Nein, Roberto Ferrari, Sprinter im Team Androni hat nicht die heutige Etappe gewonnen. Er hat aber für die nachrichten des heutigen Tages gesorgt, denn sein plötzliches Wechseln der Linie im Endspurt sorgte dafür, daß sowohl Mark-Yoko Cavendish als auch Taylor Phinney neben anderen stürzten. Was für ein Eigentor.
Also, mit dem italienischen Kommentar finde ich das irgendwie besser. Aber ich bin ja auch halber Italiener (obere Hälfte).
Sieht halt nicht aus wie in Italien.
Die letzte Kurve.
Persönlich finde ich Mark Cavendish etwa so sympathisch wie Ina-Yoko Teutenberg, aber ich gebe zu, daß er seit einiger Zeit der beste Sprinter im Feld ist.
Man kann ja schon auf dem Bild erahnen worum es geht. Das Rad selber mag nicht den technischen Ansprüchen von Radliebhabern entsprechen, das Assesoire aber schon. Alles ist größer, besser, lauter in Amerika!
Auf dem Weg von Dänemark nach Italien machte der Giro heute Station in Syke.
So etwa begann mein Traum, als mich die Stimmen meiner Kinder aufschrecken liessen. Warum waren die süßen Blagen (Junge, 15, voll in der Pubertät und Mädchen 10, voll in der Zickität) schon auf? Vermutlich weil es bereits elf Uhr war, so daß das geplante Rollen um 10 Uhr mit dem TCB heute wohl ausfiel. Egal, Hobbit hatte ja angekündigt, daß er heute jeden Höhenmeterrekord im Süden Sykes brechen wollte. Mehr als 400 Höhenmeter hatte er sich vorgenommen ein e geradezu unglaubliche Zahl. Dazu war es wohl erforderlich jeden Hügel und jedes Hügelchen um Syke anzufahren, damit man überhaupt eine Chance hat diese quasi alpine Leistung zu vollbringen.
Viele Menschen im Forum kennen ja leider die Bank nicht. Letztens mußte ich ja voll Einsetzen feststellen, daß es sich noch nicht einmal bis Neapel rumgesprochen hat, wo denn die Bank genau ist. Deshalb fühle ich mich hier aufgefordert im Sinne der Gemeinschaft einige Dinge zu erklären.
Erstens, die Bank an der wir uns immer treffen ist eine gute Bank. Hier sind einige Beispiele von nicht guten Banken:
Bad Bank Beispiel.
Weiteres Bad Bank Beispiel.
Auch hier, ganz klar, eine Bad Bank.
Im Gegensatz dazu ist dieses hier unsere gute Bank an der Wehrstrasse. Man erkennt sie an ihrer gelassenen Haltung, dem Understatement in ihrer Schönheit und den muskulösen Beinen. Hir beginnt nun die Geschichte unserer Bank von heute:
Dieses Foto zeigt unsere Bank um 14:25hr. Kurz danach, um 14:28hr passierte folgendes:
Blöh machte sich auf der Bank breit. Obwohl er ausreichend Platz für weitere Mitfahrer läßt ist er nun erst einmal alleine. Um 14.29 h sieht es allerdings schon wieder anders aus:
Hobbit macht sich sehr auf dr Bank breit. Zu ihrer Freunde erkennen sie einen weiteren Mitfahrer in der Ferne….
… der aber an dieser Stelle nicht genannt sein möchte und wie immer zu spät eintrifft. Man wartet eine weitere Stunde auf Mitfahrer, denn im Forum haben sich ja 27 weitere angekündigt .
Zwischennotiz: Irgendwo in dem Buch „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams, gibt es eine Erklärung über den unwahrscheinlichen Unwahrscheinlichkeitsdrive mit dem in der Zukunft Raumschiffe betrieben werden. Das theoretische Prinzip dahinter ist, dass der Rechnungsbetrag in einem Pizzarestaurant in keiner Relation zu dem steht, was man gegessen und getrunken hat, wieviele Personen man war oder in welcher Währung man bezahlt. Es ist einfach SEHR unwahrscheinlich, ja unmöglich, daß man den Rechnungsbetrag ausrechnen kann.
Eine ähnliche Unwahrscheinlichkeit gibt es bei verabredeten Ausfahrten im Forum: Die Anzahl der Mitfahrer die am geplanten Treffpunkt zur geplanten Zeit (und am geplanten Tag) mit Rädern erscheint und mitfahren möchte steht in keiner Relation zu der Summe der vorherigen Ankündigungen im Forum. Es ist daher barmherzige Pflicht:
Mindestens eine Stunde zu warten,
danach an allen weiteren üblichen Treffpunkten vorbeizufahren und
am nächsten Tag die letzten Wartenden einzusammeln.
15:35. Die Bank ist nun leer, denn die drei Mitfahrer sind nun längst im Syker Vorharz unterwegs.
Langsam beginnt die Bank nun unruhig zu werden, es ist 17:02 h und aus der Ferne hört sie das Geräusch von schmalen Reifen auf blättrigem Asphalt und leises Fluchen.
17:06 h, die drei Mitfahrer sind wieder da. Atemlos berichten sie von erlebtem und sehnen sich schon voller Tatendrang nach der nächsten gemeinsamen Tour.
20:57 h. Keine weiteren Mitfahrer sind zwischenzeitlich eingetroffen. Es wird zeit für die Bank schlafen zu gehen.
Soweit die Geschichte der Bank.
Natürlich sind wir auch Rad gefahren. Das Tempo war sehr gut. Wir waren pfeilschnell.
Es machte Spaß hinter Hobbit herzufahren, der sich dankenswerterweise voll in den Wind stellte. Zack war ich an ihm vorbei und zug den Hügel hoch. Ui, der war aber lange. Zunächst überholt mich Blöh, dann Hobbit und zump, war ich 30 Meter hinter den anderen….was war los….. sechs Monate Trainingspause konnten doch nicht so einen Leistungsabfall bewirken? Nachher fand ich auch raus, warum. Mein Vorderrad hatte heftigst Luft verloren. Kein Wunder, dass dem Rad nun der benötigte Auftrieb fehlte, den man nun einmal braucht, um Berge hochzufahren. Ich fühlte mich wie die Hindenburg kurz nach dem Andocken in Lakehurst.
Der Antrieb war also alle mal OK. Hobbit führte uns über sehr schöne kleine Wege die oftmals mit Rollsplitt und anderen Applikationen schön verziert waren in immer kleiner werdenden Spiralen rund um Syke. Das Wetter war nicht gut, aber die Rapsfelder blühten und die Kirschblüten waren von den Bäumen gefallen und bildeten einen schönen Kontrast mit dem Raps.
Wir kamen an dem Syker Drachenflugplatz vorbei, wo gerade einige interessante Wettkämpfe stattfanden.
Lustig flatterten die Drachen über uns im Himmel. Bis auf die, die in Bäumen gelandet waren und nun mit Hilfe von extra angefahrenen langen Leitern entfernt werden mußten.
Und so fuhren wir durch die Landschaft. Am Ende des Tages hatten wir dann, je nach Gerät, 250 bzw. 350 Höhenmeter zurückgelegt – mörderisch!
Und wenn wir nicht mal nach Hause müßten, dann führen wir noch heute. Ja, wir hatten es geschafft, wir fuhren auf der Kante des Ruhmes nach Hasue und deswegen hatte ich dieses Lied auch die ganze Zeit im Ohr:
Lustigerweise war ich im November letzten Jahres genau auf dieser Bahn mit meinem Freund Florian aus Tokio. In Ludwigshafen fand der Kongress der sozialwissenschaftlichen Japanforschung statt, ein absolutes Muß für jeden Radsportbegeisterten. Nach einem Tag voller sportlicher Vorträge suchten wir abends nach einer Kneipe zum entspannen und fragten den erstbesten Gemüsehändler auf der Straße. Seiner Empfehlung „An der Radbahn“ folgten wir und hatten ein gigantisches Abendessen. Wer dauernd im Kreis fährt braucht eine Menge Kalorien.
Monster Yakitori: An der Raddbahn, Ludwigshafen-Friesenheim
Der Giro d’Italia beginnt dieses Jahr in Dänemark,beim Köng der Dänen:
„Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage: Ob’s edler im Gemüt, die Pfeil’ und Schleudern Des wütenden Geschicks erdulden, oder, Sich waffnend gegen eine See von Plagen, Im Widerstand zu enden. Sterben – schlafen – Nichts weiter! – und zu wissen, dass ein Schlaf Das Herzweh und die tausend Stöße endet, Die unsers Fleisches Erbteil – ’s ist ein Ziel, Aufs innigste zu wünschen. Sterben – schlafen – Schlafen! Vielleicht auch träumen! – Ja, da liegt’s: Was in dem Schlaf für Träume kommen mögen, Wenn wir den Drang des Ird’schen abgeschüttelt, Das zwingt uns stillzustehn. Das ist die Rücksicht, Die Elend lässt zu hohen Jahren kommen. Denn wer ertrüg der Zeiten Spott und Geißel, Des Mächt’gen Druck, des Stolzen Misshandlungen, Verschmähter Liebe Pein, des Rechtes Aufschub, Den Übermut der Ämter und die Schmach, Die Unwert schweigendem Verdienst erweist, Wenn er sich selbst in Ruhstand setzen könnte Mit einer Nadel bloß? Wer trüge Lasten Und stöhnt’ und schwitzte unter Lebensmüh’? Nur dass die Furcht vor etwas nach dem Tod – Das unentdeckte Land, von des Bezirk Kein Wandrer wiederkehrt – den Willen irrt, Dass wir die Übel, die wir haben, lieber Ertragen, als zu unbekannten fliehn. So macht Bewusstsein Feige aus uns allen; Der angebornen Farbe der Entschließung Wird des Gedankens Blässe angekränkelt; Und Wagestücke hohen Flugs und Werts, Durch diese Rücksicht aus der Bahn gelenkt, Verlieren so der Handlung Namen. – Still! Die reizende Ophelia. – Nymphe, schließ In dein Gebet all meine Sünden ein.“
Der Ort ist Herning, wo immer das sei mag. Warum eigentlich nicht Kopenhagen? Unter 10:30 min für eine 8.7 km lange Strecken im Zeitfahren ist auch nicht übel, ich hätte vermutlich größte Schwierigkeiten hier unter 18 min zu kommen. Aber die Sportler hier sind halt jung, gut trainiert und haben nur ein Ziel: Rennen zu gewinnen. Unsereins muß den Müll rausbringen, mit den Kindern Hausaufgaben machen und Blogs zur Enstpannung schreiben.
Umso mehr freue ich mich morgen wieder fahren zu können.
Zum Thema „Sein oder nicht sein“ ein Beitrag von Ernst Lubitsch:
Das sind die Distanzen, die von David und Jerome jeweils in der Serie von Audax-Brevets in Japan in dieser Woche zurückgelegt wurden.
Beindruckend, mir hätte vermutlich schon ein Zehntel gereicht. David plant dieses Jahr an zwei weiteren ultralangen Rennen teilzunehmen in den USA, der Rocky Mountain 1.200 und der Cascade 1.200. Bald ist auch das Tokyo Itoigawa Rennen, das ich auch einmal gefahren bin, aber mit 295km ist das ja wohl nicht mehr weiter erwähnenswert. Davids Ausdauer hat mich übrigens eine Menge Geld gekostet, denn ich hatte ihm versprochen für jeden gefahrenen Kilometer einen festgesetzten Betrag zu spenden.
Schön öfters als Idee gesehen, aber noch nie in dieser Patina-Schönheit und Perfektion. Wie immer via Fixed Gear Girl Taiwan. Obwohl, die allerschönste entfremdete Raddekoration hing in einem temporären Radcafe in Tokyo auf der Toilette: