aufzubauen. Ich mag einfach diese goldene Pfeilprägung in den Komponenten, dass sieht spitzenmässig aus für meinen Geschmack. Mühsam kaufte ich mir Umwerfer, Kurbel, Schaltwerk, Rahmenschalthebel und Bremsen auf Ebay zusammen. Bei dem Sattel entschied ich mich für einen sehr schicken Charge Spoon in braun. Bei dem Lenker wollte ich es besonders gut machen und wir den Traum von einem  Bullhorn Track Lenker erfüllen. Die Kabelverlegung war dann so schweirig, dass ich das gar nicht allein hinbekommen habe, ein schönes weißes Lenkerband versaute und dies meinen Radhändler machen ließ. Das Lenkerband war noch einmal orange, aber damit neigte ich meine orange Phase auch dem Ende zu.

An das Rad kamen auch die ersten Laufräder, die ich mir selber gebaut hatte. Ich hatte also einen Satz alter Laufräder mit Maillard 700 Naben gekauft und dann die Speichen durchgetrennt und die Felgen (Mavic Schlauchreifen) wieder verkauft. Nun wollte ich den schruabkranz von der Nabe holen, was aber ohne Felge nicht geht, denn man spannt ja den Freilauf ein und dreht die Felge dagegen, um den Schraubkranz abzubekommen. Das sagte mir dann auch mein Radhändler. Der machte sich dann die Mühe das Hinterrad wieder provisorisch einzuspeichen und den Schraubkranz zu entfernen. Ich kaufete mir dann ein paar teure Mavid Open Pro Felgen, weil ich irgendwo gehört hatte, daß dies die besten sind (die sind auch gut, keine Frage) und specihte die ein. Ich hatte wahnsnnig Angst, dass ich die falsche Speichenlänge kaufe, aber heute weiß ich, dass Speichenlänge nicht soooo kritisch ist. Als alles fertig eingespeicht und einigermaßen znetriert war habe ich das Rad zum Händler gegeben und der hat danna uch für die notwenidge Spannung auf den Speichen gesorgt. Ich konnte das damals noch gar nicht, heute bin ich ja eher mit zuviel Spannung bei der Sache.

Dann war das Rad fertig und es war Zeit für die erste Ausfahrt nach Wasserhorst. Natürlich war ich superstoly, dass ich das alleine zustande gebracht hatte, aber das Rad war langsam und das fahen mit dem Tracklenker irgendie schon sehr ungewöhnlich. Also ich mochte das nicht. Obwohl es ja eigentlich so ähnlich wie ein umgekehrt montierter und dann abgeschnittener Rennlenler aussieht, ist das gefühl beim lenken ganz anders. Als wenn man wahnsinnige Bewegungen ausführen müßte, weil man so weit vorne von der Lenkachse her gesehen anfassen muß.

Also haeb ich in der Evolutionsstufe Eins den Tracklenker wieder abgebaut und durch eine hübsche, gerade und  orange Lenkstange ersetzt. Das passte auch sehr schön zu dem „Mosburger“ Modolo vorbei (aufklappbar, das ist sowieso eine super Idee) und ich konnte diese sehr minimalistischen Tktro FL-700 Bremsen montieren. Ich liebe diese Bremsen, die sehen einfach total Bauhaus-Zwanziger Jahre aus. Bei den Lenkergriffen hatte ich lange gesucht, bis ich die Fizik fand, wir war es wichtig dass die am Ende offen sind, weil ich eigentlich eine Charge Straw Lenkstange haben wollte.

Ich habe das Rad dann hauptsächlich bei gutem Wetter zum pendeln benutzt. Es hatte zwei große Nachteile: Es war icht schnell und außerdem war es auch zu klein, wie man an dem sehr langen Sattelrohr erkennen kann. Irgendwann einmal habe ich die ganzen Teile abgebaut, das meiste an das viel größere blaue Olmo geshruabt, inklusive der Laufräder, und den Rest eingemottet. Den Rahmen habe ich dann an Tobias verkauft, der daraus ein sehr schönes Singel Speed für seinen kleineren Bruder gebaut hat.

Durch den Aufbau hatte ich eine Menge Dinge gelernt. So wusste ich zum Beispiel vorher nicht, dass Schaltzüge und Bremzüge unterschiedliche Durchmesser (1,2 und 15,mm) und Hüllen (4 mm und 5 mm) haben. Und und und. Danach begann eine kurze Phase der sogenannten „Eprochengerechtheit“, also der zeitlichen Abstimmung von Rahmen und Komponenten. Das ist nun zum Glück wieder vorbei, wie eine lästige Erkältung. Golden Arrow Bremsen sind halt, wie auch alle anderen Bremsen aus dieser Zeit echt Mist. Mit den Shimano 105er wird das erträglich aber die erste moderne Bremse der Welt war iegntlich die Dura Ace 7403, weil Dual Pivot System. Auch Bremshebel ohne Rückholfeder sind nicht so doll habe ich gelernt.

Aber ich will nicht motzen. Und so hatte ich nun endlich auch ein Peugeot neben einem Motobecane und damit alle mir bekannten französischen Rennräder gefahren.

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Alles über das Peugeot Galibier hier.

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Bergamont Beluga

Ich hatte ein Rennrad. Nun brauchte ich ein MTB.

Das war so etwa der Gedankengang und mit dieser wagen Vorstellung ging ich etwa 2001 in Düsseldorf-Bilk einkaufen und kaufte mir ein sehr schickes und nicht teures Beluga Bergamont. Dicke Reifen, V Bremsen, Gänge ohne Ende. In Tokyo gab es aber jetzt gar kein Gelände und so fuhr ich damit auf der Atraße, immer wenn ich keine Lust hatte mich in Rennradkleider zu packen.

Später kaufte ich dazu noch einen Slipstream-Anhänger für die Kinder. Mit meinem Sohn unternahm ich damit die ersten Ausflüge bis zu 30 km weit weg und wir fuhren gemeinsam bei den Yamanote Challenge Touren einmal rund um Tokyo mit. Den Berg runter auf den Haputsraßen war er im Geschwindigkeitsdelirium.  Damit nichts passiert hat da Beluga vorne auf dem Steuerrohr einen „O-mamori“ Aufkleber des Temples Kanda Myojin mit beschützender Wirkung. Henri träumte allerdings hinten auf dem Anhänger, trat nicht mit und irgendwann einmal war er so schwer, dass es wirklich keinen Spaß mehr machte.

Meine Tochter Karen brauchte keine Extraeinladung zum treten. Sie haute rein was das Zeug hielt und schrie vor Vergnügen. Da sie auch noch süßer aussieht als mein Sohn (solange er nicht pubertierte), waren uns die Zustimmung und Entzückungschreie meist weiblicher, oft gutaussehender Passantinnen sicher.

2008 hatte ich dann vier Räder im Radraum unseres Hauses. Mein neues Cevelo, das alte Cannondale, das Bad Boy und das Beluga. Ich hab mich dann entschlossen das Beluga und das Cannondale zu verkaufen und später hat auch Tim Smith von GS Astuto das Slipstream gekauft.

Das Beluga war ein Rad, das problemlos seinen Job gemacht hat. Nicht mehr und nicht weniger. Es gab keine größeren Reparaturen oder Pannen. Insgesamt habe ich auch nur zwei Sätze Reifen verschlissen in den 8 Jahren in denen ich es gefahren bin.

Verkauft wurde das an einen Schüler der deutschen Schule in Yokohama.

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Körbchen

„Machst Du mir noch einKörbchen drauf? Für’s Freibad und so…“

..ist ein Zitat aus dem Männerradler Kultfilm Männer auf Rädern. In diesem Fall sieht das aber gar nicht schlecht aus.

Via Fixed Gear Girl Taiwan. Sehr ästethisches Blog mit guten Fotos.

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Man kommt nicht an ihr vorbei

Wirklich jedes Fixie-Blog, dass ich über den Google Reader verfolge hatte in der letzten Woche dieses Foto von Afton Shelton. Man kommt an ihr einfach nicht vorbei. OK, also dann hängen wir uns bei ihr ans Hinterrad.

Bemerkenswert sind eigentlich die Schuhe, vermutlich für Shimano SPD Klickpedalen ausgelegt.
Sonst bitte bei Facebook nachschauen, aber besser nicht bei der Arbeit.

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