Archiv der Kategorie: Bremen

Süden spontan

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Auf dem Weg zur Vilsa Fabrik.

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Die Vilsa Heide, das niedersächsische Gegenstück zum Aral-See.

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Neon Orange ist das neue Neon Grün.

Spontane Runde in den Süden.

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Abenddämmerung tief im Rammelland

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Bei Dipshorn Richtung Bremen

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Rammelland. Wo sich die Karnickel spätnachmittags die Löffel vom Gehirn poppen. Der Begriff „Rammelland“ geht übrigens auf Gräfin Jessica von Cosmic-Lubba (1783 – 1899) zurück, die dort Prince Harry traf.

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In den Süden auf der Nationalstrasse 7.

Sommer in Bremen: Menschen mit nacktem Oberkörper, die in Gruppen mit Bierflaschen in der Hand durch das Viertel streifen. Begraste Deichwälle südlich der Schlachte auf denen sich die Bremer sonnen oder auf den Wiesen unterhalb Federball, Boccia oder Zumba spielen. Und dann jetzt auch das neue, noch geheime Strandbad an der Weser: Zeit für Hannes und mich in den Süden zu fahren.

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Das geheime Strandbad im Bremer Süden.

Ehrlich gesagt, wir haben die Schnauze voll davon durch das Blockland und nach Wilstedt zu fahren. Wir kennen dort jede Strasse, jeden Grashalm und jeden unerreichbaren Strava KOM und wir haben Lust auf etwas anderes: Eine spontane Entdeckungstour in den Bremer Süden auf der anderen Weserseite – Strassen die noch nie von uns gefahren wurden, aber zunächst schlagen wir uns bis Ride auf herkömmlichen Wegen durch, und dann geht es auf der L333 Richtung Okel. Die L333 ist das niedersächsische Gegenstück zur Route National 7, also der Verbindungsstrecke zwischen Paris und der Provence für diejenigen Menschen die nicht das Geld für die Autobahn ausgeben wollen.

Den Okeler Berg hoch und schon geht es weiter durch die vielen Alleen im Süden; wir sind flott unterwegs und das Gefühl des Sommers ist einfach herrlich.

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Eine Allee im Süden.

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Noch eine Allee mit niedersächsisch tollem Asphalt.

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Noch eine Allee.

Die Sonne geht langsam unter und unsere Schatten werden auf das Gras geworfen.

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Von Thedinghausen aus fahren wir eine meiner Lieblingsstrecken nach Dibbersen und dann weiter in Richtung Weser nach Horstedt. Laut Wegweiser gibt es dort ein Fährhaus und vielleicht die Möglichkeit über die Weser zu setzen. Zwei Teenies, (verspiegelte Rayban Aviator Sonnenbrillen, Vespas) kommenuns entgegen und wir fragen sie, aber die wissen von nichts. Wir fahren nach Horstedt rein, aber es gibt nur einen Campingplatz an der Weser und keine Fähre. Wir haben nun Gefallen am Abenteuer gefunden und fahren nicht zurück zur Hauptstrasse sondern versuchen unseren Weg nach Norden und nach Hause entlang der Weser zu finden.

Es gibt eine tolle Piste, fast wie eine Landebahn für einen Airbus A380 und wir fahren die so schnell wie wir können lang. Der Gegenwind ist mörderisch, so dass ich nachher etwas erstaunt bin, als ich die Landebahn als Strava Segment markiere. Nur 27 km/hr – es kam mir so viel schneller vor! Aber das muss man erst einmal schaffen – also nehmt die Herausforderung an und zeigt was ihr drauf habt.

Nach 70 km kommen wir zufrieden zurück nach Bremen. Der Sommer könnte endlos so weitergehen.

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Warten auf Bumsfidel. RTF Barrien.

„In Bremen an der Weser, Fleischergasse 8
da wohnt der Metzger Bumsfidel, der aus Kindern Hackfleisch macht
den Eltern gibt er’s wieder, wenn auch als Frikassee
auf diese Art und Weise, tut scheiden nicht so weh“

Mit diesem Reim versuchten mich meine Eltern in Kindertagen davon zu überzeugen, meine Suppe auszulöffeln, wenn sie mal wieder nicht so gut schmeckte. Bumsfidel, das war der Horror meiner Kindertage: omnipräsent wie Tritop, grauenhaft wie BZN und geheimnisvoll wie Idi Amin. Ich wurde erwachsen, dachte nicht mehr an Bumsfidel, bis an jenen schicksalhaften Sonntag im Juni 2015:

Markus und ich hetzten morgen uns halb sieben zur Bank an der Wehrstrasse, wo sich die bremischen Radfahrer zur Anfahrt nach Barrien trafen. Wir wurden herzlich begrüßt mit einem lautstarken: „moin, rhabarber, rhabarber, rharbarber, grummel, grummel“ begrüsst und wollten schon losfahren…..

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Sonntag Morgens um halb Sieben an der Wehrstrasse: Where the fuck is Bumsfidel?

….. als jemand auffiel, das Bumsfidel noch fehlte. Bumsfidel –  ein leichter Schauer rieselte über meinen Rücken und die noch behaarten Teile meiner Beine richteten sich leicht auf gegen den Nieselregen auf. Ein gelber Schatten am Horizont: „Da kommt Bumsfidel endlich!“

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Nein, es war nicht Bumsfidel. Bumsfidel kam nicht und so setzten wir uns in Bewegung Richung Barrien.

Die Barrien RTF heisst offiziell, zumindest auf der Referenzseite aller RTFs in Norddeutschland, Helmuts Fahrradseiten: „Quer durchs Hachetal„. Ich finde die Bezeichnung „Tal“ etwas irritierend, denn sie impliziert das Vorhandensein von Bergen oder wenigstens Hügeln um das Tal herum. Die Hügel müssen sich aber bereits vor langer Zeit  gen Süden verpisst haben. Oder meinte jemand damit die Berge an Butterkuchen, die das eigentliche Highlight dieser RTF sind?  Erste Fehleinschätzung.

Die zweite war, dass wir recht zügig nach Barrien unterwegs waren. Ich dachte, das wird eine gemütliche RTF die ich im 30/33er Schnitt abrolle. Mein Image war etwa so:


Also, locker rum fahren, ab und an ein Baguette aus den extralangen Trikottaschen ziehen und abbeissen, ’ne Fluppe zwischendurch rauchen und dann volles abtanzen im Technoclub in Barrien, um die überschüssige Energie loszuwerden.

Aber alleine die Anfahrt dorthin ließ bereits den Verdacht aufkommen, das es schnell werden könnte. Also erst einmal eine rauchen, wenn das schon bei der Fahrt nicht möglich ist und sich vorher gut verpflegen. Es ist ja schon unglaublich, was die Dorfvereine um Bremen herum (Goldenstedt, Visbeck, Barrien etc.) für so eine RTF an Kuchen und Broten zur Verfügung stellen. Ich bin versucht mit Rad und Kinderanhänger anzureisen, den Damen am Buffetstand zuzurufen: „Ich kaufe alles, stellen Sie es mir bitte in den Anhänger und schicken Sie mir eine Rechnung.“ und dann auf dem Marktplatz in Bremen zu verkaufen – ich könnte reich werden.

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Alles in den Anhänger bitte, aber zapp zapp!

Aber ich bin zum radeln gekommen und nicht um Geld zu machen. Also nehme ich ein Leberwurstbrötchen, einen Kaffee und mache mir eine Mentholfluppe an. Eins von den RCB Mädels starrt mich mit diesem Blick an, den ich nur zu gut kenne. Es ist der Blick, den mein Vater hatte, als ich ihm nach dem Abitur sagte, dass ich nun eine landwirtschaftliche Lehre anfangen würde und den Lehrvertrag bereits unterschrieben hatte; es ist der Blick, den mir meine Frau zuwarf, als ich ihr nebenbei sagte, dass ich zu meinem Geburtstag alle meine ex-Freundinnen eingeladen habe. Ich glaube die Idee des Blickes kommt ganz gut rüber.

Aber wie gesagt, ich bin zum radeln gekommen und wir stellen uns am Start auf. Und nach einer motivierenden Rede durch den Verein geht es los. Und wie immer bei einer RTF fährt man dann gleich 45 km/h ohne das richtig zu merken. Das Feld zieht sich schnell auseinander und Markus und ich sind recht weit vorne in einer Gruppe mit vielleicht 20 Fahrer. Es ist kaum jemand dabei den wir kennen, aber die Gruppe macht gutes Tempo und wir hängen dran, als wenn es um unser Leben geht. Das heisst, ich tu das, Markus macht das sehr souverän. Irgendwie fehlt mir heute die Power, das liegt a) an der Zigarette b) an dem Basso Stahlrad, das heute den Vorzug vor der Carbonmöhre bekommen hat und c) an der Angst vor Bumsfidel. Vermutlich. Vielleicht reichen in meinem Alter fast 6.000 km Training auch nicht mehr aus, um eine RTF schnell zu fahren, ich weiß es nicht.

Bei der ersten Kontrolle nach noch nicht einmal 30 km fahren wir durch. Wir sind jetzt nur noch zu siebt und das Tempo ist immer noch hoch. Irgendwo an einem Hügel nach 41 km müssen wir abreissen lassen, vier sind vorne weg, und wir drei sortieren uns neu. Bis wir dann unvermeidlich von einer größeren Gruppe überholt werden, in der sich die meisten schnellen Jungs vom RCB befinden: Philipp, Sebastian, Stefan, Benjamin, Tobias.. habe ich jemanden vergessen? Nein, Bumsfidel ist nicht dabei. Mit der Truppe geht es dann auch schnell, aber vor allem wesentlich gleichmäßiger weiter.

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An der nächsten Kontrolle, nach etwa 60 km halten wir und fassen Butterkuchen, wie es sich gehört. Die korrekte Form der Nahrungsaufnahme bei dieser RTF ist der sogenannte „Barrienburger“: Zwei Stücke Butterkuchen, mit der Zuckerseite nach innen, so dass man sich nicht die Finger verklebt und mittendrin eine halbe Banane.

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Der klassische Barrienburger

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Die Freunden der Nahrungsaufnahme bei einer RTF, wenn man Strava eingeschaltet hat.

Es geht flott weiter, aber in dieser Gruppe macht es mehr Spaß zu fahren. Gleichmässiger, vielleicht etwas langsamer, aber es ist kein Problem mitzukommen und die Geschwindigkeit ist trotzdem hoch. Ruckzuck geht es durch das von hohen Bergen rechts und links umrahmte Hachetal.

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Durch das Hachetal: Links die Hachspitze und der Mont ‚ach, rechts hinter den Bäumen das Hacher Joch.

Die nächste Kontrolle ist nach ca. 103 km, ein etwas ungewöhnlicher Standort bei 115 km Streckenlänge, aber bitte. Es gibt keinen Grund für diesen Ort, da ist nur ein Haus und zwei nette Damen stehen da und verteilen Butterkuchen, den man nun nicht mehr wirklich will. Der Körper sehnt sich nach Bratwurst, Mettbrötchen und Gulaschsuppe – Hauptsache salzig. Die letzten zehn Kilometer sind dann höllisch gefährlich, da ist teilweise viel Sand und Schlamm auf der Strasse vom Regen am Vortag – da hätte aber noch mal ordentlich gekehrt werden können. Egal, das Ziel ist um die Ecke und wir haben es geschafft. Dort treffe ich Eddie Spezial und seinen Sohn Harry Spezial, der gerade seine erste RTF überhaupt gefahren ist. Überhaupt sind irrsinnig viele nette Menschen da die ich kenne und ich muss an meine erste RTF in Bremen überhaupt denken (RSC Gold), da kannte ich wirklich niemanden.  Ds ist schon gut wie sich das entwickelt hat und ich sollte mir das nicht zerstören, in dem ich jetzt fiese Dinge hier auf dem Blog schreibe. Dazu gibt es allerdings auch keinen Anlass. Die Stuhrer sind bereits da, Silke und Olaf, Klapp-Rabe, Cobra, Thorsten, etwas später treffen auch Caro, Tanja und Silke ein. Überall gibt es etwas zu erzählen und zu hören.

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Doch leider muss ich auch schnell wieder nach Hause, das Grauen in Form von „Chemiearbeit der Tochter am nächsten Montag“ steht vor der Tür.

Zuhause lade ich meine Daten auf Strava hoch (mit neuem Namen, um meiner Mitgliedschaft im RCOB Rechnung zu tragen) und definiere bei dieser Gelegenheit ein neues Segment über die gesamte Länge der RTF. Das Ergebnis ist recht interessant: Wie erwartet bin ich etwa genauso schnell wie Benjamin, mit dem ich zusammen gestartet und ins Ziel gekommen bin und immer noch ’ne halbe Stunde langsamer als die Schnellsten.

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Und ich bin 40 Minuten schneller als Sebastian, mit dem ich ebenfalls gleichzeitig gestartet und ins Ziel gekommen bin? Wie hat der das denn geschafft? Und wieso daddelt Thorsten mit 26 km/h wie auf einem Hollandrad rum und belegt den letzten Platz in der Stravaliste?

Clipboard01 Ich glaube, das ist die elektronische Frikassee-rache von Bumsfidel.

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RTF Goldenstedt. Preview.

Nach etwa 150 km erreichte ich den TRATS der RTF an der Marienschule in Goldenstedt. Torsten, Silvia und ich standen an um einen relativ hässlichen Rundstehtisch aus Plastik, auf den ich meine Cola gestellt hatte und mein Blick fiel auf eine Plakette, die in der Mitte des Tisches angebracht war: „Zur Erinnerung an eine schöne Zeit: Irmgard Möller, Schulleiterin 2004 bis 2008.“ So eine Plakette hätte ich später auch gerne einmal an meiner Hochschule, vielleicht angebracht an einen Schwamm oder einen Overhead Projektor.

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Am Start, im Startblock G ganz hinten mit Anne, Thorsten und Sebastian.

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Impressionen aus Goldenstedt: Platz der deutschen Einheit, es spielen dort gerade die Blue Men auf. Im Hintergrund das Rathaus.

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Im Ziel (TRATS) an der Marienschule.

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Endlich im TRATS! Mit Sebastian, Silvia, Tosten und Thorsten.

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Velothon 2015 Berlin

Existenzialismus.

Fotos erst, Story später.

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International Drug Trade

This is a post I wanted to write for quite a long time.  Moving from Tokyo to Bremen in 2010 was quite a shock. Obviously not for Tokyo, that could easily neglect the loss of one of its 30 Million Kanto Metropolia inhabitants and also not for Bremen as well, that couls easily acommodate one crazy half-foreigner. Riding a bike in Tokyo is s much different from riding a bike in Bremen, it is almost like beginning to cycle all over again: Bremites ride on the right (or wrong side) of the road, there are many cycle lanes as oppoed to Tokyo where there are very few, the Bremen landscape is empty of any noticeable hills whereas the weather there is empty of any sun except for the summer (Juli 15th to August 3rd). On the other hand, there are also some similiarities. The most important one: After five years in Bremen I found many nice people to ride with and there is a pletora of offers to ride together almost every day of the week. And much to my surprise I found out that the Columbian drug cartel has established itself along major cycling roads in the vicinity of Tokyo as well as in Bremen. One of the favourite roads out of Tokyo for the Positivo Espresso team is a small, asphalted road along the Northern slopes of lake Tsukui in the West of Tokyo. The road is almost the first pleasant road after the urban sprawl of the Hashimoto/Sagami area and allows to avoid heavy raffic on national road #413 when riding out to Miyagase lake or other popular destinations. This isn’t a very long road and it doesn’t offer spectacular climbs or vistas, although the view on lake Tsukui is beautiful and at the vey hand one passes over the lake on a suspension bridge. I have seen Japanese monkeys in the surrounding forrest once but this is rather an usual event, Nevertheless this road is full of Positivo Espresso stories, for example a rode there once with James and Ludwig on my Cervelo racing bike and rode back on a single speedy. But by far the most interesting feature is the villa of the Columbian druglord that is situated about half of the distance.

The Villa of the Columbian druglord at lake Tsukui.

This is a spectacular building that arrived in the completely surprised landscape one day, although the owner tried to compensate the ladnscape by planting some palm trees along the road. For those who haven’t been to Japan yet, this is neither a traditional nor a very modern Japanese building so the only conclusion possible is that this indeed must be the villa of a druglord. When I checked with Google streetview I found out much to my surprise that the building is blurred – which is quite common in Germany but very rare in Japan; another indication that something suspicious must be going on behind its terracotta walls. For years a land rover was parked in front of it, I always assumed that this was the car to make a quick escape as it never seems to have moved. I guess almost every blogpost on the Positivo Espresso and this blog that reports about a ride covering this road has mentioned the druglord’s villa. The location, style and related story of this place seemd to me so particular, that for a long time I thought that this must be special, not to be encountered anywhere else in the world. This was my opinion until entered Delmenhorst the other day. Delmenhorst, a rather unimportant small city to the West of Bremen, home to some very nice people, offers once a year a good touring event. The main point of this tour is, that it doesn’t bother to stay close to Delmenhost for a long time; it rather leads out straight to Colnrade with its beautiful forrests and network of small, sleepy roads. However, when one enters Delmenhorst coming from Bremen, one sees this at the entry to the city.

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Columbian Drugloard’s Villa in Delmenhorst

After gaining abundant international experience in Tokyo, the only conclusion I can draw is that this is another outpost of the Columbian drug cartel as a) the style of the building is strinkingly similar b) the incorporation into the landscape as inconspicuous as in Tokyo and c) the location is close to a mayor cycling road.

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In addition one can see four huge garage gates which are not connected to the plastered driveway but have lawn in front of them. This treacherous terrain can only be crossed by all terrain vehicles so I assume there are some Landrover escape cars parked in the garages. The precise location can be seen at GoogleMaps.

According to some local rumours, the villa is owned by a local industrial that became rich by producing wooden toys but one should rather not believe such ridiculous stories.

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Philipp after the Delmenhost RTF,before trying to buy drugs

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Letztens im Blockland

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A Sunday in Hell. A Sunday in Heaven.

Heute war das Paris – Roubaix Rennen angesagt; ein Rennen, dass seit 1896 auf den gleichen Strassen ausgerichtet wird. Damals waren das normale Strassen, heute sind das einfach nur noch gruselige Relikte aus der Vor-Internet Zeit. Das Rennen beginnt nicht, wie der Name sagt in Paris, sondern in Compiegne, etwa 80 km östlich von Paris. In Compiegne wurde der Waffenstillstand des 1. Weltkriegs geschlossen und später auch die (vorläufige) Niederlage Frankreichs im 2.Weltkrieg 1940 vom Führer höchstpersönlich besiegelt. Von dort aus führt das Rennen durch die in dem Film „Willkommen bei den Sch’tis“ bestens beschriebene Landschaft nach Roubaix, der Partnerstadt meiner Heimatstadt Mönchengladbach.

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Roubaix. Sahneseite.

Bei aller Romantik und prinzipiell netten Menschen sollte man sich da nichts vormachen; beides sind trostlose Löcher, das eine hat ein Rennen, das andere einen Fußballverein.

Das Rennen endet in einem Velodrome, dann bekommt der Sieger einen Pflasterstein und darf duschen gehen. Das passierte heute John Degenkolb.

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„Cool, ein… Stein. Äh, Danke auch.“ Wenn ich noch ein paar mal hier gewinne baue ich eine Strasse oder ein Haus damit.

 

Insgesamt ist das ganze eine für alle Beteiligten sehr anstrengende und unerfreuliche Angelegenheit, bei der man hinfallen, verlieren und unter Umständen auch von einem Zug überfahren werden kann. Von der Teilnahme wird daher dringend abgeraten. Wer immer noch nicht überzeugt ist, möge sich „A Sunday in Hell„, den Film über das Rennen von 1977 ansehen.

Bremen im April 2015 – der Himmel lacht die Sonne an und beide auf die Menschen runter, die nun aus der Stadt in Parke und auf Deiche drängen. Es könnte nicht schöner sein, na gut, der Westwind draußen und Holger drinnen nerven doch ganz gewaltig als ich alleine Richtung Erdbeerbrücke fahre. Warum heisst die Erdbeerbrücke, eigentlich Erdbeerbrücke? Ist es nur, weil niemand sich gerne an Karl Carstens erinnert, oder gibt es eine geheime Reminizenz zu Klaus Kinski? Vor mir fährt ein Mädel, das die besseren Entscheidungen bei der Wahl der Strassenseiten trifft und daher 200 Meter schneller auf dem Deich ist als ich. Auf dem Deich hole ich sie endlich ein und will sie gerade überholen, als ich feststelle, dass sie eine Transalp Trinkflasche stecken hat. Ich verstehe das als dezenten Hinweis auf Leistungsstärke und lutsche erst einmal; aber dann überhole ich sie dort. Ich glaube ich kenne sie aus der Zeit,als ich noch mit dem swb Team vom Universum Gym aus gefahren bin.

Es ist ein wenig mühsam gegen den Wind Richtung Riede, aber dann kommt das schönste Stück überhaupt, nach Dibbersen raus. Ich weiß jetzt bereits, wenn ich einmal von Bremen fortgehe, dann wird mich die Erinnerung an dieses Stück Landschaft begleiten.

Von Thedinghausen aus geht es mit Rückenwind weiter nach Werder und über die Weser den Uesener Berg hoch. Ich fahre auf halbe Strecke hoch  links rein, ich Stück an der Weser aufwärts entlang und die Rampe am Hünenberg hoch. Oben angekommen bin ich fertig und denke: „Wenn ich 15 kg weniger wiegen würde, und ich für jedes Jahraltersunterschied 5 Sekunden früher starten dürfte, würde ich Philipp Lühmann hier locker schlagen.“ Aber jetzt habe ich erst einmal Hunger, denn, wie heisst es so schön „Pain is food, leaving the body“ wenn es um Radfahren geht. Zum Glück gibt es direkt auf dem Gipfel links vom Uesner Berg eines meiner Lieblingslokale, das „Berlin Döner„! Das Berlin Döner kennt an, dass Döner nicht aus der Türkei, sondern aus Berlin kommt, also eigentlich sehr ähnlich zu „Bremen Rollo“. Alleine die facebook Seite von Berlin Döner (Werbespruch: „das beste“) ist schon großartig.

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Neue Kurbel nun gepaart mit neuer Goldkette.

 

Man kann diese facebook Seite aber nur mögen, wenn man, wie zum Beispiel mein Vater, verliebt in Sossen ist. Die facebook Seite ist voll mit tollen Sossenphotos, die man einfach gesehen haben muss. Ich habe mal wahllos eins rausgegriffen:

Sieht man ja nicht so oft in Radblogs – warum eigentlich nicht?

 

 

Und was gibt es von Dienstag bis Sonntag beim Berlin Döner, hä?

 

Ich würde diesen Laden gerne unterstützen. Vielleicht könnte man ja Trikots machen, die wie diese Dönerspießplakate neben meinem Rad designt sind. Gut, fände ich so riesige, aufblasbare Trikots. Die Tomate ganz oben ist dann eigentlich ein Helm und aus dem Helm guckt eine Spießantenne raus an der ein Wimpel flattert: „Berlin Döner – das beste!“.

Es erschließt sich von selbst, dass nach diesem Highlight der Rest der Strecke über Achim, Oyten, Sagehorn nach Fischerhude eher langweilig war. Und dann gegen den Wind von Fischerhude zurück nach Bremen war auch nicht so toll, wenn ich nicht zwei tolle Milchbrötchen in der Bäckerei in Fischerhude gekauft hätte.

Das tolle aber war, dass ich nach ca. 2 1/2 Stunden Fahrt und 70 km genau pünktlich um 15:30hr am HaW ankam, wo die „Björn Riedel Gedächtnis Runde“ darauf wartete gestartet zu werden. Super, dann konnte ich mit der gleich weiterfahren (d.h. einen Moment dachte ich daran nur Hallo zu sagen und mir ein Stück Käsetorte mi Kaffee zur Brust zu nehmen. Aber dann sah ich all die netten Menschen und dachte an Philipp und den Hünenberg und setze leicht widerwillig den Helm auf.

Das war eine sehr entspannte Truppe; Tobi hatte die Strecke auf seinem Garmin und ich fragte ihn wo es hingehen würde: „Richtung Fischerhude, dann nach Oyten und Achim, Uesener Berg und rüber nach Thedinghausen….“ Ich hörte schon nicht mehr zu, denn das war genau die Strecke umgekehrt, die ich gerade gekommen war. Na egal, Tobi führte uns, nicht zu schnell durch die kleinen Wege nach Embs und es war wie ein Musikstück, dass nun auf andere Art und Weise interpretiert wurde. Also, sagen wir mal, das ist meine Interpretation der Strecke, und die hier von Tobi. Na gut, ich wollte einfach nur etwas über t.a.t.u.hier reinbringen, ich gebe es zu.

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Und schwubs, kamen wir schon wieder am Berlin Döner vorbei. Und auf meinen Vorschlag hin, fuhren wir dann auch gleich nach mal den Hünenberg hoch, und zwar ohne Vorwarnung (also Benjamin und ich wussten eh Bescheid, der Rest hatte keine Ahnung was Ihnen blühte). Das hatte Konsequenzen:

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Ich glaube das nennt man wohl eine Radwanderung.

Machte aber auch Spaß und wir erst einmal Pause. Denn nun ging es gegen den Wind wieder Richtung Bremen auf der anderen Weserseite. Das waren auch wieder verschiedene Interpretationen im Prinzip der gleichen Strecke die ich gefahren war, und schöne nette Wege (auch wenn nicht ganz so schön wie nach Dibersen, aber bitte).

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Zeit für die nächste Pause an der „Berlin Riviera“, einem Berliner Eiskaffee in Weyhe.

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Und dann noch die letzten Kilometer zurück nach Bremen, passte jetzt alles.

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Alleen Richtung Osten, im Prinzip bis nach Ostpreußen.

 

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Tanja und Tobi splitteten sich in Leeste ab, Benjamin und Johanna an der Wehrstrasse und die Viertelschwalben am Paulaner. Mit 140 km war das auch est einmal die bislang längste Strecke für 1015, die Hälfte solo, die andere Hälfte in der Gruppe war auch genau die richtige Mischung. Danke an alle die dabei waren: A Sunday in Heaven.

 

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Kette rechts, Wheelstedt links. Nein rechts.

Seit dieser Saison gibt es ja ein unüberschaubares Angebot an Touren im Raum Bremen für alle möglichen Typen und Zeiten, die über facebook organisiert werden: Anfänger und Frauen Montag um halb sieben, Schnelle Jungs Samstags um zehn; Katholiken Sonntags um zwölf und alle die Holger heißen am Ostermontag kurz vor fünf. Getroffen wird sich in der Regel am Haus Platzhirsch Depot, so auch heute.

Ich bin zu spät, da ich zu lange an meinem Moulton herumgefummelt habe, bis es dann endlich fertig wurde – für’s erste. Aber das Selbstvertrauen, mit dem Moulton bei einer Rennradausfahrt mitzufahren habe ich noch nicht anfummeln können, ich bin mir nicht sicher ob es schnell genug, stabil und gruppenfahrtaglich dafür ist. Und eigentlich habe ich ein wenig Angst vor möglichen Kommentaren wie “ Ein Klapprad- ehrlich?“ oder „Schade, dass Du vom rechten Weg abgekommen bist“, denn ich nur mit „Wenn jetzt nicht bald Ruhe ist, dann schreibe ich lauter gemeine und fiese Dinge über Dich auf dem Blog!“ entgegnen kann. Also nehme ich das Canyon, vergessen den Helm zuhause (das war übrigens die zweite Sache die ich heute vergaß, die erste war eine Kaffeetasse in den Automaten zu stellen und die dritte war mein Handy auf der Erdbeerbrücke) und hetze los.

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Sag‘ bloss nix fieses.

Björn ist da, zuerst dachte ich, dass flüssiges Lava an seinem Rennrad runterläuft bis mir klar wird, dass er grell-orange Kniestrümpfe trägt die definitiv nicht UCI konform sind (Folie 38). Benjamin kommt mit seiner Freundin. Ich bewundere sie ja für ihren Mut mit uns zu fahren, denn wir sind IMMER schneller als angekündigt und drohen davon zu eilen. Natürlich könnte der Grund auch „total bescheuerte Verliebheit“ sein, da die beiden aber, so glaube ich, schon länger zusammen sind scheidet das wohl aus. Schröder und Tanja sind auch da, bei den beiden bin ich mir über die Kombination von Mut und Veliebtheit deutlich weniger sicher – insgesamt sind wir mit zwei, drei weiteren Mitfahrern eine runde Truppe. Schröder schlägt vor am Platzhirsch Minigolf zu spielen, ich finde das eine gute Idee, denn da habe ich die Chance einen KOM (King of Minigolf) zu holen, jedenfalls eher als einen KOM beim radeln.

Wir fahren los, und kaum sind wir über den Höllenanstieg direkt hinterm Platzhirsch rüber, sind die Kräfte schon aufgezehrt und es wird „kürzer“ gerufen. Das macht aber nichts, ich hatte eh keine Lust heute auf hetzen ohne morgen. Und so sehen wir die Landschaft klarer an uns vorbeiziehen und in den Augenwinkeln gerade noch Jessica, Harald und Olaf, die am Depot auf uns gewartet haben. Gefühlt bin ich mit den ersten beiden nicht mehr gefahren seit Rad am Ring – und das war im Juli letzte Jahres, als ich mir Haralds Rücklicht ausgeliehen hatte. Rein zufällig habe ich das heute, neun Monate später an meinem Rad und ich denke, es wäre doch eigentlich ganz nett von mir das jetzt zurückzugeben.

Wir fahren heute mit de Uhrzeiger die Wheelstedtrunde, was Niklas noch an Wind übrig geblieben hat chillt noch in der Bremer Gegend rum und macht uns das Leben schwer – gegen den Uhrzeiger sollte einfacher sein. Ruckzuck sind mir auch schon In Wheelstedt und entschliessen uns die Runde über Bühlstedt und Dipshorn zu verlängern. Leider sind wir alle nicht so besonders ortskundig, kein einziger Bremer dabei! Benjamin kommt ja bekanntermassen aus Sundern, Bo aus Peterswerder (und das liegt vor der Stadtmauer), Jessica und Harald haben lange in Bremen gewohnt sind aber nun weit weg gezogen und mit Ortskenntnissen aus Mönchengladbach kann man in Wheelstedt auch keinen Blumentopf gewinnen. Das hält mich aber nicht davon ab, meinen männlichen Pflichten nachzukommen und den Weg zu weisen: „Hier rechts“ (hm, dieses Pflaster ist mir neu…) „Wieder rechts!“ „Bist Du sicher?“ „Ganz sicher!“.

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Gleich geht es links.

 

Ein amerikanischen Forscherteam hat einmal zwei zufällig ausgewählte Personen, einen Mann und eine Frau auf offener Straße entführt, betäubt, ihnen die Augen verbunden und die Ohren zugestopft und dann in ein Flugzeug verfrachtet. Das Flugzeug flog nach Brasilien und warf die beiden irgendwo im Amazonasbecken ab, immer noch in voll betäubtem Zustand. Aus den Aufzeichnungen konnte man später feststellen, dass das erste, was der Mann, als er aufwachte, tat, war in eine willkürliche Richtung zu zeigen und „Hier entlang“ zu sagen. Diese göttliche Fügung den Weg zu weisen, das ist einfach unsere männliche Bestimmung.

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Gleich geht es rechts.

 

Nach Vorwerk (das ist der Ort wo eine HSV Fahne weht) sind wir nicht sicher ob wir auf der Strasse nach Buchholz, oder nach Ottersberg sind. Umso größer ist die Überraschung, als wir wieder nach Wheelstedt kommen. Schröder und ich überlegen, ob wir nichtd ie gesamte Tour als „gefährlich“ bei Strava kennzeichnen sollen, so dass keiner die Streckenführung dort nachvollziehen kann. Also fahren wir dann, ohne weitere Experimente zu wagen, weiter in Richtung Buchholz und Quelkhorn. Es ist sonnig, ein wenig kalt aber wunderschön nach diesen miesen fünf Sturmtagen und mit Rückenwind rasen wir die Strasse lang.

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Anschließend lassen wir es wieder ein wenig langsamer angehen und rollen in aller Ruhe und in zwei Gruppen aus nach Borgfeld.  Ein passender Start in das Osterwochenende. Ganz am Ende stellen wir dann noch fest, dass viele von uns im Schatten großer Stadien aufgewachsen sind, die meisten in Peterswerder im Schatten des alten Weserstadiums, ich im Schatten des Bökelbergs. Wir alle hatten als Schüler kein Geld, aber die richtigen Ideen um umsonst reinzukommen: Harald war damals noch so dünn, dass er an einer ganz bestimmten Stelle durch den ausgebeulten Zaun flutschen konnte, ich hingegen suchte mir einen Vater mit Kindern aus, ging vor ihm durch den Eingang zum Ordner, zeigte nach hinten und sagte: „Mein Papi hat die Karten!“. Zum Glück hat das immer geklappt, heute hätte ich nicht mehr den Mut dazu.

Ich kannte aber schon mit 21 Jahren Peterswerder, da ich damals einen Brieffreund in Bremen hatte, der dort lebte: Benno B. wohnte dort in der Braunschweigerstrasse in Bremen (man bemerke die Häufung an B’s) und das Leben, dass er mir in seinen Briefen beschrieb war brutal: Wir waren beide Punkrocker, machten beide Musik (er bei den Jayhawks, ich bei EA80), verlegten beide ein Fanzine (er die „Endlösung“, ich „Das MOB“) . Aber ich lebte im beschaulichen Mönchengladbach und das Leben war langweilig und ungefährlich, während er es im brutalen Bremen aushielt, sich Strassenkämpfe mit der Polizei, den Skinheads und den Teds lieferte, Häuser besetzt und jeden Tag sein Leben in den Slums von Peterswerder aufs Spiel setze. Wir schrieben uns, bis ich etwa 1990 nach Japan ging, in Bremen war ich bis dahin nie gewesen; mein erster Besuch war dann 2010. Nachdem ich nun hier wohnte, fasste ich nach einigen Monaten den Mut mich auf die Braunschweigerstrasse zu wagen und ich muss sagen, ich war doch etwas überrascht. Das waren alles ganz nette Häuschen aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg mit ein wenig Wintergarten oder Terasse zur Strasse hin in denen wohl überwiegend Lehrer und Pädagogen wohnen. Schwer vorstellbar, dass in den Achtzigern hier das Blut meterhoch in den Strassen stand und die Deichscharte geöffnet werden musssten, damit es in die Weser abläuft.

Aber all das ist lange her und morgen soll das Wetter wieder gut werden.

 

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