Elliptische Tretmühle

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In der Schule, so ca. in der 9. Klasse und in den Siebzigern, wurde ich gezwungen die Reportage von Egon Kisch über das Sechstagerennen in Berlin, „Elliptische Tretmühle“ zu lesen. 

Da in der Schule und dann auch noch bei Frl. Stürmer (später: Frau Schimanski) fand ich das einfach gähnend langweilig und konnte mir auch nicht vorstellen, dass das in einer Zeitung veröffentlicht wird, denn es war so anders als die Artikel in der „Rheinischen Post“, die ich sonst so am Frühstückstisch vorfand.

Ein paar Jahre später.

Positivo Graham weilte letztes Jahr um diese Zeit in Berlin und wollte u.a. das Sechstagerennen besuchen und einen Artikel darüber für „Rolleur“ schreiben. Er fragte mich worum es bei den Sechstagerennen geht. Da bin ich Spezialist, denn ich habe 2010, 2011, 2012, 2013 und sogar 2014 das Bremer Sechstagerennen besucht, nur um anschließend darüber enttäuscht zu sein. Erstens, weil da ja nur an sechs Tagen und nicht sechs Tage lang gefahren wird und zweitens, weil das musikalische Rahmenprogramm Seventies Größen wie Suzi Quattro, Hot Choclate und Middle of the Road zu bieten hat – aber eben vierzig Jahre später. Jedenfalls erzählte ich Graham von dem Kisch Artikel und wir stellten fest, dass es keine englische Übersetzung gab.

Hier ist, was Graham auf dem Positivo Espresso Blog darüber geschrieben hat (englisch).

Erhältlich bei Amazon im Kindle Format.

Lobende Worte gab es dann von der Verwaltung des Kisch’schen Nachlasses.

Noch besser als das Sechstagerennen ist allerdings die Geschichte von Kischs Reise nach Australien 1934.

„Kisch’s visit to Australia as a delegate to an anti-fascist conference in 1934 was later chronicled in his book Landung in Australien (Australian Landfall) (1937). The right-wing Australian government refused Kisch entry from the ship Strathaird at Fremantle and Melbourne because of his previous exclusion from the UK. Kisch then took matters into his own hands. He jumped five meters from the deck of his ship onto the quayside at Melbourne, breaking his leg in the process. He was bundled back on board but this dramatic action mobilised the Australian left in support of Kisch. When theStrathaird docked in Sydney proceedings were taken against the Captain on the grounds that he was illegally detaining Kisch. Justice H.V. Evatt ordered that Kisch be released. Under the Immigration Restriction Act 1901, visitors could be refused entry if they failed a dictation test in any European language. This law was used to enforce the White Australia Policy by ensuring that potential Asian immigrants were given an impossibly hard test. As soon as Kisch was released, he was re-arrested and was one of the very few Europeans to be given the test; he passed the test in various languages but finally failed when he was tested in Scottish Gaelic. The officer who tested him had grown up in northern Scotland, and did not have a particularly good grasp of Scottish Gaelic himself. In the High Court case of R v Wilson; ex parte Kisch, the court found that Scottish Gaelic was not within the fair meaning of the Act, and overturned Kisch’s convictions for being an illegal immigrant.

On 17 February 1935, Kisch addressed a crowd of 18,000 in the Sydney Domain warning of the dangers of Hitler’s Nazi regime, of another war and of concentration camps.“

via Wiki, eine längere Version auch bei Wiki.

Naturgemäß gefällt mir die Kombination von Radfahren und Schreiben.Und die Kombination von Frauen und Schreiben.


 

 

 

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