Drei Tage im August. Drei Farben grau.

Nach zwei Wochen intensivem Radfahren in den Dolomiten fällt es schwer sich wieder in Bremen einzugewöhnen. Selbst nach drei Ausfahrten ist noch nicht das Gefühl von Kraft, und vor allem: Freunde wieder da.

Dunkelgrau

Der Giro war am Samstag zu Ende, am Sonntag Abend war ich wieder zurück in Bremen. Bis Donnerstag habe ich gar keinen Sport gemacht, so kaputt war ich. An dem Abend konnte ich mich aufraffen zum Body Attack zu gehen – eine gute Entscheidung. Am Freitag dann spät Abends auf das Rad und eine Standardrunde gefahren – bloß nichts neues. Machte dann auch entsprechend wenig Spaß, aber immerhin, so langsam ging es weiter.

Bremen ist nicht Bozen auf Strava

Hellgrau

Am Samstag auch keine Lust zu fahren. Am Sonntag Morgen hätte ich mit zwei Gruppen rausfahren können, aber ich verschlief prompt beide. Endlich um 12:00 Uhr machte ich mich auf den Weg. Es war zumindest warm, was für diesen Sommer schon gut ist, aber auch extrem windig und böig. Teilweise fuhr ich mit 20 km/h gegen den Wind. Ich fuhr Richtung Bruchhausen-Vilsen und probierte ein paar neue Straßen aus. So langsam kam wieder Schwung in die Sache, aber richtig schnell war ich nicht. Ich fühlte mich ein wenig wie diese alte Dampflok, die in Bruchhausen-Vilsen zur abfahrt bereit stand.

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Irgendetwas fehlte – schaut man sich die folgenden Bilder an, dann wird auch klar was:

Bremen

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Bozen

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Hm, was  war es nur? Ich kam nicht drauf. Dann fiel es mir wie Schuppen hinterm Haus: In Bremen gibt es keine guten Stellen für ein „Bike leaning against something“ Foto. Ich versuchte es in Fischerhude, aber es ist irgendwie nicht das gleiche:

Bike leaning against something in Fischerhude

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Bike leaning against something in Calfosch

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Komisch, dasselbe Rad, aber der Effekt ist ganz anders.

Bei Daverden, an meiner Lieblingsstelle fuhr ich über die Weser. Die Norddeutschen sind hart im Nehmen, nur die Andeutung von Sonne, ein paar Strahlen, die kurz hinter eine Wolke auftauchen und gleich wieder dahinter verschwinden, und schon wird der Grill auf den Balkon geschafft, das Boot zu Wasser gelassen und das Handtuch im Freibad ausgebreitet.

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Kurz danach sass ich im Cafe Melissa in Etelsen auf der Terrasse. Die wunderbare Melissa selber war da, trug etwas schwarz-negligee haftes und wusselte sich durch die Mengen an Besucher.

Danach war ich wieder im Frieden mit mir selbst und fuhr das Ding in 130 km anständig zu Ende.

Mentales Friedland auf Strava

Carboneloxal Grau

Dann heute RCB Montagstraining, wie immer dieses Jahr sehr gut besucht.Ich stell emich zu der schnellen Truppe, fahre aber dann doch mit den mittel-schnellen – oder mittel-langsamen, ganz wie man will. Richtig langsam sind die auch nicht, unterscheiden sich aber dadurch, dass absolut kein Ortsschild gesprintet wird. Teilweise fahren wir mit 35 km/h durch die Gegend und mein Puls ist bei 99. Mit ist kalt, es sind gerade einmal 17 Grad, der Himmel ist grau und immer noch keine Berge in Sicht.

RCB Montagstraining auf Strava

So langsam darf die Form aber wieder kommen, denn am Mittwoch sind Kriteriumsrennen, am Sonntag dann der City Triathlon in Bremen, eine Woche darauf die Cyclassics in Hamburg, dann die Weserrundfahrt, Velotörn Bremen, RTF Lauenau – ich dachte bis heute, der Saisonhöhepunkt wären die Dolomiten gewesen, aber da kommt ja noch etwas.

4 Kommentare

Eingeordnet unter 2016, Bremen, Mob, Touren

4 Antworten zu “Drei Tage im August. Drei Farben grau.

  1. Hendrik

    Hahahahahahahahahaha, ich danke dir für diesen Beitrag!!! Er enthielt für mich so viel Humor wie eine Packung Gummibärchen Zucker!!!!! 😀 Verdammt gut geschrieben, ich hatte Tränen vor lachen!!! :DD (Aber nicht nur der Humoranteil ist für mich gut, der ganze Text ist echt super und hat mich zum Weiterlesen eingeladen! 🙂 )

  2. Die Stimmung ist mir sehr bekannt. Zurück aus den Bergen erwischt mich das spätestens an der Berliner S-Bahnhaltestelle Beusselstrasse (muss man nicht kennen) mit ihrem Unrat neben den Gleisen. Da hilft bei mir nur die nächsten Pläne zu schmieden … Die hast Du ja wenigstens schon!

  3. Die S Beusselstraße in Berlin kenne ich, etwa so: https://www.youtube.com/watch?v=UXG-zxsE1qA

    Übrigens: Der Riedberg hingegen ist einer meiner Lieblingspässe im Süden.

  4. Fragt sich, was Du Süden nennst… Und was Du nun mit der Bergform anfängst im Flachland 🙂

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