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Extreme Positionen.
David Etxebarria via Fabbrica delle Bici
Teams: Once, Euskaltel, Liverty Seguros, Astana … is there a dotted line?

Non-aero position via Milano Fixed.


via Milano Fixed
David Leopold, 1985 in New York
Messengers, Japan 2014
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Gierige Räder letztens

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Cherubim Ausstellungsstück für NAHBS 2015 via Bike Rumor




CURTIS INGLIS RETROTEC BACKROADS BIKE für NAHBS 2015 via Radavist






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Moser Leader AX Hour Record via Milano Fixed






FES Track Bike via Ciclisimo Espresso

Nagasawa Stock Frames via Kinoko Cycles
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FERD: Mein Bike
Eine weitere Addition zum Thema Musik und Räder.
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Lotus Sport 110

„…at the time it was 2,999.95 $ in 1995, just the frame and the fork, it was insanely expensive back then… yeah,. mean… it came with the seatpost.“

Story from Colby Pearce
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Things Japanese Teil II
Ich plane wieder eine größere Bestellung in Japan und nutze die Gelegenheit zu fragen, ob jemand Interesse hat an japanischen Komponenten hat, die in Europa gar nicht oder nur schwer erhältlich sind. Ich würde die dann bei meiner Bestellung mit bestellen, was für alle Beteiligten Porto- und Zollgebühren spart. Allerdings muss ich dazu sagen, dass die Bestellung dann etwas dauert kann, vermutlich bis Ende März/Anfang April.
Ich habe einmal Festpreise angegeben einschließlich dem Versand von mir bis zum Mitbesteller in Deutschland. Die Kosten hängen halt vom Wechselkurs, von der Laune des Zolls und den Gesamttransportkosten ab; ich würde aber diese Preise garantieren. Falls cihd dabei wieder Erwarten doch Geld verdienen würde, dann bin ich auch bereit diesen an die Mitbesteller zu verteilen.
Die folgende Dinge habe ich mir ausgesucht, prinzipiell ist es mir aber auch möglich andere Komponenten jap. Hersteller wie Nitto, Tange, Kashimax, Catexe, Honjo, Viva etc. zu kaufen. Da ich aber letztendlich in Japan auch fast Endkundenpreise zahle, ist es unwahrscheinlich, dass die Bestellung hier billiger ist als bei Online Händlern in Deutschland, die diese Artikel führen (Singlespeedshop oder BMO beispielsweise). Von daher möchte ich mich auf Komponenten konzentrieren, die hier nicht angeboten werden.
Bitte bei Interesse bei mir über die Kommentarfunktion und geheime Angabe der e-mail melden.
DIXNA Sattelstützen
Ich hatte bereits zwei Stück hier, das sind wirklich sehr schöne Stücke in guter Qualität. Gibt es in Europa nicht zu kaufen, wird von einem taiwanesischen Hersteller ausschließlich für einen Distributeur in Japan gefertigt. Wirklich schöne Form und interessante Klemmung mit nur einer horizontalen Schraube auf der rechten Seite. Die beiden “Sattelschienenstücke” sind Dummies, sonst würde die Klemmung auseinanderfallen. Alles mit Liebe zum Detail in exzellenter Qualität für den japanischen Markt produziert.
Nur in 27,2 mm Durchmesser mit 300 mm Länge erhältlich. Gewicht ca. 210 Gramm, Offset 25 mm.
In Silber für €39 und in schwarz für €44.

DIXNA Halterung für Rahmenschalthebel
Gibt es in verschiedenen Versionen, einmal für die Befestigung am Vorbau (wahlweise für 1“ und 1 1/8“ Vorbauten) in silber oder schwarz.
Alternativ für die Befestigung am Lenker, entweder als Paar oder als rechte Einzelbefestigung. Kann dann an Lenkern mit mit Durchmesser 22,2; 24 und 26 mm befestigt werden mittels Einsatz der beigefügten Shims. Diese gibt es auch in schwarz oder in silber. Egal welche Version, €54, ein einzelner Hebel für den Lenker rechts dann die Hälfte.
Grunge Speichennippelmontierbox
Etwas ganz besonderes, aber irgendwie habe ich mich in das Teil verguckt und möchte es haben: Eine kleine Plastikkiste in der auf der Oberseite bis zu 36 Speichennippel eingesetzt werden können. Diese werden mit dem beigefügten Werkzeug sicher von der Kiste in die Felge befördert und verschraubt. Gerade bei höheren Felgenprofilen kann das ja etwas frickelig werden, mit dem beigefügten Werkzeug aber fällt das einfach. Ich habe es selber noch nicht ausprobiert, aber die Idee gefällt dem Nerd in mir. Komplett €39.
VIVA Klingel
Viva ist, wenn überhaupt, als Hersteller von Baumwolllenkerband bekannt, sie haben in Japan aber noch eine ganze Reihe anderer, schöner Komponenten in ihrem Programm. Wie diese Radklingeln.
Diese gibt es in „silber“, sowohl für Lenker mit 22,2 mm Durchmesser, als auch für Lenker oder Vorbauten mit 25,4 mm Durchmesser. Dazu kann man auch den Typ des Klöppels (?) wählen, also eher ein moderner, simpler durchgehender Klöppel an einer Feder, oder ein klassischer Klöppel an einer Torsionsfeder.
Egal welche Version €15.
VIVA Baumwolllenkerband.
Hiroshi, mein japanischer Freund und Radhändler, rät von dem Toshi (eigentlich: Fujitoshi) Tape ab. Bitte fragt mich nicht warum, aber Hiroshi hat immer recht. Das weiß ich leider aus Erfahrung. Er empfiehlt das Viva Tape:
![[IMG]](https://i0.wp.com/www.jitensha.com/eng/images/bartape/newvivatape.jpg)
![[IMG]](https://i0.wp.com/www.cb-asahi.co.jp/images/sys/item/01/00/10401500001/10401500001-l0.jpg)
Das gibt es in vierzehn Farben, von links nach rechts:
Rot, Pink, Olive, Orange, Weiß, Beige, Silber (grau), Violett, Braun, Dunkelgrün, Himmelblau, Marineblau, Schwarz, Gelb
Bei dem Lenkerband sind auch zwei hochwertige Stopfen inkludiert. Ich hatte die ersten Tapes schon zuhause, gute Qualität die exzellent klebt, sehr hochwertig gemacht. €14 pro Band, egal welche Farbe. Für einen kompletten Rennradlenker braucht man 2 Stück.
SUZUE Naben
Ich war ganz erstaunt festzustellen, dass es die Suzue Naben neu nicht nur als Bahnversion, sondern immer noch für Schraubbkränze und für Kassetten gibt. Billig ist das leider nicht, aber ich habe mir zum Testen einmal die Schraubkranzversion bestellt. Diese gibt es mit 32 oder 36 Löchern, Einbaubreite vorne 100 mm und hinten 126 oder 130 mm. Für Schnellspanner. Die Vermaßung habe ich da, damit dann auch die passenden Speichen bestellt werden können. Tja, billig sind die nicht, als Satz €180 für Schraubkränze. Es gibt die natürlich auch als Bahnversion mit Schraubachsen 100/120mm Einbaubreite, sind dann noch etwas teurer: €205. Und die Kassettennaben sind so teuer, dass ich die hier gar nicht anbieten möchte.
Lenker Nitto Mod 55
Von Nitto gibt es ja an Lenkern und Vorbauten fast alles in Europa zu kaufen, der Mod 55 ist aber erstaunlicherweise sehr schwierig zu bekommen. Dabei ist er einer der klassischen und eher günstigen Produkte aus dem Nitto Programm. Aufgelegt zum 55jährigen Bestehen des Unternehmens 1988, jetzt wieder neu aufgelegt. Erhältlich in Breiten 380, 400 und 420mm. 26 m Klemmung und 24 mm Durchmesser. Reach 95 mm, Drop 135 mm, wiegt 320 Gramm in der 380 mm Ausführung nach Angaben von Nitto. Dachte an €55.

Honjo Testach Fender
Honjo ist eine kleine traditionsreiche Firma in Tokyo, die sich auf die Herstellung hochwertiger Schutzbleche Spezialisiert hat. Ist eigentlich klassisch im Ranndonneur Bereich vertreten, und macht auch viele Variationen in 650er Größe. Ein neueres Produkt sind ihre Testach Schutzbleche für die maximale Größe 700 x 23C, die sich auch mit modernen Rennradbremsen montieren lassen. Leider kann man nicht pauschal sagen, dass die für jeden Rahmen passen, denn letztendlich hängt die Montage davon ab, wie viel Platz zwischen Gabelkrone bzw. Bremssteg und Reifen ist, aber ich hatte bereits ein Exemplar bestellt und das passte an meinen Neunziger Duell Rahmen.
Das vordere Blech hat drei Aufnahmepunkte, einen an der Bremsbefestigung und jeweils einen auf jeder Seite des Schnellspanners für die Streben. Beim hinteren Blech ist es genauso, es gibt keinen weiteren Punkt im Bereich des Tretlagers. Das hintere Blech endet etwa in Höhe des Umwerfers.
Die Strebeneinstellung ist sehr elegant mit kleinen Imbusmadenschrauben. Man kann also das Laufrad einbauen und dann in Ruhe die Strebenlänge adjustieren, bis es passt. Das alles ist sehr hochwertig verarbeitet und sieht gut aus. Die Befestigung an den Schnellspannern ist zwar auf der einen Seite etwas unglücklich, wenn man das Laufrad tauschen möchte, auf der anderen Seite erspart es die häßliche Befestigung mit Schellen, wenn man ein Rad ohne Ösen für Schutzbleche hat.
Natürlich nicht billig mit €105 aber eine der wenigen guten Schutzblechalternativen für Rennräder mit kurzem Bremsmaß und langen Schutzblechen (im Gegensatz zu SKS Racesblades zum Beispiel).

Mit Dura Ace AX Bremsen und 23 mm Reifen an Duell Rahmen aus den Neunzigern – passt.
Solar Rücklicht Cateye TL-SLR100
Ist von Cateye relativ neu auf dem Markt und wird in Europa bislang nicht verkauft. Direktimport aus Japan.
Hat eine Solarzelle auf dem Rücklicht, die in der Sonne einen eingebauten Akku lädt. Durch einen Erschütterungssensor wird erkannt, ob das Rad in Bewegung ist, dann geht eine rote LED Lampe blinkend in Betrieb. Stellt sich bei nicht-Bewegung dann innerhalb von 2, 3 Minuten wieder aus. Hält nach Cateye Angabe bis zu acht Stunden im Blinkmodus.
Wird mit einer Schraube am Schutzblech befestigt, braucht aber eine weitere Bohrung im Schutzblech, damit ein Haken das Rücklicht gegen Drehung sichert. Pro Stück €28.
+/- : Panasonic
Letzte Woche ein Platter auf dem Weg in die Stadt, natürlich unter Zeitdruck und dann prompt zu spät. Am Wochenende einen neuen Schlauch rein, aufgepumpt auf 5 bar und plötzlich ein Riesenknall. Gestern dann die Felge geschrubbt,den Reifen von innen und außen gewaschen, neuen Schlauch rein (so ein 50er Pack ist schon eine prima Sache) und dann sehe ich bei der letzten Kontrolle, dass der Reifen aufgerissen ist. Nach 4 Monaten und vielleicht 1.500 km finde ich so etwas zu früh, ein Reifen sollte länger halten. Es ist auch nicht der erste Platten mit den Panasonic Reifen, aber was soll man machen, an einen Panasonic Rahmen gehören eigentlich Panasonic Reifen. Es sieht die Vernunft, nun ist ein Conti GP4000 700×25 montiert. Wie immer bestätigt sich die Regel, hat man einen Platten mit einem anderen Reifentyp als einem Conti so muß man stöhnen und sagen: „Ah,hätte ich doch einen Conti GP4000 montiert!“. Hat man einen Platten mit einem Conti GP4000 schmunzelt man und sagt: „Das ist ja so selten.“ Insgesamt aber Daumen runter für Panasonic.
Dein Rad hasst Dich.
… heisst auf Englisch vermutlich „Your bike hates you“ und ist eine facebook Seite auf der, von Ausnahmen abgesehen, Räder präsentiert werden, die eine unglaubliche Menge von größtenteils überflüssigen Anbauteilen an unmöglichen Stellen aufweisen. Einige repräsentative Beispiele:

Mein Favourit: Das Rad zum Video:
und das Video dazu:
Daccordi UNDZ
Daccordi ist einer dieser kleinen Stahlrahmenhersteller in Norditalien, der es nie zu wirklicher Berühmtheit a la Bianchi, Colnago, Pinarelli, Gios oder Masi gebracht hat. Es gibt viele Daccordis in Oberitalien: Olmo, Moser, Vetta, Romani, Dancelli, Basso und Vicini zum Beispiel. Ich liebe sie alle.
Mal ehrlich. Ein Rad aufbauen nach seinen eigenen Wünschen macht Spaß; man wägt ab was gut aussieht, was gut funktionieren könnte und was das dann alles kostet. Sinn macht das alles nur, wenn das Resultat dann auch gefahren wird. Aussehen ohne Funktion macht keinen Spaß. Aussehen und Funktion auf Kosten von sehr, sehr viel Geld macht auch keinen Spaß und jeder kann’s. Funktion ohen Aussehen ist auch Mist.
Und da kommen die Oberitaliener ins Spiel: Tolles Aussehen, gute Funktion und nicht teuer: Eine gute Balance, die dann auch bei der Ausfahrt Spaß macht. Daccordi wurde 1937 in einem Städtchen zwischen Florenz und Livorno gegründet. Das Unternehmen existiert heute noch als unabhängige Firma (wie z.B. auch Tommasini) , ist also nicht wie so viele italienische Rahmenbauer irgendwann einmal von einem Konzern aufgekauft worden, der dann prompt die Produktion nach Taiwan oder China verlegt oder direkt dort einkauft, und nur noch die Marke am Leben hält.
Es gibt einige markante, hochpreisige Daccordi Modelle, zunächst fällt mir da das „Griffe“ und das „Mitico“ aus den Achtziger/Neunzigern ein. Und die 50 Jahre Edition. Auch in Bremen werden Daccordis gefahren, Torsten hat eins und das gleiche Modell fährt auch Marco, ich glaube es heißt Sansone und fällt durch die ungewöhnliche Form des Oberrohrs auf.

Ich bin mir nicht sicher warum das Teil so aussieht, es gibt bestimmt einen sehr guten Grund (15% mehr Steifigkeit bei 3,7% Gewichtseinsparung oder so), aber wenn ich das sehr, stelle ich mir immer vor, dass die Kette im Wiegetritt reist, mein Oberkörper auf das Oberrohr fällt und ich durch die Messerscharfe Form des Rahmens in exakt zwei gleichgroße Hälften gespaltet werde. Ist sozusagen klonen auf einer sehr primitiven Stufe.
Torsten hat das, soweit ich weiß, gekauft, weil er irrtümlich geglaubt hat, dass der Rahmen „Samson“ heißt, ein biblischer Held mit dem er sich sehr stark identifiziert. Karin ist seine Delilah und kleine Löwen rennen ja ohnehin zu Hauf in der Wohnung der beiden rum. Erklärt übrigens ganz nebenbei auch seinen Haarschnitt.
Die Achtziger und Neunziger sind, meiner Ansicht nach, die interesante Daccordi Zeit. Sehr schicke, mittelpreisige Rahmen, mit jede Menge Pantos, wo eine Unifork auch mal gut aussieht, ähnlich wie bei dem Moser Leader AX Evolution und megamässiger Einsatz der italienischen Nationalfarben.
Ein wichtiges Merkmal der Daccordis dieser Zeit ist, dass die Decals von sehr bescheidener Qualität waren und oftmals nicht mehr komplett vorhanden sind, ähnlich wie bei Pinarello. Vielleicht muss ich diese Aussage aber noch einmal überdenken, denn gerade auf der Suche nach einer Referenz dafür auf dem Web konnte ich so gar kein Beispiel finden.
Das Daccordi, dass ich erworben hatte war komplett und in einem bescheidenen Zustand.
Positiv ist allerdings zunächst zu vermerken, dass das Rad anscheinend weitgehend original von 1989 komplett mit einer Shimano 6400er Trikolore Gruppe ausgerüstet war. Die Kiste war unglaublich dreckig und versypht, hatte jede Menge unnötiger Teile an sich kleben (Klingel! Tacho! Aufkleber von Head etc.!) und dazu völlig unpassende blaue Reifen. Die Farbenkombination gefiel mir gar nicht, die weißen Decals schrien mich gerade zu an „Weg mit dem schwarzen Zeuch!“ und außerdem wollte ich ohnehin etwas mit Schaltbremshebeln bauen und ohne Schalthebel am Unterrohr.
Also zunächst einmal alles auseinander nehmen und reinigen. Erstaunlicherweise war ein sehr schöner Primax Nadellager Steuersatz vorne verbaut, der war zwar auch schwarz, aber so ein Primax ist ja quasi erstens heilig, und zweitens unglaublich hoch, so dass man dann den Gabelschaft kürzen muss, was kein vernünftiger Mensch bei alten Rädern wirklich will. Die Alternative wäre ein häßlicher Spacer. Das Innenlager war auch nicht uninteresant, natürlich Shimano 600 mit ITA Gewinde, aber mit einer 68mm Achse ausgestattet – normal ist 70. Das passte zwar, aber im Hinblick auf die Zuverlässigkeit habe ich ein normales Neco Patronenlager verbaut. Die halten ewig, vor allem dann, wenn das Innenlagerrohr mal wieder irgendwelche Löcher zur Gewichtserleichterung besitzt.
Ich weiß immer noch nicht, um welches Modell es sich handelt, einen 90er Daccordi Katalog konnte ich bislang noch nicht auftreiben (einen 89er aus den USA schon, aber da ist das Rad nicht drinnen) 89 waren die Designs ähnlich, aber der Bremszug war noch offen auf dem Oberrohr montiert und es gab noch keine Unifork.
Bei Daccordi wurde er Modellname schon mal ins Tretlagerrohr geritzt, hier ein Beispiel von dem Modell „Turbo“

Bei diesem Rad steht „UNDZ“ im Tretlager pantographiert. Zuerst dachte ich entweder, die Arbeiter dort hatten Mittags schon zuviel Lambrusco gekippt und irgendeinen Quatsch da rein gehämmert. Oder hatten sich einen Spaß daraus gemacht, was wohl Sammler später daraus machen würden. Aber dann sah ich im Netz noch eine Reihe anderer komischer Pantos wie „SUUZ“ oder „ISZO“ und ich vermute mal , dass dies doch eine andere Bedeutung haben muss. Seriennummer? Die Initialien der Macher? Ein geheimer Code der Illuminaten?
Wenn etwas an dem Rad schön ist, dann ist es die Gabel vorne, man bezeichnet so etwas auch als „Unifork“, die Gabel hat keine Brücke. Ähnliche Gabeln wurden auch oft bei MTBs verbaut und sind eigentlich ein Zeichen von minderer Qualität (behaupte ich jetzt einfach mal). Aber diese Daccordi Unifork, voll verchromt, mit Panto und dann so schick geformt, dass ist eine ganz andere Qualität, das ist einfach oberitalienische Handwerkskunst, wie sie eben nur zwischen Florenz und Livorno existiert. Gleichfalls behaupte ich immer noch, dass die nicht vernünftigt Decals kleben und lackieren können.

Unifork mit neu in rot ausgemalten Pantos. Original waren die mal gold, aber das hebt sich leider vom silber der Gabel nicht gut ab.
Ist bei italienischen Produkten übrigens häufig so. Diese Welt der Unterschiede eröffnete sich mir, als mein Studienfreund Christian Cordes in den Achtzigern einmal die Motorklappe seines Opel Kadetts hochklappte und ich ein unförmiges Stück Stahl sah. Und dann klappt er die Klappe seines Fiat 128 hoch (Rallye Ausführung mit Überrollbügel und so, fuhr aber langsamer als jeder Sprinter heute) und man sah ein filigranes Stück….Kunst. Das rostete und nicht lange hielt, aber egal, hier waren noch echte, kreative Ingenieure an der Arbeit, die hohe Technik produzierten, scheiß egal ob die Kunden das fahren, warten oder reparieren konnten.
Das Problem hat man bei Campagnolo ja auch ständig. Bremszug an die Delta Bremsen klemmen? Kein Problem, reich‘ mir mal den 3,5 mm Innensechskantschlüssel. Den ich seitdem nie wieder gebraucht habe. Staubkappen an einer 90er Campa Record Kurbel festschrauben? Klar, vorausgesetzt man hat einen sieben Millimeter Sechskant. Zum Glück hatte mein Baumarkt einen. Und bei der aktuellen Veloce Gruppe hat die Kurbel diese Power Torque Aufnahme. Erst macht Campa ein riesen Bohai, dass ja nix über eine normales Vierkantachse geht (stimmt ja auch irgendwie für alte Räder) und dann bringen sie endlich Powertorque und Ultratorque auf den Markt. Mit Ultratorque hatte ich noch nicht das Vergnügen, aber Powertorque ist einfach wahnsinnig umständlich und von der Funktion ja eigentlich total gleich mit Shimano, Rotor etc. Und was braucht man da, um die linke Kurbel festzumachen? Einen 14er Sechskant! Zum Glück gab es den noch beim Baumarkt, ich erwischte das letzte Exemplar. Wir sonst nur im Stahlbau auf der Werft verwendet. Aber die bringen bald bestimmt noch was auf den Markt, wo man einen 21er Sechskant braucht. Die aktuelle Veloce ist echt Mist, aber da lass ich mich an anderer Stelle drüber aus.
Ich durfte ja auch mal eine Zeit damit verbringen Möbelbeschläge in Japan zu verkaufen, unter anderem von italienischen Herstellern. Ich erinnere mich da an Caimi. Das Zeuch sieht ja schön aus, aber selbst ein Profi kann das ohne zehnjähriges Training in einem Dorf zwischen Florenz und .. ist schon klar, oder?
Jetzt habe ich aber ein wenig zu viel gelästert und die Zeit aus den Augen verloren. Zeit auf die Details des Rades einzugehen.
Rahmen
Könnte man als klassisch für Anfang der Neunziger bezeichnen, aus Oria Geröhr für eine 26,8 mm Sattelstütze, also eher Mittelklasse. Gabel und Hinterbau sind verchromt, ich vermute aber dass es nicht der ganze Rahmen ist. Es gibt relativ wenig und nur wenig tiefe Fehlstellen und aus denen kann man nicht schließen, ob da überall Chrom sein sollte.
Die Gabel vorne öffnet 100 mm der Hinterbau 126 mm, verbaut sind vorne wie hinten Campagnolo Ausfallenden.
Pantos gibt es an der Gabel, an den Sattelstreben und am Tretlager (siehe oben). Der Bremszug wird mit der kompletten Hülle durch das Oberrohr geführt; die Schaltzüge laufen klasssich außen, statt derbeiden Schalthebel am Unterrohr sitzt dort nun eine Dura Ace Schaltzugführung, die die Züge von den Schaltbremshebeln aufnimmt. Die Schaltzüge laufen dann klassisch weiter unter dem Tretlager und unterhalb der Kettenstrebe. Ist daher ein Rahmen mit vielen typischen Merkmalen der späten Achtziger, frühen Neunziger. Hatte ich schon geschrieben, dass die Decals schlecht aufgeklebt sind? Und davon gibt es jede Menge, nicht nur am Steuer- und am Unterrohr, sondern auch am Oberrohr, an der Kettenstrebe und am Sattelrohr.
Bremsen, Schaltung und Antrieb
Im Original war eine komplette Shimano 600EX 6401 Gruppe verbaut: Bremshebel, Schalthebel, Umwerfer, Kurbel, Schaltwerk und Sattelstütze. Davon ist nicht mehr viel übrig geblieben. Zuerst mussten die Bremshebel weichen. ich hatte noch ein Paar Campagnolo Mirage 8-fach im Keller und die wurden angebaut, ja ohne recht zu wissen, wie ich das mit der Schaltung genau regeln wollte. Kurbel und Umwerfer bleiben dran, aber wie nun udn welches Schaltwerk hinten ansteuern? Kurze Diskussion im Forum. Ergebnis, Shimano 7 fach Uniglide hat Ritzelabstände von 5 mm, genau wie Campagnolo 8-fach. Ich könnte also die Original Laufräder und Kassette verwenden, vorausgesetzt, ich baue ein Campagnolo Schaltwerk ein, dass auf Mirage 8-fach passt. Also, dass bei dem Seilzug der Mirage Ergopower, genau 5 mm am Schaltwerk nach innen geht. Ich habe das mal lustigerweise mit dem Shimano 6401 Schaltwerk ausprobiert und es klappt nicht, hat einfach eine andere Geometrie, oder anderes ausgedrückt, bei gleichem Seilzug geht das Teil deutlich weniger als 5 mm nach innen, so dass die Kette dann nicht auf dem nächsten Ritzel zum liegen kommt. Und wenn man vom kleinsten ausf das größte Ritzel schaltet, summieren sich natürlich diese Abweichungen auf.
Ich hatte aber noch ein Campagnolo Record 8-fach Schaltwerk zuhause, sieht aus wie dieses hier von Velobase aber in deutlich besserem Zustand. Man darf ja nie irgendwo behaupten, dass etwas von Campa aus der Serie „Record“ ist, vor allem wenn man sich nicht 100% sicher ist. Dann kommen gleich die Stimmen aus den Untiefen des Netzes und schreien: „Bist Du sicher, dass das ein Record Schaltwerk ist? Sieht mir eher aus wie ein 1987er Athena in der Spezialausführung für den Prinzen von Monte Cassane.“ Und schon steht man wieder als kompletter Idiot da. Hier kann ich aber zumindest behaupten, dass ich das Schaltwerk als „Record“ gekauft habe, aber vielleicht bin ich eben auch betuppt worden.

Campagnolo Schaltwerk hinten. Der Kenner bemerkt Finish, Einstellschraube und Zugklemmschraube und kann daraus die Gruppe, das Jahr und den Namen der Monteuse herleiten.
Fazit. Schaltet ausgezeichnet, überhaupt kein Problem, auch mit der verbauten Standard KMC8 /32er Kette.
Jetzt noch mal ein Wort zu den Campa Mirage Ergopower Hebeln. Mirage ist ja nun die günstigste Campa Gruppe gewesen, echte Fantaiker fassen ja so etwas nicht an und lassen es von ihren Azubis an der Winterschlampe montieren. Tatsache ist aber, das die astrein schaltet und gut in der Hand liegt. Im Vergleich dazu sind die aktuellen 2014er Ergos der Veloce Gruppe echter Schrott. Hier ist es nicht möglich in einem Vorgang mehr als einen Gang hochzuschalten (in Richtung kleinerer Ritzel). Warum nur Campa, warum????? Das konntest Ihr doch alles schon vor 20 Jahren! Und die kleinen Schalthebel (um runter zu schalten) liegen auch nicht wirklich gut am Daumen. Die Zeit schreitet voran, aber das ist ein echter Rückschritt vom römischen Imperium ins Mittelalter.
Die Tricolore Komponenten haben ja so ein spezielles, graues Finish (Bremshebel, Bremsen, Schaltwerk), die Kurbel aber nicht, die ist klassisch silber und durfte deswegen dran bleiben. Die Bremsen aber mussten weg und wurden durch die älteren Shimano 600 6208 ersetzt, die schön chromig funkeln. Eigentlich fidne ich ja, dass an ein Rennrad Zweiachsbremsen gehören, aber die 600er sind so schön, da darf Aussehn mal vor Funktion kommen.
Das Cockpit: Lenker, Vorbau, Steuersatz
Vorbau von 3ttt mit 110mm Länge, vermutlich Record 84; Lenker ebenso von 3ttt, Model Racing Team SL, 42cm Breite. Klassisch gekrümmt, zwei Rillen für die Verlegung von Brems- und Schaltzug auf jeder Seite. Das ganze Verpackt mit Fizik Microtex Lenkerband in weiß glänzend. Ich bin kein Freund von dem Microtex Lenkerband, es gut zu wickeln ist nicht einfach da es sich nicht richtig „zieht“ und schnell Falten wirft. Das beste Lenkerband zum wickeln ist meiner Ansicht nach das BBB Speed Ribbon. Allerdings gibt es das nicht in weiß glänzend. Weiß glänzend muß aber an das Daccordi, nicht nur weil da so viel Chrom dabei ist sondern weil die Farbabstimmung rot/weiß/silber ist, also roter Rahmen, weiße Decals, Sattel, Lenkerband und Züge dazu chromige Komponenten.
Und glänzend muss das Lenkerband sein, damit man es leicht säubern kann, denn weiße Lenkerbänder sehen zwar gut aus aber werden auch schnell dreckig – das glänzende bekommt man schnell wieder saubergewischt. Bei den anderen geht das auch…irgendwie…dauert aber deutlich länger.
Steuersatz ist ein hoch bauender, schwarzer und heiliger Primax mit Nagellagern.
Sattel, Sattelstütze und Pedale
Hier sind ein paar Teile montiert, die ich mal an anderen Rädern angebaut hatte, die mich aber nicht richtig befriedigen. Der Sattel ist ein sehr gut aussehender Selle San Marco Regal mit weiß perforiertem Leder, aber bequem finde ich den nicht (genauso wie den Turbo und den Rolls). Da müsste also vielleicht noch etwas bequemeres in Weiß drauf. Sattelstütze ist die Original Aerostütze von Shimano 6400. Und die Pedale sind von KKT aus Japan, an sich sehr schön, haben aber den Nachteil, dass diese, wie alle alten Rennpedale, nur einseitig fahrbar sind. Von daher sind MKS Stream eine langweilige, aber funktionell gute Alternative.
Laufräder
Shimano 6401 Naben mit 7-fach Uniglide Naben. Naben sind auch sehr chromig und passend funkelnd gut zu den anderen Komponenten. Die Kassettenabstufung muss ich noch einmal nachschauen, für Bremen und Umgebung reicht das aber alle Mal. Die Felgen sind Mavic MA40 dunkelgrau eloxiert, aber an den Flanken silbern abgebremst mit grün/gelben Labeln (sogenannte Anti-Tobias Ausführung). Waren in einem guten Zustand und mussten nur ein wenig nachzentriert werden. Felgenband, Schläuche und Conti Ultrasport sind alle neu aufgezogen.
Fazit
Habe es mal gewogen, mit Pedalen ist das ganze Teil etwas schwerer als 10kg, was für ein Mittelklasse Rennrad in dieser Größe aus den Neunzigern eher normal ist. Es fährt sich aber trotzdem zackig, nimmt gut die Beschleunigung an und hält in den Kurven die Spur, so wie das alles sein soll. Für relativ wenig Geld ein sehr schöner , aber auch gut funktionierender Aufbau.
Aussehen
Da lasse ich die Bilder sprechen:
Bereit zur Ausfahrt.
Eingeordnet unter 2015, Daccordi UNDZ, Mob, Uncategorized










































































































