Festive 500. Tag 3. We hoped, you wouldn’t notice.

Es ist unmöglich 500 km in acht Tagen in Bremen zu fahren. Ohne nach Wilstedt zu kommen. Zumindest trifft man in 80% aller Fälle jemanden auf dem Weg in das Radsportmekka Norddeutschlands.

Was bisher geschah: Festive  500 Tag 1. Festive 500 Tag 2.

Interessant das es noch immer Radsportmekka heisst und nicht etwa Radsportvatikan oder Radsportberlin. Trotzdem Zeit es umzubennen, in das „Radsportwilstedt“, also demnach

Wilstedt ist das Wilstedt des Radsports ! 

Ich war früh auf dem Rad und fuhr in Richtung Kuhsiel, um dann bei Hannes vorbeizufahren; mal sehen, ob er Lust hatte ein paar Kilometer mit mir zu machen. Hatte er schon, ging aber nicht und so machte ich mich auf ganz konventionelle Art auf, nach Lilienthal und von dort aus durch Timmersloh, Heidberg und Grasdorf nach Wilstedt zu fahren. Ich hatte guten Rückenwind, als mir kurz vor Wilstedt eine Truppe undynamisch aussehender Rennradfahrer entgegenkamen, während ich im Höchsttempo dahin flog. Dabei erkannte ich Philipp, der mit seiner Mannschaft gegen den Wind kämpfte. Das würde mir auch wieder im Laufe des Tages bevorstehen – also besser nicht daran denken.

Mensch, ich könnte ja auch zu Hause bleiben, mir eine Nikolasmütze aufsetzen und auf der Rolle sinnlos durch das Wohnzimmer fahren. Oder noch besser, das gemeinsam mit vielen anderen Menschen machen und so tun, als wenn das ein Rockkonzert, oder eine spirituelle Erleuchtung wäre.

Oder noch besser, ich fliege in die Wärme, z.B. nach Saigon und nehme da an einem Draft Race (Fixierennen) teil.

Mal eine kurze Frage, gibt es in Saigon eigentlich so etwas wie eine Erdatmospäre? Also so ein Gemisch aus Stickstoff, Sauerstoff, CO2 und so das man atmen kann und, leider, etwas das einem beim fahren so etwas wie Luftwiderstand bietet? Die fahren da hinten nämlich Rennen, als wenn es keinen Luftwiderstand geben würde – ein Draft Rennen ist das jedenfalls auf keinen Fall, dazu müsste man irgendwie hintereinander fahren und nicht wie in einer Gauss’schen Glockenkurve standardverteilt über die gesamte Länge des Kurses.

Bei mir ging es weiter Richtung Bülstedt, Vorwerk und Ottersberg. natürlich fühlte ich mich, mit dem Wind im Rücken wieder großartig und dachte das würde nun ewig so weiter gehen. OK, also dann weiter Richtung Posthausen (wo das Dodenhof UFO wieder voll besetzt war) und von dort aus nach Achim/Uezen und über die Weser. Nach 80 km machte ich meine erste Pause. Cool, 80 km im Sack, was sollte da noch groß passieren?

Na klar, jetzt ging es gegen den Wind ca. 20 km zurück Richtung Bremen. Und das Wort Wind trifft es diesmal nun wirklich nicht, das war schon eher ein Taifun wie ich das seit der Noto Tour 2007 nicht mehr erlebt hatte. Damals kam ein Taifun aus Richtung der Philippinen auf Japan zu UND ich hatte am Vortrag Geburtstag und wir hatten bis tief in die Nacht getrunken und gefeiert. Am nächsten Morgen, nach vielleicht zwei, drei Stunden Schlaf fühlte ich mich zunächst großartig.Klar, ich war ja auch noch vollbetrunken. Fuhr schnell, riskant und hatte meinen Spaß.

Doch dann ging es gegen den Wind und mir ging gang, ganz schnell Puste, Selbstvertrauen und Alkohol aus. Am Ende lagen wir nur noch irgendwo in der Gegend herum.

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Hier liegt David, halb betrunken. Jerome erbrach sind ein paar Stunden später in der Toilette eines Supermarktes. Dann fuhren wir alle nach Hause.

Manchmal glauben wir, wir können Dinge einfach ignorieren und dann finden sie nicht statt oder haben nie stattgefunden. So, wie das ich mich jetzt gegen den Sturm nach Hause kämpfen musste. Dazu folgende Geschichte von David aus seiner Jugend:

Als Teenager war er in den Siebzigern zusammen mit seinen Freunden nach London gefahren und Abends sassen sie dann zusammen in einer Pizzeria, um dort zum essen. Guter Laden, sie waren mächtig beeindruckt. Alle hatten Pizza bestellt und als der Kellner ihnen ihre Gerichte brachte, fiel ihnen etwas merkwürdiges auf: Auf keiner der Pizzen war auch nur ein Hauch von Käse zu sehen.

Hm, das war komisch. War es vielleicht in London so, dass man hier Pizza ohne Käse aß? Ein neuer Trend? Was sollten Sie machen? Einfach die Pizza essen und so tun als wenn nichts gewesen wäre? Schließlich fasste sich David ein Herz, rief den Kellner und stammelte:

„Sir, I am very sorry to ask you, but we noticed something somewhat peculiar with the dishes we’ve odered. Not that we want to critize you or your excellent restaurant, it is just that …. well we thought, after thinking the issue carefully over, that perhaps something is missing …something like chesse, if you don’t mind pointing that out.“

Der Kellner antwortete darauf: „I am terribly sorry Sir, but we have ran out of cheese this evening. We hoped you wouldn’t notice.“

Irgendwie hoffte ich jetzt auch, das ich gar nicht bemerken würde, wie ich jetzt nach Hause fuhr. So war es aber überhaupt nicht, sondern echt brutal. Teilweise fuhr ich mit 12 km/h die Straße lang, strengte mich aber für 40 an. Das machte so gar keinen Spaß und ich war froh als ich in Ahausen war. Froh, und so kaputt, dass ich vor der Garage, vor der ich schon immer mal ein Foto machen wollte, ein Foto machte. Das ist das Haus, wo sie eine Giraffe halb verbuddelt haben.

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Das No! 3Rensho machte sich dieses Jahr wirklich gut. Die ShimanoSchaltung fängt aber an zu mucken, wenn sie dreckig wird. Sensibles 11-fach Zeug halt.

Und dann schleppte ich mich die letzten Kilometer Richtung Weserwehr.

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Und dann noch ein paar Kilometer nach Haue. Dusche. Couch. Fertig.

Strava

So jetzt noch die Auslösung des Rätsels von gestern. Die Frage war, aus welchem Film dieses (abgewandelte) Zitat stammt:

„Diese Maschinen drehen die Zahnräder, die die Erde in alle Himmelsrichtungen bewegen und ihr Balance und Harmonie geben.“

Zur Wahl standen, symbolisiert durch Bilder, Film Ah! „Der Mann, der die Frauen liebte“ und Film Bäh! „Rambo III“. Richtig ist natürlich Ah! und gewonnen hat der Tobi! Herzlichen Glückwunsch.

Das Zitat lautet im Original: „Die Beine der Frauen sind die Zirkel, die den Erdball in allen Himmelsrichtungen ausmessen und ihm sein Gleichgewicht und seine Harmonie geben.“ und ist aus diesem großartigen Film den ich immer wieder schaue mit der schönsten Frau der Welt, Brigitte Fossey.

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Tobi äußerte sein Bedauern, dass das Zitat nicht aus RAMBO III ist. Den Film habe ich übrigens bei seiner Premiere 1988 im Kino in Aachen zusammen mit Dirk vom „Holy War“ Fanzine aus HH gesehen und anschließend waren wir so betrunken, dass wir eine Pappfigur mit Silvester Stallone vor dem Kino klauten und damit martialische Fotos vor der Frauenkneipe „Schwarze Spinne“ in meiner Straße machten. Die Frage die sich mir stellte war, gibt es überhaupt Zitate in Rambo III. Ich meine, viel geredet wird da ja nicht.

Aber eins habe ich dann doch gefunden:

Col. Trautman: [after barely escaping the explosion of a fuel bomb dropped by a helicopter] That was close John. How are you?

John Rambo: Well done.

In diesem Sinne.man muss Silvester Stallone aber zu gute halten, dass er Regie bei diesem Film geführt hat.

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Eingeordnet unter 2016, Bremen, Mob, Touren

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