Die Weser runter

Herbst stimmt mich melancholisch: „You can get addicted to a certain kind of sadness“ heißt es in dem Lied „Somebody I used to know“ von Goyte. Dies is nun „A song I used to hear“, nachdem meine Tochter das mit ihrer Grundschulklasse eingeübt und vorgeführt hat, sind  die Erinnerungen beim hören nun andere.

Bevor mich die ganze Melancholie nicht mehr aus den Federn kommen läßt, habe ich mich an diesem schönen Spätsommertag nachmittags auf mein Rad gesetzt und bin losgefahren. Tobias hatte mir erzählt, dass seine Lieblingsstrecke an der Weder lang hinter dem SWB Kraftwerk nach Achim ist – das wollte ich einmal ausprobieren aber in umgekehrter Richtung.

Kaum war ich am Platzhirsch und wollte die erste Bergprüfung nehmen, kam mir auch schon Harald entgegen. Er sagte einige sehr liebenswürdige Dinge zu mir („Eigentlich siehst Du aus wie Vierzig…“ und verschwand dann auf dem Weg nach Hause. Ich fuhr weiter über Fischerhude und Sagehorn nach Oyten und Bassen und durch die Felder Richtung Achim. Durch Achim ist es dann ein wenig schwierig den Weg zur Weser zu finden, aber ich friemmelte mich durch …. nur das war überhaupt kein Weg auf der rechten Weserseite.

Also fuhr ich weiter durch die Achimer Marsch bis ich zu einem Restaurant kam und dahinter begann dann endlich der Deich. Und hörte dann auch schon gleich wieder auf. Auf dem Deich war eine Schranke und dahinter nur noch ein Grassweg. Nun war ich aber zum Glück zwei Wochen vorher mit Harald im Harz gewesen, so dass mich weder Schranken noch Grasswege in irgendeiner Weise davon abhalten können weiterzufahren.

Ja, Harald hat mich ganz schön hart gemacht. Blitzrad hätte auf den nächsten 500 Meters wahrscheinlich drei Platten gehabt, nach 760 Metern wäre sein Rahmen in der Mitte gebrochen als sich das Schaltwerk um die Kettenstrebe wickelte und bei 944 Meter hätte dann seine Freundin mit ihm Schluss gemacht. Aber seitdem wir mit Harald im Sprenggebiet des Harzes waren ist uns eigentlich alles egal, wir hängen nur noch an dem nackten Leben.

Endlich begann wieder eine Strasse, die dann auch gleich wieder aufhörte und es begann ein noch extremeres Stück Rasendeich.

Zum Glück hatte aber das auch irgendwann einmal ein Ende, die Durchschnittsgeschwindigkeit war aber allemal versaut. Und dann kam auch endlich wieder eine normale Straße, die mich prompt in dem Hemmelinger Hafen führte. Da kannte ich mich wieder aus und nahm den schnellsten Weg nach Hause.

Wie Tobias da mit seinem Single Speed Rad fährt wird mir zumindestens für heute ein Rätsel bleiben.

 

 

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Eingeordnet unter 2012, Bremen, Mob, Touren

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