Tagesarchiv: 11. April 2021

Ikonischer Moment

Was ist der perfekte Radsportmoment, der aus dem Jahr 2021 bleiben wird?

Wenn ich an 2020 denke, dann bleiben mir vor allem zwei Momente im Kopf hängen. Zunächst einmal das eigentlich unerklärlich schlechte Abschneiden von Primož Roglič bei der Tour de France im Zeitfahren der vorletzten Etappe. Ich würde einmal glauben, dass fast jeder der das hier liest weiß worum es geht: Roglič liegt am Start des vorletzten Tages in der Gesamtwertung vorne, muss nur noch ein gutes Einzelzeitfahren über 36 km gut fahren und wird dabei von  Tadej Pogačar deklassiert, der damit dann auch die Tour gewinnt.

Der Reiz dieses Photos ist in ihm zu erkennen, dass auch die besten Profis nur Menschen sind, ihre schlechten Tage haben und ganz schön fertig aussehen können. Eigentlich so wie ich, wenn ich mit dem Velothon oder den Cyclassics durch bin – damit kann ich mich identifizieren. Oder wie jemand bei „Besenwagen“ mal ungefähr sagte: „“Die Profis schwitzen und fluchen und leiden genau wie wir, nur die Werte sind höher.“

Der zweite ikonische Moment 2020 war dieser hier:

Weiß noch jeder wo das war und was da passiert ist? Julian Alaphilippe, gerade Weltmeister geworden, hat den Sieg beim verschobenen Frühjahrsklassiker Liege – Bastogne – Liege schon sicher, jubelt zu früh und wird kurz vor der Ziellinie noch von Primož Roglič abgefangen. Wir mögen dieses Photo und die Geschichte dahinter weil es irgendwie ja auch eine Kompensation für den sympathischen TdF Verlierer ist.

Während 2020 also auf verlieren, gewinnen, Leid und Neid fokusiert war, gibt es in bereits zu diesem recht frühen Zeitpunkt eigentlich schon zwei Bilder die schwer übertroffen werden können:

Dieses hier ist keine Überraschung. Der Radsport hat wieder echte Stars und ganz vorne steht das Mathieu van der Poel. Das Foto zeigt ihm am finalen Anstieg an der Via Santa Caterina in Siena. Pure Kraft und Dominanz im Superheldenstil.

Etwas mehr überraschend war dieses Jahr die Tour de Tourkmekistan, die wie jedes Jahr seit 2006 von Gurbanguly Berdimuhamedow gewonnen wurde. Der kann Sachen auf dem Rad, von denen können wir nur träumen und die UCI würde sie am liebsten verbieten.

Und die UCI verbietet den Supertuck … tztz…

Hier eine kurze Zusammenfassung der Tour: Also der absolute Star der Veranstaltung Rennradsuperheld Gurbanguly Berdimuhamedow wird von seinem 150 Mann starkem Team begrüßt. Andere Teams sind übrigens nicht zugelassen. Aus Fairnessgründen und weil die UCI ohnehin keine technischen Innovationen will, müssen alle Sportler mit den gleichen Baumarkt MTBs antreten. Bei 1:39 min Zielsprint, dieses Jahr ist es knapp, aber Gurbanguly Berdimuhamedow gewinnt mal wieder.

Tschüß Jungs.

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