Tagesarchiv: 10. Mai 2013

Look who’s talking.

Ok, heute mal etwas, was nicht so direkt mit Rädern zu tun hat. Ich war heute auf einer Veranstaltung der Deutsch-Japanischen Gesellschaften in Hannover. Dort sprach zum ersten Mal seit längerem, der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff. Das Interesse der Medien war groß und so wurde aus einer normalerweise verschlafenen Veranstaltung einer sehr kleinen Gruppe von Menschen anderen speziellem Hobby die Öffentlichkeit wenig Interesse hat, ein Medienereignis.
Ich war recht früh da, schnippte ein „Reserviert“ Schild elegant vom Tisch und schwupp sass ich vier Meter vom Rednerpult entfernt. Und da ich einigermaßen professionell aussah (ich könnte allerdings einen Haarschnitt gut gebrauchen) und grimmig hereinschaute kam auch niemand auf die Idee mich von meinem Platz zu entfernen.

Hannover 05

Ich kenne wie so viele Wulff nur aus der Presse und dem Fernsehen und hege keine besonderen Sympathien oder Antipathien. Als Bundespräsident hatten wir vermutlich bessere (Weizsäcker), schlechtere (Carstens) und originellere (Lübke!).  Menschen machen Fehler, das ist normal und passiert andauernd. Wenn Sie große Verantwortung tragen dann wiegen ihre Fehler schwerer. Wenn Sie im Licht der Öffentlichkeit stehen, dann ist es wahrscheinlicher, dass ihre Fehler auch eher Beachtung finden.Es besteht dann die Forderung nach „Verantwortung zu übernehmen“, was ich im Prinzip richtig finde. Nur leider führt das dazu, dass viele Menschen die eigentlich viele Talente und Fähigkeiten haben, nicht mehr professionell arbeiten können. Sie sind verbrannt. An ihre Stelle treten dann Menschen, die eben nicht diese Professionalität haben. Bei Wulff und seinem Nachfolger Gauck empfinde ich das eher nicht so, aber ich denke es gibt genug Beispiele dazu.

Zuguterletzt darf man den Menschen dann auch nicht vergessen. Ich fand nicht, dass Christian Wulff heute „entspannt“ aussah, wie die Bild berichtet. Ich fand eher, dass er sehr alt aussah und dass ihn die Ereignisse um seine Person sehr mitgenommen haben. Also nicht besonders glücklich. Vielleicht sollte er mal ein wenig mehr Rad fahren.

Das hier ist kein Plädoyer für Christian Wulff.

Anwesend waren auch der derzeitige japanische Botschafter in Deutschland (Nakane) und der ehemalige Botschaft sowie in West- als auch in Ostdeutschland Kamoshita. Sehr zu meiner Freude ist es nach wie vor in Japan üblich und akzeptiertes Verhalten in Sitzungen und bei Vorträgen Anderer einzuschlafen.

Hannover 01

Ich praktiziere das ja auch sehr gerne an der Hochschule and freue mich nun beweisen zu können, dass mein Verhalten in anderen Kulturen völlig OK ist. Vorbildlich.

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