Zuerst alles prima, blauer Himmel, Rückenwind… ich hätte den Schwung ausnutzen sollen, bis nach Hannover fahren und von da aus zurück mit dem Zug. Aber nein, ich musste ja zwischen ja nach 40 km über das Weserwehr von Intschede nach Daverden und dann weiter gegen den Wind an der Weser lang bis nach Achim. Während ich die ersten 40 km nur so dahinflog, krach ich jetzt mit 17,18 Sachen Richtung Norden und pfiff härter als der Wind gegen mich, aus dem letzten Loch. In Achim kam ich auf die Idee die Runde über Bassen und Ottersberg zu verlängern und an der Windkante langzusegeln. Eine ganz schlechte Idee, denn kaum war ich raus aus Achim fing es an zu regnen und die Wassertropfen bohrten sich wie keine Dartspfeile in mein Gesicht. Also wieder zurück nach Achim und dann langsam die langweilige Landstrasse zurück nach Hause. Trotzdem sind es noch 80 km geworden, aber es muss einfachere Methoden geben, um die 500 km dieses Jahr voll zu bekommen.
Keine Fotos heute.
War aber etwa so:
154 km gefahren, noch 346 km zu fahren. Ein Ende ist in Sicht.
Gestern war Saisonende, denn die Saison beginnt traditionsgemäß am 24.12. mit der Festive 500.
Saisonleistung 2014, siehe unten. Ein gutes Jahr, im Rückblick waren die Monate Januar, Februar und März in Bremen einfach zu lau. Aber wer fährt da schon gerne in Bremen.
Ich fürchte, dies ist der Beginn einer neuen Obsession: Der Klappophobie. Irgendwie sprechen mich die Dinger an.Genau wie alte Mountainbikes und zunehmend Tourenräder.
Weihnachten – Ohrwurmzeit. Man geht in die Stadt,kauf eine Menge Geschenke und kommt vollgepackt und in den Ohren „White Christmas“ gestopft nach Hause zurück.
Ist es nicht erstaunlich, dass wir relativ große Kontrolle darüber haben, was wir uns in die Einkaufstasche stecken, aber fast keine darüber, was in unseren Ohren hängenbleibt? Ich wünschte, ich würde aus der Stadt kommen, und sagen wir mal, das hier vor mir her summen:
Aber nein, so was bleibt nie hängen. Hängen bleibt immer, dass was vielleicht irgendwelche Ur-instinkte oder -ängste in uns anspricht denen wir willenlos folgen müssen, so wie das hier:
Also raus aus der Höhle und im Wald Honig und Beeren sammeln gehen.
Letztens, auf der sehr guten Party von Caroline im Eichhörnchenrevier hatte ich eine interessante Küchenunterhaltung über das Thema Musik, die mit der Aussage: „Die Musik der Neunziger war echt geil.“ begann. Auf mich übersetzt heißt das: „Die Musik der Siebziger war echt geil!“. Stimmt, es gab tolle Songs, noch bessere Gruppen und leicht komische Frisuren. Das gilt übrigens auf für die Achtziger und die Musik der Neunziger war geil. In den Nullern gab es gute Musik und, wenn man genau hinhört gibt es diese auch noch heute. In den Siebzigern spielten noch Led Zeppelin, Jimi Hendrix schaffe es gerade noch in das erste Jahr, Jim Morrisson schaffte es gerade noch ein Jahr länger. All dies hörte ich aber nicht, sondern zunächst Slade, Sweet, T.Rex und Udo Lindenberg und später dann die Sex Pistols, the Damned und the Cure (und das sind noch die coolsten Sachen die ich ausgesucht habe – peinliche Irrungen wie Grobschnitt oder MEK Bilk möchte ich hier eigentlich verschweigen).
Mein Punkt ist der folgende: Auch heute gibt es sehr gute Musik, aber unsere Beziehung dazu hat sich verändert. Wir sind eben nicht mehr jung und es fehlt nun der Hebel uns zu begeistern und zu bewegen. „Je t’aime“ im Dunkeln in der Matrazengruft von Clemens Partykeller zwischen Katja und Marion zu hören ermöglicht eine andere Bindung zu einem Song als sich am Schreibtisch über Miley Cyrus „Wrecking Ball“ kaputtzulachen.
Obwohl letzteres der bessere Song ist. OK, hier ist ein wirklich guter Song aus 2014:
Weihnachten bedeutet auch Geschenke zu verpacken.
Leider ist das kein Weihnachtsgeschenk, was ich hier verpackte, sondern die Sendung meines verzogenen Moulton Rahmens an den deutschen Importeur in der vagen Hoffnung, dass hier noch irgendetwas gerichtet werden kann.
Eigentlich hatte ich auch keine Lust auf Radfahren heute, aber was soll man denn sonst machen an so einem langweiligen Tag. Nach Wochenlangen Fummeln habe ich das Panasonic nun endlich in Schuss bekommen: Das Campa Chorus Schaltwerk harmonierte nicht mit den 8-fach Campa Chorus Ergopower Hebeln und der Schutzblechadaptor am Bremssteg wackelte – jetzt funktioniert alles perfekt. Vorne ist nun ein verkabelter Tacho dran, den die Axa Leuchte interferiert mit dem kabellosen Teil und ich fahre dann konstant 199,9 km/h.
Raus auf die Straße und innerhalb von 20 Metern habe ich eine unerfreuliche Diskussion mit einem Rentnerehepaar, dass mein Recht auf ein Durchkommen auf dem Fußgängerweg bestreitet. Das ich ohnehin wenig Lust auf fahren habe, habe ich viel auf diskutieren. Nach sechs Minute geben sie auf.
Auf dem Deich treffe ich Silke, Caroline, Torben und X. X ist ja ein echter Schnacker – ich musste ihn mehrfach unterbrechen, damit ich endlich weiterfahren konnte. Danach radle ich weiter nach Riede und dann ein paar neue Wege in der Dibbersen Ecke. Ich verirre mich nach Horstedt in einem Schrebergarten, aus dem ich nicht mehr herauskomme. Eine letzte Tür, die mir einen Ausweg bieten kann:
„There are things known, and things unknown, and in between are the Doors.“ (William Blake; angeblich die Inspiration für den Namen der Gruppe „The Doors“)
Die Weser ist ein Grundstück.
Hinter Eißeln ein Platter. Jedesmal wenn ich einen Platten mit einem Reifen habe, der nicht Conti GP4000 ist, denke ich: Ich sollte wirklich Contis aufziehen. Jedesmal wen ich einen Platten mit den Contis habe sage ich mir: „Die halten ja echt lange!“ Ich pumpe den Reifen mit einer Kartusche auf, da es so kalt ist und das CO2 so schnell entweicht wird die Kartusche extrem kalt und bleibt an meiner Hand kleben.
Über die Brücke nach Achim und dann direkt auf dem langweiligen Weg nach Hause. Insgesamt ergab sich somit folgendes Bild:
Wie man sehen kann, habe ich mir größte Mühe gegeben mit dem Rad einen Hai zu malen. Das ist vermutlich die letzte Fahrt der Saison, denn die neue beginnt am 24.12. mit der Festive 500. Vielleicht brauche ich dafür noch einen anderen Untersatz, so etwas als Rad:
Aber jetzt erst mal zu Hause Kaffee trinken, Kuchen essen und gute Musik hören.