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Tastatur ohne Buchstaben

Ich sitze bei meinen Eltern und schreibe diesen Post auf der Tastatur meines Vaters. Mein Vater liebt diese Tastatur und benutzt sie bereits seit vielen Jahren, das hat leider dazu geführt, dass einige Buchstaben nicht mehr sichtbar sind, ich tippe also im Blindflug. Aber ich lasse den Post einfach so.

Nach meiner ersten Rückkehr aus Japan habe ich von 1992 bis 1994 in Düsseldorf gelebt. Wir waren frisch verheiratet, wohnten in einem fiesen Mietshaus in Oberbilk und ich hatte mein schönes blaues Panasonic Rad aus Japan mit an den Rhein gebracht. Damals arbeitete ich bei einer großen Baufirma in Essen, die sich gerade mit einem Projekt in Hamburg ein bleibendes Denkmal setzt. Ab und an bin ich von Düsseldorf nach Essen mit dem Rad zur Arbeit gefahren und ab und an am Wochenende in die Gegend. Nach eine Weile hatte ich eine Hausstrecke, über Ratingen nach Werden, Kettwig und Kupferdreh entlang des Ruhrsees und dann weiter durch die Hügel nach Langenberg, Wülfrath, Mettmann und über Grafenberg zurück nach Düsseldorf Oberbilk.

Heute hatte ich endlich mal wieder Zeit dorthin zu fahren. Ich stellte meinen geliehenen Audi A4 am blauen See in Ratingen ab und machte mich auf den Weg.  Mein erstes Ziel war Schloß Hugenpoet, ein bescheidenes Motel in der Nähe von Werden. Äh ja, dort haben meine Frau und ich unsere Hochzeitsnacht verbracht. Vorher haben wir uns noch ne Pommes bei „Ede’s Bierquelle“ in Langenberg geholt, da wir sooo viel Geld ja auch nicht haben und uns das Essen im Schloss nicht leisten konnten.

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Ich bin dann gleich nach einmal die Serpentinen hoch gefahren, die ich zunächst runter bin um um Schloß zu kommen. 1992 war das der absolute Horror, heute lächele ich über so etwas und stöhne mich hoch. Wurde allerdings dabei überholt. Aber quatschte mit dem schnelleren, so dass er nicht davon fuhr und bekam den Tip zum Langenberger WDR Sender hochzufahren, dort gebe es vier verschiedene Wege hoch.

Über Kettwig und Werden ging es dann nach Kupferdreh. Das Wetter war trocken und es machte Spaß irgendwie wieder im hügeliegen zu sein, etwas was ich ja in Bremen sehr vermisse. Richtung Langenberg wurde es dann so richtig bergig. Na ja, aber doch ganz schön und dann sah ich auch schon die Sendemasten auf den Hügeln links der Strasse und machte mich auf den Weg nach oben. Ui, das zog sich richtig, machte aber Spaß. Bis ganz oben bin ich aber doch nicht gefahren.

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Ist übrigens recht gefährlich dort. Zum Glück habe ich keine elektrische Schaltung an meinem Rad.

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Von dort aus ging es weiter Richtung Wülfrath, aber irgendwie habe ich die Abzweigung verpasst. Plötzlich stand ich vor einem neuen Tunnel und musste mich über recht steile Seitenstrassen nach Neviges quälen. Aber schön war es. Der Rest war dann etwas langweilig zurück nach Ratingen.

Aber schön war es wieder in den Bergen und sehr nostalgisch. Quasi jeder Ort da in der Ecke ist mit Menschen verbunden die ich kannte als ich während meiner Zivizeit 82/83 in Düsseldorf wohnte. Langenberg mit Christoph Huppa, der heute Arzt in London ist und damals mit mir Zivildienst machte. Bernhard Obst, der mit mir Zivildienst machte und den ich den lustigsten Menschen überhaupt auf der Welt fand. Velbert mit Peter Kotthaus, mit dem ich zwei Jahre in Aachen zusammenlebte und der es immerhin bis zum Bösewicht bei Verbotene Liebe brachte. Jetzt lese ich auf Wiki gerade nach, dass er den schwulen Werbefachmann Sebastian Adler verkörperte. Wow.

Mettmann mit Joost Schröder und Lloyd, Heiligenhaus mit den Autos: „Niemals!„. Tja, so ist das halt wenn man zu seinen Eltern fährt, in seinem Jugendzimmer übernachtet und mit seinen Gedanken allein gelassen wird.

4 Kommentare

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Düsseldorf vorher ….

1302 Düsseldorf morgens klein

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von | 16. Februar 2013 · 14:29

Plus : + : Isolier-band

Kauft man heute Lenkerband, so kommt dieses mit zwei Aufklebern.

Also ich dachte jedenfalls immer dass das Aufkleber sind, denn auf die Idee damit das Lenkerband abzuschliessen mit einer finalen Wicklung – darauf wäre ich nie gekommen. Klappt auch nicht besonders gut. Für so etwas benutze ich schon immer Isolierband. Ich kaufte immer das von NITTO im Baumarkt an der Kannana-Dori in Tokyo, gleich gegenüber von dem Positivo Radladen von Nagai-San. Kostete etwa 50 Cent und funktionierte großartig. Das beste war, daß auchd er große Nagai-San, der bereits als Mechaniker für Fasso Bartoli an der Tour de France und am Giro teilgenommen hatte, auch dieses billige Band benutzte.

Als nun mein japanischer Bestand langsam zu Ende ging, habe ich mir eine Ladung in allen möglichen Farben durch Ebay besorgt. Funktioniert phantastisch und braucht man immer. Vor allem das Orange. Und das Blaue, den ich bin ja nun in der Blauphase.

Es gibt aber noch eine tieferliegende Beziehung zu Isolier-band. Denn das war der Name einer Punkband in Düsseldorf Anfang der Achtziger, also die Isolier-BAND, ist der Witz jetzt klar? In der Band spielte mein Freund ThSt und Sänger war der großartige Bernd Zimmermann; ein völlig unerträglicher Mensch aber ein großartiger Schriftsteller und sehr, sehr bescheidener Sänger. Es gab nur ein einziges Konzert der Isolierband auf einer Abiparty und ich hatte das große Glück dieses zu sehen und auch noch aufzunehmen. Denn ansonsten ist von der Isolierband nur eine Single mit den Titeln KEINE GNADE und KONTROLLE auf dieser Welt übrig geblieben.



Bernd der Sänger war als Texter einfach großartig. Heute mag das alles unverständlich sein, aber vor dreissig Jahren war das die Krone der musikalischen Schöpfung.

 

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