Archiv der Kategorie: Touren

Alle Touren an denen Freunde der Cyclitis teilnehmen.

Sommerschlußverkauf mit Caroline

Morgens um 11, ich hatte die Augen erst halb auf, umarmte meine Decke und säuselte ihr liebevolle Worte in den Saum. Ich war wach geworden von den Menschen draußen, die die Läufer des Bremer Marathon anfeuerten, der vor unserem Haus vorbeigeht. Da schlägt dann das schlechte, sportliche Gewissen zu.

Zum Glück konnte ich mich spontan mit Caroline verabreden und wir trafen uns kurze Zeit später am HaW. Bloß kein Stress, eine rein regenerative Runde. Zunächst einmal brauchten wir etwas Verpflegung. Mir war aufgefallen, dass an der Parkstraße eine Menge Menschen panisch vor einem gelandeten UFO flüchteten.

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Panik in Bremen: Independence Day

Zum Glück hatten freiwillige Helfer Verpflegungsstationen entlang der Fluchtroute aufgebaut, so dass die Flüchtlinge möglichst schnell in die Sicherheit laufen konnten. Caroline nutze die Gelegenheit aus und schnappte sich einen Becher Wasser.

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So gestärkt machten wir uns nun über den Deich, Fischerhude und Quelkhorn Richtung Wilstedt. Das Tempo war gemütlich und so hatten wir viel Zeit uns zu unterhalten. Statt den üblichen Weg von Wilstedt zurückzufahren, radelten wir weiter nach Tarmstedt und von dort aus Richtung Grasberg. Hier waren wir so langsam, dass die Zeit für ein paar Selfies reichte.

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Schattenfrau

Die Straßen waren gerade, von Birken gesäumt und leer. Wir kamen uns vor wie in Thelma and Lousie und das einzige was uns fehlte waren ein paar rötlich gefärbte, klippige Berge am Horizont und ein vereinzelter Kaktus rechts uns links. Doch wir waren nicht in den USA, sondern in Deutschland, das wurde uns klar, als wir nach links abbogen und die das nächste Dorf fuhren.

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Adolphsdorf, wir meinten zu erkennen, dass das „ph“ erst vor ca. 70 Jahren neu eingefügt war und ein übermaltes „f“ war noch leicht zu erkennen. Von da aus ging es nach Worpswede (Eis Dolomiti) und dann Richtung Ritterhude. Caroline war noch nie auf der anderen Seite der Wümme gefahren und so machten wir uns auf Richtung Lilienthal. Vorher statteten wir der Schleuse einen Besuch ab und tranken Kaffee und aßen Kirschkuchen. Es war alles sehr relaxt, so stelle ich mir das vor wenn ich auf dem Rad chillen möchte und nicht mit 40 km/h Sachen durch das Halbdunkel hecheln. Es war noch einmal ein richtig schöner Spätsommertag, von dem wir schon glaubten, dass Samstag der letzte davon dieses Jahr passiert wäre. Zum Glück geht der Sommerschlußverkauf noch etwas weiter.
Danke an Caroline.

 

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Very last exit Wilstedt.

Ein mir bekannter, rennradfahrender Zahnarzt bat mich nach der Ausfahrt heute Abend so schnell wie möglich darüber zu berichten. Ich will dem Wunsch gerne, dem Tempo der Ausfahrt entsprechend, entsprechen.

Sonnengebräunte Waden, Aeroräder, wilde Jerseys, windzerzauste Friseuren, einige Frauen und jede Menge Anfänger – die Komposition der Gruppe die sich heute an Jacques Weindepot in Borgfeld traf ließ erahnen, dass es nicht gerade langsam heute zugehen würde. Eigentlich wollte ich nach der Arbeit, die ja schon anstrengend genug ist, nur etwas auf dem Rad chillen. Chillen heisst, in der Gruppe so mit 33 km/h durch die Gegend zu radeln, sich links und rechts ein wenig zu unterhalten und die Beine von der Seele baumeln lassen. Ich meine, dass ist meine schon sehr ambitionierte Vorstellung von chillen, die sich zum Beispiel von der meines Sohnes (Cola, Tüte Chips und nachts bis vier Ballerspiele am PC) erheblich unterscheidet. Daraus wurde aber nichts, denn schon auf dem Weg nach Fischerhude begaben wir uns in eine Phase des Hyperchillens. Wir machten irgendetwas zwischen 35 und 40 Sachen, in der ersten Linie dadurch motiviert, die hinter uns kichernden Mädchen (Silke und Sylvie) zum schweigen zu bringen. Nachdem wir das Tempo stetig in den Grundlagenausdauerbereich 7 steigerten gelang dies auch, führte aber auch zu einem hechelnden Gesamtkunstwerk.

Ich wünschte ich hätte mein Canyon dabei gehabt, denn das Basso ist doch einen Tick langsamer und vor allem zwei Ticks unkomfortabler. Dies ist eine gute Gelegenheit es einmal zu zeigen denn an Photos machen war heute gar nicht zu denken: Keine Zeit und bei dem Tempo und dem Abendlicht wären die Ergebnisse eher Rohrschachmässig geworden.

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Schönes Rad, Danke. Etwas zu langsam für diesen Abend, ich hätte gerne für die nächste Ausfahrt etwas mit ungehemmter Elektrounterstützung.

Das Tempo wird dann nach Buchholz nicht langsamer, und auch nicht nach Vorwerk, und schon gar nicht Wilstedt. Bei jedem Ortsschild wurde gesprintet und ich strengte mich zwar an, konnte aber nicht mal annähernd vorne mitfahren. Bis auf einmal, da setzte ich mich überraschend von der Gruppe an und rief: „Wer als erster auf dem Friedhof in Wilstedt landet!“. Den gewann ich mit klarem Vorsprung, was auch an dem altersmässigen Vorsprung liegt der uneinholbar ist.

Richtung Grasberg wurden wir auch nicht langsamer, und auch nicht bei Grasberg, in Dannenberg, oder wo wir sonst so vorbeikamen. Was ich aber wegen Dunkelheit und Bewußtseinsveränderungen nicht mehr richtig mitbekam. Ein letzter Sprint für das Ortsschild in Timmersloh. Alle sind fertig also unternehme ich nun einen Ausreißversuch. Das klappt auch ganz gut, ich komme wir vor wie der Wümmen-Jens Voigt. Die Luft geht mir langsam aus, aber ich rufe einfach „Shut Up Lungs!“ Das machen die auch und ich bekomme noch weniger Luft und werde dann eingeholt und so geht es zurück bis zum Weindepot.

Was für eine Verschwendung? Ich hatte meinen GPS Logger nicht dabei und nichts von diesen Heldentaten wurde aufgezeichnet. Ich bitte um die Zusendung von GPX Files, die ich dann unter meinem Account bei Strava hochladen kann. Ansonsten: Gute, starke Truppe heute, fühle mich bestens gerüstet für Münster am Freitag und Danke an alle die mitgefahren sind.

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Last Exit Brooklyn. Nein Schnepke.

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Ist man zu fröhlich oder zu optimistisch über den Lauf der Dinge, dann ist es eine gute Idee „Last Exit Brooklyn“ von Hubert Selby zu leben. Braucht man nur einen schönen Sonntag, so reicht auch Last Exit Schnepke.

Trotz oder gerade wegen guten Wetter musste ich am Samstag arbeiten. Ich stand mit einem Kollegen im Autohaus Weller an der Weser und versuchte angehende Studenten davon zu überzeugen ihr Glück an unserer Hochschule zu versuchen. „Kann man bei einen Zahnarzt werden?“ Nein, wir haben nur Wirtschaftsstudiengänge.“ „Finde ich auch gut.“.

Am Abend gab es dann positive Abwechslung als Andreas sein Neri Romolo 2×2 bei mir abholte. Wir machten eine kleine Testfahrt durch die verwinkelten Wege um den Riensberger Friedhof und dann zeigte ich Andreas die Nordwestpassage durch die Schrebergärten zwischen Riensberg und der Parkstrasse. Schön war es, ein laues Lüftchen wehte durch die angenehn temperarierte Abendluft und in einer Laune des Übermuts versprach ich ihm am nächsten Morgen mit der therafit Gruppe um 9:30 zu fahren. Am liebsten auf meinem neuen Basso.

Ich weiß nicht welche Therafit Gruppe das war, es war mein erstes Mal. Waren das Frauen Anfänger 30plus? Oder Bremer Katholiken Ü40? Egal mit welcher Gruppe ich unterwegs bin, es sind immer die gleichen Frauen dabei (Silke und Caroline), nie irgendwelche Anfänger und ich bin vermutlich der einzige (ehemalige) Katholik. Und schneller als dreißig ist es sowieso immer.

Silke kam in rosa, Caroline im kleinen schwarzen, Jan war da, Sebastian auch, Andreas stieß später zu uns und die anderen waren mir neu. Bernd Rennies führte die Gruppe an Richtung Süden. Richtung Süden heißt, dass man erst einmal wie gewohnt Richtung Platzhirsch fährt, denn alle Wege, auch die Richtung Süden, führen über die Autobahnbrücke dort und den Deich dahinter. Über Borgfeld und Oyten und Achim kreuzten wir dann die Weser Richtung Werder und Schwarme. Irgendwie war ich nicht gut drauf, ich hatte ein wenig Richtung Luft zu bekommen; und da obwohl vorne fast ausschließlich Bernd fuhr und ich mein Puls recht niedrig war.

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Zuerst hatte Silke einen Platten. Da sie ja selbst in der Lage ist diese Dinge zu regeln, brauchte Sie quasi keinen Betreuungsaufwand und meine Hilfe wurde an sich nur beim pumpen benötigt. Ein paar Kilometer später hatte Jan einen Platten. Statt sich darum zu kümmern das Ding zu flicken, rief es nur: „Wo ist der mob?“ (ich stand genau hinter ihm), denn er verlangte eine mindest ebenso gute mechanische Betreuung, wie ich sie zuvor Silke gewährt hatte. Jans recht neuer Conti 4000S Reifen war hinüber, ein fieser langer Riss quer zur Fahrtrichtung durch die Seitenwand durch den man auf den Schlauch sehen konnte. Nicht gut und so entschloß sich Jan alleine auf den Rückweg zu machen. Er sollte halt doch besser einen Schwalbe Ultremo ZX verwenden. Oder auch nicht.

Die Gruppe, wir waren jetzt noch zu dreizehnt, machte sich dann weiter nach Bruchhausen-Vilsen und von dort aus an der Bahnstrecke lang wieder Richtung Norden. Wir machten einige lustige Abstecher durch den Wald, endlich war es auch ein wenig wellig und das fahren machte so richtig Spaß. Sollte dies wirklich das letzte Mal dieses Jahr gewesen sein?

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Und so kamen wir sviel zu schnell zurück nach Syke, Weye und dann am Deich entlang zum Weserwehr. Dort liess sich die eine Gruppe im Cafe nieder, doch auf mich warteten noch ein paar Aufgaben zuhause. Ich hatte auch gesehen, dass Philipp heute seinen neuen Carbonrahmen ausführen wollte; also machte ich mich mit dem neuen Panasonic auf den Weg zum Haus am Walde um das Wunderteil zu sehen. Und als ich ankam wartete es auch bereits dort.

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Wunder Aero Stevens von Philipp links, Wunder Nicht-Aero Panasonic von mir rechts. Noch weiter rechts: Sich wundernder Rennradfahrer.

Prima, damit war mein Tagwerk getan. Ich denke aber es macht Sinn in Anbetracht des anhaltend guten Wetters am Montag noch einmal zu fahren, am Freitag in Münster dann sowieso, ganz egal wie das Wetter ist: Bei schönem Wetter mit dem Basso, beim schlechten nun mit dem Panasonic.

Strava von heute.

Danke an alle die mitgefahren sind.

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Ganz durchdrücken, eventuell nachdrücken!

Meine Heimat ist Mönchengladbach, mein zuhause Bremen. Die Welt ist meine Auster. Jörg kommt aus Osnabrück und wohnt auch in Bremen. Heute fuhren wir zusammen um seine Heimat Osnabrück.

Es hat eine Weile gedauert, bis ich in Bremen heimisch wurde, den Durchbruch habe ich gerade einmal vor zwei Wochen geschafft. da war ich am dem Postamt in der HH-Meier-Allee und wollte ein Päckchen abgeben. einfach, könnte man denken, aber das Postamt dort wird von drei weiblichen Eulen betrieben, deren scharfem Blick nichts entgeht. Da die Eulen vermutlich schon geraume Zeit bei der Post arbeiten und quasi unkündbar sind, ist es nicht ihre Aufgabe nett zu Kunden zu sein und die Leistungen der Post zu verkaufen; wichtig ist einzig und allein die strenge und unnachgiebige Einhaltung des Regelwerks der deutschen Post. Jedes Mal in den letzten vier Jahren, wenn ich dort mit einem Paket aufkreuzte verkniffen sich Augenpaare, größere Mengen Luft wurden scharf eingezogen und Stirne faltig gerunzelt. „Oi, oi,oi, das geht ja gar nicht!“ oder „Das ist doch bestimmt zu groß/schwer/rund/eckig/kubisch für ein Päckchen.“ oder „Na, ob da wohl das Porto reicht!“ kurzum, es gab immer einen scheinbaren Grund zunächst einmal die Leistung zu verweigern. Bei meinen Paketen ist aber alles OK, da ich die aus Angst dass die drei Eulen mal Recht haben könnten immer dreifach mit der Laborwaage wiege und mit einem Theodoliten exakt vermesse. Ingenieur eben. So war dies bisher. Bis vor zwei Wochen. da übergab ich ein frankiertes Päckchen an die zweite Hilfseule und die sagte dann zu mir: „Sie brauchen nicht anzustehen, Sie können ihre Päckchen auch da hinlegen, Sie machen das ja immer ordentlich.“

In diesem Moment hatte ich das Gefühl zuhause zu sein.

Heute ging es los von zuhause zum Bahnhof, ich war etwas früher als Jörg da und sonst konnte sich keiner aus unser Truppe aufraffen, um uns nach Osnabrück zu begleiten. Wir fuhren mit dem Zug bis nach Bohmte. Da das Wetter recht unstetig aussah, hatte ich einen Rucksack mit Kleidung zum wechseln dabei, wohl wissend, dass es in Bohmte am Bahnhof keine Schließfächer gab. In Bohmte am Bahnhof gibt es sowieso nichts, vermutlich werden da nachts auch die Gleise geklaut. In der Nähe gibt es aber einen REWE mit Bäckerei und ich legte meinen ganzen Charme und meine ganze Sülze dar bei dem Versuch die Fachfrau in der Bäckerei davon zu überzeugen, meinen Rucksack bis zum späten Nachmittag aufzubewahren. Das klappte auch, aber nur unter dem Versprechen nach Rückkehr die Theke leer zu kaufen,

Als wir losfuhren, Jörg auf seinem Tommasini und ich auf meinem Canyon, fing es auch prompt an zu tröpfeln, dadurch dass Jörg aber auch gleich sehr schnell loslegte entkamen wir dem Regen auch recht flott und fuhren gegen den sehr starken Wind in Richtung Bramsche. Das kostete insbesondere Jörg viele Körner, da er die ganze Zeit vorne fuhr; da ich morgen an der Bremen Challenge teilnehme hatte ich einen guten Grund weniger bis gar nichts zu tun. Trotzdem war das tweilweise richtig anstrengend. Unser erstes Highlight war ein Aussichtsturm, etwa 10 km vom Sender SChlepptrupp oder Gleiwitz, habe ich jetzt vergessen, entfernt.

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Das wunderschöne Osnabrücker Land

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Bei solchen Fotos steht meistens „der Weg ist das Ziel“ oder so drunter

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Jörg, mit nostagisch verklärtem Blick auf seine Heimat.

Von Bramsche ging es dann weiter, immer auf kleinen Wegen und durch die Hügel nach Westerkappel und Lotte, wo wir Zeit für einen Kaffee und ein Brötchen hatten. Dabei ging mir auf, wie sehr sich die Art des radfahrens in Japan, Bremen und in Osnabrück unterscheidet: In Japan war es das Ziel einen Pass zu bezwingen. Und dann vielleicht noch einen. Und noch einen. Also raus aus der Stadt (50 km) und dann hoch hoch hoch hoch, runter, runter, runter, hoch hoch hoch hoch, runter, runter, runter, und dann mit dem Zug zurück in die Stadt. In Bremen dagegen fährt man gerade gerade gerade flach flach flach gerade gerade gerade und dann ganz wenige Kurven, bis man gerade gerade gerade flach wieder zuhause ist. In Osnabrück mit Jörg habe ich immer das Gefühl auf einem ca. 5 km2 großen Gebiet zu fahren, dass von sehr vielen Wegen durchdrungen ist. Wir fahren ein kleines Stück geradeaus, dann wieder rechts, eine links, rechts Kombination, wieder links, man kommt nie gleichmässig ans Treten und ich habe keine Ahnung wo ich bin. Während des Fahrens denke ich dann immer,d ass wir irgendwie im Kreis fahren oder in einem größeren Vorgarten. Oder das Jörg mich absichtlich einen Weg fahren lässt der, wenn man ihn sich nachher auf Strava etc. anschaut tatsächlich ein Satz oder ein Zechen ist wie hier:

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Heute hat er vermutlich „Mach schneller Michael, Du lahmer Sack!“ in die Landschaft geschrieben. Muss mir das später mal bei Strava anschauen.

Von Lotte ging es über Hasbergen in das südliche Osnabrück rein. Hier kam es beinahe zu Kampfhandlungen, als ich einen Audi rechts überholte (zugegebenermaßen war das keine gute Idee) und der mich in der Folge versuchte von der Straße zu drängen. Das war auch gar keine gute Idee und endete dann erst einmal mit einem Wortgefecht an der nächsten Ampel.

Jetzt machte das fahren bei Sonne und Rückenwind auch deutlich mehr Spaß. Und da wir es überhaupt nicht eilig hatten sind wir noch einmal im Zittertal in ein Cafe gegangen und zwar dort wo Jörg vor x Jahren seine Konfirmationsfeier hatte. 

 

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Und weiter ging es über Bissendorf in Richtung Bad Essen, wo ich dann zum zehnten Mal innerhalb von zwei Wochen den Essener Berg in das Dorf runter gefahren bin. Da wir ohnehin den Zug verpasst hatten (zwar zügig gefahren, aber zu viel Kaffee und Kuchen) schauten wir auf dem Rückweg mal beim Schloß Ippenburg vorbei. wir kamen aber nicht rein, davor stand ein VIP Bus und der Busfahrer klärte uns darüber auf, dass dort eine geschlossene Gesellschaft sei und wir „keine Chance“ hätten. Na dann, auf zum Rewe nach Bohmte. Laden leer kaufen. Vor dem Ondomat die Räder parken und noch mal Kaffee trinken bis der Zug kommt.

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Canyon, Tommasini und der Ondomat

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Der Ondomat im Detail.

Es war eine schöne Tour, etwa 118 km und ganz nach meinem Geschmack mit vielen Hügelchen und Höhenmeter. danke an Jörg dafür.

Es war aber auch eine sehr gruselige Tour. Ich bin ja nicht abergläubig, aber was soll ich von einem Tag halten an dem:

  • Eine schwarze Katze auf dem Mittelstreifen einer Landstrasse liegt und uns beide böse anschaut?
  • Uns in Engter dann der Pfarrer ganz in schwarz auf der Strasse begegnet?
  • Und jede Menge Viehzeuch (Igel, Eichhörnchen, Vögel) platt auf der Straße liegt?

Heute gehe ich jedenfalls nicht mehr vor die Tür.

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Geheime Ausfahrten

Bremen, Mitte August 2014. Es ist, zumindest gefühlt Spätsommer und die letzte Chance abends im hellen noch einmal im Kurzärmeltrikot zu fahren. So wie heute.

Ich kam pünktlich zum Treffpunkt am HaW und Silke und Caroline warteten schon auf mich. Auf japanisch nennt man so etwas „両手の花“, oder Blumen in beiden Händen.

Manchmal trifft man Menschen und spricht mit ihnen und die haben dieselben Gedanken wie einer selbst. Und die wissen einfach alles, was man auch weiß. Das ist besonders überraschend, wenn man diese Menschen zum ersten Mal trifft.
„Kommt Andreas heute?“ „Ah, den habt ihr ja nie auf den Brocken hochgelassen!“
„Oder Philipp?“ „Den musstet ihr doch mal nach Wernigrode schieben!“.
Es ist etwas weniger überraschend, wenn man dann erfährt, dass Caroline in diesem Fall sämtliche 2.993 Posts auf diesem Blog gelesen hat die ich geschrieben habe und somit mehr über mich weiß als meine Eltern, meine Frau und meine Kinder zusammen über mich.

Blumen in beiden Hände hatte ich aber nur zwischen dem HaW und Dammsiel, dazwischen wartete eine Meute von drei anderen Rennradfahrer auf uns, die sich spontan zum lutschen entschloss. Silke und ich  in gutem Tempo vorweg, wenn unser Fahrstil ein Song zum Tag wäre, dann würde ich diesen hier dafür wählen.


Und so fuhren wir gut gelaut den Deich lang. Bis wir uns dann vorne ablösen ließen; die musikalische Untermalung änderte sich dann entlang des Weges zu diesem.


 
Und so ging es ziemlich flott durch Burg und über das Lessumsperrwerk zu den beiden übelsten Anstiege die Bremen zu bieten hat. Das heißt nicht direkt, Der Zugang zu diesem Berg ist nämlich gut versteckt und beim ersten Versuch des Abbiegens wären wir fast voller Schwung gegen eine geschlossene Garage geknallt. Beim zweiten Versuch klappte es dann – ein brutaler Anstieg, unter Rennfahrern auch bekannt als das „Hohe C“. Gefolgt von einer normalen Strasse, und dann runter eine ähnlich steile Rampe die mit roten Ziegeln gepflastet war, bekannt als die „Aalschleife“, da glitschig und kurvig.

Da dachten wir uns, warum eigentlich mehr als vier Stunden hinter einem Wohnwagen runter zum Nürburgring fahren und uns von Heideheizern überholen lassen? Das nächste 24 Stunden Rennen tragen wir an der Lessum aus, Runde für Runde das Hohe C hoch und die Aalschleife wieder runter. Da schaffen wir erstens deutlich mehr Runden als am Nürburgring und zweitens auch mehr Höhenmeter.

Auf der Rückfahrt wollten die drei Jungs unbedingt noch vor dem Radladen halten, der sie seit 85 Jahren sponsort. 

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Ja, Radsport Brodtmann, eine Legende in Bremen Nord. Da braucht man sich nur die Räder unschauen, die dort seit 1982 unverkauft im Schaufenster stehen. Wer würde nicht sofort sein Carbon Felt ohne Lenkerband gegen ein Winora Intergalaxis Cruiser tauschen wollen.

Kurz vor der Autobahn hatte Caroline einen Platten den wir schnell flicken konnten, aber die drei Jungs waren weg. Das war schade, denn die konnten eigentlich ganz gut mit uns mithalten und ich wollte ihnen zum Abschied noch etwas ermunterndes zurufen, etwa. „Hey, ihr könnt das nächste mal wieder bei uns lutschen, kein Problem. Ihr fahrt ja ganz OK, vielleicht solltet ihr mal in einen Verein gehen: Wiegetritt oder therafit oder so.“

Der Rest der Tour zu dritt war dann deutlich entspannter und endete bei Kakao im Haus am Walde. Danke an Silke und Caroline, durch euch nahm der Tag am Abend dann doch eine schöne Wendung.

 

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Bad Essen. Und zurück.

Am letzten Wochenende fand der Klettergarten-Workshop in Bad Essen unserer Erstsemester statt. Mittlerweile zum fünften Mal. Das Wetter erlaubte Hin- und Rückfahrt mit dem Rad.

Freitag 13:00 Uhr, Gepäck den Studis in die Hand gedrückt und ab auf dem Rad Richtung Bad Essen. Dummerweise ist das ein ziemlich starker Gegenwind. Die Hitze und die Langeweile auf der B51 machen mir etwas zu schaffen, aber vor Vier bin ich in Diepholz. Kurze Pause im Cafe in der Innenstadt und dann weiter. Von dem Besitzer des Cafes werde ich in eine völlig andere Richtung navigiert. Sicher, ich hätte auch über Steinfeld fahren können – wenn ich noch einen Tag mehr Zeit gehabt hätte. So geht es weiter am Dümmer See auf der B51 fast bis nach Bohmte und dann über eine Nebenstrecke nach Bad Essen.

Im Supermarkt am Ortseingang treffe ich die ersten Studis, die reflexartig die Hände  von der Rumflasche nehmen, als sie mich sehen. Jetzt noch den Essener Berg hoch, der jedes Mal etwas einfacher und kürzer wird. Um kurz vor 18:00 Uhr bin ich da, etwa fünf Stunden, davon 4:15 hr Fahrzeit für 119 km.

Die Nacht verbringe ich im Bett. Draußen läuft bis drei Uhr morgens Helene Fischer „Atemlos durch die Nacht“, teilweise mit gesanglicher Unterstützung. Ich komme mir vor wie bei Rad am Ring.

Am Samstag ist klettern angesagt. Man macht eigentlich nicht viel: ein wenig quatschen, ein wenig rumstehen und ab und an einmal einen Baum hochklettern und sich in die Tiefe stürzen. Ist trotzdem irrsinnig anstrengend. In der Nacht dann wieder Helene Fischer, diesmal bis vier Uhr morgens.

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Sonntag Morgen. Aus Rache spiele ich morgens GANZ Laut King Rocko Schamoni and the Explosions „Action“. Ha, denen habe ich es aber gegeben. Mittagessen. Endlich auf das Rad und wieder zurück Richtung Bremen. Mit Rückenwind geht das wirklich gut. Keine Pause, immer durch, immer auf Spannung, immer an den Hügelchen in den Wiegetritt. Nach 3:07:26 hr habe ich die ersten hundert Kilometer hinter mir mit einem 32er Schnitt. So schnell war ich lange nicht mehr auf einer solchen Streckenlänge. Ist also alles im grünen Bereich für den City Triathlon am nächsten Sonntag.

In Brinkum esse ich Eis mit Kollegen, dann geht es mit Gepäck deutlich langsamer die letzten Kilometer nach Bremen. Hunderte von Radfahrern auf der Strecke überholt. Den letzten, kurz vor dem zuhause schaffe ich auch so gerade noch mit Gepäck.

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Ein Wochenende. Dreihundert Kilometer Rad. Diverse Sprünge in die Tiefe.

 

 

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Vische und Adler.

Visbek im Jahr 2014 - immer noch im Fieber

Visbek im Jahr 2014 – immer noch im Fieber

Draußen war es schon hell und das trotz Sommerzeit. Ich war noch ganz benommen im Kopf und lag im Bett, die Beine taten mir weh von der Adlerrunde am Vortag und heute war doch irgendetwas .. richtig RTF in Visbek.

Auf der Autobahn nach Wildeshausen dann um halb acht hoffte ich den Kanzlei-Golf der roten Sora zu überholen, Gerüchten zu folge mit Außenspiegeln in Form riesiger Paragraphen und einem flatternden Talar anstelle eines Heckspoilers. Hinten noch ein Aufkleber: „Überhol‘ mich und wir sehen uns vorm OLG!“. Aber die rote Sora kam gar nicht nach Visbek wie sich später herausstellte. Dafür aber viele andere Bremer: Axel (siehe oben),  Jörg und Olli mit dem Rad aus Stuhr, Andreas, Torsten, Silvie, viele Pedalos die ich bis dahin noch nicht kannte und die gelbe Einhundertfünf, die grüne Ultegra und die blaue Duraace.

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Am Start hatten wir relativ schnell eine prima Truppe zusammen und Torsten und ich machten zusammen an der Spitze das Tempo UND konnten dabei quatschen. D.h. Torsten redet, ich höre zu und ab und an streue ich dann ein „ach?“ oder „so isses“ ein, also genau die richtige Menge und Qualität an Wörtern die Aufmerksamkeit signalisiert, Konflikte vermeidet und deren Länge mir gerade noch erlaubt das Atmen kurz zu stoppen, da ich mit Torsten Schritt halten muss. Jetzt weiß ich jedenfalls alles über Campagnolo Schaltwerkkäfige aus Carbon und Alu.

Torsten weiß auch alles darüber, sein Rad aber dummerweise nicht und so gab es das eine oder andere technische Problem.

Und so ging es im 30+ Schnitt durch die Geest, von Visbek Richtung Osten, bis wir nach etwa 23 km in Winkelsett (?) zur ersten Verpflegungsstation kamen. Damit hatte ich nun nicht gerechnet – am Tag vorher im Harz musste man noch zwei Berge überqueren und mehr als 50 km zurücklegen, um an die ersten Bananen zu kommen, hier wartete Bert bereits an der ersten Kontrollstelle und schmierte Butterbrote. Weiter, in etwa mit der gleichen Truppe, etwas kleiner vielleicht noch 15 Teilnehmer.

 

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Torsten durfte etwa ab hier alleine vorne Tempo machen.

Nach weiteren 30(?) km die nächste Kontrollstelle. Natürlich war ich wieder mit Torsten am quatschen und die anderen Mitglieder unserer Truppe stahlen sich heimlich davon. Wir hatten das gerade noch so im Augenwinkel gesehen und mussten dann mithilfe eines Zweier belgischen Kreisels und über 40 km/h Geschwindigkeit langsam Anschluss an die Gruppe finden. Das ist ein interessantes Phänomen: Wir hauten beide rein wie die Hechte und gaben alles, kamen aber irgendwie gefühlt nicht näher. Es dauerte sehr lang, bis wir wieder an der Gruppe hingen.  Aber, als wir dann dran hingen dachten wir: „Boh, fahren die lahmarschig hier vorne!“ Und wieso hat es so lange gedauert, bis wir die eingeholt hatten? Ich bin mir eigentlich sicher, dass dieses Phänomen irgendetwas mit der (speziellen, nicht allgemeinen) Relativitätstheorie zu tun hat. Ebenso wahrscheinlich ist aber auch, dass die da vorne einfach wahnsinnig schnell gefahren sind, bis wir fast dran waren und dann Kommando gaben einen Zahn rauszunehmen.

Also, wir die Gruppe gerad eingeholt, als sich ein paar Fahrer, unter anderem Heino von den Pedalos daraus absetzen. das konnte Torsten nicht auf sich sitzen lassen und ging hinterher. Dies wiederum gefiel Andreas nicht, der sich auch auf den Weg machte. Mir war’s egal, ich schaute mir das folgende dann alles gemütlich aus dem Feld heraus an.

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Schon bald hatte Torsten Heino eingeholt und machte ihm klar, wie sinnlos jedwelches Unterfangen ist vor ihm davonzufahren. Andreas hatte sich in der Zwischenzeit entschlossen wieder im Feld zu fahren. Und schwupss war die nächste Kontrolle da, diesmal mit Streckenteilung 115km und 150km. Alle wollten 115km fahren, da wollte ich nicht der Spaßverderber sein, also bin ich mit.

Allerdings habe ich mich diesmal vor allen anderen heimlich weggestohlen als gerade eine Gruppe losfuhr mit etwa sechs Fahrern. Diese war zwar schnell, aber deutlich unlustiger als unsere Bremer Truppe. Ich mag es ja gar nicht, wenn mir jemand von hinten zuruft: „Zweier Reihe halten“ oder „Enger zusammen“ oder gar „Schneller“. Wenn ich das gut finden würde, dann wäre ich im Verein. Bin ich aber nicht, und da ich das nicht gut finden darf ich darüber bloggen. Und da wir ja auch nur zu sechst waren musste ich auch relativ viel vorne arbeiten für die Unsympathen. Nach ca. 100 km Gesamtstrecke hatte ich genug davon, sah aber dann Heino direkt vor mir. Er hatte sich noch heimlicher als ich vom Kontrollpunkt entfernt und wir hatten ihn nun eingeholt; Torsten mit der Gruppe drohte nun auch das gleich zu tun.

Ich stieg aus meiner Gruppe aus und ernannte mich selbstlos zum Helfer aller bedrohten Heinos dieser Welt. Diesen hier, so lautete meine harte Aufgabe, galt es jetzt zu motivieren und in meinem Windschatten schnell über die letzten 15 km ins Ziel zu führen bevor Torsten ihn überholen konnte. Das klappte auch recht gut und wir kamen gerade nach 115 km wieder in Visbek an, als Torsten von hinten reinrauschte und Heino die Gelegenheit hatte zu sagen“Torsten, wo kommt Du denn her, Mensch!“. Was für ein Moment und was für eine Belohung für die Helferdienste.

Nach dem duschen sassen wir da noch ein wenig rum. In Visbek gibt es guten Kuchen für ein Euro.. Eigentlich sollte man die RTFs etc. abfahren, Kuchen kaufen ohne Ende und in einer Bude in der Bremer Innenstadt für viel Geld verkaufen – da könnte man echt reich werden. Ich glaube, Silvie macht das schon – gemessen an dem abgeräumten Kuchen.

Ich sah auch zum ersten Mal den langen Spruch der hinten auf einem Pedalo Shirt steht.

Hein fragt mich „Kommst Du aus Delmenhorst?“ Nun, ist der Papst evangelisch? Nein. Eine Stadtführung durch Delmenhorst letztens hat mir erst einmal die Augen geöffnet. Obwohl, ganz so schlimm wie in Emden ist es ja nicht.

Eine schöne RTF, Danke an alle die da waren und dazu beigetragen haben.

Strava Link.

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Adler und Vische.

Am Freitag raus nach Goslar mit Kai, am Samstag 150 km (Kai 225 km) Adlerrunde des RSV Adler-Goslar. Am Sonntag morgen raus nach Visbek, 115 km RTF.

Kai und ich sassen am Bahnhof in Goslar an der Döner Bude, tranken zwei Bier und quatschten über Gott und die Welt. Um uns herum kamen Menschen mit Rädern aus Zügen, tätowierte Mädels aus dem McDonalds und Typen mit Baseballmützen und antrainierten Muskeln aus der Dönerbude. Nebenan im Celtic Pub spielte dazu eine irische Band deren Mitglieder so aussahen wie aus dem Stamm von Mad Max II. Kein Mensch weiß, was die Beziehung zwischen Goslar und Irland ist, aber immer wenn Kai und ich dort auftauschen werden wir gezwungen irischen Weisen zu lauschen.

Es wurde dunkel, wir hatten zwei Bier getrunken und ein wenig geraucht und gingen nun durch die Stadt Goslar. Goslar war für mich bislang immer nur der Startpunkt wichtiger und vor allem anstrengender Radtouren. Zu Beginn ist man nervös und möchte richtig schnell raus in die Berge, am Ende, wenn man wieder reinkommt ist man fertig und will eigentlich nur noch schnell nach Hause. Oder eben noch ein Döner. So richtig hatte ich die Stadt daher noch gar nicht gesehen. Das war ein Fehler, denn was ich sah gefiel mir gut. Eine schmucke Einkaufsstrasse mit Eiscafe, viele alte Fachwerkhäuser, ein wenig Jugendstil und ein Marktplatz voller dichtstehender Leute die in den zahlreichen Restaurants bessere und teurere Dinge aßen als die Looser am Bahnhof.

Minuten später kamen wir an unserem Hotel an, der exklusiven Harz Lodge. Die Lodge ist deswegen exklusiv, weil sie exklusiv von Bikern benutzt wird. Beim Frühstück sah ich noch ein paar andere verirrte Radfahrer; dennoch, 99% aller Kleidungsteile sind hier aus schwarzem Leder, Lycra kommt nur in Spurenelementen vor. Auch die Mannschaft der Lodge ist ähnlich gekleidet; der Rezeptionist machte eher den Eindruck eines Türstehers und auf seinen Ober- und Unterarmen rankten sich die Namen seiner Freundinnen: Schantal, Djaklin, Peggi, Dennis …. na ja, vielleicht waren es doch die Namen seiner Gang. Kai wollte früh raus und los, da der Marathon bereits um 7 Uhr startete, so dass wir fragten, ob wir gleich am Abend bezahlen konnten? Das konnte der Freund von Schantal, Djaklin, Peggi und Dennis nicht beantworten und holte daher seine Chefin; ein ganz harter Keks in ganz hartem schwarzem Leder, oben an der Brust eine „Jenny“ Tätowierung. „Nein“. Die Antwort und der Keks liessen keine weitere Diskussion zu. Wir gingen zu Bett.

Am nächsten Morgen machte ich mich auf den Weg in den Frühstücksraum. Sechs einsame Biker, nicht besonders gesprächig. Dann auf das Rad zum Start. Obwohl ich mir das vorher alles gut angesehen hatte, verfahre ich mich total und komme fünf Minuten vor dem Start am Schulzentrum B-Geige an. Schnell anmelden, Hannes und Eddie treffen. Zum Glück bin ich schon gut angefahren und muss nicht aus dem Stand starten. Hannes kündigt schon an, dass er am Start nicht voll auf die Tube drücken möchte. Ich schon, denn erstens habe ich meiner Familie versprochen um 18:00 Uhr zurück in Bremen zu sein, und zweitens ist sinnlos schnelles losfahren zu Beginn einer RTF ein integraler Bestandteil des Spaßes: Das Adrenalin kocht im Blut, wahllos und gefährlich fährt man an den anderen Teilnehmern vorbei bei dem Versuch nach vorne zu kommen und gibt Körner ohne Ende, die einem am Ende fehlen werden. Das macht aber nichts, denn das macht alles sinnlos viel Spaß.

Und so bin ich dann auch schnell weg, ziehe an anderen vorbei aber ganz nach vorne komme ich nicht mehr, daran hindern mich auch diverse Ampeln im Goslaer Stadtgebiet. Dan führt die Strecke vorbei an den Osterfelder Tongruben sehr schnell in das Gelände; ein schöner Wald, ein schöner asphaltierter, schmaler Weg und ein erster, harter Anstieg. Da muss man den Veranstaltern wirklich ein Kompliment machen, die Streckenführung dieser RTF ist exzellent. Fast alle Anstiege sind auf kleinen Wegen im Wald oder wenig befahrenen Straßen, bei den schnellen Abfahrten wiederum sind die Straßen breit genug um richtig gut Geschwindigkeit zu bekommen. Mittlerweile haben sich Gruppen gebildet und ich bleibe in einer die nun auf der Bundestraße zur Okertalsperre hoch fährt. Es geht über die Staumauer am See entlangt und dann den kleinen Weg hoch Richtung Torfhaus. Hier bin ich schon ein paar Mal gefahren und ich setze mich erst einmal an die Spitze, gehe dann aber den Anstieg ruhig an. Die ersten 100 Höhenmeter läuft es recht gut, dann wird es steiler und jede Menge Teilnehmer ziehen an mir vorbei, es ist fast so, als wenn ich stehen würde. Ich lasse mich davon aber nicht irritieren und halte mein Tempo bei. Auf den letzten 100 Höhenmetern hole ich wieder einige von den Eifrigen ein, nicht zuletzt auch deswegen, weil die am Straßenrad stehen und eigentlich kotzen möchten, aber Pannen am Rad oder Warten auf Teamkollegen vortäuschen. Richtig schnell war ich wohl nicht, aber ich habe noch Kraft für den weiteren Anstieg auf der etwas langweiligen Bundesstraße auf der es nun erst einmal weiter geht. Am Oderteich geht es nach rechts und ich denke die Abfahrt beginnt, haue voll rein und werde prompt mit einem Anstieg überrascht. Mist, bei der Hitze viel Kraft zu vergeuden ist wirklich nicht gut. Zumal nach recht wenigen Kilometers bereits fast die Hälfe aller Höhenmeter erledigt sind. Und endlich kommt auch der erste Kontrollpunkt in Sieber.  Das ist die Kontrolle wo der Chefmechaniker vom RSV Adler mir letztes Jahr meine gebrochene Sattelstützenschelle repariert hatte. Die hielt dann genau 800 Meter, bevor ich wieder mit gefühlter Rahmenhöhe 50cm weiter- und zuende fahren durfte.  Ich habe nur eine Wasserflasche dabei, das war keine gute Idee. Es ist wahnsinnig heiss und ich trinke wie ein Verrückter. Zum Glück bin ich wieder in einer Gruppe und wir machen gutes Tempo bis nach Herzberg und Osterrode. Hier beginnt ein schöner Anstieg nach Clausthal-Zellerfeld den ich mehr oder minder alleine fahre. Einige aus der Gruppe sind vor mir, andere hinter mir, es hat sich gelohnt nicht allzu viel Energie bei den Anstiegen zuvor zu verschwenden. Gab es dort eine Kontrollstation? Habe ich nicht mitbekommen, fahre einfach allein weiter und irgendwo in der Wildnis halte ich an einer alten Tankstelle und fülle meine Wasserflasche nach. Bei Lauthenthal gibt es dann noch einmal einen fiesen Anstieg.  Zum ersten Mal unterhalte ich mich länger mit einem anderen Teilnehmer, irgendwie ist das auch eine sehr einsame RTF.

Dann bin ich wieder zurück in Clausthal. Ich fahre durch die ganze Stadt, stelle dann fest, dass ich unten im Tal falsch bin, muss wieder die ganze Strasse hoch und zurück, bevor ich die richtige Abzweigung Richtung Okertalsperre gefunden habe. Da gibt es noch einmal einen völlig sinnfreien Anstieg nach Schulenberg, der letztendlich auf die selbe Strasse an der Talsperre zurückführt, von der man aus gestartet ist. Tja, hätte ich die Strecke vorher richtig studiert, hätte ich mir das gespart.Außerdem brauche ich so eine weitere Pause am Kiosk an der Staumauer, um meine Wasserflasche noch einmal zu füllen. Der Rest ist dann recht einfach, es geht auf dem gleichen Weg wieder rein nach Goslar auf dem wir rausgefahren sind.

Insgesamt habe ich wohl etwa 6:15 für die 147 km gebruacht, damit bin ich ganz zufrieden. Kai ist da noch unterwegs auf seiner 225 km Runde und Hannes und Eddi sind ebenfalls noch nicht zurück am Start. Ich mache mich auf zum Bahnhof, kaufe fast das ganze Kiosk an Getränken leer und bin dann mit dem Zug zurück auf dem Weg nach Bremen. Penne ein. Zum Glück so gerade vor 18 Uhr in Bremen zurück. Familie happy.

Leider keine Bilder, zu viel Stress, zu schlechte Organisation.

Strava Adlerrunde

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Mosern im Blockland.

1407 Blockland 02

 

Nette, schnelle Runde mit dem Moser Leader AX Evolution im Blockland: In der Abenddämmerung die Wümme links hoch Richtung Norden, dann rechts runter über das Rouibaix Pflaster Richtung Süden.

1407 Blockland 04

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Koreanische Flaggen wehen über Wildeshausen.

14:54 Uhr an einem Sonntag und facebook auf. „Wir treffen uns am Haus am Walde um 15 Uhr, wer mintkommen möchte zur Wilstedt Runde….“

Mist. Alleine los Richtung Brinkum und dann weiter Richtung Groß-Mackenstedt und Harpstedt. Richtig fieser Gegenwind und leerer Magen, ich bekomme kaum den Puls über 130 und die Geschwindigkeit über 25 km/hr. Es ist, als würde ich für die Rente trainieren. An der Tankstelle in Harpstedt kaufe ich zwei Schokoriegel und bekomme zwei Croissants geschenkt. Das hilft, aber trotzdem, erst nach fast 2 Stunden in Wildeshausen. Dort wehen koreanische Flaggen.

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Die Rückfahrt mit gefülltem Magen und Rückenwind macht viel mehr Spass.

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In einer Stunde dreissig zurück ist schon besser. Trotzdem, ich bin die ganze Strecke nie schneller als 42 km gefahren, deshalb uss ich noch einmal in der Geschiwndigkeitsmessung auf der K strasse vor unserem Haus beschleunigen: es werden immerhin 48.

Zurück ins Haus und duschen. Aber was ist das? Kaum ist man mal ein paar Stunden aus dem Haus drehen die Kuscheltiere ab und haben Sex. dabei habe ich doch extra gesagt, dass aus Nilpferd und Schaf nix gutes herauskommen kann.

1407 Wildeshausen 6

 

 

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