Ansicht von Delft, 1660/61

Gestern hatten wir uns zum Radeln um 18:30 am HaW verabredet.

Die Wettervorhersage sagt im wesentlichen, dass das Wetter unvorhersehbar ist und mit allem gerechnet werden sollte. Meine Arbeitskollegen schauten mich kopfschüttelnd an, als ich das Büro voll ausgerüstet verliess. Ich hatte zur Sicherheit eine Regenjacke an und eine Regenhose dabei.

Am HaW wartete niemand. Ich war fünf Minuten vorher da, wartete pflichtschuldig meine fünf Minuten und fuhr pünktlich um 18:30 Uhr am Kuhgraben lang los zum Kuhsiel. Velosport hatte endlich mein Steuersatzproblem an meinem Union Fixie gelöst und so konnte ich nun endlich wieder fixed fahren.

Ich peste die erste Bergprüfung an der Autobahnbrücke am Platzhirsch hoch und als ich mit 40 Sachen runter fuhr kam ich auf die tolle Idee einmal die Füsse von den Pedalen zu nehmen. Schon mal gemacht? Das wird eine extrem wackelige Angelegenheit. Bei 40 km/h ist es auch fast unmöglich die Füße wieder auf die sich drehenden Pedalen zu bekommen, aber bei knapp unter 35 km/h bekommt man das irgendwie wieder hin.

Ich fuhr Richtung Dammsiel und der Himmel war wirklich phantastisch. Eigentlich war alles phantastisch: Der Himmel war gerade so blau mit ein paar dicken grauen Wolken, es war gerade noch hell bevor die Dämmerung einsetzt und die Temperaturen waren gerade noch so, dass man ohne Jacke fahren konnte; kurz: Es war gerade genau richtig.

Der Himmel war aber besonder spektakulär, wie aus dem Ölgemälde eines alten holländischen Meisters, sagen wir mal: Jan Vermeer, „Ansicht von Delft“ 1661.

In diesem Moment war ich mir sicher, dass Vermeer den Himmel am 25. September 1661 gemalt hat; das passt einfach perfekt.

Weiter richtig Dammsiel wurde es richtig nass auf der Straße, ein Schauer war wohl kurz vor mir runtergekommen und ich fuhr durch die Pfützen aber zum Glück prasselten nur wenige Tropfen auf mich herunter. Ich fuhr bis zum Ende der Straße, bog am Melkhuis ein und fuhr auf der anderen Seite der Wümme wieder zurück Richtung Bremen. Ich mag diese Seite der Wümme eigentlich noch lieber. Sie ist etwas rauher, aber auch etwas kurviger und viel leere. Richtige Rennradfahrer fahren hier nicht, weil es auch ein ca 2,5 km langes gepflastertes Stück kurz hinter Lilienthal gibt aber mich stört das überhaupt nicht.

Der Himmel wurde nun roter und dunkler und die Stimmung war immer noch spektakulär und leicht melancholisch. Das sind Momente, die ich so nur in meinem Leben auf dem Rad erlebe. 30 km fahren ist nicht besonders lang, deswegen wird auch dieser Eintrag eher kurz.

 

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Eingeordnet unter 2012, Mob, Touren

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