Monatsarchiv: Juni 2014

Alles in Butter. Kuchen: RTF Barrien

 

An einem Dienstag in Duisburg: Hatte ich mich in einem der letzten Posts irgendwie abfällig über Magdeburg geäußert? Das tut mir nun leid.

Der IC kommt um 9:10 Uhr im Hauptbahnhof in Duisburg pünktlich an. Das ist schlecht, denn ich hatte mich darauf verlassen, dass mich die Deutsche Bundesbahn mit mindestens einer Stunde Verspätung ans Ziel bringen würde. Aber selbst auf die Unzuverlässigkeit der Bahn kann man sich nicht verlassen. Dem Taxifahrer sage ich, dass ich es nicht eilig habe. „Prima, dann kann ich Ihnen ja noch etwa von Duisburg zeigen“! OK, was zum Beispiel? Es folgt eine gefühlte Viertelstunde des Schweigens. „Den Puff?“ Nein Danke, es ist Dienstag morgen, ich habe gerade einmal eine Stunde Zeit bis zu meinem Termin und möchte nicht völlig dearrangiert aussehen. Und das sind nur einige Gründe die mir spontan einfallen.

Zu Mittag gibt es zumindest Schnitzelparade im Casino Bliersheim.

An einem Sonntag in Barrien. Vor einer halben Stunde haben wir uns in Bremen am Weserwehr getroffen und sind zusammen nach Barrien geradelt. Erstaunlicherweise konnte ich das Tempo der Gruppe nicht mithalten, zunächst dachte ich, dass es einfach meine Kondition nach der RTF gestern in Bramsche war. Dann stellte ich fest, dass meine Hinterradbremse zu fest eingestellt war und sich das Hinterrad nicht richtig drehen konnte. Nachdem die Bremse gelöst war, ging es wieder gut weiter. Nur die Gruppe war weg und ich musste allein meinen Weg nach Barrien finden. Kein Mensch auf den Strassen in dieser gottverlassenen Gegend. Könnte natürlich auch was damit zu tun haben, dass es kurz nach sieben Uhr morgens an einem Sonntag Morgen ist. Irgendwie komme ich dann doch nach Barrien rein, bin aber der in einem total verlassenen Einfamilienhausgebiet. Kurz danach finde ich den Sport- und Startplatz. Silke fragt mich: „Warum hast Du nichts gesagt?“ Na ja, da ich ja dachte, dass es an meiner Kondition liegen würde, hätte ich da schreien sollen: „Hey, nicht so schnell, ich kann nicht mehr!“ oder „Wartet ihr Ssssschweine?“ Nein, all dies verstößt leider eklatant gegen die ungeschriebenen Gesetze des Radsports.

Trotz Rhönmarathon und Elfstädtetour sind jede Menge Freunde und Bekannte aus Bremen da. Olli und Corinna seit langer Zeit mal wieder, Jörg, Johannes, Sebastian, Silke, Philipp, Andreas, Axel, Nils, Alfred, Ralf … eine RTF ist da Äquivalent von als Sechsjähriger die Strasse hochgehen, bei seinen Freunden klingeln und schauen wer da ist. Ich denke, dass ist der größte Verlust überhaupt wenn man „erwachsen“ wird, die Möglichkeit zu verlieren seine Freunde einfach sofort zu sehen. Heute muss ich mich zwei Wochen vorher zum Essen verabreden oder zehn Messages auf facebook oder Whatsapp schicken.

Am Start stehen Axel und Nils und seine Fotografin ganz vorne. Es wird die beste Platzierung sein, die sie im Verlaufe der RTF erreichen werden.

1406 RTF Barrien 01

 

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Eine kurze, motivierende Ansage des Veranstalters folgt. Ich gebe dies hier nicht wortgetreu wieder, aber in etwa die gefühlte Lage:

„Ihr fahrt nach Straßenverkehrsordnung und auf eigene Gefahr und Rechnung. Die ganze Strecke ist abgeschottert (ich hatte irrtümlich verstanden „abgeschottet“ und mich schon wie blöde gefreut), also irrsinnig gefährlich. Außerdem gibt es mindestens zwei Schützenfeste und sowieso überall Pfingsten. Die Schützen schießen schon mal ganz gerne ein paar Radler ab. Ein paar ganz schlechte Stücke haben wir auch drin gelassen, die werden jedes Jahr noch schlechter, aber uns ist nichts besseres eingefallen. Hinter Bokel laufen blutgierige Zombiebären auf der Strasse rum, vor Gessel haben sich einige afghanische Freischärler verschanzt. In Bruchhausen-Vilsen wird der Ausbruch mehrerer extrem ansteckender Seuchen vermeldet und für 11: 11 Uhr ist der Weltuntergang vorhergesagt. Ach so ja, und wenn ihr, wieder allen Erwartungen überleben solltet, dann macht euch darauf gefasst, dass euer Rad dann geklaut wird. „

Es ist diese klassische Situation, die danach schreit die Frage zu stellen: „Ist das auch alles, oder verschweigen Sie uns etwas?“ Stattdessen bleiernes Schweigen interpunktiert von nervösem Lachen. Eigentlich wollen alle wieder nach Hause, aber die ungeschriebenen Gesetze des Radsports verlangen ……

Ready to go? Fire it up!, so etwa hatte ich mir Motivation beim Radrennen vorgestellt.

Ich hänge mich an die erste Gruppe ran. Wir kämpfen so ungefähr fünf Minuten, aber mir ist eher nach Kaffee- und Butterkuchenfahrt als nach Rennen zu Mute. Rausfallen lassen. Vor mir ist ein Mädel vom TCB. Ich hole sie ein und wir fahren gemeinsam bis wir noch einen anderen Fahrer eingeholt haben. Dann kommt auch schon eine größere Gruppe mit Philipp, Silvia und Andreas in der wir bis zur ersten Kontrollstation bleiben. Die ist etwas chaotisch, zudem gibt es da einen Organisator, der uns zu vernünftiger und disziplinierter Fahrweise anleiten will. Das will zumindest ich nicht. Möchte ich diszipliniert fahren, fahre ich im Verein. Mache ich aber nicht.

Kurze Pause, noch zu früh für Butterkuchen. Irgendwie schaffen wir es einen neue Gruppe zu organisieren. Allerdings ohne Andreas der eine klassischen „Wardrobe Malfunction“ Janet Jackson’schen Ausmasses erlebt und den wir erst am nächsten Kontrollpunkt wiedertreffen.  Bei der Ausfahrt ist rechts ein Stück Wiese abgezäunt, ein Schild weist auf die Verwendung hin „Pissoir“.

Wir fahren los, gleich eine Steigung hoch und oben überhole ich noch so gerade einen gelben Kugelblitz. Nette Gruppe, nette Strassen, Tempo ist nicht zu hoch und an der Steigungen wird trotzdem gut gebolzt. So macht das Spaß. Man kann sich unterhalten, aber auch schnell fahren. Eins von den TCB Mädels fährt extrem kraftvoll und bolzt jede sich auf tuende Lücke zu.

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Nächster Kontrollpunkt. Mehr Butterkuchen. 1406 RTF Barrien 05Mehr Arme die gierig nach Butterkuchen greifen.
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Unsere Gruppe bleibt in der Kernmannschaft zusammen. Es folgt „das schlechte Stück“. Andreas und ich sind gerade vorne und verschleppen das Tempo. Andreas ruft noch: „Vor….“ und das „…sicht“ folgt als er bereits mit dem halben Oberkörper über dem Lenker ist. So ein Cervelo Rad ist halt brutal hart und nicht für solche Strecken geeignet. Nächster Kontrollpunkt. Drei Stück auf 115 km Strecke ist sehr großzügig. Noch mehr Butterkuchen.

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Der erfahrene Butterkuchen-RTF Fahrer nimmt zwei Stücke und klappt diese mit den zuckrigen Seiten aufeinander um sich die Hände nicht schmuddelig zu machen. Man kann dann auch noch eine halbe Banane dazwischenlegen. Die andere Hälfte hatte ich mit einem Mädel geteilt.

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Sehnsucht (links) nach Perfektion (rechts)

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2008 Japan Cycling Racing Club Champion Jersey. Plus weiße Bibshorts in Erwartung heißestem Wetter. Nachdem mein Sohn mich gestern nervte „Boh – Du bist voll rot!“ War heute das Design Thema polnisches Nationalteam.

Noch 20 Kilometer bis zum Ziel. Entspannt plaudern Silke und ich. Ortsschildsprint nach Barrien rein. Ich fahre ein wenig bescheuert und haue fast jemanden raus. Einlauf auf dem Sportplatz. Es gibt eine Hüpfburg und unglaubliche Massen von Menschen. Wohnen die wirklich alle in Barrien? Und wo sind die, wenn man sonst so durch den Ort fährt?

Lockeres Ausklingen, ja, nächste Woche ist RTF in Goldenstedt. Wenn das Wetter gut ist sollten 208 km OK sein. Plus 2 x 12 km hin und zurück vom Bahnhof in Barnstorf. Ganz so locker ist es nicht, die Gewitterwolken stehen bereits fast über uns.

Wir fahren in einer größeren Gruppe zurück Richtung Bremen. Zunächst ist alles fein, aber denn beginnt es zu regnen. Und dann auch noch zu blitzen und zu donnern. Silke ist zu Glück einigermaßen betrunken und merkt nicht, was um sie herum so passiert. Einige von uns kugeln raus oder werden vom Blitz getroffen, wer weiß das schon. Ich habe jetzt irgendwie Lust auf das Freibad Horn, aber Silke meint, dass die Leitung bei Gewitter alle aus dem Becken holt, denn wenn der Blitz da einschlägt ist das wie eine Riesengroße Fritteuse. Mehr Blitze, mehr Donner. Weltuntergang doch nicht um 11:11 Uhr, sondern etwas später, vermutlich weil organisiert von der Deutschen Bahn. In Bremen hört es dann wieder auf. Nass zuhause aber glücklich.

Fazit: sehr gut organisierte RTF auf sehr schönen Strecken. Hat richtig viel Spaß gemacht. Bis nächste Woche.

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Mädels mit Rädern.

Ich warte gerade auf Photos von Ludwig, damit über die Touren in Osnabrück und Bremen vom letzten Wochenende berichtet werden kann. Da das noch etwas dauert hier eine sehr weitläufige Zusammenstellung zum Thema Mädels und Räder. Alles, was in der Feedly Ablage der letzten Monate bislang versauerte.

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Look who came to Jerusalem. Or Bremen.

1405 Ludwig Bremen 05

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von | 4. Juni 2014 · 10:05

Alles was man über Delmenhorst wissen muss. Und Angst hat zu fragen.

1405 RTF Delmenhorst 1

„Und hier“, so klären mich meine beiden Begleiter aus Delmenhorst auf, „hat man vor ein paar Wochen eine Leiche im Bach gefunden.“ Einige hundert Meter weiter gibt es eins von drei Hochhäusern in der Stadt; und von diesem ist  vor kurzem jemand gesprungen ist. Vorher gab es noch einen Häuserblock mit abgebranntem Dachstuhl, alle dort lebenden Familien mussten evakuiert werden. Willkommen in Delmenhorst.

Ganz so schlimm ist es dann doch nicht, wie man im Stadtführer über Delmenhorst nachlesen kann. Kein Vergleich zu Emden … oder gar Wilhelmshaven.

So wundert es nicht, dass die RTF Delmenhorst direkt und schnell aus der Stadt führt. Diesem Umstand ist es dann auch zu verdanken, dass diese RTF eine der schönsten Strecken überhaupt hat und eine recht clevere Streckenführung; also schnell raus aus dem Stadtgebiet bevor die Gangs die Räder unterm Sattel wegklauen bis nach Colnrade zum einzigen Verpflegungspunkt und von dort aus entweder gleich zurück in die Favelas der norddeutschen Tiefebene  (80 km) oder aber eine weitere Schleife drehen (120 km), oder noch eine weitere und andere Schleife um den Verpflegungspunkt fahren (155 km). So kann man ganz entspannt losfahren und sich beim fahren überlegen, welche Strecke man zurücklegen möchte. Das ist gut, insbesondere dann wenn für den nachmittag Regen angesagt ist.

Zusammen mit Tobi(Live) bin ich bislang nur einmal die RTF Delmenhorst gefahren, das war 2012. Damals fuhren wie die sehr seltene 138 km Strecke, die es offiziell an sich nicht gibt. Im wesentlichen handelt es sich dabei um die 120 km Strecke die man dann durch verfahren geschickt um 18 km verlängern kann.

Für eine RTF muss natürlich gut trainiert werden, damit der Körper die Belastung von 80 oder 155 km Fahrt gut durchsteht. Am besten fängt man damit nicht zu früh an, denn dann ist die Motivation zum trainieren bereits lange vor der RTF aufgebraucht und man kommt letztendlich ohne Power zum Start. Ich denke ein guter Trainingsbeginn ist etwa drei Tage vorher, da kann so ein Mißgeschick nicht passieren. Und so machte ich mich drei Tage vorher nach der Arbeit mehr oder minder in Arbeitsklamotten auf die Fahrt durch das Blockland. Ich kam an der Straße nach Ritterhude an, machte ein paar Photos von meinem Basso Fixie und mir und wollte gerade rechtswümmig zurückfahren, als eine ganze Truppe von Rennradfahrern von Ritterhude kommend auf den Deich einbog. „Prima“, dachte ich, „trainiert hast Du ohnehin schon mehr als genug, da hängst du dich jetzt dran und lässt dich nach Hause ziehen.“ Ich machte also mächtig Dampf und als ich dann dran war fragte mich gleich einer aus der Gruppe: „Kommst Du mit?“ „Klar“, antwortete ich, das waren ja nette Leute. Dieser Eindruck korrigierte sich aber schnell und auf der nach unten offenen Norddeutschen Nettigkeitsskala wurde in den folgenden Minuten eine „minus drei“ abgelesen.

Ach so, ich dachte Du gehörst zu uns und kommst bei dem Tempo nicht mit.“
Nö, das Tempo ist schon OK
„Kannst gerne mit uns mitfahren.“
„Prima, Danke“

Einige Sekunden später.

„Du hast keinen Helm. Du kannst nicht bei uns mitfahren. Das sind die Regeln im Verein. Fahr raus.“
„Von welchem Verein seit ihr?“
„Von therafit. Fahr jetzt raus.“
„OK, Tschüss.“

Na ja, ich hatte halt keinen Helm, weil ich direkt von der Arbeit kam. Und Helm mit weißem Hemd und Krawatte sieht soooooooo 1990 aus. Also ich finde das schon OK mich dann aus der Gruppe rauszuschmeißen. Nun war aber die allgemeine Erwartung an mich, dass ich mich zurückfallen lasse und brav hinter denen herfahre, bevor die Therafitgruppe dann irgendwann am Horizont vor mir verschwindet. Das wiederum fand ich eine sehr doofe Idee. Ich ließ mich zurückfallen um aus der Lücke in der Gruppe rauszukommen, dann stieg ich in die Fixieeisen und trat so gut wie ich konnte mit meinen spitzen Lederschuhen in die Pedale bis ich an dem gesamten Feld vorbeigezogen war. Mit Hemd und Krawatte wäre das noch cooler gewesen, aber mit Poloshirt war das sicherlich auch sehr eindrucksvoll.

Nun fuhr ich mit 35 km/h und gefühlter 120er Trittfrequenz etwa 20 Meter vor dem Feld her. Das war nun wirklich lustig. Also für etwa 35 Sekunden. Dann merkte ich, dass die Therafittruppe auch fast einen 35er Schnitt fuhr und drauf und dran war mich wieder einzuholen. Mit anderen Worten: Die hatten Blut gerochen, denn eigentlich war das ja, wie sich später herausstellte, nicht die 30+, sondern die langsamere 25+ Gruppe von Therafit. Das ging ja nun gar nicht. Ich musste also nun richtig reinhauen, alles geben und mich aus Coolnessgründen auf keinen Fall umschauen. Und dann hoffen, dass irgendjemand in der Gruppe „Langsamer!“ schreit, weil er nicht mehr mitkommt. Mann, war das anstrengend, so hatte ich mir trainieren an sich nicht vorgestellt. Mit konstant hohem Tempo ging es dann an der Wümme lang bis zum Kuhsiel. Dort ging mir nun endgültig die Puste aus uns so fuhr ich geradeaus weiter, in der Hoffnung dass die Truppe rechts Richtung Platzhirsch abbiegen würde. Was sie denn auch tat. Lässig lehnte ich an dem Geländer, nahm eine Schluck Wasser aus der Flasche und blickte ihnen nach.

Damit war das Delmenhorst Training beendet.

Am RTF Tag selber hatte ich Sportverbot von meinem Zahnarzt. Am Tag vorher hatte er mir zwei Backenzähne gezogen und dafür eine Packung Paracetamol in die Hand gedrückt.

„Und die nächsten drei Tage kein Sport.“
„Was ist mit Radfahren?“ 
„Na ja, schon OK, aber nicht Rennrad auf Zeit nach Wilhelmshaven!“

Wilhelmshaven? Emden? Bin ich lebensmüde, in diese Brutstätten des Verbrechens (siehe oben) wollte ich auf keinen Fall. Ich interpretierte die Aussage des Arztes so, dass nach Norden auf Zeit nicht OK ist, nach Süden aber schon. Und so kam ich am Morgen doch noch rechtzeitig nach einem Platten zum Treffpunkt an der Pappelstraße/Langemarckstrasse. Insgesamt, so hörte ich nachher, hatten sich 38 Teilnehmer aus Bremen dort getroffen, darunter auch einige die ich kannte. Philipp war da, sowie Jonas, Tobias, Torben, Silke und und und. Auf der Fahrt nach Delmenhorst hatte ich Zeit mich mit Silke zu unterhalten und gemeinsam bestaunten wir die Hazienda des kolumbianischen Drogenbarons, die er sich vor einiger Zeit an den Grenzen der Stadt Delmenhorst errichten ließ. Schlimm, wie sich das Verbrechen in der Stadt auch architektonisch manifestiert! Ich vermute übrigens, dass es sich um denselben Drogenbaron handelt, der auch in Japan am Rande des Tsukui Sees eine Villa mit Landrover besitzt.

Als wir an der Schule in Delmenhorst ankamen, waren bereits eine Menge Leute da, insgesamt sollen es über 300 Teilnehmer gewesen sein – Rekord für diese RTF. Jörg war da, wollte aber nicht fahren, Andreas, Karin, Torsten und und und.

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Andreas, wie man ihn kennt und mag.

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Jörg und ich und ein halber Kaffee. Die andere Hälfte hatte ich bereits einem Mädel…äh..geschenkt. 

Schnell war die Zeit um und ich hatte gerade noch Zeit einem Mädel meinen Kaffee auf die weißen Bibshorts zu schütten. Zum Glück sehe ich zu alt aus, als wenn das als Anmache gedeutet werden könnte. Diesmal wollten wir kein Erinnerungsphoto machen und so mogelte ich mich recht weit nach vorne am Start, um mit der ganz schnellen Truppe fahren zu können. Sicher wollten die mich mitnehmen, denn ich hatte ja nun einen Helm (Hallo Willi!).

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Genau, so weit vorne war ich! Beste Platzierung dieses Jahr. Aber nur beim Start.

Und dan ging es auch schon los, nachdem der Mann mit der roten Fahne durch das Feld ging und die Gruppe neutralisierte, was immer das heißt.

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Die ersten drei Kilometer fuhr ein Rennleitungswagen vorweg. Prima, da kann man ja locker warm werden, dachte ich mir. Allerdings fuhr dieser Wagen dann wohl mit 50 Sachen vorweg, so das sich Schwierigkeiten hatte in der Truppe zu bleiben. Nach etwa 5 km gab ich dann auf, ließ mich zurückfallen und war nun erst einmal allein zwischen Feldern. Aber zum Glück raus aus der Stadt! Ich holte einige andere Rausgefallene ein, aber die waren nun noch langsamer als ich und so war ich wieder alleine. Zum Glück kam dann die nächste große Gruppe, angeführt von Philipp, Jonas, Torben und Tobias von hinten und ich konnte mich dort einreihen. So fuhren wir einige Kilometer, bis Tobias dann seinen ersten Platten hatte. Es war nicht sein letzter heute: Drei Stück! Etwas asozial, aber vielleicht auch geprägt von den Eindrücken Delmenhorsts fuhr ich mit der Gruppe weiter, da waren jetzt vielleicht 20 Fahrer drinnen, unter anderem auch ein paar Triatathleten mit Lenkerausfsätzen und  hohen Zipp Felgen. Dabei waren auch die Armstrong Brüder, Lance, Neil und Louis, die nun eine Fabrik für Bodenbeläge aufgemacht haben. Die Trikots sahen aus wie aus Bodenbelägen gemacht und eigentlich sollte es Unternehmen heute doch klar sein, welche Bedeutung es hat, wenn Sie einen Kreis um das A in ihrem Firmennamen machen, auch wenn das sooooooo 1980 ist. Aber fahren konnten die.

Die Disziplin insgesamt in der Truppe war etwas locker und so klappte es nicht so gut mit den Wechseln vorne. Eigentlich war ich ganz froh, als wir dann am Verpflegungspunkt in Colnrade ankamen und sich die Truppe auflöste. Einige fuhren sowieso gleich durch, andere machten lange Pause und ich hängte mich an das Hinterrad des Erstbesten der wieder das Weite suchte. Der fuhr auch gut schnell. Es war trotzdem ein Fehler, denn er fuhr nur schnell die 80er Runde. An der Abzweigung zur 120er Schleife fuhr er geradeaus und ich alleine weiter. Aber zum Glück schlossen gleich zwei Triathleten zu mir auf, einer vom RCB. Mit den beiden ging es dann weiter. Machen die Triathleten die Führungsarbeit auf ebener Strecke geht es echt schnell, am Berg und auf Pflaster musste ich dann übernehmen. Gesprächig waren die auch nicht, aber es ging doch gut und schnell durch die Felder.

Bis es plötzlich zisch machte und mein Hinterreifen platt war. Ich hatte insofern Glück, als dass ich gerade Führungsarbeit machte. Einer der beiden Anderen fragte mich dann „Alles OK?“ und ich fragte „Hast Du einen Schlauch?“, weil ich meinen bereits auf der Anfahrt verbraucht hatte. Ich konnte ihm aus dem Gesicht ablesen, dass er erstens, einen Schlauch hatte und zweitens so gar keine Lust ihn mir zu geben, aber der Ehrenkodex der Radfahrer lässt einem da recht wenig Wahl. Zumal ich ihm auch 10 Euro für seinen Schlauch gab und ihm wünschte, dass er keinen Platten haben möge als er wieder losfuhr.

Ich traf dann zwei lustige Typen die auf Tourenrädern unterwegs waren und mir ihre Pumpe borgten. Noch besser, als ich wieder anfuhr gaben Sie mir Windschatten UND stoppten durch ihre bescheuerte Fahrtweise eine andere Truppe, so dass ich mich an die dranhängen konnte. Auf diese Art und Weise kam ich dann zum zweiten Mal zum Verpflegungspunkt.

Die beiden Triathleten waren schon weg, aber auch sonst war noch viel Männlichkeit vorhanden.

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 Ich vermute mal, dass das irgendwas mit dem Hells Angels Logo Verbot zu tun hat.

Also fuhr ich wieder alleine los auf die letzte 155er Schleife. Das Wetter war ja immer noch gut zum Glück, kein Regen in Sicht. Alleine war ich nun recht langsam, aber bald holten mich ein Südschwede (siehe Startphoto) , ein Vegesacker und ein weiterer Teilnehmer ein und so fuhren wir zu viert weiter. Und so kamen wir zum letzten Mal an den Kontrollpunkt. Ich machte mich wieder auf den Weg, aber schon bald holten mich ein Südschwede (siehe Startphoto) , ein Vegesacker und ein weiterer Teilnehmer ein und so fuhren wir zu viert weiter. Kennen wir schon. Und täglich grüsst das Murmeltier.

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Wie man sieht, alleine auf der 155er Schleife.

Aber nicht nur das, etwa 20 km vor dem Ende der RTF fing es nun richtig an zu schütten. Endlich, ich konnte mich einfach nicht an den Gedanken gewöhnen, dass ich mal eine RTF trocken fahren sollte nach den Erfahrungen beim Roten Fuchs und beim Velothon dieses Jahr. Ich wurde also richtig nass. Und während der Südschwede, der Vegesacker und noch einer erst einmal Unterschlupf an einer Lebkuchenhütte im Wald nahe der Stadtgrenze von Delmenhorst suchten, fuhr ich einfach weiter, über die Panzerstrasse bis in Delmenhorst wieder die Sonne schien und ich am Zielpunkt angekommen war. Eine sehr schöne RTF und mit An- und Abfahrt fast 195 km lang.

Am Ziel waren noch Torsten, Karin und Andreas; ich holte mir ein Brot und etwas zu trinken und wir hingen dort locker ab.

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Später kam auch noch die Truppe um Philipp, die wohl dieses Mal die Seiche am Hinterrad kleben hatten.

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Tolle RTF wirklich. Ich kam sogar noch getrocknet und trocken nach Hause und am Abend fing es dann wie verrückt an zu regnen. Zum Glück sass ich zu diesem Zeitpunkt wieder in Bremen, der sichersten Stadt im Universum jenseits von Betageuze.

Danke an alle die da waren. Photos werden noch nachgeliefert. Hier ist ein repräsentative Auswahl von offiziellen Photos. Wenn die Benutzung nicht OK ist bitte ich um Nachricht.

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 Die Jäger hetzen die Beute.

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Hat so einen Feldmarschallmäßigen Schritt, ist mir gleich aufgefallen.

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Bananen teilen – habe ich als Teenie auch gemacht. Banana Split. Obwohl Ahoi Brause ist besser. Aber soooo 1970.

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Super: Aero in der Boxengasse – da wird keine Sekunde verschenkt!

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Äh, nicht zu verwechseln mit den Armstrongs, die haben auch ein umkreistes „A“.

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