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Frühstück im Grünen.Edu

Sabrina (aka „Mädchen no Rücklicht) hatte auf fb eine entspannte Runde für den Sonntagnachmittag um 14 Uhr plaziert. Entspannt deswegen, weil nicht um 7 Uhr aufgestanden werden muss, man in Ruhe zuhause frühstücken und den Müll rausbringen kann, Kinder und Frau zum Abschied küsst und sich dann erst ab dem Platzhirsch die Lunge aus dem Leib pustet. Nein, war nur ein Spaß, die angekündigte Stimmung war etwa so:

Edouard Manet: Das Frühstück im Grünen (1863). Eien Reihe von Carbonrädern steht rechts im Gebüsch.

Menschen meiner Generation (Generation M im Generationskalender der mittlerweile bei Y angekommen ist) kennen dieses Bild weil sie früher Bob Wow Wow gehört haben und lauthals „I want Candy“ sangen, die mit der Gnade später Geburt beschenkten kennen es vielleicht aus Marie Antoinette.

Und während ich im Keller lut fluchte, weil mein Moulton Rad einen Platten hatte und ich eigentlich mit dem fahren wollte (geht nicht schneller als 37 km/h max) verging die Zeit und ich merkte nicht, dass es schon kurz vor 2 war. Sprint zum Platzhirsch Treffpunkt, ich war der letzte und gleich ging es los. Jede Menge bekannter Gesichter: Benjamin (aus Sundern im Sauerland), Björn, aber ohne Simone, Lars, Stefan, Olaf, Sabrina…. und jede Menge neuer Gesichter eine richtig große Truppe. Angekündigt war eine Tour nach Norden bis nach Vegesack und dann mit der Fähre rüber nach Lemwerder und zurück auf der anderen Seite. Doch plötzlich ging es doch nach Wilstedt auf die Standardrunde. Na ja, so was kann man an sich noch nach Feierabend fahren, aber mir sollte es auch recht sein. Das Tempo war mässig, aber da mir erst mal die Kette absprung konnte ich zusammen mit Benjamin plus x gleich mal einen Sprint einlegen um wieder Anschluß zu finden. Trotz der großen Truppe war einigermassen Ordnung da, manchmal wurde etwas nervös gebremst aber im großen und ganzen war es OK. Ich fuhr hinter einen Fahrer aus Österreich (oder Polen, weiß nicht, auf jeden Fall war Kleidung und Rad komplett rot-weiß) der ordentlich Windschatten abgab her und schmunzelte im Kopfe so vor mich hin. Das linke Hosenbein war voll mit Abdrücken von Kette und Kettenblättern, aber wieso das linke? Also entweder waren das Beinlinge und er hatte das linke rechts und umgekehrt, oder er hatte seine Hose falschrum angezogen, es wird mir auf immer ein Rätsel bleiben. Jedenfalls wollte ich das für die Nachwelt dokumentieren und holte meine Kamera aus der Jacke. Die dann prompt runterfiel und den Geist aufgab. Wie sagte mein Opa (Generation K) immer: „Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort, große etwas später.“ OK, damit ist aber danna uch jegliche SChuld abgegolten. Zusammen mit Benjamin und Y bildeten wir einen Zug und sprinteten mit 37 Sachen wieder an die Gruppe ran – es war also echt sportlich, auch wenn es meine Dämlichkeit war.

Über Fischerhude und Quelkhorn ging es dann nach Bucholz (erster Ortsschildsprint) und dann durch die Felder nach Vorwerk und Bülstedt. Manchmal wurde es etwas schneller, aber Dank der Beteiligung aller wurde vorne dann kürzer getreten und der Rest half hinten aus die Truppe wieder zusammen zu fahren. Vor Wilstedt setzten sich die üblichen Verdächtigen nach vorne, um den Sprint um das Ortsschild untereinander auszumachen. Mein Timing zum Antritt war richtig gut und keiner kam mit – also bis auf Stefan, der einfach schneller ist. Oder jünger. Oder das bessere Rad hat.  Oder alles drei.

In Wheel Stedt machten wir dann kurz Stopp um uns neu zu formieren und ein Gruppenbild zu machen.

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Waren eigentlich alle da bis auf zwei – von daher kann das Tempo ja nicht so falsch gewesen sein. Jetzt hatten wir Rückenwind und ich befürchtete, dass nun das große Zeitfahren auf dem Stück nach Huxfeld stattfinden würde. War aber nicht so, es ging gut und gemütlich weiter und es gab jede Menge Zeit und Luft zum unterhalten. Frühstück im Grünen halt.

Den Rest hatte ich schon x-mal gefahren, Grasdorfer Strasse, Timmensloh, Borgfeld, das Stück über dem Deich bis zum Kuhsiel, man kennt es und kann es fast mit verbundenen Augen fahren. Stefan, Benjamin, Z, L und ich entschieden, dass wir noch nicht genug haben und machten noch eine Runde zum Dammsiel und dann weiter durch das Blockland, vorbei an den Kleingärten der Hillibillies bis zu dem Camper Schrottplatz (der aussieht wie ein Drehort von „Breaking Bad“), dem Tierheim und der Müllverbrennung nebenan. Stefan meinte, ganz richtig, dass man doch Serpentinen den Müllberg hoch bauen könnte, am besten als Rundkurs vorne hoch und hinten runter und wir würden dann das ganze als „Stelvioland“ vermarkten.

Dann erzählte ich Stefan eine wahnsinnig komplizierte Geschichte, die definitiv nicht beim radfahren erzählt werden kann. Es ging darum, dass mich die kleine Wümme an die Sümpfe im Mississippi und insbesondere an den Film „Down by law“ erinnern würde. Kannte Stefan nicht. Na der Film, in dem Roberto Benigni mitspielt, der bekannte italienische Komiker. Kannte Stefan auch nicht, meinte ich Danny de Vito? Nein, einen echten Italiener. Der aus dem Film „Life is beautiful“. Kannte Stefan auch nicht. Also fing ich an ihm die berühmte Szene aus dem Film zu erzählen.

Man kann sich einfach vorstellen, dass das auf dem Rad erstens nicht so einfach und zweitens nicht so lustig ist. Und drittens, unglaublich lange dauert, so dass wir Tierheim und MVA bald erreichten ohne dass ich auch nur annähernd am ende angekommen war. Über den  Unisex und über die Parkallee und den Schwachhausener Ring ging es dann zurück nach Haus Sehr schöne Tour, Danke an alle die dabei waren.

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True Grit: Nightride.

Heute war den ganzen Tag über, schönes warmes Wetter, so wie man das von einer ordentlich fortschreitenden globalen Erwärmung erwarten kann. Bei der Arbeit hatte ich nichts sooo dringend zu tun (aber vieles eigentlich doch) und ich hätte den ganzen Tag über die Deiche, durch die Wiesen und an den Allen lang durch die Landschaft fahren können. Natürlich habe ich das nicht getan, sondern mich fast pünktlich zur Abenddämmerung mit dem Nachtgeschwader am Haus am Walde zum Nightride verabredet.

Als ich kam waren schon alle Fahrer vom Weserexpress da, Andi sogar mit deren Hosen. Es war wie ein Zeitsprung fünf Jahre zurück, also in etwas was ich so gerade verpasst habe (ich bin damals noch mit dem swb „Team“ gefahren, eine sehr komische Zeit). Caro, Silke, Tobi, Jan, Mädchen ohne Namen oder Rücklicht, Benjamin und Sebastian waren auch da.

Ruck Zuck ging es zum Kuhsiel und den Deich lang, denn wir wollten noch vor Anbruch der Nacht die humorlose Kirche erreichen. Manche trainieren das schon seit Wochen, fahren immer um 18:30 Uhr los und werden immer besser. Nach dem 29. März schaffe ich das bestimmt auch mal und wenn es bis Juli dauert. Auf dem Deich war noch relativ viel los, aber von Burglesum hoch nach Lesum und dann weiter zur Jacobs waren fast Autofreie Stücke bei denen sehr, sehr gebolzt wurde bis es dunkel war. Und als wir dann am Stauwerk waren war es schon dunkel und wir machten uns auf die lange Zielgerade zur humorlosen Kirche.  Wieder Gebolze. Es ist erstaunlich wie viel Licht so neun Radfahrer mit ihrem Gefunzel erzeugen können und man doch manchmal nichts sieht. Man fährt sehr konzentriert, trotzdem ein wenig wahnsinnig teilweise ins Nichts und es gibt immer wieder ein Adrenalinschübchen hier und dort.

Ganz humorlos versteckt sich die Kirche in der Nacht, nicht einmal die Kirchturmspitze kann man gegen den Nachthimmel erahnen.Wir machen ein paar Photos, im Hintergrund blubbert rötlich das ebenfalls humorlose Stahlwerk.

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v.l.n.r.: Benjamin, Mäd-no-rück, Oberbrandmeister T., Silke, Gary Glitter

 

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Radfahrer vorne, die Lampen da rechts oben sind vom Stahlwerk. Weiter links die humorlose Kirche.

 

Es wird klar, dass wir jetzt gerade etwa die Hälfte geschafft haben. Zurück. Das erste Stück geht gut, aber die Strasse entlang der Lessum bis zur Brücke in Burg Lessum ist eng, kurvig und hat viele Schlaglöcher. So richtig gut in der Doppelreihe können wir da nicht fahren. Das nächste Stück nach Wasserhorst läuft besser und dann sind wir wieder auf dem Wümmedeich den wir auch mit verbundenen Augen und um 10 Grad nach links gekippt fahren könnten. Sebastian verabschiedet sich hier, murmelt etwas von „ich hau‘ hier ab, keine Lust mehr auf das Tempo und roll nach Hause..“

Es ist gut mit einer Truppe zu fahren, die das Gruppenfahren gewöhnt ist. Die Geschwindigkeit ist gleichmäßig, das Tempo hoch, aber es gibt kein abruptes rumlenken oder gar bremsen. Und der Vorteil mit einer Gruppe von Menschen zu fahren die man kennt ist ja auch, dass wenn mal der vorne kräftig bremst und die ganze Truppe übereinander purzelt, dass man dann auf nette Leute trifft.

So, wir sind am Kuhsiel, und es geht das letzte gerade Stück hoch über die Autobahn. Alle wollen noch mal spurten, aber ein entgegenkommendes Auto macht Caro und mir einen Strich durch die Rechnung. War aber trotzdem anstrengend. Am Platzhirsch rufe ich den anderen zu: „Ihr seit doch bescheuert so schnell zu fahren, da kommt ja keiner mit! Ich höre jetzt auf, fahrt doch alleine weiter!“ Und rolle die letzten 700 Meter ins Büro.

Klasse Fahrt, danke an alle die dabei waren.

 

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Direction Wheel Stedt

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Heute um ca 18.00 Uhr zwischen Buchholz und Wheel Stedt. Es hätte fast Sommer sein können, wenn es nicht so kalt gewesen wäre und die Schatten sich kürzer werfen  würden.

 

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初乗り [First Ride of the Year]

Nach fast 660 km zwischen Weihnachten und Neujahr auf Festive 500 Kurs, war ich etwas müde und hatte wenig Lust zum radfahren. Ich liess sogar dass Neujahrsfahren aus und rief auch nicht Hannes am, um mit ihm nur mit Bibshorts, Socken und Schuhen bekleidet zum Unisee zu fahren. Das hatte ich ihm nämlich für den Start in das Neue Jahr angedroht.

Aber mal ehrlich, vier Tage ohne substantielles Radfahren reichen auch. Im Haus war alles getan was getan werden musste, ich hatte das Gefühl fetter und fetter zu werden und draußen war das Wetter herrlich, auch wenn fast schon drei Uhr nachmittags. Zeit für die erste Ausfahrt des Jahres.

In Japan heisst der traditionelle erste Besuch in einem Schrein zu Beginn eines Jahres 初詣 (hatsumoude); viele Japaner machen sich bereits in der Silversternacht auf den Weg dorthin, die meisten aber wohl in den Feiertagen zu Beginn des Neuen Jahres. Es gibt einige sehr bekannte Schreine, die dann brechend voll sind, wie z.B. der 明治神宮 (Meiji Jingu) in Tokyo; man wirft Geld in die großen Kästen vor den Torgebäuden oder kauft Glücksbringer und Amulette für das neue Jahr. In Schreinen kann man sehr viel Geld lassen. Dieses Foto habe ich Anfang 1991 am Sumiyoshi Taisha in Osaka aufgenommen, die Menschen stehen Schlange, um in den Schrein eingelassen zu werden.

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Es kann dann auch mal voller werden, gerade in der großen Stadt (Tokyo).

Im Neuen Jahr fühle ich mich irgendwie mehr als Japaner als sonst. Ich vermisse auch das Ekiden, das war eigentlich immer de Start in das neue Jahr radtechnisch. Das Ekiden gibt es noch, aber das vorausfahren mit dem Rad ist leider komplett vorbei.

Nach vielen Menschen stand mir nicht so der Sinn, also rauf auf das Canyon Positivo, denn dieses Rad benötigt am wenigsten Aufwand und eine der Standardstrecken abgefahren. Raus auf’s Land, zuerst nach Borgfeld und dann weiter am Waldesrand nach Fischerhude. Zunächst wollte ich schnell fahren, und dann war ich so in Gedanken verloren, dass ich die Abzweigung nach Fischerhude verpasste (passiert so etwa alle fünf Ausfahrten) und mich auf der Seeberger Landstrasse nach Quelkhorn wiederfand. Ich habe immer Superideen beim Radfahren (und, der Vollständigkeit halber beim duschen, aber das ist eine andere Geschichte und hat mit Jutta zu tun). Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass ich schon x-mal für den Nobelpreis nominiert worden wäre, Heinrich Böll und Günther Grass als bekannteste deutsche Schriftsteller der Gegenwart abgelöst hätte und Milliarden mit Geschäftsideen gescheffelt hätte, wenn, ja wenn ich mir diese Ideen nur irgendwie merken oder aufschreiben könnte. Kann ich aber nicht, das ist vermutlich ein Fluch der mir auferlegt wurde und so werden die kümmerlichen Reste guter Ideen in diesem Blog verwurstet.

Eines Tages werde ich mir eine richtig gute Idee merken und damit nach Hause fahren. Es ist dann voraussehbar, dass ich auf den letzten Metern vor der Haustür von einem Bus überfahren werde und erst zwanzig Tage später aus einem künstlichen Koma im Klinikum Nord wieder aufwache. Natürlich werde ich mich an nichts erinnern können.

Weiter nach Wilstedt und ein kurzer Rast an der Vietkong Tankstelle. Weiter Richtung Grasberg und in die Grasdorfer Strasse rein.

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Die Grasdorfer Strasse – die Antithese des japanischen Schreins am 1. Januar

Es wurde langsam dunkel und ich stellte fest, dass der Akku meiner Vorderlampe recht ausgelaugt war. Ich machte mich auf den Weg zu Lars, um endlich seine sehr schicken MTB Schuhe zu übernehmen. Perfekt. 64 km sind nicht viel, aber der Start im Neuen Jahr ist geschafft.

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Festive 500 Day #6 und 7: Gegen den Sinn

Gestern raus, aber nicht schnell genug, um mit Caro und Anni zu fahren. Dann aber auf den genialen Gedanken gekommen, deren Strecke genau andersrum zu fahren, so dass wir uns irgendwo begegnen und dann gemeinsam weiterfahren. Hier die präzisen Anweisungen von Caro:

Also, um das richtig zu verstehen, ich hatte nicht den runtastic file, sondern diesen Screenshot in Snickersgröße und auf dieser Basis interpretierte ich, dass ich von Borgfeld nach Fischerhude am Wald entlang fahren und dann, wenn sie da noch nicht sind, weiter nach Sagehorn. Also los. Lief auch alles prima. Aber also ich auf dem letzten geraden Stück nach Fischerhude rein kam – keine Spur von Caro. OK, also weiter nach Sagehorn. Interessanterweise begann nun der Radweg gerade auf diesem Stück sehr eisig zu werden. Auf den Brücken lagen fast Eisschollen wie etwa aus einem Bild von Caspar David Friedrich.

Caspar David Friedrich: Das Eismeer bei Oyten (um 1814)

Und immer noch keine Mädels in Sicht. Da es nun bereits langsam dunkel wurde und ich kein Verlangen danach hatte im dunkeln auf dem Eis zu fahren, machte ich mich weiter auf Richtung Achim und blieb nach Möglichkeit auf der Straße, denn diese war vergleichsweise gut zu befahren. Von Achim über Uphausen dann nach Bremen zu fahren war dann kein Spaß, machte aber die 50 km für den Tag voll (strava).

Mir ist aufgefallen, dass ich dieses Jahr noch fast keine Fotos vom Kraftwerk Bremen-Hastedt gemacht habe – etwas das geradezu Pflicht für jeden Beitrag der Festive 500 2013 war. Also hier einmal ein besonders schönes von gestern.

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Bremen-Hastedt in voller Schönheit

Heute dann kurzfristig mit Caro verabredet, um das gestern versäumte nachzuholen. Es drisselt ein wenig unterwegs, aber wir fahren auch nur bekannte Routen; über den Deich zum Dammsiel, dann weiter nach Worpswede. Es ist wieder wärmer geworden und das Eis ist komplett weg. Wir können quatschen, ab und an auch mal auf die Tube drücken. Das ist alles anstrengender als im Sommer zu fahren, aber irgendwie sind wir durch das viele Fahren in letzter Zeit auch gut in Form. Durch die Kombination von Mallorca und Festive 500 werden es im Dezember insgesamt mehr als 1.300 km werden.

Also, kann man durchaus versuchen einen KOM zu knacken: Timewarp. Ich fahre vorne und ziehe Caro mit 34/35 Sachen die Straße auf den Sandberg in Worpswede hoch. Wir sind fast an dern Parkplätzen und ich versuche auf dem Level zu bleiben, auch wenn ich gleich wie ein Luftballon in mich zusammenfalle. Das tu ich dann auch und Caro zieht vorbei. Ich schaue irgendwie, dass ich auch nach oben komme, bin aber nur noch am kriechen.Zuhause ist da Ergebnis für mich dann auch enttäuschend. Caro ist immerhin nur eine Sekunde langsamer als ihre Bestzeit. Respekt.

Dann geht es ganz langsam nach Hause, und da ich noch ein wenig Zeit habe, fahre ich zur Erdbeerbrücke und dann noch ein wenig weiter nach Süden bis nach Dreye. Am Ortseingang hat die lokale Polizei eine ziemlich gut getarnte Radarkontrolle eingerichtet.

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Als blauer Starenkasten getarnter Starenkasten.

War aber ohnehin zu müde, um überhaupt nur dreissig zu schaffen. Dann über das Weserwehe nach Hause. Die nun obligatorischen Kraftwerk Bremen Hastedt Bilder, einmal vom Wehr zum Kraftwerk hin und einmal in die andere Richtung zur Wilhelm-Kaisen-Brücke.

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Wölken über dem Craftwerke Hastedt von Caspar David Friedrich (ca. 2014)

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Die Weser, ca. 2014

Nachdem gestern noch exakt 3,2 km zum Erreichen des Festive 500 Ziels fehlten und ich Caro androhte genau diese noch gemeinsam mit ihr heute morgen zu fahren, ist nun heute Abend alles im Sack (strava). Trotzdem geht es morgen, wenn sich noch ein paar Mitfahrer finden, noch mal raus.

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Festive 500 Day #4 und 5: Einzel- und Gruppentherapie

In der Gruppe ist es doch lustiger als alleine. Gestern quälte ich mich alleine Richtung Süden, heute erfreute ich mich am Windschatten in Richtung Westen.

So langsam gehen mir die Ideen aus, welche Straßen noch zu fahren sein könnten, und so machte ich mich auf den Weg nach Süden auf der linken Weserseite: Dreye, Riede, Thedinghausen – immer schön gegen den Wind und schön langsam. Lunsen, Werder und über die Brücke der Weser, dann einen Abstecher zum Hünenhügel, um wenigstens etwas anspruchsvolles mitzunehmen – dann hoch nach Achim.

Nachdem ich vor einigen Tagen von meinen Plänen durch eine dicke und fiese Regenfront abgehalten wurde weiter nach Norden zu fahren, machte ich nun ernst und fuhr weiter Richtung Uesen. An der Einfahrt zur Autobahn stand ein Tramper der nach Hannover wollte und sich die Beine in den Bauch stand und den Daumen raus hielt. Ich unterhielt mich mit ihm, einfach schon aus dem Grund, weil Tramper heute so selten sind. Warum eigentlich? Als Jugendlicher bin ich ab und an getrampt und habe selten schlechte Erfahrungen gemacht und später auch öfters Tramper mitgenommen. Nur einmal bin ich mit einem Betrunkenen nach West Berlin durch die Zone gefahren und da wurde mir schon mulmig als er die DDR-Grenzer anraunzte „Dauert das hier noch lange, ihr Pissbrüder?“ Die waren vermutlich aber an den speziellen Berliner Charme gewöhnt. Und im Vergleich zu dem was nachher in Berlin passierte war das alles sowieso harmlos. Ich sage nur. Hausbesetzerkampf, und klein-naiv Möbelchen mittendrin – aber das ist eine andere Geschichte.

Über die ich nachdachte, als ich weiter fuhr Richtung Posthausen, um zu sehen ob alles beim Dodenhof richtig läuft. Es war der erste Samstag nach Weihnachten und der Dodenhof hatte gleich bis 23:30 hr zum ultimativen Shoppingerlebnis auf, was in jeglicher Richtung kilometerlange Staus nach sich zog. Das ist schon ein Phänomen, dieser riesige, weiße Klotz mitten im Dorf. Ne, kann man eigentlich nicht so beschreiben, es ist mehr so, als wenn dieser riesige, weiße Klotz vom Himmel runtergefallen wäre und  alle Häuser an die Peripherie gedrückt hätte. Es gibt die ofizielle Dodenhof Seite zum Parkplatz hin, mit viel Glas, Reklame udn Eingängen geschmückt mit Buden und Firlefanz davor und es gibt die Seite, wo Dodenhof dem Dorf Posthausen seinen weißen Arsch zeigt. Man fährt hunderte von Meter an einer langweiligen, weißen Front lang, biegt um die Ecke und dann, ganz am Ende des Dorfes gibt es noch einen zweiten Dodenhof Laden. Wesentlich kleiner als das Einkaufszentrum, fast nur ein ehemaliger Dorfladen, der uns darüber Auskunft gibt, welche Kunden man nicht im Shopping Center sehen möchte: Dicke, fette Männer.

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Schlimm genug, dass Männer in Schuhgeschäften immer entweder in den Keller oder in die erste Etage müssen: Bei Dodenhof müssen dicke, fette Männer um die Ecke.

Politisch also völlig inkorrekt. Wie übrigens auch dieses Plakat, dass ich wenige Kilometer weiter in Ottersberg am Wegesrand sah. Tja, die Nachrichten verbreiten sich langsamer auf dem flachen Land.

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Zusatzkonzert wegen des sensationellen Erfolges ?

Das erinnerte mich an die erste Strophe des Songs Roadblock von Stan Ridgway.

Weiter ging es nach Quelkhorn, Buchholz und Wilstedt. Nun kam endlich und ich schöre, um ersten Mal an diesem Tag der Wind von hinten und blies mich zackig auf dem Achterdamm Richtung Huxfeld. Persönliche Bestzeit, obwohl ich mich gar nicht anstrengte und schon relativ kaputt war. (Strava). Dann weiter wie üblich, schmucklos ohne Variationen, ohne zu denken Richtung Borgfeld. Mittlerweile war es dunkel geworden, aber ich hatte imm ernoch Lust zu fahren und so machte ich mich noch mal auf den Wümmedeich, fuhr bis zum Dammsiel und dann an der kleinen Wümme zurück zum Unisee und nach Hause. Damit waren dann mehr als die zwei Drittel der Festive 500 für dieses Jahr nach vier von acht Tagen erledigt. Aber man muss fahren, wenn das Wetter OK ist, man weiß nie ob man morgen überhaupt noch raus kann.

Zuhause angekommen, am PC, sah ich dann, dass für heute um 11 Uhr etwas am HaW geplant war. Prima dachte ich mir, eine größere Gruppe, das macht bestimmt Spaß und da will ich mal wieder mit. Es hatten sich etwa 214 Rennradfahrer angemeldet, das war vermutlich die größte Truppe, die jemals vom HaW starten sollte, sozusagen der lange Marsch der Rennradfahrer. Leider war es aber so, dass über Nacht das Wetter dramatisch schlechter wurde. War am Abend vorher noch eine Bullenhitze und viele Bremer sassen mit Kind und Kegel im Garten oder auf dem Balkon und schmissen Steaks auf den Grill, war es am nächsten Morgen auf einmal und völlig unvorhersehbar minus sechs Grad. Dies führte dann in der Konsequenz zu einigen Absagen, und zwar genau zweihundert. Alle natürlich total fadenscheinig, ich zitiere und zittere hier einmal wahllos:

„Ich bin leider raus. Das Bein ist nicht wie geplant an den Körper drangewachsen. Aber das Wetter ist ja erste Sahne! Viel Spaß!!“

Hallo Leute, ich bin raus! -666°C da ist mir meine Gesundheit wichtiger, kann mir keinen Ausfall erlauben…….sorry.“

„Erkältung, Kälte und 80km vertragen sich bei mir noch nicht. Ich guck aus’m Fenster und beiß mir in Popo.“

Letzteres würde ich übrigens wirklich gerne einmal sehen. Wie viel kann man eigentlich vor sich sehen, wenn man sich gerade selber in den Po beisst? Und was sehen in diesem Moment die Nachbarn?

Egal. Es war aber wirklich ein wenig kalt am heutigen Morgen. Als ich zur Garage ging, machten im Haus neben uns die Nachbarn gerade ihre Panzer klar für die Fahrt zur Arbeit.

Ich war also nicht so optimistisch, wie viele letztendlich am Treffpunkt am HaW auftauchen würden, war dann aber doch sehr angenehm überrascht Caro, Philipp, Jan, Benjamin, Detlef und noch viele mehr zu sehen. Und es wurden immer mehr. Und schon ging es los. An sich wollte ich ja nur lutschen, aber irgendwie fand ich mich schnell ganz vorne wieder und wurde dann gleich von Philipp ermahnt , doch bitte so zu fahren, dass wir als homogene Gruppe fahren können. Klar, das wollte ich ja auch, aber wenn neben mir Philipp, Jan und dann später auch Sebastian fahren ist es sehr selten, dass die Nadel unter dreißig fällt, nicht an jeder Autobahnüberführung ein Bergtrikot vergeben wird und Ortsschilder uns nur noch als verschwommenen Pfeil erkennen. Also haue ich immer erst mal rein, das ist vermutlich so ähnlich wie bei Pavlov und seinem Hund.

Über Borgfeld ging es nach Fischerhude und Quelkhorn und von da Richtung Buchholz. War ich teilweise also bereits an dem Tag davor befahren, machte in der Gruppe aber mehr deutlich mehr Spaß. Dann ein Abstecher nach Vorwerk.

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Strahlend blauer Himmel, perfekte Zweierreihe.

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..und perfekte Kurventechnik auf dem Weg nach Vorwerk.

 

 

Wie jedes Mal (also bislang zwei Mal), verfuhren wir uns in Dipshorn und landeten auf dem Crosserweg. Irgendjemand, der auch praktischerweise auf seinem Crosser mitfuhr, murmelte etwas von „ist doch nicht schlimm so ein wenig Feldweg…“, konnte aber keinen Nicht-crosser überzeugen.  Ich finde, das sollten wir auch weiterhin so machen, sozusagen ein traditionelles verfahren oder Verfahren. Bei meinem japanischen Club „Positivo Espresso“ hieß dass „the pointless ride“, und der absolut unsinnigste pointless ride war hoch zur Kabelbahnstation am Mitake Berg.

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The pointless ride – German version

 

Ich vermute, dass liegt daran, dass man rechts zum Friedhof abbiegen muss. Das will keiner, also fahren wir immer links. Zeit für ein paar Gruppenphotos.

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Philipp beim Gruppenfotographieren

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Die Gruppe beim gruppenfotographiert werden

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Und alles in einem Bild.

 

Schnell waren wir in Bühlsedt, Wilstedt, Huxfeld und dann ging es auch schon durch die Bremer Schweiß nach Timmensloh. Ich fuhr immer noch fast die ganze Zeit mit Philipp zusammen vorne. Es war nicht sooo anstrengend; schnell hatten wir uns auf ein gemeinsames Thema verabredet und brauchten unsere besten Stories: Die bescheuersten Dinge, die wir gemacht haben, als wir richtig betrunken waren. Die von Philipp will ich nicht erzählen, nur bemerken, dass seine besten Geschichten nicht so lange her sind wie meine besten Geschichten, die ich nicht vorenthalten möchte:

  • Ich fuhr betrunken mit dem VW Käfer von einer Probe unserer Band nach Hause (leider waren waren wir musikalisch nur betrunken zu ertragen) und kam an eine rote Ampel die nicht grün wurde. Und zwar sehr lange nicht. Irgendwann wurde ich nervös, dachte ich wäre auf einem schlechten Trip. Aber irgendwann merkte ich auch, dass ich vor der roten Lampe eines Nachtclubs gehalten hatte.
  • Mit dem gleichen Käfer, der ein Schiebedach hatte, sind wir an einem sehr langweiligen Freitag Abend in den Wald gefahren und dort auf eine große Wiese. Drei von uns setzten sich auf das Autodach und hielten sich irgendwie fest, der Vierte fuhr und hatte die Aufgabe uns alle vom Autodach fallen zu lassen. Wahnsinnig lustig. Keine Ahnung, warum wir das alle ohne Verletzungen überlebt haben.
  • Nach einer Party auf der es nur Wodka und Tri-top zu trinken gabund die erstaunlich schnell zu Ende war, konnten wir unser Auto nicht mehr im Parkhaus finden. Also haben wir uns einfach in die nächste Parkbucht zum schlafen gelegt – bis die Polizei kam. Die wollte uns dort vertreiben, aber mein Freund Peter sah in dem Moment auch wieder, zu seiner großen Freunde unseren Wagen und machte Anstalten damit loszufahren, weniger zur Freude der Polizei. Die uns dann den Schlüssel wegnehmen wollte, worauf Peter, der unter Alkohol zu größter Zuneigung allen Menschen gegenüber fähig war meinte: „Na gut, aber fahren Sie nicht so viel rum, da ist nur noch wenig Sprit drin.“

Es gibt noch jede Menge anderer Geschichten, aber die enden ja doch meist damit, wie man kotzend über der Kloschüssel hängt (oder über dem Aschenbecher im Zugabteil, wie es die heutige Jugend macht) oder sich bedusselt fremden Mädels in die Arme schmeißt und etwas von ewiger Liebe fasselt – Jürgen von der Lippe hat das mal telefonisch sehr schön dargestellt. Jdenfalls zeigt das auch wie schnell wir unterwegs waren. In Timmensloh angekommen hatte ich Lust auf einen Gin Tonic.

Von dort etwa an, fuhr jeder in seine Richtung nach Hause. Ich wollte noch ein paar Kilometer oben drauf legen und machte mich weiter am Wümme Damm auf, dort waren wir dann nur noch zu zweit. An der kleinen Wümme dann zurück bei einer Fotopause …

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Im Hintergrund, etwa 800 km weit südlich die Alpen. Im Vordergrund das Bremer Drama.

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… traf ich dann Caroline, die andersrum vom HaW die kleine Wümme lang fuhr. Lustig. So jetzt war aber genug und es ging ab nach Hause, wo ich vor dem Tankwagen mit dem wunderschönen japanischen Namen endlich einmal ein weiteres Foto machte.

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Danke an alle Mitfahrer. 400 km geschafft, noch 60 müssen es sein.

 

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Lost in France…. äh….Horstedt

Weihnachten – Ohrwurmzeit. Man geht in die Stadt,kauf eine Menge Geschenke und kommt vollgepackt und in den Ohren „White Christmas“ gestopft nach Hause zurück. 

Ist es nicht erstaunlich, dass wir relativ große Kontrolle darüber haben, was wir uns in die Einkaufstasche stecken, aber fast keine darüber, was in unseren Ohren hängenbleibt? Ich wünschte, ich würde aus der Stadt kommen, und sagen wir mal, das hier vor mir her summen:

Aber nein, so was bleibt nie hängen. Hängen bleibt immer, dass was vielleicht irgendwelche Ur-instinkte oder -ängste in uns anspricht denen wir willenlos folgen müssen, so wie das hier:


Also raus aus der Höhle und im Wald Honig und Beeren sammeln gehen.

Letztens, auf der sehr guten Party von Caroline im Eichhörnchenrevier hatte ich eine interessante Küchenunterhaltung über das Thema Musik, die mit der Aussage: „Die Musik der Neunziger war echt geil.“ begann. Auf mich übersetzt heißt das: „Die Musik der Siebziger war echt geil!“. Stimmt, es gab tolle Songs, noch bessere Gruppen und leicht komische Frisuren. Das gilt übrigens auf für die Achtziger und die Musik der Neunziger war geil. In den Nullern gab es gute Musik und, wenn man genau hinhört gibt es diese auch noch heute. In den Siebzigern spielten noch Led Zeppelin, Jimi Hendrix schaffe es gerade noch in das erste Jahr, Jim Morrisson schaffte es gerade noch ein Jahr länger. All dies hörte ich aber nicht, sondern zunächst Slade, Sweet, T.Rex und Udo Lindenberg und später dann die Sex Pistols, the Damned und the Cure (und das sind noch die coolsten Sachen die ich ausgesucht habe – peinliche Irrungen wie Grobschnitt oder MEK Bilk möchte ich hier eigentlich verschweigen).

Mein Punkt ist der folgende: Auch heute gibt es sehr gute Musik, aber unsere Beziehung dazu hat sich verändert. Wir sind eben nicht mehr jung und es fehlt nun der Hebel uns zu begeistern und zu bewegen. „Je t’aime“ im Dunkeln in der Matrazengruft von Clemens Partykeller zwischen Katja und Marion zu hören ermöglicht eine andere Bindung zu einem Song als sich am Schreibtisch über Miley Cyrus „Wrecking Ball“ kaputtzulachen.

Obwohl letzteres der bessere Song ist. OK, hier ist ein wirklich guter Song aus 2014:


Weihnachten bedeutet auch Geschenke zu verpacken.

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Leider ist das kein Weihnachtsgeschenk, was ich hier verpackte, sondern die Sendung meines verzogenen Moulton Rahmens an den deutschen Importeur in der vagen Hoffnung, dass hier noch irgendetwas gerichtet werden kann.

Eigentlich hatte ich auch keine Lust auf Radfahren heute, aber was soll man denn sonst machen an so einem langweiligen Tag. Nach Wochenlangen Fummeln habe ich das Panasonic nun endlich in Schuss bekommen: Das Campa Chorus Schaltwerk harmonierte nicht mit den 8-fach Campa Chorus Ergopower Hebeln und der Schutzblechadaptor am Bremssteg wackelte – jetzt funktioniert alles perfekt. Vorne ist nun ein verkabelter Tacho dran, den die Axa Leuchte interferiert mit dem kabellosen Teil und ich fahre dann konstant 199,9 km/h.

Raus auf die Straße und innerhalb von 20 Metern habe ich eine unerfreuliche Diskussion mit einem Rentnerehepaar, dass mein Recht auf ein Durchkommen auf dem Fußgängerweg bestreitet. Das ich ohnehin wenig Lust auf fahren habe, habe ich viel auf diskutieren. Nach sechs Minute geben sie auf.

Auf dem Deich treffe ich Silke, Caroline, Torben und X. X ist ja ein echter Schnacker – ich musste ihn mehrfach unterbrechen, damit ich endlich weiterfahren konnte. Danach radle ich weiter nach Riede und dann ein paar neue Wege in der Dibbersen Ecke. Ich verirre mich nach Horstedt in einem Schrebergarten, aus dem ich nicht mehr herauskomme. Eine letzte Tür, die mir einen Ausweg bieten kann:

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„There are things known, and things unknown, and in between are the Doors.“ (William Blake; angeblich die Inspiration für den Namen der Gruppe „The Doors“)

Die Weser ist ein Grundstück.

Hinter Eißeln ein Platter. Jedesmal wenn ich einen Platten mit einem Reifen habe, der nicht Conti GP4000 ist, denke ich: Ich sollte wirklich Contis aufziehen. Jedesmal wen ich einen Platten mit den Contis habe sage ich mir: „Die halten ja echt lange!“ Ich pumpe den Reifen mit einer Kartusche auf, da es so kalt ist und das CO2 so schnell entweicht wird die Kartusche extrem kalt und bleibt an meiner Hand kleben.

Über die Brücke nach Achim und dann direkt auf dem langweiligen Weg nach Hause. Insgesamt ergab sich somit folgendes Bild:

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Wie man sehen kann, habe ich mir größte Mühe gegeben mit dem Rad einen Hai zu malen. Das ist vermutlich die letzte Fahrt der Saison, denn die neue beginnt am 24.12. mit der Festive 500. Vielleicht brauche ich dafür noch einen anderen Untersatz, so etwas als Rad:

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Aber jetzt erst mal zu Hause Kaffee trinken, Kuchen essen und gute Musik hören.

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Humoorlos.

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Heute, an der humoorlosen Kirche.

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Hinterm Stahlwerk.

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ebenda

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Wind und Stahl

Traumwetter heute – nach Bremer Dezembermaßstäben. Raus auf das gewaschene Panasonic und 60 km abgespult zur humoorlosen Kirche und auf anderen Pfaden wieder zurück. Damit ist die 11.000 km Marke für diese Saison geknackt.

 

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Wümme. Hillibillies. Gleich Wümmbillies.

Der Zeh schaut unter der Decke hervor und prüft die Zimmertemperatur. Weiterschlafen. Die Terrassentür geht auf, ein Kopf lug hervor und schaut auf das Außenthermometer: Null Grad. Raus auf’s Rad.

Der Winter ist eine Entscheidungsqual. Am Wochenende aufstehen oder nicht aufstehen, Radfahren oder nicht Radfahren, zwei oder drei Lagen Textilien auf dem Körper….bis man das alles entschieden hat ist es schon fast wieder dunkel. Und dann muss man auch noch alles anziehen und dies und das mitnehmen. Ich freue mich daher schon auf dem Sommer wenn ich quasi nackt zum Unisee fahren kann. Genau, nackt auf dem Rad nur mit Sonnenbrille und Oberlippenbärtchen.

Als ich endlich draußen war, erheblich verzögert durch den Anspruch meiner Tochter den Unterschied zwischen „cadeau“ und „gateau“ zu verstehen, fing es schon an zu dämmern. Ich wollte nur kurz am Unisee vorbei und dann durch das Blockland zum Wümmedeich und wieder zurück. Am Unisee, so hatte ich letztens entdeckt, gibt es ein Strava Segment, dessen Herr KOM ich werden könnte und das wollte ich ausprobieren, von mir aus auch auf dem lahmen Panasonic. Das hat dann zwar nicht ganz geklappt, war aber trotzdem OK. Im Panasonic Normaltempo ging es dann weiter durch das Blockland. Ich mag die Gegend dort, weil die dort zu feucht und vermoddert ist und mich an Dinge erinnert wie die Erverglades

oder Sümpfe in Louisiana:

oder, um gleich auf den Kern der Sache zu kommen:

Genau, Down by law.

An der Nebenwümme reihen sich die Kleingärten auf und man kann sich leicht vorstellen, dass hier die Wümmbillies ihr zuhause haben.

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Die Nebenwümme, Heimat der Wümmbillies.

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Bike leaning against almost nothing.

Man kann auf der Süd- oder auf der Nordseite der Nebenwümme fahren, das letzte Stück dann nur noch im Süden. Die Südseite ist ohnehin, nach mehreren Versuchen bestätigt, die schönere. Ruckzuck war ich dann an der Wümme und ich hätte jetzt einfach rechts abbiegen und nach Hause fahren können. Wollte ich aber nicht, ich hatte mich gerade an die Kälte gewöhnt und war gut drauf, also überlegte ich mir auf der anderen Wümmeseite nach Hause zu radeln, dem Blockland Roubaix. Aber als ich dort ankam dachte ich mir, na ja, kannst ja auch gleich weiter bis nach Worpswede (Warp! Wede!). Nun war es richtig dunkel und auch richtig feucht. Die Axa Lampe leuchtet zwar ganz prima, aber die Blendung durch entgegenkommende Autos plus jede Menge Wassertropfen auf der Brille dient nicht der Orientierung nach vorne.

Nach Warp! Wede! wollte ich dann ein paar neue Straßen ausprobieren und machte mich von Warp! Hausen! auf nach Frankenburg. Mittlerweile waren meine Füsse Eisklumpen und ich bedauerte meine lustigen und spontanen Ideen. Übrigens, so neben bei als Tip: wenn man neue Straßen erkunden will macht das viel mehr Sinn im Hellen als im Dunkeln. Denn sonst weiß man am Ende genauso viel wie vorher weil man nichts gesehen hat.

Alles in allem bin ich aber recht froh heute wieder auf’s Rad gestiegen zu sein und wenn es nur der Härtung für den Winter gedient haben mag.

 

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Herbst. Fixie. See.

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Herbst und Winter ist Fixie Zeit.

Diesen Sommer bin ich kaum Fixie gefahren, für den Weg zur Arbeit hatte ich mein Umberto Dei, für größere Touren gab es eine Anzahl schöner, schneller und passabler Rennräder in der Garage und für das schlechte Wetter habe ich nun ein Panasonic. Wenn der Winter kommt fahren ich dann gerne wieder Fixie. Das ist technisch anspruchsvoller, man kann sich einbilden, dass es ein gutes Training ist und auch kürzere Touren werden anstrengender, man kann also kürzer draußen in der der Kälte bleiben. Bei Schnee macht ein Fixie wahnsinnig viel Spaß, es ist einfach das Hinterrad zu blockieren und durch die Gegend zu schliddern und wenn man hinfällt, nun dann fällt man in den Schnee und nicht auf den dreckigen Asphalt.

Heute, zwischen zwei Termine gerade einmal Zeit um 30 km auf dem Deich zu fahren. Dann zurück an der Blocklanddeponie und zum Unisee.

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Schön. Schön kalt. Ganz ruhig, vielleicht fünf Radfahrer gesehen. Idealer Trip zur Unterbrechung der Arbeit.

 

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