Archiv der Kategorie: 2012

Ansicht von Delft, 1660/61

Gestern hatten wir uns zum Radeln um 18:30 am HaW verabredet.

Die Wettervorhersage sagt im wesentlichen, dass das Wetter unvorhersehbar ist und mit allem gerechnet werden sollte. Meine Arbeitskollegen schauten mich kopfschüttelnd an, als ich das Büro voll ausgerüstet verliess. Ich hatte zur Sicherheit eine Regenjacke an und eine Regenhose dabei.

Am HaW wartete niemand. Ich war fünf Minuten vorher da, wartete pflichtschuldig meine fünf Minuten und fuhr pünktlich um 18:30 Uhr am Kuhgraben lang los zum Kuhsiel. Velosport hatte endlich mein Steuersatzproblem an meinem Union Fixie gelöst und so konnte ich nun endlich wieder fixed fahren.

Ich peste die erste Bergprüfung an der Autobahnbrücke am Platzhirsch hoch und als ich mit 40 Sachen runter fuhr kam ich auf die tolle Idee einmal die Füsse von den Pedalen zu nehmen. Schon mal gemacht? Das wird eine extrem wackelige Angelegenheit. Bei 40 km/h ist es auch fast unmöglich die Füße wieder auf die sich drehenden Pedalen zu bekommen, aber bei knapp unter 35 km/h bekommt man das irgendwie wieder hin.

Ich fuhr Richtung Dammsiel und der Himmel war wirklich phantastisch. Eigentlich war alles phantastisch: Der Himmel war gerade so blau mit ein paar dicken grauen Wolken, es war gerade noch hell bevor die Dämmerung einsetzt und die Temperaturen waren gerade noch so, dass man ohne Jacke fahren konnte; kurz: Es war gerade genau richtig.

Der Himmel war aber besonder spektakulär, wie aus dem Ölgemälde eines alten holländischen Meisters, sagen wir mal: Jan Vermeer, „Ansicht von Delft“ 1661.

In diesem Moment war ich mir sicher, dass Vermeer den Himmel am 25. September 1661 gemalt hat; das passt einfach perfekt.

Weiter richtig Dammsiel wurde es richtig nass auf der Straße, ein Schauer war wohl kurz vor mir runtergekommen und ich fuhr durch die Pfützen aber zum Glück prasselten nur wenige Tropfen auf mich herunter. Ich fuhr bis zum Ende der Straße, bog am Melkhuis ein und fuhr auf der anderen Seite der Wümme wieder zurück Richtung Bremen. Ich mag diese Seite der Wümme eigentlich noch lieber. Sie ist etwas rauher, aber auch etwas kurviger und viel leere. Richtige Rennradfahrer fahren hier nicht, weil es auch ein ca 2,5 km langes gepflastertes Stück kurz hinter Lilienthal gibt aber mich stört das überhaupt nicht.

Der Himmel wurde nun roter und dunkler und die Stimmung war immer noch spektakulär und leicht melancholisch. Das sind Momente, die ich so nur in meinem Leben auf dem Rad erlebe. 30 km fahren ist nicht besonders lang, deswegen wird auch dieser Eintrag eher kurz.

 

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Aerodynamisssssccchhhh

Getting aerodynamic on a budget isn't as hard as it sounds

Hier ein interessanter Artikel, wie man praktisch unpragmatisch sinnvoll etwas mit Effekt auf die Gesamtleistung am eigenen Rad (und sich selber) verändern kann. Denn dummerweise ist man nun einmal selber für 70 –  80% des Luftwiderstandes verantwortlich. Den kümmerlichen Rest verursacht das Rad.

Bislang hielt ist diese Aerodynamik Diskussion ja für eher uninteressant, aber seitdem ich bei den beiden Triathlons mitgefahren bin und rechts und links von mir die Jungs in ihren TT Helmen und Aerorädern vorbei fuhren, als wenn ich stehen würde, habe ich doch angefangen zu denken. An meiner Leistungsfähigkeit kann das ja wohl kaum gelegen haben.

via Bike radar

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Mädels mit Rädern

.. alles, was mir in den letzten Tagen auf dem Web vor die Augen gekommen ist und Charme hatte.

A bloody Katie Colclough (GB) after a massive crash in the Women's road race which brought down half the bunch

Kathi Colclough, WM 2012 Limburg via Cylcing Tips

Marianne Vos missing her bottle in the feedzone

Marianne Vos, einfach zu schnell, selbst für die Flache, WM Limburg 2012 via Cycling Tips

2012 Women Elite World Champion: Marianne Vos

The Norwegian delegation

via FGGT Taiwan

tumblr_m99twxD6yX1rs0gxwo1_1280.jpg (840×559)

via Ciclisimo Espresso

via Milano Fixed

 

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Pegoretti auf der Interbike Las Vegas 2012

Interbike 2012: Pegoretti Cicli

Wow. Via Prolly, viel mehr Bilder dort. Aber dieses Trackbike hat Klasse. Pegoretti finde ich ja sonst etwas „over the top“ aber dieses hier hat eine gute Balance.

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Full Suspension

Super Mountainbike.

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Single Speed Bauen? Einfach!

Dieser praktische und kurze Videoclip von Eighthinch beantwortet eigentlich alle Fragen, die so beim Aufbauen eines Single Speed oder Fixed Gear Bike anfallen. Entsprechende Forumsseiten auf dem Web können nun geschlossen werden.

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Weltmeisterschaft im Limburg: Männer

Wie schön. Nachdem Marianne Vos als Favoritin der Herzen, zumindestens meines das Damenrennen gewonnen hat, zog nun heute Philippe Gilbert als Favorit der Männer verdient nach.

Team GB lines up at the front of the start grid in Maastricht

Team GB pöbelt am Start rum und macht sich in der ersten Reihe breit.

A quick nature break before things heat up in the 261km race

The peloton climb the Cauberg for the first time

Cauberg, die erste von neun.

Gilbert followed Nibali's attack in the early part of the 1,200-meter climb before launching his own attack that opened up a gap that grew increasingly large as he topped the summit, 1.7 kilometers from the finish line. Gilbert had enough time to celebrate as he rolled in four seconds ahead of runner-up Edvald Boasson Hagen and Alejandro Valverde. BMC now has a few world championships to add to their collection: Philip Gilbert (2012), Alessandro Ballan of Italy (2008), Cadel Evans of Australia (2009) and Thor Hushovd of Norway (2010).

Die Attacke von Philippe Gilbert. Die Anjderen wußten das sie kommt, sie wußten wo sie kommt, aber ….

Philippe Gilbert with lots of time to look back and cele. Boasson Hagen snagged silver and Valverde with bronze.

Worldchampionships  road men elite  - 2012

Photos via Cycling Tips.

 

 

 

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Die Weser runter

Herbst stimmt mich melancholisch: „You can get addicted to a certain kind of sadness“ heißt es in dem Lied „Somebody I used to know“ von Goyte. Dies is nun „A song I used to hear“, nachdem meine Tochter das mit ihrer Grundschulklasse eingeübt und vorgeführt hat, sind  die Erinnerungen beim hören nun andere.

Bevor mich die ganze Melancholie nicht mehr aus den Federn kommen läßt, habe ich mich an diesem schönen Spätsommertag nachmittags auf mein Rad gesetzt und bin losgefahren. Tobias hatte mir erzählt, dass seine Lieblingsstrecke an der Weder lang hinter dem SWB Kraftwerk nach Achim ist – das wollte ich einmal ausprobieren aber in umgekehrter Richtung.

Kaum war ich am Platzhirsch und wollte die erste Bergprüfung nehmen, kam mir auch schon Harald entgegen. Er sagte einige sehr liebenswürdige Dinge zu mir („Eigentlich siehst Du aus wie Vierzig…“ und verschwand dann auf dem Weg nach Hause. Ich fuhr weiter über Fischerhude und Sagehorn nach Oyten und Bassen und durch die Felder Richtung Achim. Durch Achim ist es dann ein wenig schwierig den Weg zur Weser zu finden, aber ich friemmelte mich durch …. nur das war überhaupt kein Weg auf der rechten Weserseite.

Also fuhr ich weiter durch die Achimer Marsch bis ich zu einem Restaurant kam und dahinter begann dann endlich der Deich. Und hörte dann auch schon gleich wieder auf. Auf dem Deich war eine Schranke und dahinter nur noch ein Grassweg. Nun war ich aber zum Glück zwei Wochen vorher mit Harald im Harz gewesen, so dass mich weder Schranken noch Grasswege in irgendeiner Weise davon abhalten können weiterzufahren.

Ja, Harald hat mich ganz schön hart gemacht. Blitzrad hätte auf den nächsten 500 Meters wahrscheinlich drei Platten gehabt, nach 760 Metern wäre sein Rahmen in der Mitte gebrochen als sich das Schaltwerk um die Kettenstrebe wickelte und bei 944 Meter hätte dann seine Freundin mit ihm Schluss gemacht. Aber seitdem wir mit Harald im Sprenggebiet des Harzes waren ist uns eigentlich alles egal, wir hängen nur noch an dem nackten Leben.

Endlich begann wieder eine Strasse, die dann auch gleich wieder aufhörte und es begann ein noch extremeres Stück Rasendeich.

Zum Glück hatte aber das auch irgendwann einmal ein Ende, die Durchschnittsgeschwindigkeit war aber allemal versaut. Und dann kam auch endlich wieder eine normale Straße, die mich prompt in dem Hemmelinger Hafen führte. Da kannte ich mich wieder aus und nahm den schnellsten Weg nach Hause.

Wie Tobias da mit seinem Single Speed Rad fährt wird mir zumindestens für heute ein Rätsel bleiben.

 

 

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Zu Verkaufen: Nitto Rennlenker Modell 55

Nitto (日東) ist eine japanische Legende.

Das Unternehmen existiert seit 1923 und baut hochwertige Radkomponenten, die unterem anderem in japanischen Bahnradsport („Keirin“) verwendet werden. Bekannt sind insbesondere Lenker, Vorbauten und Sattelstützen. Vom japanischen Verband zugelassene Komponenten tragen das NJS Logo (mehr dazu hier auf Englisch).

Soweit so gut. Tatsache ist aber auf der anderen Seite auch, dass Nitto eine kleine langweilige Fabrik in den schlimmsten Vorstädten von Tokyo ist (Präfektur Saitama) . Ich kenne solche Fabriken, ich habe vermutlich hundert von denen in Japan seit 1998 besucht. Man kommt da rein und alles ist dunkel, nicht aufgeräumt und sieht total ineffizient aus. Wie bitte, das ist das japanische Qualitätswunder, von dem wir alle lernen sollen, wundert man sich? Aber die Dinge die aus solchen Fabriken kommen sind wirklich von ausserordentlich guter Qualität und dafür gibt es zwei Gründe: Erstens, die Menschen die dort arbeiten arbeiten schon immer dort und haben in ihrem Leben nichts anderes gemacht. Sie wissen was sie tun, sind motiviert und machen das gut und werden nicht ausgetauscht. Und zweitens, diese Art von Unternehmen stellt im Prinzip immer die gleichen Produkte her und optimiert diese über die Zeit langsam. Da gibt es nichts neues nur altes, altes, altes. Und das kann man halt gut.

工場

Die Produkte von Nitto sind daher, ähnlich wie z.B. auch bei den Pedalen von MKS (selbe Präfektur, selbe kleine Fabrik, auch NJS, auch nur altmodische Produkte), auch nicht gerade neu vom Design her. Aber eben hochwertig und gut und vor allem für Retroräder gut geeignet. Man schaue sich die Website an (japanisch, aber mit deutschen Bildern):

Die Karbonfasern dieser Welt mögen aus Japan von Torray, Teijin und Mitusbishi Chemicals kommen, Nitto macht Aluminium und Stahl und damit Punkt. Ich wage einmal zu behaupten dass, wenn es in den letzten Jahren nicht so einen Rad- und besonders SingleSpeed Boom gegeben hätte, dann wären Firmen wie Nitto heute pleite.

Nun ist aber Nitto da und hat ein altes Produkt (ach!) wieder neu aufgelegt: Den Lenker Mod.55, der 1978 zum 55. jährigen Bestehen des Unternehmens zum ersten Mal in limitierten Auflage hergestellt wurde. Hier ist z.B. ein sehr schönes altes Panasonic Rennrad von 1993, dass diesen Lenker benutzt.

Mod. 55 ist ein Rennlenker mit klassischer Geometrie, also er macht zunächst eine sanfte Biegung nach  vorne und nicht eine sehr lange mit großem Radius, wie z.B. Criterium oder Bahnradlenker. Die Biegung ist dann voll rund nach unten, also nicht „anatnomisch“ wie es heute bei vielen Lenkern der Fall ist. Der Unterlenker geht relativ lang nach hinten.

Technische Daten:

  • Material Aluminium
  • Lenkerbreite (c-c): von 380 mm bis 420mm in 10mm Intervallen wählbar
  • Klemmdurchmesser 25,4 mm
  • Lenkerdurchmesser 23,8 mm
  • Drop: 135 mm (etwas mehr als moderne Lenker, also tieferer Unterlenker)
  • Reach: 95 mm (deutlich mehr als moderne Lenker, ermöglicht kürzeren Vorbau)
  • Gewicht etwa 310 Gramm

Man vergleiche das etwa mit Lenkern die heute gene benutzt werden wie Ritchey Logic II (Breite/Drop/Reach: 400/125/72) oder Easton EA70 (400/130/75).

Ich habe fünf Lenker (380 bis 420 mm) durch Hiroshi von C Speed in Japan besorgt und möchte diese nun gerne hier verkaufen. Das war nicht billig, denn erstens steht der Yen – Euro Wechselkurs gerade sehr ungünstig (schwacher Euro), zweitens kostet alleine das Porto schon eine Menge Geld und drittens durfte ich dann beim deutschen Zoll auch noch 19% Mehrwertsteuer zahlen. Daher würde ich gerne 75 Euro für einen Lenker nehmen.

 

In Original Nitto Verpackung. made in Japan.

 

 

Prägungen; der Lorbeerkranz links mit 55 erinnert an das alte 3ttt oder ITM Logo. Das „Nitto“ Wappen rechts hingegen an Cinelli.

 

 

Klassische Geometrie, hier mit einem passenden 60mm Nitto Vorbau.

Man möge mich korrigieren, aber bislang habe ich den Lenker noch nicht auf dem Web zum Verkauf außerhalb von Japan entdecken können.

Bei Interesse bitte bei mir melden.

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Marianne.

The elite group rode 128.8km through Holland

Es gibt immer weniger Frauen, deren Nachname kürzer als ihr Vorname ist. Bei meiner Tochter halten sich zumindestens fünf Buchstaben vorne und fünf Buchstaben hinten die Waage. Aber ansonsten, auch wegen der Ereignisse die in meinem Bekanntenkreis gang und gebe sind, heißen viele Frauen heute etwa Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

Marianne Vos ist da anders. Marianne Vos ist ohnehin anders.

Marianne Vos hat heute das Straßenrennen der Frauen bei den Weltmeisterschaften in Limburg/Holland gewonnen. Das ist die dritte Weltmeisterschaft, die ich im Fernsehen gesehen habe und es war das erst Mal, das Marianne Vos gewann. 2010 und 2011 wurde sie Zweite. Und auch 2007, 2008 und 2009 wurde sie Zweite.

Marianne Vos had time to grab a Dutch flag to cross the finish line on home turf

Marianne Vos ist einfach die beste Fahrerin im Feld. Kann alles, Hügel fahren, sprinten, Klassiker…. Sie ist die weibliche Eddy Merckx unserer Zeit. Nach dem Sieg bei der Olympiade in London, nun auch die Weltmeisterschaft. Respekt.

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