Archiv der Kategorie: 2012

Pinarello, rot: Red Pina

Manchmal hat man auch Glück im Unglück.

Ich hatte ein relativ simples Pinarello Rad komplett bei Ebay gekauft. Damals billigstes Modell, komplett mit Shimano ausgestattet, nichts besonders. Der Verkäufer wusst aber auch nicht genau, was er da hatte und das bieten war nicht besonders aggressiv. Jedenfalls konnte ich das gesamte Rad recht günstig ersteigern. Pinarellos und Colnagnos haben in Japan die höchste Wertschätzung, von daher war ich ganz glücklich. Es kam an und war natürlich zu klein. Aber wenn man ein rad sehr mag, dann schaut man über so technische Kleinigkeiten beim Kauf hinweg. Das rächt sich dann. Außerdem war es schauderhaft verpackt. Und als ich es mir dann ansah, stellt ich fest, dass im pantographierten Pinarello Vorbau ein schöner Riss war.

Ich habe dann alles auseinandergebaut, geputzt, geölt und gefettet und dann die Teile nach und nach bei Ebay wieder verkauft. Allein der Rahmen ging fast für den Preis des gesamten Rads über den Tisch. All das war dann sehr erfreulich und spülte Geld in die Kasse für den Einkauf von vielen neuem, altem, schönen Zeuch.

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Lieven’s Union Fixie

Bei diesem Projekt von Lieven habe ich als eine Art von nicht oder schlecht bezahltem Entwicklungshelfer mitgearbeitet.

In Belgien hat man halt keine Ahnung wie man Räder baut, so dass auf bremisches Knowhow zurückgegriffen werden muß. Spaß beiseite, das hat Spaß gemacht und die Zusammenarbeit mit Lieven war sehr erfreulich.

Erstaunlich ist auch wie zufällig und wie viele Union Räder in mein Leben getreten sind. Bis letztes Jahr kannte ich die Marke nur als eine von drei unsäglichen Hollandfahradfabrikanten neben Gazelle und Batavus. Dann kaufte ich über das Rennradforum meinen blauen Unionrahmen und daraus habe ich ein Rad gebaut, daß mir wirklich Spaß macht. Und dann habe ich Lieven und sein Goldbraunes Union kennegelernt. Und letztens hat Tobi auch noch ein rotes Union Sapporo erstanden. Also da kommt jetzt sehr viel Union Wissen auf einen Haufen. 

Ich bin wirklich neidisch auf Lieven und Tobi, dass ihre Räder einen „Union“ pantographierten Vorbau haben und meins nicht. Ich benutze einen Modolo Typ Mosburger, der aber aufklappbar ist, so dass dich der Lenker leicht wechseln lässt. Das Union von Lieven scheint mir etwas neuer zu sein als meins. Es hat bereits aufgeschweisste Ösen für die Zugführung am Oberrohr und eine vollverchromte Vorderradgabel. Bei meinem ist nur die Brücke verchromt. 

Ansonsten finde ich den Aufbau von Lieven sehr stimmig, vor allem der Gyes Sattel passt sehr gut zu dem Rad. Die Anordnung des Lenkers ist etwas gewöhnungsbedürftig, man kann sicheigentlich nicht vorstellen, daß man damit gut fahren kann, aber von Design und Linienführung sieht das sehr gut aus.  Die Shimano 600 Arabesque Kurbel Original aus dem Rad passt sehr gut. Auch die Sattelstütze ohen farbliche Akzentierung der Fräsungen gefällt mir gut. Der Wasserflaschenhalter ist Geschmackssache. Sieht epochal nicht ganz so gut aus, macht aber nichts.

Ich denke, Lieven könnte an der einen oder anderen Sache noch arbeiten, aber 95% ist geschafft, der Rest ist nur noch Feineinstellung. Gut fahren soll es auch.

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Eley Kishimoto x Tokyo Fixed Gear

Das x in der Überschrift steht für Kollaboration. Nach der Idee, dass wenn zwei Menschen A und B sich zusammentun eben mehr entsteht als A plus B: A x B eben. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass A und B jeweils entweder größer als Eins oder kleiner als Minus 1 sind. Die Kollaboration zweier Nullen ist immer noch Null. Die Kollaboration mit einer Null ist immer noch Null.

Hier Eley Kishimoto in Kollaboration mit Tokyo Fixed. Das Modemacher sich in Rädern versuchen hatten wir schon öfters. Hermes fällt mir da spontan ein. Für Hermes in Tokyo haben ich einmal bei Schindler einen Aufzug mit Lederbezogenen Wänden verkauft. Später war ich da einmal auf eine Kunstparty eingeladen. Nette Leute. Aber nicht mein Stil udn nicht meine Preisklasse. Beides trifft wohl auch auf Eley Kishimoto und Tokyo Fixed Gear zu.

Trotzdem, dieses Rad gefällt mir gut.

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Maskottchen, grün

David und ich fuhren auf der „Tour de Noto.“

Das ist einen Tour über drei Tage und etwa 450 km, die jedes Jahr in der Präfektur Ishikawa auf der westlichen Meeresseite von Japan veranstaltet wird. Das war 2006 oder 2007 und es geht immer am Meer lang, dd die Präfektur fast eine Halbinsel ist die in das japanischen Meer hineinragt. Am dritten Tag waren wir schon ziemlich platt und außerdem kam ein Taifun von Süden auf Japan zu und wir mussten voll gegen den Wind die letzten 100 km fahren.

Da kam so ein Typ vom Team Peace Sport, jung, groß und kräftig, verteilte Energieriegel (Soyjoy)  und zog uns die letzten Kilometer nach Kanazawa Strand mit. David kaufte ihm zum Dank ein Jersey seines Teams später ab und ich diesen Anhänger, den ich seitdem als Maskottchen an meinem uralten Gerolsteiner Jersey trug. Angeblich bekommt man damit Discount in einem Sushiladen in Futagotamagawa in Tokyo. David, der in der Nähe wohnt, hat das einmal probiert, aber die Leute von dem Laden kannten das Team nicht.

Wie viele andre kleine Dinge bewahre ich diesen Anhänger in einer kleinen Schachtel auf. Ich habe mehrere von diesen Schachteln  und wenn ich auf andere schöne Gedanken kommen möchte, dann hole ich ein paar Dinge aus diesen Schachtel, schaue sie an und drehe sie in meiner Hand und fühle mich gut.

 

 

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Radteile

Irgendwo auf Tumblr gefunden. Ich mag die Idee, ein Rad komplett auseinander zu bauen und die Teile dann wie ein Puzzle anzuordnen und mit passendem Hintergrund zu photographieren. Das werde ich irgendwann auch einmal machen. Aber nicht mit einem Singelspeed, sondern mit einem klassischen Rennrad und dann wird bis auf die letzte Schraube und das letzte Kettenglied alles demontiert. Wer hilft mir?

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Der Borat des Radsportes

Mario Cipollini …. soll ich das lustig finden oder einfach nur unertraeglich? Genau wie der Borat Film.

Und diese gruenen Farben.

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Das Grauen, 82 km von Bremen entfernt

Der Freitagmorgen begrüßte mich mit strahlendem Sonnenschein und der Aussicht auf eine längere Tour.

Morgens arbeiten und dann von Freitagabend bis Sonntagmittag ein Workshop-Wochenende mit Studis in Bispingen. Nicht bekannt? Ist ein Dorf in der Lüneburger Heide. Auf dem Weg dorthin habe ich Menschen nach dem Weg nach Bispingen gefragt, die 20 km davon entfernt wohnen und die kannten das Kaff auch nicht.

Und idealerweise die Möglichkeit mit dem Rad am Freitagnachmittag dorthin zu fahren. Am Donnerstag hatte ich mein Canyon Ultimate CF (aka „wet white dream“) aus der Garage geholt und fertig gemacht für die erste Fahrt des Jahres. Bislang bin ich nur mit dem Union Fixie unterwegs gewesen.

90 km, also ein wenig mehr als drei Stunden Fahrtzeit. Um Eins los, bis Fünf da, das war der Plan. Aber dann ging natürlich wieder einiges daneben. Ich bin eigentlich ein sehr genauer und planender Typ, aber fast jedesmal passieren mir wirklich die absoluten Totalfehler. Diesmal:

  • Wasserflaschen zuhause liegen gelassen. Vor der Abfahrt gemerkt, führte dann mit allen anderen Dingen zu einer Stunde Verspätung in de Abfahrt.
  • Karte irgendwo vergessen. Nicht gemerkt, los gefahren.

Der Wind kam leider aus dem Osten, so dass ich die ganze Zeit Gegenwind hatte. Ich fuhr los und fühlte mich recht gut, auch wenn ich mich wieder an das Canyon gewöhnen mußte. Das Canyon ist einfach schneller and besser zu beschleunigen. Aus dem Sattel herausgehen und im Wiegetritt zu fahren macht viel Spaß. Aber wenn dieser Widerstand in der Pedale oder Kurbel wie beim Fixie fehlt, das ist schon eine Umstellung.

Über den Lehsterdeich bin ich Borgfeld und von dort den Wald entlang bis nach Fischerhude. Hier hätte ich eigentlich nach Ottersberg fahren sollen, konnte mich aber nur an Oyten erinnern und bin vermutlich völlig unnötige 15 km in die falsche Richtung gefahren. Ich hatte ja keine Karte dabei, wie ich leider in Fischerhude feststellen mußte. Von Oyten weiter nach Bassen und nun war der Weg nach Rotenburg/Wümme ausgeschildert und ich war mir auch sicher, daß ich daran vorbei mußte.

Die erste Stunde fuhr ich mit 27 km/hr (Gesamtschnitt, also nicht die reine Fahrzeit) und s ging gut voran. Ich fühlte mich frisch und spritzig, die Sonne schien und wenn auch die Berge fehlten, Radfahren machte richtig Spaß. Und so kurz nach 4 nach 2 Stunden Fahrt und etwa 54 km kam ich in Rotenburg an. Als ich einlief, fiel mir auf, dass ich auf genau derselben Straße schon einmal vor zwei Jahren gefahren war.

Von Rotenburg habe ich mich dann weiter aufgemacht nach Schneverdingen. Das hatte ich als Namen auch noch im Kopf. Die Landschaft wird hier ein klein wenig hügeliger und schöner als dieses pure, platte Land vorher. Nach 73 km bin ich dann zum ersten Mal vom Rad gestiegen und aß mein mitgebrachtes Croissant auf der Fahrt durch einen Wald. Von nun an fragte ich mal öfters Leute nach dem richtigen Weg, denn es war schon halb fünf und ich wußte nicht wie lange ich noch fahren müßte. Eigentlich sollten es ja nur noch 10 km sein, aber kein Ortsschild in Sicht.

Dann kam das Grauen. Das absolute Grauen (Joseph Conrad, „Heart of Darkness“: „Ah the horror…!“). Von nichtsahnenden Passanten ließ ich ein Photo von dem Grauen um mich herum machen. Schnell weg hier, tief rein in das Grauen und dann wieder raus, bis ich das Grauen endlich hinter mich lassen konnte. Mein Gott, wenn ich darüber nachdachte, das Grauen war nur noch 82 km von Bremen entfernt!

Zur Sicherheit fragte ich eine Familie in ihrem Garten (Ostereier ausgelegt, Werder Bremen Plakette, ein Kind) nach dem Weg nach Bispingen: Noch 7 km bis nach Schneverdingen, dann noch 6 km bis nach Heber und dann nocj 12 km durch die Heide. Oh, jetzt mußte ich mich aber beeilen, sonst würde ich das nicht mehr bis sechs Uhr schaffen – das werden ja doch 111 km, wo ich doch nur mit 90 gerechnet. Und nachdem das nun bekannt war, machte es auch keinen Spaß mehr. Ich kam nach Heber (Ortsteil Häbe) und dann auf einer dicken Straße durch die Lüneburger Heide. Das machte wieder ein wenig mehr Spaß. Zum Glück war es doch nicht ganz so weit bis nach Bispingen zur Jugendherberge und nach etwas mehr als 4 Stunden und 109 km war ich da.

Und so bin ich auch noch hier, so eben ist der Samstag mitd en Studis hier zuende gegangen. Morgen geht es nach Hause, mit dem Rad, mit Rückenwind und in Kenntnis der Straßen, das sollte also deutlich schneller werden. 60 km am Dienstag, 108 am Freitag und noch mal 95 km am Sonntag . das ist dich eine ganz gute Ausbeute für die Woche.

 

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Leuchtende Lenker

via Mitchell Silva

 

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Fixed Gear Girl Taiwan Heute

wie immer via Fixed Gear Girl Taiwan

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Phase Blau: Achtung. Fertig. Los!

Ich sitze an meinem Tisch und alles liegt bereit vor mir. Das ganze Werkzeug ist vorhanden, um einen neuen Laufradsatz aufzubauen. Mein Minoura Zentrierständer ist zwar ziemlich mies, aber so sind auch meine Fähigkeiten. Ich fahre ja auch keine Räder, die wesentlich schneller fahren, als ich jemals fahren könnte und so halte ich es auch mit meinem Werkzeug. Ich bin sehr zufreiden mit dem roten Spookey Nippeldreher. Neu ist ein Schlüsseldfür Hexagonalnippel, die ich bei diesem Laufradsatz zum ersten Mal verbauen werde.  Neu ist auch ein Speichenkopftreiber, da ich dieses Mal wieder Unterlegscheiben verwenden möchte und das ist Erfahrungsgemäß nicht so einfach, wenn die Nabenflaschlöcher nicht allzuviel Toleranzen aufweichen. Und die Mavicnaben, die ich verwenden möchte, haben keine großen Toleranzen. Und os geht es im +/- Schema weiter: Reifenheber: +. Park Tool Tensiometer TM-1: +. Obwohl ich natürlich gerne ein teures DT Swiss hätte. DT Swiss Nippelschraubenzieher: -. Davon hatte ich mir mehr versprochen, aber das fehlt der Hebel um Nippel richtig feste anzuziehen. Ballistol Öl: +. Der reine Wahnsinn. Ich habe heute meine Fixiekette damit geölt, seitdem fahre ich mindestens doppelt so schnell und halb so laut. Ballistol kann einfach alles. Ein paar Dosen Spray nach Syrien und schon ist da Ruhe. Gladbach würde den Pokal gewinnen. Und meine Kinder alle Abitur machen.

Die Teile. Bis auf die blauen Rigida Nove 36L Felgen, die hatte ich aber schon einmal auf dem Blog fotographiert. Das meiste in blau. die Conti Reifen, die Felgen, das Felgenband, das Mavic Logo in den Naben neu und blau ausgelegt. Dazu blaue Messing Hexagonalnippel. Vorne DT Swiss Revolution 2.0/1.5 Speichen, hinten DT Swiss Competition 2.0/1.8 Speichen. Dazu Unterlegscheiben. Normalerweise nehme ich Conti Schläuche, aber die waren leider bereits bei Rose ausverkauft. Sind seit Wochen ausverkauft, scheint Taktik zu sein. Der moderne Dura Ace Schmellspanner für hinten ist reine Deko, da finde ich noch etwas anderes. Diese Räder werden schwer. Alleine der Regina America Schraubkranz wiegt schon fast ne Tonne. Egal. Diese Räder werden erstens schön und sehr stimmig an meinem blauen Olmo Evolution 3 eingebaut werden. Mann, was freue ich mich wieder mit dem Teil zu fahren.

Blaue Phase. Alles ist bereit. Sammeln. Konzentration Jetzt nicht die Geduld verlieren und den richtigen Zeitpunkt finden und anfangen. Dazu ein paar Gläser Rotwein draußen auf der Terasse. Das Leben hat Kompensationen.

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