Archiv der Kategorie: Blitzrad

Fahrt in den Tod

Heute morgen war ich mächtig aufgeregt, die große Sternfahrt, das erste Leistungsmessen der Saison stand an.

So gegen 10 Uhr hatte sich bereit die halbe Rennradwelt Bremens vor den Messehallen versammelt. Viele bekannte Gesichter: Blitzrad, Karin, Torsten, Björn, Andreas, Olli, Silke, Harald ,Torben, Andi, Dino, Olmoista und andere ich ich seit Beginn des diesmal nicht so langen Winters gesehen hatte. Und viele andere die ich schon mal gesehen habe, deren Beiträge ich im Rennradforum oder facebook kommentiere und von denen ich keine Ahnung habe wie sie heissen. Ich hatte mich für die Gruppe 30+ angemeldet, stellte dann aber mit Erschrecken fest, dass sich diese Zahl auf die Geschwindigkeit und nicht auf das Alter bezog. Zum Glück war ein Wechsel in die 25+ Gruppe in der alle fuhren die ich kannte als unkompliziert heraus. Es begann mit einem „Peptalk“ von Bernd Rennies, der über das Thema „Sicherheit auf dem Rad“ referierte. Es hatte in etwa den Charme einer Sicherheitsunterweisung im Flugzeug. Man weiß schon was gesagt wird, liest in der „Gala“ weiter, knappert an den Nüssen und nippt vom Champagner, während die Stewardess die Schwimmweste anzieht und zu blasen beginnt.

Und dann ging es schon los, die wilde Fahrt. In unserer Gruppe waren wir vielleicht so um die 30 Radler und das Tempo war definitiv noch nicht einmal 25+ als wir uns auf den Weg heraus aus der gr0ßen Stadt machten unter strahlend blauem Himmel und wirklich sehr angenehmen Temperaturen. Es dauerte eine nette Weile bis wir am Platzhirsch in die erste Bergwertung kamen, da hielt es dann fast keinen mehr zurück und wir versuchten allesamt als erste über die Autobahn zu kommen. Blitzrad begab sich dann in die Aeroposition um den Windschatten voll auszunutzen und neue Spitzenwerte auf der folgenden Abfahrt zu erzielen. Ja, es war nett und ich quatschte die ganze Zeit mit Karin, Björn und Torsten auf dem Weg nach Fischerhude. Als wir dort ankamen, waren die 30+ er bereits da, trauten sich aber an der Lindenlaube nicht Eis zu essen. Ich denke, dass ist so eine Art Gruppenzwang, man kann da ja nicht vor allen anderen ein Schokoeis essen – das geht gar nicht! Wie uncool. Das schreibe ich übrigens, nachdem ich meiner Tochter nun versprochen habe mit ihr gleich ins Venezia auf der Wachtmannstrasse zu fahren und das größte Eis zu kaufen, dass sie sich vorstellen kann. Übrigens hat es auch andere Vorteile in eine rgroßen Gruppe zu fahren: Man ist laut, fährt selbstbewußt, blockiert in vollem Recht die Strasse und macht Dinge mit einem Selbstbewußtsein, dass einem sonst fehlt. Da kam z.B. eine Gruppe von Motorrädern vorbei, die einen Sturm von Heiterkeit und Gelächter auslösten. Normalerweise bin ich da etwas stiller, vor allem dann, wenn die a) Harleys fahren, b) Enbleme mit Totenschädeln etc. auf ihren Lederjacken haben und c) Ketten und Morgensterne auf dem Gepäckträger befestigt sind. Aber 30 Radler nehmen es locker mit solchen Halbstarken auf. Könnte man meinen. Meine Erfahrung ist leider anders. Im September 1979 war ich auf meinem ersten Punk Konzert im Okie-Dokie in Neuss, es spielte die Berliner Gruppen Auswurf und Katapult, Musik, die die Geschichte bereits vergessen hat und zwar zurecht. Die lokale Rockergang La Cada hatte sich bereits angesagt, um uns alle zu vermöbeln. Leidtragende war erst einmal da Okie Dokie, denn in Erwartung der Rocker wurde das Mobilar zerstört und sich mit Stuhlbeinen bewaffnet, um Widerstand leisten zu können. Ich natürlich nicht, denn ich war Gymnasiast, Brillenträger und feige. Und dann kamen die Rocker wie angekündigt und eine Horde von vielleicht 200 Punks bekam von 20 – 30 durchtrainierten Rockern richtig eins auf die Nase. Mein Freund Martin, immer noch Sänger bei EA80 und ich flüchteten uns zunächst auf die Damentoilette und dann über ein Fenster auf das Dach des Okie Dokies. Von dort aus hatten wir einen wunderbaren Blick auf die Prügelei auf dem Vorplatz und die anrückende Polizei. Wäre das heute passiert, hätte ich da getwittert und Photos gemacht, damals war ich einfach froh, dass ich mit dem Leben davon gekommen bin.

Immerhin, die Hälfte er Strecke war vollbracht und ich fühlte mich bereits wie nach einem vollen Tag auf der Transalp. DAS Tempo war mörderisch. Es bedurfte meiner vollen Konzentration im 25er Schnitt in der Gruppe zu fahren und nicht zur Seite umzufallen. Stützräder wären heute wirklich gut gewesen.

Auf der Rückfahrt fuhr ich viel mit Andreas zusammen, der bei dem Höllentempo die aerodynamischen Vorteile seines Cervelos voll ausspielen konnte. Schwer da an seiner Seite mitzuhalten,, und so erzählte ich ihm den lustigsten Witz den ich derzeit kenne, um ihn aus dem Rhythmus zu bringen:

Es klingelt an der Tür, ein Mann macht auf, ein anderer steht vor der Tür und sagt:

Guten Tag, ich heisse Umberto und ich bin gekommen, um ihre Tochter zu ficken!

„Um was?“

UM B E R T O !“

Andreas fiel daraufhin prompt vom Rad und verursachte größere Auffahrunfälle hinter ihm. Ansonsten ist aber nichts passiert. Angesichts der Reaktion vieler Passanten glaube ich aber trotzdem nicht, dass wir uns mit dieser Tour in die Herzen der Bremer Bevölkerung gefahren haben, viele waren doch arg genervt von der großen Truppe. Ebenso erstaunlich war die Anzahl der Rennradfahrer die uns noch entgegenkamen (überholt haben wir bei dem Tempo logischerweise keine), ich hätte geschworen, dass jeder einzelne von denen bei uns mitfährt. Und dan nkamen wir an Aldi vorbei und kurz danach bei den genmanipulierten Schafen und schon waren wir wieder in der Stadt und zurück an der Messe. Ich wollte ja gerne noch einige Fahrer dazu bewegen am V MAX Cup teilzunehmen, in der Nähe unseres Hauses an der Hirchbachstrasse gibt es nämlich nun eine Geschwindigkeitsanzeige die man schön lange anfahren kann um richtig Speed zu machen. Dem schnellsten hätte ich dann eine Limo am Kiosk zur gelben Gefahr spendiert. Aber nein, alle waren total geschafft und der Platz vor der Messe bot ein ähnliches Schauspiel wie ein Truppenverbandsplatz während der Zeit der Napoleonischen Kriege. Oder war es Solferino? In diesem Takarazuka Musical ist die Stimmung nach der Sternfahrt sehr gut nachgestellt, leider aber auf japanisch.

Schöner Tach, Danke an alle die da waren und hier noch ein paar Bilder.

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Bernd Rennies bei Peptalk. Mit Security Guard.

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Vor der Abfahrt: Torben und Karin

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Andreas, Team Nutrixxion: UMMMBERTOOOO !

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Blitzrad, Björn, Pablo Escobar zbd Torsten

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Gruppenrasen auf der Parkallee

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Blitzrad, In Aeroposition überholt die bislang führende Else Obermayer (96)

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Kein Eis an der Lindelaube in Fischerhude

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Rückfahrt: Forsch nach Sagehorn in mörderischem Tempo

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Rückfahrt: Forsch nach Sagehorn

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Rückfahrt von vorne.

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Karin und die Versuchungen des Lebens

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Karin und die genmanipulierten Schafe

Ach so: Kamera ist kaputt, fokusiert nicht mehr richtig. Wer glaubte ich hätte alle Bilder mit Instagram bearbeitet liegt falsch.



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Fixed Beards and Friends Photo Session

Heute draußen am Weserstrand zum fotographiert werden. Kalt, windig, Reste von Schnee und Eis auf den Strassen, aber sonnig und blauer Himmel. Alle kommen mit ihren besten Rädern und in ihren geilsten Klamotten. Bis auf Harald, der kommt erstens auf dem Hollandrad seiner Tochter und zweitens irgendwie anders als sonst. Wobei ich jetzt nicht genau festmachen kann, was denn anders war.

Auf dem Bremer Marktplatz zeigen die Gaukler ihre Künste.

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Es sind fahrende Gaukler, heute in Bremen und morgen vielleicht schon in Holzminden. Demnächst mehr, wenn Manu die Photos fertig hat.

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#Festive500: Day 4: Wind and Thorben

Today was very windy. And there was Thorben.

Who dragged as all the way. We made a shorter Loop through the Blockland then to Ritterhude, taking in all the mountains that Bremen has to offer.

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Phlipp is doing a fixed festive 500 with 48/12 gearing and massive sails aka as high carbon rims.
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Col de Sandberg at Worpswede.

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#Festive500: Day3: Il trio infernale

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Day 3 of the Festive 500, this time as trio infernale.

Today, as usual, unfriendly skies but at least the weather forecast promised that it will stay try until lunch at least.

1312 Festive500 Day3 08Well, at least finally, I was able to find the place in Bremen where all the clouds come from. There seems to be a very big „cloud making factory“ located next to the river Weser operated by SWB. It was fenced off heavily from its surroundings and guarded by grim looking security men. I guess that inside the factory many workers are toiling day and night to produce these fine looking, grey clouds, soaked with condensed water that the inhabitants of Bremen have becoming so fond of. Good works guys, please keep it up.

1312 Festive500 Day3 06I was off to a comparable early start to meet Olli and Jörg and the famous Weserbank. The Weserband is one of the few banks in Germany that came through unharned by the world financial crisis of 2008/09. It is a very old bank and during this time of the year also very cold. I refrained from entering the bank and aimlessly rode around until the others arrived as I was afraid that I will freeze into a solid statue of ice and will then not be recognized by the others. Temperatures were hovering between 2 and 4 degrees. But here they were and we proceeded South towards Bruchhausen-Vilsen. It was nice not to be alone on the road for a change and we shared many stories about family adventures with the family. If I remember correctly the main tone of the conversation was, that all of them are an unthankful bunch that does not appreciate our beautiful presents. I mean, it is not that we presented them with wrenches, screwdrivers or Campagnolo cassette removal tools; although Olli came closest with a bike lock. Generally I had the feeling that all of us were happy to be united on the road again, chatting with people who really understand each others topics of conversation. I confessed that due to the clever marketing of Strava I am inclined to buy a GPS device and was told that my best choices would be some rubbish device from Conrad electronic store for 30€ or a Garmin 800 for about 10 times the amount. I am still considering. And while we were talking we didn’t realized how time flew by and in no time we were in Paris as evidenced by this photo.

1312 Festive500 Day3 02 and then, as we were in good mood we continued, just like Tom Hanks continued to run in „Forrest Gump“ and in no time we were in Berlin, as we can see in the next photo.

1312 Festive500 Day3 05In the forefront we can see some remains of the Berlin Wall that haven’t been removed yet. So now it was time to say goodbye and we continued on different ways home to our loved ones. I felt good on the bike for the first time during the Festive500, my legs were a little bit more lowerful than the first two days. And so I thought that I can do some extra miles. So when I reached my home I just continued to the HaW and then to the Blockland in direction Dammsiel. Yes, this road is very boring but at least I know where it takes me and what do expect. There were quite some cyclist making out there and I saw at least three guys on racing bikes with huge beards that would qualify them handily for a place in the Fixed Beards Bremen team. Then I rode back on the other side of the river to Lilienthal and there, much to my surprise I met Philipp. He was just on the way back from a party close to Lueneburg on his Fixie: 48/12 gearing, skyhigh carbon rims, quite impressive I must say. We continued for about 3 km and then we agreed that we will meet again tomorrow to put in some additional kms. Philipp is also attending Festive500 and, much to my delight, told me that he is not interested in the T-shirt, so I might have find a way to get around all the fuss and lay me hands on this thing.

Today I rode about 105 km, bring the total to 266, so only 234 more to go at least. But I must say, I quite got used to that rhythm of riding by now, so I might continue also for the next days with shorter stretches, weather permitting. And apart from the agreed ride tomorrow, we will have a pub meeting on Saturday and perhaps an new year inaugural ride on January 1st. So there are really some things looking forward to.

1312 Festive500 Day3 10My bike, dirty as usual.

1312 Festive500 Day3 09More clouds in the making.

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Nakagawa Fumiki.

I have the pleasure to announce, that Mr. Nakagawa Fumiki has convinced us by his recent self portrait submission on his facebook account, to accept him as honorary member of the „Fixed Beards Bremen“ bicycle club. Well done Fumiki and congratulations.

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In case you are not aware of it yet, you have joined the ranks of other illustreous personalities that have two things in common: Wearing a beard (of some sort) and riding a fixed bike (of some sort). To give you the general idea, we have published some photos of our members below.

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You’ve come a long way since 2010.

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There goes the Currywurst: Osnabrück im Herbst. Teil I

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Manchmal, so wird gesagt, haben Menschen einen Traum, der ihr ganzes Leben verändert: Man ist dabei wie Jesus Christus gekreuzigt wird und heult Rotz und Wasser. Dann wacht man auf, geht in die Kirche und wird irrsinnig fromm. Oder man wacht auf, geht bei der Bundestagswahl wählen und schmeißt sich dann in Radklamotten, um nach Osnabrück zu fahren.

Ich glaube ernsthaft, dass es nach diesem Sommer besser ist noch mal schnell nach Osnabrück zu fahren und nicht fromm zu werden. Dieses Jahr konnte man die gemeinsamen Ausfahrten an den Fingern eines Sägewerkangestellten abzählen. In der Woche gab es fast keine gemeinsamen Ausfahrten, einmal waren wir zusammen im Harz, aber sonst? Dieser Sommer war echt mies und so mies er war, so schade ist es, dass er jetzt bereits wieder vorbei ist.

Umso erfreulicher für alle Bremer (und Delmenhorster!), dass Joerg eine Tour in Osnabrück und um Osnabrück herum organisierte zu der wir alle kamen. Das heißt, alle bis auf Olli und den Raben, die sich kurzfristig noch Erkältungen eingefangen hatten, Hennig, der sehr kurzfristig noch besoffen war und Jonas, der gar nicht kurzfristig einfach nicht konnte. Aber immerhin Silke, Karin, Torsten, Björn, Harald, Phillip, Joerg und ich waren dabei und um kurz vor zehn am Bahnhof. So viele von uns hatte ich lange nicht mehr auf einem Haufen gesehen.

Diese Tour stand unter dem Haupthema „Radfahren – aber richtig – korrekte Ernährung ist wichtig!“ und weiter unten in diesem Post werden ein paar Bilder zu sehen sein, die die Wichtigkeit dieser Aussage exemplarisch unterstreichen.

Richtige Ernährung fängt bereits lange vor der eigentlichen sportlichen Tätigkeit an; der Körper will gut auf die kommenden Strapazen vorbereitet sein. Es empfiehlt sich daher, bereits unterwegs im Zug mit der Rolle zu trainieren. Sehr gut eignen sich dafür die schwarzen Rollen von Haribo.

1309 Osnabrück HL 20Es ist mir vorher nie so klar gewesen, aber wenn jemand mit Vornamen Harald, auch „Harry“ genannt heißt, dann entwickelt man doch zwangsläufig eine Liebesbeiziehung zu Haribo Konfekt. Während, wenn jemand „Silke“ heißen würde, so wäre s ie vermutlich süchtig nach „Colorado“.

Eine Zugfahrt ist weiterhin auch gut dafür geeignet, sich psychologisch auf die bevorstehende Tour vorzubereiten; vor allem dann, wenn man Mitfahrer dabei hat, die noch nicht so oft mit dabei waren. Insbesondere dann sollte man im Abteil untereinander auf die folgende Art und Weise Konversation machen:

„Weißt Du noch, als wir vor drei Jahren im Harz waren und Benno bereits am ersten Anstieg sagte, ich glaube ich bleibe in Goslar, fahre ein wenig rum und warte bis ihr wieder da seid?“

Und dann alle: „Ha ha ha, hi hi hi, ja das war lustig.“

Oder: „Und dann schickte mir Matsche eine SMS und schrieb, dass er nicht mehr mithalten konnte und uns noch viel Spaß wünschte. Tja, wer sagt er fährt einen 35er Schnitt sollte halt nicht mit 25 mitrollen.“

Und alle: „Matsche – der hat echt einen an der Klatsche! Ha ha ha hi hi hi!“

Man könnte nun denken, dass wir fiese und gemeine Menschen sind. Aber so sehen wir uns nicht. Ich dachte die ganze Fahrt eigentlich nur daran, dass ich auf der Rückfahrt gerne eine Currywurst essen würde. Es ist manchmal seltsam, was uns antreibt und motiviert, aber gestern war es, die Aussicht auf eine Currywust die mich zu sportlichen Taten antrieb.

Als wir in Osnabrück dann endlich aus dem Zug stiegen war es noch kälter als in Bremen. Ich vermute, dass dies an der Hochgebirgslage des Ortes liegt. Es kann aber auch daran gelegen haben, dass Osnabrück einfach scheiß kalt war. Jedenfalls muss man dann schnell losfahren, damit einem auch schnell warm wird. Dementsprechend lag unser Tempo innerhalb von Osnabrück auch bei gefühlten und konstanten 40 km/h. So schnell waren wir nie wieder auf der ganzen Strecke. Die übrigens Jörg ganz hervorragend für uns ausgesucht hatte.

Hier ist die Tour

Wir durchquerten so manches schöne Industriegebiet in der Stadt der bibeltreuen Christen. Wenn mir das jemand im Zug erzählt hätte, na dann wäre ich doch in Ostcappeln ausgestiegen. Auch wenn der Regionalexpress dort eigentlich nicht hält – so voll hätte ich die Hosen gehabt. Schliesslich fanden wir einen Ausweg durch eine klitzekleine Unterführung unter der riesigen, Osnabrück umkreisenden Autobahn und schon waren wir in freier Natur. Das hatte allerdings auch eine ganze Weile gedauert. Phillip, der ja etwas jünger ist als viele von uns, war in dieser Zeit mal wieder etwas gewachsen und musste deswegen seinen Sattel auf eine höhere Länge adjustieren.

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 Wie man auf dem Foro gut erkennen kann, benötigt Philipp bereits bei einer normalen Rennradgeometrie eine Sattelstütze die aus speziellem, südafrikanischen Giraffenstahl gefertigt wird. Jetzt träumt er von einem gesloppten Rennrad aus dem Hause Specialized, etwa so:

Tatsache, ist aber dass  Philip auf diesem Rad etwa so aussehen würde, wie ich auf meinem Canyon mit gewreckter Sattelstütze bei der Adlerrunde im Harz. Was Philipp also eigentlich braucht, ist eine Blitzrad Version des Specialized Venge, etwa so:

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Leider gibt es noch kein Material auf Erden, dass für diese Art von Konstruktion geeignet wäre. Na egal, eigentlich wollte ich ja hier über die Tour schreiben. Ich denke, ich mache einmal morgen weiter, hier erst einmal ein paar Bilder:

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Osnabrücker Dreier

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Schön war es heute in und um Osnabrück herum. Bad Essen, Bratkartoffeln, Ei, Würstchen und Kartoffelsalat am Luisenturm. Rennstrecken und Feledwege. Mehr als 110 km und mehr als 1.000 Höhenmeter. Woher schwarze Rollen im Abteil, nachher an die Quelle des Colorados.

Danke an Jörg für die gute Planung und an Silke, Karen, Torsten, Phillip, Björn und Harald fürs mitkommen und Tempo machen. Am Ende kam die Sonne raus und es war ein guter, versöhnlicher Saisonabschluß. Morgen mehr.

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Nachlese City Triathlon

HIWL Pokale

Von links nach rechts: City Triathlon Mixed Staffel Studi Team 1. Platz 2013;  City Triathlon Mixed Staffel Studi Team 1. Platz 2012; Silbersee Mixed Staffel Studi Team 3. Platz 2012; Scheich der mit dem Kopf wackelt, wenn man ihn anstößt.

Im Weserkurier mit Bildern von Silke und Philipp: http://www.weser-kurier.de/start/fotos/lokalsport/bremen88_galerie,-Bilder-vom-City-Triathlon-Bremen-_mediagalid,22435.html

Ergebnisse 2013: https://www.time2finish.net/v2012/results/search?competition=20aa7ef0-0284-11e3-94eb-000000000000

Ergebnisse 2012: http://www.time2finish.net/v2012/results/search?competition=39ae44d0-e1e8-11e1-9f6b-000000000000

Ruhm und Ehre 0der Hochschule und ihren Studenten.

 

 

 

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Regen. Regen. Sonnenschein: City Triathlon Bremen

DSCF0032Philipp hörte extra vor einer Woche temporär mit dem rauchen auf und fuhr jeden Abend 50-60 km mit dem Rad, um auf den Punkt fit zu werden. Ich flog sogar eine Woche früher nach Spanien, damit ich in der Woche vor dem Triathlon nicht mehr trainieren mußte. Genau, es war mal wieder City Triathlon in der Stadt.

Man kennt das schon vom letzten Jahr, als der City Triathlon zum ersten Mal im neuen Format ausgetragen wurde und unser Team in der Mixed Staffel den ersten Platz belegte. Wie sind alle keine Multitasker und können daher nur eine Sache richtig, also kommt für uns nur eine Stafel in Frage. Und die einizieg Chance, die wir auf einen vorderen Platz haben ist im Mixed Wettbewerb, da dort die langsamsten Zeiten für das Podium reichen; na ja, bis auf diese Klasse wo die die Teilnehmern mit Rollatoren ins Wasser gelassen werden.

Wasser gab es diesmal reichlich. Ich machte morgens auf und sah durch den Fenster den Regen. Aber nur bis Björn kam, um sein repariertes Fixie bei mir abzuholen. Ich hatte nämlich vor einiger Zeit Björn ein schickes Simonato Fixie gebaut und vor ein paar Wochen rief er an und sagte, dass das Teil komische Geräusche machen würde, und ob ich mir das mal ansehen könnte. Klar, wir trafen uns mit den anderen Fixed Beards Bremen am HaW und fuhren unsere Abendrunde rechts der Weser. In der Regel unterhalten wir uns auch dabei, aber diesmal war das nicht möglich. Björns Fixie machte nämlich schreckliche, laute Geräusche. Das klang als wenn ein Betonsilo abgerissen wird. Oder die Bismarck, tödlich von einem Torpedo getroffen, in den Fluten des Atlantiks untergeht. Zwei Stunden musste ich neben Björn herfahren und mir das anhören. Für mich klang es, als wenn das Rad den Passanten zuschreien würde. „Lass Dir bloß kein Fixie von dem bauen!“ Das musste also unbedingt geändert werden und jetzte flitzt und schnurrt es wieder und murmelt: „Schon gut, schon gut!“.

Björn war auch schon nervös, denn er startete heute auch beim Triathlon als Einzelkämpfer in der Volkstriathlon Disziplin.

Als der weg war dachte ich daran, dass es vielleicht ganz gut wäre auch mein eigenes Rad auf Vordermann zu bringen. Es hing da am Montageständer und wartete auf Liebe von mir. Zärtlich sah ich es an. Es machte „Pfffttttt.“ und auf einmal hatte es einen Platten im Hinterrad – vielleicht war es aber auch der erste, jemals wahrgenommene Radorgasmus der Welt. Na ja, jedenfalls musste ich es flicken. Bei der Gelegenheit brachte ich es dann auch fertig den Schaltwerkadapter abzureissen. Zum Glück hatte ich noch einen Ersatz da, aber man merkt schon, die Nerven lagen ziemlich blank. ImGegensatz zu der Lust. die Lust lag icht blank sondern irgendwo gut eingepackt im Regal und flüsterte mir zu: „Laß mal gut sein, bleib zuhause und sei nett zu einen Lieben; was willst Du Dich da draußen im Regen sinnlos verausgaben?“ Das gute allerdings bei Staffelteams ist, dasss jeder zuhause vermutlich das gleiche anfängt zu denken, aber dann sagt man sich: „Oh Gott, die anderen warten bestimmt auf mich, ich muß da hin und darf mein Team nicht im Stich lassen!“ Die Anderen wären vermutlich froh wenn einer nicht erscheint udn sie dann auch eine gute Ausrede hätten nicht im regen zu laufen, fahren oder schwimmen, aber man weiß es halt nie genau. Und so machte ich mich auf den weg, nachdem ich meiner Familie das Versprechen abgenommen hatte auch zu kommen.

 

Es regnete schon deutlich weniger als ich am Zollhaus ankam, um die Startunterlagen abzuholen und die anderen zu treffen. Philipp war bereits da und ebenso die Schwimmerinnen unserer beiden Teams von der Hülsmann Bande plus entferntere Verwandschaft aus Bremen. Wir hatten nämlich zwei Teams am Start, einmal den Titelverteidiger vom letzten Jahr in Idealbesetzung „Studenten der HIWL“ und die neu reformierten „Professoren der HIWL“. Leider gab es nur einen einzigen Studi der HIWL und auch nur zwei Profs, die restlichen Mitglieder mussten auf dem Transfer- und Sklavenmarkt eingekauft werden. Übrigens können weder Studenten, noch Professoren schwimmen.

Jede Menge Anhang war auch da: Ich denke Björn hatte die größte Fantruppe von drei fanatischen Supportern. Zwei von denen waren allerdings unter drei Jahre alt und es war fraglich, ob die wirklich freiwillig da waren. Aber auch sonst waren jede Menge Bekannte da, Rolf Schieber startete, Matthias „Django“ Böker strich durch das Sportlerfeld, Andreas war da, Olli kam später auch nicht und auch Silke fuhr in einem Frauenteam (das dann den 2. Platz machte- Respekt).

Philip und ich fuhren jetzt erst einmal die Strecke ab. Nicht, dass wie die nicht gekannt hätten, fast jede radsportveranstaltung in Bremen wird ja aus nicht erklärlichen Gründen dort gefahren. Aber uns war kalt und wir wollten uns noch aufwäremen, bevor wir unsere Räder im Lager abgeben mussten. Es lieg auch ganz gut, es war halt nur sehr naß und als wir zurückkamen hatten sich unsere Startnummern in nichts aufgelöst. Hallo Veranstalter: Keine gute Idee das alles aus normalem Papier zu machen, da hättet ihr die Nummern auch gleich auf Hostien drucken können.

Zurück warteten wir erst einmal auf unsere Läufer. Das dies enicht so schnell sind, kamen sie recht spät. Also vermute ich mal. Neben mir stand eine Frau die von unten bis oben in gelbem Ölzeuch eingepackt war. Sie kam von der Syker Kreiszeitung und interviewte mich für die Montagsausgabe. Eigentlich war sie ganz nett, aber ich hatte den Verdacht, dass Sie entweder aus der Kulturredaktion oder dem Wirtschaftsteil kam. Ich sagte ihr, dass es wegen dem Wind heute etwas schweirig sein könnte eine gute Zeit zu fahren; sie sagte, ja auch wegen der nassen Fahrbahn. Da musste ich sie erst einmal aufklären, dasss dies für echte Rennradfahrer die mit sinnvoll ausgestatteten Fahrrädern und ohne Vollkarbon Aerofelgen gar kein Problem darstellt. Wir können nämlich bremsen und Kurven fahren, etwas was Triathlethen mit ihren Möhren nicht, oder nur sehr schlecht können. Aber trotzdem war sie recht nett. Wie überhaupt ein ganzer Haufen netter Mädels trotz des schlechten Wetters im Überseehafen waren. Ich wünschte Andreas hätte mehr Photos davon gemacht, anstatt us zum x-ten Mal auf dem Rad abzulichten.

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Dann standen wir in der Wechselzone rum und harrten unserem Schicksal. Ich kann mich dann nie erinnern, was ich da so sage, den ich bin ein wenig angespannt. Intellektuell bewege ich mich vermutlich auf der verbalen Aussagekraft von Schnarchen. Uns so steht man da, und plötzlich kommt Anna schon reingelaufen, die mal wieder eine der schnellsten Schwimmzeiten gekrault war und übergab an Phlipp der sich mit dem Rad auf den Weg machte.

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Just in diesem Moment, wie immer viel zu spät, kam meine Familie auf den Plan um mich anzufeuern. Wo war denn unsere Schwimmerin – puh dsa dauerte aber. Ich war aber nicht unfroh, denn ich mag ja diese Situationen ganz gerne, wo man das Feld von hinten aufrollen kann. Da kam dann auch Louisa, ein schneller Wechsel und schon rannte ich mit dem Rad raus aus der Wechselzone auf die Straße.

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Rennen, aufspringen und einklippen klappte recht gut (auch wenn ich das außerhalb der Zone tat und fürchtete ich würde disqualifiziert werden).

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Es ging dann auch gut los, vor mir war ein ganzer Pulk von langsamen Fahrern die ich alle brutal stehen liess. Oder so kam es mir jedenfalls vor. Das war recht angenehm, denn durch die große Teilnehmerzahl war es möglich wenigstens ab und an in den Windschatten zu gehen und das war bei dem Sturnm heute schon mal ganz gut. Pghilipp kam mir schon früh entgegen, er sah frisch aus und allzu viele Fahrer hatte ich nicht vor ihm gesehen.

Ich finde das immer wieder auffällig,wie weit vor einer Kurve viele aufhören zu treten. Und sich dann ganz viel Zeit lassen, bevor sie wieder anfangen. Das half mir noch ein paar andere Fahrer zu überholen; Schieber lasse ich stehen aber schiebe ihn vorher noch ein wenig; ich selber wurde nur dreimal erwischt und dass vermutlich von den Männerprofis auf den schnellenMöhren mit Zeitfahrhelmen. Also die so aussehen wie weiland Arnold Schwarzenegger in „Running Man„.

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Doch dann fand ich meinen Meister. Mann, ganz in schwarz, hatte ein Cyclo-cross ähnliches Rad mit Scheibenbremsen und Zeitfahraufsatz. Nachdem er mich zunächst überholt hatte, konnte er sich nicht richtig absetzen und ich blieb an ihm dran. Dann überholte ich ihn und fuhr vorneweg. Und wieder umgekehrt. Das war eine gute Motivation für uns beide alles zu geben. Hase und Igel spielen.

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Mittlerweile bin ich wieder hinter meinem schwarzen Meister. Wir fahren paralell zur Nordstrasse raus und in der Linkskurve fahr ich wieder vorweg, voll gegen den Wind der hier am stärksten bläst. Dann geht es auf die letzte lange Gerade. Vor mir drei Fahrer, nichts da, an ihnen vorbei. Der schwarze Meister kommt von hinten und geht an mir vorbei. Jetzt gebe ich die letzten Reserven und fahre mit 40 auf die letzte Kurve zu; es nützt aber nichts, der schwarze Meister ist eben genauso schnell wie ich. Sich absetzen kann er aber auch nicht. Die letzte Kurve, ich fahre die in Ideallinie aber von hinten hat sich jemand an mich herangeschlichen und überholt mich rechts zwischen Rad und Bürgersteigkante. wir kommen fast beide zu Fall. „Überhol‘ mich noch mal rechts und du spürst meine Linke“ brüll ich ihm hinterher (Nummer 746, die Linke kommt noch). Runter vom Rad, mit letzter Kraft in die Wechselzone laufen; zum Glück steht Philipp schon ausgeruht da, reisst mir den Transponder vom Bein und gibt ihn weiter an unseren Läufer Kai Menssen.

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Job getan, was jetzt noch kommt hängt nicht von mir ab.

Ich hänge allerdings auf dem Radständern und versuche wieder zu Kräften zu kommen. Also so richtig Spaß macht das ja eigentlich nicht, so lange es dauert. Und die ersten fünf Minute danach. Dann, aber kann man durchaus im Brustton der Überzeugung von Heldentaten berichten und um wie viel besser alles nächstes Jahr wird.

Jetzt müssen wir erst einmal sehen, wie unsere Läufer ins Ziel kommen. Allerdings passt mich meine Familie ab, und mein pubertierender Sohn nervt, dass er nach Hause will, was denn die ganze Scheisse hier soll und warum ich immer nur an mich sleber denke. Ich versuche nur, ihm meine nassen Socken in die Hand zu drücken. Und weil Janek vom Studententeam irrwitzig schnell unterwegs ist und ich auch noch volltrottelig erst einmal mein rad stehen lasse, sehe ich seinen Zieleinlauf nicht. Nachher stellts ich heraus, dass das Team wie im letzten Jahr den ersten Platz gemacht hat. Großartig, wenn sie das nächstes Jahr noch einmal schaffen, dann haben sie das Tripple und sich quasi bayern München des bremischen Triathlons. Der Läufer der Professoren kommt etwas später ins Ziel. Wir machen den 10. Platz, also ebenfalls einstellig (Definition von einstellig: „Eins an einer Stelle, keine weiteren signifikaten Zahlen“). Dsa ist vielleicht etwas enttäuschend nach dem vierten Platz im letzten jahr, aber wichtig ist, dass wir es überahupt geschafft haben ein Team an den Start zu bekommen und dass wir schlechter platziert sind als die Studenten. Das ist wichtig für die Atmosphäre an der Hochschule, wenn wir Profs ab und an die Deppen spielen.

Es gibt alkoholfreies Weizenbier, ich versorge meinen Körper mit lebenswichtigen Proteinen in Form von Currywurst imt Pommes and Mayo und jede Menge Feunde und Bekannte tauschen auf. Harald kommt und sieht wahnsinnig entspannt aus, seitdem er der Welt seinen Entschluß mitgeteilt hat dem Radsport zu entsagen. Wir werden Dich im Harz vermissen, Harald. Na ja, vielleicht kommst Du doch einfach mit, wir sagen es auch keinem.

Um die Wichtigkeit unserer Räder zu unterstreichen schliessen Phillip und ich unsere beiden Räder an einen Baum mit drei Schlössern fest und wir alle gehen in Richtubg Siegerehrung. Die Frauen werden geehrt und Silke kommt auf das Podium. KlatschKlatschKlatschKlatschKlatschKlatsch. Die Gewinner der Firmenstaffel sehen absolut nicht sportlich aus. Sollte uns der Teamname „Team Armstrong“ einen dezenten Hinweis geben warumd as nicht unbedingt notwendig ist?  Dann kommt unser Studenten Team auf die Bühne and nimmt Preise und Pokale entgegen. Der Pokal kommt in mein Büro in die Sammlung. Der Rest darf zwischen den Siegern aufgeteilt werden. Philipp will nicht die  schicke rosa Mütze und so fällt diese Anna zu. Für jeden gibt es einen riesigen Topf Sportnahrung und Gels und Müsliriegel und Trinkflaschen und all diese Sachen von denen man glaubt dass sie Sieger glücklich machen. Stolz zeigen die Studenten den Pokal, bevor ich diesen an mich reisse.

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Optische Täuschung, tatsächlich ist das Ding so groß wie ein Kreuzfahrtschiff.

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Bevor mir nun alle nach Hause gegangen sind, gab es noch eine wichtige Sache zu tun: Erinnerungsphotos zu schiessen. Es ist eine alte Tradition an der Hochschule, dass  sich das besiegte Team dem siegenden Team unterwerfen muß. Wir Profs (und 14jährige noch nicht Profs) liegen im Staub der Geschichte und spüren die Stiefeltritte der Sieger. Natürlich haben wir es nicht anders verdient, nicht beim Triathlon und auch sonstwo nicht und völlig unabhängig vom Ergebnis.

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Postskript: Nett ar es mal wieder, und dass es ab dem Start der Staffel nicht mehr geregnet hat, hat sicherlich zum Spaß beigetragen. Ich wünschte wir könnten noch mehr Teams an den Start schicken, also nicht nur „Studenten der Hochschule“ und „Profs der Hochschule“, sondern vielleicht auch „Bewerber an der Hochschule“ als Teil des Auswahlverfahrens, oder „Abgelehnte Bewerber der Hochschule“ als zusätzliche Strafe, oder einfach „Sonstige Stoffel der Hochschule“. Willst Du dabei sein? – wir sehen Dich dann 2014.

Danke für die Photos an Andreas, Olli und Harald.

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Harz V: auf der Spur der Schnitzeljäger

Gestern noch fuhr ich in einem Taxi in Sitanbul am Bosphorus lang auf dem Weg zurück zum Flughafen. Meine Erinnerung davor ist an den Harz.

Harz und Istanbul sind sehr unterschiedlich, haben aber auch einige Gemeinsamkeiten. Zunächst einmal gibt es in Istanbul sehr viele Männer mit Bärten, an denen sich die Fixed Beards Bremen ein Beispiel nehmen sollten. Umgekehrt gibt es in Istanbul sehr wenig Räder. Hier könnten sich die Istanbulaer einmal an uns ein Beispiel nehmen, denn auch der geringste der Fixed Beards hat ja wohl mindestens drei Räder in der Garage stehen: Ein Fixie für das gute Wetter, ein Rennrad für das gute Wetter und ein Rad mit dem man das ganze Jahr fährt weil mieses Wetter ist. So etwas nennt man dann aus unbekannten Gründen: „Stadtschlampe“.

Istanbul, als auch der Harz sind sehr bergig. Im Harz merkt man das irgendwie mehr, was vor allem daran liegt, dass die Berge höher sind. Aber eben nicht nur daran. Man merkt in Istanbul auch nicht wie bergig es ist, da man mehr damit beschäftigt ist nicht von Autos überfahren zu werden als dass man eigentlich bewusst fährt. Und auch junge Erwachsene mit Maschinenpistolen und Polizei T-Shirts sind dazu geeinigt, sich beim fahren einzig und allein auf den runden Tritt zu konzentrieren. Man braucht also Ruhe und Entspannung. Zum Beispiel in der Chill-Out Ecke einer Uni:

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Letzlich war ich in Istanbul auch alleine. Natürlich ich hatte zwei sehr nette Begleiter, die aber alle vor gefühlten dreissig Jahren zum letzten Mal auf einem Rad sassen und von Carbon, Shimano und 27,2mm Sattelstützenklemmen keine Ahnung haben. Selbst einfache Fragen wie: Ventilkappen ja oder nein? kann man mit Menschen fremder Kulturen nicht unbedingt diskutieren. Allein sein ist Mist. Mit einer Gruppe rausfahren ist besser. UNd da taten wir vor einer Woche in den Harz auf der Suche nach weiteren Schnitzeln.

Nach einigem Forumsüblichen Hin- und Her sowie kurzen Ab- und Zusagen hattten wir immerhin eine Truppe von acht Fahrern zusammen:

  • Kai P. (muß man Englisch aussprechen)
  • Tobias
  • Hän Ning
  • Philipp Knackrad
  • Andreas „Hey Du Clown“ Nichtschaltrad
  • Tanja Torstenrad
  • Jonas Tentakelrad und
  • Jugendrad

Es ging dann recht früh (7) am Bremer Hauptbahnhof los und adauert dann ja bekanntlich eine Ewigkeit bis man einigermaßen im Harz ist. Henning hatte aber alle möglichen Dinge dabei, um in einem DB Zug überleben zu können: Von der Müslischüssel bis zum Ersatzsattel. Er erinnerte mich an Doraemon und seinen Bauchbeutel.  Die Stimmung im Zug war gut, allerdings waren die mitreisenden, ausgesprochen gut aussehenden Russinnen nicht besonders von unseren Technik- und Leistungsdiskussionen angetan.

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Immerhin war diese Begleitung im Zug charmanter als letztes Jahr. Torsten erinnert sich sicherlich gerne.

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So gegen 10 kamen wir dann in Bad Harzburg an und zogen uns in der luftigen und schönen Bahnhoshalle von Bad Harzburg um (Danke für die Photos an Kai P. und Jonas).

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Außer uns war exakt niemand da. Gut so. Oder schlecht so, denn so mussten wir den erst besten Taxifahrer überreden ein Gruppenfoto von uns vor dem Blumenarrangement am Hauptbahnhof von uns zu machen.

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Der Man ging zwar schon fast 100 Meter zurück, um uns alle auf das Foto zu bekommen, hat das dann aber doch nicht geschafft. Aber genug Spaß, jetzt begann das Abenteuer!

Wir machten uns auf den ersten gemeinsamen Anstieg hoch zur Okertalsperre bereit. Man kann ja als Gruppe noch so gut harmonieren, aber sobald man an einen Anstieg kommt, fährt man seinen eigenen Gang. Jonas, Philipp, Kai und ich voran, der Rest im Peloton hinterher. Ist man früher oben, hat man die Chance noch ein paar Fotos von den erschöpften Gesichtern der hiterherkommenden zu machen. Passiert mir auch häufig, da ich ja nicht der Schnellste am Berg bin. Andere Menschen schauen sich dann die Fotos an und fragen: „Ist das etwa anstrengend?“Ja.

Hinweg über die Talsperrenmauer der Okertalsperre fuhren wir diesen schönen Weg der Adlerrunde zunächst einmal immer am Seeufer lang. An der Mauer selber sind übrigens diecke Stahlnetze gespannt. Selbstmörder mit Höhenangst, die also in der Regel nicht über die Brüstung in das Gesicht ihres Schicksals schauen, springen dort und werden von den Netzen aufgefangen. Dort liegen sie dann, jammern und verdursten, was andere Selbstmordkandidaten davon abhält zu springen. Ein perfides System!

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Nach einigen Kilometern fuhren dann drei von uns weiter nach Altenau, während ich die andren Fünf an der Steigung hoch zum Torfhaus versuchten. Andreas hatte nige Probleme mit der elektrischen Schaltung an seinem Cervelo. Ich versucht zu helfen, da ich aber nix nach 1987 einstellen kann, habe ich wohlgemeint verschlimmbessert.

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Acuh zu fünft wieder das gleiche Bild: Jeder fährt seinen eigenen Gang den Berg hoch, nur Andreas fährt etwa drei zur gelichen Zeit, da diese immer hin und her springen. Das ist das Andy Schleck Di2 Übungsprogramm. Oben dann wieder das gleiche Bild: Ist das etwa anstrengend?

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Ist das etwa anstrengend, Kai?

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Ist das etwa anstrengend Du Clown?
Ja, da ich ja mit Kai im Harz war durte ich ja eigentlich nur aus traditionellen Gründen im großen Kettenblatt fahren.

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Ist das etwa anstrengend für dein Rad, oder wieso knackt das so?

Dann noch die doofe Straße hoch zum Torfhaus und dann ging es exakt entlang der Adlerrunde im Schuß runter nach Altenau. Fast 80 Sachen, aber mein Tacho zeigte am Ende 199,99 km/hr an, was ich nicht so recht glauben kann. Aber möchte. Das machte wirklich Spaß, zumal der Verkehr nicht zu dicht war. Wäler, Wiesen und Kräutergärten flogen nur so links und rechts an uns vorbei. Kräutergärten eigentlich nur rechts, aber bitte.

Wieder ein Anstieg. Und wieder Erinnerungen an die Adlerrunde. Erst komplett den Berg hoch, an einem Parkplatz vorbei und dann die Stelle wo ich mein Canyon in ein schickes Jugendrad verwandelte und die Sattelklemme killte. Canyon schickte mir in der Zwischenzeit zwar eine neue aber ich vertraue jetzt erst einmal auf Campa.

Dann ging es wieder runter nach Braunlage, was wieder sehr viel Spaß machte und wo wir dann auf die andren Drei trafen. Es war fast unglaublich, aber bis jetzt war alles nach Plan gelaufen: Wir waren pünktlich mit der Bahn abgefahren und angekommen, machten gute Kilometer und waren sogar die Strecke gefahren, die wir uns ausgesucht hatten. Um diesen planmässigen und atypischen Ablauf zu verhinern hatte Philip noch eingeworfen, dass wir ja noch den Wurmberg hochfahren könnten von Braunlage aus. DAs wurde sehr ernsthaft diskutiert und dann leider verworfen. Die Mehrzahl war nicht traurig, denn wir wollten ja noch auf den Brocken.

Übrigens fährt im Harz keiner mehr Auto, Rennrad oder Motorrad. Oder andere konventionelle Verkehrsmittel. Renter fahren Pedelec, eine Flotte von Segways kam uns entgegen und dann gab es da noch diese Gruppe von „Rollern mit dicken Reifen“ Fahrrern. Und irgendwo auf den Bropcken kamen uns dann noch zwei Fixie-Einradfahrer entgegen. Es war wie aus dem Panoptikum der neuen Mobilität.

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Ich hätte die Dinger gerne einmal auf der 20% Steigung in Sankt Andreas gesehen. Wenn man da schnell runter fährt auf einem Segway, macht man sich besser eine Kufe auf die Nase. Ähnliches gilt auch für die Einradfahrer auf dem Brocken. Also hochfahren kann ich ja Balance-technisch noch irgendwie nachvollziehen. Aber auf einem Einrad runter fahren – soll das Spass machen? Ich denke es wäre besser, sich einen Helm mit eingebauten 10 Zol Rad auzusetzen und dann mit dem Gesicht zum Boden auf zwei Rädern nach unten zu fahren.

Von Braunlage ging es dann nach Elend (Da steht am Ortseingang „Willkommen in Elend“ aber sollte das nicht „Willkommen im Elend heissen“? und dann zu dieser fiesen Erbsensuppenkanone. Ich weiß auch nicht, warum wir da immer wieder halten. Vermutlich weil wir Hunger haben. Aber es ist echt eklig dort. Zumindestens gab es mir die Möglichkeit einmal richtig klugzuscheissen.

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Die richtige Tritttechnik – vom Profi erklärt.

Und schon waren wir in Schierke, was ich persönlich ja den einzoigen akzeptabelen Ort im ganzen Harz finde. Ich stelle mir da immer vor ich hätte TBC (Also Tuberkulose, also hat nix mit dem Triathlon Club Bremen zu tun), würde iregndwie mit dem Rad hocheiern in mein Sanatorium und dann den Zauberberg von Thomas Mann lesen,. Nicht, dass ich überhaupt Thomas Mann lesen würde. Ich lese eigentlich kaum noch Bücher, seitdem ich in dreimontaigen Abständen gezwungen wurde Studentenarbeiten zu lesen in denen sich bestenfalls Statements wie diese finden:

„Das höchste Ziel eines Unternehmens ist die Befriedigung des Kundens.“

Na ja, denke ich mir, das kommt wohl auf die Branche an. Gut dand ich ja auch:

„TRIGEMA ist das erfolgreichste deutsche Sportbekleidungsunternehmen.“

Wäre mir so gar nicht in den Sin gekommen. Hätte eher an Puma oder Addidas gedacht. Zum Glück ist eine Quelle angegeben, sp das msn das auch nachvollziehen kann: Website Trigema. Aha. Gearde noch einmal nachgeschaut. DAs Logo der Firma erinnert mich an einen Wal mit holländisher Flosse der gerade im Harz abtaucht.

Ok, also jetzt ging es endlich den Brocken hoch. Allerdings nur für 7 von uns. Jonaas und Philipp fuhren mal wieder vor weg, aber ich konnte zumindestens noch den Sichtkontakt halten. Kai zog endlich an mir vorbei, so dass ich dann auch in da kleine Kettenblatt schalten konnte und schneller wurde. Alle kamen wir aufd en Gipfel, aber wo war Andreas? Wir erinnerten uns an unsere letzte Tour: Wir standen irrwitzig lange oben auf dem Brocken rum und warteten auf ihn. Wir hatten schon Eisbrocken an den Füssen. Dann fuhren wir runter und 1,2 km weiter unten trafen wir ihn. Fast hätte er es geschafft. Diesmal warteten wir nur sehr kurz denn wir waren alle etwas nervös wegen der Wettervorhersage und dem drohenden Regen. Es langte also nur für das übliche Heldenfoto.

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Also wieder runter. Andreas trafen wir diesmal 800m vom Ziel entfernt. Er war ganz schön viel schneller geworden, der Einzug auf den Brocken wurde ihm aber wieder einmal verwehrt. Natürlich machen wir das extra. Nächstes Mal lassen wir ihn so 600 Meter heankommen, bevor wir ihm alle entgegenfahren und zum umkehren motivieren. Das ist übrigens auch mal ein Roman geworden, „Das Schloß“, von so ’nem Kafka.

Zurück nach Schierke. Wo usn da Wasser ausging. Wasserträher Henning und Phlipp zur Toilette: Kein Trinkwasser.

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Egal, jetzt war es auch noch spät und die Idee vom Schnitzelessen lag jetzt ganz weit weg. Einfach nur schnell in den Zug nach Hause, denn auch der würde wieder 2 1/2 Stunden fahren. Also nach Wernigrode, Ilsenburg, Wasserfassen bei den Evangeliken und dann rein nach Bad Harzburg.

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Coo, noch 20 Minuten bis der Zug fährt, das reicht ja für ein DÖNER am Bahnhof! Also, umgezogen in der Bahnhoshalle, alles eingepackt, Döner und jede Menge zu trinken geholt und dann ab auf das Gleis. Pft. Pft. Pft. da kommt der Zug rein in de Bahnhof. Ui, das erste Abteil ist abe rschon ziemlich voll mit Rädern. Vor dem zweiten steht ein Schaffner: „Hier passen keine Räder mehr rein, sie kommen nicht mit!“. endlich, was war ich froh! Nachdem wirklich bislang alles nach Plan gelaufen war und wir keine nennenswerte Panne hatte und sogar die geplante Strecke gefahren waren… und auch als Grupe zusammen geblieben waren….endlich, endlich, endlich macht uns die Deutsche Bahn einen Strich durch die Rechnung.

Wir dürfen nicht mir. Großes lamentiren. Der Schaffner hält uns sein Smartphone vor das Gesicht, um zu beweisen, dass er irgendwie recht hat. Ich versteh das nicht, schaue schon mal nach der Konsequenz: Eine Staunde warten, um 10 Uhr zurück zuhause. Mist. Genau der Zug in dem wir letztens falsch sassen und zum Glück noch gewechselt hatten.

Andererseits: Zeit für eine Pizza. Zeit Trollis saure Würmchen am Automaten zu ziehen. Wir sind genervt, aber eigentlich war es ja doch ein schöner Tag und wir gehen in Gruppen zurück zur Döner Bude, verpflegen uns und machen es uns an der Bahnsteigkante bequem.

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Das da im Hintergrund ist übrigens ein anderer DB Schaffner der uns gleich anschnauzt.

In diesem Zug gibt es keine Probleme. Und auch nicht im nächsten Zug von Hannover nach Bremen. Ich war wirklich froh wieder in Hannover zu sein. Harz – da ist ein Dschungel, wenn da etwas passiert, dann kommt mannie wieder weg, aber Hannover ist die Zivilisation, da kommt man irgendwie immer nach Bremen.

Insgesamt sind es, auf meiner Anzege, etwa 124 km und 2.000 Höhenmeter geworden. Wir waren eine gute Truppe, hatten einen Supertag und viel erlebt und auch viel Spaß gehabt. Na ja, bis auf die Deutsche Bahn.Und irgendwie hatten wir ein alle ein wenig Angst vor dem Regen. Und ich vor dem Flug nach Istanbul.

Brauchst Du ein aufregendes Leben? Willst Du über die Grenzen von Huchting hinaus bekannt werden? Dann fahr mit uns und lass Dein langweiliges Leben verherrlichen.

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