Bremsen
Modolo Speedy
Shimano 600 BR-6206 einzeln

Campagnolo GranSport
Kurbel Magistroni
Holzgriffe
Schnellspanner
Tretlager und Steuersatz Wunderkiste
Bremsen
Modolo Speedy
Shimano 600 BR-6206 einzeln

Campagnolo GranSport
Kurbel Magistroni
Holzgriffe
Schnellspanner
Tretlager und Steuersatz Wunderkiste
Am Wochenende dann die wirklich letzte Ausfahrt in den Süden, allerdings schon in lang-lang.
Über die Tage sah ich mir die Doors Dokumentation „When you’re strange“ an, stellte für mich fest, dass ich Jim Morrisson im wesentlichen unsympathisch finde, die Musik zu süß, aber doch klebrig genug, um viele Melodien im Kopf bleiben zu lassen. Und so sang ich auf dem Weg zur Arbeit seit langer Zeit wieder „The crystal ship“, „Break on through to the other side“ und „Summer’s almost gone“. Das allgemeine Gefühl von Nostalgie, dass die herbstliche Stimmung vor der Tür so trefflich verstärkt, verführte mich dann dazu auf dem Rad in den Süden zu fahren und dabei meine neu erworbene Sonnenbrille zu tragen.
Ein schickes Teil, von dem er nur 87 Exemplare gibt, die von einem Radfreund in einem größeren Forum seit einigen Wochen verkauft wurden. Zuerst wollte ich nicht so richtig zuschnappen, aber nachdem die doch weggingen wie geschnitten Brot (oder Campa Delta Bremsen für €29,95 das Paar) und ich das Gefühl bekam, dass ich nie richtig dazu gehören würde, wenn ich mir jetzt nicht eine kaufen würde, schlug ich zu. Da die Brillen direkt aus Amerika kommen, wo sie in Zeiten des kalten Krieges in geheimen Labors des US amerikanischen Militärs entwickelt wurden, dauerte es auch nur fast einen Monat bis meine endlich auf dem Küchentisch zuhause lag. Da war der Sommer bereits zu Ende.
Das Wetter war gut, aber ich kam nicht so richtig auf Touren. Hatte ziemliche Zahnschmerzen die nicht weggingen und eigentlich ist aus der Saison sowieso die Luft raus: Es gibt keine großen Ziele, auf die noch hin trainiert werden müsste, der Giro Lombardia ist vorbei, Paris-Tours und Tour of Abu Dhabi kann sowieso nicht das letzte Rennen der Saison sein.
Bei Eißel fuhr ich Richtung Deich und probierte die neue Brille auf Wegen ohne Verkehr aus, zu viel Risiko wollte ich einfach nicht eingehen. Schick sieht sie ja aus. Im Gegensatz zu mir.
Ich fuhr also los, stellte aber schnell fest, dass diese Brille einen entscheidenden Nachteil hat, der Brillenträger wie mich empfindlich trifft: da ich meine Brille nicht darunter tragen konnte, sah ich nicht allzu viel und fuhr prompt gegen den nächsten Baum. Dabei ging die Brille leider kaputt. Zum Glück ist das alles kein Problem, denn zuhause füllte ich schnell die beigefügte Garantiekarte aus und schickte Brille und Karte zurück nach Kalifornien. In ein paar Wochen werde ich sie sicher wieder haben.
Dann konnte ich zum Glück wieder meine Brille aufsetzen und mich über Achim, Sagehorn und den Hodenberger Deich wieder auf nach Hause machen. Immer noch mit Zahnschmerzen.
420 mm Breite (mitte-mitte) ca. 120 mm „Vorbaulänge“ für Standard 1 Zoll Gabelschäfte
Gebraucht, ohne Klemmschrauben
VHB €80 plus Versand



Bridgestone gelabelter Kashimax Sattel mit NJS Stempel von 1994.
Sattelschienen Durchmesser 7 mm, Abstand 45 mm
Gebraucht, Zustand befriedigend, hinten eingerissen, ein paar Flecken
Technisch OK
VHB €20 plus Versand
2 Satz, einmal in blau und einmal in schwarz
Neu und unbenutzt.
185mm lang, Diamand Profil, weiches Gummi, 3 mm Gummistärke
entsprechen diesen hier
VHB €13 je Satz plus Versand
Heute unterwegs mit Jörg, den ich bis dato noch nicht richtig kannte.
Aber er mich, denn erinnerte sich gleich an die verflixte Bühlstedt Runde, als wir uns total verfuhren und wieder einmal in Wilstedt landeten. Wilstedt ist wie Franz Kafka’s „Das Schloß“, nur umgekehrt; egal wohin man fährt, man landet immer in diesem Kaff mit China Restaurant. Ganz am Anfang war das noch reizvoll, schöne Birkenalleen, Windmühlen linkerhand der Strasse, eine Tankstelle, an der Remiszensen des Vietnamkrieges nachgestellt wurden. Beim ersten Mal schwor Harald Lu noch Stock und Stein, dass nur EINE Straße nach Wilstedt führt und dass wir diese auch wieder zurückfahren müssten. Heute weiß ich, dass JEDE Strasse nach Wilstedt führt.
Eine „Wilstedt Runde“ ist der kleinste gemeinsame Nenner mit dem man Mitradler zu einer Tour nach der Arbeit motivieren, aber nicht begeistern kann. „Komm, lass uns auf dem Deich fahren“ ist einfach uncool und provoziert Reaktionen wie „da war ich schon tausend Mal“ und „Bin ich Anfänger?“. „Lass uns mal auf der anderen Seite des Deiches fahren“ produziert eigentlich nur Unglauben, obwohl die Strecke rechts der Wümme die deutlich schönere ist. Sie hat nur ein schlechtes Image, da 2 km Pflaster noch nicht vom Teer verschluckt wurden. Die meisten Menschen aber glauben, dass auf der anderen Seite des Deiches eben nur Wasser ist.
Eine Wilstedt Runden bedeutet 50 bis 60 km radeln, man hangelt sich von einem Punkt zum anderen, weiß wo man ballern kann und wo nicht und ist irgendwie bequem. Zu bequem. Es passiert nichts unerwartetes.
Deshalb gaben Jörg und ich uns auch heute größte Mühe nicht nach Wilstedt zu fahren.Wie man sehen kann, haben wir das auch erfolgreich geschafft.
Ja, In Tarnstedt haben wir uns mal verfahren und waren schon so gut wie auf der Straße nach Wilstedt. Und als wir von Bülstedt Richtung Vorwerk fuhren, wollte ich schon wieder zu früh links abbiegen – Richtung Wilstedt. Aber Jörg hielt mich zurück und so hatten wir eine wirklich schöne und schelle Runde. Danke dafür.
Zuhause angekommen lag mir Elvis Costello auf den Lippen.
Wilstedt ist das Schloß von Kafka. Wilstedt ist das Chelsea Bremens.
„Oh no, it does not move me
Even though I’ve seen the movie
I don’t want to check your pulse
I don’t want nobody else
I don’t want to go to Wilsedt.“
Die Sonne schien, der Himmel war so herrlich blau und die Arbeit des Tages getan. Ich zog mich im Büro um, setzte mich auf das Rad und fuhr in Richtung Deich. In völliger Unterschätzung der klimatischen Möglichkeiten Norddeutschlands dachte ich, dass kurz-kurz, also eine kurze Hose und ein kurzes Trikot heute ausnahmsweise mal reichen solten. Schliesslich ist es ja noch September, also irgendwie Spätsommer.
Die ersten Zeilen zu tippen hat jetzt eine Viertelstunde gedauert, da meine Hände noch ganz klamm sind. Am Ende, als es dämmrig wurde, lag die Temperatur bei so etwa 12 Grad – und das ist definitiv nicht kurz-kurz, sondern irgendwas zwischen kurz-lang und lang-lang.
Belohnt wurde ich zumindest durch leere Strassen, neue Wege und das Gefühl nicht mehr ganz so ausgelaugt zu sein.
Absolut verdient und am Ende richtig aufregend. Die Krönung einer sehr guten WM, auch das Frauenrennen am Samstag war richtig gut. Beim Rennen der Männer reichte es die letzten 10 km anzuschauen, da war Sagan top. Wow.
Freitag Abend. Die Arbeitswoche ist zu Ende. Diese hatte es ganz besonders in sich und hier noch einmal ganz besonders der Dienstag. Schlechte Nachrichten kamen quasi stündlich rein und um 14 Uhr fragte ich mich, ob es nicht besser wäre sich einfach ins Bett zu legen, um morgen einen neuen, besseren Tag zu beginnen.
Und das Wetter war auch mies, an längere Radfahren war nicht zu denken. Bis heute. Ein gutes Mittel sich selbst wieder gegen den Frust aufzubauen ist auf eine längere Tour nach der Arbeit zu gehen. Nach meinen Erfahrungen ist es gut einen Teil davon schnell zu fahren: Der Körper strengt sich an und schreit „Shut up brain!“ bis die schlechten Gedanken einfach weg sind. Es ist ein so einfaches Rezept, aber so schwierig in die Tat umzusetzen. Nach der Arbeit könnte ich ja erst noch ein wenig an den Rädern basteln, die Teilesammlung im Keller aufräumen, schreiben….es gibt so viele Dinge die kurzfristig erst einmal mehr Spaß versprechen, während die ersten Bewegungen auf dem Rad eher schmerzhaft und frustrierend sind.
Zum Glück sagt einem die Erfahrung, dass Radfahren jetzt genau das richtige ist, so dass ich mich oft eben trotz allem dazu entschließe eine Runde zu drehen, Zuerst macht es dann gar keinen Spaß. Ich fahre echt angestrengt 100 Meter von zuhause los und schaue auf den Tacho: 26 km/h, es kam mir vor wie 30. Muss kaputt sein.Oder ich sollte mal den Radumfang genau einstellen. Auf dem Radweg zur Erdbeerbrücke bleibe ich hinter einem e-bike. Die erdbeerbrücke geht es dann mal gerade mit 30 Sachen hoch, ist das wegen dem Gegenwind? So langsam wird es dann immer besser und ich weiß: Es war die richtige Entscheidung.
Heute Abend habe ich mich auf den Weg in den Westen gemacht, ein Gebiet dass ich bislang vernachlässigte, zu Unrecht aber. Kurz vor Groß-Mackenstedt treffe ich jemanden auf einem alten Olmo San Remo. Von da aus mache ich mich weiter auf nach Kirchseelte, Dünsen und Richtung Harpstedt,bevor ich dann wieder nach Syke abbiege, Es ist warm, ich bin aufgewärmt und der Herbst ist einfach schön. Norddeutschland zeigt sich von seiner typischen Seite.
Mit dem Wind im Rücken wird es jetzt gut schnell und ich will auch schnell und angestrengt fahren. Ich mag diese Strecke, weil es immer wieder Wellen gibt die das Gefühl einer Andeutung von bergen vermitteln. Zum übersprinten sind sie zu kurz, aber richtig in den Klettermodus komme ich auch nicht.
In Syke nehme ich die abgesperrte Straße Richtung Okel, von da aus weiter nach Riede. Die Landstrasse geht es nun an der Weser lang Richtung Dreye. Gegen den Wind, aber ich bin jetzt so motiviert, dass ich immer noch deutlich über 30 km/hr fahre. Der Sonnenuntergang zwingt mich zu einer zweiten, kurzen Fotopause.
Dann noch eine dritte, kurze Pause zum rauchen an einer Bank auf dem Weserdeich kurz vor Rammelland. Keine neuen Rekorde, aber eine gute Runde, die aus Erfahrung notwendig war. Kompensation für das Leben.