One Bridge too far

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Oft sieht man Lebensweisheiten im Intenet wie „Lebe jeden Tag als wenn es Dein letzer wäre.“ Im Oktober in Bremen gilt: „Fahre jeden Tag als wäre es der letzte Sommertag des Jahres.

Eigentlich wollten Hannes und ich zu zwei ein paar gemütliche Kilometer nach Schloss Etelsen fahren, um meinen eklatanten Mängeln an Schloßbesuchen in Norddeutschland etwas auszugleichen. Obwohl ich unsere Pläne bei der fb Gruppe gepostet hatte, war ich dann doch überrascht am Kiosk zur gelben Gefahr eine größere Gruppe von freiwilligen, Anfängern, Frauen, Rheinländern und Ergotherapeuten zu sehen – so eine große Gruppe gab es dort nicht mehr seit dem Sechstagerennen 1936. Schön zu sehen, dass es mit dem Kiosk zur gelben Gefahr wieder aufwärts geht. Und Danke an Caroline, Gianna, Tetsuro, Benjamin und Freundin für’s kommen.

Startet man eine Tour am Kiosk zur gelben Gefahr, so liegt die Gefahr insbesondere darin begründet die Tour auch am Kiosk zu beenden: und zwar sofort, und am besten mit einer Flasche Bier in der Hand. Da Graf und Gräfin Olaf von Sonnenblumenfeen, sowie Philipp, der mehr oder minder aus Berlin vom Zeitfahren zurückkam, jedoch in Borgfeld zu uns stießen machten wir uns auf den Weg. Wir waren, wie Gerhard Polt dies einmal sagte, „ein Haufen PS“.

Am Wald lang nach und durch Fischerhude, von dort aus weiter nach Ottersberg (seit dieser Woche weiß ich überhaupt, dass Ottersberg und Otterstedt zwei verschiedene Orte sind) und Bassen (nicht zu verwechseln mit Bassum, dass ist und bedeutet etwas völlig anderes) ging es durch Bortel nach Achim und in Richtung der Uesener Brücke. Dieses Stück war nicht so schön, Philipp weiß aber ein besseres und das wird dann das nächste Mal gefahren. Mir war es vor allem wichtig überhaupt einmal neue Strassen zu fahren und nicht vor lauer kreativer Flaute wieder nach Wilstedt, an der Wümme entlang oder zur humorlosen Kirche zu radeln.

Wir fuhren an der Brücke runter zum Bootshaus und dann die Weser aufwärts entlang. dabei gab es ein kurzes Schotterstück und hier holte sich Caroline mal wieder einen Platten. Caroline hat NIE einen Platten wenn Sie mit mir alleine fährt (einmal) und fast immer wenn Sie mir mir in einer Gruppe fährt (zweimal von viermal). Kurz danach kamen wir dann zum schwersten Teil der ganzen Strecke: Dem Berg an der Hünenburg. Lieblich schlängelt sich der Radweg an der ebenso lieblichen Weser entlang bis es kurz vor einem zauberhaften Wäldchen nach links dreht, unterstützt durch eine brutale Steigung von 10%. Ha, denkt man, da sprinte ich jetzt drüber, nimmt gut Schwung und wenn auf der Fahrt durch die Kurve der Blick auf den weiteren Verlauf der Straße freigegeben ist, so ist dort keine Strasse mehr sondern nur noch eine gepflasterte Wand, die sich bis zum blauen Himmel zu ziehen scheint.

Diese Steigung ist noch brutaler als das hohe Zeh in Bremen-Nord und die Frage ist, wie man diese beiden Steigungen am besten in eine Tour verbinden könnte, um eine richtige Bergetappe rund um Bremen daraus zu basteln.

Wir sind aber alle hochgekommen und ließen uns nach vollbrachten Heldentaten oben ablichten. Man beachte das 23% Gefälle Schild.

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Mehrfach.

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Ja. Muss einfach sein.

Kurz danach kamen wir dann auch schon bei Schloss Etelsen an, wo sich die Gräfin von Sonnenblumenfeen daran erinnerte, dass Sie dort einen Teil Ihrer adeligen Jugend verbracht hatte, bevor Sie nach Bremen verheiratet wurde.

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Schloss Etelsen Kinderzimmer oben rechts.

Was nun – wir hatten Hunger. Durch den Schlossgarten und nicht unbemerkt über den Rasen fuhren wir zum Schloßcafe, dass zwar ein Velodrome hatte aber sonst nicht viel. Also weiter zum Eiscafe auf der Dorfstrasse.

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Das Eiscafe in Etelsen. Man beachte die elektronische Preisschildtafel oben rechts.

Früher, also als ich ein Teenager war bevor IHR Teenager wart, kostete eine Kugel Eis zehn Pfennig. OK, so lange ist das auch nicht her, als ich Teenager war hatten die Zehnpfennigstücke zumindest kein Bild mehr vom Führer auf der Rückseite. Und außerdem wurde der Preis dann auch recht schnell auf zwanzig Pfennig angehoben, und das blieb dann so den Rest meiner Jugend. Glaube ich. Als ich dann 2010 nach Jahren in Asien wieder nach Deutschland kam, war das alles viel teurer. Und überall anders. Ich denke, dass ist so wie bei Tankstellen, die Preise für den Sprit steigen so schnell, dass das mehr verdiente Geld hauptsächlich dafür draufgeht Schilder mit den neuen Preisen zu malen. Also führte man diese elektronischen Preistafeln ein, so dass man das mehr verdiente Geld auch behalten konnte.

Genauso scheint es jetzt auch mit Eisdielen zu sein, elektronische Preistafeln zeigen den aktuellen Tageskurs an, Angebot und Nachfrage regeln die Preisfindung. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Menschen in der Schlange hinter mir mehr bezahlen mussten pro Kugel als wir.

Die Tour war bislang schön und schön gemütlich, so dass Hannes langsam Probleme mit dem rechtzeitigen Nachhausekommen bekam. Schließlich war er für die Familienproduktion der Pizza abends zuständig. Aber über eine Brücke mussten wir noch, und zwar die bei Daverden, und das war nun mal eine Brücke zu weit.

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Und schwupps waren wir auf der anderen Weserseite und da wir dann alle schnell nach Hause wollten und guten Wind hatten nahm da Tempo auch scharf zu. Über Theddinghaus, Riede, Drehye und den Werdersee waren wir dann auch flott wieder am Weserwehr und dann wurde es in der Auflösung etwas chaotisch – ich hoffe alle haben den Weg nach Hause gut gefunden.

Danke an alle für diese schöne Tour die natürlich die letzte diesen Sommers war.

 

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Eingeordnet unter 2014, Bremen, Mob, Touren

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