Tagesarchiv: 19. Juli 2016

GdDT01: Sella Ronde

Gestern in den Dolomiten angekommen, Nachmittags an der Party des Eiskunstlauftrainingcamps in dem großen Gemeindezelt in Wolkenstein teilgenommen, wo wir auch letztes Jahr auf dem Giro Dolomiti unser Mittagsessen bekamen, dann drei Radler getrunken und festgestellt, dass es an diesem Ort, auch nach drei Radlern,  wirklich nichts flaches gibt.

Heute dann endlich auf das Rad. Ich hatte mir vorgenommen die Sella Ronda zu fahren, auch die ein Teil einer Etappe des Giros 2015. Von Wolkenstein aus sind das vier Pässe, die es zu überqueren gilt: Sella Joch, Passo Pardoi, Passo Campolongo und Grödner Joch. 2015 mussten wir uns erst einmal 50 km und 1.300 Höhenmeter nach Wolkenstein quälen, um die Sella Ronda anzufangen; da dachte ich, dass das ja wohl kurz und anspruchslos genug für den ersten Trainingstag sein würde.

Ich mag es ja gar nicht, wenn ich mich nicht warm fahren kann und es gleich in die Vollen geht. Hier ist es aber dummerweise so, dass es nur bergauf geht und das gleich im Vollen. Oder eben nur bergab und man wird auch nicht warm. So taten die ersten Kilometer richtig, richtig weh und nur die Option einen der älteren Rennrad- oder MTB Fahrer vor einem auf der Straße zu überholen gab etwas Motivation. Überhaupt war die Straße hoch zum Sella Joch voll im Autos, Busen und Motorrädern, so richtig Spaß machte das also nicht. Aber trotzdem fühlte ich mich irgendwie leicht, vermutlich weil ich weniger Kilo auf die Waage bringe, als letztes Jahr. Dachte ich. Exakt bis zu dem Moment wo ich etwa 3 km vom Pass entfernt war, etwas trinken wollte und feststellte, dass ich beide Wasserflaschen zuhause liegengelassen hatte.

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Nach so viel Flachland in Bremen, war das Bergauffahren jetzt nicht einfach, aber so langsam gewöhnte ich mich daran. Jetzt kam das Bergrunterfahren, an das ich ebenso wenig gewöhnt war. Zunächst war das noch sehr unsicher und vor allem langsam. Nach ein paar Tagen in den Bergen kriegt man das sehr gut raus und fährt selbstmörderisch ins Tal, man kommt entweder schnell oder in einer Kiste an. Aber so weit war es heute noch nicht. Obwohl, am Ende hatte ich dann doch auf recht wagemutige Art einen Linienbus überholt und dachte: „Wow, es geht ja doch.“

Es begann der Anstieg zum Passo Pradoi. Der  war nicht sehr steil und so langsam kam ich auch wieder in meinen Rhythmus.

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In Richtung Arabba ging es wieder runter und danach begann der Anstieg zum Passo Campolongo. Auch der war in Ordnung, nur  280m Höhenmeter  und so langsam begann es wieder Spaß zu machen.

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Von Campolongo aus gibt es die schönste Abfahrt auf der Sella Ronda mit vielen schnellen Stücken, Spitzkehren ohne Ende bis nach Corvara. Und von dort aus beginnt der ca. 600 Höhenmeter hohe Anstieg zum Grödner Joch. Hier ging mir zunächst das Wasser, dann auch die Kalorien aus – der Magen meldete sich mit dem üblichen Rumgebrummel. Während ich bislang schneller oben war als im Giro vor einem Jahr, verlor ich jetzt richtig Zeit auf dem Rennabschnitt des Vorjahres. Ich überholte zwar zu Beginn ein paar ältere Rennradler, aber auf de letzten Kehren musste ich mich richtig anstrengen. Gemein an dem Pass ist, dass man schon von recht weit unten sieht, wo man letztendlich hin muss. Das Überraschungsmoment a la „Hinter der nächsten Kurve könnte der Pass sein.“ bleibt völlig aus.

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Endlich Zeit für ein „Bike leaning against something with something impressive in the background“ Photo.

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Vom Grödener Joch aus gibt es endlich mal ein relativ flaches Stück, aber auch nur für 2 bis 3 km. Dann geht es runter nach Wolkenstein, wo ich mich ein wenig im Ort umgetan habe.

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Wie gesagt, nichts flaches hier. Mehr als 2.300 Höhenmeter in einer Tour liegen auch am oberen Bereich der Komfortzone. Fazit: In Bremen kann ich 60 – 70 km locker in 2 1/2 Stunden fahren, hier habe ich über vier Stunden dafür gebraucht, muss irgendwie an meiner Form liegen.

 

 

 

 

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