Wümme. Hillibillies. Gleich Wümmbillies.

Der Zeh schaut unter der Decke hervor und prüft die Zimmertemperatur. Weiterschlafen. Die Terrassentür geht auf, ein Kopf lug hervor und schaut auf das Außenthermometer: Null Grad. Raus auf’s Rad.

Der Winter ist eine Entscheidungsqual. Am Wochenende aufstehen oder nicht aufstehen, Radfahren oder nicht Radfahren, zwei oder drei Lagen Textilien auf dem Körper….bis man das alles entschieden hat ist es schon fast wieder dunkel. Und dann muss man auch noch alles anziehen und dies und das mitnehmen. Ich freue mich daher schon auf dem Sommer wenn ich quasi nackt zum Unisee fahren kann. Genau, nackt auf dem Rad nur mit Sonnenbrille und Oberlippenbärtchen.

Als ich endlich draußen war, erheblich verzögert durch den Anspruch meiner Tochter den Unterschied zwischen „cadeau“ und „gateau“ zu verstehen, fing es schon an zu dämmern. Ich wollte nur kurz am Unisee vorbei und dann durch das Blockland zum Wümmedeich und wieder zurück. Am Unisee, so hatte ich letztens entdeckt, gibt es ein Strava Segment, dessen Herr KOM ich werden könnte und das wollte ich ausprobieren, von mir aus auch auf dem lahmen Panasonic. Das hat dann zwar nicht ganz geklappt, war aber trotzdem OK. Im Panasonic Normaltempo ging es dann weiter durch das Blockland. Ich mag die Gegend dort, weil die dort zu feucht und vermoddert ist und mich an Dinge erinnert wie die Erverglades

oder Sümpfe in Louisiana:

oder, um gleich auf den Kern der Sache zu kommen:

Genau, Down by law.

An der Nebenwümme reihen sich die Kleingärten auf und man kann sich leicht vorstellen, dass hier die Wümmbillies ihr zuhause haben.

IMGP0661

Die Nebenwümme, Heimat der Wümmbillies.

IMGP0660

Bike leaning against almost nothing.

Man kann auf der Süd- oder auf der Nordseite der Nebenwümme fahren, das letzte Stück dann nur noch im Süden. Die Südseite ist ohnehin, nach mehreren Versuchen bestätigt, die schönere. Ruckzuck war ich dann an der Wümme und ich hätte jetzt einfach rechts abbiegen und nach Hause fahren können. Wollte ich aber nicht, ich hatte mich gerade an die Kälte gewöhnt und war gut drauf, also überlegte ich mir auf der anderen Wümmeseite nach Hause zu radeln, dem Blockland Roubaix. Aber als ich dort ankam dachte ich mir, na ja, kannst ja auch gleich weiter bis nach Worpswede (Warp! Wede!). Nun war es richtig dunkel und auch richtig feucht. Die Axa Lampe leuchtet zwar ganz prima, aber die Blendung durch entgegenkommende Autos plus jede Menge Wassertropfen auf der Brille dient nicht der Orientierung nach vorne.

Nach Warp! Wede! wollte ich dann ein paar neue Straßen ausprobieren und machte mich von Warp! Hausen! auf nach Frankenburg. Mittlerweile waren meine Füsse Eisklumpen und ich bedauerte meine lustigen und spontanen Ideen. Übrigens, so neben bei als Tip: wenn man neue Straßen erkunden will macht das viel mehr Sinn im Hellen als im Dunkeln. Denn sonst weiß man am Ende genauso viel wie vorher weil man nichts gesehen hat.

Alles in allem bin ich aber recht froh heute wieder auf’s Rad gestiegen zu sein und wenn es nur der Härtung für den Winter gedient haben mag.

 

Ein Kommentar

Eingeordnet unter 2014, Bremen, Mob

Eine Antwort zu “Wümme. Hillibillies. Gleich Wümmbillies.

  1. alex

    Wiso im Hellen ? Im dunkel und bei Kälte hat man dann doch gleich doppelt Abenteuer und es fördert der Überlebenswillen. Wenn dann noch die Akkus der Lampe down gehen… 😉

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