Archiv der Kategorie: Bremen
Bürgermeister Smidt, seine Tochter und mein De Rosa.
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Blockokalyse Now.
Seit einiger Zeit ist es nun eine feststehende Tradition, dass Hannes und ich uns morgens treffen und eine Runde im Blockland vor der Arbeit drehen. Um exakt zu sein, machen wir das seit letzter Woche, also seitdem Sommerzeit und Frühling in Bremen begonnen haben.
Uns kann auch nicht abschrecken, dass es morgens gerade mal drei, vier Grad warm ist, denn die Schönheit des Blocklandes kommt nur dann zur Geltung, wenn es frei von Menschen, aber voll mit allerlei Wildgetier ist.

Jede Menge wilde Tiere sind morgens im Blockland unterwegs. Wenn man genau hinsieht, sieht man im Fleet einen Schwarm Killerkaulquappen Richtung Bremen kraulen.
Heute war die Stimmung mal wieder so richtig Blockalypse Now und mutig fuhren wir mitten in das Herz der Finsternis.
Die nebelige Morgenstimmung wurde unterstützt durch die alltäglich Apokalypsen und Veränderungen, die insbesondere im Zusammenhang pubertierender Kinder zwischen uns ausgetauscht wurden: Schulverweis der Tochter, drohende Exmatrikulation des Sohnes von der Hochschule, überraschend katholische Austauschschülerin aus Frankreich … das ganze Spektrum des Purgatoriums des Lebens. Dann wieder ein Fasan der von links über die Straße läuft. Bringt das nun Glück oder Pech für den Rest des Tages?
Giro d’Italia an der Weser.
Die Schönheit der Werderinsel in Bremen ist mir bislang verborgen geblieben, vielen Studenten die sich dort tummeln, sobald die ersten Sonnenstrahlen im Frühling aus den Regenwolken brechen, allerdings nicht.
Schon länger möchte ich Photos von meinem neuen De Rosa Giro d’Italia machen, aber das Rad ist immer noch nicht fertig, da das Vorderrad, an sich das pièce de résistance, Zicken macht. Seit einiger Zeit läuft deshalb erst einmal eine Araya Felge dort, und zwar auch nicht schlecht. Heute fand ich auf dem Weg nach Hause die perfekte Location. Jetzt muss nur noch das Rad dazu werden. Denn:
Beauty is only skin deep, but ugly goes clean to the bone..
Dorothy Parker
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Wimmernd an der Wümme.
Die Qualität guten Journalismus lässt sich bereits an den Alliterationen in den Artikelüberschriften messen. Gewinnt Hendrik Hering (das ist ein Name und keine Alliteration) von der SPD die Wahl in in Rheinland-Pfalz, so kann er laut Presse von sich behaupten: „Mainz bleibt meins“. Soviel zur Überschrift.
Noch 25 Tage bis Lüttich. Oder Bastogne, oder irgendwo mittendrin und die Form ist noch nicht einmal in Dortmund. Zum Glück war das Wochenende ein schönes mit vielen Touren und die ersten Gegenmaßnahmen wurden bereits ergriffen: Gestern noch vier Tage Malle gebucht und letzte Woche mit Hannes zum heutigen Frühtraining im Blockland verabredet. Jetzt, wo die Tage wieder länger werden und es Abends auch länger hell bleibt, macht es Sinn sich morgens früh zu treffen und vor der Arbeit ein wenig zu rollen. Zumal das Wetter ja auch großartig ist.
Ich kam um Viertel nach Acht aus dem Haus, ungewohnt früh für mich, schaute auf das Thermometer und kehrte gleich wieder um, um mir erst einmal ein weiteres langes Unterhemd und die dicke Assos-Jacke anzuziehen. Es war gerade mal drei Grad warm, ich konnte meinen Atem sehen und an Kopf und Nacken war es schön kalt. Kaum zu glauben, dass ich mir acht Stunden später im Büro den Pullover vom Körper reißen würde. Ich hatte bereits kalte Hände und Füsse, als ich 8 Minuten später bei Hannes an der Tür stand. Zum Glück war er noch nicht fertig, was mir die Gelegenheit gab mich bei Tanja und ihm aufzuwärmen. Aber dann ging es los. Über dem Blockland wabberte der Bodennebel.
Dazu passte die Schlagzeile im Weserkurier, das ein Wolf in Borgfeld ein Reh gerissen hat. Es war fast so, als könnte man die Rudel in der Ferne heulen hören. In wenigen Momenten würden sie aus dem Bodennebel hervortreten, riesige Tiere mit neon-gelbem Fell und strahlend grünen Augen, geflohen aus der Sperrzone rundum Tschernobyl und auf der Suche nach menschlichem Rennradfahrerfleisch mit viel Muskulatur. Die Kombination von Kälte, wenig Schlaf und Blockland kann einen schon ganz gut in den Wahnsinn treiben.
Aber so langsam wurde es wärmer und es stellte sich so etwas wie Frühlingsromantik ein.

Der kleine Styx.
Vermutlich war heute wirklich jeder, der es irgendwie konnte und es mit Arbeit und Familie vereinbaren durfte draußen auf dem Rennrad. Aber wir waren so ziemlich die ersten, froren und radelten vor uns hin parlierend einmal die Wümme runter bis zur Brücke und dann auf der anderen Seite, dem Blockland Roubaix, wieder hoch.
Dabei kamen wir auch an dem alten Pumpenhaus vorbei, 1884 erbaut, von dem ich letztens schon einmal geschrieben hatte.
Es ist immer sehr entspannend mit Hannes zu radeln; wir haben keinen Druck dem anderen zu zeigen wer gerade wie gut in Form ist und es gibt immer jede Menge Themen die es zu besprechen gilt in der kurzen Zeit, die uns zur Verfügung steht. Meistens beginnen wir mit etwas wichtigem, heute war es das leidige Thema Töchter und Söhne in der Pubertät, bevor wir meistens fast zwanghaft bei Radrelevanten Themen landen, um dann, heute etwas ungewöhnlich, bei Staubsaugern zu enden. Nicht dass wir uns irgendwie für saubermachen interessieren würden, aber bei einem Rennradrahmen mit innenverlegten Zügen kann man, wenn man es geschickt und mit einem Bindfaden anstellt, den Bindfaden oben einfädeln und mit Hilfe eines Staubsaugerns unten absaugen. An den Bindfaden kommt dann der Zug der durch den Rahmen geführt werden muss und man spart sich die endlose Frickelei und das Stochern auf der Suche nach dem Ausgang.
Ich fürchte radsportlich war das heute morgen keine Meisterleistung, aber der Start in einen sehr schönen Tag.
Am Pumpwerk.
Die rechte Seite der Wümme zwischen Borgfeld und Burg ist die richtige Seite der Wümme.
Das ist so etwa wie mit Bremen; Bremen ist rechts der Weser, links ist die Neustadt und angeblich, so behaupten das viele, gehört das nicht wirklich zu Bremen, ebenso wie Bremen Nord. Man hat sogar ein Krankenhaus, um seine Leistung ins rechte Licht zu rücken, „Klinikum links der Weser“ benannt.
Das ist natürlich Unsinn, aber die rechte Seite der Wümme ist leer, kaum Rennradfahrer, wenige Spaziergänger, wenige Autos. Das hängt damit zusammen, dass bis vor ein, zwei Jahren der Belag dort so mies war, das ein Strava Segment noch heute den Namen „Blockland-Roubaix“ trägt. Seitdem wurde dort asphaltiert und es gibt nur noch wenige holprige Stücke. 
An dem Pumpwerk bin ich schon oft vorbeigefahren ohne jemals zu halten. Heute, nicht auf der Suche nach Geschwindigkeit, sondern nach Ruhe und Wärme zum ersten Mal dort eine Pause gemacht. Industriekultur.
Pimavera a Bremio. BLBLB.
Bereits in wenigen Wochen startet die Elite des bremischen Radsports (und ich) bei der Jedermann Version von Lüttich – Bastogne – Lüttich. Ich finde es im Prinzip ja prima, den Höhepunkt der Saison bereits in den April zu legen und danach nur noch chillig durch die Gegend zu gurken bis der Winter kommt, aber:
Die Form lässt doch deutlich zu wünschen übrig. Zur Zeit sieht es danach aus, als würde ich vielleicht 150 km dort fahren bis zur nächsten Pommesbude und dann darauf hoffen und warten, dass mich irgendjemand irgendwann abholt. Aber jetzt wird alles anders, denn in der Trainingsgruppe Bremen- Lüttich – Bastogne – Lüttich – Bremen (BLBLB) haben wir nun mit einer gemeinsamen und intensiven Vorbereitung begonnen.
Letztes Wochenende bin ich am Samstag alleine gefahren; am Sonntag wollten wir an sich gemeinsam raus., konnten uns aber nicht einigen, unter anderem auch deswegen, weil ich gerne die Sternfahrt in die Saison, einen Klassiker des bremischen Gesellschaftslebens, mitfahren wollte. Das war auch gut.
Dieses Wochenende bin ich am Samstag wieder alleine gefahren und heute wollten wir uns treffen, egal bei welchem Wetter, und gemeinsam ein paar Kilometer abspulen. Natürlich hat bei diesem Frühlingswetter in Bremen keiner Lust. Also sass ich den ganzen Morgen vor meinem Handy und wartete darauf, dass endlich jemand absagte. Ich vermute allen anderen ging es genauso. Zuerst verlor Andi die Nerven und schrieb eine total lahme Entschuldigung von einem Crosser der zusammengebaut werden wollte. Dann gab Jochen auf und schrieb, dass er später fahren würde. Sicher. Jetzt hätte ich eigentlich auch aufgeben können, der Härteste war ich ja jetzt sowieso, aber ich bin brav zum Treffpunkt gefahren und habe eine 50 km Runde im Regen abgespult. Nicht auf dem Rennrad, sondern auf dem Umberto mit Schutzblechen und gut eingemümmelt in Regenklamotten. Ja, es ist Frühling in Bremen geworden:

Frühling in Bremen: Von oben der Regen, von unten die Kroküsse ….

…. und Hyazinthen. Bald ist Pfingsten!
So richtig Spaß macht das fahren im Regen nicht, aber es ist gut zu wissen, dass man das notfalls eben auch kann. Ich blieb halbwegs trocken, kroch gegen den Wind mit 20 km/hr und dachte, dass das alles noch viel schlimmer sein könnte. So wie 2007 auf Sadogashima, wo ich mit Stephen, Ryoko und anderen eine 210 km RTF mitgefahren bin – komplett im Regen. Ein Highlight war es jedes Mal, wenn vor einem ein Tunnel auftauchte und damit die Hoffnung ein paar Sekunden trocken zu bleiben.
Insgesamt kann also nur konstantiert werden, dass die Vorbereitung auf BLBLB exakt nach Plan läuft. Ich könnte eigentlich mal eine Trainingspause machen. Vielleicht bis Ende April.
Musikalische Würdigung der heutigen Radrunde:
RCB Montagstraining am Sonntag
„Ok, wie viel Kilometer fahren wir eigentlich bei Lüttich-Bastogne-Lüttich?“
„Na ja, die lange Strecke, etwa 270 km.“
„Ach so, und wie viel Höhenmeter sind da drin.“
“ So 4.500 etwa.“ erwiderte Jochen nonchalant. Ich hatte Jochen vorher natürlich gesagt, dass ich die lange Strecke fahren wollte, ohne zu wissen, was „lang“ genau bedeutet. Aber wer hätte da auch schon „kurz“ geantwortet. Zeit also das Training zu beginnen.
An sich sollte das kein Problem sein, ich bin schon öfters größere Distanzen als 270 km gefahren, zum Beispiel bei Tokyo-Itoigawa 2008 oder bei der großen Weserrunde letztes Jahr. Ich bin vielleicht auch schon einmal 4.500 Höhenmeter gefahren,obwohl ich mich nicht genau erinnern kann, eine Etappe bei der Transalp 2011 über das Stilfser Joch muss jedenfalls verdammt nah dran gewesen sein. Dachte ich, denn als ich nachsah waren es nur 3.700 Meter. Die Kombination von beiden ist jedenfalls etwas neues. Jochen meinte, er wäre das vor ein paar Jahren in 10 Stunden gefahren. Hm. Das Problem hier ist eher, dass das Rennen bereits am 22. April stattfindet und bis dahin ist nur noch wenig Zeit die Form zu suchen und dann auch zu finden.
Das Trainingsjahr fing, wie immer zu Weihnachten, eigentlich gut an mit der Festive 500, aber danach bin ich dann nur noch wenig gefahren, so dass ich nun gerade einmal 1.600 km au dem Buckel habe, das meiste davon bei der Festive 500 (570 km) und der Rest mehr oder minder pendeln plus drei, vier kleinere Ausfahrten. Viel zu wenig um selbstbewusst nach Belgien zu fahren.
Nachdem ich heute den Bürokram erledigt hatte, Muckels Rad, das an einer rätselhaften Umwerferkrankheit leidet, zu ihm nach Hause gefahren hatte und mir die teenyhafte Unfreundlichkeit meiner Tochter schwer auf die Nerven ging, verließ ich das Haus, und stellte fest dass während drinnen immer noch die Eiszeit der Pubertät andauerte, draußen der Frühling begonnen hatte. Ich hatte zwei große Aufgaben: Einmal wollte ich die klassische RCB Montagsrunde von Lilienthal nach Ottersberg und Wilstedt fahren und dies auf meinem neuen De Rosa Rad tun, das leider noch eine ganze Menge Kinderkrankheiten aufweist.
Aber zunächst einmal ging es gut los. Ich hatte Rückenwind, der Himmel war blau, die Felder etwas grün – wenn sie nicht gerade unter Wasser waren – und die ersten Vögel trällerten ihre Lieder in den Bäumen entlang der Straße. Bis nach Fischerhude rein konnte ich flott fahren und da es so gut lief, dachte ich, ich könnte mich ja auch ein wenig anstrengen und versuchte konstant über 30 km/hr auf dem Hügel nach Quälhorn zu sprinten. Auch das klappte und mein Selbstbewußtsein nahm wieder zu. Es hatte eben doch etwas gutes mit den Kampfdrohnen im Body Attack Kurz zu konkurrieren und neben den Beinen auch Rücken, Schulter und Arme über den Winter in Form zu halten. Mit Rückenwind ging es dann nach Ottersberg, weiter nach Otterstedt und als ich in Vorwerk ankam, sah ich diesen hübschen alten Benz, der dort vor einem Bauernhof geparkt war.
Ich vermute den Wagen steht da schon etwas länger. Mir ist der allerdings nie aufgefallen, denn wenn ich diese Straße fahre, dann nur mit der ganz schnellen Truppe des RCB Montagstrainings, und da kämpfe ich jedesmal mit Tunnelblick ums Überleben und kann nicht nach rechts und links schauen. Wenn man mich bislang fragen würde, was es auf der Strecke zu sehen gäbe, ich könnte es nicht sagen, nur, am Ende, weit hinter Vorwerk ist eine Abzweigung nach Wilstedt, da muss man abbiegen sonst kommt man nach Zeven und alles wird noch viel, viel schlimmer.
Das De Rosa fuhr besser als ich erwartet hatte, vor allem der 3T Ergonova Lenker sorgt dafür, dass die Hände nicht so schnell taub werden. Und ganz so lahm wie beim ersten Mal ist das Rad auch nicht. Einerseits. Andererseits lässt sich die Schaltung nicht richtig einstellen und ein paar Gänge sind komplett unbrauchbar, da die Kette immer wieder zwischen zwei Ritzeln am Hinterrad springt. Und wenn ich aufhöre zu treten passieren fürchterliche Dinge, die ich allerdings nur hören und nicht sehen kann: Es scheint, als wenn der Freilauf erst einmal blockiert, die Kette das Schaltwerk nach hinten reißt, dann der Freilauf wieder läuft, dann wieder blockiert. Kurz es empfahl sich heute am besten mit dem Treten gar nicht aufzuhören. Toll, ich habe nun ein Fixie Rennrad mit 11 Gang Campa Schaltung. Und damit soll ich nach Belgien?
In Wilstedt musste ich erst einmal Pause machen, mein Magen knurrte und ich fuhr voll auf meinen Fettreserven und hatte keine Power mehr. In Wilstedt gibt es, wenn die Eisdiele nicht auf hat, nur einen guten Platz Rast zu machen und das ist die Tankstelle. Die ist legendär.
Vor langer Zeit haben wir dort mal ein paar Fotos gemacht; d.h. wir haben mit viel Aufwand und sehr viel Detailtreue ein sehr bekanntes historisches Foto nachgestellt. Dieses Foto war nicht nur eine treffende Kritik an der fehlenden Nachhaltigkeit deutscher Mobilität, sondern auch eine Warnung vor dem Wiederaufflammen des amerikanischen Imperialismus. Ich behaupte mal, wir haben bereits so gegen 2012 vorausgeahnt, was seit dem 20. Januar auf Amerika, und somit leider auch die Welt, zugekommen ist. Und damit haben wir uns auch ein paar Feinde gemacht.
Nein, hier kommt jetzt kein Video aus Holland, Deutschland, Morda oder sonstwo. Das überrascht niemanden mehr, der einen Teil des Internets besitzt. Dazu eine, wie ich finde sehr lustige Geschichte: Letztens rief mich mein Bürokollege, mit dem ich nun fast sieben Jahre zusammenarbeite und sagte: „Schau mal, ich habe da eine komische Mail bekommen, da bietet mir so ein Prinz aus Nigeria $ 5 Millionen an, wenn ich ihm helfe sein Vermögen aus dem Land zu bekommen – die ist doch nicht echt, oder?“ Zunächst einmal wusste ich nicht, wie ich antworten sollte. Wo hat denn mein Kollege sein E-Mail Postfach aufgestellt, dass der jetzt zum ersten Mal in seinem Leben so eine Mail bekommt – kurz hinter Wilstedt? Ich kriege dieses Zeug massig und zwar schon seit Jahren. Wie vermutlich auch jeder andere hier. Aber es zeigt, dass wir mit den Geschichten und Geschichtchen, die wir aus dem Internet abgreifen, ganz schön auf die Nase fallen können. Wir sehen da etwas zum ersten Mal, finden das lustig und erzählen anderen davon. Die denken sich (was, jetzt erst?) hören höflich zu und langweilen sich zu Tode. Der Klassiker in der Welt des Rennradfahrens sind vermutlich die Schauff Trophee Lancome Räder, über die sich jeder kaputt lacht, wenn er die zum ersten Mal sieht.
![[IMG]](https://i0.wp.com/www.schauff.de/schauff/images/2009/trophee-lancome.jpg)
Ha, ha, ha, hast Du das schon gesehen?
Für mich ging es weiter nach Huxfeld, durch die Schweizberger Heide (das ist die Heidberger Schweiz in umgekehrter Richtung gefahren) und dann durch Timmensloh wieder nach Borgfeld. Jetzt mit einem fiesen Gegenwind und auch schon deutlich langsamer. Aber obwohl ich nun fast nichts mehr an Energie zum verbrennen hatte, fuhr ich noch den Deich lang bis zum Dammsiel und dann die kleine Wümme entlang zum Tierheim und zum Haus am Walde. Echt langsam, aber das Wetter war so gut und Lüttich schon so nahe.
Auf Strava.
Am Ende wurden es fast 90 km, über den Schnitt lacht sich die RCB Montagsmannschaft wohl gerade tot… womit ist der denn gefahren, mit einem Trophee Lancome?
Egal, Lüttich kann kommen. Denke ich mal, seitdem ich wieder zu Hause bin.
Festive 500. Tag 5. Tag 6. Heute keine Erotik!
Die Familienfeierlichkeiten um Jahresende stehen unmittelbar bevor. Aus diesem Grund heute nur ein paar Fotos von der Festive 500.
Am Tag 5 haben Hannes und ich uns aufgemacht zur humorlosen Kirche und sind dann weiter nach die Wildnis am Stahlwerk und am Sportsee Grambke zur Waterfront gefahren.
Dort gibt es den Imbiss am Grambker See, der hungrigen Leistungssportlern und LKW Fahrern üppige Mahlzeiten zur Verfügung stellt. Betrieben wird der Imbiss übrigens von dem Neffen des Bseistzers des Kiosks „Zur gelben Gefahr“, dem traditionellen Radsporttreff Bremens. Dieser Imbiss hat es geschafft den typischen Geruch deutscher Imbisse der frühen Achtziger zu emulieren. Vermutlich deshalb, weil er NOS Pommes dieser Jahrgänge verwendet.
Gleich nebenan kann man sich dann auch nach Sport und Imbiß massieren lassen,
Hannes kannte sehr coole Wege durch Walle und Findorf sie wir zurück gefahren sind.
Hannes CIÖCC hat Schutzbleche und so sah er nach der Tour aus wie aus dem Ei gepellt. Mein Rad hat keine.

Heute dann die letzten Kilometer gefahren, um die 50 voll zu kriegen.Keine Experimente, deshalb die klassische Südrunde gewählt. Bereits nach 3 Kilometer hatte ich wieder einen Platten.Nach dem Horror mit den Challenge Reifen am ersten Tag habe ich mich dann entschlossen nach Hause zu fahren und gleich ein anderes Rad zu nehmen, es stehen ja genug in der Garage.
Es war nebelig und kalt, aber nicht wirklich windig. Zum Abschluss bin ich noch 2 Runden auf dem Le Stra Kriteriumkurs gefahren.
Festive 500? Haken hinter.
2016? Haken hinter.
Wie kann man dieses Jahr besser abschließen als mit einem Selfie? Haken hinter.

Festive 500. Tag 4. Runter. Rauf.
Ich war gerade gut im Fluss, also dachte ich mir, dass ich mir einen davon aussuche und den Tag lang hoch und runter fahre. Die Wümme? Die Lessum? Die Hunte? Nein, die Weser.
Ich wollte endlich wissen, warum so viel Menschen Bremen als das „Weserflorenz“ bezeichnen. Das muss an der Weser liegen, denn mit Florenz verbinde ich (neben Andrea und Claudia Florenz aus der Tanzschule Türk-Brinkmann, 1978) in erster Linie eine irre Hitze und lange Schlangen vor den Museen. Keins der beiden ist definitiv in Bremen der Fall: Focke Museum, Weserburg, Paula Modersohn Museum, Universum .. selten verirren sich reine menschliche Seelen in diese Hallen. Kalt ist es sowieso, bis auf diese eine Woche im August, die wir hier Sommer nennen.
Ich fuhr zunächst am Bürgerpark lang zum Tierheim und dann an der kleinen Wümme lang bis zur großen am Dammsiel. Dort machte ich einen Schlenker nach links und radelte weiter in Richtung Wasserhorst und Burg. Über Nacht war es kälter geworden, aber auch vor allem weniger windig. Ich kämpfte mich weiter durch Lessum nach Vegesack bis ich an die Fähre nach Lemwerder kam. Ich schätze das Konzept während einer Tour die Weserseiten zu wechseln doch sehr und schlotterte im kalten Wind, als die Fähre sich auf den Weg zum weit entfernten anderen Ufer machte, das gerade noch so im Nebel erkennbar war.

Weserabwärts die Lürssen Werft
Auf der anderen, falschen Seite der Weser liegt Abeking & Rasmussen, die andere große Werft die Bremen erhalten blieben ist. Beide haben in etwa dasselbe Programm: Megayachten für die Reichen und Mächtigen dieser Welt, die damit privat über die sieben Weltmeere kreuzen und Kriegsmarineschiffe, bis etwa zur Größe einer Fregatte, die die reichen und Mächtigen dieser Welt über die sieben Weltmeere kreuzen lassen.
Zwischen Abeking, aber nach vor Rasmussen – nein Carbon Rotec ist nun der Eingang zu dem Radschnellweg entlang der Weser versteckt. Man muss etwas aufpassen um ihn zu finden, aber für die ganz doofen wurde dort ein Aussichtsturm gebaut und da steigt man einfach hoch, wenn man den Überblick behalten will.
Der Radschnellweg ist große Klasse: Schöner, glatter Asphalt bis nach Bremen-Strom und dazu in der Regel Rückenwind. Wenn nicht zu viele Hundebesitzer dort langgehen, kann man richtig gutes Tempo machen. Auf der anderern Weserseite kann man dann gut das Stahlwerk sehen.

Dies ist ein Teil des Gesamtkunstwerkes „Weserflorenz“. Man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, dass hier in wenigen Jahren nicht mehr produziert werden wird. Das Stahlwerk wird sich einreihen in die Promenade der Industrieruinen, angefangen von der mittlerweile beseitigten AG Weser Werft, über die Kelloggs Produktion bis hin zu Firmen von denen ich nichts oder noch nichts weiß. Der Niedergang Kelloggs ist übrigens den Pringels geschuldet: Kellogg übernahm die Marke 2012 von Proctor & Gamble und macht damit heute mehr Umsatz in Europa als mit Corn Flakes. Das weniges, was noch morgens in Europa zu Frühstück gegessen wird, kann heute in einem einem einzigen Werk in Spanien produziert werden. Und die Chips kommen, wie sollte es anders sein, aus Belgien.
Dieses Industrieruinen Phänomen ist eins, was wir in Deutschland bereits aus dem Ruhrgebiet kennen, aber noch viel prägnanter in Japan ist. Eine der beachtlichsten Ruinen ist die Insel Gunkanjima (Schlachtschiffinsel, eigentlich Hashima),in der Nähe von Nagasaki, Dort wurde bis 1974 unterirdisch Kohle abgebaut. Auf der kleinen Insel (etwa 6 ha) wohnten zeitweise über 5.000 Menschen, entsprechend viel Beton und Stahl wurde hier verbaut.

Gunkanjima
1974 wurde die Insel relativ schnell geräumt; dabei wurden viele, auch persönliche Gegenstände zurückgelassen. Seitdem „verwildert“ sie und ist neuerdings das Ziel von Touristenfahrten.

In Japan gibt es hunderte dieser verlassenen Minen, Brücken, Fabriken, Vergnügungsparks, Schulen, Hotels und Wohnsiedlungen die langsam wieder von der Natur eingenommen werden. Sogar in der Fabrik von KTM in der ich gearbeitet hatte, gab es zwei alte, verlassene Wohnheime in die ich ab und einmal gestiegen bin. Diese Plätze haben ihren ganz eigenen, gruseligen Charme und es sind bereits einige Bücher über die geschrieben worden, wie z.B. „Abandoned Japan“

(c) http://haikyo.org/red-factory/
Prima, das wir so etwas dann auch bald in Bremen haben werden.
Durch Seehausen, das GVZ und an dem Tchibo Lager vorbei erreichte ich dann Rablinghausen und kurz darauf war ich fast mitten in der Stadt an der Brücke, die keinen Namen hat und Am Brill anfängt.Lustig, das eine der richtigsten Brücken Bremens namenlos ist, während die andere wichtige Brücke „Karl-Carstens-Brücke“, nicht so genannt wird, sondern nur als Erdbeerbrücke bekannt ist.
Ich fuhr weiter am St.Pauli Damm und dann weiter auf dem Weserdeich und dann auf dem Hebenhausener Deich.Lief prima heute. So gut, dass ich noch eine Extrarunde drehte am Wielftsee und erst dann nach Hause fuhr. Wieder 77 km im Sack. Ich wusste, ich werde es schaffen.











































































































