Kappen liegen nun bereit für das Treffen auf dem Weihnachtsmarkt im Dezember.
Reservierungen werden entgegengenommen.
Kappen liegen nun bereit für das Treffen auf dem Weihnachtsmarkt im Dezember.
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Mitglieder des Radclubs St. Pauli fallen bei Rennen und RTFs oft dadurch auf, dass sie nicht auffallen.

Mit anderen Worten, sie bewegen sich sehr gut getarnt durch die Welt. Eine meiner Hauptaufgaben auf diesem Blog ist es Produkte zu finden, die die Welt nicht braucht, der RC St. Pauli aber eben doch. Brillen, Felgen, Turnschuhen, alles in Tarnfarben, vornehmlich grau in grau, alles hatten wir schon hier (bitte einmal unter „St. Pauli“ im Blog suchen).
Jetzt gibt es von Poler dazu die passende Ausrüstung für den Sommer 2013.

Eingeordnet unter 2012, Bremen, Design&Fashion, Mob
In der Woche erreicht mich die sehr erfreuliche Nachricht, dass Juliane aus London nach Bremen kommen würde.
Prima, ich freute mich schon sehr, denn Juliane hatte ich nicht mehr gesehen, seitdem sie Anfang September in London geheiratet hatte. Sie war nun auf Besuch in Berlin und Hamburg und wollte das Wochenende bei uns verbringen. Das würde ja ein sehr Rad-intensives Wochenende werden, dachte ich mir,und fuhr am Samstag zur Vorbereitung in das GVZ.
Freitag Abend kam Juliane spät aus Berlin. Den Samstag begannen wir mit medidativem Kurzschrauben an meinem neuen Moserrahmen, den ich gerade für Shozo aufbaue. Ich war so medidativ in die Arbeit versunken, dass ich die Kette falsch herum zusammennietete. Das sah dann so ähnlich wie eine Sicherung gegen Wegfahren aus. Selten daämlich. Also dachte ich, dass es nun Zeit wäre die Arbeit erst einmal ruhen zu lassen.
Wir machen uns dann fertig zur Ausfahrt. Juliane zog meine sehr schönen, alten VICINI CESENA (als Vicini ist das für Cesena was Chesini für Verona und Sambi für Ravenna ist) an mit passender Liquigasmütze und zur Sicherheit einer Pudelmütze darüber. Sie durfte sich eines meiner Räder aussuchen und entschied sich für das Panasonic PR4000. Eine gute Wahl.
Wir waren gerade losgefahren, als mal wieder die Kurbellagerschrauben an meinem Union Fixie losgingen. Das ist vermutlich deswegen, weil die Dura Ace Kurbel einen JIS Vierkant, das eingebaute Innenlager von Campagnolo aber ISO Vierkant ist und die sich nicht mögen. Also fuhren wir erst einmal wieder zurück und ich zeigte Juliane das Universum.
Ich bin nicht gerade ein riesiger Fan des Inneren des Universums, aber von außen finde ich das Klasse. Ich mache da gerne Photos von meinen Rädern, das Colnago Super XL 1988 habe ich zum Beispiel dort auf der Treppe fotographiert und davor auch schon das Union Fixie.
Wir fuhren dann erst einmal nach Hause, packten zur Sicherheit eine Menge Werkzeug ein und fuhren dann raus Richtung Lilienthal, aber die Wümme und dann auf der rechten Seite der Wümme Richtung Ritterhude. Ich mag diese Strecke ja sehr, so leer, so schön, und wenn man erst einmal die ersten 3 Kilometer Kopfsteinpflaster überstanden hat auch so schnell. Ich zeigte Juliane auch „die Schleuse“, „das Haus am Walde“ und „das Kiosk zur gelben Gefahr“,also alle wichtigen Treffpunkte für Radfahrer mit Ausnahme des „Krokodils“.
Tja mit den Rädern anderer Leute zu fahren kann schon anstrengend sein, deshalb schob Juliane ab und an ein paar Lockerungsübungen ein; jedenfalls solange es noch nicht regnete. Und so fuhren wir durch die Gegend, bis wir an die Straße nach Ritterhude kamen. Wir hätten un weiter nach Vegesack, mit der Fähre rüber auf die falsche Weserseite und wieder zurückfahren können. Also das war jedenfalls die Idee. Oder, ich in Anbetracht des schlechter werdenden Wetters und der anbrechenden Dunkelheit entschieden wir uns auf der falschen Wümmeseite wieder zurück Richtung Bremen zu fahren. Das Vertrauen zum Panasonic nahm sichtlich zu.
Von dort aus ging es in die Innenstadt und wir machten uns durch die üblichen touristischen Attraktionen: Schnoorviertel, Böttcherstrasse, Schütting, Rathaus, Bürgerschaft, Roland….als Profibremer kann ich das alles natürlich exzellent erklären. Auf dem Markt dachte Juliane, das dies der Freimarkt wäre. Der Profibremer musste da widersprechen. Genug Kommerztourismus, zum Glück fing es an zu regnen und wir machten uns auf in das Theatro. Im Theatro habe ich meinen halben nicht auf dem Rad verbrachten Sommer 2010 verbracht und das war gar nicht übel.
Draußen regnete es Bindfäden und wir tranken Kaffee und Tee bevor wir uns durch die Plörre wieder auf nach Hause machten.
Später zeigte mir Juliane dann Fotos von der Eroica aus dem Oktober, bei der David und sie mitgefahren waren. Ich war schwer begeistert. Beim Einkaufen dort würde ich vermutlich auch ein Vermögen lassen. Also jedenfalls schmiedeten wir Pläne, wie wir alle Positivos da nächstes Jahr fahren würden. Ich lümmelte mich neben ihr auf der Couch rum und plötzlich fühlte ich einen komischen Schmerz im Rücken und dann hatte ich meinen ersten Hexenschuß seit vier Jahren oder länger. An Bewegen war nicht mehr zu denken. An Eroica 2013 in dem Moment auch nicht mehr. Eigentlich beherrschte mich nur noch der Wunsch ins Bett zu gehen mit einer Wärmflasche und diese Welt er Schmerzen zu verlassen. Was ich dann auch tat.
Heute kann ich zumindestens wieder sitzen und schreiben. Danke Juliane für’s kommen.
Vor etwa elf Monaten baute ich mein erstes Fixie.
Das war auf der Basis eines Union Rahmens, der eigentlich und vielleicht ja doch ein verkleideter Gianni Motta Rahmen ist und den ich auf dem Forum bei einer bekannten Größe erstand. Seitdem leistet mir das Union gute Dienste. Ich habe es so ausgerüstet, dass man einfach Schutzbleche anklippen kann und deshalb fahre ich das Rad auch bei jedem Wetter. Ich habe dieses Rad so oft wie kein anderes aus der Garage (aka Area 51) geholt, auch wenn ich mit Sicherheit mehr Kilometer mit meiner Carbonmöhre gefressen habe. Die Anbauteile sind zwar recht edel und teuer (Campagnolo Record Bremshebel, Gran Sport Bremsen, 3ttt Criterium Lenker, Selle San Marco Supercorsa, Mavic MA2 Felgen….) aber das Rad ist nicht so als dass man es nicht mit gutem Gewissen verhuntzen dürfte. Also fahre ich es oft.
Einmal hatte ich einen Unfall damit, der damit endete dass ich ein paar Blutergüsse hatten und eine der Schellen der Bremshebel ausgewechselt werden musste. Aber sonst läuft alles prima. Durch dieses Rad habe ich auch den Spaß am fixed-gear fahren gefunden. Nicht das ich die Bremsen abmachen würde – ich habe schließlich Familie. Aber, das ist sicherlich von allen Rädern die ich gebaut und behalten habe, das Rad was mir am meisten Spaß bereitet hat.
Also, Zeit etwas daran zu ändern und wieder an dem Teil rumzufummeln. Irgendwann werde ich einmal die eigentlich wichtigsten Dinge tun: Erstens, das originale Achtziger Campa Innenlager, das wegen des offenen Innenlagerrohrs (hat so zwei Schlitze) prima empfänglich ist für alle Arten von Dreck und daher alle zwei Monate aufwändigst gesäubert werden muß, durch ein Patronenlager ersetzen. Und zweitens, statt diesen gut aussehenden aber schlecht bremsenden Campa Gran Sport Bremsen einmal vernünftige Campa Veloce montieren. All dies sind aber vernünftige Dinge und so machte ich heute erst einmal die unvernünftigen.
Das Rad wurde sauber gemacht und vor allem die Kette gut gereinigt. Dann habe ich die Campa Kurbel abmontiert, das ist eine Chorus 10 Speed Kurbel, die aber ganz gut mit einer 1/2 x 3/32 Zoll Kette läuft – so lange man nicht schaltet! Da das aber ein Fixie ist und schalten durch Ein- umdrehen und Ausbau des Hinterrads funktioniert passiert dies selten.
Dann kam eine neu erstandene klassische Dura Ace 7400 Kurbel dran und dazu mein 48er Kettenblatt von Fyxomatosis. Damit fahre ich nun für den Winter eine 48/16 Übersetzung – da heisst also ein wenig mehr treten als auf meiner normalen 52/16. Ist aber besser für die Kontrolle des Rads. Und da ich gerade dabei war habe ich auch noch MKS Stream Pedalen montiert die eigentlich für ein anderes Projekt vorgesehen war.
Das ging alles recht schnell und ich hatte noch etwas Zeit zu fahren, bevor es wieder dunkel wird. Also raus ins Viertel und raus an die Weser. Recht schnell stellte ich fest, das ich zu nett mit den Kurbelwellenschrauben umgegangen war und die dankten es mir nun indem sie sich losmachten und die Kurbel anfing zu eiern.
Prima, dachte ich, da ich ohnehin gerade in der Nähe der Neustadt bin, fahre ich doch mal bei Dalladas vorbei und schau mir den Laden an. Da bin ich nämlich, unglaublicherweise und obwohl genau meine Kragenweite, noch nie gewesen. Ein schöner Laden ist es mit viel schönem Zeug drin von dem ich gerne etwas hätte – aber da hätte ich auch mein Portmonnaie mitnehmen sollen. So schraube ich die Kurbel wieder dran und fuhr nach Hause.
Mit meinem Union.
Jörg, Olli, Björn und ich machten heute mal was anderes als immer Rad zu fahren: Rad zu gucken.
Wir trafen uns am Kino am Hauptbahnhof und wollten uns Premium Rush ansehen – Jörg hatte alles prima organisiert.
Ich war ziemlich aufgeregt, denn die meisten Leute kannte ich ja nur in kurzen Hosen und Gesichtumfassenden Brillen plus Sturzhelm – würde ich Jörg überhaupt erkennen? Es war dann doch einfacher als gedacht.
Björn hingegen hatte ungewollt einig Szenen aus dem Film bereits vor dem Film nachgespielt und sich dabei das Jochbein an einem Fiesta gebrochen. Olli hingegen musste sich am Samstag gegen einen Strom von Gladbachaffen durch den Hauptbahnhof kämpfen und ich hatte eine Anzahl repräsentativer Mützen mitgebracht, denn so ganz normal konnte man ja nicht in diesen Film gehen.
Schließlich war die gesamte Bremer Fixieszene da – alle Sieben. Vor dem Kino fuhren unglaubliche Kisten auf und ab. Eine hatte sogar keine Bremsen, ich hab das genau gesehen. Olli kaufte uns allen ein Bier und schwupp waren wir drin und der Film ging los.
Ich kann mich nicht mehr genau an de Handlung erinnern, es war sehr kompliziert, etwa wie „Im Namen der Rose“ oder bei „Drowning by Numbers„. Normalerweise mag ich so intellektuelles Zeuch ja nicht, da aber eine Menge Räder drin vorkamen und wilde Verfolgungsjagden durch New York City etwa 95% des Filmes ausmachten war ich doch sehr angetan. Ich will nicht die Spannung verderben Leute, aber keine Sorge, am Ende geht alles gut aus.
Die Hauptdarsteller sind ein Typ auf einem Fixie („I like to ride / Steel Frame / Fixed Gear / No brakes“ ist sein Mantra), ein Typ auf einem Rennrad (nicht so netter Kollege), ein Typ auf einem Trekkingrad (Polizist) und ein Typ in einem Auto (fieser Cop). Daneben gibt es noch ein paar Frauen im Radsport, ist aber nicht sooo wichtig für de Handlung.
Der Film ist in Englisch. Es ist nicht mehr das Englisch, was ich vor langen Jahren einmal in der Schule gelernt habe und manchmal kommt es mir sehr chinesisch vor. Das chinesisch in dem Film ist allerdings perfektes Mandarin-chinesisch, wie es die Eunuchen am Hofe des letzten Kaisers sprachen. Könnte glatt aus dem Schulbuch sein.
Nach dem Film sollte man nicht mit dem Rad nach Hause fahren. Eigentlich hätte wie bei Jackass nach jeder Szene ein Hinweis kommen sollen: „Don’t try this at home.“.
Ein vergnüglicher Abend. Zum Glück bin ich heil ins Bett bekommen.

Geradezu ideal für Menschen die im Bremen im Viertel wohnen, obwohl der Straßenbelag technische Probleme bereiten könnte. Sollte aber auch mit einer Flache Becks gehen.
Herbst stimmt mich melancholisch: „You can get addicted to a certain kind of sadness“ heißt es in dem Lied „Somebody I used to know“ von Goyte. Dies is nun „A song I used to hear“, nachdem meine Tochter das mit ihrer Grundschulklasse eingeübt und vorgeführt hat, sind die Erinnerungen beim hören nun andere.
Bevor mich die ganze Melancholie nicht mehr aus den Federn kommen läßt, habe ich mich an diesem schönen Spätsommertag nachmittags auf mein Rad gesetzt und bin losgefahren. Tobias hatte mir erzählt, dass seine Lieblingsstrecke an der Weder lang hinter dem SWB Kraftwerk nach Achim ist – das wollte ich einmal ausprobieren aber in umgekehrter Richtung.
Kaum war ich am Platzhirsch und wollte die erste Bergprüfung nehmen, kam mir auch schon Harald entgegen. Er sagte einige sehr liebenswürdige Dinge zu mir („Eigentlich siehst Du aus wie Vierzig…“ und verschwand dann auf dem Weg nach Hause. Ich fuhr weiter über Fischerhude und Sagehorn nach Oyten und Bassen und durch die Felder Richtung Achim. Durch Achim ist es dann ein wenig schwierig den Weg zur Weser zu finden, aber ich friemmelte mich durch …. nur das war überhaupt kein Weg auf der rechten Weserseite.
Also fuhr ich weiter durch die Achimer Marsch bis ich zu einem Restaurant kam und dahinter begann dann endlich der Deich. Und hörte dann auch schon gleich wieder auf. Auf dem Deich war eine Schranke und dahinter nur noch ein Grassweg. Nun war ich aber zum Glück zwei Wochen vorher mit Harald im Harz gewesen, so dass mich weder Schranken noch Grasswege in irgendeiner Weise davon abhalten können weiterzufahren.
Ja, Harald hat mich ganz schön hart gemacht. Blitzrad hätte auf den nächsten 500 Meters wahrscheinlich drei Platten gehabt, nach 760 Metern wäre sein Rahmen in der Mitte gebrochen als sich das Schaltwerk um die Kettenstrebe wickelte und bei 944 Meter hätte dann seine Freundin mit ihm Schluss gemacht. Aber seitdem wir mit Harald im Sprenggebiet des Harzes waren ist uns eigentlich alles egal, wir hängen nur noch an dem nackten Leben.
Endlich begann wieder eine Strasse, die dann auch gleich wieder aufhörte und es begann ein noch extremeres Stück Rasendeich.
Zum Glück hatte aber das auch irgendwann einmal ein Ende, die Durchschnittsgeschwindigkeit war aber allemal versaut. Und dann kam auch endlich wieder eine normale Straße, die mich prompt in dem Hemmelinger Hafen führte. Da kannte ich mich wieder aus und nahm den schnellsten Weg nach Hause.
Wie Tobias da mit seinem Single Speed Rad fährt wird mir zumindestens für heute ein Rätsel bleiben.
Der Bremer Polizeikanzler gibt gekannt:
Leider kommt es in den letzten Tagen des Sommers, wenn die Tage wieder kürzer und die Straßenoberflächen rutschiger werden. immer wieder vor, dass Radfahrer mit nicht Straßenverkehrstauglichen Rädern unterwegs sind. Diese Räder sind Straßenverkehrsuntauglich, was den betroffenen Radfahrern offensichtlich nicht klar ist. Unklar ist auch warum diese dann nicht Mängel und Bußgelder einsehen wollen, auch wenn Sie von Polizeibeamten in der Ausübung ihrer Pflicht darauf hingewiesen werden. Uneinsichtigen, wie z.B. einem Forumsbekannten Fahrer mit einer Jahresnettoleistung von über 5.000 km drohen dann zusätzlich Anzeigen wgen Beamtenbeleidigung.
Der Polizeikanzler weist darauf hin, dass Räder über die folgende Ausstattung verfügen müssen:
Ein vorbildlich ausgestattetes Rennrad wird als Beweismittel A unten angehängt:
Mit diesen Rädern kann gegebenenfalls auch an Monscheinfahrten teilgenommen werden.
Absolut verboten ist so etwas (Beweismittel B):

Was bisher geschah:
Sieben Männer verschiedener Altersgruppen wollen ein wenig Radfahren im Harz. Sie vertrauen dem selbsternannten Führer und landen so tief im Wald, dass Hänsel und Gretel dort wohl Selbstmord begannen hätten. Zum Glück landen Sie nachdem Sie ein Sprenggebiet durchquert hatten wieder an einer Straße.
Sie genau nach Torfhaus führte und zwar immer schön hoch. In meinem Elternhaus gab es einen kleinen Garten. Mein Vater bestimmte welche Blumen gepflanzt wurden und meine Mutter richtete sie dann hin, wie Edmund Stoiber einmal so passend ausdrückte. Dazu hatten wir immer einige Ballen Torf zuhause, die in großes, gelbes Plastik gewickelt waren. So ungefähr stellte ich mir Torfhaus vor: Eine Hütte aus Torfballen, in der man sich versteckt und heimlich die guten, starken englischen Zigaretten aus Papas Bar raucht. Leider ist Torfhaus ein wenig anders: Unter 1.200 cm3 und schwarze Lederjacke braucht man da gar nicht auf den Parkplatz zu fahren. Es waren Unmengen Motorräder da, die deutlich jünger waren als ihre Besitzer aber älter ausssehen (Harleys). Sogar der Mann an der Toilette hatte eine Lederjacke, LemmyMotorhead-Kotletten und jede Menge Tätowierungen („Sanifair Hells Angels“).
Das ist alles ganz gut und schön, aber wenn man da auf der Straße fährt auch recht laut – eben ganz anders als im Wald. Und was passierte als wir dort losfuhren? Innerhalb weniger Minuten hatten wir die halbe Truppe verloren – auf einer riesigen Strasse, wo das extrem schwierig war. Wenn wir so diszipliniert im Wald gefahren wären, denn hätten sich sogar unsere Atome gleichmäßig in der Wildnis verteilt.
Aber so kamen wir dann doch runter nach Braunlage und dann nach Elend („Willkommen in Elend“) und nicht nach Sorge („Willkommen mit Sorge“). Und dann ging es hoch nach Schierke, dem einzigen Ort im Harz der einen gewissen Charme hat, man fühlt sich zurückversetzt in die Zwanziger Jahre, fast wie auf dem Zauberberg von Thomas Mann. Vom Ort aus schaut man Richtung Brocken hoch und fühlt sich dann auch gleich schon wie in der Lungenheilsanstalt. Jeglicher Mut geht verloren.
Immerhin machten wir uns alle dann in unserem eigenen Tempo hoch auf den Gipfel des Brockens und jeder in seinem eigenen Tempo. Philipp-HB mit ruhigem Tritt, Don Torsten noch voll mit dem Adrenalin der Hinfahrt (war dann auch prompt als Erster oben), und Andreas.HB mit leicht wabbeligen Knien. Die Strasse beginnt ja ganz nett, nicht zu steil und im Wald und wird dann erst etwas unangenehm, als sie aus dem Wald herauskommt und es steil nach oben geht. Ich fahre ja lieber Serpentinen hoch, weil man da nicht sieht wie weit man fahren muss (Ausnahme: Stelvio). Hier sah ich nicht nur das Stelvio von Andreas.HB, sondern auch noch verdammt weit und hoch nach vorne weg. Aber auch da kommt man rüber UND überholt immer noch Fußgänger. Radfahrer leider nicht. Von oben fliegen die MTBler und Rennradfahrer auf einen zu und man fängt an sich zu freuen wie ein eine aufgezogene Gummiente. Dann erreicht man die letzte Überquerung der Brockenbahn. Bei unserer letzten Fahrt im Harz begann dort das Schotterstück, voll mit Spaziergängern und das zu fahren machte gar keinen Spaß. Karin hatte aber auf dem Weg nach Indonesien den Brocken überflogen, geschaut und bereits mitgeteilt, dass nun die Strasse bis nach oben geteert war. So war es auch, ich überholte noch kurz Harri.HB, der am Wegesrand eine Powerstulle aß und schon war ich oben (Harri.HB überholte mich aber noch einmal auf den letzten Metern). Oben waren bereits Philipp.HB und Don Torsten, Blitzrad heute mal mit einem heilen Rad. Das war aber auch egal denn fast jeder von uns hatte diesmal einen Kettennieter mit, falls uns wieder das gleiche Schicksal wie im Juni drohen sollte.
Team Wiegetritt überall
Ups, da fehlt doch einer? Richtig, Andreas.HB, der zum ersten Mal mit in den Bergen war. Er hatte sich ja ein paar Tage vorher bei mir erkundigt wie und was wir so fahren. Ich weiß nicht mehr genau, was ich geschrieben hatte, aber es schloss in etwa mit den Worten: „Du wirst es nicht bereuen, wenn Du mitkommst.“ Horrorfilme fangen mit solchen Monologen an. Wir vermuteten eigentlich alle, dass Andreas entweder irgendwo im Wald lag und bereute, dass er je geboren wurde, oder sich einen faulen Lenz auf der Achterbahn („Harzer Roller“) unten in Schierke machte. Völlige Fehleinschätzung, als wir nach kurzer Pause zur Abfahrt nach unten ansetzten, kam er uns etwa auf Höhe der letzten Brockenbahnquerung entgegen. Noch einen Kilometer mehr und auch er wäre oben gewesen: Respekt!
Aber jetzt im Sausewind runter – ui macht das Spaß. Ups warum fährt denn dieser hochkommende MTBler Schlangenlinien? Und warum fährt der immer genau da, wo ich ausweichen will? „Heeeyyyyyyyy“. Ich komme so gerade noch einmal an dem vorbei, aber da sass mir die Angst schon sehr tief in den Knochen.
Andere Hindernisse: Im wesentlichen Planwagen, Pferdeäpfel in der Mitte von Spitzkehren und einige Fußgänger. Kurzes Annicken von Radfahrern die hoch fahren: Same tribe. Und viel zu schnell ist man wieder unten in Schierke.
Eigentlich hatten wir ja gedacht, dass wir um 5 oder 6 mit dem Zug von Bad Harzburg wieder zurück nach Bremen fahren. Wir waren aber jetzt total neben der Zeit. Jetzt ging nur noch Schnitzel in Wernigerode und dann auf den kürzesten Weg zurück nach Bad Harzburg.
Die Abfahrt von Schierke nach Wernigerode machte seeeehrr viellll Spass. „Wie schnell warst du? „68,2 km/hr, und du?“ 67,6 km/hr und du?“ „62,3 km/h!“ „OK, Du zahlst!“ Erst mal was zu trinken.
Wir hatten die Spur der Schnitzel wiedergefunden und fanden uns nun an der „All you can Schnitzel Bude“ ein. Im Harz ist einfach alles groß: Die Berge, die Getränkekrüge, die Schnitzel, selbst die Frauen die sie uns an den Tisch bringen. Diese nun hatte eine besondere Eigenschaft. Sie war nicht nur groß, sondern auch jegwelcher Humor prallte von ihr ab wie Regentropfen auf Goretex. Ich wünschte ich hätte ein Photo gemacht. Aber selbst Lichtstrahlen wäre von der abgeprallt und am Boden verreckt. Harri.HB versuchte es zwar immer wieder, aber nicht jeder kann so erfolgreich sein wie Don Torsten, da fehlt halt auch ein wenig der Charme des Südens (oder liegt Delmenhorst im Westen?).
Wo blieben nur unsere Schnitzel? „Schnitzel Flat Rate gibt es heute nicht!“ Außerdem war der Koch baden mit seiner Freundin (die Küchenhilfe) und musste erst einmal angerufen werden. All das dauerte, aber man hat ja Zeit im Osten. Endlich kam der Koch und endlich kamen auch unsere Schnitzel.
Aha, sehr übersichtlich (2:56 min).
Endlich sind wir nun bei der Qualität japanischer Blogs! Denn egal über was Japaner bloggen, und da gibt es viele, viele Themen auf die wir so nicht gekommen wären (Strommasten, Frettchen, fliegende Mädels, um nur einige zu nennen)
und viele auf die wir ohnehin gekommen wäre (Carbonräder, Aluminiumräder, Stahlräder), also noch einmal: Egal über welches Thema gebloggt wird, man sieht eigentlich immer nur eins: Essen. Das wird mir nicht geglaubt?
Dann bitte einmal hier schauen, das Blog eines befreundeten jap. Radfahrers, Goro-San.
oder hier, das Blog der japanischen Raumfahrtbehörde. Essen ist einfach wahnsinnig wichtig. Ich amche oft mit Studenten eine Übung, bei der sie sich vorstellen sollena uf dem Mond zu sein und eine Reihe von Dingen nach ihrer Wichtigkeit für das Überleben einordnen sollen: Wasser, Sauerstoff, Kettennieter, Pokemonkarten, Essen, Kompass, etc. Japanische Studenten sind die einzigen die ab und an Essen vor den Sauerstoff setzen.
Ich bin von so etwas geprägt und deswegen war es mir auch verdammt wichtig ein ordentliches Schnitzel von Miss Goretex zu bekommen. Die anderen waren von so etwas nicht geprägt, aber auch froh ein Schnitzel zu haben. Mittlerweile war es nach Sechs. Bis zum Brocken hoch waren wir gerade Mal 61 km in 5 Stunden gefahren und nun war es wirklich höchste Zeit wieder nach Hause zu kommen.
Natürlich passierte jetzt erst einmal Murphys Law: „Whatever can go wrong, will go wrong„. Der Harz wollte uns mit all seiner Magie behalten. Zunächst einmal hatte Philipp.HB einen Platten. Dann hatte Olli.fast.HB nicht fast einen Platten sondern einen Platten. Dann machten wir uns auf den Weg nach Bad Harzburg und Andreas.HB hatte wieder einen Kettendefekt (Der Harz frisst Ketten). Dummerweise war Harri.HB mit dem Schlüssel zum Schließfach am Bahnhof bei ihm und wir machten uns Sorgen, dass die es noch rechtzeitig bis zum Bahnhof schaffen würden. Machten Sie aber locker. Jede Menge Zeit, aber mittlerweile auch Viertel vor Acht. Husch, husch in den Zug. „Steht auf Gleis Fünf“, ruft Don Torsten noch. So ein schöner Zug, so ganz leer mit jede Menge Platz. Leider aber auch ein wenig dunkel. Und warum steht auf dem Zug der gerade auf dem Nebengleis hereinkommt groß „Hannover Hbf“ drauf? Weil wir im falschen Zug sitzen, unserer fährt erst um 20:45 Uhr und dann auch noch nach Halle. Raus, raus in den nächsten Zug.
Prima, nun sind wir endlich auf dem Heimweg. Leider spinnt die Zugdurchsage. Nein, nicht so wie auf Youtube, das ist ja nur ein Automat. Unsere Zugdurchsage ist leider manuell und offesichtlich besoffen. Wir hoffen nur dass die Sparmaßnahmen der DB nicht dafür gesorgt haben, dass der Zugführer auch die Durchsagen macht:
„Es fährt und saust die Deutsche Bahn / wo Harri sonst nur sausen kann“
In Hannover in den nächsten Zug. Don Torsten findet ein neues Flirtopfer. Alle anderen hängen mehr oder minder tot in den Seilen. Die Unterhaltungen drehen sich um Döner und Singlespeedräder. Die braucht man nicht in den Bergen. Olli.HB meinte am letzten Hügel vor Bad Harzburg: „Jetzt reicht es aber auch!“
Genau.
von Andreas.HB
Danke an Alle die dabei waren, da war wirklich eine tolle Tour von der wir noch erzählen werden oder dies bereits tun.