Also, mit dem italienischen Kommentar finde ich das irgendwie besser. Aber ich bin ja auch halber Italiener (obere Hälfte).
Sieht halt nicht aus wie in Italien.
Die letzte Kurve.
Persönlich finde ich Mark Cavendish etwa so sympathisch wie Ina-Yoko Teutenberg, aber ich gebe zu, daß er seit einiger Zeit der beste Sprinter im Feld ist.
Man kann ja schon auf dem Bild erahnen worum es geht. Das Rad selber mag nicht den technischen Ansprüchen von Radliebhabern entsprechen, das Assesoire aber schon. Alles ist größer, besser, lauter in Amerika!
Lustigerweise war ich im November letzten Jahres genau auf dieser Bahn mit meinem Freund Florian aus Tokio. In Ludwigshafen fand der Kongress der sozialwissenschaftlichen Japanforschung statt, ein absolutes Muß für jeden Radsportbegeisterten. Nach einem Tag voller sportlicher Vorträge suchten wir abends nach einer Kneipe zum entspannen und fragten den erstbesten Gemüsehändler auf der Straße. Seiner Empfehlung „An der Radbahn“ folgten wir und hatten ein gigantisches Abendessen. Wer dauernd im Kreis fährt braucht eine Menge Kalorien.
Monster Yakitori: An der Raddbahn, Ludwigshafen-Friesenheim
Der Giro d’Italia beginnt dieses Jahr in Dänemark,beim Köng der Dänen:
„Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage: Ob’s edler im Gemüt, die Pfeil’ und Schleudern Des wütenden Geschicks erdulden, oder, Sich waffnend gegen eine See von Plagen, Im Widerstand zu enden. Sterben – schlafen – Nichts weiter! – und zu wissen, dass ein Schlaf Das Herzweh und die tausend Stöße endet, Die unsers Fleisches Erbteil – ’s ist ein Ziel, Aufs innigste zu wünschen. Sterben – schlafen – Schlafen! Vielleicht auch träumen! – Ja, da liegt’s: Was in dem Schlaf für Träume kommen mögen, Wenn wir den Drang des Ird’schen abgeschüttelt, Das zwingt uns stillzustehn. Das ist die Rücksicht, Die Elend lässt zu hohen Jahren kommen. Denn wer ertrüg der Zeiten Spott und Geißel, Des Mächt’gen Druck, des Stolzen Misshandlungen, Verschmähter Liebe Pein, des Rechtes Aufschub, Den Übermut der Ämter und die Schmach, Die Unwert schweigendem Verdienst erweist, Wenn er sich selbst in Ruhstand setzen könnte Mit einer Nadel bloß? Wer trüge Lasten Und stöhnt’ und schwitzte unter Lebensmüh’? Nur dass die Furcht vor etwas nach dem Tod – Das unentdeckte Land, von des Bezirk Kein Wandrer wiederkehrt – den Willen irrt, Dass wir die Übel, die wir haben, lieber Ertragen, als zu unbekannten fliehn. So macht Bewusstsein Feige aus uns allen; Der angebornen Farbe der Entschließung Wird des Gedankens Blässe angekränkelt; Und Wagestücke hohen Flugs und Werts, Durch diese Rücksicht aus der Bahn gelenkt, Verlieren so der Handlung Namen. – Still! Die reizende Ophelia. – Nymphe, schließ In dein Gebet all meine Sünden ein.“
Der Ort ist Herning, wo immer das sei mag. Warum eigentlich nicht Kopenhagen? Unter 10:30 min für eine 8.7 km lange Strecken im Zeitfahren ist auch nicht übel, ich hätte vermutlich größte Schwierigkeiten hier unter 18 min zu kommen. Aber die Sportler hier sind halt jung, gut trainiert und haben nur ein Ziel: Rennen zu gewinnen. Unsereins muß den Müll rausbringen, mit den Kindern Hausaufgaben machen und Blogs zur Enstpannung schreiben.
Umso mehr freue ich mich morgen wieder fahren zu können.
Zum Thema „Sein oder nicht sein“ ein Beitrag von Ernst Lubitsch:
Schön öfters als Idee gesehen, aber noch nie in dieser Patina-Schönheit und Perfektion. Wie immer via Fixed Gear Girl Taiwan. Obwohl, die allerschönste entfremdete Raddekoration hing in einem temporären Radcafe in Tokyo auf der Toilette:
Genau, deshalb sitze ich auch wieder im Büro und, äh, arbeite…irgendwie.
Hier ist ein interessanter Artikel darüber, wieviele Rennkilometer Profis bis jetzt in dieser Saison zurückgelegt haben. Also ohne Training und nur bei UCI Cat 1 Rennen.
Rider
Team
Kilometres Raced in 2012
Andrea Guardini
Farnese Vini – Selle Italia
6,214km
Cristian Benenati
Farnese Vini – Selle Italia
6,015km
Tom Boonen
Omega Pharma – Quick Step
5,638km
Luis Leon Sanchez
Rabobank
5,586km
David Arroyo
Movistar
5,579km
Thomas Voeckler
Europcar
5,484km
Kenny Van Hummel
Vacansoleil
5,466km
André Greipel
Lotto – Belisol
5,451km
Martin Kohler
BMC
5,301km
Alessandro Ballan
BMC
5,282km
Nicht schlecht, 6.200 km in weniger als vier Monaten, kein Wunder daß die schneller fahren als unsereins.
Die Details finden sich auf Cycling Quotient. Filtert man sich die Deutschen raus, steht Jens Voigt überraschenderweise nicht an erster Stelle. Er ist aber trotzdem der Härteste.