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Gute Menschen, die auf diesem Blog schreiben.

Rote Füchse, rosa Lachse. Teil I.

Ich hatte schon viel vom roten Fuchs gehört. Hört man „Fuchs“, so denkt man „Lachsbrötchen“. 

Der typische Beginn einer RTF an einem Wochenende oder Feiertag: Abends wieder mal zu spät ins Bett, weil auf YouTube wieder bis in die Puppen wahnsinnig süße Robbenbabys beim abkalben und Tips wie man eine Shimano Di2 einstellt, angesehen. Nicht, dass ich so etwas hätte, weder eine Di2 noch ein Robbenbaby. Das abkalbt. Dann irrsinnig früh aus dem Bett, hastig gefrühstückt mehr recht als schlecht und ab zum Treffpunkt am Bremer Hauptbahnhof. Philipp, Thorben, Jonas und Willi (mit superschickem Rudy Helm!) waren schon da, später kam auch noch Hannes dazu. Ohne, dass jemand auf mich wartet käme ich nie aus dem Bett. Unglaublich, wie viel Volk sich morgens um 6 Uhr am Bremer Hauptbahnhof herumtreibt. Man sagt ja immer, vor allem wenn man älter wird, dass die jungen Leute von heute nur faul sind und im Bett lägen und Mortal Combat IV spielen, aber ich war erstaunt festzustellen wie viele junge Menschen beiderlei Geschlechts sich gut gelaunt am Morgen auf dem Weg zur Arbeit befanden – und das auch noch am 1. Mai – Respekt! Zunächst fand ich es etwas komisch, dass einige von denen ein Gyros Rollo zum Frühstück aßen, bzw. es wieder auskotzen während ihre Freunde relativ teilnahmslos weiter an ihrem Gyros aßen. Dann wurde ich aufgeklärt, dass die allgemeine Freude keineswegs von der Aussicht auf baldige Arbeit bestimmt war, sondern sich aus einer Mischung von Resteuphorie, Restalkohol und Restdrogen der verbrachten Nacht in den Bremer Clubs speiste. Diese junge Leute von heute: Faul, träge, zu nichts nütze und so weiter und so fort. Und Mortal Combat IV spielen’se auch nicht wirklich gut.

Nachdem Andreas dann auch zugestiegen war, reisten vier von uns mit dem Niedersachsenticket und die Herren Studenten umsonst.

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Umbertoooooo !

Neben uns lagen zwei weibliche Eurphorieleichen auf ihren Plätzen und stiegen irgendwo in der Provinz zwischen Bremen und Hannover aus. Sie erreichten bei weitem nicht das Niveau der beiden russischen Mädels, die uns im altmodischen Abteil des Diesellokzuges in den Harz vor einiger Zeit beglückten. Auch flirteten die Mitreisenden nicht mit uns, was wohl daran liegt, dass keiner von uns auch nur annähernd die Charmestrahlkraft besitzt, die Torsten auf die Damenwelt abfeuert.

Noch vor der Ankunft in Hannover beginnt es draußen feucht und unangenehm zu werden. Weiterfahrt mit der verharzten Lok Richtung Goslar, raus in Sarstedt, Willi jetzt ohne Helm der sich, nach Auskunft der DB nun auf einem Abstellgleis in Hannover befindet. Sarstedt? Ein unbedeutenter Ort, der bislang nichts weiter als die Trashing Grooves hervorgebracht hat, die es immerhin einmal zur Vorgruppe von Jingo de Lunch gebracht haben. Ob das alles so stimmt? Egal, eine gute Möglichkeit ein wenig Musik zu hören und nicht an weiche Knie zu denken.

8 km bis nach Giesen auf dem Rad, zum Glück im trockenen aber schon stramm durchgezogen. Hannes und ich schauen uns an un denken: Das Tempo fahren wir heute aber nicht den ganzen Tag. Andreas würde uns auch gerne anschauen und das gleiche denken, ist aber am letzten Hügel kleben geblieben. Giesen sieht an sich aus wie Giessen, nur ein wenig kleiner, wie der Name an sich im Vergleich ja bereits andeutet. Wir schaffen es nicht einmal ins Zentrum, denn auf der Marginale links erscheint etwas was aussieht wie ein Haufen gestapelter Debeukelaer Kekse und eine Turnhalle ist. Der Startpunkt. Das übliche RTF Volk ist da, die Adler aus Goslar, viele gelb-schwarze Hildesheimer und ein Haufen Bremer, teils bekannt, teils weniger. St. Paulianer sind bestmmt auch da, aber wie immer gut getarnt. So ’ne typische St. Pauli Jacke habe ich jetzt auch, Dank Uniqlo in Tokyo. Triathleten tauchen auch immer öfters auf.

Ich mache erst einmal ein Foto von der Damenumkleide (in der sich die Herrentoilette befindet nach Auskunft Philipps) und deren wunderschöne Armaturen und Farbgestaltung mich so sehr an die Schule ca. 1979 erinnern. All das ist in Giesen noch alive and kicking! Im Foyer befindet sich ein Glaskasten voll mit Pokalen die von den stolzen Erfolgen vergangener Zeiten künden. Ein Aushang informiert stolz über den letzten Erfolg des Vereins: „1. Patz des Damenvolleyballteams beim Dorffest 2009“. All dies ist so…. 1979.

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Das ist übrigens mein einziges Foto, was ich an dem Tag gemacht habe. Da mein rechter Daumen nass war, als ich versuchte mein iphone5 einzuschalten und nicht als mein rechter Daumen erkannt wurde, verlegte sich das iphone darauf den Code zu verlangen, den ich nie benutze und mir irgendwo aufgeschrieben, aber keinesfalls im Kopf hatte. An diesem Zeitpunkt hatte ich kein Smartphone sondern nur noch einen nutzlosen Elektronikkeks in der Rückentasche meines Jerseys. Genug des Müßigganges, es geht nun daran an den Start zu gehen und ein letztes Foto von den Bremern zu machen. Dies hat im Regelfall zwei Konsequenzen: Wir haben noch nie ein Foto hinbekommen, auf dem alle in die Kamera schauen. Und zweitens, wir machen immer Fotos gefühlte 30 Nanosekunden vor dem Start. Während einige von uns sich also in Positur bringen, schauen andere bereits wehmütig dem Feld nach, dass nun gerade zwischen blühenden Rapsfeldern auf noch trockenen Strassen Richtung Lachsbrötchen entschwindet. Unsere Chance sich in eine richtig schnelle Truppe zu mogeln sind dahin, und wir hoffen nur noch, dass die vor uns nicht die ganzen Lachsbrötchen (mit Kaviar obendrauf!) wegfuttern. Ist Schieber noch da? Gut, dann gesteht noch Hoffnung auf den Lachs.

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Einklicken, Helm auf (bis auf Willi) und einige bereits in Positur, andere noch nicht…

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…und da zieht das Feld schon wech – schade.

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Einem ist das egal, der denkt ohnehin nur an den Lachs und andere Fischbrötchen.

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Ein anderer hat wohl in den Wetterbericht geschaut.

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Weg sind sie, weg!

Zum Glück ist es weiter trocken. Jetzt heisst es also dem Feld hinterher zu hecheln,; aber das aufrollen von hinten, macht ja im Gegensatz zu dem abrollen von vorne Spaß. Und so ist das Tempo auf den ersten zehn Kilometern bis zu den Anstiegen am Hildesheimer Wald viel zu schnell und unvernünftig. Wir arbeiten uns nach vorne durch, aber irgendwann sind die Gruppen zu weit auseinandergezogen und wir schaffen einer nach dem anderen nicht mehr den Sprung in die nächste Gruppe. An der alten Blaupunktfabrik (die bauten das erste Autoradio der Welt, das wegen seiner Größe gera denicht mehr in einem Anhänger gezogen werden musste) schaffe ich im Alleingang fast noch den Sprung, nur noch 30 Meter vielleicht fehlen, aber dann falle ich wieder zurück und bin alleine. So kämpfe ich mich dann den Berg hoch und dort warten nicht nu die schnellen Bremer (Philipp, Jonas und Thorben) sondern auch die versprochenen Lachsbrötchen, Negerküsse (Schokoküsse ist sooo 2013), Marmeladenbrote, Sekt und Riegel, alles Dank der netten Unterstützung des einzigen Fünfsternehotels in Hannover : Kastens Hotel Luisienhof. Ohne die, käme wohl nur die Hälfte der Teilnahmer zu dieser RTF, auf keinen Fall Schieber.

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Ja, es gibt sie wirklich: Lachsbrötchen mit separatistischem Kaviar von der Krim und Gurken aus München (0:4).

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Äußerst zufriedenes Verlassen des Kontrollpunktes

Man versteht nun warum. Philipp haute sich gleich drei Lachsbrötchen rein. Ich nur eins, denn da ads mein erster „Roter Fuchs“ war, dachte ich, dass dies an den anderen Kontrollpunkten so weiter geht. Die anderen Kontrollpunkte waren dann allerdings mehr vom Charme bröselnder Prinzenrollen geprägt, doch dazu später mehr. Bald waren alle da. Willi hatte immer noch keinen Helm, wurde angemacht deswegen und entschied sich mit Andreas für die 113er Runde.

Ich wartete auf Hannes, und dann fuhren wir zusammen weiter. Nachdem es bislang trocken geblieben war, entschieden wir uns die 152 km Runde zu fahren und nicht die luschigen 113. Und wir bekamen auch gleich Begleitung von drei weiteren Fahrern, unter ihnen einem, den ich der einfachheithalber von nun an als Racer X bezeichnen werde. Zwei der Fahrer zogen wir mit zu ihrer langsamen Gruppe, die früher vom Kontrollpunkt gestartet waren. Racer X blieb mit uns, wir zogen uns gegenseitig in gutem Tempo zum nächsten Kontrollpunkt, der in einem voll erschlossenen Neubaugebiet lag.

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Ich habe zwar von bauen keine Ahnung, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Dinge wie Strom, Gas, Wasser, Strassen und deren Beleuchtung sowie etwas, was man unter dem Wort „Zufahrt“ kennt, zu einem voll erschlossenen Neubaugebiet gehört. Und nicht nur ein Kontrollpunkt mit Wasser, Bananen und Keksen. In der Ortschaft Flecken Greene.

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Racer X und ich im voll erschlossenen Neubaugebiet. Seltenes Foto, Racer X ist publicityscheu, ich nicht.

Wir fuhren dann weiter, aber das ist eine andere Geschichte und die wird morgen weiter erzählt.

Danke an Karen, Hannes und Niels für die Fotos.

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Räder und Radläden in Tokyo

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at C Speed with Hiroshi

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The famous Cherubim Cycle Shop in Machida

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No Future Tokyo 

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Even more photos of … David

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More photos from the Nishi 300 brevet

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Photos from the Nishi 300 Brevet

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Mount Gongen Lasso + PE Reunion

Letzte Traningsmöglichkeit vor dem (Teil)Brevet am nächsten Sonntag, blauer Himmel und Frühlingstemperaturen in Tokyo. Das schrie nach etwas besonderem, also einer schnellen Ausfahrt mit vielen Höhenmetern.

Und so dachte ich, ich mache mich auf dem Weg mit dem Zug nach Ome, nehme Sachen zum Umziehen mit und fahre eine gr0ße Schleife über Okutama, Matsuhime, Uenohara, Tawa, Tsuru und zurück über Okutama. Das sollten dann vielleicht so etwa 100km, und in sechs Stunden zu schaffen sein. Vielleicht hätte ich mir vorher einmal eine Karte anschauen sollen, anstatt auf meine überlegenen, gefühlten Japan Kenntnisse zu vertrauen.

Zumal es dann am Morgen sehr schleppend los ging als Folge exzessiven Fleischgenusses im Barbacoa auf der Omote-Sando. Danke, aber für die nächsten zwei Wochen bitte kein Fleisch mehr. Dann endlich los in Ome, und es ging eigentlich in gutem Tempo in Richtung Okutama Bahnhof. Der Anstieg ist auch alles andere als schwer und unterbrochen von kurzen Abfahrten. So viele bekannte Stellen, die ich aus der Erinnerung abrufen konnte. Der Anstieg von Okutama Bahnhof hoch zum Stausee durch einige Tunnels war auch nicht so lang und steil, wie ich gedacht hatte. Vielleicht war es doch ein Fehler als erste Fahrt in Japan Umenoki Pass hochzufahren, denn das war bislang doch das mörderischste was ich dieses Mal in Japan gefahren bin.

Allerdings dauerte es dann schon recht lange von Okutama bis nach Kosuge, zum Fuß des Matushime Anstieges. 20 km – so lang hatte ich das nicht in Erinnerung. Kosuge machte sich gerade schön für den Frühling und für den Tag der Jungen – ein langes Seil mit Koinobori (Carp Streamer) überspannte das Tal in dem das Dorf liegt.

 

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Das war schön, aber auch so ziemlich das letzte, was ich für lange Zeit sah, denn jetzt musste ich mich schon konzentrieren und anstrengen, um den langen Anstieg bis zum Pass zu schaffen. Im Gegensatz zu Yabitsu, ist Matsuhime recht leer. Unten auf dem Sportplatz im Dorf gab es ein Polizeitreffen (zwei Wagen, davon einer ein Minicar plus drei Polizisten über einen Baseballplatz verteilt), aber danach waren weder Menschen, noch Autos, noch Motorräder zu sehen. Es geht etwa 600m hoch und ich brauchte dafür fast 53 Minuten – im Vergleich zu den 42 Minuten in denen ich das mal konnte. Aber ich war, dass überhaupt in einem Rutsch geschafft zu haben, denn andererseits kann ich mich auch an Zeiten erinnern, wo ich mein Rad da teilweise hochschieben musste.

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Ja, ja, ich war schon mächtig stolz auf mich; das sollte sich noch böse rächen.

Aber erst einmal kamen recht viele Erinnerung an Matsuhime auf. Der Tag, an dem David, david, Jerome, Marek und ich dort hochgefahren sind und wir noch alle in Topform waren, hier ein Beweisphoto:

0706 Matsuhime Tour all of us at Matsuhime

Oder, als Dominic und ich von der anderen Seite hochfuhren und auf Yumi Ito trafen, die alles, aber wirklich alles über doie rindos und Pässe in der Nähe von Tokyo wusste, weil sie diese bereits alle gefahren ist.

0910 Matsuhime Ride Ito Yumi

Ja, ja, ich träumte also so ein wenig vor mich hin auf dem Gipfel …. doch dann fuhr ich weiter Richtung Sarubashi. Die Abfahrt macht, im ersten teil, nicht besonders viel Spaß da einfach viel zu steil. Das wird aber besser und schneller und es geht dann gut und konstant runter bis auf die Route 20. Aber was war das? Schon so spät und dann auch noch 12 km bis nach Uenohara. da musste ich mich aber nun beeilen. Und als ich in Uenohara ankam, fiel mir auch ein, warum ich die Stadt nicht mag, denn sie besteht zur Gänze aus völlig unnützen Hügeln. Ok, schnell weiter nach Tawa/Tsuru… schnell auf Google Maps gecheckt … was, dass sind fast 30 km ???!! plus die 50 km die ich dann noch noch von Kosuge nach Ome fahren muß. Das hatte ich mir ganz anders vorgestellt. Aber ich hatte keine Wahl, mein Zeuch war in Ome und ich musste über diesen blöden Pass. Der sich endlos lange hinzieht und teilweise auch fies steil ist. was ich immer ohnehin nicht mehr so richtig sehen konnte, denn langsam wurde es dunkel und ich hatte immer noch meine Sonnenbrille auf.

Tawa habe ich noch im hellen erreicht, Tsuru dann in der Dämmerung  … ich dachte da wäre ein Dorf, aber dass ist nur ein fieser Hügel von dem es in beide Richtung aus sehr steil hoch bzw. runter geht. So langsam dämmerte es doch stärker und mir dämmerte, warum ich da so selten gefahren bin. Als ich dann schliesslich in Kosuge ankam war es Nacht. Zum Glück ist die Strasse nach Okutama mit Laternen beleuchtet, die etwa alle 100 Meter stehen, plus ich hatte Davids Vorderrad mit Dynamo und Lampe. das ging ans ich sehr gut, schlecht war nur, dass mein Rücklicht so gar nicht funktionieren wollte.

Die Strasse ist Abends bzw. Nachts absolut leer, auf den ganzen 20 km von Kosuge bis nach Okutama bin ich vielleicht von 3 Autos überholt worden. Theoretisch macht es Spaß dort zu fahren, wenn man halt nicht gerade in Eile ist. Und die Tunnel sind alle gut beleuchtet, viel heller als die Strasse, so dass man sich in den Tunnels sicherer fühlt als auf der dunklen Strasse – eine interessante Erfahrung.

Ich kam eine Viertelstunde vor Beginn des PE Reunion Dinners in Okutama an. Das ist leider mehr als 80 km weit weg, so dass ich es wohl nicht mehr pünktlich schaffen würde. Zum Glück kam gerade ein Zug, was um diese Uhrzeit selten ist. Ich hatte natürlich auch keine Radtasche dabei, also schlich ich mich am Eingang  vorbei und stellte das Rad so in den Zug. das machte auch nichts, denn da war gerade einmal eine Person in dem Wagen mit mir.

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In Okutama dann schnell raus, Zeuch geholt, Rad verpackt ab in den nächsten Zug Richtung Shinjuku. Das lief auch alles perfekt, aber ich war eben viel, viel zu spät. Durch das Gewusel in Shinjuku und Ebisu und rein in Baird’s Taproom in Naka Meguro. Und alle waren noch da! Was für eine angenehme Überraschung mit so vielen bekannten Gesichtern.

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Danke Jungs, das war wirklich sehr nett von euch. Ich habe mich so gefreut euch alle wieder zu sehen und ich hoffe wir fahren mal wieder miteinander! Hier noch das offizielle Teamfoto von David auf dem PE Blog.photo 3

 

 

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Yabitsu Klassiker

Der klassische Tokyo Sonntagsmorgen Ride: Yabitsu mit Ludwig.

De facto war das die erste Fahrt, die wir vor einigen Jahren gemeinsam zusammen unternommen haben. Ich hatte Ludwig mein Cannondale geliehen, damit er das Rennradfahren einmal ausprobieren kann und dann sind wir los. Für Ludwig war das recht hart, aber nach einigen Ausfahrten zusammen ließ er mich dann in den Bergen stehen. Nichtsdestotrotz sind wir gemeinsam weiter gefahren und haben eine Menge sehr cooler Touren gemacht. Insbesondere ist mir die fast-komplett Umrundung vn Izu-Hanto von Mishima nach Atami in Erinnerung geblieben. Und jede Menge JCRC und Tour of Japan Rennen. Und die Arakawa Tour mit Fumiki. Und diverse Abstecher nach Saitama. Und nicht zuletzt unsere bislang letzte Tour an meinem letzten Tag in Japan 2010.

Morgens um 6:30 Uhr ging es los in Kyodo. Es war, als wenn die Zeit stehengeblieben wäre. Ludwig hatte ich zum letzten Mal in Radklamotten auf dem Rad gesehen und er mich umgekehrt. Und hier waren wir und setzten irgendwie nahtlos darauf an, wo wir stehengeblieben waren: Ludwig auf dem MTB um Rückenprobleme und meine Langsamkeit zu kompensieren, ich auf dem Canyon von David. Morgens sind die Strassen noch frei und so waren wir schnell zunächst am Tamagawa und dann am Asagawa.  Ich konnte mich noch gut an die Wegführung erinnern – meistens jedenfalls, denn einige Stücke waren komplett aus meinem Gedächtnis getilgt. Der Seven Eleven beim Takao Bahnhof wird leider gerade umgebaut, so dass wir kurz vor Otarumi einen kurzen Halt machten.

Dann den Otarumi Pass hoch. Das machte Spaß, war nicht so hart wie ich gedacht hatte, vermutlich weil wir auch nicht so schnell waren, wie wir gedacht haben. Äh, wir wurden sogar von mindestens einem Radler überholt, was ja sonst eher selten vorkam.

Und dann, hui, runter die andere Seite mit Karacho – das machte wirklich Spaß! Weiter über Aoyama zum Miyagase-Ko, wo wir der Tradition verpflichtet, eine kurze Pause einlegten.

Y6Da es in den „Bergen“ noch etwas kühler als in der Kanto-Ebene ist, waren auch noch die Kirschblüten recht gut in der Blüte und Ludwig ud ich begaben uns sehr kurzfristig in einen Kirschblütenrausch.

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Schön. Aber wir hatten ja noch etwas vor. Und so ging es weiter den Yabitsu Pass hoch. Wir machten jedoch erst einmal an dem besten Aussichtspunkt unten im Tal Fotopause.

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Wir hatten es ja nicht eilig und wollten keine neuen „Togebaka“ Bestzeiten erreichen. Und so fuhren wir schon gemütlich weiter und quatschten dabei; die Kombination MTB mit Rennrad war dabei sicherlich hilfreich. Yabitsu war irrsinnig voll, jede Menge Motorrad- und Radfahrer. Die Strasse ist nun auch wirklich gut ausgebaut und die Popularität des Radfahrens in Japan tut ihr übriges dazu. Damit hat die Strecke einiges von ihrem Charme verloren; vermutlich ist es aber an Wochentagen immer noch sehr einsam dort.

Wir kamen an das Teehaus, dann wartete das steilste Stück des Aufstieges auf uns und wir machten eine kurze rast an der Quelle, an der viele Japaner Wasser holen. Ein Mann hatte besonders viele große Flaschen zum auffüllen dabei, fast so als wenn er das Wasser im Tal verkaufen würde und ich versuchte mich in lustigen japanischen Witzen: “ Mizu-shobai wo yatte imasu ka?“ (Achtung, das war ein sehr lustiger japanischer Witz, bitte vor dem lesen dieses Satzes laut und herzlich lachen!).

Und dann ist es ja nicht mehr weit bis zum eigentlichen Pass. Da brummte ja nun wirklich der Bär. Jede Menge Leute.

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Also hielten wir uns dort gar nicht lange auf und machten uns gleich auf die Fahrt Richtung Hadano. Das machte noch mehr Spaß als die Fahrt runter von Otarumi, denn die Straße ist technisch deutlich anspruchsvoller und ab und an ist es auch möglich einmal ein Auto zu überholen. Beim Eingang in das nächste Dort geht links eine Straße ab, die etwa in Richtung Atsugi an der Bergflanke lang führt. Nochmal den Berg hoch, aber diese Strasse hat sich wirklich gelohnt, denn erstens war sie mir ganz neu und zweitens war es ruhig, kein Verkehr, typische Rindo Strasse halt. Ich wünschte, ich hätte diesen weg mal vorher gekannt, denn die Fahrt nach Hadano bzw. über die 246 zurück nach Tokyo macht ja nun wirklich keinen Spaß.

Wir kamen dann noch durch einige kleinere Dörfer und letztendlich nach Atsugi, von wo aus wir den Zug zurück nach Tokyo nahmen. Superschöne Tour, vielen Dank an Ludwig dafür. Bilanz soweit: 380 km in Japan; vielleicht 3.000 Höhenmeter, etwa doppelt so viel wie in Bremen von Januar bis April über 2.000 km.

Heute Ruhetag. Ne, eigentlich nicht: Eine harte Prüfung steht an: Odaiba mit zwei Kindern: Die eine, 12 will shoppen, der andere, 17, will pubertieren.

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Up in the mountains.

Ein schöner, sonniger Samstag heute. Eigentlich wollte ich nur ein wenig Rad fahren und mich entspannen für die größere Tour mit Ludwig morgen. Aber dann bin ich doch am Tamagawa lang nach Ome gefahren – ui, ist das weit, da hatte ich schon 80 km auf dem Tacho als ich dort ankam. Dominic hatte mich schon gewarnt – der Positivo Espresso Aufkleber neben der Aurora Bäckerei ist in der Zwischenzeit entfernt worden – aber die Klebereste kann man noch ganz deutlich sehen! Und am Bahnhof wurde der McDonalds durch einen Mosburger ersetzt. Am Bahnhof daneben ebenfalls. Ist Ome nun McDonalds frei?

Von der Okutama Seit wollte ich dann rüber auf die Hinode Seite, also Umenoki, Nokogiriyama oder Kazahari Pass kommen da in Frage Zum Glück habe ich mich für das vermeintlich einfachst entschieden: Umenoki. 4 km Anstige, etwa 350m Höhenunerschied aber mit vielen brutal steilen Stellen, die auch mit 39/30 noch schwer zu treten waren. Alles noch beim alten.

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Ohne die Karre hätte ich nicht gewusst, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

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Ich wusste ja, dass das Ding nicht einfach ist. Eigentlich so steil wie Wada und auch noch länger und gleich hoch. Umenoki hat aber wenigstens ab und ab ein paar Stellen zum ausruhen – die hat Wada nicht und das macht ihn so hart.

Endlich oben nach 28 knallharten Minuten.

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Jetzt geht es auf der anderen Seite runter und die ist leider noch steiler – ich hänge wie ein Affe in den Bremsen und nach etwa 2 km ist es bereits passiert, ich habe den ersten Platten. Schnell repariert und schon bin ich beim Tsuru Tsuru Onsen. Von dort ab fällt die Strasse schön weich ab und man kann gut Speed machen.

Ich entscheide mich gegen die Bahn und fahre die Isukaichi Kaido weiter bis zum Tamagawa und dann auf der linken, nördlichen Seite zurück Richtung Heimat. Kurzer Besuch bei Y, um einen Schlauch zu kaufen. Ein paar Kilometer weiter brauche ich den dann auch. Der zweite Platten! Da war’s dann aber auch, mittlerweile ist es dunkel, das Rücklicht fällt aus und ich schleppe mich in mein Hotel nach Kyodo zurück. 150km plus 1.000m plus Höhenmeter. Der erste Bergtag dieses Jahr (mit Ausnahme von Alpe d’Ritterhuedez). Schöner Tag. Anschliessend Ramen und Gyoza.

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Auf dem Rückweg: Sonnenuntergang am Keio Kaku Velodrome.

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Erste Ausfahrt

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Die Mutter aller Japanfotos

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Auf dem weg zurück aus Osaka nach Tokyo mit dem Shinkansen, etwa auf Höhe von Shin-Fuji Bahnhof. Geradezu klassische 1/3 Schneekoppe. Jede Menge Kirschblüten zwischen Zug und Berg.

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