Archiv der Kategorie: Triathlon

City Triathlon Bremen. Familienstaffel: 2. Platz.

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Team Schädlich Unchained: Peggy-Marie; Michael Max-Taro und Ronni Francois (v.l.n.r.)

„It’s cold as hell out these mornings, and you know what the man said, the coldest winter I ever spent was the summer I spent in San Francisco.“

Dieses Zitat wird gewöhnlich Mark Twain zugeschrieben und kommt so in dem Film 48 hours von 1982 mit Eddie Murphy und Nick Nolte vor. Mein kältester Winter, abgesehen von dem Winter 1994/95 in einem ungeheizten Gästehaus bei dem auch noch für eine Woche der Strom ausgefallen war auf dem Land, gottvergessen irgendwo in China (genau hier) , ist definitiv der Sommer 2017 in Bremen. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals in den letzten sieben Jahren beim City Triathlon so gefroren hätte, wie heute.

Zunächst war es ja wenigstens noch trocken, als ich um halb zehn in der Überseestadt ankam und begann unser Team zu organisieren. Nachdem wir in den letzten sechs Jahren immer den ersten (vier Mal) oder zumindest den zweiten Platz in der Mixed Staffel mit einem Team der Hochschule gewonnen hatten, waren unsere Ambitionen dieses Jahr deutlich niedriger. Mit dem Hochschulteam war das auch so eine Sache: Als Schwimmerin hatten wir fast immer eine Söldnerin rekrutiert, Philipp, erfolgreicher Studienabbrecher an einer anderen Hochschule (aka Blitzrad, Lulle, Lühmann) übernahm den Radteil und lediglich Janek war wirklich Student, bis er dann graduierte und trotzdem weiter lief.

Die Organisation taten uns dann aber einen Gefallen und eröffneten einen neuen Staffelwettbewerb dieses Jahr und zwar die sogenannte Familienstaffel. Ich bin nicht ganz sicher wie in diesem Zusammenhang „Familie“ interpretiert werden muss, denn in der offiziellen Ausschreibung gab es keine Regelung dazu, aber unserer Meinung nach musste jedes Mitglied der Staffel eine Familie haben und das war definitiv der Fall. Falls wir gefragt würden einigten wir uns zunächst auf die offizielle Sprachregelung, dass ich der erste Mann von Peggy-Marie (Namen wurden leicht geändert um Unschuldige zu schützen) sei und Ronni der zweite.

Peggy-Maria, die das Schwimmen übernahm war mächtig nervös. Ich wollte ihr einen Neoprenanzug organisieren, den mir dann Schnippo netterweise lieh. Zunächst war ich überrascht, dass der Anzug nicht tätowiert war, im Gegensatz zu Schnippo und dann kannte mein Erstaunen keine Grenzen mehr als ich feststellte, dass Peggy so viel mehr Volumen aufweist wie Schnippo. Sie passte zwar in den Anzug, aber das Ding war so gespannt, das jede Bewegung unmöglich wurde. Wäre sie damit in die Weser gesprungen, sie wäre schnurstracks auf den Grund gesunken und hätte dort ausharren müssen, bis sie wieder jemand an die Oberfläche zieht. Zum Glück fand sich dann noch ein Ärmelloser Neoprenanzug für sie.

Ronni-Francois war, wie es typisch für einen Franzosen ist, natürlich wieder die Ruhe selbst. Seit Juli bin ich ja sozusagen unter Vertrag im Werksteam von Wiegetritt; weshalb ich nun erstens umsonst Teamkleidung bekommen habe, und zweitens erstaunlich oft gegrüsst, oder aber ignoriert werde. Ich mag die alten Trikots von Wiegetritt im blau-roten Design sehr gerne, weil man die wirklich auf einen Kilometer Entfernung erkennen kann. Das gibt anderen Menschen genügend Vorwarnzeit mich entweder zu grüßen oder aber zu ignorieren.

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Werksfahrer Wiegtritt (c) Andi Arbeit

Selbstverständlich war heute wieder die gesamte Elite des Rad- und Triathlonsports in Bremen entweder am Start oder wenigstens anwesend. Silvia, Silke und Ina waren wieder als Frauenstaffel dabei, Thomas, Björn und Andres starteten in der Männerstaffel, Tobi und Matthias waren mit ihren Firma unterwegs und daneben sah ich auch noch Jessica, Harald, Marc, Maren, Tim, Schnippo, Bernd, Hans-Peter, Andi, Fr. Holzberger, Elena und dieses kleine Mädchen, dessen Name mir jetzt partout nicht einfallen will. Nicht dabei war diese Frau von Urania Delmenhorst, die letztens bei der Ankunft in der Wechselzone beim Silberseetriathlon erschöpft zusammenbrach und so etwas wie spontane Wehen oder einen sehr überraschenden Orgasmus entwickelte. Während ich so überrascht war, dass ich das fotographieren vergaß, stellte ich heute fest, dass es ja doch ein Foto von ihr in den Untiefen des Netzes gibt:

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Die Wechselzone des Staffeltriathlons war heute mal wieder entlang der Kaimauer rechts des Hafenbeckens angeordnet. So ist der Weg für den Schwimmer vom Ausstieg aus dem Wasser zum Wechselplatz relativ kurz, der Radfahrer muss aber sehr lange entlang der Promenade laufen, bevor er sich endlich auf sein Rad schwingen und losfahren darf. Mit normalen Rennradschuhen geht das gar nicht gut; so das ich bereits am MTB Schuhe umgerüstet hatte mit denen man besser rennen kann. 2015 war das noch extremer, da war ich nach dem Laufen bereits so fertig, dass ich gar nicht mehr Radfahren wollte.

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In der Wechselzone mit Thomas.

Dann ging es auch schon los. Peggy-Maria war bereits im Wasser und Ronni Francois und ich warteten auf sie in der Wechselzone. Der erste Schwimmer kam bereits nach weniger als acht Minuten aus dem Wasser und so langsam füllte sich die Wechselzone. Es gab das übliche Chaos und Geschreie denn der eine oder andere steht ja da immer irgendwie im Weg um. Wir hatten uns ganz am Ende der Zone platziert, etwa drei Meter von dem eigentlich Radplatz entfernt. Peggy kam an, schaute auf den Platz und sah uns nicht, obwohl wie wie blöd „Peggy – hier!“ schrien. Der Ausdruck auf ihrem Gesicht, diese Mischung aus Erschöpfung und Verzweiflung war schon etwas ganz besonderes. Ich denke in diesem Moment war sie kurz davor sich irgendein Rad zu schnappen und alleine weiter zu fahren, wenn sie bereits alle Männer im Stich gelassen hatten.

Dann ging es für mich los und mittlerweile hatte es erst angefangen zu nieseln und dann zu regnen. Ich lief mit dem Rad die Kaimauer überholte den ersten Fahrer, der mit Rennradschuhen vor mir los gelaufen war. Dabei schaute ich auf meinen Tacho: 16 km/hr – hm, das würde dann auf Strava den Schnitt ordentlich drücken. Der Sprung auf das Rad klappte auch gut und noch vor der Einbiegung auf die Nordstrasse überholte ich die nächsten beiden Fahrer und legte los gegen den Wind und gegen den Regen. Es war ziemlich anstrengend so etwa 36 km/h zu fahren und das über 3,5 km bis zum Wendepunkt zu halten. Auf der Gegengerade kamen wir bereits die Spitzenfahrer entgegen, die den Wendepunkt umrundet hatten. Etwa einen Kilometer vor dem Wendepunkt sah ich Silke auf der Gegengerade, die also etwa 2 km Vorsprung hatte, das würde ich also schwerlich aufholen können. Auch Thomas und Tobi waren vor mir.

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Silke beisst. (c) Andi Arbeit

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Tobi beisst nicht. Bei dem sieht das irgendwie immer nach Spaß aus. So sad.

In die andere Richtung lief es mit etwas Rückenwind dann deutlich schneller mit 40 km/h. Trotz des Regens und der nassen Fahrbahn war ich deutlich zuversichtlicher in den Kurven als viele andere, da kommt einem die Erfahrung aus den Bergen und den OBKMs dieser Welt zugute. In der zweiten Runde wurde ich dann deutlich langsamer auf der Nordstrasse und teilweise ging die Geschwindigkeit trotz Griff in den Unterlenker und Blick auf den Boden auf 33 km/h zurück. Tobi und Thomas sah ich immer noch auf der Gegengerade, d.h. ich hatte nicht so viel Zeit auf die beiden verloren. Und Silke hatte ich auch einen Kilometer abgenommen und dabei noch sechs andere Fahrer überholt. Ich wurde einmal von einem sehr pro-ausgerüsteteten Fahrer stehengelassen, aber  war es dann auch. Beim zweiten Mal am Wendepunkt kam der vor mir fahrende zum Sturz. Nasse Fahrbahn und vorne zu stark bremsen ist immer ganz schlecht. Ich fragte ob alles OK wäre, und als es das war fuhr ich weiter. Vor mir überholte ich noch einen weiteren Fahrer aber dann war die Lücke bis zu den nächsten so groß, dass ich nur noch versuchte möglichst viel Power zu geben, um eine gute Zeit zu erreichen.

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Full Power. Am Rahmen kann man noch prima die Gülle von der letzten Tour mit Hannes sehen. (c) Andi Arbeit

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Thomas liegt auf der AGA Skala (Angestrengter Gesichtsausdrucks Skala) so etwa zwischen Tobi und mir in der Mitte (c) Andi Arbeit

Mein Gefühl sagte mir, dass ich ganz gut gefahren war, aber auch nicht gerad überragend schnell, wozu das Wetter auch etwas beigetragen hatte. Ich ging in die Streckenteilung, bog nach rechts ob, dann wieder nach links um auf der Rampe runter in die Wechselzone zu fahren und da passierte es.

Ich machte etwas was man neuerdings in Bremen als einen „Leichten Balitzky“ bezeichnet. Das heißt ich fuhr über eine Haufen willkürlich angeordneter, gelber Speedbumper die ich nicht gesehen hatte und bei dieser Gelegenheit riss es mir den Lenker aus der Hand. Das Rad neigte sich nach links, ich knallte mit dem Oberschenkel auf den Boden und schilderte ein paar Meter vorwärts, zum Glück Richtung Ziel.

In diesem Momenten ist na ja so mit selbstproduzierten Drogen vollgepumpt, dass man nur noch denkt: „Hoffentlich läuft das Rad noch“ und dann drauf springt und weiter fährt. Ich hatte vielleicht so 30 Sekunden Zeit verloren, aber immerhin konnte ich noch treten,das Rad rollte noch und ich kam endlich in der Wechselzone.

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Zum Glück war dem Rad nichts passiert.

Ronni lief los und ich betrachtete erst einmal meine Verletzungen: Knie, Ellbogen und Oberschenkel waren lädiert, der Schnitt im Knie war relativ tief, so dass ich mich entschied erst einmal zum Verbandsplatz zu gehen.

Die Leute dort waren sehr nett, aber der Verband den sie da angelegt hatten …. überall tropfte das Blut raus und lief am Bein runter, ich sah aus wie eine Mischung aus Boris Karloff und einer Mumie – also etwa wie Boris Becker.

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Nach dem Rennen.

Ich war komplett nass, fror und blutete. In Momenten wie diesen bin ich ganz froh, dass meine Familie da war und sich ein wenig um mich kümmerte. Also zog ich mich schnell um und ging dann zum Ziel um Ronni einlaufen zu sehen. Das tat er dann auch recht zackig, insgesamt waren wir etwa 1:14 h unterwegs gewesen und das sollte zum zweiten Platz in der Familienstaffel reichen.

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Team Schädlich unchained: Jetzt neu mit Profi-Verband

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Siegerehrung Familienstaffel

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Silke, Silvia und Ina auf dem 3. Platz in der Frauenstaffel (c) Andi Arbeit

Ein gutes Team und ein gutes Ergebnis – Danke an Peggy-Maria und Ronni Francois, das ihr mitgemacht habt.

Ergebnisse

Strava

Bis zum Sommer 2017.

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Silbersee Triathlon. Mixed Staffel. 2. Platz.

„Es war um die Mittagszeit eines sehr heißen Junitags, als der »Dogfish«, einer der größten Passagier- und Güterdampfer des Arkansas, mit seinen mächtigen Schaufelrädern die Fluten des Stromes peitschte. Er hatte am frühen Morgen Little Rock verlassen und sollte nun bald Lewisburg erreichen, um dort anzulegen, falls neue Passagiere oder Güter aufzunehmen seien.“

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Das sind die ersten Zeilen des Romans „Der Schatz im Silbersee“ von Karl May, den ich nie ganz gelesen habe. Ich besaß aber eine gleichnamige LP auf dem legendären Europa Label, die ich mir gerne mit meinem Freund Christoph anhörte, bevor wir draußen im Garten die wichtigsten Passagen mit unseren Schwestern nachspielten. Der Roman wurde 1891 geschrieben, die Kindheit ist lange vorbei und so klingelte an einem Sonntag Morgen 2017 um kurz vor sieben der Wecker und ich fuhr, ohnehin zu spät zum Silbersee in Stuhr wo ich mich, ohne lange nachzudenken angemeldet hatte, als Ina mich fragte ob ich denn wollte.

Nachdenken ist nicht schlecht. Denn erstens hatte ich die frühe Startzeit nicht mitbekommen und zweitens war mir auch nicht klar, dass von mir ein 40 km langes Zeitfahren verlangt wurde. Bislang war ich immer 20 km gefahren. Andererseits war das alles auch OK, weil in unserer Klasse ohnehin nur sechs Teams angemeldet waren und irgendwie geht es ja immer. Und ich hatte ja auch prima vorher mit Hannes trainiert.

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Ja, von Bremen sind wir bis nach Berlin gefahren.

Ich kam viel zu spät am Silbersee an, den ich zunächst nicht erkannte, weil er keineswegs silber ist, sondern diese organische Färbung hat mit der man nicht gerne in Berührung kommt. Ich schummelte mich irgendwie mit meinem rheinischen Charme in die Wechselzone und wartete auf Ina, die alles organisiert hatte und schwimmen wollte und Axel, der unsere Staffel als Läufer komplementierte.

Wie bist Du in die Wechselzone gekommen? Das geht doch gar nicht ohne Papiere?“ Mit dieser Frage wurde ich als erstes von meinem Team konfrontiert. Das ging an sich ganz einfach, ich ließ meinen rheinischen Charme spielen und mogelte mich durch. Dabei half mir meine Auslandserfahrung, denn in Japan geht an sich alles, wenn man sich nur doof genug stellt und Ausländer ist. In Deutschland, so finde ich, sehen wir diese Dinge zu eng, vieles ist so einfach möglich, man muss es nur einfach machen und darf nicht so lange darüber nachdenken.

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In der Wechselzone

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Das Cyclyng Team: Axel, Ina und ich.

Wir starten in der Mixed Staffel, insgesamt waren dort sechs Team gemeldet, so dass unsere Chancen auf’s Treppchen zu kommen rein mathematisch 50:50, oder wie Reiner Calmund einmal sagte, 60:60 standen. Also schauten wir uns zunächst einmal an, welche Räder unsere Konkurrenz fuhr und ob wir irgendwelche von denen identifizieren konnten. Interessanterweise fuhren bei zwei Teams die Frauen Rad, während die Männer schwammen und liefen; eine von den Frauen sah auch ganz fit aus und stellte eine echte Gefahr dar. Das war die blonde hier unten im Photo.

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Meine direkte Konkurrentin vom Team aus OHZ. Sollte sich als die stärkste im Feld herausstellen.

Dann gab es noch eine weitere fitte Frau aus Clausthal-Zellerfeld und ein paar schicke Räder mit Zeitfahraufsatz, aber in meinem rheinischen Übermut statuierte ich erst einmal „Die hau ich alle weg.“

Ina startete als Schwimmerin und kam dann auch gleich als zweite überhaupt von allen Staffelschwimmerin in die Wechselzone. Ich schnappte mir den Transponder, hetzte über die Wiese zum Rad und machte mich auf den Weg raus in die Geest. Bereits auf dem kleinen Weg raus überholte ich die ersten Einzelstarter, vor allem deswegen, weil ich mit meinen Shimano SPD MTB Cleats viel schneller laufen und einclicken kann, als Fahrer mit normalen Rennradpedalsystemen. Aber jetzt ging es erst einmal voll gegen den Wind und ich machte mir Sorgen, dass ich die angestrebten 1:10 hr für die 40 km schaffen würde, denn ich kroch teilweise mit 32 km/h durch die Landschaft. Das war irre anstrengend und ich hatte noch mehr als 30 km vor mir.

Zumal so ein Triathlon ja total unentspannt ist, sowohl von den Teilnehmern her, als auch von den Kampfrichtern die überall herumlaufen und Disziplinarische Maßnahmen verteilen.

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Alles Verbrecher in Verdacht des Windschattenfahrens

Ich schaute also sehr, dass wenn ich andere überholte, dass ich schön Abstand hielt und auch erst lange nach dem überholen wieder rechts einscherte, was mir dann wiederum einen Anschiss von den Kampfrichtern einbrachte, ich solle doch nicht so lange links fahren. Puh, die meinten es ja wirklich ernst hier.

Zwischen Ristedt und Gessel gab es einen langgezogenen Anstieg und ich verlor noch einmal Fahrt. Einerseits. Andererseits war das auch ein Problem für viele Triathleten die eher brettflache Strecken gewöhnt sind und noch deutlich langsamer waren als ich. Ehrlich gesagt finde ich ja, dass viele von denen keine besonders gute Technik auf dem Rad haben. Letztens in Österreich wurden mir ja meine Grenzen aufgezeigt, als ich auf einem 8.000€ Cannondale Super Six Hi Mod Evo Rad hinter einem MTB Fahrer auf einem Rennrad fuhr – der nahme locker driftend eine Kurve mit Schotter, während ich mich ebenso locker in die Büsche verabschiedete. Aber hier war im Vergleich richtig gut, ich fuhr die Anstiege hoch so schnell wie es ging, bei den Abfahrten konnte ich richtig Speed machen und in den Kurven konnte ich mit einer guten Linie und schnellem Beschleunigen in der Kurve immer richtig Zeit aufholen. Allerdings war ich in Gessel dann auch richtig kaputt. Für die ersten 10 km hatte ich 17:27 min gebraucht; für die zweiten bis zum Wendepunkt 17:22 min, aber jetzt sollte noch der lange Anstieg zurück kommen und ich war wirklich kaputt.

Zum Wendepunkt führt eine lange gerade Straße die man auch wieder zurückfährt. Ca. 1 km nach dem Wendepunkt sah ich die erste Frau einer Mixedstaffel in Richtung Wendepunkt fahren. Ich wusste also dass ich 2 km Vorsprung also mehr als 3 min hatte und das musste ich jetzt unbedingt bis zum Ziel verteidigen. Dummerweise ging es jetzt einen langen Anstieg hoch nach Leerßen und teilweise fuhr ich da mit 20 bis 25 km/h hoch, das würde also vermutlich weder war mit einer guten Zeit noch mit einer Führung werden.

Als ich oben war, ging es aber nun sehr flott weiter, denn nun hatte ich den Wind im Rücken und konnte quasi kontinuierlich mit 40 km/h fahren, so dass ich für die nächsten 10 km nur 17:09 min brauchte. Das könnte also doch etwas werden. Da das Ziel ja nun recht nahe war mobilisierte ich die letzten Kräfte und viel schneller als ich gedacht hätte kam ich wieder am Silbersee an. Für die nächsten 9 km brauchte ich dann auch nur 14:42 min und dann ging mir die Strecke aus.

In der Wechselzone knallte neben mir eine Triathletin vom Rad bei dem Versuch abzusteigen. Zu diesem Zeitpunkt merkt man aber vor lauter Adrenalin nichts mehr und würde auch noch mit dem eigenen separierten Bein unterm Arm zum Wechselpunkt laufen. Dort kam ich als erster Fahrer einer Mixedstaffel an, Axel lief los und ich knallte auf den Boden. Die starke Fahrerin kam drei Minuten später an und die nächste dann noch einmal zwei Minuten danach. Die Art und Weise wie die Frauen zusammenbrachen war schon spektakulär.

Das war aber noch gar nichts gegen das was kommen sollte: Kurz danach kam eine Fahrerin mit Trikot von Urania Delmenhorst ins Ziel, schmiss sich keuchend und zuckend auf den Boden und erlebt etwas, was aussah wie ein phänomenaler Orgasmus, oder aber eine sehr, sehr schwierige Geburt. Ich hätte gerne davon Photos gemacht, muss aber gestehen, dass ich sie in diesem Moment nur fassungslos angestarrt habe.

Dann kam ein Mädel von einer Frauenstaffel rein und schrie extrem laut „Scheisse ich hab’s verkackt!“ Was war geschehen? Ein Kampfrichter hatte ihr 2 Minuten verpasst, wegen „Verdacht auf Windschattenfahren“. Boh, war die sauer, was ja gar nicht angebracht ist, denn in diesem Wettbewerb waren ohnehin nur zwei Staffeln angetreten, so dass ein Platz auf dem Podium garantiert war. Aber die konnte sich gar nicht zurückhalten oder einkriegen.

Bei der Fahrerin der Mixed Staffel die als dritte ins Ziel kam, stellte ich die Frage, ob die einen guten Läufer haben, der uns noch einholen könnte und die meinte nur: „Keine Ahnung, ich kenn‘ den Typen nicht.“ Und dann gab es noch obendrauf: „Dich hätte ich auch noch eingeholt, wenn der Honk mich nicht falsch eingewiesen hätte.“ Was war denn hier passiert? Irgendwie falsch abgebogen und musste dann wieder zurück.

Tatsächlich ist es auch so, dass ich der langsamste von den drei starken Teams war, allerdings liegen zwischen dem ersten Team und mir auch nur 16 Sekunden. Und die kam fast 5 Minuten nach mir ins Ziel, nie im Leben hätte die das geschafft. Aber wie gesagt, das war hier auch alles andere als entspannt.

Ina und ich gingen also erst einmal zur Laufstrecke und schauten Axel zu. Die Strecke über 10 km musste in drei Runden zurückgelegt werden, bereits nach der ersten hatte der Läufer des guten Teams Axel eingeholt, so dass nun klar war, dass wir auf den zweiten Platz landen würden. Axel war untröstlich: „Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! Scheiße, ich hab’s verkackt! “ schrie er noch stundenlang auf dem Gelände am Silbersee herum.

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Nein, das tat er nicht, weil Axel nämlich ein sehr entspannter Typ ist. Er hat dann glaube ich auch noch „The Getz“ eingeholt, ein bekannter amerikanischer Profi-Wrestler.

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Axel bei der Jagd auf „The Getz“

Und als ich so an der Laufstrecke stand und darauf wartete, dass Axel seine nächste Runde absolvierte, fiel mir auf einmal auf, dass neben mir das perfekte, entspannte Mädchen stand.

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Nur falls sich das wirklich jemand fragen sollte: Rechts natürlich.

Für einen Moment vergaß ich Axel.

Menschen, die kurz vor dem Tod stehen, aber dann durch wundersame Weise wieder zurückkehren, berichten ja schon mal darüber, dass in einem einzigen Augenblick ihr ganzes Leben an ihnen vorbeizieht. Als ich das perfekte Mädchen sah, zog hingegen meine Zukunft in einem einigen Augenblick an mir vorbei: Das perfekte Mädchen mit „Na, so alleine hier? Ich auch“ ansprechen, schnelle Scheidung, die zickigen Kinder ins Heim stecken, gemeinsam nach Neuseeland abhauen (Hallo Holger!) und am Abend am Strand gemeinsam: „Somewhere over the rainbow“ singen.

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Leider dauerte meine Zukunft auch eben nur einen Augenblick und dann war ich wieder zurück in diesem Leben. Zweiter Platz, in jeglicher Hinsicht.

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Danke an Axel und Ina aus unserem Cyclyng Team für Organisation, entspannte Stimmung und gute Leistung. Wir sehen uns wieder auf dem City Triathlon in Bremen nächste Woche.

Ergebnisse Gesamt

Ergebnis Mixed Staffel

Strava

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Contra Vento: Bremen Citytriathlon 2014

Sollte jemand wissen wollen, wie es heute beim Citytriathlon war, dann schaue er sich die folgenden Videos zur Einstimmung an.

Irgend eine Idee, was diesen Songs allen gemeinsam ist, AUSSER das es Songs sind die übewiegend von langweiligen, alten Männern gehört werden? Genau. Das Wetter war heute etwas windig und man konnte nicht ganz so relaxed fahren wie die hier Musik machen:

Aber alles der Reihe nach. Beim diesjährigen Bremer Citytriathlon waren wir erstmals mit drei Teams am Start, den HIWL Stars (Philipp und Anna Lühmann sowie Jan-Cedrik), den HIWL Profs (Uwe, mob und Midori, alle keine Profs) und den HIWL Studis (Brake, Till und Joshua). Da es bis zur letzten Minute Unsicherheit gab, wer nun in welchem Team startet und was macht, entsprechen die offiziellen Startlisten nicht ganz den Tatsachen die von der HIWL geschaffen wurden.

Ich war relativ früh da, da die ganz Arbeit des organisierens wieder an mir kleben geblieben war. Ich war sogar so früh da, dass ich der ersten Frau und dem ersten Mann begegnete:

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Wow, die Bibel hatte also doch recht. Nun wusste ich, dass ich noch ein wenig Zeit hatte, um mich hinzulegen, und durch das griechische und römische Reich zu schlafen, das Mittelalter und die Gründung der Hanse zu verpennen und dann wenig berührt von Renaissance, Barock und deutscher Kleinstaatelei und Vereinigung, Krieg, Krieg und kaltem Krieg pünktlich am 8. August 2014 um 13.00 Uhr wieder afzuwachen. Hatte ich irgendetwas verpasst? Nein, um mich herum Materialschlacht auf der einen Seite, Carbon Felgen und Hochprofile soweit das Auge reicht, Lenkeraufsätze, Aerohelme und Rahmen mit „Schnucki“ gelabelt.

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Daneben dann gruseligste Aluräder von Bocas und einige schöne alte Colnagos und ein ganz kleines Olmo. Ich hatte mein canyon auch ordentlich upgegradet und leicht und aerodynamisch gemacht, aber das war noch gar nichts gegen die Vorbereitung von Philipp und seinem Müsing Blitzrad.

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Wow. überklebte Löcher der Flaschenhalterbefestigung. Und jede Schraube vorne an der Bremse zugeklebt. Und dann noch dieser überaus windschnittige Aerohelm mit der Ansage. „EINS !“

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Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass die fünf Minuten Unterschied zwischen Philipp und mir fast ausschließlich auf diese aerodynamischen Spitzfindigkeiten zurückzuführen sind. das habe ich nun davon, dass ich diesen Aufwand nicht reiben wollte.

Wir standen alle in der Wechselzone rum und wurden langsam nervös. Ich fragte eine der Frauen mit gelben T-shirt wo die Toilette sei und sie antwortete „mubel..mumbel weißes Zelt da hinten, mumbel mumbel.“ Also ab zum weißen Zelt , die Eingangsplane hochgehoben un das folgende gesehen:

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Im Gegensatz zu den Dixie Klos und Piss-Satelliten auf dem Nürnburgring war diese Toilette nun wirklich septisch rein, sah aber wenig benutzerfreundlich aus. Ich entschied mich dann doch für das Dixie Klo hinter dem Zelt.

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Till und Joshua vom HIWL Studi Team

Mittlerweile waren die Schwimmer ins Wasser gegangen und der Wettkampf hatte begonnen. Die Einzelstarter waren etwas früher dran und Björn kam bereits zurück vom Radfahren und zog sich unter den kritischen Augen von Sylvie um.

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Nun wurde es langsam erst.Als erste kam Anna rein und der Wechsel des Transponders an Philipps Fuß lief alles andere als gut. Dann kam Uwe von meinem Prof- Team und ich machte mich auf den Weg auf die Radstrecke.  Ich hatte zwar meine Shimano SPD Schuhe an, damit ich gut laufen konnte, das bringt aber alles nichts wenn vor einem Oma und Opa mit ihren Trekkingrädern gemütlich auf die Strecke watscheln. Die beiden überholte ich noch in der 5 Meter Startzone. Den nächsten etwa 50 Meter weiter und dann war ich auf der Nordstrasse. Natürlich fühlt man sich hier wie der König der Landstrasse; ab konstant mit über 40 Sachen und dazu flötet man leicht gelangweilt etwa so was hier.

Dabei überholt man locker einen Haufen Leute, obwohl den ersten den ich überholt hatte setzte sich wieder vor mich. Schon bald war ich an Didi von BOC dran den ich auch locker stehen liess. Silvie, die vor mir gestartet war kam mir von der Wendemarke recht langsam entgegen. Da Silvie schnell ist, wusste ich schon, was mir jetzt auf der Rückfahrt blühen würde. Und so war es dann auch, in die andere Richtung war es selbst mit einem Puls über 170 nicht möglich schneller als 30 – 33 zu fahren. Didi holte mich nun wieder ein. Dann bogen wir in die Schleife und auf dem schnellen Stück mit dem Wind überholte ich Didi wieder. Und dann wurde es ganz eklig auf dem langen geraden Stück bei Kelloggs und am Speicher vorbei bis zum Aldi. Hier überholte mich Didi wieder. Nach der ersten Runde war ich also ziemlich im Arsch und hatte nur noch wenig Lust. Hier mal im Vergleich unsere Fahrstile nach der ersten Runde.

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Silvie – anmutisch und pefekt


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Philipp – aerodynamisch und schnell

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 mob – das aerodynamistische ist noch die Wampe

Eine Rund eum und noch eine weitere. Zum Glück kam jetzt wieder die Nordstrasse udn das Canyon Kätzchen surrte mit mir und 40 Sachen Richtung Waterfront. Leider war jetzt so gut wie keiner mehr in Sicht vor, so dass man sich nicht an jemandem festbeißen und ihn überholen konnte. Kurz vor dem Wendepunkt kommt mir wieder Silvie entgegen. Sie hat etwa eine Minute Vorsprung auf mich. Am Wendepunkt überhole ich noch jemanden und mache mich auf die Verfolgung. Muss sie wohl auch gedacht haben, denn sie haut jetzt richtig rein und ich sehe sie erst im Ziel wieder. Stattdessen wieder Gegenwind ohne Gnade. In der 2. Runde ist es fast schwierig die 30 km/h zu halten. Didi ist wieder vor mir, mittlerweile etwa 100 Meter. Zum Glück ist das renne gleich zu Ende. Auf der letzten fiesen, langen Geraden überholt mich noch jemand mit Aerohelm und einer von BOC, aber das war es dann auch. Langsam arbeite ich mich an Didi wieder ran. Die Kurven kann ich definitiv schneller nehmen und dann kommt die letzte Steigung zum Eingang in die Wechselzone. Stilstudie:

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Elegant im Wiegetritt

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Power pur.

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Hammer rausgeholt.

10609462_824203830932128_9081525950352385065_nKoalitionswechsel.

Endlich im Ziel, irgendjemand schreit vom Strassenrand, dass ich mich anstrengen soll beim laufen. SChaffe ich auch irgendwie und dann läuft Midori für mich los. Knapp unter 36 Minuten, das ging auch schon mal schneller, aber der Wind war heute wirklich tödlich.

Alle anderen sind bereits zurück und wir gehen in den Zielbereich, um etwas zu trinken und unseren Läufer anzufeuern. Unsere Läufer machen eine gute Show und Jan-Cedrik bringt die Führung ins Ziel. Zum dritten Mal hintereinander der erste Platz in der Mixed Staffel. Cool. Die Läufer der Studenten und die Läuferin der Professoren kommen etwas später rein, aber allen hat es Spaß gemacht, alle sind müde, haben sich verausgabt, wollen ein alkoholfreies Erdinger und am liebsten noch ’ne Currywurst mit Pommes.

Es gibt gar nicht viel Zeit zu reden. Es sind mal wieder ’ne Menge Leute da, die ich kenne, Andreas, Silke, Niels, Matthias, Mathias 2311, Lulle, Lalle, Lolle, Bernd, Jessica, Harald, Sönke, noch ein paar Studis von der HIWL, ads wird auch jedes Jahr mehr und erfreulicher … wenn ich da noch an meine erste Bremen Challenge 2010 denke … da war ich zwar schneller als heute kannte  aber keinen Menschen.

Die Ehrungen beginnen. Ist nervig, denn es wird in Altersklassen geehrt zunächst, also 15 bis 20 Jahre, 20, 22,5 Jahre, 22,5 bis 23,75 Jahre, 23,75 bis 23,875 Jahre – na weiß jemand noch aus dem gehobenen Matheunterricht ob die Reihe N=1 bis unendlich, Summe 1/s hoch n einen Grenzwert hat und wenn ja welchen?

Ist nervig, vor allem dann, wenn man hinter der Siegerpodestbude ein Gewitter aufziehen sieht. Dann endlich die Staffeln. Erst die Frauen und Männer.  Silvie kommt mit den Pedalos bei den Frauen auf den dritten Platz in der Staffel.

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Dann endlich die Mixed Staffel.

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Auf dem Weg.

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Mit Pokal und Urkunde

Cool, also beim Citytriathlon in Bremen hat noch nie ein anderes Team die Mixed Staffel gewonnen als die HIWL. Das wollen wir nächstes Jahr wiederholen. Na ja, heute war da allgemeine Gefühl eher, ne lass mal, aber morgen sieht das ja wieder ganz anders aus. Es freuen sich alle am Pokal und an den Preisen. Bis sie zur Tribüne zurückkommen und ich alles einsacke, denn als Repräsentant der Hochschule, die alles finanziert hat, habe ich das moralische Recht dazu. Her mit dem Pokal – Gladiatoren.

Ich hole ihn aber noch einmal raus für ein Abschlussfoto.

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Danke an alle die mitgemacht haben (vlnr om: Jan-Cedrik, Uwe, Midori, Philipp, Anna Lühmann, Joshua, Brake, Till Oliver

Im Hintergrund fängt es an zu tröpfeln jetzt bloß schnell nach Hause. Schaffe das so gerade noch. Ein schöner Tag – bis zum nächsten Jahr und Danke für den vielen Fisch. Danke an Niels für die Fotos. Ergebnisse sind noch nicht auf der Website, trage ich nach. Bitte melden, wenn noch gute Fotos da sind.

Anhang

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Warum?

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Regen. Regen. Sonnenschein: City Triathlon Bremen

DSCF0032Philipp hörte extra vor einer Woche temporär mit dem rauchen auf und fuhr jeden Abend 50-60 km mit dem Rad, um auf den Punkt fit zu werden. Ich flog sogar eine Woche früher nach Spanien, damit ich in der Woche vor dem Triathlon nicht mehr trainieren mußte. Genau, es war mal wieder City Triathlon in der Stadt.

Man kennt das schon vom letzten Jahr, als der City Triathlon zum ersten Mal im neuen Format ausgetragen wurde und unser Team in der Mixed Staffel den ersten Platz belegte. Wie sind alle keine Multitasker und können daher nur eine Sache richtig, also kommt für uns nur eine Stafel in Frage. Und die einizieg Chance, die wir auf einen vorderen Platz haben ist im Mixed Wettbewerb, da dort die langsamsten Zeiten für das Podium reichen; na ja, bis auf diese Klasse wo die die Teilnehmern mit Rollatoren ins Wasser gelassen werden.

Wasser gab es diesmal reichlich. Ich machte morgens auf und sah durch den Fenster den Regen. Aber nur bis Björn kam, um sein repariertes Fixie bei mir abzuholen. Ich hatte nämlich vor einiger Zeit Björn ein schickes Simonato Fixie gebaut und vor ein paar Wochen rief er an und sagte, dass das Teil komische Geräusche machen würde, und ob ich mir das mal ansehen könnte. Klar, wir trafen uns mit den anderen Fixed Beards Bremen am HaW und fuhren unsere Abendrunde rechts der Weser. In der Regel unterhalten wir uns auch dabei, aber diesmal war das nicht möglich. Björns Fixie machte nämlich schreckliche, laute Geräusche. Das klang als wenn ein Betonsilo abgerissen wird. Oder die Bismarck, tödlich von einem Torpedo getroffen, in den Fluten des Atlantiks untergeht. Zwei Stunden musste ich neben Björn herfahren und mir das anhören. Für mich klang es, als wenn das Rad den Passanten zuschreien würde. „Lass Dir bloß kein Fixie von dem bauen!“ Das musste also unbedingt geändert werden und jetzte flitzt und schnurrt es wieder und murmelt: „Schon gut, schon gut!“.

Björn war auch schon nervös, denn er startete heute auch beim Triathlon als Einzelkämpfer in der Volkstriathlon Disziplin.

Als der weg war dachte ich daran, dass es vielleicht ganz gut wäre auch mein eigenes Rad auf Vordermann zu bringen. Es hing da am Montageständer und wartete auf Liebe von mir. Zärtlich sah ich es an. Es machte „Pfffttttt.“ und auf einmal hatte es einen Platten im Hinterrad – vielleicht war es aber auch der erste, jemals wahrgenommene Radorgasmus der Welt. Na ja, jedenfalls musste ich es flicken. Bei der Gelegenheit brachte ich es dann auch fertig den Schaltwerkadapter abzureissen. Zum Glück hatte ich noch einen Ersatz da, aber man merkt schon, die Nerven lagen ziemlich blank. ImGegensatz zu der Lust. die Lust lag icht blank sondern irgendwo gut eingepackt im Regal und flüsterte mir zu: „Laß mal gut sein, bleib zuhause und sei nett zu einen Lieben; was willst Du Dich da draußen im Regen sinnlos verausgaben?“ Das gute allerdings bei Staffelteams ist, dasss jeder zuhause vermutlich das gleiche anfängt zu denken, aber dann sagt man sich: „Oh Gott, die anderen warten bestimmt auf mich, ich muß da hin und darf mein Team nicht im Stich lassen!“ Die Anderen wären vermutlich froh wenn einer nicht erscheint udn sie dann auch eine gute Ausrede hätten nicht im regen zu laufen, fahren oder schwimmen, aber man weiß es halt nie genau. Und so machte ich mich auf den weg, nachdem ich meiner Familie das Versprechen abgenommen hatte auch zu kommen.

 

Es regnete schon deutlich weniger als ich am Zollhaus ankam, um die Startunterlagen abzuholen und die anderen zu treffen. Philipp war bereits da und ebenso die Schwimmerinnen unserer beiden Teams von der Hülsmann Bande plus entferntere Verwandschaft aus Bremen. Wir hatten nämlich zwei Teams am Start, einmal den Titelverteidiger vom letzten Jahr in Idealbesetzung „Studenten der HIWL“ und die neu reformierten „Professoren der HIWL“. Leider gab es nur einen einzigen Studi der HIWL und auch nur zwei Profs, die restlichen Mitglieder mussten auf dem Transfer- und Sklavenmarkt eingekauft werden. Übrigens können weder Studenten, noch Professoren schwimmen.

Jede Menge Anhang war auch da: Ich denke Björn hatte die größte Fantruppe von drei fanatischen Supportern. Zwei von denen waren allerdings unter drei Jahre alt und es war fraglich, ob die wirklich freiwillig da waren. Aber auch sonst waren jede Menge Bekannte da, Rolf Schieber startete, Matthias „Django“ Böker strich durch das Sportlerfeld, Andreas war da, Olli kam später auch nicht und auch Silke fuhr in einem Frauenteam (das dann den 2. Platz machte- Respekt).

Philip und ich fuhren jetzt erst einmal die Strecke ab. Nicht, dass wie die nicht gekannt hätten, fast jede radsportveranstaltung in Bremen wird ja aus nicht erklärlichen Gründen dort gefahren. Aber uns war kalt und wir wollten uns noch aufwäremen, bevor wir unsere Räder im Lager abgeben mussten. Es lieg auch ganz gut, es war halt nur sehr naß und als wir zurückkamen hatten sich unsere Startnummern in nichts aufgelöst. Hallo Veranstalter: Keine gute Idee das alles aus normalem Papier zu machen, da hättet ihr die Nummern auch gleich auf Hostien drucken können.

Zurück warteten wir erst einmal auf unsere Läufer. Das dies enicht so schnell sind, kamen sie recht spät. Also vermute ich mal. Neben mir stand eine Frau die von unten bis oben in gelbem Ölzeuch eingepackt war. Sie kam von der Syker Kreiszeitung und interviewte mich für die Montagsausgabe. Eigentlich war sie ganz nett, aber ich hatte den Verdacht, dass Sie entweder aus der Kulturredaktion oder dem Wirtschaftsteil kam. Ich sagte ihr, dass es wegen dem Wind heute etwas schweirig sein könnte eine gute Zeit zu fahren; sie sagte, ja auch wegen der nassen Fahrbahn. Da musste ich sie erst einmal aufklären, dasss dies für echte Rennradfahrer die mit sinnvoll ausgestatteten Fahrrädern und ohne Vollkarbon Aerofelgen gar kein Problem darstellt. Wir können nämlich bremsen und Kurven fahren, etwas was Triathlethen mit ihren Möhren nicht, oder nur sehr schlecht können. Aber trotzdem war sie recht nett. Wie überhaupt ein ganzer Haufen netter Mädels trotz des schlechten Wetters im Überseehafen waren. Ich wünschte Andreas hätte mehr Photos davon gemacht, anstatt us zum x-ten Mal auf dem Rad abzulichten.

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Dann standen wir in der Wechselzone rum und harrten unserem Schicksal. Ich kann mich dann nie erinnern, was ich da so sage, den ich bin ein wenig angespannt. Intellektuell bewege ich mich vermutlich auf der verbalen Aussagekraft von Schnarchen. Uns so steht man da, und plötzlich kommt Anna schon reingelaufen, die mal wieder eine der schnellsten Schwimmzeiten gekrault war und übergab an Phlipp der sich mit dem Rad auf den Weg machte.

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Just in diesem Moment, wie immer viel zu spät, kam meine Familie auf den Plan um mich anzufeuern. Wo war denn unsere Schwimmerin – puh dsa dauerte aber. Ich war aber nicht unfroh, denn ich mag ja diese Situationen ganz gerne, wo man das Feld von hinten aufrollen kann. Da kam dann auch Louisa, ein schneller Wechsel und schon rannte ich mit dem Rad raus aus der Wechselzone auf die Straße.

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Rennen, aufspringen und einklippen klappte recht gut (auch wenn ich das außerhalb der Zone tat und fürchtete ich würde disqualifiziert werden).

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Es ging dann auch gut los, vor mir war ein ganzer Pulk von langsamen Fahrern die ich alle brutal stehen liess. Oder so kam es mir jedenfalls vor. Das war recht angenehm, denn durch die große Teilnehmerzahl war es möglich wenigstens ab und an in den Windschatten zu gehen und das war bei dem Sturnm heute schon mal ganz gut. Pghilipp kam mir schon früh entgegen, er sah frisch aus und allzu viele Fahrer hatte ich nicht vor ihm gesehen.

Ich finde das immer wieder auffällig,wie weit vor einer Kurve viele aufhören zu treten. Und sich dann ganz viel Zeit lassen, bevor sie wieder anfangen. Das half mir noch ein paar andere Fahrer zu überholen; Schieber lasse ich stehen aber schiebe ihn vorher noch ein wenig; ich selber wurde nur dreimal erwischt und dass vermutlich von den Männerprofis auf den schnellenMöhren mit Zeitfahrhelmen. Also die so aussehen wie weiland Arnold Schwarzenegger in „Running Man„.

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Doch dann fand ich meinen Meister. Mann, ganz in schwarz, hatte ein Cyclo-cross ähnliches Rad mit Scheibenbremsen und Zeitfahraufsatz. Nachdem er mich zunächst überholt hatte, konnte er sich nicht richtig absetzen und ich blieb an ihm dran. Dann überholte ich ihn und fuhr vorneweg. Und wieder umgekehrt. Das war eine gute Motivation für uns beide alles zu geben. Hase und Igel spielen.

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Mittlerweile bin ich wieder hinter meinem schwarzen Meister. Wir fahren paralell zur Nordstrasse raus und in der Linkskurve fahr ich wieder vorweg, voll gegen den Wind der hier am stärksten bläst. Dann geht es auf die letzte lange Gerade. Vor mir drei Fahrer, nichts da, an ihnen vorbei. Der schwarze Meister kommt von hinten und geht an mir vorbei. Jetzt gebe ich die letzten Reserven und fahre mit 40 auf die letzte Kurve zu; es nützt aber nichts, der schwarze Meister ist eben genauso schnell wie ich. Sich absetzen kann er aber auch nicht. Die letzte Kurve, ich fahre die in Ideallinie aber von hinten hat sich jemand an mich herangeschlichen und überholt mich rechts zwischen Rad und Bürgersteigkante. wir kommen fast beide zu Fall. „Überhol‘ mich noch mal rechts und du spürst meine Linke“ brüll ich ihm hinterher (Nummer 746, die Linke kommt noch). Runter vom Rad, mit letzter Kraft in die Wechselzone laufen; zum Glück steht Philipp schon ausgeruht da, reisst mir den Transponder vom Bein und gibt ihn weiter an unseren Läufer Kai Menssen.

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Job getan, was jetzt noch kommt hängt nicht von mir ab.

Ich hänge allerdings auf dem Radständern und versuche wieder zu Kräften zu kommen. Also so richtig Spaß macht das ja eigentlich nicht, so lange es dauert. Und die ersten fünf Minute danach. Dann, aber kann man durchaus im Brustton der Überzeugung von Heldentaten berichten und um wie viel besser alles nächstes Jahr wird.

Jetzt müssen wir erst einmal sehen, wie unsere Läufer ins Ziel kommen. Allerdings passt mich meine Familie ab, und mein pubertierender Sohn nervt, dass er nach Hause will, was denn die ganze Scheisse hier soll und warum ich immer nur an mich sleber denke. Ich versuche nur, ihm meine nassen Socken in die Hand zu drücken. Und weil Janek vom Studententeam irrwitzig schnell unterwegs ist und ich auch noch volltrottelig erst einmal mein rad stehen lasse, sehe ich seinen Zieleinlauf nicht. Nachher stellts ich heraus, dass das Team wie im letzten Jahr den ersten Platz gemacht hat. Großartig, wenn sie das nächstes Jahr noch einmal schaffen, dann haben sie das Tripple und sich quasi bayern München des bremischen Triathlons. Der Läufer der Professoren kommt etwas später ins Ziel. Wir machen den 10. Platz, also ebenfalls einstellig (Definition von einstellig: „Eins an einer Stelle, keine weiteren signifikaten Zahlen“). Dsa ist vielleicht etwas enttäuschend nach dem vierten Platz im letzten jahr, aber wichtig ist, dass wir es überahupt geschafft haben ein Team an den Start zu bekommen und dass wir schlechter platziert sind als die Studenten. Das ist wichtig für die Atmosphäre an der Hochschule, wenn wir Profs ab und an die Deppen spielen.

Es gibt alkoholfreies Weizenbier, ich versorge meinen Körper mit lebenswichtigen Proteinen in Form von Currywurst imt Pommes and Mayo und jede Menge Feunde und Bekannte tauschen auf. Harald kommt und sieht wahnsinnig entspannt aus, seitdem er der Welt seinen Entschluß mitgeteilt hat dem Radsport zu entsagen. Wir werden Dich im Harz vermissen, Harald. Na ja, vielleicht kommst Du doch einfach mit, wir sagen es auch keinem.

Um die Wichtigkeit unserer Räder zu unterstreichen schliessen Phillip und ich unsere beiden Räder an einen Baum mit drei Schlössern fest und wir alle gehen in Richtubg Siegerehrung. Die Frauen werden geehrt und Silke kommt auf das Podium. KlatschKlatschKlatschKlatschKlatschKlatsch. Die Gewinner der Firmenstaffel sehen absolut nicht sportlich aus. Sollte uns der Teamname „Team Armstrong“ einen dezenten Hinweis geben warumd as nicht unbedingt notwendig ist?  Dann kommt unser Studenten Team auf die Bühne and nimmt Preise und Pokale entgegen. Der Pokal kommt in mein Büro in die Sammlung. Der Rest darf zwischen den Siegern aufgeteilt werden. Philipp will nicht die  schicke rosa Mütze und so fällt diese Anna zu. Für jeden gibt es einen riesigen Topf Sportnahrung und Gels und Müsliriegel und Trinkflaschen und all diese Sachen von denen man glaubt dass sie Sieger glücklich machen. Stolz zeigen die Studenten den Pokal, bevor ich diesen an mich reisse.

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Optische Täuschung, tatsächlich ist das Ding so groß wie ein Kreuzfahrtschiff.

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Bevor mir nun alle nach Hause gegangen sind, gab es noch eine wichtige Sache zu tun: Erinnerungsphotos zu schiessen. Es ist eine alte Tradition an der Hochschule, dass  sich das besiegte Team dem siegenden Team unterwerfen muß. Wir Profs (und 14jährige noch nicht Profs) liegen im Staub der Geschichte und spüren die Stiefeltritte der Sieger. Natürlich haben wir es nicht anders verdient, nicht beim Triathlon und auch sonstwo nicht und völlig unabhängig vom Ergebnis.

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Postskript: Nett ar es mal wieder, und dass es ab dem Start der Staffel nicht mehr geregnet hat, hat sicherlich zum Spaß beigetragen. Ich wünschte wir könnten noch mehr Teams an den Start schicken, also nicht nur „Studenten der Hochschule“ und „Profs der Hochschule“, sondern vielleicht auch „Bewerber an der Hochschule“ als Teil des Auswahlverfahrens, oder „Abgelehnte Bewerber der Hochschule“ als zusätzliche Strafe, oder einfach „Sonstige Stoffel der Hochschule“. Willst Du dabei sein? – wir sehen Dich dann 2014.

Danke für die Photos an Andreas, Olli und Harald.

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Fotostrecke City Triathlon Bremen

Triathlon startet mit dem Schwimmen. man springt dabei lässig ins Wasser….

… und versucht dabei anwesende Padelboote nach Möglichkeit nicht zu versenken.

Also nicht so.

Wenn alle Wasserenten im Wasser schön aufgereiht sind….

..geht es los hinter der gelben Mutter-Ente. wie weiland bei Konrad Lorenz.

Ästhetisch noch ansprechender als Enten im Wasser sind Männer auf Räder.

Ende ist dann wenn alles gut ist. Ist noch nicht alles gut, kann es auch noch nicht zu Ende sein.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ergebnisse der Mixed Staffel hier.

Alle Photos von Astrid und Bernd – Danke.

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Kein Puls? Kein Ton? Hier sind wir schon!


„Deutschland ist keine Schwimmnation mehr“ höre ich den Reporter der olympischen Spiele gerade im Fernsehn sagen. Na schön, wir sind auch keine Turn-, Schieß-, Basketball-, Volleyball-, Cricket-  und Fun-bei-der-Arbeit-haben-Nation. Seit fast siebzig Jahren marschieren wir auch nicht mehr am Wochenende zum Spaß in  Nachbarländer ein. Dafür haben wir nun Triathlons.

Heute in der Überseestadt. Wir hatten zwei HIWL Teams am Start, ein Studenten Team mit Anna, Blitzrad und Jannek, von denen nur einer Student an der HIWL ist und ein Professoren Team mit Carola, mob und Dennis, von denen keiner Professor an der HIWL ist; zwei dafür sind aber Studenten. Anna hat noch nicht einmal Abitur. Sie hat sich auf einen Aufruf von Philipp gemeldet, der sich die Mühe gemacht hatte eine zweite Schwimmerin zu organisieren. „Ist sie gut?“ frage ich Phlipp. „Schau mal diesen Artikel, sie ist letztens innerhalb von 24 Stunden 48 Kilometer geschwommen.“ Hm, normalerweise nehmen wir keine Frauen ins Team die nicht wenigstens 50km an einem Stück schwimmen können (es seid denn sie sind habilitiert), aber hier machen wir einmal eine Ausnahme. Soviel zum Thema Schwimmnation.

Im Vorfeld geht mal wieder so einiges schief. Es fängt an damit, dass ich träume, wie ich von syrischen Truppen in Aleppo entführt werde und für Assad und seine Familie auf einer Party japanische Enka (Volkslieder) vorsingen muss. Nein, dass habe ich nicht geträumt, aber mir gewünscht, damit ich nicht teilnehmen muss. Ich bin trotzdem um 9 am vereinbarten Treffpunkt aber niemand ist da und mein Hinterrad hat einen Platten (vermutlich von syrischen Guerillas). Mich macht das immer ein wenig nervös, aber deswegen haben wir uns ja auch 2 Stunden vor dem Start verabredet, so dass wir alles in der Zeit noch in den Griff kriegen. Dennis taucht auf. Philipp kommt auch, Anna kommt auch und ist sehr groß. Größer als mein fünfzehnjähriger Sohn, größer als meine Frau und wesentlich größer als meine elfjährige Tochter. Ich haue ab und flicke mein Hinterrad, das klappt auch gut. Jannek taucht irgendwann auf. Die Zeit geht rasend schnell vorbei und schon sind die Schwimmer im Wasser. Philipp und ich machen uns zu den Rädern. Wie immer (also zum zweiten Mal) sind wir nicht richtig aufgewärmt und müssen gleich losfahren.

Und da kommt auch schon Anna als erstes Mädel rein und Philipp fährt los. Vielleicht eine Minute später kommt Carola als zweites Mädel aller Starter rein und ich fahre los. Diesmal werde ich nicht beim losfahren überholt und schon bin ich mit 40 Sachen auf der Strecke.

Die Nordstraße Richtung Norden geht auch gut ab mit Rückenwind. Ich werde relativ schnell von einem Pro-Triathleten mit Aerorad und Tropfenhelm überholt, danach kann ich aber auch zwei Radler liegen lassen etwa auf Höhe des Krokodils. Ein unsportlicher Typ überholt mich, gibt dabei aber alles. Nach dem Wendepunkt geht es jetzt nun gegen den Wind und mit viel weniger Speed zurück. Ui, ist das anstrengend. Und gestern 110 km zu fahren war vielleicht aus Traningsgründen doch nicht so eine gute Idee? Jedenfalls bin ich froh, als die erste Runde zu Ende ist und die zweite fahre ich wieder etwas langsamer raus. Den unsportlichen Typ habe ich mittlerweile überholt und weit hinter mir gelassen, der hatte keine Ausdauer. Dafür sehe ich Philipp etwa 2 Minuten bevor ich wieder bei der Wendemarke bin. Philipp ist gut unterwegs, hat offensichtlich noch Kette am Rad und liegt etwa 5 Minuten vor mir, das heißt er ist schnell – eine sehr gute Leistung, ich bin froh, dass er für das starke Studi-Team fährt. 

Hier zeigt Philipp, was er bei Marcus am Silbersee gelernt hat. 

Kurz vor der Abzweigung in die Überseestadt sehe ich Tobi mir entgegenkommen, der ja auch mit seinem Team Wuuunderbar dabei ist. Einen Bericht von beeindruckender analytischen Schärfe, der die einzelnen Höhepunkte in selten klaren Worten zusammenfasst und doch in der facebook-üblichen würzigen Kürze bleibt kann man auf seiner facebook Seite finden (für die, die nicht mit ihm bei fb befreundet sind hier sein Beitrag in seiner kompletten, epischen Breite: „Zurück vom Triathlon… Saugeil!!!„.Man beachte den eher ungewöhnlichen Einsatz von Großbuchstaben.

Tobi kommt rein.

Vor mir fährt ein Typ von SG Stern, dem Team von Ralf aka Hobbit. Den überhole ich auch noch  bevor es auf das letzte brutale Stück gegen den Wind geht. Das hat er aber nicht gern und er hängt sich an mich ran. Am Ende muß ich ihn ziehen lassen und komme in die Wechselzone. In diesem Moment reisst meine Hinterradspeiche.


Die Übergabe auf Dennis dauert ewig. 

Wir gehen zum Zielbereich, wo bereits die Fans der HIWL warten: Oliver mit seiner Frau ist da, Astrid mit ihrem Mann und und und. Die kann man gar nicht alle aufzählen. Ralf ist auch irgendwo. Und da läuft auch schon Jannek ins Ziel, das Studi Team war wirklich sehr schnell unterwegs. Dennis kommt ein paar Minuten später rein, war aber auch sehr gut dabei.

Wir schauen mal so langsam auf die Ergebnisse (sind leider noch nicht online, verlinke ich später). Cool, das HIWL Studi Team ist Erster geworden. Und das HIWL Pro Team ist immerhin noch Vierter bei den Mixed Staffeln. Jeder von den Studis war in seinem Tel schneller als sein Pro-Pedant. Philipp hat mir ganze 2 Minuten auf dem Rad abgeknöpft – nicht schlecht! Carola war aber nicht wesentlich langsamer als Anna und Dennis auch nicht als Jannek. Wieder ein Pokal für unser Hochschulregal, der wird gleich zwischen Verwaltungsverordnungen, vergessenen Studienarbeiten und dem Briefwechseln mit den senatorischen Behörden 2009 bis 2010 eingereiht.


(c) Philipp

Ich hocke mich mit Astrid und unseren Erdinger Alkoholfreien wo hin und warte auf die Siegerehrung. Diese beginnt wie die am Silbersee – nein eigentlich noch schlimmer, denn zunächst werden auch noch die Sieger der Polizeimeisterschaft gekürt. Dann beginnt es wie üblich mit der Ehrung der Altersklassen und Geschlechter, mir schwant böses. Aber zum Glück wird nur der erste Platz dort prämiert und Männer und Frauen kommen gleichzeitig auf das Podest. Dann kommen endlich die Staffeln dran und Anna, Philipp und Jannek holen sich ihr Pokälchen ab. Ein großartiger Moment in der noch jungen Geschichte de Hochschule, die ersten Seiten der Ruhmesblättchen werden geschrieben und die erste Inschriften in der Ruhmeshalle der HIWL eingemeiselt. Ja, so könnte ich noch stundenlang herumschwadronieren, Tatsache ist aber das der Pokal von der Hochschule eingesackt wurde, da die Hochschule auch die Teilnahmegebühren übernommen hat – so hart können Verträge sein.

„Tja Anna, gut dass Du mit uns geschwommen bist“, sage ich gönnerhaft, „so zum ersten Mal auf dem Treppchen zu stehen ist ja doch etwas schönes, nicht?“. Sie passt halt zu uns, mal sehen ob wir noch den Berufswunsch Logistik in ihr wecken können.

Ich mache mich dann nach Hause nach diesem schönen Tag. Also der Tag ist für mich jedenfalls rum, jetzt werde ich nur noch auf der Couch schlafen und schauen wie sich andere bei Olympia einen abbrechen: Heute meine Lieblingsdisziplin, der moderne Fünfkampf. Der schöne Tag ist auch zu Ende, weil ich meine Autoschlüssel verloren habe. Macht nichts, denke ich mir, Du fährst einfach mit dem Rad nach Hause und holst die Ersatzschlüssel. Macht doch etwas, sage ich mir dann, der Haustürschlüssel ist im Auto. Macht nichts, sage ich mir wieder, ich habe ja den Flurschlüssel im Flur versteckt. Catch 21, kommt es zum Schluß, Du kommst nicht in den Flur rein, denn Du hast den Schlüssel nicht und alle anderen Parteien sind über das Wochenende weg. 

Also gehe ich zum Infopunkt und siehe da „Irmi“, so heisst es auf dem Namensschild hat meinen Autoschlüssel. Sie ist etwas skeptisch, ob ich auch wirklich er Besitzer in rückt den Schlüssel aber dann doch raus. Tausend Dank, Irmi! Ab nach Hause, jetzt erst einmal eine Currywurst mit Pommes und Mayo. Aber wo ist mein gelber Rucksack frage ich mich, als ich zuhause bin? Richtig, den hatte ich unter dem Auto deponiert. Liegt also noch auf dem Parkplatz – Mist. Auf das Rad und zurück in die Überseestadt. Rucksack ist weg. Auf zum Infostand – da steht ja mein Rucksack, so ein Glück! Leider steht da auch die skeptische Irmi, oh Gott, wird sie mir glauben, dass ich wirklich so doof bin und zweimal was bei einem Ereignis verliere? Mein Gott, ist das peinlich! Sämtliche peinliche Moment meines Lebens kommen mir in den Sinn.

Der peinlichste Moment meines Lebens

Ok, nachdem hier hinten sowie keiner mehr am lesen ist, ich aber den peinlichsten Moment meines Lebens schon lange einmal niederschreiben wollte ist hier vielleicht eine ganz gute Gelegenheit. Es gibt natürlich noch viel schlimmere, aber dieser ist lange genug vorbei und alle beteiligten Personen sind längst verschollen oder tot. Ich war so 9 oder 10 Jahre alt und der Vater eines Freundes arbeitete als Sänger im Chor am Stadttheater in Mönchengladbach. Durch seine Verbindungen war es uns beiden möglich als Kinderstatisten mitzuspielen und so konnten wir zwei oder drei Mal die Woche abends im Theater spielen und uns etwas Geld verdienen. Es war ein sehr cooler Job und wir hatten jede Menge Spaß. Eines Tages gab es die Premiere des Stück „Das Leben des Gallileo“ von B. Brecht. Ich spielte einen blöden Kinderprinzen und mein einziger Satz war „Ist etwas mit meiner Welt nicht in Ordnung?“ während mein Freund Christoph lange Dialoge mit Galilleo über Sinn und Komposition des Universums führen durfte. Egal, ich war nicht neidisch. Bei Schauspieler ist es bei der Premiere üblich, dass sie sich umarmen, angedeutet über die linke und rechte Schulter spucken und dann „Toi, toi, toi“ wünschen. Also, die Hauptdarstellerin kam auf mich zu umarmte mich und wir spuckten uns angedeutet über die Schultern. Das heißt SIE spuckte mir angedeutet über die Schulter, ICH machte einen leichten taktischen Fehler und rotze ihr voll auf das Kleid hinten. Das merkte sie aber nicht und  ich war auch zu schüchtern etwas zu sagen. Jedenfalls lief ihr dann während des Auftrittes im ersten Akt die Rotze am Kleid runter und das vor allen Leuten. Auch vor mir, denn als blöder Kinderprinz sass ich in meinem Thron und musste das grausame Schauspiel auch noch die ganze Zeit mit ansehen.

Ja, das war der peinlichste Augenblick in meinem Leben, bis ich heute zu Irmi musste. Die dachte doch bestimmt dass ich systematisch Fundsachen abräumen würde! Aber Irmi erkannte mich wieder, sah ei, dass ich ein Idiot bin und rückte den Rucksack heraus. Doppelter Dank, Irmi!

Na ja, Dinge zu verlieren ist schon schlimm, zum Glück st meine Frau aber gerade nicht zu Hause, so dass die zweite Komponente von „richtig schlimm“ fehlt: Auch noch Stress dafür zu bekommen. Ein wesentlicher Teil des Stresses ist auch dadurch bedingt, dass man wider besseren Wissens auch noch argumentieren muss, das Schlüssel verlieren ganz normal ist, jedem und ständig passiert und in der Hauptsache der Schlüssel selber Schuld ist, man aber keineswegs selber irgendetwas damit zu tun hat.

Damit ging es dann zum Scharfrichter zu Currywurst und Pommes und dann endlich auf die Couch. Ich loggte mich noch bei facebook ein, schrieb: „zurück vom triathlon… saugeil!!!“ und schlief ein.

Mehr Fotos morgen.

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Info zum Citytriathlon Bremen am 12. August

Nach unserem großartigen Erfolg am Silbersee (Unsere Männerstaffel machte den Dritten Platz in der Mixed Staffel Kategorie) nehmen wir nun wieder mit zwei Staffeln der HIWL (Hochschule für intensives warten und (herum)lungern) am Citytriathlon in Bremen teil. 

Unsere „Pro“ Staffel besteht aus Carola B. (schwimmen), mob (Radfahren) und Dennis W. (laufen) und wir sind diesmal bei weitem nicht so konkurrenzfähig wie unsere „Stud“ Staffel mit Anna H.  (vorgemerkt als Studentin für 2016) als Schwimmerin, Philipp Blitzrad und Bremerhaver Hafenlaufwunder Jannek S.

Insgesamt nehmen nach heutigem Stand 18 Mixed Stafeln teil, so dass ich denke, dass wir eine Chance haben auch ein gutes Ergebnis zu erreichen.  Egal was passiert, wir müssen aber ein besseres Ergebnis erreichen als Erzkonkurrent TobiLive, der mit seinem Team Wuuunderbar an den Start geht.

Ich habe die ganzen Unterlagen ausgedruckt und bringe die mit, so dass wir vorher noch alles in Ruhe sichten können. Im Prinzip ist es aber sehr ähnlich wie am Silbersee, für die, die dabei waren.

Treffpunkt

Der Staffelwettbewerb beginnt um 11 Uhr, ich denke es macht daher Sinn sich um 9 Uhr zu treffen und unsere Taktik noch einmal in Ruhe zu besprechen. Falls vorhanden bitte die orangen HIWL Poloshirts anziehen, so dass wir uns einfach erkennen können. Also um 9 Uhr genau HIER.

Wir müssen uns dann erst einmal anmelden, dazu bitte jeweils diese unsägliche „Haftungsausschlusserklärung“ ausdrucken, unterschreiben und mitbringen. Ja, ja, die Triathlonbeamten, schlimm.

Die Radfahrer müssen dann das Rad im Radpark abstellen, der sich an der Ecke Hansator/Hoerneckestraße befindet.

Es folgt dann die taktische Mannschaftsbesprechung irgendwo wo es was zu essen und zu trinken gibt.

Schwimmen

Es gibt blaue Badekappen für die Schwimmer und einen Chip mit Kettband, der am Fußgelenk befestigt wird. Geschwommen wird im Hafenbecken. Start  und Ziel ist an der Marina,  von da aus müssen die Schwimmer noch zur Wechselzone laufen. Wechselzone heisst, dass hier die Radfaher bzw. später die Läufer stehen und das innerhalb dieser Zone der Chip übergeben werden muß. Ist also genauso wie beim Silbersee.

Radfahren

Startnummer hinten mit Startnummernband Helm ausfgesetzt. Dann vom Schwimmer den Chip in der Wechselzone übernehmen, zum Rad rennen und dann mit dem Rad bis zur Straße laufen. Erst dann darf man losfahren.

Windschattenfahren ist verboten. Mist. Strecke ist hier. Die Strecke ist im Prinzip, die Bremen Challenge Strecke aus dem letzten Jahr. Es geht nur noch ein wenig weiter die Nord/Bremerhaven/Werftstrasse Weserabwärts und der letzte Schlenker am Kaffeequartier fehlt. Das heisst: Flach und windig und schnell. Viel zu wenige technische Kurven, so dass die schnellen Triafahrer auf ihren Aerorädern vorbeiziehen werden. Strategie: Shut up legs.

Eine Runde ist 10km lang, also zwei Mal fahren dann wieder zurück zum Radpark, Rad hinstellen, zur Wechselzone laufen und nun Chip und Startnummernband an den Läufer in der Wechselzone  übergeben. Läufer kann dann losrennen.

Laufen

In der Wechselzone auf den Radfahrer warten, dann Chip übernehmen und Startnummerband übernehmen. Das ist nun vorne zu tragen. Gelaufen wird Weseraufwärts an der Schlachte lang bis zur Wilhelm Kaisen Brücke und dann wieder zurück in einer Runde. Die Strecke ist hier. Die Startnummer bitte dem Radfahrer geben, denn er bekommt sein Rad nur gegen Startnummer wieder.

Feiern

Können wir dann hoffentlich hinterher, wir finden uns dann im Zielbereich. Wir werden diesmal auch wieder eine Menge Zuschauer von der HIWL und dem Forum haben, so dass wir leider unglaublich unter Druck sein werden:

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Erklärung, für die, die in Geschichte mal wieder nicht da waren.

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Silbersee Triathlon – Augenzeugen berichten

Ein Soldat schießt, fechtet, schwimmt, reitet ein Pferd und läuft – so sollte auch der ideale Athlet sein und dieses Ideal führte zur Erfindung des Modernen Fünfkampfes, einer bis heute olympischen Disziplin. 

Durch die Weser nach Niedersachsen schwimmen, ein Rad klauen, es zu Schrott fahren und dann schnell weglaufen. Das ist die Kernidee eines Triathlons.

Rieko Fujita kam zu Besuch aus Japan nach Bremen am Tag zuvor und ich zeigte ihr die Dinge die man in Bremen sehen kann, wenn es regnet. Die neue Kunsthalle und den Leestra Supermarkt in Horn. Ersteres hatte Picassos Sylvette im Flur hängen,

letzterer hatten einige Nahrungsmittel im Angebot, die die durchschnittliche Japanerin nicht kennt und ohne deren Verzehr sie Deutschland nicht verlassen darf:

Rieko war in meinem Kurs „Business Administration for Dummies“ an der International Christian University in Tokyo und arbeitet heute bei einem großen japanischen Konzern. Sie kann gut Englisch und deshalb wurde sie nicht, wie 95% der anderen neu eingestellten Universitätsabsolventen in die USA geschickt, sondern nach Münster zum Deutsch lernen. Nein, das ist keine Strafe. Jedenfalls tranken wir ein wenig Rose um die eigenartige Mischung die sich am Vorabend in unseren Mägen befand gut zu vermischen und machten uns am Sonntag morgen fertig für den Triathlon.

Auf der Erdbeerbrücke wartete Marcus auf uns und wir machten uns auf unseren Rädern auf den Weg zum Silbersee. Rieko Fujita sollte eigentlich mein schickes, neues rot-weisses Colnago fahren, aber leider war es zu groß für sie. Also bekam sie Rad Nr. 8 aus unser Garage (Giant FCR von meinem Sohn).

Ich habe mir nie so Gedanken gemacht wo Stuhr eigentlich liegt, aber jetzt weiß ich es: Man fährt bei IKEA am Ende der Straße einen Feldweg lang und landet in enem weiteren Industriegebiet, dass von einer Autobahn getrennt vom Rest der Welt ist. Es ist das verlorene Industriegebiet, in dem immer wieder die gleichen Dinge produziert werden, LKWs aber nie den Weg nach draußen finden, so dass am Ende des Tages alles wieder recyclt und am nächsten Tag neu produziert wird. Gleich daneben liegt der Silbersee.

Der Silbersee heißt Silbersee, weil er, wie unschwer auf dem Foto zu erkennen ist, er wahnsinnig silbrig ist. Es ist ein spezielles Silber, so etwa Sibergrün. Zum Glück hoben wir uns mit unseren orangen Poloshirts der HIWL deutlich vom Hintergrund ab.

Wir trafen uns alle schnell und wie es sich gehrt waren die Professoren zuletzt da. Wir mußten nun erst einmal die Startunterlagen holen, Bänder für dir Startnummern kaufen und unsere Räder auf den vorgeschriebenen Stellplätzen parken. Das ist übrigens ein ganz wesentlicher Unterschied zu Radrennen, wo alles relativ einfach organisiert ist. Beim RSC Gold Rad Marathon zum Beispiel, muß man beim Start einen Zettel ausfüllen, der dann sofort in einen Papierkorb geschmissen wird, man bekommt eine Stempelkarte, eine Startnummer und wird von älteren Frauen belästigt, die einen zu einem Stück Kuchen nötigen wollen. Ist man fertig gibt man die Stempelkarte ab, diese wird entsorgt und fertig. Man hat auch keine Ahnung wie schnell man war. Beim Triathlon ist das ganz anders. Alles ist genau geregelt. Die Räder müssen auf eine bestimmte Art und Weise geparkt sein; am Rad dürfen nur  Helm und Schuhe sein, alles andere wird von den Schiedsrichtern entsorgt (manchmal verschwinden ganze Räder, weil sie die falsche Farbe haben!). Die Startunterlagen sind so dick wie das Vorlesungskript „Thermodynamik“ im Machinenbaustudium. dazu gibt es Startnummer, zwei Aufkleber für Rad und Helm und einen Transponder, all dies muss auf eine bestimmte Art und Weise getragen und befestigt werden – das ganze hat den Charme eines Visaantrages in der indischen Botschaft in Lahore.

Es dient auch nicht gerade der Beruhigung, denn wir hatte ja keine Ahnung wie das ganze Ablaufen würde. Irgendwann bekamen wir raus, wo wir den wechseln und eine ungefähre Vorstellung davon wo wir lang laufen oder fahren sollten. Und dann ging es schon los, Marcus und ich begaben uns in die Wechselbox. Ich fragte Carola B noch wie ihr Badeanzug aussah, damit ic sie schnell erkenne, wenn sie angelaufen kommt nach dem schwimmen (Ein Triathlon hat nämlich ein geheimes 300m Laufstück zwischen schwimmen und Radfahren).

Ich hüpfte noch ein wenig in der Box herum in dem verzweifelten Bemühen mich irgendwie warm zu machen. Scharfe Hunde und grimmige Wachleute verhinderten zunächst, dass ich mich meinem Rad näherte. Beim quatschen miT Marcus, mitten in einem intensiven Männergespräch (Look oder Shimano Pedale – welche sind besser?) kam auf einmal schon Carola B angelaufen und nervte mich mit der Transponderübergabe. Nirgendwo haben wir Männer Ruhe! Außerdem war sie viel zu früh. Also machte ich mich auf den Weg zu meinem Rad, schwang mich drauf und fuhr los (siehe Video 1). Shimano Pedale sind besser, denn ich kam nicht in meine Look Keo Carbon rein und wurde schon beim einklicken von zwei Konkurrenten überholt. Ich haute volle Kanne rein. Ohne warm zu sein ist das ziemlich tödlich, so daß ich gerade einmal auf der richtigen Straße war, als ich schon wieder überholt wurde. Das hatte ich mir anders vorgestellt, ich wollte doch eigentlich zählen wie viele Räder ich überhole und von wie vielen ich überholt werde – aber bei 4:7 habe ich aus lauter Frust aufgehört.

Und die Geschwindigkeit war auch nicht gerade schnell, so in der 33 – 35 km/h Gegend, da dummerweise auch lutschen und Windschattenfahren verboten war (Bürokraten!). Und es war richtig gut windig, vor allem die Strecke raus. Das letzte Stück vor der Wendemarke bei 10 km war höllisch und tat echt weh in den Beinen. Ich überholte noch die Frau von „Die Bären“ (die wurden erste in der Mixed Staffel) udn machte mich auf den Rückweg. Marcus war kurz hinter mir, er winkte mir auf dem Weg zur Wendemarke, als ich ihm entgegenkam.

Zurück wurde es dann schneller mit dem Wind im Rücken. Nun kamen aber die schnellen Fahrer aus der zweiten Startgruppe,  die 10 Minuten später mit dem Schwimmen begonnen hatten und zogen un mir vorbei. Total frustrierend, es war fast so als wenn ich stehen würde. Allerdings können meiner Ansicht nach die Tria-pros nicht gut Kurven fahren. Die hören schon ne Viertelstunde vorher auf zu treten und beschleunigen erst wieder wenn das Rad gerade steht. Auf einem technisch schwierigerem Kurs würde ein guter Radfahrer die abhängen können.

Ich lieferte mir in der Zwischenzeit einen Zweikampf mit der Bärin. Die war leider richtig gut und überholte mich zwei bis drei Mal und ich sie auch. Sie sah auch gut aus, was mich motivierte an ihr dran zu bleiben, Irgendwie erinnerte mich das ganze an sinnloses Antanzen und baggern in der Tanzschule früher.

Sie hatte mich vor den vorletzten Kurve überholt und jetzt waren es nur noch 500 Meter bis zum einbiegen in die kleine Straße in der man nicht mehr überholen dufte. 250 Meter vorher überholte ich sie, legte alle Kraft darein von ihr weg zu kommen und bog vorher in die Straße ab. Geschafft – die letzten 200 Meter ließ ich etwas lockerer angehen.

Rad in den Ständer stellen, zur Wechselbox rennen, Startnummer und Transponder übergeben, Quittung unterschreiben, Geheimnummer eintippen und bestätigen und am Handy den PIN Code bestätigen – und schon konnte Prof. Weller loslaufen. Kurz nach mir kam Marcus rein und schaltete einen Mitkonkurrenten aus (Video 4).

Ich war ein wenig fertig. Später ging ich zum Radlagerzaun und fand Marcus dort völlig apathisch vor. Er starrte nur vor sich hin und konnte nicht begreifen, dass er noch am Leben war. So ganz ohne warm machen losfahren ist schon ziemlich brutal. Er war so fertig, dass er mir später ein Stück Kuchen und einen Kaffee kaufte. Danke.

Das Studi Team hatte uns (das Prof Team) noch überholt, Jonas K. ist vermutlich das Rennen seines Lebens gelaufen. Ich hatte ihn fast nicht erkannt als er im Ziel ankam, zum Glück hatte er noch das orange Poloshirt an. Also bei geistiger Anstrengung sieht er jedenfalls anders aus.

Wir hingen nun erst einmal Festplatzbereich rum, die Siegerehrungen dauerten ewig. Unsere Freunde, Familien und Studis waren auch da. Rein zufällig traf ich Dietmar vom TCB auf der Herrentoilette wie George Michael seine neuen Freunde. Carola B machte dann Druck, so dass der Pokal rausgerückt wurde und wir nicht mehr länger warten mussten. Dann durften wir endlich nach Hause mit dem ersten errungenen Pokal überhaupt für die Hochschule.

Ein historischer Moment. Ein schöner Tag. Spaß, Abenteuer und all diese Dinge. Ein kleiner Schritt für uns, ein großer für die HIWL. Wow.

RH63 mob mit RH56 Colnago und RH50 Japanerin.

“ Er lügt wie ein Augenzeuge“

(alte russische Lebensweisheit)

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Silbersee Triologie in vier Teilen

Der große, lange Bericht über den Suilbersee Triathlon muß noch bis morgen warten. Oliver „Scorsese“ B. hat aber ein paar wunderschöne  Videos vom Wettkampf aufgenommen, die es verdient werden zu zeigen. Sie handeln von Sportlern des Teams die auf ihr rad zeigen, bzw. davon abzeigen und somit die eine wichtige Technik demonstrieren. Man kann sich vorstellen, dass diese Sequenzen in Zukunft in Triathlon Lehrfilme eingebaut werden mit Untertiteln wie „vorher“ oder „falsch“.

Dank automatischer You Tube Korrektur muss man nun auch nicht mehr den Bildschirm um 90 Grad drehen.

Klasse wie Marcus hier einen übereifrigen Konkurrenten ausbremst und zu einer harten Landung auf dem Asphalt zwingt. Morgen mehr.

Hier noch ein Bild unseres Stargastes am Silbersee, Fujita Rieke, die nun extra aus Japan anreiste, um den HIWL Erfolg mitzuerleben.

 

 

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Silbersee Schatz gehoben

Heute sind zwei Teams der HIWL  beim Triathlon in Stuhr am Silbersee an den Start gegangen. Das Studententeam (Simon/Marcus/Jonas) hat einen sehr guten 10. Platz bei den Herren gemacht, das Professorenteam (Brockschmidt, Krähe, Weller) wurde Dritter beim Mixed und wäre somit auf das Treppchen gekommen.

Wäre auf Treppchen gekommen, wenn wir noch weitere fünf Stunden dort ausgehalten hätten, aber die Siegerehrung war einfach unerträglich lang. Nach den Frauen über 70 Jahren kamen die Frauen über 65 gefolgt von den Frauen über 60 und dann……dann die Frauen über 5 Jahre, dann Männer über 27 mit weissen VW Golfs, Männer aus Brinkum mit gebrochenen Schlüsselbeinen und Transvestiten zwischen 18 und 23 mit Bahncard 25.

Wir haben dann unser Zeug eingesammelt und sind abgehauen, nachdem wir einen schönen Tag hatten und alles gegeben haben. Schön war auch die Unterstützung von den gekommenen Studis und deren Freunden die teilweise bis aus Japan angereist waren.

Oliver „Scorsese“ B. hat ein paar schöne Videos gemacht, die ich morgen hier posten werde. Anbei erst einmal ein paar Photos. Dank an alle, das war wirklich gut und ich freue mich auf den nächsten Triathlon in Bremen im August. Obwohl, als ich vom Rad stieg hatte ich ja erst einmal so gar keine Lust mehr.

Ergebnisse hier.
In aller Fairness möchte ich noch anmerken, dass das Studententeam das schnellere der beiden HIWL Teams war.

 

Vor dem Rennen: Simon, Jonas, Carola, mob, Prof. Dr. Niels Weller, Torge, Marcus

 

 

 

 

Im Ziel: Jonas Krumland, etwas mehr als 20 Minuten für 5 km – Respekt.

 

 

Abhängen nachdem alles vorbei war. Im Hintergrund Siegerehrung für Frauen mit mindestens zwei Kindern von drei verschiedenen Vätern (unter 45 Jahren).

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