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Größtenteils harmlos.

Giro Dolomiti – die achtbändige Ausgabe. Heute: Il preparazione

Dante (1265-1321) beschreibt in seinem Werk „Die göttliche Komödie“ seine Reise durch die Jenseitsbereiche Hölle (Inferno), Fegefeuer (Purgatorio)  und Paradies (Paradiso, seit 1968 in Amsterdam). Im folgender der Versuch in drei Teilen frei nach Dante den Giro Dolomiti, ein „Radrennen“ in den Dolomiten, an denen wir (Silke, Silvia, David, Jochen und Thomas) dieses Jahr teilgenommen habe, wiederzugeben. Teil I: Il Preparazione / Die Vorhölle.

Alles, wirklich alles über die Dolomiten und nichts, wirklich nichts zum Thema Radfahren

Wir hatten uns entschieden, dieses Jahr nicht am Rad am Ring teilzunehmen, sondern etwas anderes zu machen und irgendwie kamen wir über Stefan und Jochen auf die Idee, es einmal mit dem Giro Dolomiti zu versuchen. Die Dolomiten, sagenumworbene Berge im Norden Italiens, die Ihren Namen, je nachdem wem man glauben mag, entweder vom Wort „Dolores“ (Lat.: Schmerzen) oder von einem Langnese erhalten haben.

Ja, die Dolomiten sind riesig. [Vielen Dank für die Idee an Homunkunils]. Oben auf den Gipfeln liegt Schnee, darunter sammelt sich bis zur Waldgrenze das Blut von Radfahrern die versucht haben die Pässe zwischen den Gipfeln zu bezwingen . Im Laufe der Jahre sind die Gipfel rund geworden (wie man bei der Wiederentdeckung der Dolomiten 2014 feststellen musste). Früher waren die Dinger noch scharf, kantig und zackig, aber nur bis 1987, dann entließ man all die fleißigen und geschickten Gipfelschnitzerinnen und lagerte die Produktion nach China aus.

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Ich kenne die Dolomiten ganz gut. Das hängt damit zusammen, dass ich von meinen Eltern 12 Jahre lang gezwungen wurde, die Zeit zwischen Weihnachten und Schulbeginn im Januar in den Dolomiten im Wintersport zu verbringen. Mein Leben in den Ferien bestand aus a) Skifahren bis zum abwinken, b) Malefiz spielen mit Eltern, Oma und Schwester bis wir total zerstritten waren und c) schweigend im Audi 100 nach Hause zu fahren. Ich war daher sehr überrascht zu hören, dass die Dolomiten auch im Sommer für den Publikumsverkehr geöffnet sind.

Meine Mutter wurde 1936 in Bozen, der Hauptstadt des Königreiches Dolomitia geboren. Das war zu der Zeit und seit 1918 italienisch, eine Folge der Auflösung der KuK Monarchie nach dem verlorenen 1. Weltkrieg, als Österreich das Gebiet Südtirol an Italien abtreten musste. Meine Mutter wurde also als Italienerin geboren, sprach und spricht aber nach wie vor kein italienisch, sondern nur dieses Deutsch mit Akzent aus der Gegend dort. Ihrem Vater, passte das gar nicht, er gehörte zu einer Gruppe Südtiroler Freiheitskämpfer, die sich zur Aufgabe gemacht hatten die italienischen Besatzer zu terrorisieren. Wenn man der Familienlegende glauben darf, war er besonders gut im Umsägen von Strommasten. Heute wäre er vermutlich Terrorist, damals war er ein Idol der Freiheit. Zum Glück gibt es heute keine Kontrollen mehr an der Grenze zwischen Italien und Österreich, denn als Kind hatte ich immer Angst, dass ich bei einer Kontrolle aus dem Wagen gezogen werde und den Rest meines Lebens Reparationen in Italien in Form des Baus von Stromleitungen leisten müsste (der Rest meiner Familie ist handwerklich eher ungeschickt).

Dummerweise kam ihm die italienische Polizei auf die Schliche und er floh 1938 über die Berge mit seiner Frau und den drei Kindern nach Österreich. das damals Deutsch war. Also wurde meine Mutter Deutsche. 1945 änderte sich das wieder, als Österreich wieder unabhängig wurde und meine Mutter einen österreichischen Pass bekam. Um dann ein paar Jahre später meinen Vater zu heiraten und damit die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen. Daran kann man schön sehen, wie das Konzept von Staatsangehörigkeit eigentlich ein sinnloses ist.

Der italienische Name für Südtirol ist „Alto Adige“, wobei Adige der Name des Flusses „Etsch“ ist, der durch eines der Haupttäler dort fließt. Also, mit anderen Worten und im Sinne der verbotenen ersten Strophe der deutschen Nationalhymne: ist sowieso alles deutsch. Die meisten Menschen sprechen auch dort deutsch, vor allem in den Dörfern, in den wenigen Städten gibt es viele Italiener die zum Beispiel von Mussolini von Sizilien nach Südtirol umgesiedelt wurden. Während Südtirol im Winter (zumindest 1968 bis 1979) kalt und arm ist, ist es im Sommer schweineheiss und reich. Die Mischung der Menschen passt gut zueinander und die Küche ist fantastisch. Also los, fahren wir dahin. Im Sommer.

Grundsätze der Vorbereitung [Radfahrer bitte hier anfangen zu lesen]

Da allerwichtigste überhaupt und das erste was man tun sollte, wenn man an so einer Veranstaltung teilnimmt, ist zu planen, mit wem man da zusammen fahren möchte. Tut man das nicht, besteht die Gefahr, dass man da plötzlich alleine in den Bergen steht und das kann sehr unlustig sein. Wer plant zu fahren und wer dann tatsächlich fährt sind zwei völlig verschiedene Dinge bzw. Zahlen, die im wesentlichen bereits von Douglas Adams beschrieben wurden:

Der Bistr-O-Matik-Drive

Wie bereits Einstein beobachtete, daß Zeit kein Absolutum ist, sondern von der Bewegung des Betrachters im Raum abhängt, und daß Raum kein Absolutum ist, sondern von der Bewegung des Betrachters in der Zeit abhängt, so hat man nun erkannt, daß Zahlen nicht absolut sind, sondern von der Bewegung des Betrachters in Restaurants abhängen.

Die erste nicht absolute Zahl ist die Anzahl der Leute für die ein Tisch reserviert wird.
Sie wird sich im Laufe der ersten 3 Telefonate ständig verändern und dann keine erkennbare Beziehung zur Anzahl der Leute haben, die wirklich dort aufkreuzen, die später noch dazukommen, oder die wieder weggehen,wenn sie sehen wer noch alles gekommen ist.

Die zweite nicht absolute Zahl ist die angegebene Ankunftszeit, die inzwischen als einer der bizarrsten mathematischen Begriffe bekannt ist, nämlich als Reziproversexklusion, eine Zahl, deren Existenz nur so definiert werden kann, daß sie alles andere als sie selbst ist.
Mit anderen Worten: die angegebene Ankunftszeit ist der einzige Moment, in dem es völlig ausgeschlossen ist, daß da irgendein Mitglied der Runde erscheint.

Die dritte und allerrätselhafteste Zahl im Bereich der Nichtabsolutheit ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen der Anzahl der Posten auf der Rechnung, dem Preis jedes Postens, der Anzahl der Leute am Tisch und dem Betrag, den jeder zu zahlen bereit ist.

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Der Davidsilkethomassilviamob

Geplant war, dass Silke, Silvia, Jochen, sein Sohn und ich von Bremen aus nach Bozen fahren und dort David, Juliane und david aus Tokyo, bzw. London treffen. Es stellte sich dann heraus, dass Jochens Sohn keine Zeit hat, Jochen später kommt und david plötzlich nach Mexiko versetzt wurde, so dass er und Juliane irgendwo zum urlauben im Amazonas verschwanden. Zufällig war aber „Thomas“ in Bozen und stiess zu uns. Aus Silkesilviamobdavidjulianedavidjochenkian wurde somit Silkesilviamobdavid-thomasjochen. War aber auch egal, Hauptsache nicht alleine.

Nachdem man geklärt hat, wer alles mitkommt muss man dann klären, wie man eigentlich in die Dolomiten kommt, denn die sind, von Bremen aus gesehen, verdammt weit weg. Aus der Theorie der Verkehrsträger abgeleitet gibt es folgende Alternative: Flugzeug, Schiff, Binnenschiff, Auto, Eisenbahn oder Pipeline. Schiffe fahren nicht über die Alpen, wir flutschen schlecht durch Pipelines und ich Anbetracht der Anzahl unserer Koffer (Werkzeugkoffer und Schminkkoffer) kam dann nur noch das Auto in Frage. Silke organisierte einen sehr schicken Taxibus VW T5 in dem wir fünf und alle unsere Räder, Koffer, Ersatzlaufräder, Wasserflaschentaschen und Einkaufstüten mit Energieriegeln passen würden und mit dem wollten wir von Bremen nach Bozen. Habe ich die Eisenbahn ind  der Betrachtung vergessen? Nein Danke, Deutsche Bahn, wir wollten ungern ’nen Tag zu spät kommen.

Als nächstes muss man nun ein Hotel buchen. Das wurde freundlicherweise mir überlassen und ich buchte die billigste Hütte die einigermaßen nah vom Start verfügbar war; in unserem Fall das Hotel Raffl, was sich auf seiner Website folgendermassen präsentiert.

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Hier die zwei Bettdeckenvariante, die nicht in allen Räumlichkeiten implementiert war.

Wie man gut erkennt, ein Oase der Ruhe und Entspannung. Etwas Sorgen machte mir, dass das Hotel ganz in der Nähe des Flughafen Bozens lag. Das hätte mich aber nicht beunruhigen sollen, denn von dort aus starten im Wesentlichen Segelflieger. Was mich aber beunruhigen hätte sollen war die Tatsache, dass die Zimmer nach vorne raus alle direkt an der Hauptstraße zwischen Bozen und Leifers liegen. Kennt man vielleicht nicht so, da fahren aber mehr Autos und Motorräder lang als über die A1 von Hamburg nach Bremen. Und zwar zu jeder Tages- und Nachtszeit. Hat man ein Doppelbett in einem Zimmer nach vorne, so erscheint es, als wenn die Autos in der Spalte zwischen den beiden Betten entlang rasen würde. Man traut sich nicht Hände oder Füsse aus dem Bett zu strecken, weil jeden Moment ein Laster darüber fahren könnte, doch dazu später mehr. In aller Fairness muss man aber auch sagen, dass sich die Menschen des Hotels die größte Mühe gegeben haben nett zu uns zu sein und wirklich eine Menge Anstrengungen unternehmen um uns (und insbesondere Silke und Silvia) zufrieden zu stellen.

So, jetzt braucht man nur noch eine Packliste und schon kann es losgehen. Zum Glück hatte ich noch eine von der Transalp 2011 die ich etwas verfeinerte. Verfeinern heisst in diesem Zusammenhang: Schlafsack und Isomatte für das übernachten in der Turnhalle raus (nie wieder!) und dafür jede Menge Werkzeug und Ersatzteile rein. Wie das so ist, ich habe so viel Zeug mitgenommen, das ich überhaupt nicht gebraucht habe, zum Glück: Regenjacke, Ärmlinge, Jeans, Cleats….. Auf der anderen Seite brauchte ich prompt einen Ersatzreifen und zwei Schläuche, jede Menge Werkzeug um Davids Rad zusammenzubauen und sämtliche Nasenpflaster, um durch Schnarchen entstehende Geräusche zu optimieren.

Fertig. Jetzt muss man nur noch nervös sein und warten bis es los geht.

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Zurück aus den Dolomiten

… aber viel zu müde und geschafft um etwas sinnvolles zu schreiben. Immerhin, für ein Photo reicht es. 

Bericht folgt.

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Blogpause: Last Exit Dolomites

Heute eine letzte, kurze Ausfahrt die die Kilometerzahl dieses Jahr auf mehr als 7.600 brachte. Das sollte reichen um den den Giro Dolomiti, der am 26. Juli in Bozen beginnt gut durchzustehen. Drei Tage Rennen über die Pässe der Dolomiten, ein Tag Pause und dann wieder drei Tage Rennen. Immer von Bozen aus (nur der Startpunkt für den Stelvio ist wo anders), also eine gute Basis um die Stadt kennenzulernen und dies und das auch neben dem Radfahren zu machen.

Bis ich wieder zurück bin pausiert dieses Blog.

Vermischte Bilder

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Na bitte, geht doch , 8-fach Campa lässt sich prima mit 10-fach Shimano Hebeln schalten.
via. Your bike hates you

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Alle Fahrer,alle Gesamtplatzierungen nach jeder Etappe der Tour de France 2015

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tumblr_nrhiy4YWWh1rqrqs1o1_500Daniel Oss vor und nach einer der fieseren Tour Etappen im Norden Frankreichs.

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Gierige Räder: Juli Edition

Speedvagen Urban Racer

Speedvagen_UR_Gold-03Speedvagen_UR_Gold-02

via Speedvagen Flickr.

Speedvagen 2015 Horizon Road

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via Speedvagen Flickr

King Speed Keirin Bike 1960

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Phantastische Hinterradbremse – wird die mit dem Arsch bedient?

via Principedal Flickr.

Cinelli Laserelli

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via Pedal room

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RTF Adlerrunde Goslar

Die Adlerrunde ist eine meiner liebsten RTFs, dieses Jahr fahre ich sie zum dritten Mal nach 2013, 2013 und 2014. Deshalb ist eigentlich auch schon alles darüber geschrieben, aber noch nicht von jedem. Und alle Fotos sind bereits gemacht worden.

Diesmal bin ich nicht am Tag vorher hingefahren, sondern zusammen mit Jochen und Andi direkt am Morgen vor dem Rennen, oder, um genauer zu sein, in der Nacht vor dem Rennen. Um 3.45 Uhr wache ich auf und höre dieses komische Geräusch. Es ist nicht mein Sohn, der nebenan beim PC zocken eine Bande Aliens niederballert, sondern der Bremer Regen der heftig gegen die Fenster schlägt. Wäre man nicht verabredet, man würde sich umdrehen und einfach weiterschlafen. So aber schaue ich erst mal bei facebook, ob schon jemand angekündigt hat nicht zu kommen. Nein. Ich will derjenige auch nicht werden und mache mich auf dem Weg zu Treffpunkt.

Bremer Regen, morgens vor vier.

Zum Glück ist der Regen in der Zwischenzeit schwächer geworden und wir machen uns auf den Weg nach Goslar. Die Autobahn ist für einen Sonntag um 5 Uhr morgens erstaunlich voll und vor allen Dingen gesperrt. Wir hängen im Stau und müssen das letzte Stück über Landstraßen nach Goslar. Die eigentlich ganz schön sind, warum sind wir hier noch nie gefahren? Wir schaffen es doch noch rechtzeitig vor dem Start. Außer uns niemand da, den ich kenne, aber ich paar bekannte Jerseys: St. Pauli, Buxtehude, Hannover 69, Adler Goslar, RG Uni HH usw.

Start. Wir fahren gut mit, aber auch nicht zu schnell. Die Streckenführung wurde wieder geändert, statt dem schönen Forstweg geht es nun wieder durch die Stadt in Richtung Okertalsperre. Das hat aber den Vorteil, dass wir uns ein wenig warm fahren können, bevor es richtig mit dem klettern los geht. Der erste Anstieg hoch zur Talsperre läuft gut. Andi ist vorne weg, ich fahre hinter Jochen her und wir überholen mehr als wir überholt werden. Gemeinsam fahren wir um den Stausee herum, bis der nächste Anstieg zur Bundesstraße am Torfhaus beginnt. Auch der läuft gut, wenn auch Andi und Jochen vorne weg fahren, aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich zu langsam bin und das ganze kommt mir auch kürzer als sonst vor. Nerviger ist ja schon das letzte Stück auf der Bundesstraße. Oben warten Andi und Jochen wieder und es geht weiter, bis zum ersten Kontrollpunkt nach 30 km.

Unnötig dort zu halten, wir fahren weiter und stellen dann fest, dass wir auf weiter Flur alleine sind. Irgendwie schon doof sich morgens abzuhetzen, um pünktlich am Start zu sein, und dann nach 30 km doch wieder alleine zu sein. Da könnte man ja auch locker eine Stunde später kommen und alleine fahren. Wir kommen nach St. Andreasberg rein, fahren eine große Schleife und kommen schon wieder nach St. Andreasberg rein. Eigentlich hatte ich diese RTF als Klettertraining geplant, aber ich bin noch viel froher, die vielen Abfahrten mit Speed machen zu können, denn meine Abfahrerkünste sind in Bremen in der letzten Zeit nicht getestet worden.

Zumindest holt uns eine schnellere Gruppe ein und wir fahren das Stück bis zur nächsten Kontrolle in Sieber gemeinsam. dabei ist auch die Triathletin von Hannover 69, die mir schon beim Roten Fuchs aufgefallen war und die sich als sehr schnelle Abfahrerin entpuppt.  Dort am Feuerwehrhaus gibt es Suppe, die Jochen wieder neue Kraft einflößt.

Jetzt sind wir wieder alleine und fahren den Anstieg nach dem Ort Osterode hoch auch das läuft gut ab und wir machen Tempo auf dem Weg nach Clausthal-Zellerfeld. Dort ist die dritte und letzte Kontrolle nach 105 km. Vorbei an einigen Gebäuden der Uni dort, u.a. dem „Labor für Betriebsfestigkeit.“ Hier werden neue Mitarbeiter nach DIN Norm gemobbt, um Kündigungs-dauer, -grund und -frustration zu simulieren. Es gibt leckere Wurstbrote in den uralten Hallen des THWs.

Was genau ist eigentlich das THW. Ja, ich weiß schon, was man bei denen auf der Internetpräsenz oder bei wiki nachlesen kann, aber mein Eindruck von THW ist: Uralte Laster, vernachlässigte Hallen, Büros mit Holzrahmenfenster bei denen der Lack abbröselt.

Irgendwo ist das THW ein wenig wie der Harz – beide haben unter dem Ende des kalten Krieges stark gelitten. Ich bin trotzdem froh um jedes Wurstbrot. Manche Sachen schmecken auf RTFs ja hervorragend, zum Beispiel Schokokuchen mit je einem Tuc Cracker oben unten, genau die richtige Mischung aus süß und salzig. Wenn ich dass dann zuhause meiner Familie zubereite werden die Gesichter oft lang. Und auch ich muss zugeben, dass so etwas erstaunlicherweise nur auf einer RTF schmeckt – aber nie zuhause.

Wir fahren weiter einen große und sinnlose Schleife um Clausthal-Zellerfeld. Dabei kommen wir an der Okertalsperre an und wissen ganz genau, dass, wenn wir jetzt rechts abbiegen würden, die Beine hochlegen könnten und nach Goslar rollen würden. Tun wir aber nicht, wir biegen links ab, machen noch diesen sinnlosen Abstecher nach Schulenberg, der zu dieser RTF gehört wie Amy Winehouse zu Pete Doherty – und man weiß wie das enden muss, in Blut, Schweiß und Tränen.

Schulenberg im Harz

Und so sind wir schnell wieder an den Stadträndern von Clausthal-Zellerfeld. Dort steht eine Restaurant, die Königsalm, zur Vermietung oder zum Verkauf. Drohend steht auf dem Schild“ sonst betriebsbereit“. Übehaupt steht der Harz hier leer und viele Freizeiteinrichtungen sind nicht geeignet Kinder zu begeistern – jedenfalls nicht meine. Unsere Fahrt wird unterbrochen von einer Sperre der Feuerwehr. „Vorsicht Ölspur“ heißt es  auf einem großen Schild und ich vermute dass die von diesem Schild aufgrund der zahlreichen Motorradunfälle häufig Gebrauch machen. Vor 30 Jahren waren Motorradfahrer jung, verwegen und dann häufig jung tot. Aber sie hatten auch Körper, die einen schweren Sturz, wenn auch unter Narben, mitmachen konnten. Ich war mal auf einer Poolparty bei einem Mitstudenten aus der Eifel und als wir alle nackt im Pool tobten habe ich so viele Narben gesehen wie nie mehr in meinem Leben. Die hatten halt alle Motorräder, weil man aus der Eifel schnell weg muss und sich alle mehrfach schwer hingelegt. Motoradfahrer heute im Harz sind aber 50 Jahre oder älter. Das sind die, die damals nicht bei der Poolparty dabei waren, neidisch wurden und sich mit 49 eine Harley zulegten. Dann stürzen sie, es knackt im morschen Gebälk und Schluss ist. Die Harley wird neben der Unfallstelle von der Feuerwehr im nahen Wald vergraben.

Noch ein paar Meter klettern, aber nach den Stauseen können wir nun wirklich die Beine hoch legen und die Abfahrt nach Goslar beginnen. Das macht wieder richtig Spaß, vorne liefern sich Jochen und Andy ein Duell um das Ortschild. Und so kommen wir etwa sechseinhalb Stunden später wieder zurück.

Eine schöne RTF und zum Glück ist es auch trocken geblieben. Wir machen und relativ schnell auf den Heimweg und sind um 17:30 Uhr wieder zurück in Bremen. 13 Stunden unterwegs, davon die Hälfte auf dem Rad. Wenn man so früh aufsteht, hat man ja tatsächlich noch was anschließend vom Tag. Das sollte ich mal öfters machen.

Aber nicht morgen.

Danke an Andi und Jochen.

Strava

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Neues von der Tour.

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OK, das ist nicht neu.

VengefulCornyBudgie

Nach dem überzeugenden Sieg von Christopher Froome bei der 10. Etappe am Dienstag könnte es beim Kampf um das gelbe Trikot sehr langweilig werden.

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UNIVERSAL TRUTH OF CYCLING #9: “PASSING ANOTHER CYCLIST” BREATHING.

Of all the egregious displays of the cyclist’s fragile ego (and let’s be honest, there are plenty) this one is up there. Here’s what we’re talking about:

You’re climbing.
One of those hills that’s so intimidating it has a name…like “widowmaker” or “quad buster” or “the three bitches” (they always have names like these). You’re majorly sucking wind, using every single milliliter of your lung capacity.

But then…you spot something up ahead. Oh, is that another cyclist up there?
It is.
Time to reel ‘em in.

But you couldn’t possibly let him or her know that you’re actually labouring to catch them and that you’re out of breath. So as you near the other cyclist you let off the throttle juuuust a tad and do whatever it takes to catch your breath.
Massive gulps of air.
Mop the sweat off your brow.
Gotta make this hill seem effortless.
The goal is to make it appear as if this hill only requires about ¼ of your lung capacity, so you take one last, big gulp of air, hold your breath, put on your best “I just sidled up to you at a cocktail party” voice and…

“Hello there…on your left…nice frame…so, where you riding today?…me? Today’s a recovery day so just an easy 40 or so…well, have a good one…”

And as soon as they’re comfortably out of sight you spend 4 miles gasping for air until…is that someone up ahead?

via 18 miles per hour

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RTF Alpe d’Seevetal

Was passiert eigentlich genau, wenn man sich für rechts entscheidet, alle anderen aber für links? Zum ersten Mal passierte mir das in den Achtzigern im Studium, als wirklich alle coolen Leute nach zwei Semestern entschieden mit dem Blödsinn aufzuhören und dann tolle Karrieren als Schauspieler, Werbeguru oder Arzt machten – oder halt beides wie Peter, der als Schauspieler in „Verbotene Liebe“ den schwulen Werbefachmann Sebastian Adler darstellen durfte.

Nach der Wetterprognose hatte ich so gar keine Lust vo sechs Uhr morgens aufzustehen und in Richtung Hamburg zu fahren. Einerseits. Andererseits geht es in elf Tagen in Richtung Dolomiten und es wäre an der Zeit ernsthaft mit dem trainieren anzufangen. Andererseits. Also, wenn denn so früh, und wenn denn so nass, dann auch die 160er Strecke.

Am Bahnhof zu Bremen traf sich dann eine illustre Truppe der üblichen Verdächtigen (Kommentar: Ich habe leider kein einziges Bild heute gemacht, deshalb muss ich mich mit Agenturfotos behelfen). Caro’s Tochter war ausnahmsweis emal nicht dabei, weil das Stubu bereits zwei Stunden dicht war.

v.l.n.r. Philipp, Andi, Thorsten, Thomas, Silke. Nicht im Bild: Caro, Silvia und Tim (kam später)

Ankunft in Hittfeld am Bahnhof. Viele Bahnhöfe der Provinz sind ja in einem erbärmlichen Zustand, aber so einen schrecklich vollgeschmierten  Bahnhof habe ich noch nie gesehen.

Machen diese Vandalen denn vor nichts halt? Wohl nicht. Schlecht!“

Es hab sogar Abdrücke von Händen an der Wand, mit einem Tag der Seniorenbande „Altenzentrum Seevetal“. Da ist wohl nichts mehr zu retten. Am besten den Bahnhof schließen und nur noch in Klecken halten.

Am Start dann jede Menge Fahrer, ganz anders als in Northeim, vor ein paar Wochen, als gerade mal 30 Leute bei widrigen Wetterbedingungen erschienen. Wir hatten reichlich Zeit und ich ging erst einmal zum Brötchentisch und holte mir Kaffee und ein Schinkenbrötchen. Eins der Mädels dort gab mit aber ein Brötchen mit Pute, und auch als ich sie darauf aufmerksam machte, wollte sie den Unterschied nicht einsehen und wurde schnippisch. „Dumme Schinken“ murmelte ich im herausgehen.

Draußen hingen jede Menge Fahrer rum und mich interessiert ja immer besonders das Design der Trikots und der Räder. Hinter uns stand ein voll mit goldenen Teilen gepimptes Rennrad, es sah aus, als wenn es Mark Cavendish, dem Sascha Hehn des Radsports gehören würde.

Mark Cavendish

Das Radteam aus Buxtehude hatte auch sehr schöne blau-gelbe Jerseys an. Die Hosen waren ebenfalls blau belb, bis auf den Sitzbereich, wo sie komplett schwarz waren. Irgendwie sah das aus wie Reizwäsche und erinnerte mich in den folgenden Stunden an das hier.

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Radhosen, Team Buxtehude

Tja, wenn wenn einmal so Sachen im Kopf hat, gehen die halt nicht mehr raus. Genau wie die Lochis, die den ganzen Tag in meinen Ohren mitfuhren, deutlich gegen meinen Willen [diesen Link bitte auf keinen Fall klicken].

Wir gingen dann in die Startblocks am Sportplatz nebenan, denn die Radler wurden in Gruppen von 20 bis 30 Fahrern auf die Reise geschickt. Wir waren etwa in Startblock D, 9 Bremer und ein paar Andere und so kurz nach neun ging es, im trockenen los. Das Tempo war gut, aber nicht zu schnell und so waren wir ziemlich fix durch die Orte der Umgebung. Die Orte haben wunderschöne Namen, die von norddeutscher Schweigsamkeit zeugen, so zum Beispiel „Stelle“ oder „Over“ (Städtpartnerschaft mit Game in England). Oder die sich hervorragend zur Bennenung von Produkten eignen, es müssen nicht immer Werbeprofis Kunstnamen ausdenken wie „Arcandor“, „Novartis“ oder „DieLochis“, oft reicht ein Blick in die norddeutsche Umgebung. „Glüsing“ zum Beispiel, wäre meiner Ansicht nach ein hervorragender Name für einen Allzweckkleber; könnte man ihn auch schnüffeln, so würde man glüsingen.

Oder wenn ich jemals etwas erfinden sollte, was es bis dato noch nicht auf der Welt gibt, dann würde ich es „das Brackel“ nennen. Es sei denn, es hat irgendetwas mit dem Internet zu tun dann würde es selbstverständlich das iBrackel heißen.

Erste Verpflegungsstation nach 30 Kilometer. Keine lust groß zu halten, Silvia und Tim auch nicht und so rollen wir langsam vor den anderen weiter. Es fängt nun stärker an zu regnen und die Regenjacken kommen raus. Wir rollen so langsam, dass uns Philipp und Andi 10 Meter vor dern nächsten Verpflegung einholen. Philipp hatte einen technischen Defekt, als er ankommt hat er den an Andi weitergereicht.

Dann fahren wir wieder als Gruppe weiter. Und zwar bis etwa Kilometer 73. Die 120er Stecke ist nach links ausgeschildert, die 150er nach rechts. Zu meinem erschrecken stelle ich fest, das ich der Einzige bin, der rechts fahren will. Alle coolen Leute wollen nach links. Und auch die uncoolen. So ein Mist! Die haben jetzt alle Spaß, Abentuer und all diese Dinge und ich kann mich hier weiter alleine durch den Regen kämpfen.

Das mache ich dann auch. Ab und an überhole ich einen einzelnen Fahrer, aber die sind zu langsam, als dass es Sinn machen würde mit denen zu fahren. Langsam arbeite ich mich dann an einen Blau-gelben ran und als ich ihn endlich habe biegen wir links in einen Wald ein, es kommt die fieseste Steigung der ganzen RTF und da er mich gesehen hat zieht er davon. Wieder arbeiten. Dann bin ich endlich dran und überhole ihn, er setzt sich hinter mich. Wir kommen an eine Bahnüberführung und dort liegen bereits zwei andere Fahrer. „Fahrt bloß langsam, ist sauglatt hier!“. Mache ich. Der Blau-gelbe auch. Unterschied: nach dem Bahnübergang fahre ich weiter, während der Blau-gelbe sich lang gemacht hat. Also wieder weiter alleine durch die Heide, in der wir nun gelandet sind.

Wäre Lüneburg ein amerikanischer Bundesstaat, so wäre es Arizona.

Die L212 nach Undeloh.

Schnurrstracksgeradeausmässige Straßen durch die Heide – links und rechts relativ langweiliges Gebüsch. Quasi die Nachwirkungen einer Umweltkatastrophe aus der Jungsteinzeit, als die ehemals reichen Waldgebiete durch Überweidung in ihren heutigen Zustand versetzt wurden. Wenig später war ich mal mit meinen Eltern da, ich muss so 12,13 gewesen sein. ich kann mich nur  noch ein einen sehr, sehr langweiligen Sommerurlaub erinnern, wir hatten so einen Minipool und mussten mit der Pferdekutsche durch die Heide fahren, während mein Vater der Kutscherin irgendwelche peinlichen Witze über Heideschnucken erzählte. Es hat sich nichts verändert in der Zwischenzeit, auch nicht mein Vater.

Nach der nächsten Verpflegung bei 98 km fahre ich alleine weiter, da sind gerade mal 5, 6 Fahrer und alle esen und quatschen, als wenn sie da nie mehr weg wollten. Bei 113 zieht eine schnelle Marathontruppe an mir vorbei und ich hänge mich dran. Dabei ist erstaunlicherweise auch jemand im Wiegetritt Jersey auf einem Basso Rad. Kennt den jemand? Das Tempo ist hoch aber machbar und wir ziehen das durch bis zur nächsten Rast bei km 128. Dort fahre ich wieder alleine vor und werde von der Gruppe wieder bei km 143 eingeholt. Ich hänge mich wieder ran, aber nicht für lange, denn so langsam geht mir nun doch die Power aus.

Jetzt komme ich wieder durch Brackel, Glüsing etc. und weiß, dass es nicht mehr weit bis zum Ziel ist. da ist auch schon der Kreisverkehr, durch den wir gefahren sind, als wir vom Bahnhof Hittfeld kamen. doch was ist das?  Warum kommen mir denn da alle Bremer entgegen? Und keiner hält an? Auf der 120er Runde sind die ja wohl lange nicht mehr.

Später erfahre ich, dass es doch nicht alle waren. Thorsten und Thomas haben auf mich gewartet und der Rest der Truppe muss los, damit sie noch den Zug in Hittfeld bekommen. Wir machen uns auch direkt auf den Weg nach Hamburg Harburg. Eigentlich hatte ich mich auf Würstchen, Kuchen und ein Putenbrot gefreut – aber daraus wird nichts. Ebenso wenig wie aus einem Sitzplatz im Zug. Und wieder angekommen in Bremen regnet es auch noch fies.

Ich schmeiße mich aus den Klamotten und auf das Sofa und sehe mir bei der TdF das Mannschaftszeitfahren an. „Links abbiegen wäre besser gewesen.“, denke ich mir. Dann wäre ich heute vermutlich Internetguru und ’ne halbe Stunde schneller zuhause gewesen.

Danke an alle Mitfahrer.

Strava.

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July girls with bikes

Teil 1: Auf dem Fixie

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Teil 2: Aus den Modemagazinen dieser Welt

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Teil 3: Liegend, Kniend, Umgekehrt

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Teil 4: Zwischendurch in Japan

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Teil 5: Ohne Raderfahrung

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Tour de France 2015. Toneddy.

Cambrai - France - wielrennen - cycling - radsport - cyclisme -   Tony Martin (Team Etixx - Quick Step) pictured during  le Tour de France 2015 - stage 4 - from Seraing to Cambrai  on tuesday 07-07-2015 - 223.5 KM - photo NV/VK/PN/Cor Vos © 2015

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